Ausführliches Handbuch der Photographie
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- Ausführliches Handbuch
- PHOTOGRAPHIE
- von
- Dr. Josef Maria Eder,
- kaiserlich königlicher Director der k. k. Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Reproductionsverfahren in Wien, Docent an der k. k, technischen Hochschule in Wien, Mitglied der Kaiserlich Leopoldinisch - Carolinisch deutschen Akademie der Naturforscher, Ehrenmitglied der Association Beige de Photographie, des Vereins zur Förderung der Photographie in Berlin des Photographischen Vereines in Berlin, in Wien, in Frankfurt a. M., der Photographie Society of Great Britain, des Photographie Club in London, der London and Provinzial Photographie-Association, der deutschen Gesellschaft von Freunden der Photographie in Berlin, des Vereines photographischer Mitarbeiter in Wien, des Club der Amateurphotographen in Graz, der Societe Photographique du Sud-Ouest in Angouleme. der Society of Amateur Photographers of New-York, dem Dansk Photographick Forening in Kopenhagen. Inhaber der Goldenen Medaille der Photographischen Gesellschaft in Wien, der Erzherzogin Maria Theresia-Medaille, der gold. Daguerre-Medaille des Club der Amateur-Photographen in Wien, des ersten Preises bei der Internationalen Photographischen Ausstellung in Wien etc.
- Mit etwa 1200 Holzschnitten und 12 Tafeln,
- Zweite gänzlich umgearbeitete und sehr vermehrte Auflage.
- Drittes Heft.
- (Ersten Bandes drittes Heft.)
- Halle a. 8.
- Druvk und Ver! ag vou WiIkelm Euapp. 1891,
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- Tafel I.
- Aufnahme hei Magnesiumblitzlicht von Baltin in Potsdam mittels Pr. ITesekiels Blitzlampe.
- Beilage zu Eder, Handbuch der Photographie. I. Th eil. 2. Auflage.
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- Tafel II.
- Anordnung von Blitzlampe bei Porträtaufnahme.
- Beilage zu Eder, Handbuch der Photographie. I. Theil. 2. Auflage.
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- Tafel Ul.
- Interieur-Aufnahme bei Magnesiuinblitzlieht von 11. Slingsby in Lincoln.
- Beilage zu Eder, Handbuch der Photographie. J. Theil. 2. Auflage.
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- Tafel IV
- Aufnahme im Ballsaale mittels Magnesiumblitzlicht von R. Slingsby in Lincoln.
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- Tafel V.
- Photographie einer Tropfsteinhöhle bei Magnesiumblitzlicht von Prof Müller.
- Beilage zu Eder, Handbuch der Photographie. I. Theil. 2. Auflage.
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- Tafel VI.
- Photographie einer normalen Pupille eines Photographie einer giamilösen Augen-Entzündung.
- 22jährigen Studenten im Dunkeln.
- Aufgenommen von Prof, II. Cohn in Breslau mit .Magnesiumlieht im Juni und Juli 1888.
- Stör nach unten schwimmend (Accipcuser sturiol. Schwimmende (ioldtisclie (Carassins auratus).
- Photographien schwimmender Fische im Aquarium mittels Magnesiumblitzlieht von Ernest 0 ölten in Amsterdam.
- IJeilage zu Eder, Handbuch der Photographie. I. Theil. 2. Auflage.
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- Die
- PHOTOGRAPHIE
- bei
- künstlichem Licht.
- Von
- Dr. Josef Maria Eder,
- k. k. Direetor der k. k. Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Reproductionsyerfahren ete.
- Mit 80 Holzschnitten und 6 Tafeln,
- Halle a. S.
- Druck und Verlag yon Wilhelm Knapp
- 1891.
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- Inhalt des dritten Heftes.
- Die Photographie bei künstlichem Licht.
- Zehntes Capital. .
- Seite
- Die Photographie hei künstlichem Lieht....................................... 451
- Verschiedene Helligkeit künstlicher Lichtquellen in optischer und photographischer Beziehung. S. 451. — Optische Helligkeit. S. 451. — Verschiedenheit zwischen optischer Helligkeit und photographischer Wirksamkeit. Bestimmung des Beleuchtungswerthes. S. 452. — Vergleichung der chemischen Leuchtkraft oder photographischen Wirksamkeit verschiedener Lichtquellen.
- S. 456. — Das elektrische Licht in der Photographie. S. 461. — Das elektrische Glühlieht. S. 463. — Das elektrische Bogenlieht. S. 464. — Geschichtliche Notizen über die Verwendung des elektrischen Lichtes in der Photographie.
- S. 467. Porträt-Ateliers mit künstlichem Licht (Nacht-Ateliers). S. 468 — Anwendung des elektrischen Lichtes zum Copiren. S. 480. — Verwendung des elektrischen Bogenlichtes zur Mikrophotographie. S. 487. — Das Magnesiumlicht. S. 488. — Geschichtliches S. 489. — Chemische Leuchtkraft und photographische Wirksamkeit der verschiedenen Arten des Magnesiumlichtes. S. 491.
- — Bestimmung der Verbrennungsdauer von Magnesium-Blitzlicht. S. 492. — Beleuchtung mittels Magnesiumband. S. 495. — Anwendung des Magnesium-lichtes zum Vergrössern von Negativen, sowie in der Mikrophotographie. S. 498.
- — Beseitigung des Rauches von brennendem Magnesium. S. 500. — Verbrennung von Magnesiumband in Sauerstoff. S, 501. — Magnesium-Blitzlicht mittels Verbrennen von reinem Magnesiumpulver in einer Flamme. S. 502. — Dureh-blasen von Magnesiumpulver durch eine Flamme mittels des Mundes. S. 502.
- — Magnesiumblitzlampe. S. 503. — Durehblason von reinem Magnesiumpulver durch eine Flamme. S. 503. — Eintragung des Magnesiumpulvers in eine Flamme von oben. S. 511. — Verbrennung von Magnesiumpulver mittels Sauerstoff. S. 512. — Magnesium-Blitzlicht mittels explosiver Mischungen. S. 512. — Mischungen von Magnesium mit Kaliumchlorat. S. 513. — Mischungen von Magnesiumpulver und Salpeter. S. 518. — Verschiedene andere Arten des Magnesium-Blitzlichtes. S. 518. — Porträt- und Gruppen-Aufnahmen. S..519.
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- Inhalts-Verzeiehniss.
- — Interieur-Aufnahmen. S. 522. — Anwendung des Magnesium-Blitzlichtes zu verschiedenen wissenschaftlichen Zwecken. S. 523. — Verwendung des Magnesiumlichtes zum Copiren. S. 524. — Verwendung von Magnesiumlegirungen, Zink und Zinkäthyl zu künstlichem Lichte. S. 525. — Bengalisches Weissfeuer und Verwandtes. S. 526. — Verbrennen von Phosphor und Schwefel. S. 530.
- — Sehwefelkohlenstotf-Stickoxyd-Licht und Verwandtes. S. 531. — Schwefelkohlenstoff-Licht. S. 531. — Chromehlorid-Licht. S. 533. — Aluminiumlicht. S. 534. — Oxy - Hydrogen - Kalklicht und Verwandtes. S. 534. — Kerzen-, Lampen- und Gaslicht. S. 543. — Kerzen, Petroleum, Gas etc. an der Luft verbrennend. S. 543. — Vergrösserungsapparat mit Petroleum-, Gas- oder Gasglühlicht. S. 547. — Petroleum, Gas etc. in Sauerstoff verbrennend. S. 556. — Phosphorescenz-Licht. 557. — Allgemeines über phosphoreseirende Substanzen. S. 557. — Phosphorographien. S. 561. — Photographien mittels Phosphorescenz-Lieht. S. 561.
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- Die Photographie hei künstlichem Licht.
- Eder, Handbuch der Photographie. I. Theil. 2. Aufl.
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- „So viel ist nun klar, dass das Lieht unserer Verbrennungsproeesse dem Chlorsilber dieselbe Farbe mittheilt, wie das Sonnenlicht, nur zeigt sich der Unterschied, dass das erstere längere Zeit braucht und keine so dunkle Farbe hervorbringt, wie das letztere.“
- Vas all i. 1792.
- (Memoires de l’Aeademie royale de Turin. 1793. S. 186.)
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- ZEHNTES CAPITEL.
- DIE PHOTOGRAPHIE BEI KÜNSTLICHEM LICHT.
- Literatur:
- Stein, Das Lieht im Dienste wissenschaftlicher Forschung. 1877.— Becquerel, La lumiere. 1868. — Muspratt, Encyclopädisches Handbuch der technischen Chemie. 1877. Bd. 4. — Bollay, Das Beleuchtungswesen. — Vierordt, Anwendung der Spectralanalyse zur Messung und Vergleichung der Stärke des farbigen Lichtes. 1871^
- — Vierordt, Anwendung der Spectralanalyse zur Photometrie. 1877. — Vierordt. Quantitative Spectralanalyse. 1877. — Bunsen und Boscoe, Poggendorff’s Annalen der Physik. 1859. Bd. 108, S. 266. — Na dar (Aufnahmen bei elektrischem Lieht), Kreutzer’s Zeitschrift f. Photographie. 1861. Bd. 3, S. 212; 1863. Bd. 7, S. 5 und 48.
- — H. W. Vogel (Elektrisches Lieht, Magnesiumlieht und Sell’sehe Lampe), Photographische Mittheilungen. Bd. 11, S. 232; Bd. 16, S. 187; Bd. 18, S. 216. — Seil (Stickoxyd-Schwefelkohlenstoff-Licht), Comptes rendus. Bd. 59, S. 1078. Dingler’s Polytechn. Journal. Bd. 214, S. 483. Fortschritte der Physik. 1874. S. 602.
- I. Verschiedene Helligkeit künstlicher Lichtquellen in optischer und photographischer Beziehung.
- A) Optische Helligkeit.
- Die verschiedenen zu Beleuchtungszwecken dienenden Lichtquellen geben Licht von sehr verschiedenen Helligkeitsgraden und beleuchten demgemäss die Lichtquellen für das menschliche Auge mehr oder weniger hell. Wenn man von hellem oder grellem Lichte spricht, so ist solches gemeint, welches dem menschlichen Auge hell, d. i. „optisch hell“, erscheint. Da hierbei wesentlich die physiologische Beschaffenheit des Auges in Betracht kommt, so spricht man auch von einer „physiologischen Leuchtkraft“ der Lichtquellen, im Gegensatz zu der „chemischen oder photographischen“.
- Eine Uebersicht über die optische Helligkeit verschiedener Lichtquellen mögen folgende Tabellen geben, welche nach den Angaben von Bunsen, Koscoe, Pohl, Marx, Tieftrunk u. A. zusammengestellt sind:
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- Erster Theil. Zehntes Capitel.
- Elektrisches Licht einer Dynamomaschine
- Helligkeit in Kerzen
- Bogenlicht: gewöhnlich . 200—400
- eventuell bis . 1300 6000
- Glühlicht: Edison- oder
- Swan'sche Lampe 10—20
- Licht von 40 Grove’schen. Elementen......................... 360
- ,, „ 48 Bunsen’schen Elementen......................... 380
- Kalklicht, Zirkon- oder Magnesialicht mittels Sauerstoff
- und Leuchtgas bei gewöhnlichem Druck . . 23 90
- Kalklicht unter 3V2 Atmosphären Druck....................... 790
- Brennendes Magnesium (mittels Draht von 0,297 mm
- Durchmesser)........................................ 74
- Magnesiumlicht von stärkerem Draht.................... 100—200
- Oellampe........................................ 10—11
- „ mit Sauerstoff angefacht........................ 60
- Leuchtgasfiamme im Fischschwanzbrenner................ 6 -10
- „ im Argandbrenner..................... 16—17
- Petroleumlampe, Flachbrenner.......................... 5—-7
- „ Kundbrenner (15 mm Durchmesser) . 6,5
- „ „ (25 mm Durchmesser) . 14
- Siemens’ Regenerativ-Rundbrenner (TII)...... 90-100
- Normalwachs- oder Paraffinkerze.............................. 1
- Talgkerze......................................... 0,7 0.9
- W ie wenig hell die meisten Arten von künstlichem Lichte sind, zeigt am deutlichsten die Vergleichung mit dem Sonnenlichte, welches nach Bouguer die Helligkeit von 62177 "Wachskerzen hat. während
- das Licht des Sonne zeigt.
- Vollmondes nur
- oooooo
- bis
- 500000
- von jenem der
- B) Verschiedenheit zwischen optischer Helligkeit und photographischer Wirksamkeit. — Bestimmung des Beleuchtungswerthes.
- Bei Versuchen, Photographien bei künstlichem Lichte herzustellen, ergibt sich, dass manches unserem Auge sehr hell erscheinende Licht auf photographische Platten oder sonstige lichtempfindliche Präparate sehr wenig oder gar nicht einwirkt, wie bereits auf S. 105, 238, 274 u. 280 auseinandergesetzt wurde. Dagegen sind manche blassblaue Flammen von bedeutender photochemischer Wirkung, und eignen sich daher zur Beleuchtung von Gegenständen, welche photographirt werden sollen, sehr gut. Man sagt, solche Lichtquellen geben eine bedeutende „chemische Beleuchtung“ oder sie haben eine grosse „chemische oder photographische Leuchtkraft".
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- Die Photographie bei künstlichem Lieht.
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- Bimsen und Roscoe wenden in ihren Abhandlungen den Ausdruck „chemische Beleuchtung“, ..chemische Leuchtkraft“, „chemische Helligkeit“, „chemischer Glanz“ in einem ganz bestimmten Sinne an. Unter chemischer Beleuchtung verstehen sie die Menge chemisch wirksamen Lichtes, welche senkrecht auf eine Ebene fallt. Die chemische Leuchtkraft verschiedener als Punkte zu betrachtender Lichtquellen wird, nach Bunsen und Roscoe gemessen durch die chemische Wirkung, welche die Strahlen derselben zu gleichen Zeiten und gleichen Entfernungen ansüben. M it chemischer Helligkeit oder chemischem Glanz wird bezeichnet die senkrecht von einer leuchtenden Fläche auf ein Flächenelement auffallende, photochemisch gemessene Lichtmenge, dividirt durch die scheinbare Grösse der leuchtenden Fläche.
- Zöllner1) versteht mit dem Worte „Intensität“ oder „Leuchtkraft“ eine Zahl, welche die von der Flächeneinheit ausgesandte Lichtmenge eines selbstleuchtenden oder beleuchteten Körpers als Vielfaches einer bestimmten als Einheit angenommenen Lichtmenge ausdrückt.
- Seit der allgemeinen Einführung der künstlichen Beleuchtung zur Photographie entstand das Bedürfniss, klare und deutliche Angaben über den Beleuchtungswerth der benutzten Lampen und erhellten Flächen zu machen. Hierzu empfiehlt sich der Begriff der „Meter-Kerzen-Hellig-keit“ (M KL welcher zuerst von II. Cohn bei seinen Untersuchungen über die Beleuchtung in den Auditorien der Schulen eingeführt wurde.
- Mit ,. Meter-Kerzen-Helligkeit “ wird die Helligkeit einer senkrecht einer Normalkerze (s. S. 254) gegenübergestellten und 1 m entfernten Fläche bezeichnet. Wird z. B. eine Zeichnung durch 16 Kerzen in einer Distanz von 1 m erhellt, so ist die Helligkeit = 16 MK. Da die Helligkeit mit dem Quadrate der Entfernung abnimmt, so ist dieselbe hei grösserer oder kleinerer Distanz leicht zu berechnen. — Bei photographischen Versuchen bestimmt man die Wirkung der Meter-Kerze n-Helligkeit in einer Seeunde und nennt dies eine „Secunden-Meter- Kerze (S. M. K.).
- Wer genaue Angaben will, muss folgende Faetoren in die Rechnung ziehen: 1. die Helligkeit des Lichtes (=H); 2. die liehtrelleetirende Kraft der beleuchteten Fläche (A p-L V den Sinus des Einfallswinkels, unter welchem die Lichtstrahlen auf die Fläche fallen (sin g) ; dann ist die Helligkeit einer beleuchteten Fläche (h) durch die folgende Formel ausgedrückt:
- h = H-u-sin g2).
- 1) Zöllner, Wissenschaftliche Abhandlungen. 1881. 4. Bd., S. 581. Zuerst in Poggend. Annal. 1860. Bd. 128 erschienen.
- 2) Für die Helligkeit einer horizontalen Fläche, welche vom;Himmelsgewölbe beleuchtet wird, gilt die Web er ’ sehe Formel: h = H- p. -w- sin a ; wo w den Raumwinkel bezeichnet, unter dem der Himmel von der beleuchteten Fläche aus sichtbar ist.
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- Erster Theil. Zehntes Capitel.
- Da H und sin a bekannt sind, jjl aber in vielen Fällen (z. B. bei weissein Papier) als annähernd eonstant angesehen werden kann1), so fällt die Berechnung von h für specielle Fälle nicht schwer.
- Darauf, dass die chemische Wirksamkeit eines Lichtes und dessen optische Helligkeit durchaus nicht proportional sind, machten schon Fizeau und Foucault 18442) gelegentlich ihrer vergleichenden Untersuchungen über elektrisches Licht, Falk- und Sonnenlicht aufmerksam.
- Babo sprach in der Mitte der fünfziger Jahre aus. dass „die Menge der chemisch wirkenden Strahlen des blassblauen Schwefelkohlenstoff-Stickoxydlichtes in keinem Verhältniss zu ihrer (physiologischen) Lichtstärke steht“ und dass diese dem Auge ganz schwach erscheinende Flamme eine ausserordentlich grössere photographische Wirksamkeit zeigt, als die helle Leuchtgasflamme3).
- In Sauerstoff verbrennendes Leuchtgas, Petroleum etc. gibt ein sehr glänzendes, aber trotzdem photographisch nicht sehr wirksames Lieht,
- Sehr deutlich wird der Unterschied zwischen optischer Helligkeit und chemischer Wirksamkeit zweier Flammen durch die Versuche Bunsen’s und ßoscoe’s (1859) nachgewiesen. Sie fanden, dass eine gewöhnliche Leuchtgasflamme (Steinkohlengas) fast 200 mal heller dem Auge erscheint, als die blassblaue Kohlenoxydflamme, dagegen wirkt die erstere auf Chlorknallgas doch nur 1,972 mal kräftiger. Eine 200 mal grössere Helligkeit bringt also in diesem Falle eine kaum 2 mal stärkere chemische Wirkung mit sich. — Bei der Kohlenoxydflamme stellten aber die genannten Experimentatoren fest, dass bei ein und derselben Lichtquelle die chemischen Leuchtkräfte den physiologischen proportional sind; z. B. nimmt bei Verminderung der Gaszufuhr die physiologische und chemische Helligkeit im selben Verhältnisse ab.
- Die Leuchtkraft der Sonne, ist 524 mal grösser als die des Magnesiums, aber an chemischer Kraft übertrifft sie dieses nur um 5 mal. Ein brennender Magnesiumdraht von 0,297 mm Dicke gibt so viel Lieht, wie 74 Stearinkerzen, deren 5 aufs Pfund gehen. LTm ein Licht zu erzeugen, welches dem von 74 Stearinkerzen gleichkommt, die 10 Stunden
- 1) Man kann die Werthe von u. auch optisch bestimmen.
- 2) Ann. de ehim. et de phys. (3). Bd. 11, S. 370. (Nach Fizeau und Foucault verhielt sieh die optische Leuchtkraft (Helligkeit) eines Oxy- Hydrogen -Kalklichtes zu einem elektrischen Lichte aus 46 Elementen wie 1 :34,3 und auch der chemische Effect auf eine Daguerreotypplatte stand in demselben Verhältnisse. Dagegen wirkte das direete Sonnenlicht (Mittags) photographisch 4 mal stärker als das elektrische Licht von 46 kleinen Elementen, aber nur 21/2 mal stärker sls das elektrische Licht bei Anwendung grosser Elemente.)
- 3) Polytechn. Centralbl. Horn, Phot. Journ. 1855. S. 9.
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- Die Photographie hei künstlichem Lieht.
- brennen (wobei 20 Pfund Stearin verzehrt werden), sind 72,2 g Draht nöthig *).
- Das brennende Magnesium besitzt eine ebenso grosse chemische Wirkung, wie die Sonne ohne Wolken bei 10 Grad Höhe, d. h. wenn beide Lichtquellen dieselbe scheinbare Fläche haben. Dies ist der Fall, wenn eine Magnesiumscheibe von 1 cm Durchmesser 10,7 m von dem beleuchteten Gegenstände entfernt ist. Bei einer Sonnenhöhe von 22,4 Grad ist die chemische Wirkung der Sonne 36 mal grösser, als die des Magnesiums (Bunsen und Boseoe1 2).
- Ausser diesen Angaben lassen sich aus den auf Seite 456 folgenden noch andere als Beweis dafür herbeiziehen, dass zwischen der optischen Leuchtkraft einer Flamme und deren photochemischer Wirksamkeit keine Abhängigkeit besteht3).
- Das Lieht des brennenden Magnesiums ist sehr reich an violetten und ultravioletten Strahlen [Sehr ötter4), Bunsen und Roscoe5)], ebenso das elektrische Licht und das Licht des unter Zuleitung von Stickoxyd verbrennenden Schwefelkohlenstoffes (H. W. Vogel6). In dieser Richtung übertreffen diese Lichtquellen das Drummond’sche Kalklieht, welches sehr reich an gelben und rothen Strahlen ist. bezüglich des Gehaltes an stärker brechbaren Strahlen aber hinter jenen zurückbleibt (Becquerel). Da das Kalklicht oder Zirkonlicht das Spectrum an beiden Enden schön zeigt, wurde es von Hannay als Licht zu speetroscopischen Untersuchungen vorgeschlagen7). Das elektrische Quecksilberlicht der Way’schen Lampe ist sehr reich an blauen, violetten und ultravioletten Strahlen, aber gibt fast keine rothen Strahlen, wodurch es sich von dem Lieht des Flammenbogens der Kohlenspiten unterscheidet8).
- Das elektrische Glühlicht eines Kohlenfadens ist mehr gelb als der Flammenbogen und auch weniger aetinisch. Das Lieht von brennendem Zink ist wohl reich an blauen, aber im Vergleich mit Magnesium arm an violetten Strahlen und daher weniger wirksam als letzteres.
- Ueber den Gehalt des Lichtes an verschiedenfarbigen Strahlen gibt mitunter schon dessen Farbe einen Anhaltspunkt.
- Das gewöhnliche diffuse Tageslicht ist nach Brücke9) ziemlich stark röthlich, was Memorsky10) näher ausführte. Das von weissen Wolken refleetirte Tageslicht
- 1) Roscoe, Phot. Archiv. 1864. S. 502; 1868. S. 33.
- 2) Kreutzer, Zeitsehr. f. Phot. 1864. Bd. 8, S. 27; aus Mechan. Mag. Bd. 9, Seite 137.
- 3) Vergl. auch auf Seite 275 und 279 dieses Bandes.
- 4) Jahrber. Ohem. 1865. S. 96.
- 5) Poggendorff’s Annalen. Bd. 108, S. 261.
- 6) Berichte d. deutsch, ehern. Gesellseh. 1875. Bd. 8, S. 96.
- 7) Fortschritte d. Physik. 1873. S. 442.
- 8) Crooker, Gladstone, Photogr. News. Bd. 5, S. 279; Kreutzer’s Zeitschrift f. Photogr. 1862. Bd. 5, S. 20.
- 9) Erdmann, Journ. f. pract. Chem. 1866. S. 186.
- 10) Berichte der Wiener Akademie. 1866. Bd. 53, (2.) 345.
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- Erster Theil Zehntes Capitel.
- besitzt dieselbe Farbe, wie das Sonnenlicht1). Die gewöhnlichen Beleuehtungsflammen zeigen sämmtlich gelbes Licht, rein weiss ist allein das elektrische, während Magnesiumlicht und brennender Phosphor violettes Licht zeigen.
- Genaue Angaben über den relativen Gehalt eines Lichtes an verschieden brechbaren Strahlen gibt die spectroscopische Untersuchung und die quantitative Spectral-analyse (Vierordt).
- C) Vergleichung der chemischen Leuchtkraft oder photographischen Wirksamkeit verschiedener Lichtquellen.
- Bei der chemischen Leuchtkraft oder der photographischen Wirksamkeit verschiedener Lichtquellen kommt es auf den Reichthum derselben an „chemischen Strahlen“ an. Im Vorh ergeh enden wurde aber gezeigt, dass für verschiedene lichtempfindliche Substanzen auch verschiedenartige Strahlen des Spectrums die hervorragend „chemisch wirksamen“ sind; deshalb kann nicht von einer absolut gütigen Angabe über den photographischen Effect der Lichtquellen gesprochen werden. So wird z. B. Bromsilber (in Form von Gelatine-Emulsion) durch das Licht einer Stearinkerze unverhältnissmässig stärker affieirt, als Jodsilber (in Form von nassen Collodionplatten) und dieses wieder mehr als Chlorsilber (in Form von Emulsion).
- Dies hat seinen Grund darin, dass das Kerzenlicht wohl noch ziemlich viel blaue Strahlen, aber relativ wenig violette und ultraviolette Strahlen enthält und das Bromsilber eine beträchtliche Empfindlichkeit gegen Blau hat, nicht aber das Chlorsilber, welches viel weniger von den blauen, als von den ultravioletten Strahlen affieirt wird (s. S. 247).
- Trotzdem kann man mit Bestimmtheit behaupten, dass nächst dem Sonnenlicht das Magnesium- und das elektrische Licht das photographisch wirksamste ist und mächtige dynamo - elektrische Maschinen erzeugen Flammen von mehreren tausend Kerzen Leuchtkraft, welche nicht nur auf photographische Brom- oder Jodsilberplatten fast so energisch wie Sonnenlicht wirken, sondern Jodsalze sogar energischer als letzteres zersetzen2). Das Magnesiumlicht ist so gewaltig actinisch, dass 4—5 g Magnesiumpulver binnen einem Bruchtheile einer Seeunde eine chemische Leuchtkraft von ungefähr einer Million Kerzen entwickeln (s. u.).
- Im elektrischen Licht vegetiren und athmen die Pflanzen wie im Sonnen- oder Tageslicht3) und gewisse organische Producte. wie z. B. rohes Blutalbumin, werden durch das elektrische Licht in 24 Stunden entfärbt (gebleicht4).
- 1) Beiblätter z. d. Annaf. d. Physik. 1879. S. 859.
- 2) S. Leeds, Chem. News. Bd. 42, S. 147. Beibl. An nal. Phys. Chemie. 1880. S. 730. (Yergl. auch dieses „Handbuch“. Bd. I, S. 369 )
- 3) Siemens, Phot. Corresp. 1880. Bd. 17, S. 69.
- 4) Chemiker-Zeitung. 1881. S. 97 aus Monit. prod. ehim. Bd. 2, S. 402.
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- Die Photographie bei künstlichem Lieht.
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- Eine Uebersicht über die zu photographischen Zwecken versuchten künstlichen Lichtquellen gibt folgende Zusammenstellung:
- 1. Elektrisches Licht.
- 2. Magnesium an der Luft, besonders in Sauerstoff verbrennend, Schwefelkohlenstoff in Stickoxyd oder Sauerstoff verbrennend. Schwefel oder Phosphor in Sauerstoff verbrennend, Feuerwerkssätze, besonders das indianische Weissfeuer, Drummond'schos Kalklicht, verbesserte lichtstarke Gaslampen.
- 3. Licht von Stearin - oder Paraflink erzen, von gewöhnlichen Leuchtgasflammen, Oel- oder Petroleumlampen, Kohlenoxyd oder Schwefel etc. an der Luft brennend.
- 4. Phosphorescirende Substanzen.
