- Accueil
- > Catalogue général
- > Dolezal, Eduard (1862-1955) - Der Mechaniker : Zeitschrift zur Förderung der Mechanik, Op...
Der Mechaniker : Zeitschrift zur Förderung der Mechanik, Optik, Elektrotechnik und verwandter Gebiete
-
-
- Berlin, den 5. September 1897,
- JahrgvJ).
- No. 17.
- DER MECHANIKER
- Zeitschrift zir Forflemm 1er MecMiiï, flptii, Eleïtrotechnit il verwanflter Gehiste.
- —: Obligatorisches Organ =—=—
- des Verein Berliner Mechaniker, des Verein der Kleinmechaniker in Zürich, des Mechaniker- und Optiker-Verein iu Frankfurt a. M.-Bockenheim, in Hagen und Wetzlar und des Chemnitzer Mechaniker-Verein.
- Herausgegeben unter Mitwirkung namhafter Eaclimâimer
- von
- Fritaç Harrwit*
- Vorsitzender des „Verein Berliner Mechaniker". München 1895.
- Erscheint jeden 5. und 20. des Monats nur in Berlin, j I*reis für Anzeigeu: Stellenvermittelung: Jedes Abonnement für In- und Ausland vierteljàhrlich Mk. 1,50. — ! Wort 3 Pfg., fettgedruckt 5 Pfg. oder Petitzeile 20 Pfg.
- Zu beziehen durch jede Buchhandlung und jede Postanstalt. i Geschâftsreklame: 3gespaltene Petitzeile (50mmbreit)
- (DeutscherPostzeitungskatalogNo.4526; Oesterreich: Zeitungs- 40 Pf.; 2gesp. Petitzeile 75 mm breit) 50Pf., grôssere Auftrâge,
- PreisverzeichnisNo.2137.) Direkt von der Administration franko sowie bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Beilagen
- für Mk. 1,70 nach Deutschland und Oesterreich; in’s Ausland nach Gewicht.
- 1,80 Mk. Einzelne Nummer 40 Pfg. In Oesterreich stempelfrei. 1
- Goldene Médaillé
- Nachdruck kleinerer Artikel nur mit ausführlicher Quellenangabe („Der Mechaniker, Berlin“), Abdruck grôsserer Original-Aufsâtze jedoch nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion gestattet.
- Über centrisch und excentrisch gebaute photogrammetrische Instrumente
- von Prof. B. Dolezal, Konstrnkteur an der k. k. technischen Hochschule, Wien.
- Die geodâtische Festlegung von Raumpunkten nach der Standlinienmethode besteht darin, dass man in den Endpnnkten einer bekannten Basis die Horizontalwinkel (Azimute) welche die einzelnen Visuren mit der Basis bilden, sowie die Hohen-winkel ermittelt und diese nach bekannten Formeln zur Bestimmung der Distanz vom Standpunkte resp. der Hohe über demselben verwertet.
- Erfolgt die Ermittelung der Horizontalwinkel graphisch mit dem Messtische, so ergiebt sich so-fort im Schnitte der zusammengehorigen Visier-strahlen die horizontale Projektion (Situation) der Raumpunkte, und die Hohe resultiert einfach aus den gemessenen Hohenwinkeln und den nun bekannten Distanzen von den Standpunkten.
- In beiden Fâllen, ob man nur numerisch oder vornehmlich graphisch zu Werke geht, erfolgt die Festlegung der einzelnen Raumpunkte successive und schreitet mehr oder weniger langsam von emem Punkte zum andern. Hierbei liegen die Scheitel samtlicher Horizontal- und Hôhenwinkel genau in resp. vertikal über den Endpnnkten der der Operation zu Grunde gelegten Basis.
- Durch das in einem Standpunkte orientierte
- und entsprechend adjustierte, richtige perspek-tivische Bild eines photogrammetrischen Apparates konnen aus den Bestimmungsstüeken der Bild-punkte, den Koordinaten x und y, nach den Kon-struktionen der Photogrammetrie die Azimute und Hôhenwinkel einer grossen Anzahl von Punkten sowohl numerisch als graphisch ohne jedwede Schwierigkeit ermittelt werden.
- Diese Winkel werden in centrischer Lage in Bezug auf die Standpunkte gefordert, d. h. so, dass ihre Scheitel genau in oder über diesen Punkten sich befinden.
- Dies hat eine ganz bestimmte Bedir.0.: die Lage des Objektives der photogrammetrischen Kamera iD Bezug auf den Limbus und die verti-kale Drehachse des photogrammetrischen Apparates, welcher perspektivisch richtige und geo-datisch verwertbare Photogramme liefern soll, zur Folge.
- Es muss nâmlich das Objektiv resp. das Instrument, welches das Objektiv der photogrammetrischen Kamera trâgt, derart über dem Standpunkte situiert werden konnen, dass samtliche von Originalpunkten kommende Visierstrahlen sich in einem Punkte schneiden, resp. durch einen Punkt des Objektives hindurchgehen, welcher vertikal über dem Standpunkte sich befindet. Dieser Punkt muss eine unverânderliche Lage haben, wie auch das Objektiv bezw. die Kamera
- Page de titre 273 - vue 1/8
-
-
-
- 274
- DER MECHANIKER.
