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war jene Briicke, Dank der weisen Voraussicht preussischer Behorden, geschla-gen: diePhotogrammetrie ist eine fertig ausgebildete Wissenschaft geworden. Die Photographie als solche hat damit aufgehort, blos noch Selbstzweck zu sein, und wie wir glauben nicht zu ihrem Schaden.
Nachdem im Jahre 1867 der Verfasser bei einer kleineren Aufnahme von Terrain und Architektur in Freiburg a. d. Unstrut die Richtigkeit der auf-gestellten Theorien praktisch nachgewiesen hatte, beauftragte ihn das konigl. preussische Kriegsministerium mit einer Festungs-Aufnahme. In dem engen Rahmen derselben musste die schwierige Praxis der Feldphotographie und ein dem gewohnlichen Planzeichnen an Schnelligkeit mindestens gleichkommendes photogrammetrisches Planzeichnen entwickelt werden. Die durchgeführte Losung dieser beiden, in ihrem Wesen so verschiedenen Aufgaben liessen recht deutlich erkennen, warum die Photogrammetrie nicht schon langst eine praktische Wissenschaft geworden ist. Schon Mancher, dem die Vortheile des Verfahrens ganz richtig vorgeschwebt, mag hier gescheitert sein, wo das Losewerden einer Schraube an dem mit allem zu Gebote stehenden Scharfsinn construirten Instrument, ein schief gewordenes Brettchen das ganze Résultat in Frage stellen konn-ten! Das neue, nach den letzten Erfahrungen construirte photogrammetrische Instrument wird sich zu dem noch bei jener Festungs-Aufnahme gebrauchten ver-halten, wie ein neuestes Universal-Instrument zu einem alten Astrolabium mit Kugelgelenk. — Sechs voile Monate dauerte die Aufnahme der Festung, eine bestândige Prüfungszeit der Feldphotographie, die allmahlich aile Zufalle kennen und überwinden lernte, die in den verschiedensten Klimaten sich ereignen konnen. 30 Grad R. im Schatten (Sommer 1868) bis 2 Grad unter Null, Wind, Regen und Schnee sind eingetreten wahrend der Aufnahme von ca. 800 Platten. Der Standpunkt der Caméra war l6Fuss liber dem Terrain auf einem transpor-tablen Gerüst, um die nachsten unweseDtlichen Gegenstande — Buschwerk, Feld-früchte und die gaffenden Gesichter der auf den entlegensten Feldern unvermeid-lichen Zuschauer — einen nicht zu ungebührliehen Ranm auf der Platte ein-nehmen zu lassen. Die Kirchthiirme gewahrten ausserordentlich giinstige Stand-punkte für die Caméra. Die Etablirung des Dunkelzeltes in irgend einem ge-schützten Winkel, das Aufstellen der Caméra in irgend einer der Luken oder Schallfenster dauerte, ohne jede vorherige Lo.calbesichtigung oder Vorbereitung, selten langer als eine Stunde. Die, soweit es die Arbeitskrâfte gestatteten, voll-standig militârische Einricbtung war eine Viertélstunde nach gegebenem Befehl zum Ausrücken fertig. An Ort und Stelle angekommen, konnte wenige Minuten nach erfolgter Aufnahme das fertige Bild vorgezeigt werden. Dieser Umstand wird erst in seinem wahren Werth erkannt werden, wenn es sich darum handelt, bei irgend welcher Katastrophe, sei es auf dem Sehlachtfelde, sei es auf der Eisenbahn oder dgl., allen spâteren sich theilweise widersprechenden Aussagen das nie lügende photographische Beweismittel entgegenzustellen.
Das photogrammetrische Planzeichnen musste einen ahnlichen Entwicke-lungsgang durchmachen, indem ein langwieriges und mühsames Auftragen die Vortheile der photographisehen Aufnahme wieder vernichten konnte. Das Material der Aufnahme, die auf Papier befindlichen Photograph'ien, bot in seiner prakti-schen Behandlung einige Schwierigkeiten, deren Ueberwindung erst nach monate-langen Experimenten gelungen ist. Das Auftragen selbst erfolgte darauf mit einer Sicherheit und Schnelligkeit, die den Verfasser selbst in Erstaunen setzte. Der beste Beweis für diesen, nach so unsaglicher Mühe erzielten Erfolg wurde dadurch geliefert, dass ein Oberfeuerwerker, der weder von Photogrammetrie vor-her gehort, noch die Festung selbst jemals gesehen hatte, nach kurzer Instruction in einigen Wochen den Specialplan der Festungswerke mit allen Details derBrustwehr, Geschützbanke, Traversen etc. im Massstab 1:2500 auftragen konnte.
Aehnlich verhalt es sich mit der Aufnahme von stark coupirtem Terrain und von Architektur, wozu schon bei den Freiburger Versuchen auch ohne das ausgebildete photogrammetrische Planzeichnen vollgiltige Beweise geliefert wurden.
Nachdem auf diese Weise die Photogrammetrie als praktische Wissenschaft eingeführt worden ist, dürfte es nothwendig sein, die Stellung nachzuweisen, welche sie unter den bereits bekannten und in Ausübung befindlichen Methoden beim Aufnehmen und Messen überhaupt einzunehmen berufen ist. Dass sâmmt-liche Methoden eine gemeinsehaftliche theoretische Basis haben, kann als selbst-
Le texte affiché peut comporter un certain nombre d'erreurs. En effet, le mode texte de ce document a été généré de façon automatique par un programme de reconnaissance optique de caractères (OCR). Le taux de reconnaissance estimé pour cette page est de 96,96 %.