- Es gibt Ed er's Tabelle1), welche zum Zwecke des Studiums des chemischen Lichteffectes der Magnesiumlampen ermittelt worden war, vergleichbare Zahlen, weil sie auf eine Hefner-Älteneck’sche Amyl-acetat-Lampe und auf die Distanz der Lichtquelle vom Photometer = 1 m reducirt ist:
- ' - • - ' • • • F .Relative chemische
- Leuchtkraft bezüglich
- J- der Wirkung
- > n l auf HromsilDer.airiatinp
- Benutzte Lichtquelle in einer Distanz =- 1 m s 7 Zeitdauer Chemische
- z: ™ der Rin- Leuchtkraft
- i :Wirkung der (photo-
- Lichtquelle graphische
- . ... . . . : \\ irkung)
- 1. Hefner-Alteneck’s Amylacetat-Lampe t 1 Secunde 1
- 2. Drummond’sches Kalk-, Magnesia- oder Zirkonlieht 70 1 260
- 3. Gaslicht (Argandbrenner) 16 1 28
- 4. Magnesiumband, wovon 9,6 cm = 0,05 g wägen und in 7 Seeunden verbrennen 80 7 „ 11400
- 5. Schinn’sche Magnesiumblitzlampe (mit 0,05 g Mg.) ? 1 i / < 8 » 18200
- 6. Magnesiumband, wovon 19,2 cm = 0.1 g sind und in 13 Seeunden verbrennen 13 22000
- 7. Schirm'sche od. Beneckendorff’sche Lampe (0,1 g Mg.) : i! ' 17 » 36000
- 8. Magnesiumpulver von oben in eine Petroleumlampe geschleudert, mittels Dr. Hesekiel’s Blitzlampe (0,1 g Mg.) 7 960
- 9. Explosive Magnesiummisehung mit 0,1 g Magnesium, 0,75 g Kaliumchlorat, 0,75 g Kaliumperehlorat . Vao >. 19 200
- 10. Haake-Albers-Blitzlampe (0,3 g Mg.) l/__ 101000
- 11. Sinsel-Dorn’sehe, sowie Hruza’s Blitzlampe (1 g Mg.) V* „ 350000
- 12. Loehr'sehe Lampe (lg Mg.) Vs „ 351000
- 13. „ (4 s Mg.) 1 / /2 „ 890000
- 14. Explosive Magnesiummischung (l1/2 S Mg-) • • 1/ 200000
- 15. „ „ (4 g Mg.) .... 1/ 1 / 20 » 500000
- 1) S. Phot. Corresp. 1890.
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- Erster Theil. Zehntes Capitel.
- Hieraus geht hervor, dass das Drummond’sehe Kalk-, Magnesiaoder Zirkonlicht dem menschlichen Auge 70 mal heller als eine Kerze (Amylacetat - Lampex) erscheint , dagegen ist die photographische Wirksamkeit auf Bromsilber hei ersterem 260 mal grösser; Gaslicht erscheint optisch z. B. 16 mal heller als eine Kerze, wirkt aber auf Bromsilber 28 mal stärker ein und brennendes Magnesiumhand (von obiger Beschaffenheit) ist optisch 80 mal heller, photographisch aber 1630 mal stärker wirkend als eine Kerze. — Hierher gehört auch die von Michalke (Phot. Mitth. 1890. Bd. 24, S. 195) gemachte Beobachtung, dass das gedämpfte Tageslicht hei gleicher optischer Helligkeit wie das Licht einer Amylacetat-Kerze dennoch 10 mal wirksamer auf Bromsilbergelatine als letzteres ist,
- Berechnet man die chemische Leuchtkraft auf Secunden-Meter-Kerzen und ermittelt den Effect, welcher sich ergeben würde, wenn das Licht während einer Seeunde anhalten würde, so resultirt folgende Tabelle (Eder):
- Relative Wirkung auf B r o m s ilb e r g e latine berechnet auf Secunden - Motor-Kerzen
- 1. Amylacetat-Lampe (Hefner-Alteneck)........................... 1
- 2. Magnesiumband, wovon 0,05 g = 9,6 cm lang sind............... 1630
- 3. Schirm’sehe Lampe (mit 0,05 g Magnesiumpulver)............... 145600
- 4. Schirm'sehe oder Beneckendorff'sche Lampe (mit 0,1 g Mg.) . . 252000
- 5. Haake-Albers-Lampe (mit 0,3 g Mg.)........................... 505000
- 6. Sinsel-Dorn-Lampe (mit 1 g Mg.).............................. 1400000
- 7. Loehi-,sche Lampe (mit 1 g Mg.).............................. 1053000
- 8. Explosivpulver (mit 1,5 g Mg. nebst Chlorat und Perchlorat) . . 5000000
- 9. „ (mit 4 g Mg).................................... 10000000
- Wenn man bedenkt, dass gutes Licht“ im Atelier des Photographen auf das horizontale Photometer im Durchschnitt einen chemischen Effect von 50000 bis 100000 Secunden-Meter-Kerzen äussert, dass directes Sonnenlicht (senkrecht auf das Photometer einfallend) bei einem Versuche am 24. October 1890 um 9 Uhr Vormittags in Wien bei fast wolkenlosem Himmel eine Wirkung von 450000 Secunden-Meter-Kerzen äusserte1 2), dass ferner das elektrische Bogenlicht von 4 Lampen ä 2000 Kerzen optisch er Helligkeit (also zusammen von 8000 Kerzen optischer Helligkeit) eine chemische Leuchtkraft für Bromsilbergelatine von beiläufig 100 000 bis 300000 Kerzen hat. so ergibt sich, dass das
- 1) Dass eine Amylacetat-Lampe nicht völlig gleich dem Lichte einer Normalkerze ist, wurde bereits auf Seite 356 gesagt.
- 2) Hierbei wurde das Sonnenlicht, wie das Magnesiumlieht vollkommen frei wirken gelassen, was ausdrücklich hervorgehoben wird, weil Bunsen und Roscoe (s. S. 454) die Lichtquelle auf dieselbe scheinbare Fläche reducirten.
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- Die Photographie bei künstlichem Lieht.
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- Magnesiumpulver von allen bis jetzt, bekannten künstlichen Lichtquellen bei der kürzesten Verbrennungsdauer den relativ stärksten chemischen Effect äussert,
- Aeltere Vergleichungen zwischen der relativen chemischen Leuchtkraft verschiedener Lichtquellen liegen nur in ungenügender Weise vor. Die meisten der nachfolgenden Vergleichszahlen haben nur einen untergeordneten Werth, weil in den seltensten Fällen die jeweilige Menge der verbrannten Substanz, beziehungsweise die Flammenhöhe oder Dimension angegeben wurde und überdies die Reduction der Beobachtungsresultate auf eine vergleichbare Einheit meistens unterlassen wurde.
- Riehe und Bardy verglichen 1875 x) die Wirksamkeit verschiedener Lichtquellen auf Bromsilbercollodion-Platten mit Entwickelung, indem sie die Exposition bei direct einfallendem Lichte unter einem Scalenphotometer aus Wachspapier in einer Distanz von 50 cm durch eine Minute Vornahmen. Das intensivste Lieht war das Sehwefel-Sauerstoff-Lieht, welches durch 8 Papierlagen hindurch gewirkt hatte, das schwächste das Kalklicht mittels Leuchtgas und Sauerstoff. Die folgenden Zahlen geben nicht die wirklichen Liehtintensitäten, sondern nur die Anzahl der Papiersehiehten, durch welche noch das Licht in der Zeiteinheit wirkte:
- Kalklicht mit Leuchtgas und Sauerstoff.................................. 1
- „ mit Wasserstoff und Sauerstoff (Drummond’sches Licht) ... 3
- Zink, verbrannt im Sauerstoffstrom......................................... 3
- Magnesium-Draht.........................................................4—5
- Stickoxyd mit Schwefelkohlenstoff geschwängert..........................6—7
- Sauerstoff auf ein Gefäss mit brennenden Schwefelkohlenstoff geleitet . . 7
- Sauerstoff auf geschmolzenen brennenden Schwefel geleitet.................. 8
- Dagegen lassen sich aus dieser Tabelle keine Angaben ableiten, um wie viel Mal z. B. Magnesiumlicht kräftiger als Drummond’sches Lieht wirkt, weil die angegebenen Ziffern nur die Anzahl der durchdrungenen Papierlagen geben, diese aber nicht identisch mit der Lichtstärke sind (s. Sealenphotometer); überdies ist der Consum an Brennmaterial nicht angegeben.
- Aehnliche Mängel zeigt Stebbing’s Tabelle.
- Stebbing fand1 2), dass eine Bromsilberplatte, unter einem Sealenphotometer von Papier 1 Minute lang exponirt, durch folgende Zahl von Papierschichten hindurch afflcirt wird:
- Drummond’sches Kalblicht........................1
- Zink in Sauerstoff verbrennend..................4
- Magnesiumlampe .................................5
- Schwefelkohlenstoff-Licht.......................6
- Schwefel in Sauerstoff verbrennend..............8
- Die erwähnten Ungenauigkeiten in den Angaben über Grösse der Flamme und Verbrauch an Brennmaterial führten zu Widersprüchen. So wurde mehrfach das Sauerstoff-Schwefelkohlenstoff-Licht für wirksamer als Magnesiumlicht erklärt; Lossen aber erklärte dies für falsch und fand bei seinen Versuchen mit Bromsilberplatten das Magnesiumlicht wirksamer3).
- 1) Bulletin Soc. franc. 1875. Phot. News. 1875. S. 171.
- 2) Photogr. Mitth. Bd. 12, S. 103.
- 3) Photogr. Archiv. 1878. S. 70.
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- Erster Th eil. Zehntes Capitel.
- Nach älteren Angaben1) ist die relative photogenischo Kraft der folgenden Lichtquellen für:
- Sonnenlicht in den Mittagsstunden im August-September . 1000
- Kohlenlicht durch 46 Zink-Kohlenolemonto..............235
- Magnesiumlieht..................................... 27,3
- Drummond’sches Kalklieht.............................. 6,8
- Me. Lellan2) verbrannte verschiedene Substanzen in einem Ulaskolben in Sauerstoffgas (circa 6 7 Liter) und untersuchte die photographische Wirksamkeit auf
- Bromsilbergelatine-Platten, indem er ein Scalenphotometer über die Platten legte. Er fand :
- Dis anz Letzte, sicht-
- Expositionszeit vom Verbrennende bare Photo- Entwickler
- Licht Substanz metor-
- .. Kuss Nummer
- 1. '_0 St unden 6 Schwefel u. Antimon 10 Proe. 20 Alkalisch. Pyro
- 2. 20 6 Schwefel und Schwefelanti-
- iiion 10 Proe 20
- 3. 20 6 Schwefel 20 • W
- 1. 20 6 Para ffin lampe 8
- 5 : 30 14 Schwefe! und ehlorsaures
- Kali 10 Proe 18
- 6. 30 14 Schwefel und Kupferoxvd
- 10 Proe 15
- 7 10 14 Schwefel 15
- 8..; 10 14 Schwefe! u. Salpeter 10 Proe. 14
- 9. 2 14 Phosphor 20
- 10.' 10 Minuten 14 Paraffinlampe ..... 12
- 11 30 14 ,, 15
- 12c 5 Secunden 14 100 Theile Schwefel. 5 Th.
- Schwefelantimon, 10 Th.
- Salpeter 12 Eisenoxalat
- 13 i > 14 Schwefel 11 »7
- 14. 5 14 Magnesium (in Sauerstoff) . 20
- 15 | 5 „ 14 Magnesium (in Luft) . 14
- 16. 5 14 Amor]'her Phosphor . 15
- 17. 5 ., 14 Exponirt auf einem frühen
- grauen Himmel .... 20
- Daraus geht hervor, dass der Actinismus des Lichtes brennender Körper bedeutend grösser ist. sobald die Verbrennung im Sauerstoffgas statt an der atmosphärischen Luft erfolgt.
- Nach Krone bewirken zwei Magnesiumdrähte von der stärksten Sorte, in einer Hohlspiegellampe verbrannt, bei einer Distanz von 2 in von der Person, bei der vollen Oeffnung eines dreizölligen Porträt-Objeetives in 25 bis 30 Secundcn ein eorreetes
- 1) Schnauss. Photogr. Lexieon. 1864. S. 212.
- 2) Brit Journ of Phot. 1881. S. 634,
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- Die Photographie bei künstlichem Licht.
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- Negativ auf Collodion (nasses Verfahren). Dasselbe erreicht man im December oder Januar im zerstreuten Tageslicht zur Mittagszeit.
- Auf Trockenplatten bewirkte das eben erwähnte Lieht in 1/4 Secunde ein Bild unter einem Negativ im Copirrahmen; im klaren, winterlichen Vollmondsehein um Mitternacht (wo also der Mond sehr hoch am Himmel steht) in 25 Minuten, das ist 6000 mal länger.
- Nach H, W. Vogel ist die Wirkung der Seil’sehen Lampe auf photographische Platten etwa viermal geringer, als das Licht eines heiteren Wintertages um die Mittagszeit. Vor anderen künstlichen Lichtquellen bietet sie den Vortheil, wegen ihrer vorwiegend blauen Farbe die Augen nicht zu blenden, was bei Porträtaufnahmen wohl zu beachten ist1).
- Zündsätze (indianisches Weissfeuer2) gestatten die Aufnahme damit beleuchteter Personen in ungefähr der doppelten bis vierfachen Zeit, als im Durchschnitt bei Tageslicht nothwendig ist. Magnesiumblitzlicht wirkt aber in viel kürzerer Zeit ein.
- Das Licht der besten und am kräftigsten leuchtenden, am Tageslicht erregten phosphorescirenden Substanzen ist verhältnissmässig schwach; es wirkt bei unmittelbarer Berührung auf eine Bromsilbergelatineplatte ungefähr so kräftig, wie das Licht einer Normalkerze in einer Distanz von 50 cm. Phosphorescenzlieht wirkt immer viel schwächer als jenes Licht, welches die Phosphorescenz erregte (Eder).
- Diese geringe Actiniscenz des gewöhnlichen irdischen Feuers verursacht oft überraschende Erscheinungen, wie z. B. die Aufnahme einer Gruppe von Holzarbeitern, welche um ein mächtiges Feuer gelagert (an einer von der Sonne begrenzten Stelle), bei welcher von der hochaufschlagenden Flamme auf dem Bilde keine Spur zu sehen ist, wohl aber durch dieselbe hindurch die dahinter sitzenden Arbeiter, als auch der entsprechende Theil der sonnenbeleuchteten Landschaft, beides aber mit unscharfen Conturen3).
- [lieber weitere Angaben betreffend die Heiligkeit künstlicher Lichtquellen siehe weiter unten, bei der Beschreibung derselben],
- II. Das elektrische Licht in der Photographie.
- Das elektrische Licht fand vermöge seiner Leuchtkraft wiederholte Anwendung in der Photographie und ohne allen Zweifel nimmt es den ersten Rang unter den künstlichen Lichtquellen ein.
- Die von Davy 1813 gefundene und lange Zeit einzig bekannte Art, elektrisches Liebt herzustellen, bestand darin, dass man eine grosse Anzahl galvanischer Elemente (ungefähr 100 D a n i e 1 L scher oder 50 Bunsen’sehor) verband und den elektrischen Strom durch zwei einander genäherte Coaksstäbe (Kohlenspitzen) leitete. Es zeigt sieb alsdann ein glänzender Lichtbogen.
- Der Flammenbogen erlöscht, sobald die Spitzen dem Verbrennen der Kohle zufolge sich zu weit von einander entfernen; deshalb muss die Distanz derselben entweder mit der Hand regulirt. werden oder (da
- 1) Bericht d. deutsch ehern. Gesellseh.. 1875. S. 06.
- 2) Bei einem Verbrauch von circa 30 g pro 10 Secunden.
- 3) Krone, Helios. 1870. Bd. 1, S. 137.
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- Erster Theil. Zehntes Capitel.
- dies schwer durchführbar ist) mittels eigener automatischer Eegulatoren, deren mehrere construirt wurden.
- Heutzutage werden zur Herstellung des elektrischen Lichtes anstatt der galvanischen Elemente d}rnamo-elektrische oder magneto - elektrische Maschinen von 2000 bis 5000 Kerzen Leuchtkraft (System Gramme oder Siemens) benutzt, welche mit Dampfmaschinen (Locomobilen) oder Gaskraftmaschinen bewegt werden. Deren Construction zu beschreiben ist hier ebensowenig der Ort, wie die Einrichtung und Zusammenstellung der galvanischen Batterien.
- Das elektrische Glühlicht beruht auf einem anderen Principe. Es ist bekannt, dass ein Platindraht ins Glühen geräth, wenn ein hinreichend starker elektrischer Strom hindurchgeführt wird. Dies Glühlicht wollte Drap er 1847 zur Beleuchtung verwenden; es wurde auch als photo-
- Fig. 130.
- Galvanischer Klammenbogen.
- Fig. 131.
- Elektrisches Gliililicht.
- metrisches Normallicht vorgeschlagen (s. S. 356, Anm. 1). Ein Uebel-stand ist aber, dass der Platindraht leicht abschmilzt, wenn der Strom zu stark wird. King nahm deshalb Kohlenstäbchen an Stelle des Platins und da diese sehr leicht an der Luft abbrennen, so schloss er sie im luftleeren Baume ein. Aus dieser älteren King-Lampe gingen neuerdings die Construetionen von Edison, Swan etc. hervor. Bei diesen sind die Kohlenstäbehen so dünn, dass man sie Fäden nennen kann.
- Alle diese Construetionen besitzen eine grosse Aehnliehkeit, Sie bestehen aus einer luftleeren Glaskugel (Fig. 131) von nicht ganz Faustgrösse: in derselben ist ein feiner Kohlenfaden f eingeschlossen, der z. B. aus einem Cartonstreifen durch Glühen desselben zwischen Eisen-platten hergestellt ist. Dieser Kohlenfaden sitzt auf Platinadrähten pp. die in die Wand des Glasfusses der Kugel eingeschmolzen sind und mit den Metallfassungen mm leitend verbunden sind. Durch den elektrischen Strom wird der Kohlenfaden ins Glühen gebracht und gibt ein Licht von der Stärke eines guten Argand-Gasbrenners (circa 20 Kerzen) und
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- Die Photographie hei künstlichem Licht. 4b3
- eignet sieh sehr gut zum Ersatz von Gas- oder Petroleumlampen. Die Ballons gehen nach vier bis achtmonatlichem Gebrauch zu Grunde.
- Der Unterschied in dem Verhalten des Bogenlichtes einerseits und des elektrischen Glühlichtes andererseits ist mit Hinblick auf photographische Zwecke ein bedeutender.
- A) Das elektrische Glühlicht
- ist gelblich und ist betreffs seiner Wirkung und seines spectralen Verhaltens sehr ähnlich dem Gaslichte oder dem Lichte guter Petroleumlampen; alle diese Lichtquellen sind arm an violetten und blauen Strahlen, während die gelben, rothen und grünen Strahlen dominiren. Daher ist die photographische Wirksamkeit des elektrischen Glühlichtes keine bedeutende.
- Allerdings hisst sich die Helligkeit des Glühlichtes durch Anwendung starker elektrischer Ströme steigern, aber dann werden die Kohlenfäden in den Lampen bald zerstört,
- Wenn man die Zahl der Becher einer Batterie (z. B. Grove’sche) variirt, so variirt damit auch das Licht entsprechend der hyperbolischen resp. parabolischen Zunahme. Das Verhältniss, in welchem die optische und chemische Intensität einer Glühlampe bei wachsender Stromstärke zunimmt ist aus folgender von W. de W. Abney ermittelten Tabelle ersichtlich.
- Zahl der Becher Lichtstärke in Normalkerzen Photographische Wirkung
- 12 0,132 unmessbar
- 14 0,26 0,35
- 16 1,17 1,61
- 18 2,44 5,84
- 20 3,84 12,83
- 22 6,85 36,45
- 24 10,38 86,60
- Die Glühlampe hatte 10 Kerzen Lichtstärke bei normaler Ausnutzung, Starke Ströme zerstörten die Lampe schnell. 380 Glühlampen ohne Befleetoren in 1 m Abstand vom Modell haben denselben photographischen Effect wie Himmelslieht. Da an trüben Tagen das Lieht meist selten weniger als ein Zehntel seiner normalen Intensität hat, so lässt sich mit 38 Glühlampen bei 1 m Abstand schon im photographischen Atelier arbeiten.
- Das elektrische Glühlicht ist für photographische Zwecke wenig-verwendbar, weil die für gewöhnlich gebräuchlichen Glühlampen in der Regel nur 10 bis 20 Kerzen Helligkeit haben und im Allgemeinen sich photochemisch nicht anders verhalten als gute Petroleum- oder Gaslampen.
- Das Licht der Gasglühlampe ist immer gelblich und kann nicht zu jener bedeutenden photochemisehen Wirksamkeit gesteigert werden,
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- Erster Theil. Zehntes Capitel.
- wie das Bogenlicht; überdies haben die Glühlampen in der Kegel nur ungefähr 1000 Stunden Brennzeit, was deren öfteres Ausweehseln noth-wendig macht. Trotzdem finden die elektrischen Glühlampen hier und da zur Erleuchtung von Dunkelkammern (hinter rothem oder gelbem Glase) Verwendung, sowie auch in der Mikrophotographie, sowohl zur Beleuchtung durchscheinender als opaker Objecte. Stein bedient sich
- Fig. 133.
- daher kleiner Stative mit Kugelgelenk, so dass man die Glühlampen beliebig bewegen und dem Objecto nähern kann 0. Fig. 132 und Fig. 133 zeigen diese Einrichtung.
- B) Das elektrische Bogenlicht
- ist bei photographischen .Aufnahmen als Lichtquelle viel wirksamer als das elektrische Glühlicht, Das Bogenlicht ist bläulich weiss und sehr reich an blauen, violetten und ultravioletten Strahlen (vergl. die auf
- 1) Stein, Das Lieht im Dienste Wissenschaft! Forschung. 1885. Eder’s Jahrh. f. Photogr. 1. für 1887. S. 294. M ark tan n er - Turn er et s eher, Mikrophotographie (1890). S. 128.
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- Die Photographie hei künstlichem Licht.
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- Seite 355 mifgotheiltc Tabelle), so dass es auf alle gebräuchlichen photographischer Präparate äusserst kräftig ein wirkt. Allerdings muss man kräftiges Bogenlicht verwenden: während man für gewöhnlich zur Beleuchtung von Strassen oder Sälen Bogenlampen von 300 — 400 Kerzen Helligkeit verwendet, soll für photographische Zwecke das Bogenlieht mit einer Helligkeit von mindestens 1000 Kerzen, besser aber mit 2000 bis 4000 Kerzen verwendet werden.
- Mittels galvanischer Batterien, bestehend aus ungefähr 50 grossen Grove’sehen oder Bimsen‘schon Elementen. Kann ein kräftiges elektrisches Licht erhalten werden. Allein die dazu benutzte Salpetersäure stösst erstickende Dämpfe aus: viel besser ist die Beschickung der Elemente mit Ohromsäure (oder einem Gemisch von Kaliumehromat mit Schwefelsäure) zur Kohle, weil dieselbe keine Dämpfe entwickelt. Durch die 'Wiedereinführung der schon früher bekannten Ohromsäure anstatt Salpetersäure wollte Swan1). Jarman2) und Bottone3) das galvanische Licht den Photographen zugänglicher machen: es genügen 48 grosse Zink-Kohlen-Elemente, um hei deren Licht eine Porträtaufnahme in 3 Secunden auf Bromsilbergelatine fertig zu stellen.
- Allein trotz aller Modificationen erweist sieh das Instandhalten der Elemente, das häufig erforderliche Peinigen der Zellen, das rasche Zugrundegehen der Zinkeylinder etc, als sehr hinderlich für die practische Verwendung derselben.
- Deshalb hat in allen grösseren Etablissements — denn nur in solchen kann an eine rationelle Verwendung des elektrischen Lichtes gedacht werden — das Licht der magnoto- elektrischen Maschinen Eingang gefunden und die galvanischen Batterien verdrängt. Allerdings erfordert die Anschaffung einer Dynamo-Maschine sammt Motor ein beträchtliches Anlageeapital (circa 8000 Mark), aber die Betriebskosten sind gering, wesentlich geringer, als bei galvanischen Elementen; die Unkosten betragen nämlich pro Stunde (Arbeiter. Wasser. Oel etc. inbegriffen) ungefähr IV2 Mark.
- Wie das elektrische Bogenlicht im Vergleiche mit Himmelslicht wirkt geht aus folgenden Angaben (Phot, Mitth. Bd. 20. S. 39) hervor:
- Bei vergleichenden photographischen Aufnahmen von Zeichnungen ist die Exposition :
- Im elektrischen Bogenlieht von 1800 Kerzen Helligkeit. Entfernung von
- 1/2 m und Anwendung eines weisson Refleetors.....................6 Minuten.
- Im diffusen Himmelslicht..............................................21/s „
- In der directen Sonne................................................40 Secunden.
- 1) Yearhook of Photogr. für 18a 9. S. 229.
- 2) Phot. News. 1881. S. 483, Phot. Wochenhl. 1881. S. 352.
- 3) Yearhook of Photography for 1882. S. 107.
- Eder Handbuch der Photographie. I. Theil. 2. Aufl.
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- Erster Theil. Zehntes Capitel.
- Eine andere Tabelle gibt Prof. Yogel betreffs der Reproduction von Gemälden. Es ergibt sich in Bezug auf die günstigste Beleuchtung für die Aufnahmen folgende Reihe:
- 1. Sonnenlicht wirkt ungefähr 8 bis 14 mal stärker als das Lieht des heiteren Himmels.
- 2. Elektrisches Bogenlicht (6 Lampen zusammen 7000 Kerzen, Abstand l1j2 m, mit weissem Reflector) wirkt 4 mal stärker als das Licht des heiteren Himmels im November.
- 3. Dann folgt heiterer Himmel mit weissen Wolken.
- 4. Blauer Himmel.
- 5 Getrübter Himmel (welcher oft nur den zehnten Theil der Wirkung des wolkenlosen Himmels übt).
- Die Erhöhung der Spannung des elektrischen Stromes durch Vermehrung der Umdrehungsgeschwindigkeit der dynamo- elektrischen Maschine ist nicht nur von Einfluss auf die optische Helligkeit des elektrischen Glühliehtes, sondern auch auf den Gehalt an blauen Strahlen.
- Abney bestimmte die Helligkeit einer elektrischen Bogenlampe bei Einschaltung eines rothen Glases in die von derselben ausgehenden Strahlen, bei Einschaltung einer Lösung von schwefelsaurem Kupferoxydammoniak (blau) und bestimmte endlich die chemische Wirkung auf Chlorsilber unter Einschaltung einer Lösung von schwefel-saurem Chinin und zwar für verschiedene Umdrehungsgeschwindigkeiten seiner dynamoelektrischen Maschine:
- Seine Resultate waren:
- Umdrehungen Roth Blau Gemisch
- 240 180 360 —
- 308 280 660 —
- 350 — 750 890
- 425 — 1700 —
- 460 860 2500 2700
- 490 — 3000 —
- 500 1080 — —
- 520 — 4860 —
- 540 1620 — —
- 550 — 4800 —
- 560 — — 9000
- 565 — 6500 —
- 575 1520 — —
- 580 2100 6000 10050
- 600 2400 10100 11020
- Diese Zahlen zeigen, dass mit Zunahme der Umdrehungsgeschwindigkeit der Maschine und demzufolge der Gesammthelligkeit die stärker brechbaren Strahlen (Blau, chemisch) eine bedeutend grössere Verstärkung erfahren als die schwächer brechbaren (Roth).
- Ausser dem Flammenbogen bei Kohlenspitzen und dem Glühlicht wurde noch mit gutem Erfolge jenes galvanische Licht benutzt, welches entsteht, wenn ein starker elektrischer Strom (60 Elemente) durch einen dünnen Faden von frei fallendem Quecksilber geht (Way’s Lampe). Dieses Licht ist sehr aetinisch; ja es schwärzt Chlorsilber-
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- Die Photographie bei künstlichem Licht.
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- papier rascher, als das der Kohlenspitzen1 2 3), jedoch ist seine Darstellung zu complieirt und deshalb ist es ganz ausser Gebrauch gekommen.
- Das durch Elektricität in luftverdünnten Geissler'sehen Röhren erzeugte Licht ist trotz seiner scheinbaren Schwäche photographisch gut wirksam. Norley photo-graphirte ein solches Licht, welches so schwach war. dass es selbst im Dunkeln kaum sichtbar war, in 30 Minuten, jedenfalls in Folge des bedeutenden Gehaltes an ultravioletten Strahlen 4- Die mit verschiedenen Gasen gefüllten G eis sl er'sehen Röhren geben verschiedenes Licht; H. W. Vogel, Capron8) u. A. photographirten sogar die Spectra dieser Lichtquellen.
- Dove (1861) und Roger (1864) gelang es, das geschichtete Lieht der Geissler-schen Röhren zu photographiren. Der Erstere erhielt Photographien, welche deutlich das geschichtete Lieht als eine Reihe perlenartig an einander sieh reihende Kugeln darstellte. — Rood photographirte 1864 auch die schwach leuchtenden Büschel positiver nnd negativer Elektricität und konnte sogar am Tageslichte (bei hintergestelltem weissen Papier) die Phänomene photographiren4).