- im Horizonte gedreht oder welche Neigung auch der Bildebene im Raum erteilt wird. Kurz, dieser markante Punkt des Objektives muss im Schnitte der vertikalen Drehachse des Instrumentes mit der horizontalen Drehachse der Kamera sich befinden.
- Die Dioptrik lehrt, dass in einer Linsenkom-bination, wie solche die photographischen Objektive sind, jener fixe Punkt des Objektives der erste Hauptpunkt Hx (Fig. 1) der Kombination sein
- s1
- Fig. 1.
- musse. Derselbe stellt den Augpunkt des posi-tiven perspektivischen Bildes a, b dar, wâhrend der zweite Hauptpunkt H2 der Linsenkombination das perspektivische Centrum des als perspek-tivisches Bild anzusehenden Négatives a, p re-prasentiert. Im Abstande der Bildweite A vom zweiten Hauptpunkte JT2 senkrecht zur optischen Achse des Systems wird die lichtempfindliche Platte gestellt, und hier entsteht das umgekehrte Bild (Negativ); in demselben Abstande Al vom ersten Hauptpunkte Hx gegen das Original hin ware das positive Bild einzuschalten, dessen ein-zelne Bildpunkte, mit dem Hauptpunkte verbunden, Strahlen geben, welche nach den Originalpunkten hin gehen würden.
- Die Bestimmung der Lage der Hauptpunkte eines dioptrischen Systems kann ohne Schwierig-keit durchgeführt werden, man kann die Abstande der Hauptpunkte Hx und H2 von den entsprechenden Scheiteln der sphârischen Flâchen sx und s2 finden und so über die sichere Lage der Hauptpunkte im Klaren sein. Unter allen Umstanden ware es gut, wenn schon von Seiten der optischen Werkstâtten, aus welchen solche Objektive bezogen werden, die Lage der Hauptpunkte durch eingerissene Striche auf der Mantel-flache des schützenden Tubuscylinders markiert ware.
- Gegebenen Falles fallt es dann dem aus-ftihrenden Mechaniker durchaus nicht schwer, für
- No. 17
- die photogrammetrischen Apparate den ersten Hauptpunkt in den Schnitt der vertikalen Drehachse des ganzen Instrumentes mit der horizontalen Drehachse der Kamera zu bringen.
- Unwillkürlich drângt sich dem Leser die Frage auf:
- Ist denn die excentrische Stellung resp. Fixierung des Objektives in Bezug auf die Dreh-achsen des photogrammetrischen Apparates von solch einem geringen Einflusse auf die Genauig-keit der zu erzielenden Resultate, dass man die-selbe rundweg vernachlassigen konnte, oder aber hat dieselbe einen namhaften Einfluss in gewissen Fâllen, wobei man die Excentrizitât nicht unbe-rücksichtigt lassen kann.
- Es sei uns gestattet darzuthun, welchen Fehler die excentrische Lage des ersten Hauptpunktes verursacht, und daran anschliessend wollen wir festsetzën, welche photogrammetrischen Instrumente eventuell excentrisch gebaut werden konnen und dürfen und welche centrisch konstruiert werden müssen.
- Es sei SXS2 (Fig. 2) die Basis, auf welche
- Fig. 2.
- eine photogrammetrische Aufnahme bezogen werden soll und in Bezug auf welche die Bildebenen in den Stationen und S2 orientiert werden müssen. Das benützte photogrammetrische Instrument sei excentrisch gebaut.
- In Ht befinde sich die Projektion des ersten Hauptpunktes des photographischen Objektives, und die Trace B B des positiven, vertikal stehenden perspektivischen Bildes (Photogrammes) stehe im Abstande der Bildweite J von Hx senkrecht auf der Trace der Yertikalebene der Per-spektive. Der erste Hauptpunkt Hx steht also in Bezug auf die Station Sx um die lineare Grosse HXSX = e excentrisch.
- Eh} Raumpunkt P habe die auf dem Positfi ausgemessenen Koordinaten x und y: die Prov jektion des Yisierstrahles wird korrekter Weis* erhalten, indem man die Abscisse x von der PrO'
- p.274 - vue 2/8
-
-
-
- No. 17
- 275
- DER MEC HA NIKE R.
- jektion des Hauptpunktes der Perspektive (des positiven perspektiven Bildes) E im- entsprechen-den Sinne auftrâgt und den erhaltenen Punkt F mit dem perspektivischen Centrum des Positives resp. der Projection des ersten Hauptpunktes des Objektives Hx verbindet. In diesem Strahle HXF resp. in seiner Yerlângerung muss die Projektion des Raumpunktes P1 sich befinden.
- Wie wird nun in der Praxis die Projektion des soeben beschriebenen Yisierstrahles erhalten, in welchem die Projektion des Raumpunktes ge-legen ist?
- Es wird die Excentricitât e vernachlâssigt und im Abstande J von der Projektion des Basis-endpunktes Sx die Trace des jBildes BXBX ge-zogen und Ex als die Projektion des ersten Hauptpunktes des positiven perspektivischen Bildes an-genommen. Dann wird die gemessene Abcisse x entsprechend aufgetragen, der Punkt G erhalten und mit Sx verbunden. Die Yerbindungslinie Sj} soll die Projektion des Yisierstrahles dar-stellen, und in dieser wird die Situation des Raumpunktes nach ahnlichem Yorgange in der zweiten Station S2, dem andern Basisende, durch den Schnitt des erhaltenen Yisierstrahles erhalten.
