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VORWORT
Am 26. September 1840 hat Friedrich Simony das Karlseisfeld zum erstenmale besucht.
Seit dieser Zeit hat sich an dem genannten Gletscher keine Yerânderung vollzogen, über die wir nicht unterrichtet wâren, denn seither stand das kleine Eisfeld unter der stândigen Aufsicht Simony’s. Diese wâhrte genau ein halbes Jahrhundert: am 27. September 1890 machte Simony seine letzte photographische Aufnahme des Gletschers.
Ueber keinen anderen Gletscher der Alpen besitzen wir eine so lange, wissenschaftlich gleichwertige Beobachtungsreihe. Allerdings reichen bei einigen Gletschern die Nachrichten bis ins 16. Jahrhundert zurück, aber das sind nur einzelne Stichproben, die sich nicht zu einer fortlaufenden Reihe gesellen.
Es wâre der Gletscherforschung gegenüber nicht zu verantworten ge-wesen, hâtte man die stetige Beobachtung des Karlseisfeldes mit dem Tode Simony’s ein Ende finden lassen. Im Gegentheile: die so verdienstlichen Arbeiten Simony’s durften nicht nur mit Recht eine Fortsetzung, sondern auch eine gewisse Erweiterung beanspruchen. Zu den in Wort und Bild niedergelegten Forschungen Simony’s mufite sich die topographische Aufnahme gesellen, denn die stets fortschreitende Wissenschaft kann der Rarte nicht mehr entbehren, wo es sich um die Auswertung der râumlichen Schwankungen der Gletscher handelt.
Simony hat eine solche nicht geliefert; er war nicht Geodât, sondern Geograph. Die sein Erbe antraten, waren verpflichtet, auch hiefür zu sorgen.
Schon im Jahre i8g6 — noch bei Lebzeiten Simony’s und im Ein-vernehmen mit ihm — hatte die K. K. Geographische Gesellschaft eine topographische Aufnahme des Karlseisfeldes veranlasst, die durch den K. u. K. Obersten Maximilian Groller v. Mildensee ausgeführt, und deren Ergebnisse in dem 40. Bande der «Mittheilungen» (1897) verôffentlicht worden sind.
Eine derartige Aufnahme mufô aber der Natur der Sache nach in kürzeren Zeitrâumen — etwa von fünf zu fünf Jahren — wiederholt oder zumindest überprüft werden, soll die darauf verwendete Mühe und Arbeit für die Wissenschaft wirklich fruchtbringend angelegt sein.
In unserem Falle machte sich dieses Bedürfnis früher geltend, theils wegen des starken Rückzuges des Gletschers, theils weil man seither erkannt hat, dass die von Oberst v. Groller angewendete Aufnahmsmethode
(Gedr. 30. IV. 1901)
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