- Dass man gegenwärtig sogar mit dem vollkommensten Erfolge die Spectra der Geissler’schen Röhren photographirt, wurde bereits auf S. 437 erwähnt.
- C) Geschichtliche Notizen über die Verwendung des elektrischen Lichtes in der Photographie.
- Die ersten Angaben über die chemische Wirkung des elektrischen Kohlenlichtes machte Brande5); er fand, dass unter seiner Wirkling Chlorknallgas unter Explosion sich zu Salzsäure verbindet.
- Silliman und Goode photographirten schon im November 1840 bei galvanischem Lichte von 90 Daniell’sehen Elementen ein Medaillon mittels einer einfachen Linse auf Daguerreotypplatten in 20 Secunden, welche Versuche Silliman 1851 mit Erfolg wiederholte6).
- De Monfort erhielt 1846 mittels elektrischen Lichtes wohl nicht Porträts, aber das Daguerreotyp eines Bouquets mit einer einfachen Linse in 15 Minuten7).
- Talbot bekam 1851 mit jodirtem Eiweiss mit Eisenhervorrufung auf einer rasch gedrehten Scheibe durch momentane Belichtung durch einen starken elektrischen Funken ein klares scharfes Bild8).
- Gaudin stellte unter einem Negativ auf Collodionplatten eine positive Copie bei elektrischem Lichte her. Dasselbe war durch einen parobolischen Spiegel concentrirt und so wirksam, dass trotz eines vorgeschobenen blassgelben Glases die Exposition nur einige Secunden dauerte9).
- 1) Photogr. News. 1861. Bd. 5, S. 279. Kreutzer’s Zeitsehr. f. Photogr. 1862. Bd. 5, S. 20. — Monekhoven (Bulletin Soc. franc. 1871. S. 210) fand dieses Licht wohl sehr wirksam, aber gefährlich, wegen der entwickelten Quecksilberdämpfe.
- 2) Phot. Mitth. 1871. Bd. 8, S. 102.
- 3) Capron, Photographed Spectra. London. 1877.
- 4) Fortsehr. d. Physik. 1864. S. 257.
- 5) Annales de Chimie et de Physique. Bd. 19, S. 205.
- 6) Daguerreian Journ. 1851. Bd. 1, S. 139 u. 334. Silliman’s Americ. Journ. (1.) Bd. 43, S. 185
- 7) Cosmos 1852 II, 39.
- 8) Daguerreian Journ. 1851. Bd. 2, S. 178. Phot. Archiv. 1877. S. 170.
- 9) La lumiere. 1853. Bd. 1, S. 159.
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- Zur eierentliehen Porträt-Photographie lebender Personen, sowie zur Photographie von Gypsfiguron benutzten es Aubree. Millet und Leborenne um dieselbe Zeit und sie nahmen die Priorität dieser Anwendung des elektrischen Lichtes in Anspruch; sie benutzten 50 Bunsen’sehe Elemente1).
- Später beschäftigte sich Lucenay (1852). sowie 6 and in und Delamarre mit Porträtaufnahmen bei elektrischem. Lichte und wendeten ihre Aufmerksamkeit passenden Reflectoren und Schirmen zu (s. u. S. 468).
- In der Sitzung vom 21. Deeember 1863 überreichte Iva dar der französischen photographischen Gesellschaft Porträt-Photographien, welche mittels des elektrischen Lichtes erhalten worden waren. Er exponirte die nassen Platten heim Licht2) von 50 galvanischen Elementen und unter Anwendung eines mit Kreide bestrichenen Eeflec-tors 60 bis 85 Secunden. Solche sehr gelungene Porträte (Brustbilder etc.) stellte er in der Londoner Ausstellung 1862 aus. Um dieselbe Zeit benutzte er das elektrische Licht zur Beleuchtung der Katakomben in Paris, deren Aufschriften etc. zu photo-graphiren er beauftragt war (vergl. auch Magnesiumlicht). •— Lieber die Errichtung der ersten photographischen Nacht-Ateliers mit elektrischem Lichte s. unten.
- Bazain erzeugte bei elektrischem Lieht Photographien 300 Fuss unter dem Meeresspiegel (Phot. Mitth. Bd. 3, S. 261).
- D) Porträt-Ateliers mit künstlichem Licht (Wacht -Ateliers).
- Durch die Fortschritte der künstlichen Beleuchtung und namentlich durch die Auffindung; von Lichtquellen. welche sehr aktinisches Licht geben. ist man dahin gelangt, photographische Negative nach Porträten bei künstlichem Lichte herzustellen. Diese Einführung erlaubte die Aufnahme bei Tag und Nacht und in der Thal existiren Ateliers, welche von Mittag bis Mitternacht für das Publicum geöffnet sind. Dabei mag zum Theil die Sucht nach Curiositäten mit im Spiele gewesen sein, jedoch kann keineswegs die grosse praktische Bedeutung der Ateliers mit künstlichem Lichte für lichtarme, nebelige Städte bezweifelt werden, abgesehen davon, dass die Errichtung derartiger Ateliers in der Nähe von Unterhaltiings - Localitäten. worin Bälle etc. abgehalten werden, pecuniär von Yortlieil ist.
- Die Idee, Photographien in der Camera bei künstlichem Lichte aufzunehmen und so im Atelier das Tageslicht entbehrlich zu machen, stammt aus dem Anfang der vierziger Jahre, Claudet dachte 1841 schon an die Herstellung von Porträt-Photographien bei Nacht (s. unten'), Lucenay 11852 s. o. S. 467) sprach sieh ähnlich aus. Gaudin und Delamarre (1854 s. o\ sowie Mo ule gedachten 1857 schon des Vortheiles. den Reflectoren und farbige Gläser zur Dämpfung des allzu grellen bengalischen Lichtes gewähren (s. unten), so dass die später mehrfach erhobenen Prioritätsansprüche auf diese Idee zu Gunsten der Genannten zurückgewiesen werden müssen.
- 1) Daguerreian Journ. 1852. Bd. 3, S. 57. Comptes rendus. Bd. 33. S. 501. Chemisches Gentralhlatt. 1852. S. 16.
- 2) Lichtbogen zwischen Kohlenspitzen und mit einem Ser rin’sehen Regulator.
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- Die Photographie bei künstlichem Lieht.
- Ohne passende Kefleetoren und Liehtblenden lassen sich keine hübschen Porträts
- bei künstlichem Lieht erzielen; leider wird aber
- dadurch ein grosser Lichtverlust bedingt. Es lässt sieh nicht jede aetinisehe Lichtquelle zu practisehen photographischen Zwecken benutzen; es ist hierbei neben der Lichtkraft noch der Kostenpunkt, die leichte Handlichkeit, die Gefahrlosigkeit etc. massgebend.
- Gegenwärtig wird vor Allem das elektrische Licht benutzt, welches die universellste photographische Verwendung gestattet und an Kraft die anderen Lichtquellen übertrifft, dann das Gaslicht und endlich für unterbrochenen Betrieb bei Porträtaufnahmen oder für transportable Ateliers etc. das bengalische Weissfeuer.
- Lueenay brachte das elektrische Licht oder einen Zündsatz 1852 in den Brennpunkt .eines parabolischen Bellector-schirinos, um parallele Strahlen
- Tis. J 34.
- Elektrische Lampe nach Ost.
- Eig. 135.
- Elektrische Lampe nach Jarman.
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- Erster Theil. Zehntes Capitel.
- zu erhalten. Für Porträte dämpfte er schon das Lieht ab, indem er ein blaues Glas vorsehob und statt eines glänzenden Reflectors einen unpolirten benutzte1).
- Gau di n und D ela mar re Hessen sieh 1854 sogar (ohne auf die Priorität Lueenay’s Rücksicht zu nehmen) die Anwendung des elektrischen Lichtes und des bengalischen Feuers zur Porträtphotographie patentiren, ohne dass das Patent zur Ausübung kam. Sie brachten das Licht im Brennpunkt eines parabolischen Spiegels von l1^ m aus versilbertem Kupfer) an; zwischen diesem Spiegel und der sitzenden Person wurde ein zweiter sphärischer Spiegel von nur 30 cm Durchmesser so befestigt, dass die Lichtquelle gleichfalls in seinem Brennpunkt sieh befindet, wodurch einerseits die Lichtstrahlen von den Augen des Sitzenden abgehalten und andererseits wieder in den parabolischen Spiegel zurückgeworfen werden. Das refleetirte Licht traf die Person nicht unmittelbar, sondern fiel durch blaues Glas; das Local war mit blauem Papier ausgeklebt2).
- In Oesterreich war Ost3) der erste Photograph, der die Beleuchtung des Ateliers mit elektrischem (galvanischem) Lichte bei Porträt-Aufnahmen einriehtete. Er beleuchtete mit zwei Flammen, und zwar mit einer Hauptflamme (durch 80 Bimsen’sehe Elemente erzeugt), welche die Schlaglichter lieferte, und einer zweiten Flamme (durch 40 bis 50 Bunsen’sehe Elemente), welche die Schlagschatten der ersteren mässigte. Die zweite Flamme war kleiner, stand entfernter und beleuchtete von unten (Distanz über dem Boden 1 m), während die Hauptflamme höher stand (2 m über dem Boden). Den benutzten Apparat zeigt Fig 134.
- Der sphärische (eventuell parabolische) Spiegel wirft das Licht durch eine blaue, transparente Halbkugel aus Glas, welche letztere den Zweck hat. das Lieht dem Auge wohlthuender und den Blick offener zu machen. Dasselbe kann (aber nach Ost weniger gut) durch mit blauem Firniss getränkten Taffet erreicht werden. Die Expositionszeit betrug (auf nassen Collodionplatten) 7 Secunden, steht also dem eines sonnenhellen Tages nach; gegenüber einem trüben Wintertage ist das elektrische Licht im Vortheil.
- Einen ziemlich ähnlichen Apparat construirte Jarman4) wieder im Jahre 1881, welchen Fig. 135 zeigt.
- Ä ist der automatische Regulator der Kohlenspitzen, B der Reflector, C ein weiter oben angebrachter Reflector, welcher Licht nach abwärts wirft, D ein kleiner halbtransparenter Papierschirm, welcher das auf die Person direct auffallende Licht mildert, P und V die Verbindungen für die Leitungsdrähte, E das Stativ, welches Heben und Senken des Lichtes gestattet.
- Die erste gut und praktisch funetionirende Einrichtung von Porträt-Ateliers mit elektrischer Beleuchtung und die Einführung von Xacht-Ateliers in die photographische Praxis verdanken wir Van der Weyde.
- Van der Weyde beschäftigte sieh eingehend mit der Verwendung des elektrischen Lichtes der Dynamo-Maschine im Atelier für Porträt-Photographien. Schon 1876 nahm er ein einschlägiges Patent5) und
- 1) Patent am 30. Oetober 1852. Abridgements of the Speeifieations relating to Photogr. 1861. S. 18
- 2) Kreutzer, Zeitsehr. f. Phot. 1861. Bd. 3, S. 110, aus La Lumiere. S. 109.
- 3) Phot. Corresp. 1864. Bd. 1, S 12 und 72.
- 4) Phot. Yearbook für 1882. S. 155.
- 5) Abridgements of the Speeifieations relating to phot. III. 1878. S. 103.
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- 1878 ein anderes ähnliches, worin er das Licht mittels eines parabolischen oder anderen coneaven Beflectors zurückwarf und ausserdem einen opaken oder halbdurchscheinenden Schirm zwischen der Lichtquelle und der sitzenden Person einschaltete, um das directe Licht zu zerstreuen1).
- Es lässt sich nicht leugnen, dass von Van der Weyde der Aufschwung der „Photographie bei Nacht“ datirt, da er die „Nacht-Ateliers“ in der Praxis in sehr vortheilhafter Weise zur Ausführung brachte.
- Yan der Weyde stellte in der Pariser Weltausstellung 1878 sehr gelungene Versuche aus, das elektrische Licht im regulären Porträtgeschäft einzuführen2).
- Ein ähnliches System wurde dann auch in zwei Pariser Ateliers, nämlich von Liebert und Petit eingeführt und zu Aufnahmen in den Abendstunden verwendet3).
- Zur Beleuchtung wurde von Liebert das Licht einer elektro-mag-netischen Gramme’sehen Maschine verwendet, welche mit einer Gaskraftmaschine von 5 Pferdekräften in Bewegung gesetzt wurde. Die elektrische Flamme von 3000 bis 4000 Kerzen Leuchtkraft befindet sieh in der Nähe einer kleinen Reflexionsscheibe, welche im Centrum eines grossen kugelartig gewölbten Schirmes von circa 1V2—2 m Durchmesser angebracht ist (Fig. 136). Das Innere des Schirmes ist mit weissem Papier überzogen; das Licht fällt also nicht direct auf das Modell (wodurch grelle Lichter und Schatten und unschöne harte Bilder entstehen würden), sondern dasselbe erscheint der doppelten Reflexion des Lichtes zufolge sehr sanft beleuchtet, mit zarten Uebergängen und reichen Ilalb-tönen. Der Reflector ist am Plafond befestigt und nach allen Richtungen durch Rollen, Hebel und Gegengewichte beweglich (Fig. 136), so dass man die Lichtstrahlen verschiedenartig auf das Object auffallen und die Beleuchtung wechseln lassen kann. Anfangs soll das glänzende Licht wohl ein wenig blenden, aber in kurzer Zeit gewöhnt mau sich daran. Die Expositionszeit ist etwa ein Drittel länger als bei normalem Tageslicht. Das Licht ist immer annähernd gleiehmässig und Fehler zufolge einer unrichtigen Belichtung sind unmöglich. Wenn man Bromsilbor-gelatine-Platten anwTendet, kann man augenblicklich Porträte zu jeder Stunde des Tages und der Nacht anfertigen. (Kosten gegenwärtig 15 000 Franken.)
- 1) Pbot. News. 1879. S. 99. Als Reflector kann im Nofchfall ein Regenschirm verwendet werden, dessen Stock abgesehnitten und dessen Innenseite mit weissem Papier ansgeklebt ist; mitten in die Höhlung wird die Lichtquelle gebracht.
- 2) Phot. Arch. 1879. S. 6.
- 3) Phot. Corresp. 1879. S. 34 und 211.
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- Levitsky in Petersburg arbeitet mit demselben Apparate wie Liebert. Sein elektrisches Licht ist so heil, dass er Porträte auf nassen Platten in nicht mehr als 4 Seeunden aufnehmen kann1); um Mitternacht nahm er ein grosses Gebäude auf.
- J?ig, 136. Atelier bei elektrischem nicht von Liebert nach dem System Van der Weyde
- welches durch vier elektrische Mammen beleuchtet war'2) — Dutkiewicz in Warschau versichert, dass der regelmässige Betrieb im Nacht-Atelier sehr leicht sei, weil das Lieht als eonstaute Grösse keinen Irrthum in der iixpositionszeit zulässt; er exponirte
- 1) Phot. News. 1881. S. 209.
- 2) Phot. Mitth. 18SU. Bd. 17, S. 216.
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- seine Porträts auf nassen Platten für Yisitkarten auf hellem Hintergründe 15 Secunden, auf dunklem Hintergründe 20 Secunden; Rembrand-Bilder um die Hälfte mehr. — In Wien wurde das erste photoelektrische Atelier im Februar 1882 von Stagel und Eckel errichtet (im I. Bez. Annagasse) und nach dem Yan der Weyde-System eingerichtet; weil aber das Atelier zu einer ungünstigen Saison (Frühjahr) eröffnet worden war und die dort angewendete ältere Methode mit nassem Collodion Störungen mit sich brachte, so ging das Atelier in Folge mangelnden Zuspruches seitens des Publikums in wenigen Monaten ein.
- Um eine gleiclimässigere Beleuchtung zu erzielen, hat man, wie Ost (S. 468), bei Porträt- oder Gruppenaufnahmen zwei elektrische Flammen im Atelier verwendet, welche von verschiedenen Seiten Licht auf das Object warfen1).
- Eine andere Einrichtung, als die Liebert ’ sehe, hat Polizeien in Berlin in seinem Porträt-Atelier angebracht (Fig. 137). Er besitzt eine Siemens’sehe elektromagnetische Maschine von 2000 bis 3000 Kerzen, die von einer vierpferdigen Gasmaschine getrieben wird. Das Lieht befindet sich nicht innerhalb des Papierretieetors, wie beim vorigen, sondern auf einem eisernen Postament, welches auf dem Fhissboden steht und hin- und hergeschoben werden kann. Statt dem Van der Weyde’sehen Beleuchtungsapparat traf Ronzelen anfangs folgende Einrichtung: Ein Metall-Refiector, in welchem das elektrische Licht sich befindet, wirft die Strahlen auf den ziemlich flachen, an der Decke aufgehängteu Papierschirm von eirc-a 2 m Durchmesser und erleuchtet diesen sehr hell. Dieser Schirm gleitet mittels Rollen auf stählernen Schienen und kann in jede beliebige Lage eingestellt werden. Das gedämpfte Lieht strahlt auf das zu porträtirende Object zurück. Dadurch wird die Helligkeit auf 30 Proc. vermindert. Die Expositionszeit betrug bei Bromsilbergelatineplatten 9 —10 Secunden. (Phot. Mitth 1881. Bd. 17, S. 254 und 270.) Jedoch erlaubt diese Anordnung nicht jene bequeme Regulirung der Beleuchtung, wie das System Yan der Weyde’s und wurde deshalb aufgegeben.
- Da eine einzige elektrische Lampe, selbst mit einem grossen Refleetor, scharfe Schlagschatten gibt, so wendete Kurtz in New York 5 — 7 Bogenlampen an, die er so aufstellte, dass die grössere Anzahl derselben die Lichtseite beleuchtete, während die Minderzahl zur Aufhellung der Schatten diente. Eine jede Lampe wird dabei, eine grosse Blendung zu vermeiden, durch einen Bogen Seidenpapier bedeckt Allein wenn auch auf solche Weise die Uebergänge zu den eigentlichen Schatten allmählicher werden, so bleiben sie doch eigentlich unvermittelt, indem jede Lichtquelle ihre eigenen Schlagschatten wirft; ausserdem wird auch das Modell von den vielen getrennten Lampen irritirt und statt des einen grösseren Lichtblickes, der sich auf dem Auge spiegeln sollte, erscheinen darauf ebenso viele Spiegelbilder. Kurtz erkannte diesen Uebelstand bald und suchte ihn durch Verbindung mit dem ihm patentirten Drehpodium zu vermeiden, bei welchem Modell und Camera auf einer Drehscheibe stehen. Allein die getrennten, zu scharfen Schatten werfende Lichtquellen bleiben doch immer und es ist zweifellos, dass es vielen Personen unangenehm ist, sieh auf einem beweglichen Boden zu befinden.
- Auch das photoehernische Laboratorium der königlich technischen Hochschule zu Berlin-Charlottenburg, unter der Leitung Dr. Vogel’s stehend, besitzt seit dem Jahre 1885 zu Aufnahme- und Copirzweekeu eine Installation mit elektrischem Lichte, Die Dynamomaschine vermag sechs Bogenlampen von Siemens, jede zu 1200 Kerzen Lichtstärke, zu speisen. Die Lampen sind auf zwTei Gestellen vertheilt;
- 1) Phot. News. 1880. S. 37.
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- ines davoiwträgt vier Lampen, welche die^Lichtseite des aufzunehmenden Gegenstandes erhellen, das andere zwei, welche zur Auflichtung der Schattenseite dienen. Beide Gestelle sind beweglich, so dass sie an beliebigen Punkten des Ateliers Aufstellung nehmen können. Die Lampen an den beiden Gestellen sind zum Senken und Heben eingerichtet, so dass die für ieden Fall zweckmässige Plöhe derselben leicht erprobt
- werden kann. Zur Diffusion des Lichtes besitzen die Lampen mattweiss gestrichene Kefleetoren. Zweckmässig angebrachte Umschalter erlauben eine oder zwei Bogenlampen auszuschalten und dafür sieben oder vierzehn Swan-Glühlampen einzuschalten und die letzteren dann activirt zur Erleuchtung der Dunkelkammer ete. zu benutzen. Ihr Lieht wird durch mit gelbem oder rothem Glas versehene Lampen gedämpft.
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- Für Porträtzwecke hält Hauptmaim Himly1), welcher im Etablissement von Siemens und Halske in Berlin seine Versuche machte und elektrische Ateliers einrichtete, Combination des elektrischen Bogenlichtes mit dein Glühlichte für zweckmässig.
- Das elektrische Bogenlicht wirkt leicht etwas hart, durch die Combination mit Glühlieht wird dasselbe gemildert, Fig. 138 zeigt die von ihm empfohlene Anordnung der Lampen bei der Combinirung von Bogenlicht (A) mit mehreren Glühlichtlampen. Während das Bogenlieht in dem Diffusor das Vorderlicht liefert, so geben die unter dem Krahne befestigten 2 Reihen von je 4 Glühlampen das Oberlicht und beleuchten vermittelst der dahinter angebrachten Hohlglasspiegel den Fussboden besser, welcher ohne das Glühlicht oft schwer kommt. Ausser-
- dem ist eine weitere Reihe von 6 Glühlampen mit Hohlglasrefiectoren zur Beleuchtung des Hintergrundes bis zum Fussboden abwärts bestimmt,
- Es kann durch Drehung des Krahnes rasch jede mögliche Beleuchtung gegeben werden mit und ohne Bewegun g desselben während der Exposition.
- Er empfiehlt ferner die elektrische Einrichtung so zu treffen, dass das elektrische Bogenlicht ganz ausgeschaltet werden kann und sodann im
- Diffusor ein Brett, worauf ein Metallspiegel und mehrere Reihen Glühlampen befestigt sind, angebracht werden kann. Dieser Glühlampen-complex dient dann als Vorderlicht anstatt des Bogenlichts. Es lassen sich mit diesem System farbenrichtige Aufnahmen ohne Anwendung einer Gelbscheibe machen.
- Jb’ig. 138.
- Wenn auch ein Atelier, das nur mit elektrischem Licht arbeitet, sieh nur in seltenen Fällen rentiren dürfte, so kann man andererseits doch die Ausstattung grosser bestehender Ateliers mit elektrischem Licht in vielen Fällen sehr wohl anrathen. Man ist dadurch von jeder Witterung unabhängig, und dass es sich lohnt, beweisen die elektro-photographischon Ateliers in Paris, Berlin. Brüssel. St. Petersburg etc.
- 1) Eder’s Jahrbuch f. Phot, für 1887. I. S. 183
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- E) Elektrische Beleuchtung in Reproductionsateliers.
- Das elektrische Licht hat für die Eeproduction von Plänen, Landkarten, Gemälden eine weitaus grössere Bedeutung als für die Porträtphotographie. Es ist wegen der Gleichmässigkeit der Intensität des Lichtes und durch den Umstand, dass der Photograph leicht den richtigen Grad der Expositionszeit treffen kann, sehr wichtig; es werden die Eesultate bei ein und demselben Genre von Arbeiten stets gleichartig sein und man hat es leicht in der Hand, das elektrische Licht in einem gewissen Winkel auf den Gegenstand fallen zu lassen, was bei Arbeiten aller Art von Wichtigkeit ist.
- Eeproductions - Anstalten, weiche rasch eine grössere Anzahl liefern müssen, z. B. kartographische Institute, Kunstanstalten können dieser Anforderung in der ungünstigen Jahreszeit nur mittels der Anwendung des elektrischen Lichtes naclikommen.
- Deshalb ist das elektrische Licht in dem geographischen Institute von Lissabon seit 1876 eingeführt, desgleichen in der'Wiener Hof- und Staatsdruckerei, im militär-geographischen Institute in Wien, in Berlin, bei Meisenbach in München, bei Dr. E. Albert in München, bei S. Angerer in Wien etc.
- Zur Aufnahme von Plänen werden meistens zwei Lampen angewendet. deren jede im Durchschnitte 1500 bis 3000 Kerzen Heiligkeit gibt, Man stellt diese beiden Lampen zu beiden Seiten des zu reproducirenden Planes auf und beachte, dass der stärkste Licht-Effect vom Bogenlichte unter einem gewissen Winkel schräg nach abwärts fällt. Diese Zone der besten und gieichmässigsten Beleuchtung muss zum Photographiren benutzt werden.
- Die Beleuchtung der Strichzeichnung bei der Aufnahme soll derart sein, dass Reflexe in den glänzenden Zeiehnungsstriehen ausgeschlossen sind und trotz der Rauheiten des Papiers ein glattes homogenes Planium resultirt. Am besten entspricht die künstliche Beleuchtung durch mehrere symmetrisch angebrachte elektrische Bogenlampen, die soweit seitwärts situirt werden müssen, dass die erwähnten Reflexe entfallen. Für die Beleuchtung können nur jene Strahlen der Lampe in Betracht kommen, deren Intensitäten ungefähr gleich sind und nahe dem Maximum liegen. Diese aus-nutzbaren Strahlen bilden ein Bündel von ea. 30 Grad Ausdehnung. Soll daher eine ganze Zeichnung, oder ein Theil derselben gleichmässig beleuchtet werden, so muss die Entfernung des Lichtpunktes mindestens der doppelten Ausdehnung der zu beleuchtenden Fläche gleichkommen Um den Beleuehtungseffeet zu steigern, ist es zweckmässig, die Achsen der Kohlen derart zu verstellen, dass der in der positiven Kohle entstehende leuchtende Krater an der dem Original zugewendeten Seite entsteht und die Lampen parallel mit dem Original um 45 Grad zu verdrehen, damit der lichtstarke ringförmige Raum in die Diagonale des Originals fällt. Eine mit 20 Ampere gespeiste Bogenlampe beleuchtet eine ein Meter entfernte Fläche mit derselben Intensität, wie sie einem guten Tageslichte zukommt. Das k. und k. mil.-geogr. Institut
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- benutzt für die Beleuchtung des Originals vier derartige Lampen, welche auf ein Meter Entfernung eine Fläche von einem Meter Länge und Breite mit einer dem zerstreuten Tageslicht gleichen Intensität erhellen, wobei jede Lampe eigentlich nur den vierten Theil der Fläche beleuchtet. Grössere Originale beleuchtet man aus grösseren Entfernungen, die Beleuchtungsintensität nimmt dann zwar sehr bedeutend ab, da man es aber in diesem Falle stets mit Reductionen zu thun hat, so ist dieser Umstand ohne Bedeutung1).
- Am vollkommensten in dieser Art ist die Einrichtung, welche Freiherr von Hühl im militär-geographischen Institute in Wien getroffen hat. und welche hier, als mustergiltig. ausführlicher beschrieben wird2).
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- Das k. k. militär-geographische Institut hat zu Ende des Jahres 1888 das elektrische Licht für die Photographie installirt, so dass gegenwärtig alle Repro-ductionen ausschliesslich mit elektrischem Lichte hergestellt werden; dieselben erfolgen überdies auch ohne Verwendung einer Camera.
- Die Installation der Beleuchtung wurde von der Firma Ganz & Comp, ausgeführt und besteht aus einer Gramm e" sehen Compound-Dynamomaschine, die zu ihrem Betriebe sieben Pferdekräfte benöthigt und damit einen Strom von 50 Ampere und 110 Volt Klemmenspannung liefert. Fig. 139 zeigt im Längen- und Querschnitt die Anordnung der betreffenden Locale.
- 1) Hübi, Eder’s Jahrbuch f. Photogr. für 1890. S. 222.
- 2) S. Ed er’s Jahrbuch für Photographie für 1890. S. 223. Mittheilungen des k. und k. militär-geogr. Institutes. IX. Band. 1889.
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- Durch den erwähnten Strom werden im Belichtungszimmer B des Originals vier an einem eisernen fahrbaren Bahmengesteile R, entsprechend angebrachte Bogenlampen L, L des Systems Franzen gespeist, wobei jede Lampe 3000Kerzen Lichtstärke liefert, und das Orginal mit einer Intensität von ca. 6000 Meterkerzen beleuchtet. Die positiven Pole dieser Lampen sind Dochtkohlen, die negativen Pole homogene Kohlestäbe, erstere 20 mm, letztere 8 mm dick, und es ist der negative Kohlestab excentrisch
- gegen den positiven Kohlestab gestellt, so dass dieser eine Höhlung in Form eines kleinen Concavspiegels bekommt und damit das Licht, in entsprechender Richtung auf das zu beleuchtende Original leitet. Die Lampen hängen zu zweien übereinander bei L und L‘ und haben die oberen Lampen die positiven Pole oben geschaltet, die negativen aber unten, wodurch das Licht der oberen Lampen mehr nach unten gerichtet, jenes der unteren Lampen aber mehr nach oben geleitet ist, somit das gesammte, von den vier Lampen ausgehende Lieht das Original trifft und gleiehmässig
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- beleuchtet. Je zwei Lampen sind mit einander parallel geschaltet. An der Wand bei W ist ein Vorschaltwiderstand und zwei Amperemeter in die Leitungen geschaltet, 11m die Stromstärke zu reguliren.