- Wie aus der Figur 2 zu ersehen ist, sind die wirkliche Projektion des Visierstrahles HXF and die durch Vernachlâssigung der Excentricitât e resultierende Projektion desselben SXG unter ein-ander parallel, was sich unschwer nachweisen lâsst. Die Projektion des Yisierstrahles erscheint also parallel verschoben.
- Nehmen wir an, die wahre Situation des Punktes P befinde sich in P1, selbstredend gehe auch die wahre Projektion des Visierstrahles durch P1, und nennen wir SxPl — D die Ent-fernung des Punktes P1 von der Station Sx, so lâsst sich der Einfluss der Excentricitât rechnerisch ermitteln.
- Bezeichnen wir den Winkel EHxF—a, die Bildweite HXE = SXEX — J, ziehen wir die Linie SxPl und nennen den Winkel Hx P1 Sx = <p, so erhalten wir aus dem Dreiecke Sx Hx P1 durch Anwendung des Sinussatzes:
- e: D = sin(p: sin a
- oder
- D = (Gleichung 1).
- sm (p
- Diese Gleichung erhâlt eine andere Form, wenn man die Koordinaten des Bildpunktes x und y einführt.
- Es ist nâmlich:
- OC
- sin a = —. ---1
- ]/ JZ+X*
- was in Gleichung 1 substituiert, für die Distanz giebt:
- D =-------—_________L_ (Gleichung 2).
- Die Gleichungen 1 bezw 2. gestatten uns zu bestimmen, wie gross jene Distanz sein muss, bei welcher die Excentricitât e keinen Einfluss auf die graphische Bestimmung der Situation übt, ebenso welchen Anteil davon die Abscisse x des jeweiligen Bildpunktes hat.
- (Fortsetzung folgt.)
- Über Winkelprismen besonderer Art, fdr 90°, 180° und 45°.
- Von M. Hensoldt, Optiker in Wetzlar.
- An Stelle des alten Winkelkreuzes mit Dioptern wurde im vorigen Jahrhundert durch Adams sen. in London der „Optical sqVare“, unser ^ heute noch in verbesserter Form viel gebrauchter Winkelspiegel eingeführt; Adams -Wur darauf durch den Spiegelsextant geleitet worden. Zwei ‘kleine Spiegel sind unter dem Winkel von gegen einander gestellt, von welchen der eine et^as ver-stellbar ist, um den Winkel von 90° g;enau herstellen zu konnen. Das bekannte Instrument ist viel besser, als das alte Diopterkreuz, wôlches bei grosserem Yolumen keine grosse Genauigjæit giebt, wie aile Diopter - Instrumente, weil kein Auge den nahen Diopterfaden und den entfernten Gegenstand gleichzeitig deutlich sehen kann; ab-gesehen von sonstigen Mângeln, dunklem Bild und Beugungserscheinungen in der engen Diopter-offnung etc.
- ^ Dann kam Bauernfeinds Winkelprisma; ein rechtwinklig gleichschenkliges Prisma mit bel^gter Hypoténuse; es finden in demselben zwei Spi^gelungen und zwei Brechungen statt; durch erst^re wird das „stehende“ Bild erreicht, die zwei\ Brechungen erfolgenj weil das Licht nicht senktiecht zu den betreffenden Flâchen ein- und au strict. Genau ausgeführt ist das Instrument gut, hut jedoch ein kleines Behfeld, weil das nur brauchbare „stehende“ Bild- beiderseits in den Winke^pitzen nur je den 4. Teil der Hypo-tenusenl|lnge einnimmt, wenn man rechtwinklig zu dieser hineinsieht, oder von oben her die halbe Hohe dqs Prismas, wenn man parallel zur Hypoténuse hjndurch sieht. Im ersteren Italie erscheint das Bild eines rechts liegenden Objekts an der linken, und das eines links liegenden an der rechteà Spitze.
- Es giebt aber für 90° oder den rechten Winkel einà, zweckmâssigere Konstruktion eines
- p.275 - vue 3/8
-
-
-
- 294
- DER MECHANIKER.
- No. 18
- Oder mit 9/10 Nonienspannung der Distanz-faden sei an der Dezimeterlajtte abgelesen:
- 2,483
- 0,624 , :
- 1,859, hierzu 1/10 mit 1859
- 2^0449 X 100 = 204,49 + einer Konstanten.
- Wird ein Vollkreis mit 4 g (neue Teilung) Überteilung in 40 -Telle geteilt, also zusammen 44 Teile in 40 und maeht man noch 5 tel durch Teilstriche erkennbar, so kann man mit Hülfe eines yerschiebbaren Nonius 1/20o S ablesén; zâhlt man hierzu 10/io der festen Nonienteilung, so ergiebt sich eine Ablesnng auf Minuten.
- Beispiel: 33 . 17 . 50 Ablesung
- + 331 . 75 . 00 = 10/10 .
- 364 g 92 c 50 cc
- Es lassen sich jedenfalls derartige Teilungèn fiir sogen. Tascheninstrninente mit Vorteil anwenden.