La langue de reconnaissance de l'OCR est le Français.
war jene Briicke, Dank der weisen Voraussicht preussischer Behorden, geschla-gen: diePhotogrammetrie ist eine fertig ausgebildete Wissenschaft geworden. Die Photographie als solche hat damit aufgehort, blos noch Selbstzweck zu sein, und wie wir glauben nicht zu ihrem Schaden.
Nachdem im Jahre 1867 der Verfasser bei einer kleineren Aufnahme von Terrain und Architektur in Freiburg a. d. Unstrut die Richtigkeit der auf-gestellten Theorien praktisch nachgewiesen hatte, beauftragte ihn das konigl. preussische Kriegsministerium mit einer Festungs-Aufnahme. In dem engen Rahmen derselben musste die schwierige Praxis der Feldphotographie und ein dem gewohnlichen Planzeichnen an Schnelligkeit mindestens gleichkommendes photogrammetrisches Planzeichnen entwickelt werden. Die durchgeführte Losung dieser beiden, in ihrem Wesen so verschiedenen Aufgaben liessen recht deutlich erkennen, warum die Photogrammetrie nicht schon langst eine praktische Wissenschaft geworden ist. Schon Mancher, dem die Vortheile des Verfahrens ganz richtig vorgeschwebt, mag hier gescheitert sein, wo das Losewerden einer Schraube an dem mit allem zu Gebote stehenden Scharfsinn construirten Instrument, ein schief gewordenes Brettchen das ganze Résultat in Frage stellen konn-ten! Das neue, nach den letzten Erfahrungen construirte photogrammetrische Instrument wird sich zu dem noch bei jener Festungs-Aufnahme gebrauchten ver-halten, wie ein neuestes Universal-Instrument zu einem alten Astrolabium mit Kugelgelenk. — Sechs voile Monate dauerte die Aufnahme der Festung, eine bestândige Prüfungszeit der Feldphotographie, die allmahlich aile Zufalle kennen und überwinden lernte, die in den verschiedensten Klimaten sich ereignen konnen. 30 Grad R. im Schatten (Sommer 1868) bis 2 Grad unter Null, Wind, Regen und Schnee sind eingetreten wahrend der Aufnahme von ca. 800 Platten. Der Standpunkt der Caméra war l6Fuss liber dem Terrain auf einem transpor-tablen Gerüst, um die nachsten unweseDtlichen Gegenstande — Buschwerk, Feld-früchte und die gaffenden Gesichter der auf den entlegensten Feldern unvermeid-lichen Zuschauer — einen nicht zu ungebührliehen Ranm auf der Platte ein-nehmen zu lassen. Die Kirchthiirme gewahrten ausserordentlich giinstige Stand-punkte für die Caméra. Die Etablirung des Dunkelzeltes in irgend einem ge-schützten Winkel, das Aufstellen der Caméra in irgend einer der Luken oder Schallfenster dauerte, ohne jede vorherige Lo.calbesichtigung oder Vorbereitung, selten langer als eine Stunde. Die, soweit es die Arbeitskrâfte gestatteten, voll-standig militârische Einricbtung war eine Viertélstunde nach gegebenem Befehl zum Ausrücken fertig. An Ort und Stelle angekommen, konnte wenige Minuten nach erfolgter Aufnahme das fertige Bild vorgezeigt werden. Dieser Umstand wird erst in seinem wahren Werth erkannt werden, wenn es sich darum handelt, bei irgend welcher Katastrophe, sei es auf dem Sehlachtfelde, sei es auf der Eisenbahn oder dgl., allen spâteren sich theilweise widersprechenden Aussagen das nie lügende photographische Beweismittel entgegenzustellen.
Das photogrammetrische Planzeichnen musste einen ahnlichen Entwicke-lungsgang durchmachen, indem ein langwieriges und mühsames Auftragen die Vortheile der photographisehen Aufnahme wieder vernichten konnte. Das Material der Aufnahme, die auf Papier befindlichen Photograph'ien, bot in seiner prakti-schen Behandlung einige Schwierigkeiten, deren Ueberwindung erst nach monate-langen Experimenten gelungen ist. Das Auftragen selbst erfolgte darauf mit einer Sicherheit und Schnelligkeit, die den Verfasser selbst in Erstaunen setzte. Der beste Beweis für diesen, nach so unsaglicher Mühe erzielten Erfolg wurde dadurch geliefert, dass ein Oberfeuerwerker, der weder von Photogrammetrie vor-her gehort, noch die Festung selbst jemals gesehen hatte, nach kurzer Instruction in einigen Wochen den Specialplan der Festungswerke mit allen Details derBrustwehr, Geschützbanke, Traversen etc. im Massstab 1:2500 auftragen konnte.
Aehnlich verhalt es sich mit der Aufnahme von stark coupirtem Terrain und von Architektur, wozu schon bei den Freiburger Versuchen auch ohne das ausgebildete photogrammetrische Planzeichnen vollgiltige Beweise geliefert wurden.
Nachdem auf diese Weise die Photogrammetrie als praktische Wissenschaft eingeführt worden ist, dürfte es nothwendig sein, die Stellung nachzuweisen, welche sie unter den bereits bekannten und in Ausübung befindlichen Methoden beim Aufnehmen und Messen überhaupt einzunehmen berufen ist. Dass sâmmt-liche Methoden eine gemeinsehaftliche theoretische Basis haben, kann als selbst-
Le texte affiché peut comporter un certain nombre d'erreurs. En effet, le mode texte de ce document a été généré de façon automatique par un programme de reconnaissance optique de caractères (OCR). Le taux de reconnaissance estimé pour cette page est de 96,96 %.
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