- Fig. 140 und 141 zeigt die Gestalt dieses Kähmens. Die vier Bogenlampen B sind circa 45 Grad gegen die Horizontale geneigt und die Achsen der Kohlen sind, wie erwähnt, gegeneinander verstellt.
- Die D,ynamomaschine ist gemeinschaftlich mit der Dampfmaschine in einem circa 40 m vom Atelier entfernten Maschinenhause untergebracht.
- Die Leitungen sind an der Decke des Locales befestigt und durch 4 m lange Kabel über die Porzellanisolatoren des Rahmens mit den Lampen verbunden. DerBe-leuehtungsrahmen kann daher von seiner Mittelstellung ca. 3 m nach vor- und rückwärts verschoben und in eine der jeweiligen Stellung des Originals entsprechende Position gebracht werden.
- Die Lampen funetioniren meist entsprechend, erfordern aber selbstverständlich ein zeitweiliges Richtigstellen der Kohlen, und müssen, wenn die Lichtpunkte infolge Abbrennens der Kohlen zu weit herabrüeken, entsprechend gehoben werden.
- Der das Original tragende Tisch T ruht mit Köllen auf einer eisernen Schienenbahn a, a, und lässt sich dem Objeetiv nähern oder davon entfernen. Der Tisch selbst hat mechanische Vorrichtungen in Form von Schrauben und Drehachsen, um damit das Original zu heben, zu senken, nach links und rechts um eine vertieale Drehachse, nach oben und unten um eine horizontale
- Drehachse zu bewegen und zu verstellen, um das Originalbild mit seiner Mitte in die optische Achse des photographischen Objec-tives und parallel zur Einstellpatte im Aufnahmezimmer zu bringen.
- Fig 141.
- In der Wand bei 0, welche den Licht-raum vom Aufnahmeraum trennt, befindet sich die Oeffnung für das an der Seite des Lichtraumes fest angemachte Objeetiv.
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- Tm Aufnahmeraum A, welcher heim Hantiren des Einstelltisches mit Glühlicht entsprechend beleuchtet wird, läuft auf einer Schienenbahn cc der Einstelltisch E für die lichtempfindliche Platte. Er lässt in analoger Weise, wie dies beim Original-Tragtisch erörtert wurde, die Bewegung nach allen Bichtungen zu, wodurch das Einstellen des Lichtbildes auf eine bestimmte Dimension in yerhäitnissmässig sehr kurzer Zeit ohne viele Schwierigkeiten vor sich geht. In sinnreicher Art wird dann an Stelle der Einstellscheibe die lichtempfindliche Platte gesetzt, die Glühlampe abgestellt, das Objectiv geöffnet und die Exposition gemacht. Je nach dem Charakter des Originals, dann ob verjüngt, in gleicher Grösse oder mit Yergrösserung gearbeitet wird, schwankt die Expositionsdauer zwischen 2 und 8 Minuten.
- Da aber für jede Grösse des Originals mit Bücksicht auf das Yerhältniss der Grösse der Aufnahme zur Beproducfion im Lichtraume das Original auf ganz bestimmte theoretisch-practisc-h ermittelte Distanz zum Objeetivapparat gestellt wird, so hat der Einstelltisch im Aufuahmeraume auch schon eine voraus bestimmte Entfernung von der Wand des Locales, aus deren Oeffnung die Lichtstrahlen kommen, daher handelt es sieh dann nur noch, die feine Einstellung zu geben, was ganz wenig Zeit in Anspruch nimmt und damit ist, wie gesagt, die Arbeit des Einstellens verhältnissmässig sehr kurz 1).
- F) Anwendung des elektrischen Lichtes zum Copiren.
- Wegen seiner Wirksamkeit kann elektrisches Lieht auch. zum Copiren auf Chlorsilberpapier, Chromatgelatine und ähnliche Präparate benutzt werden, jedoch findet es in dieser Richtung keine so bedeutende Verwendung als zu Xegativaufnahmen.
- Beim galvanischen Lichte einer Way’ sehen Quecksilber-Lampe können Negative auf Chlorsilberpapier ganz gut copirt werden, wie Bedfort durch seine Vorlagen in der Londoner photographischen Gesellschaft 1861 bewies. Das Lieht besitzt aber eine eigenthümlich durchdringende Kraft, weshalb die Negative ziemlich dicht sein müssen, dichter als für das Copiren hei zerstreutem Tageslicht2).
- Für Copien auf Albuminpapier ist jedoch gegenwärtig das elektrische Licht in der Praxis kaum geeignet; ein Bogenlicht von 6000 Kerzen Helligkeit gab bei einem Versuche, bei einem Abstande von 2 m, auf gesilbertem Albuminpapier in einem Warnerke-Sensitometer nach 15 Minuten die Nummer 20, während das zerstreute Tageslicht an einem Novembertage (Mittags), als die Sonne hinter Wolken stand, in 10 Minuten und die Sonne selbst 21/2 Minuten denselben Effect hervorbrachte. Elektrisches Licht ist also für derartige gewöhnliche Copirzweeke zu kostspielig.
- Woodbury wendete 1866 zuerst das ohne Batterie mittels eines elektro-magnetischen Apparates erzeugte elektrische Licht zur Erzeugung seiner Photoreliefmatrizen an3). Er beobachtete, dass das elektrische
- 1) Vergl. Volkmer, Phot. Corresp. 1889. S. 416.
- 2) Kreutzer’s Zeitsehr. f. Photogr. 1862. Bd. 5. S. 20. Phot. News. 1861. Bd. 5, S. 279.
- 3) Phot. Archiv. 1866. S. 227.
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- Liclit härtere Copien als das Sonnenlicht gab und dass er länger als in der Sonne exponiren musste1).
- Dujardin in- Paris stellt mittels des elektrischen Lichtes die Chromatgelatineplatten her. welche er zur Herstellung der Druckplatten für die Photogravure und Zinkographie braucht: die Chromatgelatine wird zu diesem Zwecke unter einem Negativ nur 20 bis 40 Minuten belichtet 2).
- Nach Rodriguez macht man im (Geographischen Institut in Portugal von dem elektrischen Lichte einen noch ausgedehnteren Gebrauch. Daselbst wird eine Grammesehe magneto-elektrische Maschine verwendet, welche ungefähr 2000 Kerzen Leuchtkraft hat und 60 Bunsen'schen Elementen (von 20 cm) äquivalent ist. Das elektrische Lieht dient nicht nur für die Belichtung der mit Chromatgelatine überzogenen Papiere und Platten, sondern auch für Asphaltschichten, sowie zur Erhellung der Pläne und Karten etc., welche mit der Camera (nasser Negativ-proeess) aufgenommen werden sollen. Demgemäss können photolithographische Umdruckpapiere uud Heliographien auf Kupfer und Zink bei elektrischem. Licht hergestellt werden3).
- Garnier exponirte seine Zucker-Chromat-Platten für Heliogravüre unter einem Diapositive dem elektrischen Lichte 3 Minuten, während er in der Sonne 1 Minute brauchte4).
- M eisenbach in München benutzte seit 1882 zum Copiren seiner Autotypplatten das elektrische Bogenlicht. Die Exposition betrug bei einer Helligkeit von circa 1200 Kerzen ungefähr 5----54/2 Stunden, während er in der Sonne ungefähr 2 Stunden belichtete (Phot. Corresp. 1883. S. 328). J. Löwy in Wien versuchte das Copiren von Lichtdruckplatten und musste hei einem Bogenlichte von ungefähr 3000 Kerzen beiläufig 15 Minuten exponiren.
- Das elektrische Licht wirkt auch auf Papier (s. S. 179) vergilbend und auf Farbstoffe bleichend ein. Miller stellte in München 1882 Versuche mit einer Beleuchtungsdauer von 200- 300 Stunden an: auf alle Farbstoffe wirkte das Sonnenlicht kräftiger als das elektrische Licht, jedoch bleichte auch das letztere viele Farbstoffe, namentlich Anilinfarben (Phot. Corresp. 1883. S. 328). Prof Perger am technologischen Gewerbemuseum prüft die Licht - Echtheit der Farben durch Aussetzen an ein sehr starkes , durch Brenng'äser eoneentrirtes Bogenlicht (Bericht des technolog. Gewerbemuseums in Wien. 1890).
- 1) Ibid. 1808. S. 49.
- 2) Diese Daten wurden auch von Regierungsrath Volk m er in seiner Abhandlung (Phot. Corresp. 1889. S. 419) benutzt.
- 3) Rodriguez, La section photographique de la direetion gene'rale des travaux geographiques du Portugal. 1877. S. 20.
- 4) Phot. Mitth. 1882. Bd. 18, S. 242.
- -Eder, Handbuch der Photographie, 1. Thoil. 2. Aufl.
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- G) Elektrisches Licht bei Vergrösserungen.
- Die Anwendung des elektrischen Dogenlichtes zur Vergrösserung kleiner photographischer Aufnahmen bis zur Lebensgrösse wurde in der photographischen Praxis mit bestem LrtbJgo eingeführt.
- Einen derartigen Vergrösse-rungsapparat legte Dubosq1) am 15. Februar 1861 der französischen photographischen Gesellschaft vor. Dieser Apparat bestand aus einem kupfernen Kasten und Säulen, auf einem Holzsoekel angebracht (Kig, 142).
- Im Mittelpunkte des Gehäuses befinden sieh die zwei Kohlenspitzen -\-B und —B (Fig. 143), die mittels des Eegnlators mit einer Batterie von 50 Elementen in Berührung gebracht wurden und die eine 5 mal geringere, Lieht-kraft gaben, als die Sonne bei gleichen Oeffnungen für den Durchgang des Lichtes. Ein System zwei planconvexer Linsen (Condensa-toron) war etwas jenseits seines Brennpunktes in Bezug auf das Kohleulicht derart angebracht, dass man einen Kegel von eonver-girenden Strahlen erhielt, in dessen Richtung ein Doppelobjeetiv E, das vergrössernde System des Apparates zu stehen kam, welches das Bild des zu vergrössernden Negatives D, das sieh nahe der Linsen C befindet, vergrössert. Ein coneaver Spiegel A ist hinter dem leuchtenden Flammenbogen angebracht und coneontrirt die Strahlen
- Fig. 142.
- Dubosq’s Vergrösserungsapparat mit elektrischem Licht.
- Fig. 143. Dubosq’s To-rgrössorungsapparat mit elektrischem Licht.
- auf den Flammenbogen selbst. so dass dessen Glanz um das Doppelte verstärkt wird.
- Einen ähnlichen Apparat benutzte Liesegang2) anfangs der Sechziger Jahre und das Princip ist heute noch beibehalten, wenn auch die Form sieh mannigfach
- 1) Bulletin Soe. franq. Bd. 7, S. 58, Kreutzer’s Zeit sehr. f. Phot. Bd. 4. S. 55.
- 2) Liesegang, Handb. d. photogr. Verfahren mit Silherverbindungen. 1880. S. 480.
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- Die Photographie bei künstlichem Licht. 483
- geändert hat. worüber weiter nuten (Capitel Vergrösserunaen) ausführlich berichtet werden wird.
- Thouret legte im .Juni 1864 der französischen photographischen Gesellschaft Vergrösserungen bei elektrischem Licht auf Chlorsilberpapier vor1).
- In grossartigem Massstabe wendet Winter in Wien seit 1877 bei der Herstellung seiner Yergrösserungen auf Leinwand etc. (Linographien) das elektrische Licht einer Siemens'sehen Maschine an. Er arbeitet hierbei mit- demselben Lichte nach drei Seiten hin (s. Fig. 144).
- Das elektrische Licht befindet sieh bei a-, bei b sind die Con-densatoren und bei c die zu ver-grössernden Negative mit den Ver-grösserungslinsen, ähnlich wie in der nebenstehenden Zeichnung ersichtlich. angebracht; bei d befindet sich die Leinwand auf Schinnen aufgespannt, welche mittels Rollen auf Schienen laufen; durch Zwischenwände d sind die drei Räume Pig‘ 144' Winter’s Vergrö8.erung«»pp»r.t.
- separirt.
- Das sensibilisirte (Jodbromsilber haltige) Gewebe wird, wie sonst bei Yergrösserungen exponirt und zwar je nach dem Massstabe der Vergrößerung und der Dichte der Negative 1 bis 5 und 15 Minuten und darüber, nämlich so lange, bis das Bild sichtbar zu werden beginnt, wonach mit saurer Pyrogalluslösung entwickelt wird. — Heid in Wien exponirt seine Yergrösserungen auf Chlorsilberpapier und Leinwand beim Lieht einer Siern ens ’sehen Maschine gleichfalls bis das Bild schwach sichtbar ist und entwickelt dann mit Gallussäure; beim Vergrössern einer Visitkarte auf halbe Lebensgrösse dauert dies ungefähr 10 bis 15 Minuten.
- Das elektrische Licht wurde auch zu directen Yergrösserungen auf Platinotyp-papier benutzt und zwar in New-York schon seit 1879 mit Erfolg: das Licht wurde in den Brennpunkt einer Sammellinse gebracht und nach einem Negativ das ver-grösserte Bild auf ein Platinpapier entworfen Die Exposition betrug 5 bis 30 Minuten.
- Weiteres über Vergrösserungsapparate etc. s. das betreffende Capitel.
- Auch für directe Vergrösserung von kleinen Negativen auf Bromsilbergelatinepapier mit Entwickelung findet mit vielem Erfolge das elektrische Licht Anwendung, welches namentlich in jenen Fällen den anderen künstlichen Lichtquellen überlegen ist. in welchen sehr dichte Negative vorliegen. Die Eastman-Company in London vergrössert bei einem elektrischen Bogenlichte von mehreren Hundert Kerzen und verwendet hierbei das unter dem Namen Eastman-Papier“ bekannte Bromsilbergelatinepapier.
- 1) Bulletin Soc. fran<\ Phot. 1864. S. 169.
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- Erster Theil Zehntes Capitel.
- Für Projecticxnsz wecke, namentlich zum Pro.jiciren von Diapositiven. Photographien etc. für grosse Auditorien sind elektrische Projections-apparate unentbehrlich; diese werden namentlich von der Firma J. Plössl in Wien, ferner von Krüss in Hamburg angefertigt,
- Der Plössl’sehe grosse Projeetionsapparat, über welchen schon im Jahre 1884 von Dr. G-. Gärtner in den medieinischen Jahrbüchern der Gesellschaft der Aerzte zu Wien berichtet wurde, ist durch seine Einfachheit und vorzüglichen Leistungen hervorragend1). Derselbe besteht aus einer grossen hölzernen Camera (Fig. 145), einer elektrischen Lampe und dem Bildmikroseope. Die elektrische Bogenlampe kann ihren Strom sowohl von einer grossen Batterie, als auch von einer Dynamomaschine, wie das in dem Wiener physiologischen Institute geschieht, erhalten. Die Leuchtkraft der Lampe beträgt für starke Vergrüsserungen gegen 2500 Normalkerzen. Dieselbe ist ähnlich construirt, wie der in No. 9, Seite 137, 1884 der „Elektrotechnischen Bund-schau“ abgebildete elektrische Handregulator von Sautter-Lemonnier, welcher für die Projeetionsbeleuchtung feindlicher Kriegsschiffe bekanntlich schon seit mehreren Jahren eine grosse Bolle spielt. Der Begulator (Fig. 445 L) besteht ebenfalls aus einer Spindel, auf welche ein doppeltes Schraubengewinde m und m‘ eingeschnitten ist. Die oben rechtsläufige und unten linksläufige Schraube verhält sich in Bezug auf ihre Fortbewegung wie 2 : 4 gemäss dem ungleichmässigen Abbrennen der beiden Kohlenstifte und werden bei A regulirt. Die Klemmen KK‘ (Fig. 145) tragen die Kohlenstäbe, die Schraube J3 dient zum Heben und Senken der Lampe, während die Schraube C zum Verschieben derselben nach rechts und links, die Schraube D zum Fortbewegen des Handregulators nach vorn oder rückwärts bestimmt ist. Der Kasten N ist aus Eichenholz gefertigt . 45 cm breit, 74 cm lang und 90 cm hoch. Die Seiten sind mit grossen Thüren und runden, mit rothen Scheiben ausgefüilten Sehöffnungen versehen. Infolge der Grösse des Kastens werden dessen Wände nur wenig erhitzt. Zudem sind oben und unten Oeffhungen angebracht, damit Luftcireulation stattfinden und die heisse Luft nach oben entweichen kann. Die Camera N ist auf einen mit einer Klappe versehenen Politisch V V fest aufgesehraubt. Die an dem Kasten N vorne angebrachte Schraube E dient zur Verschiebung einer hinter der Beleuchtungs-linse befindlichen Blendung. Die Blendungen von verschiedener Grösse sind in die Drehscheibe D oingeschnitteii. Die Präparate werden durch die Scheibe W mittels des federnden Halters M festgehalten und ist auch bei W eine Vorrichtung angebracht , um lebende Präparate unter dem Einflüsse eines schwachen elektrischen Stromes beobachten zu können. Bei S befindet sich eine Flügelsehraube, mittels deren die Lampe in beliebiger Neigung fixirt wird. Zwischen den Beleuchtungslinsen (Oon-densatoren) rs und dem Mikroseope M ist ein konischer Behälter R angebracht, der immer mit Wasser gefüllt ist, um ausstrahlondo Wärme zu absorbiren und demgemäss die Präparate vor Zerstörung zu wahren. Bei TT' wird dieses hermetisch schliessende und sehr exaet gearbeitete Wassergefäss gefüllt, bei dem Hahne T“ kann das Wasser abgelassen werden. Auch ist es mittels dieser Vorrichtung möglich, bei übermässig grosser Wärmeentwiekolung einen perpetuirliehen Wasserstrahl mittels anzuschraubender Gummisehläuehe durch das vollkommen gefüllte Gofä-ss R gehen zu lassen, um solches fortwährend auf gleicher Temperatur zu erhalten. Die Länge der Wassersäule R beträgt ca. 30 cm , die vordere und hintere Wand des Wasserreservoirs sind aus planparallelen Spiegelgläsern hergestellt.
- 1) Eder’s Jahrbuch f. Photogr. für 1888. S. 390.
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- Das Mikroscop gleicht einem mit vorzüglichen achromatischen Linsen versehenen Sonnenmikroscop. A stellt den Tubus zum Anschrauben der Objective dar, B ist der Trieb zum groben Einstellen, C die Mikrometerschraube, D ist eine vor dem Objecte je nach Bedarf anzubringende Blende. Bei den Experimenten, welche
- mit dem Plössl’ sehen Bild-Mikroseope zu Wien angestellt worden sind, hat sich herausgestellt, dass bei Benutzung der Kühlvorrichtung es überflüssig ist, dem Wasser noch Alaun zuzusetzen.
- Die Lampe wird in den Kasten A7 schief gestellt, weil der das meiste Licht gebende Krater an der oberen Kohle sieh befindet und durch die Schiefstellung des Apparates sein Licht seitlich abgibt, während bei gerader Stellung das Lieht nach
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- Erster Theil. Zehntes Oapitel.
- unten geworfen würde. Die Polklemmen für die Stromzuleitung sind ausserhalb an dem Kasten angebracht und gelangt der Strom durch Schleiffedern in geeigneter Weise an die elektrische Lampe. Durch die verschiedenartige Hin- und Herbewegung des Lichtpunktes wird der auf das Object fallende Lichtkegel in einer dem Brennpunkte näheren oder entfernteren Stelle durch das Präparat abgesehnitten. Je grösser die Präparate sind, desto kürzer wird der Lichtkegel, desto grösser die Fläche des Kegelschnittes und desto geringer darf die Intensität der Beleuchtung sein; je kleiner aber die Präparate sind, je stärker infolge dessen die Vergrösserung sein muss, um so länger wird der Lichtstrahl werden müssen und um so kleiner, aber auch heller die
- Äbsehnittsstelle des Liehteonus, welcher das Präparat zu beleuchten hat. Die betreffenden Vorrichtungen machen es möglich, selbst mit den stärksten Immersionssystemen hinreichend lichtstarke Bilder auf der weissen Wand des Auditoriums zu erzeugen. Die Wand besteht im Wiener Institut unter Vermeidung von Leinwand oder Papier
- i’ig. 147.
- aus fein präparirtem Gyps, der in einen starken eisernen King gegossen und auf seiner ganzen Fläche auf das Feinste geglättet ist.
- Die Ermittelung der Vergrösserung eines Objectes durch ein bestimmtes Objectiv wird in der Weise vorgenommen, dass man ein Glas-Mikrometer als Object in das Mikroscop bringt, die auf der weissen Wand vergrüssert erscheinenden Theilstriehe abmisst und in das Mass den Durchmesser der Mikrometertheilung dividirt. Mit dem geschilderten Instrumente können Vergrösserungen von 370 bis 8000 linear bei einer Schirmdistanz von 435 cm erzielt werden. Um die feinsten Details auch von der Ferne zu erkennen, ist es empfehlenswerth, sich guter Operngläser bei den einschlägigen Vorstellungen zu bedienen. Ein rothes Blutkörperchen des Menschen er-
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- scheint z. B. als eine Scheibe von 6 cm Durchmesser; farblose Blutkörperchen haben bei gleicher Yergrösserung (Immersionslinse No. 10 von Seibert) einen Durchmesser von 12 bis 18 cm und kann man die lebhaften amöboiden Bewegungen eines solchen Gebildes sehr deutlich von allen Stellen des Auditoriums aus wahrnehmen.
- Sollen Körperchen in Flüssigkeiten , kleine zu physiologischen Experimenten benutzte Thiere oder lebende Embryonen mittels des geschilderten Instrumentariums untersucht oder gezeigt werden, so wird an Stelle des horizontalen Mikroeeopes M (Fig. 146) die Prismenvorrichtung PP' (Fig. 147) angesehraübt. L sind die Beleuchtungslinsen, R das mehrerwähnte Wassergefäss, P das untere Prisma oder an dessen Steile ein gut geschliffener Planspiegel, darüber der Objecttisch T, dann folgt das Objectivsystem 0, und schliesslich P‘. das obere Prisma. Die Lichtstrahlen werden von dem unteren Prisma total refleetirt, durch das Präparat, das hier durch einen Pfeil bezeichnet ist, hindurchgeleitet, das Bild des Präparates durch die Linse ver-grössert und mittels des oberen Prisma I" auf die weisse Wand des Auditoriums nach T' geworfen.
- In Fig. 147 ist eine weitere Vorrichtung abgebildet, welche für die Projeetion grosser Präparate, z B, von Hirnschnitten oder Durchschnitten von ganzen Organen, sowie von durchsichtigen Abbildungen sich eignet. An die Beleuehtungslinse L wird das Wassergefäss R angefügt, vor dem sich das zu vergrössernde Bild, hier ein Pfeil, befindet. Vor das Bild setzt man das Objectiv, am besten ein photographisches Porträt-objeetiv, das mittels des Blasebalges B dem Objecte P genähert werden kann. Die feinste Einstellung des Objeetives O geschieht mittels der Schraube T.
- Zur Erzeugung' von Projectionsbildern mittels elektrischen Lichtes kann übrigens, da dasselbe, wenn richtig gehandhabt. feuersicher ist. ein jeder kubische oder rechteckige Holzkasten, oder eine ganz gewöhnliche hohe Bleehiaterne. Fig. 14s. verwendet werden.
- Ein selbst regulirender oder mit Handregulator versehener Ständer für das elektrische Licht wird in den innenraum der Laterne so gestellt, dass das Licht der beiden Kohlenspitzen auch hier gerade im Cent rum der hinter dem Obieciive anzubringenden Condensatoren sich befinde. Für alle Fälle muss die eine Seite der Laterne leicht zugänglich. bei dem Gebrauche aber mit einem lichtdichten schwarzen Tuche verhängt sein, um Unregelmässigkeiten im Abbrennen der Stifte durch Nachhelfen mit der Hand ordnen zu können.
- H) Verwendung des elektrischen Bogenlichtes zur Mikrophotographie.
- Das elektrische Bogenlieht ist sehr geeignet zur Mikrophotographie und es liefert die Firma Zeiss in Jena eigene Lampen (von Siemens & Halske) von 1200 Kerzen Stärke und einem Condensorsystem: eine mit kaltem destillirten Wasser gefüllte, mit Spiegelglaswänden versehene
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- Wanne dient zur Kühlung der Strahlen, deren grosse Wärme schädlich auf das Mikroscop wirken könnte. Zum Schutze des Kondensors ist zwischen diesem und dem Bogenlichte eine Glimmerplatte eingeschaltet. Betreffend die Anordnung dieses Apparates und dessen genauerer Beschreibung verweisen wir auf Marktanner-Turneretscher’s „Mikrophotographie“ (1890. S. 124), sowie Dr. Nouhauss, „Lehrbuch der Mikrophotographie“ (1890). und Stein, „Das Licht im Dienste wissenschaftlicher Forschung“.
- III. Das Magnesiumliclit.
- Wird metallisches Magnesium mittels einer Spiritus- oder Gasflamme an der Luft erhitzt, so entzündet es sich und verbrennt unter Entwickelung eines weissen Dampfes von Magnesiumoxyd mit glänzendem bläuliehweissen Lichte nach der Gleichung: Mg -j- 0 = MgO, Magnesium -j- Sauerstoff = Magnesiumoxyd.
- Das letztere entweicht in Form eines weissen Bauches, welcher sich als weisses Pulver wieder absetzt. Dieses Licht- ist sehr actinisch, Dank seines Beichthumes an stärker brechbaren Strahlen (blau, violett, ultraviolett): das Spectrum des brennenden Magnesiums ist ein nahezu continuirliehes (vom glühenden festen Magnesiumoxyd herrührendes l). jedoch treten mehrfach Magnesium-Linien (vom glühenden Magnesiumdampf herrührend) in demselben auf.
- Das Magnesium gibt ein sehr wirksames und bequem herzustellendes Licht, dessen Kosten nicht beträchtlich sind, sobald es sich nicht um lange Expositionen handelt. Zufolge des in den letzten .lahren bedeutend gesunkenen Preises spielt es eine bedeutende Bolle in der Photographie, namentlich dadurch, dass man im Stande ist mittels Magnesiumpulver ein äusserst rasch verbrennendes Licht, sog. Magnesium-bützücht zu erhalten, wodurch Momentaufnahmen bei künstlichem Lichte möglich wurden. Dadurch . dass man nunmehr ohne jede Schwierigkeit und ohne kostspielige M aschin e n an läge n (welche z. B. die Einführung des elektrischen Lichtes erschwerend Interieurs. Höhlen, ja sogar Porträte und Gruppen bei Magnesiumlicht herstellen kann, errang sich dasselbe eine grosse Verbreitung. Allerdings ist Licht nicht zu ebenso anhaltend starker Wirkung zu steigern, wie dies beim elektrischen Lichte möglich ist. und ferner ist die Bauch-EntWickelung für eine längere Beleuchtungsdauer mitunter hinderlich, so dass das Magnesium-
- 1) Es ist das Spectrum des brennenden Magnesiums in seiner Intensitätsverthei-lung sehr ähnlich demjenigen des Knallgas-Kalk- oder Knallgas-Magnesia-Lichtes.
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- licht nicht darauf Anspruch erheben darf, das elektrische Licht zu verdrängen. Allein in vielen, weiter unten näher beschriebenen Fällen ist das Magnesiumlicht unersetzlich.
- A) Geschichtliches.
- Bimsen und Roscoe machten 1859 auf die bedeutende chemische Wirkung des brennenden Magnesiums aufmerksam. Sie erkannten dessen Werth als einfaches und sicheres Mittel zu photochemischen Massbestimmungen und als Erleuchtungsmaterial (Poggend. Annalen. Bd. 108, S. 206).
- Fast gleichzeitig mit den Genannten machte Crookes dieselbe Beobachtung und experimentirte sofort mit dem Magnesiumlicht, um es zu photographischen Aufnahmen zu benutzen (Phot. Archiv. 1864. S. 449).
- Erst um das Jahr 1864 wurde das Magnesium in ausgedehnterem Masse photographisch verwendet, weil es mittlerweile fabriksmässig erzeugt und in den Handel gebracht worden war.