- Bei Theodôliten . von 10 cm Durçhmesser, deren Kreis in 44O/40O Teile eingeteilt ist, wird die Ablesnng -j- 4/10 Zuschlag sich auf Sekunden er-strecken.
- Ein Übelstand ist freilich, dass man nicht den Vollkreis zu 400, sondera zu 360 -j- X anzu-nehm'en hat. Es ist demnach unbequem, ge-schlossen im Kreise zu messen.
- Bei der Boussoleri-Einteilung macht dies aber nichts aus, da man die Überteilung am Cylinder-rande senkrecht anbringen kann. Beim Taschen-kompass mit Teilung von 44/40 lassen sich die 40 Teilstriche bequem erkennen und halbe Teile schatzen. Beispielsweise habe man abgelesen 30,5 hierzu 10/10 305,0
- so ist dqs Ergebnis: 331 g 50 c.
- Die Ablesegenauigkeit der Rechenschieber wird durch das System fesistehender Nonienteilung in Verbindung mit verschiebbaren Nonien, ebenfalls eine zehnmal grossere werden.
- In der „Zeitschr. f. Yermessungswesen“ Jahr-gang 1897 Seite 372 If. und 480 If. sind noch einige weitere Beispiele enthalten, auch ist ein Nivellementszug dort zusammengestellt.
- Über centrisch und excentrisch gebaute photogrammetrische Instrumente
- von Prof. E. Dolezal, Konstrukteur an der k. k. technischen Hochschule, Wien.
- (Fortsetzung.)
- Der Einfluss dér Excentricitat wird solange keinen merklichen Fehler bedingen, als der paral-laktische Winkel <p nicht die Grosse der erreich-
- baren Winkelgenauigkeit der Photogrammetrie übersteigt. Diese ist nun abhângig von der Brennweite des verwendeten Objektives und be-tragt bei J — 250 mm rund eine Winkelminute.
- Setzen wir daher:
- so gehen die Formeln 1 und 2 über in: e sin a
- D = 3438
- 3438
- e x
- f
- z/2 -f- X2
- (Gleichung 3).
- Substituiert man hierin den Grenzwert der Winkelgenauigkeit y' = V bei z/ = 250 mm, so gehen die vorstehenden Gleichungen über in:
- D = 3438 e sin «
- = 3438
- e x
- ]/ 2502+m2
- (Gleichung 4),
- wobei aus der ersten Gleichung die Distanz in Metern sich ergiebt, wenn e in Metern aus-gedrückt wird, und aus der zweiten die Distanz in Millimetern erhalten wird, falls die linearen Grossen e und x konform mit J in Millimetern ausgedrückt werden.
- Nehmen wir einen konkreten Fall an:
- Wir hatten ein excentrisch gebautes photo-grammetrisches Instrument; die’Bildweite sei kon-stant J = 250 mm, die Excentricitat e — 100 mm, das benützte Plattenformat 21 X 26 cm.
- Der Bildfeldwinkel der photographischen Auf-nahme ist daher 54*94°.
- Substituiert man in die Gleichungen 4 und zwar vorerst in die erste derselben successive verschiedene Werte für den Winkel a, so ergiebt sich die nachstehende Tabelle:
- Tabelle I.
- Winkel a Distanz D Winkel’ a Distanz D
- o m o m
- 2 12 16 95
- 4 24 18 106
- 6 36 20 118
- 8 48 22 129,
- 10 60 24 140
- 12 72 26 151
- 14 83 28 162
- W ertet man die zweite Gleichung des Systems' 4 aus, indem man nach und nach verschiedene Werte der Abcisse einführt, so erhalt man die folgende
- p.294 - vue 4/8
-
-
-
- No.-18
- DER MECHANIKER.
- 295
- Tabelle II.
- Abcisse X Distauz D Abcisse X Distanz D
- mm m mm m
- 9 12 71 95
- 17 24 81 106
- 26 36 91 118
- 35 48 101 129
- 44 60 111 140
- 53 72 121 151
- 62 83 133 162
- Eine graphische Darstellung der soeben aus-gewerteten Gleichung 4 giebt ein recht über-sicbtliches Bild der herrschenden Verhâltnisse und gestattet, rasch sichere Schlüsse zu zieben (Fig. 1).
- Die Gerade S V entspricht der durch die Station S gehenden Yertikalebene des positiven
- Fig. 1.
- perspektivischen Bildes; von dieser werden rechts und links mit Y als Scheitel Winkel « aufge-tragen und auf diesen die zugehorigen Distanzen im Maasse 1:2500. Dadurch ergiebt sich eine Reihe von Punkten, welche, mit einander ver-bunden, eine Kurve geben, welche in -S" natur-gemâss eine Spitze hat.
- Diese Kurve nennen wir Grenzkurve und zwar deshalb, weil aile Punkte, welche im schraffierten Gebiete liegen, von dem Einftusse wegen der excentrischen Lage des ersten Haupt-punktes vollends frei sind; für diese ist es also gleichgiltig, ob das photogrammetrische Instrument centrisch oder excentrisch gebaut ist in Bezug auf den ersten Hauptpunkt des Objektives, hin-§egen sind aile Punkte, welche in den beiderseits üegenden Segmenten, begrenzt von der Grenzkurve und den Geraden AS und B S, sich be-finden, von der Excentricitat e beeinflusst.
- Dieselbe Kurve würde sich ergeben, wenn man nach Tabelle II die graphische Darstellung vornehmen würde.
- Denken wir uns eine Terrainpartie photo-grammetrisch aufgenommen und ail’ jene Punkte zur Rekonstruktion verwertet, welche im Auf-nahmsfeld der betreffenden Station liegen, so werden ail’ die Punkte, welche im Gebiete des früher erwâhnten Segmentes sich befinden, neben den der Photogrammetrie anhaftenden Fehlern auch jenen der Excentricitat tragen müssen.
- Nachdem die Praxis der Terrainaufnahmen gezeigt hat, dass die von beiden Stationen ver-wertbaren identen Punkte zumeist in grosseren Abstanden sich befinden und nur wenige so nahe fallen, dass dieselben im Bereiche des Excentrici-tâtseinflusses sich befinden, und ferner die Ge-nauigkeit der photogrammetrischen Terrainaufnahmen nicht sehr hoch gestellt wird, so ist es erklarlich, warum bei photogrammetrischen In-strumenten, welche im Dienste der Terrainaufnahmen stehen, die Excentricitat nicht berück-sichtigt wurde, und die besagten Instrumente stillschweigend immer ohne weitere Begründung excentrisch gebaut wurden. Besonders für photo-topographische Aufnahmen, welche mit grossen Distanzen arbeiten, beeinflusst die excentrische Lage des ersten Hauptpunktes in keiner Weise die Rekonstruktionsresultate.
- Ganz anders gestalten sich die Verhâltnisse bei photogrammetrischer Aufnahme von Archi-tekturen.
- Da liegt es in der Natur der Sache, dass die mittlere Entfernung der photogrammetrischen Standpunkte vom Objekte in sehr engen Grenzen sich bewegt.
- Aus unserer Praxis der photogrammetrischen Aufnahme von Architekturen künnen wir an-führen, dass. die Objektsdistanzen von 25—100 m sich bewegen, weil man zumeist um das Objekt keinen Platz findet, um eventuell weiter gehen zu konnen.
- Sehen wir nach in der Fig. 1, so finden wir, dass die architektonischen Gegenstande, welche photogrammetrisch mit einem excentrisch gebauten Instrumente aufgenommen werden konnten, und bei welchen der Einfluss der Excentricitat nicht bestânde, sich kaum vorfinden dürften. Die auf-zunehmenden Objekte müssten eine sehr geringe Breitenausdehnung besitzen, um nicht in den Excentricitâtsbereich hinein zu fallen.
- Nehmen wir als Objektsabstand 70 m an, so konnte die Breite des Gegenstandes* bei voiler Auswertung des Bildwinkels von 27 • 47 Grad 72 • 5 m betragen; tragen wir jedoch den Ab»
- p.295 - vue 5/8
-
-
-
- 296
- HANIKER.
- No. 19
- DER MECI
- stand von 70 m in das Graphikon der Fig. 1 auf j die Gerade S F auf und ziehen auf dieselbe eine j Senkrechte a b bis zum Scbnitte mit der Grenz-kurve, greifen das Stück Yjî ab, so erhalten wir zufolge des Maassstabes der Figur ungefâhr 31 m. Dies besagt, dass bei centrisch gebautem Instrumente die Breite des Objektes 72 • 5 m be-tragen konnte, wahrend bei einem Instrumente von der angegebenen Excentricitat die Breite des Objektes nur 31 m haben diirfte. Es fallen also rund 41 m der Front in den toten Raum resp. in den Bereich des Excentricitatseinflusses. j
- Hieraus sehen wir klar, dass fiir Architektur-Aufnahmen ein photogrammetriscbes Instrument mit excentrischer Lage des Hauptpunktes des Objektives nicht verwendet werden kann, falls man nicht entsprechende Korrektionen entweder an die Lage der Station oder aber an die Ab-messungen, Koordinaten x und y, anbringen will.
- Das Einfachste ist es wohl in diesem Falle, bei der Konstruktion die Station nicht in S, die Rildtrace nicht in Bx Bx zu nehmen (Fig. £ der vorigen Nummer), sondern als Station die Pro-jektion des ersten Hauptpunktes des Objektives Hx zu nehmen, welche ,um die Excentricitat e auf der Trace der Hauptvertikalebene sich befindet, und durch welche samtliche Projektionen der Yisier-strahlen dieser Station gehen müssen.
- Wollte man jedoch bei dem Basispunkte S/ bleiben, so müssten vorerst die Koordinaten x und y wegen der Excentricitat korrigiert werden, was sich âusserst zeitraubend gestalten würde.
- Aus der nur teilweise abgeschlossenen, bei weiteirk aber nicht erschopften Untetsuchung über den Eiüfluss der Excentricitat kann man als Résumé aufstellen:
- „Für photogrammetrische Aufnahmen von Architekturen ist es wohl sehr praktisch, einen Phototheodoliten mit centriseher Lage des ersten Hauptpunktes des Objektives zu wahlen, für Terrain-Aufnahmen und phototopographische Yer-messungen hat die éxcentrische Lage des genànnten Punktes keinen nennenswerten Einfluss, folglich konnen zu dieser Art photogrammetrischer Aufnahmen sowohl centrisch als excentrisch gebaute Instrumente verwendet werden. “
- (Schluss fojgt.)