- Zur Erzeugung von photographischen Porträtaufnahmen wurde das Magnesiumlicht von Brothers in Manchester mit Erfolg verwendet. Er nahm ein Porträt von Prof. Faraday vor dem versammelten Publicum nach einer Vorlesung in der „Royal Institution“ auf1)- Im Juli 1864 wurden in Berlin die ersten gelungenen Versuche durch H. W. Vogel in Gegenwart von Carl, Suck, Rem eie, Poggendorff gemacht, wobei mit nassen Platten und Eisenvitriol-Entwickelung eine Exposition von 55 Seeunden und g Draht erforderlich waren2).
- Brothers (1864) fand schon, dass die bei eoncentrirtem Magnesium licht aufgenommenen Porträte hart sind und deshalb das zerstreute Magnesiumlicht vorzuziehen ist. Ein Stück flachen Spiegels, das im Hintergründe des Brenners befestigt ist, passt sehr gut.
- M a d d o x verwendete es 1864 bei vergrösserten Aufnahmen mikroscopischer Objecte (Photomikrographie 3).
- Piazzi und Smith machten 1865 interessante Aufnahmen im Innern der grossen ägyptischen Pyramide4).
- Geldmacher erhielt bei Magnesiumlicht Porträte in 70 Seeunden (wenn er bei Tageslicht 5 Seeunden nothwendig hatte) und Gypsmodelle in 45 Seeunden. Transparentpositive nach Negativen waren in 2 Seeunden ausexponirt (nasses Collodion-Verfahren). Auf Chlorsilberpapier wurde unter einem Negativ nach 5 Minuten nur ein sehr schwaches Bild erhalten, wobei allerdings für einen genügend kräftigen Abdruck l1/^ bis 2 Stunden nothwendig gewesen wären5).
- Nadar, welcher die Pariser Katakomben bei elektrischem Lichte photographirt hatte (s. S. 468), bediente sich bei Aufnahme der unterirdischen Canalbauten der Einfachheit halber des Magnesiumlichtes. Leth in Wien nahm (um das Jahr 1865) den Sarkophag der Maria Theresia in der Kaisergruft Abends bei demselben Lichte auf und Fr. von Rei singer 1867 Stein-Reliefs und Sarkophage in den Katakomben von
- 1) Phot. Mitth. 1864. Bd. 1, S. 49. Phot. Archiv. 1864. S. 208 und 449.
- 2) Phot Mitth. 1864. Bd. 1, S. 60.
- 3) Phot. Archiv. 1864. S. 453.
- 4) Bulletin soc. franQ. 1865. S. 321, aus Photographie Journ. Phot. Archiv. 1865. S. 379.
- 5) Phot. Archiv. 1865. S. 160.
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- Erster Theil. Zehntes Kapitel.
- Lemberg. Albert in München beleuchtete damals Gemälde und Fresken sofort in den Gallerien und machte dadurch das Abnehmen und Transportiren überflüssig. Mariot nahm 18(8 das Innere der Adelsberger Grotte bei Magnesiumlicht auf1)-
- Trotz der erwähnten Versuche erwies sich das Magnesium band zu Porträtaufnahmen für die Praxis kaum verwendbar, weil dasselbe zu langsam abbrennt; erst in neuerer Zeit gelang es mittels Ma gn e sium pulver ein blitzschnell verbrennendes, sehr wirksames Licht zu erzielen. Allerdings hatte bereits Trail Taylor im Jahre 1865 2) versucht, mittels Mischung von Magnesiumpulver mit Kaliumchlorat, Schwefel und Schwefelantimon bei sehr kurzer Belichtungszeit Photographien zu erhalten, da dieses Gemisch sehr rasch verbrennt. Diese Versuche hatten jedoch zu keiner praktischen Verwerthung in der Porträtphotographie etc. geführt, weil die geringe Empfindlichkeit des damals allgemein verwendeten nassen Collodionverfahrens und der damalige hohe Preis des Magnesiumpulvers entgegenstand; diese Versuche Trail Taylor’s ge-riethen deshalb in Vergessenheit.
- Ein Versuch Larkin’s, das Magnesium pulver in Lampen zu verbrennen, erwies sich als unbrauchbar:
- Larkin liess 1866 eine Magnesiumlampe patentiren, in welcher Magnesiumpulver verbrannt wird. Das Metallpulver ist in einem grossen Reservoir enthalten, das am Boden mit einer kleinen Oeffnung versehen ist; durch diese fällt das Pulver in ähnlicher Weise, wie der Sand bei den Sanduhren. Um ein continuirliches Durchfliessen des Pulvers zu bewirken, mischt man das Magnesiumpulver mit feinem Sand. An der Ausgangsstelle der Oeffnung des Reservoirs fällt dies Pulver frei durch eine metallene Röhre, durch deren oberes Ende man einen Strom von gewöhnlichem Leuchtgas führt. Das Pulvergemenge fliesst mit dem Gasstrom nach unten, vereinigt sich an der Oeffnung und wird entzündet3).
- Die nächsten Versuche von Mischungen von Magnesiumpulver mit reinem Kalium-ehiorat macht G A. Kenyon gleichfalls im Jahre 1883; er beobachtete den bedeutenden photographischen Effect, den der in Sauerstoff verbrennende Magnesiumdraht hervorbringt und verwendete dies zu Porträtaufnahmen bei derartigem Lichte; zugleich bemerkte er, dass man auch Magnesiumpulver und Kaliumchlorat zur Erzeugung eines brillanten Lichtes verwenden könne; er wurde jedoch durch die hierbei auftretende Rauehentwiekelung abgehalten, diese Beobachtung weiter zu verfolgen (Brit. Journ. Phot. 1883. S. 61).
- Die Photographie mit Magnesium pulver in Form von „Blitzlicht11 gelangte erst durch J. Gaedieke und A. Miethe in Berlin 1887 zum Aufschwünge (s. u.) und bald beschäftigte sieh alle Welt damit, da die von denselben empfohlenen Explosivmischungen von Magnesiumpulver (Magnesium, Kaliumchlorat, Schwefelantimon und später andere Mischungen s. u.) thatsächlieh blitzschnell verbrennen und Momentbilder von Porträten, Gruppen etc. geben.
- Ungefähr zur selben Zeit beschäftigte sieh Meydenbauer mit Versuchen derselben Art. Nachdem Gaedieke und Miethe den Anstoss zur Magnesium-Blitz-Photographie gegeben hatten, lernte man die vortrefflichen Eigenschaften des durch eine Flamme geblasenen reinen Ma gnesiu m pulver s kennen.
- T. N. Armstrong machte nämlich kurz nach dem Bekanntwerden des Gaedic-ke-Miethe’schen Blitzpulvers aufmerksam, dass reines Magnesiumpulver, direct durch eine
- 1) Phot. Archiv. 1868. S. 202.
- 2) Phot. News. 1865. S. 550. Phot. Woehenbl. 1883. S. 79.
- 3) Les Mondes. Bd. 12, S. 136. Dingler’s Polyt. Journ. Bd. 182, S. 203.
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- Die Photographie bei künstlichem Licht
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- Lichtflamme geblasen, ein sehr intensives Licht gibt (Brit. Journ. Phot. 1887. S. 777). Harrison empfahl kurz darauf ein Gemisch von Magnesiumpulver mit Hexenmehl (Lycopodinm-Samen) durch die Flamme zu blasen (ibid. S. 791), ohne dass damit eine Verbesserunu' des einfacheren A rm strong’ sehen Vorganges erzielt worden wäre.
- Die Methode, reines Magnesiumpulver mittels pneumatischer Vorrichtungen in eine Flamme zu blasen, wurde namentlich durch die von Schirm in Breslau und Anderen erfundenen „Blitzlampen“ zu einer leicht und bequem auszuführenden gemacht. Gegenwärtig erscheint das Magnesiumlieht als ein kaum entbehrliches Hilfsmittel zur Photographie solcher Objecte, bei denen das Tageslicht fehlt.
- Tm Jahie 1886 wurde das Magnesium durch die Einführung neuer Darsteilungs-methoden (mit Elektricität) von der Magnesiumfabrik in Bremen, nach dem Patente Grätzel, im Grossen und wesentlich billiger als früher dargestellt, indem das Kilogramm Magnesiumdraht 60 Mark kostete, während es früher das 5 bis 6 fache kostete. Namentlich das Magnesiumpulver sank im Preise, indem es bei der Fabrikation direct erhalten wird, und sogar etwas billiger als der Draht oder Band hergestellt wurde.
- B) Chemische Leuchtkraft und photographische Wirksamkeit der verschiedenen Arten des Magnesiumlichtes.
- Bereits auf Seite 457 dieses Bandes wurde eine Tabelle angegeben, aus welcher die von einem gewissen Quantum Magnesiumpulver entwickelte Lichtmenge angegeben und aus welcher hervorgeht, dass das Magnesiumhand viel langsamer verbrennt als Magnesiumpulver, und dass die entwickelte Lichtmenge wohl mit dem Gewichte des verbrannten Magnesiums zusammenhängt, aber in keinem geraden Verhältnisse steht. — Auch ist es nicht ganz einerlei, wenn man dasselbe Gewicht von Magnesium in Form eines Bandes (also in einem längeren Zeitraum), oder als reines Magnesiumpulver in einer Flamme, oder in einer Explosivmischung verbrennt (s. unten).
- Nur für die ungenaue Schätzung, welche aber immerhin für die praktische Photographie als ein ganz beiläufiger Anhaltspunkt dient, kann man annehnien : Der photographische Effect ein und desselben Gewichtes von verbranntem Magnesium ist ungefähr gleich, sei es nun, dass man es in der einen oder der anderen Form verbrennt; verbrennt man das 2, 3, 4 fac-he Gewicht von Magnesium, so kann man die Belichtung auf 1b, fh, 1U der ursprünglichen Belichtungszeit abkürzen. Wenn auch der Praktiker sich ohne Nachtheil mit einer solchen ungenauen Begel abfinden mag, so hält sie dennoch einer exaeteren Prüfung nicht Stand.
- 1. Vergleicht man die chemische Leuchtkraft von gleichen Gewichtstheilen langsam brennenden Magnesiumbandes und schnell verbrennendem reinen Magnesiumpulver, so ergibt sich, dass sie in beiden Fällen nur annähernd, aber nicht genau dieselbe ist, sondern dass das in eine Flamme geblasene reine Magnesiumpulver ein wirksames Licht entwickelt; dagegen bleibt die Leuchtkraft des mit sauerstoffreiehen Substanzen (Chlorat etc.) gemischten und in einem Häufchen1) entzündeten Magnesiumpulvers
- 1) Das in Form eines gestreckten Walles verbrannte Explosivpulver entwickelt mehr Licht und kommt dann im Durchschnitte dem in eine Flamme geblasenen reinen Magnesiumpulver annähernd gleich.
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- hinter dem reinen . durch eine Flamme geblasenen Magnesium zurück (nahezu um die Hälfte) und erreicht kaum die Leuchtkraft eines gleichen Gewichtes von langsam verbrennendem Magnesiumband.
- Der Grund dieser auffallenden Erscheinung dürfte in Folgendem liegen: Die Flamme des brennenden Magnesiums ist von einem weissen Rauch (MgO) umgeben und ist für die auf dasselbe fallende oder von innen kommende Lieht von brennendem Magnesium nahezu undurchsichtig, so dass das gleichzeitige Abbrennen mehrerer hintereinander befindlicher Magnesiumbänder, oder eines in analoger Weise ausgebreiteten Häufchens von Magnesium-Chloratmischung kaum mehr Lieht liefert, als der vordere Theil des brennenden Magnesiums allein. Je näher die brennenden Magnesiumpartibelchen sich aneinander befinden, je compakter die brennende Masse ist, um so weniger ist eine Steigerung des Liehteffeetes bemerkbar. Z. B. liefert ein com-paktes Häufchen von Magnesium -Chloratpulver nur 2/3 oder 3/4 des Lichtes wie dasselbe Quantum, welches in Form eines langgestreckten Walles ausgestreut ist Ferner geben sechs dicht gewundene Magnesiumbänder annähernd nur die Hälfte des Lichteffectes als dasselbe Quantum , wenn man das Band nacheinander verbrennt oder die Drähte in einiger Entfernung nebeneinander entzündet. Daraus dürfte es sieh ungezwungen erklären lassen, dass die kleinere Lichtiläche eines entzündeten compakten Magnesiumhaufens in explosiver Mischung weniger Licht aussendet, als die viel breitere Lichtfläehe des in eine Flamme geblasenen Magnesiumpulvers, welches sich wie eine Staubwolke breit vertheilt. In der Mitte zwischen beiden steht das langsam verbrennende, aber nur eine kleine Flammenzunge gebende Magnesiumband.
- 2. Zu photometrisehen Bestimmungen erhält man mittels Magnesiumband mir dann constante Lichteffeete. wenn man ein c-onstantes Gewicht in derselben Zeit abbrennt, "wie bereits Dr. Stolze angegeben hat1).
- C) Bestimmung der Verbrennungsdauer von Magnesium-Blitzlicht.
- Boi der Betrachtung1 des Abbrennens der verschiedenen Arten des Magnesium-Blitzlichtes bemerkt man, dass bei den verschiedenen Systemen die Verbrennungsgesehwindigkeit bald grösser, bald geringer ist. Man kann dies auch an den Resultaten bei den damit hergestellten photographischen Aufnahmen bemerken; mitunter erscheinen, z. B. bei Gruppen-Aufnahmen, einzelne Figuren unscharf, weil das ..Blitzlicht'1 zu langsam abbrannte und die Personen Zeit genug hatten . um sielt während der Belichlungszeit zu bewegen. Ein ..Blitzlicht“ soll eine möglichst kurze Verbrennungsdauer besitzen, wenn es bei der Photographie beweglicher Objecte völlig genügen soll.
- Zur Bestimmung der Verbrennungsdauer kann Kder’s Apparat dienen2) (Fig. 150). Ein schweres Bad aus dunkel gebeiztem Holze, von ungefähr 70 cm Durchmesser, dreht sich mittels einer durch die Hand in Bewegung gesetzten Kurbel leicht um seine Achse. Am Mittelpunkte des Bades ist eine versilberte Halbkugel aus Glas angebracht:
- 1) Vergl. Eder’s Ansführl. Handb. d. Photogr. 2. Aufl. Bd I. S. 261 (1891).
- 2) Phot. Corresp. 1890. Seite 364.
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- Die Photographie bei künstlichem Licht.
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- an der Peripherie befindet sich eine ebensolche Halbkugel, welche das Licht mit lebhaftem Glanze reflectirt, Ein am Eade angebrachter Metallstift bewirkt das Anschlägen einer mit einem Metallknopfe versehenen Feder an ein kleines Glöckchen, so dass bei je einer Umdrehung des Rades ein leiser, deutlich vernehmbarer Glockenschlag ertönt. Andererseits setzt man einen Secundenpendel in Gang, oder zählt nach einer Uhr präcise und laut die Secunden. Ein Gehilfe dreht das Ead und muss es sorgsam so einrichten, dass jeder Glockenschlag mit dem Se-cundenschlag zusammenfällt. Das Ead ist, wie erwähnt, ziemlich schwer und besitzt demzufolge einen ruhigen, regelmässigen Gang. Dieser
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- Apparat kann ebenso gut zur Bestimmung der Geschwindigkeit eines IMomentVerschlusses. als zur Messung der Verbrenmmgsgeschwindigkeit von „Blitzlicht“ dienen, in letzterem Falle stellt man dann das Ead sowie die Blitzlampe und die photographische Camera in einer Dunkelkammer auf.
- Zunächst wird mit Hilfe einer Kerze das Betlexbild der Halbkugeln scharf mittels der photographischen Camera eingestellt; man verdunkelt dann den Baum, legt eine empfindliche Blatte in die Camera ein. öffnet den Objectivdeckel . setzt das Ead in Bewegung und brennt das Magnesium-Blitzlicht in dem Momente ab. wo man sich durch das
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- (iehör überzeugt hat. dass das Rad genau eine Umdrehung in der Seeunde macht.
- Entwickelt man dann die Platte, so erhält man einen deutlich sichtbaren. scharten Punkt in der Mitte des Rades und einen scharfen, mehr oder weniger langen bogenförmigen Strich an der Peripherie, welcher dem Wege entspricht, den die glänzende Halbkugel während der Hauer der Beleuchtung zurücklegte. Beträgt dieser Bogen Vr des Kreisumfanges. so dauerte die Beleuchtung */4 Seeunde u. s. w. Natürlich kann gleichzeitig die chemische Leuchtkraft mittels eines Photometers bestimmt werden.
- Einen anderen, zu demselben Zwecke dienenden Apparat eonstruirte 0. Hruza (Eder’s Jahrbuch f. Photogr. für 180:).
- Ein Uhrwerk mit guter Reguiirung gibt einer Welle (re) die genaue Umdrehung von einer Seeunde (s. Fig 151), auf dieser Welle ist eine Art von Riemenscheibe (r)
- von 10 cm Durchmesser aufgekeilt. Diese letztere sitzt in einer fixen Trommel (t), die ausser einem Schlitz vollkommen liehdicht sehliesst. Der Schlitz oder Spalt (a) dient zum Durchlässen des Lichtes, welches von der Blitzvorriehtung erzeugt wird (Breite
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- l-’ii!'. 152.
- 3—4 mm, Länge 5 cm) und trägt seiner Länge nach, also parallel zur Drehachse, eine Photometerscala (Fig. 152). Auf der Randspur der gleichfalls 5 cm breiten Riemenscheibe wird nun ein Streifen Eastman-Papier oder Film befestigt. Das Funetioniren des Ganzen ist nun folgendes: Das Uhrwerk wird in Bewegung gesetzt und bewirkt die gleichmässige Drehung der Riemenscheibe, wodurch der auf diese aufgezogene lichtempfindliche Film knapp vor dem Spalt a vorbeigefiihrt wird. Erfolgt nun die Belichtung mittels Magnesium - Blitz, so wird durch diesen der während der Blitzdauer
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- hei dem Spalte vorbei^eführte Theil des Film belichtet und zwar so, dass jede Nuance der Lichtintensität sich auch als Abstufung durch das Photometer auf dem entwickelten Bilde zeigt. Die einmalige Umdrehung entspricht einer Secunde, man kann also aus der Länge des Bildes am Film die Belichtungszeit constatiren.
- lieber die Verbrennungsdauer ergeben sich (ausser der bereits auf Seite 457 angeführten Tabelle) folgende allgemeine Resultate (Eder):
- 1. Die Verbrennungsdauer des reinen, durch eine Flamme geblasenen Magnesiumpulvers kann im Durchschnitt für 0.1 g Magnesium = 77 Secunde gesetzt werden; für grössere Mengen wächst die Verbrennungsdauer durchaus nicht in demselben, sondern in einem geringeren Masse, so dass z. B. 0.5 bis 1 g Magnesiumpulver durchschnittlich in V4 Secunde verbrennen.
- 2. Die Verbrennungsgeschwindigkeit der explosiven Magnesiummischungen (Magnesium, Kaliumchlorat und Kaliumperchlorat) ist eine grössere als jene des reinen Magnesiumstaubes. Eine Mischung, welche 0.1 g Magnesium enthält, verbrennt durchschnittlich in V30 bis Vso Secunde; Mischungen aber, welche llj2 g Magnesium enthalten, ergaben keine viel längere Verbrennungsdauer, sondern im Mittel V20 bis 7-25 Secunde.
- 3. Handelt es sich um eine grosse chemische Leuchtkraft bei möglichst kurzer Verbrennungsdauer, so ist den explosiven Magnesiummischungen der Vorzug zu geben.
- D) Beleuchtung mittels Magnesiumband.
- Das Magnesium wird entweder in Form von Draht ausgezogen oder zu dünnen Bändern ausgewalzt, welche letztere sich wegen ihrer leichteren Brennbarkeit allgemein eingebürgert haben.
- Der Magnesiumdraht kommt in einer Stärke von 0,45 mm Durchmesser ansteigend in den Handel; das Magnesiumband, welches sich namentlich zum Brennen in Magnesiumlampen besser eignet, kommt in einer Breite von 2 bis 5 mm und einer Stärke von 0.1 bis 0.3 mm vor.
- Fm das Magnesium bequem verbrennen zu können, wurden Halter und Lampen construirt,
- Der Halter für brennenden Magnesi umdraht in der einfachsten Form ist in Fig. 153 abgebildet.
- Derselbe kann da angewendet werden, wo nur geringe Mengen von Draht zu verbrennen sind. Man schiebt so viel Draht (Band) wie man verbrennen will, vor die Metallspitze B und zündet ihn an, indem man ihn einige Seeunden ruhig in die Flamme eines Streichhölzchens oder besser einer Weingeisttiamme hält, Er brennt bis ungefähr 72 cm von der Metallspitze. Wenn man ihn auslöschen will, zieht man ihn einfach bei Ä zurück.
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- Billige Magnesiumlampen werden mit Handregulirung versehen und genügen für mindere Ansprüche vollkommen. Fig. 154 zeigt eine Magnesiumlampe mit Handregulirung. welche z. B. von E. Brandt in Berlin in den Handel gebracht wird. Der polirte Hell exspiegel kann leicht entfernt werden, wenn man keinen begrenzten Ort beleuchten will (Eder's Jahrbuch f. Phot, für 1889. 3. Jahrgang. Seite 370).
- Magnesiumband ist jedoch ohne Anwendung einer Ehr. welche das verbrennende Magnesium regelmässig vorwärts schiebt, in Combinathm mit einem Reficctor für längere Beleuchtung nicht gut practicabel. Die ersten Versuche zur Construction von Magnesiumlampen rührten von M ath er in Salford und Hart in Kingland her, bei welchen der Draht mit der Hand von einer Spule abgewinkelt wurde und durch ein Röhrchen in die Flamme einer Spirituslampe geleitet wurde1). Der Amerikaner Alonzo Orant liess die Abwickelung des Drahtes von der Spule durch
- ein Fhrwerk besorgen und eoncentrirte die Strahlen durch hohle Metallspiegel: diese Form ist noch heute ziemlich allgemein beibehalten.
- Dran Es Magnesiumlampe2) besteht aus einem in einer Blechkapsel D (Fig. 155) befindlichen Uhrwerke, welches bei O aufgezogen wird und zwei kleine mit Gummi überzogene 'Walzen an einander vorbeidreht. Der zu verbrennende, in A vorräthig aufgerollte Magnesiumdraht ist bei B in das Uhrwerk eingefügt, und schiebt sich mittels der Walzen durch das Messingröhrchen D C vor. um bei C angezündet werden zu können. Der Lichtpunkt befindet sich im Focus des Hohlspiegels. Durch einen in dem oberen Theil der Kapsel B befindlichen Windfang kann die Raschheit der Drahtbewegung regulirt werden; der kleine Hebel bei F dient zur Hemmung des Uhrwerkes, um ein sofortiges Erlöschen des
- 1) Phot. Archiv. 1865. S. 372 und 377.
- 2) Phot. Archiv. 1865. S. 243 und 1860. S. 310. Stein, Das Lieht. 1877. S. 64.
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- Lichtes zu bewirken. — Wenn irgendwo längere Beleuchtung nöthig ist, erhält der Reflector einen Vorsatzrahmen mit Glas und Rauehfang.
- Der hinter dem brennenden Magnesium angebrachte Metall-Hohlspiegel verstärkt die Wirkung des Lichtes bedeutend. Die Wirkung einer Magnesiumlampe ohne Reflector verhält sich zu der mit Reflector wie 1:3 (H. W. Vogel).
- Um grössere Flächen zu beleuchten, construirt man weniger stark gewölbte Reflectoren für Magnesiumlampen, wie sie in Fig. 156 ersichtlich sind 1).
- Eine neuere Magnesiumlampe (für Magnesiumband) ist die von 0. Ney in Berlin, welche in Fig. 157 abgebildet ist, und bei welcher
- Fig. 155. Grant’s Magnesiumlampe.
- das Auf- und Abrücken der brennenden Magnesiumzunge in geringerem Grade stattfindet.
- Man construirte auch Magnesiumlampen, in welchen zwei und mehr Magnesiumbänder gleichzeitig verbrannten; mit zwei Bändern entspricht auch der Erfolg ziemlich dem gesteigerten Magnesiumverbrauehe, bei mehr (bis acht) Bändern erhält man einen Effect, welcher nicht entfernt der Vermehrung des verbrannten Materials entspricht2). [Ueber die Erklärung dieser Erscheinung siehe Seite 492.]
- 1) Phot. Corresp. 1866. S. 36 und 74.
- 2) Meydenbauer, Phot. Wochenbl. 1887. S. 152.
- Eder, Handbuch der Photographie. I. Theil. 2. Aull.
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- Die Magnesiumlampen haben fast immer Refiectoren. Parabolische Metallspiegel sind gut zur grellen Beleuchtung bei Vergrösserungen etc. Für Interieurs etc. reflectiren sie häufig zu grelles Licht, man verwendet deshalb weisse Schirme von Leinwand, Papier etc.1)
- Zur Erzeugung von photographischen Porträtaufnahmen wurde das Magnesiumband seit den sechziger Jahren mehrfach versucht (siehe
- ’J?ig. 156. Magnesiumlampe. Uig. 157.
- oben Seite 489), jedoch ohne Erfolg, weil die erforderliche lange Belichtungszeit hinderlich ist.
- 1. Anwendung des Magnesiumlichtes zum Vergrössern von Negativen, sowie, in der Mikrophotographie.
- Das Schwanken des brennenden Magnesiumbandes ist eine Unannehmlichkeit. welche sowohl bei der Mikrophotographie bemerkbar ist. als auch bei der Beleuchtung von Negativen, welche vergrössert werden sollen. Es ist in diesen Fällen in der Pegel besser, wenn man das Licht nicht direct zur Beleuchtung des Objectes verwendet, sondern eine matt geätzte Glastafel zur gleicbmässigen Vertheilung des Lichtes einschaltet.
- Dr. Meydenbauer vergrösserte Negative (vom Formate 40 bis 60 em) mittels Magnesiumlicht auf Bromsilberpapier mit Hilfe der nachfolgenden Einrichtung.
- Es wird ein Kasten aus dünnen Brettern, circa 50 cm lang, angefertigt. Der Querschnitt beträgt im Lichten 42 cm im Quadrat. Innen sind 4 Spiegel so angebracht.
- 1) Bereits von Dr. Szekely (Phot. Corresp. 1866. S. 75), Pertseh (ibid. S, 28) empfohlen.
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- dass sie an einem Ende den Seitenwänden anliegen, am anderen jedoch einen rechteckigen Kaum von 12 cm Breite und 35 cm Höhe in symmetrischer Anordnung ein-sehliessen, woraus die geneigte Lage der Spiegel sieh von selbst ergibt. Die grosse Oeffnung ist durch eine leicht herauszunehmende matte Spiegelscheibe, deren Ecken abgeschnitten sind, geschlossen; am anderen Ende befindet sieh eine leicht gehende Thür, innen mit weissem Papier1) bekleidet. Endlich befindet sich in geringem Abstande von der Thürseite eine durch die Kastendecke und oberen Spiegel geschnittene kreisförmige Oeffnung von 8 cm Durchmesser und darüber ein nach dem Schornstein führendes Blechrohr von gleichem Durchmesser. Soll das Negativ belichtet werden, so wird der Kasten mit der matten Scheibe dicht an das Negativ gedrückt, welches vergrössert wird, unter der Oeffnung an den Draht eine oder zwei Magnesiumspiralen (von 3—14 cm Länge) angehängt, angezündet und die Thür nicht ganz geschlossen, damit Luft eintreten kann. Die Bilder werden mit Steinheil-Aplanat Serie VI, No. 3 von 60 cm Breite auf 1,7 m Bilddurchmesser vergrössert (Phot. Woehenbl. 1888. S. 170; Eder’s Jahrbuch f. Photogr. für 1889. S. 351).
- 0. Ney in Berlin eonstruirte einen Vergrösserungsapparat mit Magnesiumlampe zur Herstellung von Yergrösserungen nach kleinen Negativen auf Bromsilbergelatine-
- Uig. 158.
- papier. Die Vorrichtung enthält eine Lampe, in welcher eine Stunde lang das Magnesium brennt und die Dämpfe durch einen Blechrauchfang abgeleitet werden. Der Apparat (Fig. 158) ist analog einem Sciopticon eingerichtet und entwirft mittels eines Objectives das Bild unmittelbar auf die empfindliche Schicht, welche dann hervorgerufen wird. Später gab er diesen Apparaten noch andere verbesserte Formen.