- Schopper’s Papier-Knitterer.
- (Schluss.)
- II. Die Wirkungsweise des Apparates. Wen.n der Schieber sich aus seiner Mittellage nach einer Richtung hin bewegt, so wird der Papierstreifeu, indem die Federn an den Einspannklemmen nachgeben,
- Über centrisch und excentrisch gebaute photogrammetrische instrumente
- von Prof. E. Dolezal, Konstrukteur an der k. k. technischen Hochschule, Wien.
- (Schluss.)
- Zum Schlusse unseres Aufsatzes geben wir eine Zusammenstellung der bereits ausgeführten und zum grossen Teile in Yerwendung stehenden photogram metrischen Instrumente.
- Nehmen wir logischer Weise die Lage des ersten Objektiv-Hauptpunktes zu den Drehachsen des Instrumentes resp. zum Mittelpunkt des Limbus als Einteilungsgrund für photogrammetrische Instrumente an, so konnen wir zwei Gruppen von solchen Apparaten unterscheiden :
- a) centrische und
- b) excentrische photogrammetrische Instrumente.
- Die erste Kategorie von Instrumenten hat nur zwei Yertreter:
- 1. Den Universal-Phototheodoliten nach Prof, Dr. Ant. Schell1) und
- 2. Die phototopographische Kamera von Prof. A. Rocha.2)
- Zur zweiten Kategorie sind aile andern Kon-struktionen von photogrammetrischen Instrumenten zu rechnen, welche in verschiedenen Lândern ge-baut wurden, und deren Hauptvertreter wir hier anführen wollen.
- In Frankreich hat man:
- 1. Phototheodolit vom Oberst Laussedat vom Jahre 1858—1859, ausgeführt vom Mechaniker Brunner.3)
- 2. Phototheodolit von Laussedat und zwar neuerer Konstruktion, ausgeführt von den Mecha-nikern E. Ducretet und L. Lejeune in Paris.4)
- 3. Photogrammeter von Y. Legros.5)
- Nâheres' über die angeführten Instrumente ist zu finden:
- 4) a) Dr. J. M. Eder, „Ausführl. Handb. der Photographie", 2. Aufl. 1892, Bd. 1, S. 624.
- b) E. Dolezal, „Anwendung der Photographie in der prakt. Messkunst", W. Knapp, Halle a. S. 1896.
- 2) E. Dolezal, „Der Phototheodolit von Professor A. Rocha" in der Zeitschrift „Der Mechaniker", Jahr-gang 1897, Ko. 9.
- 3) Laussedat: «L’iconométrie et la métrophoto-graphie" in Conférences publiques sur la Photographie, Paris 1893.
- 4) M. de hjausouty : „Le photo théodolite de M. le colonel Laussedat", Le génie civil, Paris 1892.
- 5) Y. Legros, „ Description et usage d’un Appareil élémentaire de Photogrammétrie, Paris 1895.
- p.296 - vue 6/8
-
-
-
- 317
- DER MECHANIKER.
- No. 19
- 4. Cylindrograph von R. Moëssard.6)
- In Italien sind konstruiert worden:
- 1. Phototheodolit des militâr.-geograph. In-stitutes zu Florenz im Jahre 1878.7)
- 2. Phototheodolit altérer Konstruktion (1885) von L. Paganini.8)
- 3. Phototheodolit neuerer Konstruktion (1890) von L. Paganini.9)
- 4. „ Azimutale - Fotographico “ (1893) von L. Paganini.10)
- Die Deutschen haben gleichfalls eine Reihe von photogrammetrischen Instrumenten gehaut:
- 1. Dr. A.Meydenbauers altérés Instrument.1X)
- 2. Dr. A. Meydenhauers neueres Instrument.12)
- 3. Photogrammeter von Yogel.13)
- 4. Photogrammeter von Doergens.14)
- 5. Phototheodolit von Koppe, altérer Konstruktion, ausgefiihrt vom Mechaniker Randhagen in Hannover.15)
- 6. Phototheodolit von Koppe, neuerer Konstruktion, ausgefiihrt vom Mechaniker O. Günther in Braunschweig.16)
- ' 7. Phototheodolit vom Mechaniker O. Ney in Berlin.17)
- 8. Phototheodolit nach Prof. Dr. S. Finsterwalder, altéré Konstruktion, ausgefiihrt vom Mechaniker Mich. Sendtner in München.18)
- 9. Phototheodolit fur Hochgebirgsaufnahmen von Dr. S. Finsterwalder, ausgefiihrt vom Mechaniker Ott, in Kempten.19)
- In Ô s ter reich sind mehrere Typen photo-grarametrischer Instrumente ausgeführt worden:
- 6) R. Moëssard, „Le cylindrograph, appareil panoramique* 11, Paris 1889.
- 7) L. Paganini, „La fototopografia in Italia11, Rom 1889.
- 8) , 9) nnd 10) L. Paganini, „Nuovi appnnti di foto-topografia11, Rom 1894.
- xl) A. Meydenbauer, „Das photograph. Aufnehmen zu wissenschaftl. Zwëcken11, Berlin 1892.
- 12) A. Meydenbauer, Ibidem.
- 13) Dr. H. W. Vogel, „Ein einfacher photogram. Apparat11, Photogr. Mitth. 1884.
- 14) Dorgens, „Über einen einfachen photogram. Apparat11, Photogr. Mitth. 1885.
- 15) Dr. K. Koppe, „Die Photogrammetrie oder Bildmesskunst11, Weimar 1889.
- 16) a) Dr. K. Koppe, „Photogrammetrie und die internationale Wolkenmessung11, Braunschweig 1896.
- b) Dr. K. Koppe, Schweizer. Bauzeitung, 1895, No. 23, 24 u. 25, sowie 1896, Ko. 11 u. 12.
- 17) O. Ney, in der Zeitschrift „Der Mechaniker11, Hl. Jahrgang 1895.
- 18) Dr. S. Finsterwalder, „Die Terrainaufnahme mittels Photogrammetrie11, München 1890.
- 19) A. Ott, Zeitschr. für Instrumentenkunde, 1895.
- 1. Photogrammeter vom Ingénieur Hafferl und Maurer, ausgeführt bei Lechner in Wien.20)
- 2. Photogrammeter altérer Konstruktion vom Ober-Ingenieur V. Pollak.21)
- 3. Photogrammeter von Y. Pollak.22)
- 4. Phototheodolit neuester Konstruktion nach Y. Pollak23); die letztgenannten drei photogrammetrischen Instrumente sind ausgeführt von der photographischen Manufaktur Lechner und Müller in Wien.
- 5. Phototheodolit vom Obersten Hartl.24)
- 6. Phototheodolit von G. Starke.25)
- Die heiden vorstehenden Instrumente 5 und 6 wurden in der math.-mechan. Werkstâtte von Starke & Kammerer zu Wien gebaut.
- 7. Messtisch - Photogrammeter nach Baron Hübl, hergestellt von Lechner in Wien.26)
- 8. Phototheodolit nach Angaben des Baron Hübl für das k. und k. militâr.-geograph. Institut zu Wien, ausgeführt von der Firma Gebrüder Rost in Wien.27)
- 9. Photogrammeter nachOberingenieur Siedek, hergestellt in der photographischen Werkstâtte von R. A. Goldmann zu Wien.28)
- Was andere Lânder betrifft, so wâre besonders Canada hervorzuheben, wo E. Deville die Photo-topographie mit regem Eifer und mit viel Yer-stândnis betreibt; für seine Aufnahmen baute er sich einen eigenen Phototheodoliten.29)
- Der Schweizer Ingénieur M. Rosenmund hatte im Sommer 1892 eingehende Untersuchungen über die Anwendung der Photogrammetrie für Zwecke der Topographie gemacht und liess sich hierzu einen Phototheodoliten âhnlich jenem von Dr. Karl Koppe vom Mechaniker W. G. Weber in Unterstrass-Zürich ausführën.30)
- 20) Hafferl, „Über Photogrammetrie11, Wochenschr. des osterr. Ing.- u. Arch.-Vereins, 1890.
- 21) und 22) y. Pollak, „ Photogrammeter und Photo-theodolite11 in der Zeitschrift „Der Mechaniker11 I. u.
- II. Jahrgang 1893/94.
- 23) Y. Pollak, „Ein neuer durchschlagbarer Phototheodolit11, Zeitschr. d. osterr. Ing.- u. Arch.-Vereins, 1894.
- 24) Mitteilungen des k. nnd k. militâr.-geogr. In-stutes, Wien 1891.
- y 25) G. Starke, ^Phototheodolit11, Zeitschrift des osterr. Ing.- u. Arch.-Vereins, 1894.
- 26) Annalen für Gewerbe u. Bauwesen, Berlin 1892.
- 27) Mitteilungen des k. und k. militâr.-geogr. Instituts zu Wien, Jahrg. 1897.
- 28) Photograph. Rundschau, Wien 1892.
- E. Deville, „Photographic Surveying11, Ottawa
- 1895.
- ^ M. Rosenmund, „Untersuchungen über die Anwendung des photogrammetr. Verfahrens für topograph. Aufnahmen11, Bern 1896.
- p.317 - vue 7/8
-
-
-
- 318
- DER MECHANIKER.
- No. 19
- Die Glasinsfrumenten-Fabrikation
- unter spezieller Ber ücksichtigung der Her-stellungsmethode der Firma Grosche & Koch, Ilmenau in Thüringen.
- Wie fast jeder Industriezweig sich an hestimmten, nahe beisammen liegenden Plâtzen zu seiner vollsten Blüthe entfaltet, weiter darüber hinaus in fast nur verschwindendem Maasse vorhanden ist, so ist auch die blühende Industrie der Glasblâserei mit wenig Aus-nahmen auf einige Gegenden des Thüringer Waldes besehrânkt. Nach dem vor 300 Jahren die Hütten-meister Hans Greiner und Christoph Miiller in Lauscha durch Gründung einer Glashiitte den Grund zu der heutigen Glasindustrie des Thüringer Waldes gel'egt haben, hat sich, nachdem etwas spater von denselben das Rohrenziehen erfunden worden war, die Glas-blâserei Thüringens zu ungeahnter Grosse entwickelt. Yiele Tausend Sendungen, die jetzt in aile Weltteile gehen, legen Zeugnis dafür ab. Die Entwickelung und Ausbreitung der Glasblâserkunst hat es eigentüm-licher Weise so gefügt, dass besondere Zweige der Glasblaserei mit wenig Ausnahmen nur an bestimmten Orten getrieben werden.