- Das Magnesiumlicht ist auch zur Mikroph otographie verwendbar und zwar als brennendes Magnesiumband in entsprechenden Lampen. Störend ist jedoch, dass das brennende Magnesiumband nicht immer seine grösste Helligkeit an derselben Stelle besitzt, sondern der Lichtpunkt höher und tiefer rückt, so dass man nie sicher sein kann, während der Exposition ein gleichmässig beleuchtetes Lichtfeld im mikrophoto-
- 1) Eine Spiegelscheibe an Stelle der Papierrückwand ist schlecht, weil der Magnesiumrauch einen Schatten auf die Vorderfläehe wirft.
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- graphischen Apparat zu erhalten. Beneke1), welcher bereits im Jahre 1868 Versuche hiermit anstellte, suchte diesen Fehler dadurch zu verringern, dass er unter das brennende Band bei K (Fig. 159) ein Drahtnetz anbrachte, wodurch das sich beim Austritte senkende Band verhindert wird, sich zu weit von der Austrittstelle nach unten zu biegen; das Uhrwerk C hat wie gewöhnlich Flügelräder (F) zur Regulirung der Geschwindigkeit2).
- 2. Beseitigung des Rauches von brennendem Magnesium.
- Beim andauernden Brennen von Magnesiumband erfüllt sich de^ Arbeitsraum bald mit weissem Rauch; man versuchte deshalb, wie bereits auf S. 499 angegeben ist, die Magnesiumlampen mit Schornsteinen zu versehen.
- Ein wesentlicher Fortschritt ist durch Dr. Meydenbauer's (Berlin) Beobachtung gemacht, dass das Ver-brennungsproduct („Rauch“) dadurch condensirt werden kann, wenn man dicht über der Flamme ein enges Metallrohr anbringt, durch welches die Magnesiumdämpfe abziehen und sieh condensiren.
- Dr. Meydenbauer schreibt hierüber3): „Dicht über der Verbrennungsstelle, genau da, wo die nach unten gerichtete, zungenförmige Flamme auf hört, beginnt das zur Rauchabführung bestimmte Blechrohr von 2 bis 3 cm Durchmesser mit einem nach unten gerichteten Conus, der über der Flamme nur einen Durchmesser von 10 bis 12 mm hat. Hier-; Vig. 159. durch wird erreicht, dass dem Rauch gleich
- an der Absaugungsstelle nicht mehr Luft beigemischt wird, als zur Absaugung erforderlich ist. Die Metallröhre wird mindestens einen Meter senkrecht hoehgeführt, damit sich ein kräftiger Zug ausbilden kann. Oben befestigt man nun ein leichtes Kästchen (wir verwendeten eine gewöhnliche Cigarrenkiste), so dass der Anschluss an das Rohr im Boden des Kästchens rauchdicht ist. Ebenfalls mit dichtem Anschluss in den Boden wird eine aus gewöhnlichem Papiere gedrehte Röhre von 5 bis 6 cm Durchmesser senkrecht abwärts geführt und mündet dort in eine gewöhnliche grössere Pappschachtel. Befestigt man die Lampe in etwa 1,2 m Höhe vom Boden an einer Latte, die oben auch zum Festhalten der Metallröhre
- 1) Beneke, Die Photographie als Hilfsmittel mikroseopiseher Forschung. 1868.
- 2) Nähere Angaben über die Verwendung des Magnesiumliehtes zur Mikrophotographie s. Marktanner-Turneretscher, „Mikrophotographie“, S. 130.
- 3) Eder’s Jahrbuch f. Photogr. für 1889. 3. Jahrg. S. 371. Phot. Woehenbl. 1888. S. 354.
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- und des Kästchens dient, so wird der ganze Apparat 2,2 m lang und kann bequem herumgetragen und beliebig gerichtet werden. Er hält den Rauch der brennenden Lampe stundenlang fest. Die Magnesia verdichtet sieh grösstentheils in der Metallröhre und in dem oberen Kästchen. Was noch durch die Papierröhre abwärts in die Pappschachtel iliesst, wird dort festgehalten und kann, sollte wirklich etwas austreten, bei kurzer Unterbrechung der Beleuchtung leicht hinausgetragen werden. Die damit in Abendstunden gemachten Aufnahmen von Architekturen lassen an Kraft der Lichter mit Weichheit der Schatten nichts zu wünschen übrig. Der leichte Apparat gestattet das Ableuehten jedes einzelnen Theiles, während die Camera mit der Platte zur Belichtung geöffnet ist. Durch die beständige Bewegung der Lichtquelle werden die Schatten abgerundet und die Beleuchtung jedes einzelnen Punktes wird durch die Nähe der Lichtquelle stark genug, auf die Platte zu wirken, wenn man dafür Sorge trägt, dass die Lampe nie nach der Camera ihren Schein wirft. Der grosse Uebelstand nicht beweglicher Lichtquellen, welche die nächste Umgebung übermässig beleuchten und die antfernteren Gegenstände im Dunkel lassen, wodurch harte, unruhige Bilder entstehen, ist damit gehoben.“
- B. Verbrennung von Magnesiumband im Sauerstoff.
- Das Verbrennen von Magnesiumband im Sauerstoff kann in der Weise bewerkstelligt werden, dass man dasselbe spiralförmig rollt, an einem Drahte befestigt, diesen in einen flachen Kork steckt und dann das Ende des Magnesiumdrahtes über einer Flamme entzündet oder einen glimmenden Feuersehwamm einklommt. Man senkt die Magnesiumspirale rasch in einen mit Sauerstoff gefüllten Ballon, wo die Verbrennung sehr schnell mit blendend weissem Lichte erfolgt,
- Die Verbrennung von Magnesiumdraht im Sauerstoff hat den Vortheil, dass sich ein sehr intensives Licht entwickelt und der Bauch von Magnesiumoxyd vollständig in der Flasche, worin die Verbrennung vorgenommen wurde, eingeschlossen bleibt, Die Kosten sind gering, da man in 1 Liter Sauerstoff ziemlich viel Magnesiumband verbrennen kann. Beklebt man die eine Seite der Flasche mit weissem Papier, so kann dies als Beflector dienen. Porträtaufnahmen mit solchem Lichte stellten z. B. Kenyon1), M’Lellan2), Offord3) dar.
- Hierzu sei bemerkt, dass das beim Verbrennen von Magnesium im Sauerstoff entstehende Licht wesentlich heller ist, als beim Verbrennen in Luft4); jedoch ist der photographische Effect im ersteren Falle nicht auffallend besser, weil der Glaskolben, in welchem die Verbrennung
- 1) Brit. Journ. Phot. 1883. S. 61.
- 2) Brit. Journ. Phot. 1883. S. 224. Phot. Wochenbl. 1883. S. 159.
- 3) Phot. Wochenbl. 1887. S. 48.
- 4) Nach Troost (Jahrber. f. Chemie. 1865. S. 172) steigt die Helligkeit des Magnesiumlichtes im Verhältnisse von 64:110, wenn das Magnesium in Sauerstoff anstatt in Luft verbrennt. — [Vergl. ferner Mc. L eil an, S. 460.]
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- erfolgt, sieh schon während der Verbrennung mit weissem Magnesium-oxyd beschlägt und einen Theil des Lichtes absorbirt.
- Diese Art des Magnesiumliehtes ist gegenwärtig gänzlich gegen das „Blitzlicht“ mittels Magnesiumpulver zurüekgsdrängt worden.
- E) Magnesium - Blitzlicht mittels Verbrennung von reinem Magnesiumpulver in einer Flamme.
- Diese Art des Magnesium-Blitzlichtes, welche mit Recht die am meisten an gewendete ist, kann in verschiedener Weise erzeugt werden.
- 1. Durchblasen von Magnesiumpulver durch eine Flamme mittels des Mundes.
- Gibt man Magnesiumpulver in ein Glasröhrchen und bläst das Pulver gegen eine Kerzen- oder Weingeistflamme, so entzündet es sich momentan und gibt ein gefahrloses, sehr actinisehes Licht. Diese Art des Magnesium-Blitzlichtes ist die denkbar einfachste und wird durch
- Fig. 160 veranschaulicht. In eine Glasröhre (a) bringt man 1/2 bis 1 g (bei Gruppenaufnahmen circa 5 g) Magnesiumpulver und befestigt au das eine Ende einen Kautschukschlauch b. Der Operateur nimmt den Kaut-scukschlauch in den Mund und bläst mässig stark in der Richtung des Pfeiles in den Schlauch, wodurch das Blitzlicht erfolgt 0.
- Einen ganz ähnlichen Apparat beschrieben Guebhard und Ranque in den „Comptes rendus“ (1889. Bd. 108. S. 514) und nannten ihn „Photospire“. Sie benutzen gebogene Glasröhrchen, wie Fig. 161, welche vermöge ihrer Form mit dem Daumen der Hand bequem einer Kerze genähert werden können. oder man kann das Röhrchen mittels einer Klemme an die Kerze befestigen und dadurch die Hand frei bekommen. wie Fig. 162 und 163 zeigt.
- Die weiteren Anordnungen bei Porträt- und Gruppenaufnahmen sind bei dieser Art des Blitzlichtes dieselben, wie die weiter unten beschriebenen.
- 1) Eder, La Photograp hie ada lumiere du Magnesium. 1890. S. 19.
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- 2. Magnesium- Blitzlampen.
- Bei den Aufnahmen mittels Magnesium-Blitzlicht ist es sehr vortheil haft. wenn der Operateur möglichst wenig Aufmerksamkeit dem Abbrennen des „Blitzes“ zuzuwenden braucht, sondern dies mittels einfacher Handgriffe bewirken kann. Aus diesem Grunde erfreuen sich die „Magnesium-Blitzlampen“ einer grossen Beliebtheit. Sie sind sich im Principe ähnlich, indem das Magnesiumpulver durch den Druck auf einen Kautschukballon rasch in eine Weingeist,-, Benzin- oder Gasflamme geblasen wird.
- Das Magnesiumpulver soll bei derartigen Apparaten keinen langen Weg durch die Blaseröhre machen . weil sonst leicht Theilchen hängen bleiben und verspätet in die Flamme kommen.
- Von den vielen gegenwärtig in den Handel kommenden Blitzlampen sollen folgende, vom Verfasser erprobte Formen etwas näher beschrieben werden.
- a) Durchblasen von reinem Magnesiumpulver durch eine Flamme.
- Prof. Schirm in Breslau construirte im Jahre 1888 einen Beleuchtungsapparat mit Magnesium 1). welcher grosse Verbreitung fand und der Ausgangspunkt für zahlreiche neuere Apparate war. Bei diesem Apparate wird reines Magnesiumpulver durch eine oder mehrere auf Stativ hoch und tief aufstellbare Weingeist- oder Bunsen'sehe Gasflammen geblasen, jedoch nicht quer, sondern in der Längsrichtung der Flamme. Dadurch wird die vollständige Verbrennung des Magnesiumpulvers bewirkt, während das quer durch eine Kerzenflamme geblasene Pulver partiell unverbrannt durchgeht, weil die Flamme zu sehr abgekühlt wird. Dabei tritt bein störender Bauch auf und eine minimale Menge (ungefähr 0.05 bis 0.3 g) vom Magnesiumpulver genügt zu einer Porträtaufnahme.
- Der Schirm'sehe Apparat wird in der Regel mit zwei und mehreren Brennern verwendet, nimmt zusammengelegt mit den dazugehörigen zwei Stativen einen Baum von 10 X 40 X 65 cm ein und ermöglicht es. momentan von mehreren Stellen aus zu beleuchten, wodurch eine leichte Regulirbarkeit der Lichter und Schatten erzielt wird: das gleichzeitige Abbrennen der verschiedenen Magnesiumflammen geschieht pneumatisch.
- Die Weingeistlampe beim älteren Schirm'sehen Apparat besitzt die in Fig. 164 abgebildete Form. Das Gelass des Brenners wird mit starkem Weingeist gefüllt, der Schornstein t aufgesetzt und nach Anzünden der Flamme der Docht so hoch geschraubt, dass eine spitze
- 1) Kurze Zeit vor Schirm hatte James eine gewöhnliche Magnesium-Blitzlampe im ..Brit. Journ. of Photogr.“ (Februar 1888. S. 66 und 69) beschrieben; Schirm meldete seine Lampe erst am 3. April 1888 zum Patente an.
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- blaue Flamme von 5 cm Höhe (vom Rande u gerechnet) entsteht1). Dann wird das Röhrchen k mit Trichter seitlich in die Röhre des Brenners eingesehoben und etwas Magnesiumpulver (etwa eine kleine Messerspitze voll) hineingegeben. In das Trichterchen wird ein Messingrohr gesteckt, darauf ein Kautsehuksehlauch befestigt, welcher zu einem Kautschukballon führt. Das Röhrchen in dem Ballon ist aus Fig. 165 und 166) ersichtlich. Die Oeffnung h dient zum Befestigen der Lampe auf dem Stative.
- Bei Anwendung von Gas wird das Zuleitungsrohr des Brenners i (Fig. 165) mit einer Gasleitung in Verbindung gesetzt und die Flamme des Brenners angezündet. (Die Schraube dient zur Regulirung des Gaszuflusses.) Nach Einfüllen eines kleinen Quantums Magnesiumpulver mit dem beigegebenen Mässchen in den Trichter des an dem Brenner
- befindlichen Röhrchens k wird das gebogene Röhrchen l mit dem daran befindlichen dünnen Schlauche und der Druckbirne in den Trichter des Röhrchens k eingesetzt und der Apparat in geeignete Stellung zu dem aufzunehmenden Gegenstände, der Person etc. gebracht.
- Das Röhrchen i2 (Fig. 165) dient zum Wiederanzünden der Flamme des Brenners, wenn dieselbe bei dem Durehblasen des Magnesiumpulvers auslöscht.
- Vig. 164.
- Man kann nun von dem photographischen Apparate aus nach Abnahme des Objectivdeckels durch einen Druck auf die Kautschukbirne die momentane Verbrennung des Magnesiumpulvers in jedem gewünschten Augenblicke bewirken.
- Bei Anwendung zweier Brenner wird der zweite Brenner zur Auflichtung der Schatten in grösserer Entfernung von dem aufzunehmenden Gegenstände auf der Schattenseite aufgestellt, beide Gaszuleitungsrohre der Brenner vermittelst beigegebener T-Rohrstücke und entsprechenden Stückes Gummischlaueh unter sich und mit der Gasleitung und die kleinen Röhrchen k der Brenner nach Einfüllen des Magnesiumpulvers
- 1) An der k. k. Versuchsanstalt für Photographie wurde mit Erfolg die Weingeistlampe ohne Schornstein verwendet (Eder).
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- gleichfalls vermittelst des kleinen T-Rohrstückes und des dünnen Schlauches unter sich und mit der Druckbirne verbunden.
- Auf diese Art folgt das Verbrennen des Magnesiumpulvers an zwei Stellen oder mehreren zugleich.
- Fig. 166 zeigt, wie zwei Stative mit Weingeistlampen und Schirmen aufgestellt und zum Abbrennen von Magnesiumpulver vorbereitet sind. Die Stative sind aus Holz und zusammenlegbar. Auf einem Querträger ist je eine Weingeistlampe von besonderer Form (s. auch Fig. 164) angebracht; durch beide kann zugleich mittels eines Kautschukballons ein kleines Quantum Magnesiumpulver durchgeblasen werden. Der eine
- Fig. 165.
- Ballon bläst den Luftstrom und das Magnesiumpulver zugleich in beide Lampen und bewirkt dadurch das gleichzeitige Aufblitzen des Magnesiumlichtes. Die Belichtung ist momentan. Mann kann vor jeder Flamme ein transparentes Seidenpapier anbringen, wozu kleine Kähmen am Stativ befestigt sind, wie aus Fig. 166 ersichtlich ist. Ein undurchsichtiger Carton verdeckt die Flamme in der Richtung des Objectivs, damit kein actinisches Licht in dasselbe direct einfällt.
- Später richtete Schirm seine Lampe mit einem Magazin für das Magnesiumpulver ein (s. Fig. 167, h), so dass das Drehen bei einem Hahne (f) genügt, um das Magnesium in die Röhre ab zu bringen;
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- ein Druck auf den Kautschukballon bläst das Pulver in das Innere eines Bunsen’scheu Gasbrenners. Bei k ist ein enges Rohr angebracht, bei welchem eine kleine Gasflamme brennt; sollte durch den Druck am Kautschukballon die Hauptflamme erlöschen . so wird die kleine Seitenflamme alsbald das ausströmende Leuchtgas wieder entzünden. Beliebter als Gaslampen sind jedoch Weingeist- oder Benzinlampen.
- In neuerer Zeit (1890) verbesserte Schirm seine Lampe dadurch (D. R.-P. 54423). dass er keine freie Flüssigkeit, sondern eine mit Benzin getränkte schwammige Masse (Werg etc.) anwendete, wodurch sie gänzlich gefahrlos zu handhaben und zu transportiren ist.
- Der Apparat. Fig. 168. besteht aus einem Blechgefässe a, welches mit einer schwammartigen Masse angefüllt ist. die mit reinem Benzin getränkt wird. Alle freie Flüssigkeit wird abgeschüttet. In das Gefäss
- mündet ein Röhrchen c. welches mit dem Luftdruck-Apparate (in der Zeichnung fortgelassen) verbunden wird. Dieser Luftdruck-xVpparat (Gummibirne etc.) muss mit zwei zwei Ventilen versehen sein, welche die Luft nur nach einer Richtung befördern und ein Zurücksaugen aus der Flamme verhüten.
- In der oberen Fläche der Lampe befindet sich ein mit feinen Oeffnungen d1 versehener abschraubbarer Deckel d. Feber der Mitte dieses Kreises der Gasauströmungs-Oeffnung lässt sich das Magnesium-Einblaserohr e mit dem Magnesiumbehälter f schieben. Durch ein dünnes Kautsch ukrohr r/ ist dieses Einblaserohr mit einem unweit des Rohres c befindlichen Rohrende h verbunden.
- Dicht neben dem soeben beschriebenen Brenner befindet sich ein mit einem Dochte gefülltes Röhrchen i, an dessen Ende das zur Entzündung des Gasstromes dienende Zündflämmchen brennt.
- Die Wirkungsweise des Apparates ist folgende:
- Durch Druck auf den Luftdruck-Apparat wird Luft durch das Gefäss getrieben, sättigt sich hier mit Benzingasen, tritt zum Theil durch den Ring feiner Oeffnungen dl aus. entzündet sich an dem Zündflämmchen i. und bildet eine lange, äusserst intensive Stichflamme. Ein anderer Theil der mit brennbarem Gase gesättigten Luft geht durch das Via gnesium-Zuführungsrohr e. nimmt hier das Magnesiumpulver mit und bringt es in die erwähnte Stichflamme zur Verbrennung.
- Die Magnesiumzufuhr an dieser Lampe ist nach Wunsch entweder mit Hahn, wie bei den früheren Lampen, oder so eingerichtet, dass.
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- sobald das Magnesiumgefäss aufrecht steht, das Magnesiumpulver sich selbsthätig in das Einblaserohr einfüllt und nach jedem Blitze ein leichtes Klopfen an der Lampe genügt, um eine Ladung mit Magnesiumpulver zu bewirken. Klappt man das Magnesiumgefäss um. so ist die Magnesiumzufuhr abgesperrt. Diese Lampe liefert eine etwas grössere Helligkeit als die ältere Form, weil die Flamme eine grössere Ausdehnung besitzt 0.
- Die oben angewendete Menge von 5 cg (0.05 g) Magnesium ist die normale Beschickung der Lampe mittels der beigegebenen Füllvorrichtung, welche Menge geringer ist, als die von den meisten anderen Constructeuren benutzte Menge von 0.1 bis 1 g. welch letztere natürlich ein viel helleres Licht geben. Prof. Schirm bringt jedoch absichtlich ein so geringes Quantum zur Verbrennung und reiht, bei grösserem Biehtbedarfe immer mehrere Lampen aneinander, da man auf diese Art
- Fig. 168.
- leichter eine zarte harmonische Beleuchtung erzielt, als mit einer einzigen grossen Lichtquelle: trotzdem ist für grosse Räume die Anwendung stärkerer und mehrerer Blitzlampen vorteilhafter.
- Gleichfalls sehr empfehlenswert ist Dr. Miethe's Magnesium-Blitzlampe1 2). bei welcher gleichfalls das Bestreben darauf gerichtet ist, eine leuchtende Flamme von grosser Ausdehnung zu erhalten und das Magnesium thunliehst vollständig zu verbrennen. Hierbei (Fig. 169) ist in passender Höhe über der Flamme ein rundes Kupferblech angebracht, welches im Winkel von 45 Grad zur Flamme geneigt ist. Die Flamme schlägt gegen das Kupferblech und wird hierdurch gezwungen, sich seitlich fächerförmig auszubreiten. Bläst man nun von unten Magnesiumpulver in die Flamme, so verbrennt der grösste Th eil im unteren und mittleren Th eile der Flamme, während der un verbrannte Rest des Pulvers an dem schrägen Kupferblech abprallt und in den fächerförmigen Theil
- 1) Vers:!. Eder. Phot. Corresp. 1890. Decemberlieft.
- 2) Yergl. Eder, Phot. Woehenbl. Deo. 1890.
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- der Flamme gelangt, wo er verbrennt. Die Lampe, welche dauerhaft vernickelt ist. wird vor dem Gebrauche mit Weingeist gefüllt und der Docht so weit herausgezogen und oben auseinander gebreitet, dass beim Anzünden eine breite hohe Flamme entsteht, welche bis zum Kupferblech reicht; ist der Docht zu schmal, so ist die Gefahr vorhanden, dass das aus dem Röhrchen geblasene Magnesiumpulver seitlich bei der Flamme unverbrannt vorübergeht.
- Die Vorrichtung zur Einführung des Magnesiumpulvers ist eine einfache und praktische: Eine mit einem Deckel verschliessbare Kapsel wird mit Magnesiumpulver gefüllt und dieses fällt von selbst in eine durch einen Hahn drehbare Hohlröhre; sobald man eine solche Füllung in das untere Einblaserohr bringen will, dreht man den Hahn um. Dadurch fällt das Pulver in das Blaserohr und schliesst gleichzeitig
- die obere Magnesiumkapsel, welche als Magazin dient, ab. Um . das Magnesium in die Weingeistflamme zu blasen, presst man den Kautschukballon rasch zusammen.
- Wünscht man einen neuen Magnesiumblitz zu erzeugen, so genügt ein Drehen des Hahnes und leichtes Klopfen am Magazin, um eine neue Füllung zu bewerkstelligen. Die einfache Füllung fasst ungefähr 0,1 g Magnesiumpulver. jedoch kann man durch mehrmaliges Oeffnen des Hahnes auch mehr Magnesium, z. B. 0,3 g, zur Anwendung bringen.
- Eine gute Construction ist die R. von Loehr’sche Blitzlampe1), welche das Abbrennen von sehr grossen Mengen Magnesium (1 bis 5 g) gestattet, demzufolge ein sehr helles, aber auch merklich langsameres Blitzlicht gibt als die meisten anderen Lampen (s. die Tabelle auf S. 457). Die Loehr’sche Lampe ist in Fig. 170 abgebildet.
- Die Anwendung geschieht in folgender Weise: Die Rinnen bei b und d werden mit Docht oder Asbestwolle ausgelegt und diese mit Benzin-Spirituslösung getränkt, in c wird reines Magnesiumpulver eingefüllt, a und e bilden Anfang und Ende einer Röhre, welche der Flamme Luft, resp. mehr Sauerstoff zuführen soll. Entzündet man nun bei b und d die Benzinlösung, so bilden die beiden Flammen einen
- 1) Moll’s Phot. Notizen. 1889. — Lechner’s Mittkeilungen. 1889.
- Fig. 169.
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- grossen gemeinschaftlichen Lichtkegel. Das Eohr f mündet in den Baum, in welchem das Magnesiumpulver lagert, und an demselben ist ein Gummischlauch mit Doppelgebläse angesteekt. Hat man nun zur Aufnahme alles vorbereitet, so hält man mit den Fingern, eventuell mit einem Quetschhahn den Gummischlauch zu, pumpt mittels des Ballens h den Ballen g voll Luft, macht im gegebenen Augenblick den Schlauch frei und drückt gleichzeitig auf den Ballen A, wobei die Luft durch
- Fig. 170. Boelir’s Blitzapparat.
- das Bohr f auf das Magnesiumpulver trifft, dieses in die Flamme treibt, wo eine sofortige Verbrennung unter intensiver Lichtwirkung erzielt wird.
- 0. Hruza in Wien construirte (1890) eine sehr gute Lampe, deren Grundidee darin besteht, dass sich zwei Ströme noch vor dem Eintritt in die Flamme treffen (unter einem spitzen Winkel) und so die Zerstäubung des Magnesiums bewirken; dadurch entsteht eine grosse Lichtfläche und folglich auch eine hohe Lichtintensität Q. Die Alani-pulation mit dieser in Fig. 171 abgebildeten Lampe ist sehr einfach: Alan schüttet in die beiden Trichter je eine Alesserspitze Magnesiumstaub und stellt durch Einfügen der in die Trichter passenden, in ein Bohr vereinigten Einsatzrohre die Verbindung mit dem Druckballon her, zündet die in der oben angebrachten Binne befindliche, mit Spiritus getränkte Watte an und erzeugt durch einen einfachen Druck auf den Ballon den Blitz. Das Alagnesiumpulver wird vollständig oxydirt, es findet also eine vollkommene Verbrennung statt. (Ferner kann man durch Einfüllen von chlorsaurem Kali und überehlor-
- 1) Vergl. Eder’s Jahrbuch, für Photogr. f. 1890.
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- saurem Kali in das eine Kohr und von Magnesium und etwas Schwefel in das andere Kohr eine hochintensive Blitzflamme erzeugen, ohne Gefahr zu laufen, ein explosives Gemenge in Händen zu haben.)
- W—i
- Sin sei in Leipzig gab dem Magazin für Magnesiumpulver eine derartige Form, dass es sich selbstthätig füllt und man mehrmals rasch hintereinander ein kräftiges Blitzlicht erzeugen kann, indem man jedesmal bloss den Kautschukballon drückt, Fig. 172 zeigt die Lampe: f ist eine kreisrunde Weingeistlampe, in welche das \G Kohr b mündet; k ist das Magazin, aus welchem das Pulver in die Köhre fällt; durch pneumatischen Druck wird im Innern der Köhre ein Metallcylinder vorwärts geschoben, welcher eine gewisse Menge Magnesiumpulver vor sich herschiebt und der eine derartige Führung besitzt, dass in einem gegebenen Momente die zusammen gedrückte Luft nach vorne austritt und das Magnesiumpulver in die Flamme schleudert, (Die Einrichtung ist in der Figur angedeutet.) Diese Lampe gestattet von allen Constructionen das rascheste Kepetiren und gibt ein sehr helles, kurz andauerndes Licht, Eine sehr einfache und billige Form gaben Haake & Albers in Frankfurt a. M. ihrer Blitzlampe (Fig. 173).
- Der Brenner L wird abgenommen und mit einem Benasch von Spiritus und Benzin (1 :1) gefüllt und alsdann wieder auf das Böhrchen gesteckt. Um das Ver-
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- dunsten der Flüssigkeit zu verhindern, setzt man stets den Deckel D auf den "Brenner. Der Behälter V dient zur Aufnahme von Magnesiurupu 1 ver und ist durch den Trichter T verschlossen. Letzterer wird abgeschraubt, wenn der Behälter mit Magnesiumpulver gefüllt werden soll. Bei Benutzung entzündet man den Brenner, drückt den Knopf K bis an den Ansatz a in die Höhe und erschüttert den Apparat durch Anklopfeu mit dem Finger, wodurch eine ganz bestimmte Menge Pulver in den Schieber B fällt. Zieht man diesen zurück und droht ihn gleichzeitig, so dass man das Pulver durch-sehneidet, so ist der Apparat zum Gebrauche geladen. Durch Zusammenpressen des Gummiballen G wird das Magnesiumpulver central durch die Flamme gestossen und vollständig entzündet.
- Dem Apparat ist ein gabelförmiger Halter H beigegeben, in welchem der Behälter V unterhalb des Bundes eingeklemmt wird, so dass die Lampe an ein Gestell oder an den photographischen Apparat seihst befestigt werden kann.
- b) Eintragung des Magnesiumpnlvers in eine brennende Flamme
- von oben.
- Die ersten Versuche dieser Art von Larkin wurden bereits auf Seite 490 erwähnt.
- In dieser Richtung’ stellte ferner W. II. Harrison1) im Jahre 1884 Versuche an, welche ähnlich wie die vorhin beschriebenen sind. Er schüttete Magnesiumpulver mit Sand gemischt in einen Trichter, wodurch eine lange, mächtige, rasch vorübergehende Flamme entsteht, bei welcher er Porträtaufnahmen machte.
- Jedoch ist die Beimengung von Sand bei diesem Versuche ganz überflüssig, da er nur die Verbrennungsgeschwindigkeit herabsetzt. Wirft man reines Magnesiumpulver von oben in eine Kerzen- oder Weingeist-Hamme, so verbrennt dasselbe blitzschnell; man hüte sich jedoch, bei diesem Versuche das Magnesiumpulver zwischen den Fingern zu halten und über der Flamme auszustreuen, da die Flamme äusserst rasch emporzüngelt und die Hand schwer verbrennen kann. Man muss deshalb zum Versuche einen langstieligen Löffel verwenden.
- Auf Grund des hier beschriebenen Versuches lassen sich Magnesium-Blitzlampen construiren, welche ebenso grosse Verbrennungsgeschwindigkeit und Helligkeit besitzen, wie jene Lampen, bei welchen das Magnesium quer durch die Flamme gepustet wird.
- Hierher gehört die neuere ,, Fulgur-Lampe “ von Dr. Hesekiel. Diese neue, patentirte Blitzvorrichtung ist hauptsächlich dadurch charak-terisirt, dass dieselbe an jeder beliebigen Cylinderlampe angehängt werden kann und dass durch sie das Magnesium nicht in der Zugrichtung der Lampengase gehenden Pressluftstrom hineingeblasen, sondern gerade in entgegengesetzter Richtung und durch eine mechanische Vorrichtung
- 1) Brit. Journ. of Pliot. 1884. S. 123. Pliot. Woehenbl. 1884. S. 96.
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- hineingeschleudert wird. Dadurch wird das Magnesium gründlich mit intensiver Flamme und in einem kurzen Zeitraum verbrannt,
- Die Vorrichtung besteht aus einer Art durch Federkraft gespannter und pneumatisch zu lösender Schleuder und kann am oberen Cylinder-ende eines jeden Petroleum- oder Gasbrenners angehängt werden, wie Fig. 174 zeigt. Wenn (z. B. bei Gruppenaufnahmen) mehrere
- Blitze zu gleicher Zeit erzeugt werden sollen, so werden die auf verschiedenen Lampen sitzenden Apparate vermittelst eines mehrtheiligen Gabelrohres alle an einen Pressballon angeschlossen. So kann man z. B. alle Flammen einer grossen Gaskrone durch den Luftdruck eines einzigen Ballons zum momentanen Aufblitzen bringen. — Die Apparate können, ohne Schaden zu nehmen, stundenlang vor- und nachher an den Lampen hängen bleiben.
- Die Vortheile der Lampe sind, dass das Magnesiumoxyd nicht in der Luft vertheilt, sondern als weisser Beschlag am Lampencylinder sich abscheidet, ohne die Anwesenden zu belästigen. Dagegen tritt der Nachtheil auf, dass dieser Beschlag die Liehtkraft. des „Blitzes“ beeinträchtigt (s. Tabelle auf S. 457) und der Lampencylinder jedesmal sorgfältig gereinigt werden muss.
- Herr Baltin stellte mit dem „Fulgur-Apparate“ hübsche Gruppenaufnahmen her, indem er denselben an der Hängelampe über dem Familientische befestigte (s. Tafel I).
- Fig. 174.
- c) Verbrennung von Magnesiumpulver mittels Sauerstoff.
- Piffard (Phot. News. 1888; Phot, Corresp. 1888. S. 352) verwendet zum Blasen des Magnesiumpulvers in eine Spiritusflamme Sauerstoff, welchen er in einem Reservoir mittels Druckpumpe comprimirt. Das Reservoir steht (mittels Kautschukschlauch) mit einer dem bekannten Zerstäuber ähnlichen Vorrichtung in Verbindung, in deren Gefäss das Magnesiumpulver enthalten ist. Fig. 175 versinnbildlicht den Gebrauch des Apparates.
- F) Magnesium-Blitzlicht mittels explosiver Mischungen.
- Mischt man Magnesiumpulver mit chlorsaurem Kali, überchlorsaurem Kali, Salpeter etc. und berührt diese Mischung mit einem brennenden oder glühenden Körper, so verbrennt dieselbe blitzschnell, indem eine
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- Art Verpuffung eintritt, welche jedoch hei correcter Handhabung ganz ungefährlich ist. Jedoch können diese msehen Verbrennungen explosionsartig verlaufen, wenn man grössere compacte Massen der Mischung entzündet.
- niese Art des Blitzlichtes gibt bei enorm hoher Liehtentwickelung eine kürzere Verbrennungsdauer als alle anderen vorhin erwähnten Methoden und man kann selbst Alengen von 30 g Magnesium in geeigneter 'Mischung in einem Bruehtheiie einer Secunde zum Verbrennen bringen, und auf diese Weise die Helligkeit aufs äusserste steigern.
- Obschon das Blitzlicht mittels explosiver Alischungen in der Hand des Geübten völlig gefahrlos ist, sollte dennoch der Ungeübte von dessen Verwendung absehen und bei der vorhin beschriebenen Art des Blitzlichtes bleiben.
- Das Mischen des Magnesiumpulvers mit dem gepulverten K a -liumehlorat soll auf einer Papierunter läge mit der Hand oder einer Federfahne geschehen.
- Niemals verreibe man das Gemisch von Kaliumchlorat mit dem Magnesium oder noch weniger mit Schwefelantimon in einem Mörser, da hierbei eine heftige Explosion eintreten kann. Nach obigem Vorgänge ist jedoch die Herstellung der Ex- Fig. 175.
- plosivpulver ganz gefahrlos.
- Keinesfalls bereite man eine grössere Quantität der Mischung im Vorrathe, da sich dieselbe durch Unvorsichtigkeit unter Explosion entzünden könnte; das Aufbewahren der einzelnen Bestandtheile ist jedoch ganz gefahrlos!
- Die Versendung der Mischungen von Magnesiumpulver und Kaliumchlorat ist vom Postverkehre ausgeschlossen.
- <*) Mischungen von Magnesium mit Kaliumchlorat,
- J. Gä dicke und A. Ali et he beschreiben in ihrer ersten Publication, „Anleitung zum Photographiren bei Magnesiumlicht“ (Berlin 1887, bei K. Oppenheim), eine blitzartig verbrennende Mischung von 60 Th. Kaliumchlorat, 30 Th. Magnesiumpulver und 10 Th. Schwefelantimon. Dasselbe wird mit den Fingern gemischt und beim Gebrauche mittels eines Zünders (!) auf einem Blech angezündet1).
- 1) Man darf die Mischung nicht mittels eines Zündhölzchens entzünden, sonst könnte man sieh schwer verbrennen.
- Bder, Handbuch der Photographie. X. Tlieil. •_>. Anti,
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- Zu diesem Zwecke kann man das Blitzpulver auf eine Eisenplatte oder in ein ganz flaches Eisensch hielten streuen, einen Zünder (Salpeterpapier1 2) oder eine andere Lunte hineinlegen und dann an einem Ende entzünden. Das Ganze kann auf einem Ständer nebst einem Reflector in der in Fig. 176 angegebenen Art angeordnet werden. 1 g Magnesiummischung genügt für eine Porträtaufnahme.
- Zu einer Gruppenaufnahme auf Platten von 18 X 24 cm mit Kö] bis zu 1V2 cm Grösse braucht man ungefähr 10 g Magnesium-Blitzpulver in einem Abstande von 4 bis
- 5 m. mit einem ziemlich stark abge-
- blendeten Euryscop
- Auch Dr. A. Meydenbauer hat sich zur selben Zeit mit Versuchen über Mischungen von Magnesiumpulver mit sauerstoffreichen Körpern (Salpeter. Kaliumchlorat) befasst und kurze Zeit nach dem Bekanntwerden
- Fig. 176.
- chlorates macht jedoch den 1 organg
- von Gaedicke und Miethe's Magnesium-Blitzpulver seine Resultate mitgetheilt (Phot. Wochenbl. 1887. S.151). Dr. Mey den bauer empfahl Mischungen von Magnesiumpulver mit Salpeter oder Kaliumchlorat, Mach den chemischen Verhältniss-zahlen kommen auf 100 Th. Magnesiumpulver, 166,6Th. Kalisalpeter oder 168,4 Th. Kaliumchlorat; eine Mischung äquivalenter Mengen von Magnesium und Chlorat verbrennt jedoch explosionsartig mit dumpfem Knall. Vermehrung des Kaliumungefährlich. Mevdenbauer blieb
- schliesslich bei einem Gemische von 1 Th. Magnesiumpulver, gemischt mit 2 Th. Kaliumchlorat stehen (a. a, 0. Seite 183).
- 1) lieber dessen Herstellung s. unten Seite 515.
- 2) 102 g Magnesium-Blitzpulver (von Gaedicke) wirken in 1 m Entfernung ebenso stark auf Albuminpapior wie Sonnenlicht in 1 Seounde (Phot. Mitth. 1881. Seite i "'.'1.
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- Besonders wirksam ist das von Dr. Müller empfohlene Gemisch1) von Magnesiumpulver, chlorsaurem und überchlorsaurem Kali, welches mit weniger Bauch als die ältere Mischung von Gaedicke und Miethe und dabei sehr rasch abbrennt. Diese Mischung verwendet der Verfasser in der Begel sobald er einer rasch verbrennenden Magnesium-Explosivmischung bedarf. Das Müller'sehe Gemisch enthält überchlorsaures Kali (Kaliumperchiorat, KCIO4) und Magnesiumpulver, welches beim Anzünden nach der Gleichung KOIO4 -f- Mgg — KOI -J- 4MgO verbrennt. Das überchlorsaure Kali verpufft mit Magnesium viel heftiger als chlorsaures Kali; das Licht ist äusserst intensiv.
- Etwas langsamer, aber gleichfalls sehr intensiv verbrennt ein Gemisch von 30 Theilen überchlorsaurem Kali,
- 30 „ chlorsaurem Kali,
- 40 „ Magnesiumpulver.
- Jeder Bestandtneil wird für sich allein zuvor gepulvert und dann vorsichtig auf Papier (mit den Fingern) gemischt. Das Entzünden der Mischung geschieht, indem man Salpeter-Papier als Zünder herstellt. Man zieht zu diesem Zwecke Streifen von starkem Fliesspapier durch eine kaltgesättigte Lösung von Kalisalpeter und hängt zum Trocknen auf. Ein etwa 10 mm breites Salpeter-Papier wird dachförmig (A) gebogen, in das auf einen Haufen geschüttete Blitzpulver hineingeschoben und an einem Ende entzündet. Das Salpeter-Papier glimmt langsam und zündet sicher. Zu Porträtaufnahmen ist diese Art der Entzündung nicht geeignet, weil vor der Entzündung der Hauptmasse sich kleine Lichtblitze momentan zeigen, weiche die Person beunruhigen. In diesem Falle bindet man eine Bolle Salpeter-Papier an einen langen Stock und berührt mit dem zum Glimmen gebrachten Papier die Blitzpulvermischung, die sich augenblicklich entzündet.
- Durch den elektrischen Funken oder Induetionsfünken ist das Gemisch nicht zu entzünden.
- Besser mit einem durch Elektricität zum Glühen gebrachten Draht; jedoch wird die dünne Platinschlinge jedesmal bei der Verpuffung zerstört, Dr. Müller verwendet auch eine pneumatische Entzündung seines Blitzpulvers. Er bläst mittels eines Kautschukballons aus einer Glasröhre Lyeopodiumstaub (Hexenmehl) in eine Weingeistflamme, wodurch, ein weitgehender Feuerstrahl entsteht, der auf das Magnesiumgemisch trifft.
- Das Princip des in Fig. 177 abgebildeten Apparates ist folgendes: Bläst man einen mit Lyeopodiumstaub geschwängerten Luftstrom durch
- 1) Müller, Bedeutung und Verwendung des Magnesiumlichtes in der Photographie. 1889. (Weimar).
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- eine Flamme, so beobachtet man einen ziemlich weitgehenden Feuerstrahl. Letzterer ist nicht heiss und entzündet, direct auf das Blitzgemisch geblasen, dieses nicht, wohl aber unfehlbar Schiessbaumwolle. Steht nun letztere mit dem Blitzpulver in directer Berührung-, so erfolgt die Verpuffung. In Fig. 177 ist a ein Metallgefäss mit Lycopodium-pulver; der obere Theil ist mit Kork verschlossen, durch welchen ein gebogenes Metallrohr (mit Gummischlauch und Ballon) reicht. Drückt man auf den Gummiball, so reisst der Luftstrom das Lyeopodiumpulver mit und tritt durch das Seitenrohr b aus, gelangt in die Kerzenflamme und es tritt ein Feuerstrahl in das 6 cm lange und 272 cm weite Messingrohr. Dieses leitet die Flammenzunge gegen den flachen Kasten, worin das Blitzpulver sich befindet, und welcher bei d eine kleine Deh-
- nung besitzt, aus welcher ein kleiner Bauschen Schiessbaumwolle herausragt. Innerhalb des flachen Kastens ist das Blitzpulver über das andere Ende des Bauschens von Schiesswolle geschüttet; die Entzündung der Schiesswolle bewirkt die Entzündung des Blitzpulvers. Will man den Apparat benutzen, so beschickt man ihn gänzlich, zündet dann erst die Kerze an und hütet sich aus Unvorsichtigkeit vorzeitig den Gummiball zu berühren; im gegebenen Moment bewirkt der Druck auf den Gummiball die Entzündung.
- Dr. Müller benutzte für seine Höhlenbilder 1. ein Voigtländer-Euryscop Xo. 4 (IV) von 366 mm Brennweite; 2. ein Voigtländer-Weit-winkeleuryscop Xo. 4 von 235 mm Brennweite; 3. ein Weitwinkelobjectiv von 177 mm Brennweite. Je weiter der aufzunehmende Gegenstand entfernt ist, desto mehr Magnesiummischung braucht man. Z. B. braucht man für das Verhältnis von Brennweite (f) zu Linsen- oder Blenden-
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- durehmesser (a) —
- 100 annähernd 3 g Magnesiumpulver, im
- Falle der Gegenstand 7 m von der Camera entfernt ist. Für das Eury-seop (dritte Blende! bei einer Distanz des Gegenstandes von 1 m braucht man 0,15 g, während man bei 10 m Distanz 15 g braucht. Ein Yveit-winkelobjectiv (mit dritter Blende) erfordert bei 12 m Distanz circa 35 g Blitzpulver. In Höhlen, wo kein Reflex zu erwarten ist. nimmt l)r. Müller um 25 Proc. Magnesiummischung mehr als oben angegeben ist.
- Nach den Versuchen des Verfassers ist dieses Müll er’sehe Blitz-pulver sehr empfehlenswerth; seine Verbrennungsdauer ist (ebenso wie bei Gaedicke und Miethe’s Pulver) viel schneller, als bei dem gewöhnlichen Magnesium “Blitzlicht (s. S. 502) und selbst bei grossen Massen von Pulver erfolgt die Verbrennung blitzschnell. Sie ist gefahrlos, wenn man das Pulver in Form eines langen, schmalen Walles aufschüttet; jedoch kann die Entzündung eines compacten Haufens von 80 bis 100 g von diesem Pulver in geschlossenen Höhlen gefährlich werden, da starke Erschütterungen die Folge sind. Baron von Lilien stellte mit so grossen Massen von Blitzpulver Photographien des Inneren einer grossen Höhle bei Salzburg her (Kolowratshöhle), welche wohl vortrefflich und ohne Nachtheii für den Operateur gelangen, allein die Mischung übte eine Art Sprengwirkung, so dass ein dröhnender Schall erfolgte, welcher auf die ausserhalb des Berges Befindlichen den Eindruck machte, als ob im Inneren ein Bergeinsturz erfolgt sei. Es wird sich also vielleicht auch in diesem Falle die Anwendung der weniger heftig wirkenden Magnesium-Salpeter-Mischung, oder das rasch aufeinanderfolgende Abbrennen einer Magnesium-Blitzlampe (z. B. der Sin sei’ sehen oder einer ähnlichen) empfehlen.
- Damit man von dem heim Verbrennen von Magnesium blitzpulver entwickelten Bauch im Zimmer nicht belästigt wird, kann man die Magnesiummischung in einem grossen Bleehkasten oder Glase ab-brennen.
- Gaedicke und Miethe benutzten einen flachen, an einer Seite verglasten Blechkasten, aus welchem ein kurzer Schornstein mit seitlichem Knie herausführte, der am Finde mit einer sich nach Aussen öffnenden Klappe versehen ist. Alan entzündet darin mit der Lunte das Blitzlicht: der entwickelte Rauch bleibt im Kasten, welchen man dann ins Freie tragen und den Bauch ausströmen lassen kann. Die Klappe öffnet sich nach aussen. sobald ein starker Gasdruck beim Entzünden erfolgt.
- Dr. Aleydenbauer () benutzt ein grosses Einsiedeglas von U Liter Inhalt, auf dessen Boden das Pulver in einem Metallschälchen liest.
- D Phot. Woehenbl. 187y. S. 182.
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- während nach dem Anzünden des Zünders von oben ein schlaffer Sack um den Eand des Gebisses mit einer Schnur gezogen wird. Das Pulver soll nicht mehr als 5 g betragen (!!); es verbrennt momentan, bläst den Sack hierbei völlig auf, welcher beim Abkühlen wieder zusammenfällt und allen Qualm enthält. Aus Sicherheit kann man das Glas mit starkem Draht umflechten lassen. Grössere Mengen 'Blitzpulver können die Gläser zerschmettern (!).
- H) Mischung von Magnesiumpulver und Salpeter.
- Gaedicke und Miethe und Andere ersetzten das Chlorsäure Kali durch einen minder explosiven Körper; in der Thal gelingt die Herstellung des Blitzlichtes auch mit Salpeter.
- Gleiche Th eile Magnesiumpulver und Salpetermehl (»der 2 Theile Magnesiumpulver und 3 Theile Salpeter geben ein gutes Blitzlicht.
- Eine Mischung von Magnesiumpulver und Salpetermehl, welche man in eine schmale, flache, eiserne Rinne streut und mittels eines Zünders entzündet, brennt gefahrlos, selbst in grossen Massen ab. so dass sich dieses Gemisch zur Beleuchtung von Höhlen und grossen Interieurs gut eignet.
- 1. Verschiedene andere Arten des Magnesium-Blitzlichtes.
- Piffard1) machte erfolgreiche Aufnahmen, indem er über 1/3 g Schiessbaumwolle 3/4 bis 1 g Magnesium pulver in circa 3 in Abstanrl vom Modell abbrannte; die Verbrennung erfolgt nicht rascher als jene von Explosivpulver.
- Newcomb mischte 1 Th. Magnesiumpulver mit 5 — 7 Th. trockenem Natronsalpeter und entzündete das Gemisch wie das auf S. 518 erwähnte Blitzpulver; es entwickelt sieh, zufolge der Gegenwart des Natriumsalzes ein gelbes Blitzlicht, welches auf orthochromatischen Platten einen ähnlichen Effect geben soll, wie orthochromatische Aufnahmen mit Gelbscheibe. (Eder's Jahrbuch f. Photogr. für 1890. S. 302.1
- Friese Greene stellte in der Versammlung der ..Phot. Society of Great Britain“ am 22. Mai 1888 Porträtphotographien bei Magnesium-Blitzlicht her, dem er etwas Strontiumnitrat beigemengt halte und gibt an, auf diese IVeise Photographien erhalten zu haben, welche weniger der Retouche bedürfen (Eder's Jahrbuch f. Phot, für 1889. S. 378).
- Dr. Röhmann empfiehlt für Mikrophotographie das Magnesium-Blitzlicht (Phot. Mitth. 1890. Bd. 27, S. 122): eine Mischung von 96 Theilen Magnesiumpulver und 138 Th eilen überchlorsaurem Kali ver-
- 1) Phot. News. 1887. S. 697.
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- Die Photographie bei künstlichem Licht.
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- pufft mit geringem Bauch und ausserordentlich heilem Lichte. Für orthochromatische Aufnahmen setzt man Natrium- und Baryum-salze zu und zwar mischt er
- A) 10 g von obigem Gemische von Magnesium und überchlorsaurem Kali,
- B) 1j2 g Kochsalz.
- 0) 1 g eines Gemenges von 285 Theilen trockenen weinsauren Barnims
- mit 138 Theilen überchlorsaurem Kali.
- Diese Gemische gaben bei 1000 Sacher Vergrössmmg und enger Blende sehr schöne kräftige Negative auf orthochromatischen Obernett er-Platten.
- 2. Porträt- und Gruppen-Aufnahmen.
- Bei Porträt-Aufnahmen soll das Magnesiumlicht so kurz dauern, dass der Lichtblitz schneller vorübergeht, als ein Zusammenzucken der Person erfolgt. Die Zeitdauer, welche verfliesst. bis ein Zusammenfallren oder Sch Hessen der Augen zufolge eines blendenden Licht eindruckes erfolgt, ist verschieden. Bekanntlich überträgt das Auge den Licht-eindruek nur in einer gewissen Zeit aufs Gehirn und von da bis zu einem Bewegungsnerven ist wieder ein gewisser Zeitraum erforderlich, was .im Allgemeinen J/5 bis 1j1H Seennde beträgt. Daraus folgt, dass die Dauer des Blitzlichtes nicht wesentlich länger als ungefähr Vs Secunde sein soll. sonst erscheinen die Aufnahmen bewegt. Liegt die Dauer des Blitzes an der Grenze der Zulässigkeit, so kommt es vor. dass auf der Photographie die Augendeckel der Personen geschlossen erscheinen.
- lieber den Vorgang bei Blitzaufnabmen sei noch Folgendes erwähnt:
- Will man bei Nacht in einem Zimmer eine Biitzaufnahme machen, so stelle man zuerst, wie bei jeder gewöhnlichen Aufnahme scharf ein, wozu man sich einer Lampe oder Kerze bedient. Ist dies geschehen, so beseitigt man alles fremde Licht, welches direct ins Objectiv scheinen könnte und lässt nur seitlich oder hinter der Camera eine Lampe brennen, damit die Augen des Modelles keine unnatürliche Erweiterung der Pupille erleiden, was im .Dunklen stets geschieht; auch erschreckt der ..Blitz“ das Modell in einem hellen Zimmer weniger als in völliger Finsterniss; dann setzt man die Cassette ein und öffnet den Schieber derselben sowie den Deckel des Objectives. Hinter oder neben dem Apparate entzündet man dann in oben beschriebener Weise das Pulver im Magu esium - Blitzapparat.
- Leber die Art und Weise, wie man gut beleuchtete und modulirte Magnesium-Blitzphotographien erhält, kann man ebenso wenig eine
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- bestimmte, allgemein gültige Pegel aufstellen, als bei der Photographie bei Tageslicht.
- Im Allgemeinen kann man sagen, dass eine einzige grelle Lichtquelle eine härtere Beleuchtung gibt, als mehrere vertheilte kleine Flammen (s. S. 507). Ein entsprechend grosser Schirm von Seidenpapier oder ein Schirm von dünner, nasser, transparenter Leinwand (1 bis 2 Quadratmeter) gibt eine weichere Beleuchtung, verschluckt aber beiläufig 1j5 des Lichtes. Sind die Schattenpartien zu schwarz, so bringt man an dieser Seite einen grossen weissen Eefleetorschirm an.
- Fachlehrer H. Lenhard erzielte an der Versuchsanstalt für Photographie hübsche Beleuchtungs-Effecte, indem er seitlich vor die Person einen grossen Schirm mit benetzter, dünner, transparenter Leinwand aufstellte und dahinter drei Schirm-sche Lampen. Ein weisser Eeflec-tor hellt die Schattenpartien auf1).
- Man kann z. B. gute Besul-tate mit einer Lampe erzielen, wenn man die Lampe entsprechend höher als die Camera stellt und einen Seidenpapierschirm vor die Lampe stellt.
- Diese Anordnung ist z. B. in Fig. 178 dargestellt:
- a ist das aufzunehmende Object (Personen etc.), b die Camera, c der Papiersehirm, d der Blitzapparat.
- Man beachte, dass in der unmittelbaren Nähe des Blitzapparates kein Vorhang oder dergleichen sich befindet, und ebenso schütze man den Fussboden vor eventuell herabfallenden glühenden Magnesiumtheilen.
- Fig. 179 zeigt die von Schirm benutzte Anordnung mit drei Lampen, wobei m. m. m die Lampen , B die Camera. P den Kautschukballon für die Blitzlampen darstellen2).
- a . .
- / c
- /
- /
- b . n O . d
- Fig. 178.
- Ob je cf
- B
- Fig. 179.
- 1) Diese Aufnahmen sind in Eder’s „Jahrbuch f. Photogr. für 1889“ publieirt.
- 2) Yergl. Schirm (in Eder’s Jahrbuch f. Photogr. fi'ir 1891. S. 249).
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- Bei der Aufnahme in geräumigen Zimmern. in weichen Gruppen von mehreren Personen aufzunehmen sind, braucht man drei bis fünf Schirm’sche oder ähnliche Lampen, welche man auf der einen Seite an ordnet. Sollten sich zu schwere (dunkle) Schatten auf der entgegengesetzten Seite zeigen, so kann man gleichzeitig eine Lampe an dieser
- Fig. 180.
- Seite abbrennen, muss aber Sorge tragen, dass keine störende falsche Beleuchtung entsteht.
- Als Objectiv kann ein Euryscop (mit massiger Abblendung). Aplanat. Antiplan et oder sogar ein lichtstarkes Weitwinkel-Euryscop dienen.
- Van Beiden in Breslau stellte im Herbst 1889 Maskenball-Photographien bei Magnesium-Blitzlicht her. wobei er acht Schirm’sche Lampen und einen Gesammtverbrauch von 0,12 g Magnesium pro Auf-
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- nähme hatte. 0. 0. Schirm errichtete Ende 1889 in Berlin ein Atelier, in welchem ausschliesslich mit Magnesiumlicht gearbeitet wird. Als Atelier dient ein durch ein Fenster erhelltes geräumiges Zimmer. Als Lampen dienen mehrere Blitzlampen (bis 20 Stück).
- Eine gute Anordnung von vier Blitzlampen zeigt Tafel II (nach Slingsby). Auf der Schattenseite ist ein weissor Betiector aufgestellt, welcher die Schatten im Porträte auf hellt. Selbstverständlich sind alle vier Lampen auf einmal pneumatisch abzubrennen.
- Tafel III zeigt die Autotypie einer photographischen Gruppen- und Interieuraufnahme von Slingsby in Lincoln1). Die Anordnung der Lampen und der Camera bei dieser Aufnahme zeigt Fig. 180. wobei
- 1 die aufzunehmenden Personen.
- 2 die Ottomane am Bilde.
- 3 eine zusammen legbare Wand.
- 4 das Pianoforte.
- 5 den Ofen.
- 6 die Camera.
- 7 und. 8 die Magnesiumlampen
- vorstellen. Die Lampen befinden sich in einer Höhe von Ihei 1s blU bis 6 Fuss (englisch), theils 7 bis 8 Fuss übe]’ dem Fussboden.
- ln ähnlicher Weise kann man auch in grösseren Ballsälen unter Anwendung von 9 bis 10 Lampen gute Aufnahmen erhalten. wie in Tafel IV eine derartige Aufnahme Slingsby’s gezeigt ist.
- 3. Interieur- Aufnahmen.
- Bei dunklen Interieurs dient das Magnesium-Blitzlicht sowohl zur Hilfsbeleuchtung. als zur ausschliesslichen Beleuchtung clor Räume. Im ersteren Falle exponirt man dunkle Ecken . Alaschinenräume etc. tbeil-weise bei dem vorhandenen (eventuell ungenügenden) Tageslichte aus und erhellt dann die dunkeln Schatten durch einen mehr oder weniger starken ..Magnesiumblitz“ 2).
- Die scharfe Einstellung des Bildes in Höhlen und grossen Raumen bietet bei Kerzenlicht Schwierigkeiten, weil das Bild auf der Visirschcibe schwer wahrzunehmen ist. Prof. Müller benutzte bei seinen Aufnahmen von Tropfsteinhöhlen folgende' Vorrichtung3!, welche sehr
- 1) P. Slingsby. Practica! Flash Light Photography. 1800.
- 2) Aehnliches kann auch hei Porträtaufnahmen geschehen.