- Lauscha und nachste Umgebung ist berühmt durch seine Glasperlen, bunten Glasiigürchen, Glasspielzeug, Glasaugen und âhnlichen Sachen. J
- Die Fabrikation von Glasinstrumenten, unter diesen auch Thermometer, wird dagegen fast aus-schliesslich in Ilmenau, Stützerbach und nâchster Umgebung betrieben.
- Glasinstrumente, speziell Thermometer, werden vielfach noch vermittels sehr einfacher, schon vor langen Zeiten gebrâuchlichen Hilfsmitteln hergestellt, doch sind in der Herstellung der besseren Glasinstrumente und auch speziell feiner Thermometer bedeutende Fort-schritte gemacht worden und werden stellenweise zu deren Herstellung die neuesten technischen und wissen-schaftlichen Hilfsmittel benutzt.
- Als eine der für die Herstellung feiner Thermometer und Glasinstrumente den Fortschritten der Neu-zeit entsprecheiid eingerichtete Fabrik muss die Firma Grosche & Koch, Ilmenau i. Thür., erwahnt werden.
- Fig. 7.
- Wir wollen versuchen, den Gang der Herstellung der Glasinstrumente, unter spezieller Berücksichtigung der Thermometerfabrikation dieser Fabrik, die zum Teil wohl auch âhnlich in den anderen ist, zu schildern
- und durch einige Abbildungen zu veranschaulichen. Zum besseren Verstandnis des Nichtfachmannes sei teilweise ebenfalls die Fabrikation dieser Instrumente nach alteren Methoden geschildert.
- Herstellung der Thermometer. Der Be-dingungen für ein gut und richtig gehendes Thermometer sind gar viele. In erster Linie zu berücksichtigen ist das Reinigen des Quecksilbers, da nur chemisch reines Quecksilber zur Fûllung der Thermometer benutzt werden soll. Fast ailes im Handel befindliche Quecksilber ist unrein ; vor allen Dingen enthâlt das-selbe Bleiverbindungen, wodurch das Quecksilber schmierig ist. Sehr oft wird der Reinigungsprozess in als unzureichend zu bezeichnender Weise vorge-nommen und zwar begnügt man sich nach einem Ver-rühren mit Saure und Trocknen des Quecksilbers, das Quecksilber durch Papier zu iiltrieren. Da diese Reinigung nicht genügt, um vollig reines Quecksilber zu erhalten, so behandelt oben genannte Firma das-selbe in folgender Weise: Ungefâhr sechs Pfund dieses Metalles werden mit verschiedenen scharf losenden Chemikalien und Sâuren-in ein festes Gefâss geschüttet und lange Zeit scharf gerührt ; dies wird so oft wieder-holt, bis sich der dabei zeigende graue Niederschlag nicht mehr bildet. Um die Reinigungslôsung aus dem Quecksilber zu entfernen, wird dasselbe unter fliessen-dem Wasser abermals so lange scharf gerührt, bis das abfliessende Wasser seine vollstandige Klarheit wieder erhâlt. Nachdem das Quecksilber noch in Abdampf-schaalen erhitzt worden ist, wird dasselbe destilliert; aile darin noch etwa enthaltenen Unreinlichkeiten ver-brennen in diesem selbstthâtigen Apparate, welcher in Fig. 7 auf dem Glasblasertische im Hintergrunde steht.
- Am G lasblasertische selbst sieht man in Fig. 7 einen Glasblâser mit dem Blasen der Thermometer beschàftigt. Ist nun an und für sich die Herstellung gewohnlicher Thermometer nicht so besonders schwierig, so erfordert jedoch die Anfertigung von besseren Ther-mometern, als Normal - Thermometer, hochgradigen chemisch en Thermometern, Stockthermometern, elek-trischen Kontaktthermometern u. s. w. eine grosse Geschicklichkeit und langjahrige Erfahrung, sowie die grüsste Sorgfalt beim Aussuchen der dazu verwendeten Rohren.
- Eine der Hauptschwierigkeiten ist das richtige Füllen der Thermometer mit Quecksilber. Namentlich bei den für hohere Temperaturen zu gebrauchenden Thermometern findet man sehr haufig, dass bei Er-reichung eines hôheren Hitzegrades sich die anzeigende Quecksilbersâule plôtzlich trennt und der obéré Teil dieses Quecksilberfadens bis zum hoehsten Punkt der vorhandenen Gradteilung emporschnellt. Ein derartiges Thermometer ist wertlos, da dasselbe jede Bestimmung der Temperatur unmôglich macht. Das Emporschnellen der Quecksilbersâule bei diesen Thermometern rührt von kleinen, mit dem blossen Auge nicht wahrnehm-baren Lufthlaschen her, welche sich einesteils durch Feuchtigkeit oder Unreinigkeit, die sich im nicht ge-nügend gereinigten Quecksilber oder in der nicht ge-nügend gereinigten Thermometerrühre befinden, bilden.
- p.318 - vue 8/8
-
-