- 3) Die Hermannshöhle bei EübelancI, 1889. — Separat abgedruokt in Sehwier’s Verlag (Weimar).
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- ff \
- empfehlenswert!! ist. Man nimmt ans einer viereckigen Laterne eine der vier Glasscheiben heraus und ersetzt sie durch eine dünne Aiiieh-glasseheibe. auf welcher mittels Schmelzfarbe eine Leihe con een frischer Kreise eingebrannt ist (s. Fig. 181) oder man klebt ein transparentes mit Tusche bezoichnotes Papier auf. Wird nun das Lieht der Laterne angezündet und die weisse Scheibe dem Apparate zugekehrt, so lassen sich die schwarzen Kreise mit Leichtigkeit scharf einstellen. Will man in ganz dunklen Räumen den Umfang des Bildes auf der malten Scheibe feststellen, so hisst man durch einen Gehilfen die Laterne nach den Seiten und nach oben und unten bewogen und merkt genau deu Punkt wo das Liebt aus dem Gesichtsfeld verschwindet. — Um aber an eh das Gesammfbild in seiner Wirkung zu bo-urtheilen, so hisst man auf kurze Zeit eine Magnesiumfacke! entzünden, wie solche von Schering in Berlin in den Handel gebracht werden.
- Tafel Y zeigt die Reproduction einer sehr gelungenen Aufnahme von Prof. Müller im Inneren einer grossen Tropfsteinhöhle, welche nach dem auf Seite 515 beschriebenen Vorgänge photographirt wurde.
- Fig. 1S1.
- T. Anwendung des Magn esium-Blitzlicht es zu verschiedenen wissen sch aftlieh en Zwecken.
- Das Magn esium - Blitzlicht findet häufig Verwendung in der wissenschaftlichen Photographie, z. B. zur Aufnahme von besonderen Oacfus-Blüthen (Cereus trianguiaris) etc., weiche sich nur in der Macht öffnen (Grant), von zartem anatomischen Präparaten (Ohallon): l)r. Köhler in Wien photographirte hiermit eine bei Nacht geborene Missgeburt, welche nur 10 Minuten lang lebte u. s. w.
- Herr Miethe legte im Verein der Freunde der Photographie in Berlin (Photogr. Mittheilungen. Oetoberheft 1887. Heft I. S. 178t eine mit Magnesiumblitz aufgenommene lebensgrosse Photographie eines im Dunkeln abgeruhten menschlichen Auges vor. Ganz auffallend auf derselben war die ausserordentliche Erweiterung der Pupille, deren Oeffnung 10 mm betrug.
- Am 2. März 1888 legte Prof. Cohn der medicinisehen Section in Breslau gelungene Photographien von gesunden und kranken Augen
- vor (s. Eder’s Jahrbuch f. Phot, für 1889. S. 133).
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- Prof. C o h n bediente .sieh des in Fig. 182 abgebildeten Apparates. Das Rohr r. durch welches das Magnesium in die Flamme geblasen wird, hat etwa 6 mm Durchmesser und einen mit Klappen verschliess-baren Trichter t. in welchen eine grosse Messerspitze Magnesium = 6 bis 7 cg eingeschüttet wird. Dies genügt für 3 bis 4 Aufnahmen. Das Rohr ist am Ende c etwas nach oben gebogen und kann durch einen an der Hülse h befestigten Träger fg mittels einer Schraube s in jede beliebige Stellung zur Flamme gebracht werden.
- Mit dem Messingrohr steht ein Kautschukschlauch mit Ballon b in Verbindung, auf den man im Moment des Photographirens mit der Hand oder mit dem Fusse drückt.
- Als Beleg, dass mit dieser Methode völlig ausexponirte scharfe Bilder erhalten werden, stellte Prof. Cohn zahlreiche Photographien des
- Auges her. Zwei derselben. die Pupille eines jungen Mannes im Finstern und die granulöse Augenentzündung, sind auf der Tafel VI mittels Autotypie abgebildet.
- E. Cohen und D. Rombout. stellten gelungene Photographien schwimmender Fische her (s. Eder’s Jahrbuch f. Phot, für 1890. S. 233). indem durch die gläserne Seitenwand des Bassins, worin sich die Fische befanden. Magnesium-Blitzlicht einfiel. Tafel VI zeigt Proben dieser Aufnahmen.
- Das Magnesium-Blitzlicht kann auch mit befriedigendem Erfolge zur Mikrophotographie verwendet werden, obschon der Verfasser hierfür das DrummoTid'sche Licht (Knallgasgebläse) vorzieht.
- 5. Verwendung des Magnesiumlichtes zum Copiren.
- Obschon die Verwendung des Magnesiumlichtes für die gewöhnlichen Copirprocesse zu kostspielig wäre, sollen dennoch einige Versuche in dieser Richtung erwähnt werden.
- 250 cm Magnesiumband, in einer Lampe mit Refleetor verbrannt, bringen auf einem gesilberten Albuminpapier die Copie eines Negatives bei einer Entfernung von 9 cm hervor. Für die Erlangung einer aus-exponirten Copie nach demselben Negativ auf Bromsilbergelatineplatten mit Entwickelung genügt 1 cm Band, verbrannt ohne Refleetor. in 36 cm Entfernung (H. W. Vogel). 130 cm M.agnesiumdraht gestatteu
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- die genügend lange Exposition von Chromatgummi, um darauf ein Einstaubbild herzustellen.
- Croke fand, dass zum Copiren auf Chromatgelatine (für Lichtdruck) bei einer Distanz von 3,6 in 0,15 g Magnesiumband genügen, bei Pigmentpapier aber 2 g erforderlich sind (Phot. Corresp. 1890. S. 529). Schirm eopirte mit 100 Blitzen seiner Magnesium-Blitzlampe (Verbrauch 1 g Magnesiumpulver) Albuminbilder aus (Phot. Mitth. 1890 Bd. 27. Seite 196).
- Viel geringer ist selbstverständlich der Verbrauch an Magnesium, wenn man das hiermit auf Chlor-, Brom- oder Jodsilberschiehten erzeugte photographische Bild hervorruft,
- Magnesiumlicht wurde früher auch zum Copiren von Glasdiapositiven auf unempfindliche Collodion-1) oder Eiweiss-Trockenplatten benutzt. Carbutt arbeitete z. B. mit letzteren und verbrannte bei einer Distanz von 18 Zoll ungefähr lV-2 bis 6 Zoll Draht; er entwickelte mit Pyro-gallus 2).
- Magnesiumlicht liefert auf Jodbromsilber-Papier mit saurer Gallussäure-Entwickelung in V2 Minute eine Vergrösserung von sechsfacher Ausdehnung des Negativs3); unter Umständen kann die Dauer der Exposition bis auf zwei Minuten steigen.
- Gegenwärtig verwendet man mit bestem Resultate das Magnesiumband zum Copiren von Diapositiven und Papierbildern auf Chlorsilbergelatine mit Hervorrufung (s. 111. Band dieses Werkes, 4. Aufl., S. 409), sowie für Chlorbromgelatine, als auch für Vergrösserungen auf Bromsilbergelatinepapier (s. weiter unten).
- 6. Verwendung von Magnesiumlegirungen, Zink und Zinkäthyl zu künstlichem Lichte.
- Nach Leroux' Versuchen (1865) erhält man ein ebenso intensives und viel wohlfeileres Licht, wenn man statt des reinen Magnesiums eine Magnesium-Zink-Legirung verbrennt (Fortschritte der Physik. 1865. Seite 245).
- Auch Grant fand, dass gewisse Magnesiumlegirungen ein fast ebenso glänzendes Licht geben, wie das reine Metall und zwar von
- 1) Bell benutzte Gummi-Gallus-Collodionplatten mit Pyrogallus-Entwickelung (Phot. Archiv. 1871. S. 34).
- 2) Phot. Archiv, 1873. S. 173.
- 3) Phot. Mitth. Bd. 5, Seite 14. Phot. Archiv. 1869. S. 315. — Ueber Yer-grösserungen bei Magnesiumlicht s. Geldmacher (Phot. Archiv. 1865. S. 161; ferner Phot. Arehiv. 1869. S. 67).
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- einer Farbe, welche je nach dem anderen Bestandteil der Legirung sich verändert. (Die Legirung von 1 Theil Zink und 2 Th eilen Magnesium brennt leicht und mit etwas bläulicher Flamme. 1 Theil Zink mit 3 Theilen Magnesium gibt ein grünes Licht 1).
- Zinkbänder, in Sauerstoff verbrennend, geben kein so actinisches Licht, wie Magnesium. — Magnesium gibt ein 6mal stärkeres Licht, als der aus ungefähr 100 g erhitztem Zink verbrennende Zinkdampf2).
- Zinkäthyl ist eine Flüssigkeit, welche sich von selbst an der Luft entzündet und dabei ein glänzendes Licht liefert. Taylor schlug vor, das Zinkäthyl in ein Bohr zu bringen, das an einem Ende einen Brenner hat, und mit dem anderen mit einem Wasserstoff-Apparat in Verbindung steht. Lässt man den (iasstrom über die Flüssigkeit streichen, so nimmt dieser Zinkäthyl auf und verbrennt mit lebhafter Flamme3). Dieses Licht soll aber weniger wirksam als Magnesium sein4 5 6).
- IY. Bengalisches Weissfeuer und Verwandtes.
- Seebeck beobachtete schon 1812. dass indianisches Weissfeuer die heftige Vereinigung von Chlor und Wasserstoff“ (Chlorknallgas) bewirkt, so dass Verpuffung eintritt (s. Seite 76).
- Im Jahre 1852 erwähnte Lucenay und 1854 Gaudin und Dela-marre die Möglichkeit, eilten Feuerwerkssatz und Harz zu photographischen Zwecken zu benutzen. Mo ule photographirte 1857 bei bengalischem Lichte; er verkaufte damals die Beleuchtungsmasse, ohne deren Zusammensetzung bekannt zu machen und längere Zeit kam „Moule's Photogenie Compositum“ in England in den Handel. Durch Schnauss0), Wui ffü). Gulliver7), Harm an8), Holl9 10,). J unghans 10) wurden dann die Mischungsverhältnisse zu solchen Zündsätzen veröffentlicht. In Folgendem sind sie tabellarisch zusammengestellt:
- 1) Polyteehn. Centralbl. 1865. S. 482.
- 2) Bull. Soe. frane. 1869. S. 306.
- 3) Pliot. Archiv. 1869. S. 120.
- 4) Brit. Journ. 1871. S. 532.
- 5) Phot. Archiv. 1860. S. 110.
- 6) Bulletin Soe. frane. Phot. 1860. S. 190. Kreutz er’s Zeitsehr. f. Phot. Bd. 2, Seite 229.
- 7) Bulletin Soc. frane. Phot. 1872. S. 166.
- 8) Phot. News. 1879. S. 138. Bulletin Soc. fran<y Phot. 1879. S. 87.
- 9) Phot. Mitth. Bd. 17, S. 189.
- 10) Ebendaselbst.
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- Seebeek Schnauss Wulff Gulliver Harman Bo Li Junghaus
- Theile Theile Theile ; Theile Theile Theile _ ... Theile
- Salpeter.... 24 112 300 6 864 9 4
- Sehwefelblumen . 7 42 100 2 288 2 2
- Schwarzes Schwefelantimon . 12 20 1 48 1 i
- Realgar .... 2 — 40 — — — —
- Kohle .... —- ----- — — 24 — —
- Jeder der Bestandteile wird für sich getrocknet, fein gepulvert und dann erst gemischt. Die Mischung halt sich bei Ausschluss von Feuchtigkeit lange Zeit unverändert. Die Sätze mit Bealgar (Schwefelarsen) sind mit Vorsicht zu verwenden, weil die bei der Verbrennung sich entwickelnden Dämpfe giftig (arsenhaltig) sind, was bei den andern Mischungen nicht der Fall ist. In allen Fällen muss für eine gute Ableitung der erstickenden Verbrennungsgase (schweflige Säure etc-,) gesorgt werden, damit weder die zu photographirende Person, noch die Nachbarschaft belästigt wird. (Am besten: Ableiten in einen hohen Schornstein.)
- Das bengalische Weissfeuer wird in cylinderförmige Päckchen von Papier abgetheilt, welche so viel Zündsatz enthalten, dass man bei einer Aufnahme reichlich ausreicht. Man erzeugt sie leicht, indem man Papier über eine runde Holzstange (circa 5 cm dick) aufrollt, den Band festklebt und mit der Mischung füllt.
- Die Feuerwerkssätze mit Salpeter sind billig und weuig gefährlich.
- Auch Gemische mit chlorsaurem Kali geben ein sehr intensives Licht, So das von Schnauss1) angegebene Gemisch von 4 Theilen chlorsaurem Kali, 2 Theilen Schwefel und 1 Theil Zucker, oder Gaudin’s Gemisch von 6 Theilen chlorsaurem Kali. 1(4 Theilen Schwefel und V2 Theil Zucker2). Diese Gemische explodiren aber leicht durch Schlag-und sind gefährlich und überdies kostspieliger; ähnliches gilt von dem von Edelmann3) vorgeschlagenen Gemisch von Schwefelantimon und pikrin s au rem Am mo ni ak.
- Borlinetto hatte bereits im Jahre 1867 darauf aufmerksam gemacht, dass Gemische von gleichen Theilen Pikrinsäure und Kaliumchlorat sehr rasch mit bläulich-weissem Lichte verbrennen. Im Jahre 1887 griff er die Versuche (angeregt durch Gaedicke-Miethe’s Blitzlicht) wiederauf und fand, dass man mit 6 g des Gemisches eine Porträtaufnahme herstellen kann (Phot. Corresp. 1887. S. 458; aus Moniteur de la Phot. 1887. S. 133).
- 1) Schnauss, Phot. Lexicon. 1864. S. 311.
- 2) Phot. News. 1879. S. 106.
- 3) Brit. Journ. of Phot. 1873. S. 444.
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- Frewing empfahl ein Weissfeuer aus 34 Th eilen Salpeter, 12 Theilen Schwefel und 5 Theilen Auripigment zu Aufnahmen von Linienzeichnungen auf nassen Platten, wozu 130 bis 170 g des Feuerwerkssatzes nothwendig sind (Phot. News. 1S<S4. S. 284. Phot. Wochenbl. 1884. S. 284).
- Da diese bengalisehen Weissfeuer nicht nur weitaus liehtsehwäeher sind als Magnesiumlicht und überdies noch erstickende Dämpfe geben, welche bei der Anwendung von Auripigment, sogar die heftig giftige, arsenige Säure entwickeln, so sind sie mit Beeilt ausser Gebrauch gesetzt worden.
- Das Lieht von bengalischem Weissfeuer ist sehr kräftig und die breite Flamme desselben macht es geeignet zur Porträt-Photographie, ist jedoch bei weitem nicht so wirksam und bequem als Magnesiumlicht.
- Die Idee, einen Zündsatz als Lichtquelle hei photographischen Aufnahmen zu verwenden, findet sieh schon 1852 in einem englischen Patente Lueenay’s vor.
- Graudin und Delamarre liessen sieh 1854 ein Patent geben, welches darin bestand, Porträte (ausser bei elektrischem Lichte, s. o. S. 468) heim bengalisehen Feuer eines Gemenges von chlorsaurem Kali, Schwefel. Zucker und Harz 2 bis 3 Se-eunden zu erhalten. Die Flamme wurde in den Brennpunkt eines elliptischen Spiegels aus verzinntem Kupferblech gebracht1).
- Moule nahm 1857 (18. Februar) ein specielies Patent auf die Verwendung von Zündsätzen zur Beleuchtung, wobei er auch der etwa hierbei mit Vortheil zur Dämpfung des Lichtes verwendbaren Eoflectoren oder farbigen Gläser gedenkt2 3). Sein Patent lautete auf sein künstliches Licht und die dazu gehörige Laterne; er ignorirte die Publicationen und Patente seiner Vorgänger.
- Die mit Glas ganz geschlossene Laterne (Fig. 183) war aus galvanisirtem Eisen (d. i. verzinktem) gemacht und hatte am Obertheile ein weites Rohr, welches die beim Verbrennen der Masse sich entwickelnden erstickenden Dämpfe ab- und in das Freie leitete. An der Rückseite der Laterne ist auf der Figur der Spiegel ersichtlich; an der der Person zugewendeten Seite wurde eine hellblaue Tafel eingesehoben. Zum Gebrauch wurde die Laterne auf ein Gestell, das gehoben und gesenkt werden konnte, gesetzt, und in die darin befindliche eiserne, am Boden mit Sand bedeckte Schale eine hinreichende Menge von Feuerwerkssatz gegeben Die aufzunehmende Person wurde 2 bis 4 Fuss vom Apparate entfernt postirt. und die Schale beiläufig in die gleiche Höhe mit dem Kopf gebracht. Das Bild wurde bei Lampen- oder Kerzenlicht eingestellt, die sensibilisirte Platte in die Camera gebracht, der Schieber der Cassette aufgezogen, die Masse in der Schale angezündet und die Thüre der Laterne schnell verschlossen. Die Exposition mit nassen Collodionplatten datierte 15 bis 20 Secunden.
- Der alte Moule’sehe Apparat wurde 1878 wieder hervorgesueht und von den Engländern Alder und Clarke mit einigen Modifikationen 1878 patentirt und neu in die Praxis als „Luxograph“ eingeführt:’).
- 1) Kreutzer, Zeitsehr. f. Phot. 1861. Bd. 3, S. 110, aus La Lumiere. S. 109.
- 2) Abridgements of the Speeifications relating to Photogr. 1861. S. 82. Kreutzer, Jahrber. f. Phot. 1857. S. 528. Journ. of Phot. soc. London. Bd. 4, S. 99.
- 3) Phot. News. 1878. S. 548; 1879. S. 90 und 105.
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- Das Wesen ihrer Neuerung bestand darin, dass die Laterne, worin der Feuerwerkssatz abgebrannt wurde 9, mit matten Scheiben und einem grossen Refiector versehen wurde, wodurch das Lieht zerstreut und gedämpft wurde und die damit beleuchteten Porträts in mildem Lichte erschienen. Durch ein Abzugsrohr wurden die gebildeten übelriechenden Yerbrennungsgase ins Freie geleitet.
- Es geschah eigentlich nichts anderes, als dass jene Vorrichtung, welche Yan der Wey de zur Milderung des elektrischen Lichtes an wendete, nunmehr auch beim Abbrennen des Feuerwerkssatzes angebracht wurde. •— nämlich mattes Glas oder Mineralpapier, zwischen der Lampe und der zu porträtir enden Person und ein hohler Reflector aus weissem Papier von 1,2 bis 3,ö m Durchmesser hinter der Lampe.
- Der Hohlspiegel wurde auch zur Vermehrung der Helligkeit aus lauter kleinen ebenen Spiegel st ückcb cn mosaikartig zusammengesetzt. Das von demselben reflectirte Licht würde aber immer noch zu grell wirken, deshalb ist die Ocffnung des Spiegels mit feinem Seidenpapier überspannt. Das Einsteiien wird mit Hilfe von kleinen Gasflammen besorgt. Die Exposition dauert auf Bromsilber -gelatinepJatten 5 Seeunden (und darüber).
- Während der Deckel des Objectives geöffnet wird, entzündet man mittels eines glimmenden Feuerschwammes oder glühenden Eisemlrahtes ungefähr 30 g des Zündsatzes, welches Quantum ungefähr 10 Seeunden lang brennt. Den Zündsatz gibt man entweder lose aufgehäuft in ein Schälchen oder füllt ihn in Papierpatronen von entsprechendem Fassungsraume (s. S. 527).
- Al den in England transportirte im Jahre 1881 den Apparat zu wiederholten Malen nach Loealitäten, wo grosse Maskenbälle stattfanden. Dort postirte er sich in einem kleinei] Zimmer neuen dem Balisaai und fertigte die ganze Nacht Costumebilder1 2).
- Harris on3) benutzte zur Zerstreuung des Lichtes an Stelle der halbtransparenten weisson Schirme solche von violetter oder blauer Farbe, welche dem Auge angenehmer ist.
- Das Atelier ist mit Gas etc. beleuchtet. Auch das Ein stellen auf der Visirscheibe geschieht mittels Gaslicht. Natürlich muss Sorge getragen werden, dass nicht direetes Gaslicht in den photographischen Apparat fällt.
- X'ig. 15
- AloulcFs JLaiupe.
- Weil der Hintergrund verhältnissmässig weit von der Lichtquelle entfernt ist und die Beleuchtung mit dem «Quadrate der Entfernung abnimmt, so erscheint der Hintergrund im Bilde unerwünscht dunkel. Deshalb muss man denselben entweder dem Modell nähern, oder heilere Hintergründe, als gewöhnlich, anwenden4).
- 1) Oder auch Magnesium etc., jedoch wurde das bengalische Weissfeuer der grösseren Billigkeit halber vorgezogen. — Salomon hatte schon lange vor Ai d er und Clarke Magnesium lampen mit mattem Glase benutzt (Bulletin soc. fr an 9. 1879, Seite 17).
- 2) Phot. Mitth. 1881. Bd. 17, S. 164.
- 3) Bulletin soc. frane. 1879. S. 17.
- 4) Wurde von Caroy Lea für Magnesiumlieht ausgesprochen, gilt aber auch Mer (Bulletin soc. framj. 1866. S. 251).
- it d u 1 , ii'itiidbuoii. der Photographie. X. X'lioii. 2. Aufl. (M
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- V. Verbrennender Phosphor und Schwefel.
- Phosphor, an der Luft verbrennend, ferner Schwefel, im Sauerstoff verbrennend, gibt nach Böttger rasch photographische Bilder.
- Durch dreimal wiederholtes Abbrennen von Phosphor in Sauerstoffgas gelang es Böttger 1355 ein Porträt (Gemälde) auf einer Jodbrom-Daguerreotypplatte zu copiren. Desgleichen gelang es, auf einer präparirten Collodionplatte bei dem mattbläulichen Schimmer von im Sauerstoff brennenden Schwefel augenblicklich, d. h. in einer fast unmessbaren Zeit, ein in allen Theilen wohlgelungenes Bild hervorzurufen 1).
- Das Licht des im Sauerstoff verbrennenden Phosphors ist, wie schon Brande vor einem halben Jahrhundert fand, chemisch weniger wirksam, als das elektrische Licht; es gelang ihm nicht durch ersteres, wohl aber durch letzteres Chlorknallgas zur Verpuffung zu bringen, was Seebeck auch durch das indianische Weissfeuer erreichte.
- Babo fand das Licht des in Sauerstoff verbrennenden Phosphors so wirksam, wie Stickoxyd-Schwefelkohlenstoff-Lieht und auch Mc. Lellan erkannte, die bedeutende chemische Wirkung desselben, weiche die Wirkung des im Sauers!off verbrennenden Schwefels, sowie die Wirkung des an der Luft verbrennenden Magnesiums um Namhaftes übertrifft (s. o. S. 460).
- Legt man ein Stück Phosphor auf gepulverten Salpeter und zündet ersteren an, so entwickelt sich ein sehr blendendes Licht; die Dämpfe müssen durch ein Kohr abgeleitet werden |Markham2), Schnauss3)]. Kottmayer in Laibach photographirte mit diesem Lichte vor mehreren Jahren das Innere der Adelsbergergrotto auf Bromsilbergelatineplatten.
- Bringt man nach Böttger4) in einem kleinen dünnwandigen Glaskolben etwa 20 g chlorsaures Kali zum Schmelzen und wirft dann drei bis vier erbsengrosse Stückchen Stangenschweiei in das geschmolzene Salz, so entsteht ein so intensives, eine Menge stark brechbarer Strahlen enthaltendes weisses Licht, das schon innerhalb 2 bis 5 Secunden von einer damit beleuchteten Gypsstatuette auf einer nassen Collodionplatte ein sehr scharf ausgeprägtes Bild gibt.
- Schwefel auf geschmolzenen Salpeter geworfen verbrennt mit sehr actinisehem Lichte.
- 1) Jahresbericht des physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M. für 1854—1855. Dingler’s Polyteohn. Journ. 185(5. S. 140, 815. Polvtochn. Notizblatt. 185(5. S. 155.
- 2) Phot. Archiv, 18(59. 8. 88.
- 8) Phot, Corresp. 1S7G, P>d. 13, S. 243.
- 4) Polyteehn, Notizblatt. 18(50. S. 220. Kreutzer’s Zeitsehr. f. Phot. 1860. Seite 228.
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- Diese Art von Lieht ist nach Spiller schon seit 1847 bekannt. Spiller wendete dasselbe 1875 in der Photographie an1).
- Man schmilzt etwa 30 g Salpeter in einem Tiegel oder besser in einer an einem Ende zugeschmolzenen Glas-Verbrennungsröhre, welche das Licht nach keiner Seite hin abhält. Dann trägt man allmählich kleine Stückchen Schwefel ein. wodurch ein höchst intensives weisses Licht entsteht, das so lange anhält, als noch etwas geschmolzener Schwefel in dem Salze schwimmt, 1j2 g Schwefel allmählich in obige Quantität Salpeter eingetragen, gibt ein regelmässiges Licht für 10 Minuten.
- Es genügen 3 bis 5 Secunden Exposition, um ein Transparentpositiv auf nassem Oollodion in der Distanz von 1 Fuss zu liefern.
- Aus den Versuchen von Eiche und Bardy (S. 459) geht hervor, dass man mit Vortheil ein sehr actinisches Licht dadurch erhalten kann, wenn man Schwefel in kleinen Thon- oder Porzellantiegeln schmilzt und mittels eines Bohres aus einem Gasometer einen senkrechten Sauerstoffstrom aufbläst, Das so erhaltene blaue Licht ist actinischer als das weisse, welches durch Werfen von Schwefel auf geschmolzenen Salpeter erhalten wird.
- VI. Schwefelkohlenstoff - Stickoxyd -Licht nnd Verwandtes.
- A) Schwefelkohlenstoff - Licht.
- Das Lieht des verbrennenden Schwefelkohlenstoffs besitzt im violetten Ende ein«; ungewöhnliche Intensität und ist sehr reich an chemisch wirksamen Strahlen (Babo und Müller 18562).
- Im Jahre 1866 wies Windstanley auf die Möglichkeit hin, die Flamme des im Sauerstoff verbrennenden Schwefelkohlenstoffs zu photographischen Zwecken zu benutzen; 1869 zeigte er bereits einen zu diesem Ende bestimmten Apparat vor3).
- Bei Versuchen von Lossen4) mit abgeblendeten, gleich grossen Tb ei len von Sauerstoff-Schwefelkohlenstoff-Lieht und Magnesiumlicht werde gefunden, dass das Ma gnesiumlicht stets das erstere an Wirksamkeit übertraf. Wurden die Versuche mit den freien (nicht abgeblendeten, also ungleich grossen) Lichtquellen fortgesetzt, so war das Resultat ein umgekehrtes, entsprechend den Beobachtungen Anderer (s. oben S. 459). Lossen benutzte zu seinen Vergleichen Bromsilberplatten bei 7.3 Secunde Exposition.
- 1) Phot. News. 1875. S. 40. Pliot. Mittli. Bd. 11, S. 278.
- 2) Portsehritte der Physik. 1850.
- 3) Brit. Jouru. of Phot, 1875. 8. 04.
- 4) Phot. Archiv. 1878. 8. 70.
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- Mit dem Verbrennen von Stickoxyd, welches mit Schwefelkohlenstoffdampf gesättigt ist, experimentirte schon Babo in den fünfziger Jahren 1). Als er 2 Liter dieses Gasgemenges verbrannte, konnte er bei diesem Lichte Gegenstände in der Camera auf nassem JodcoHodion in 1 Seeunde photographiren. Um eine continuirliche Flamme zu erhalten, entwickelte er Stickoxyd in einer Art Döbereiner'schen Zündmaschine aus Kupfer und verdünnter Salpetersäure (1:1), leitete das Gas durch zerfallenen Kalk, um es von Säure zu befreien und Hess es durch eine kleine Wulff'sehe Flasche streichen, weiche Baumwolle mit Schwefelkohlenstoff getränkt enthielt. Das ansströmende Gas wurde, nachdem alle Luft verdrängt war, entzündet, was in der Kegel ohne Explosion vor sich ging; etwaige Explosionen waren, zufolge der Kleinheit des Apparates, gefahrlos.
- Babo sprach damals aus: „Die Menge der chemisch wirksamen Strahlen übertrifft die aller anderen (damals) untersuchten Flammen sehr bedeutend“.
- Fast 30 Jahre später kam Seil nochmals auf das Stickoxyd-Schwefelkohlenstoff-Licht zurück und suchte es in die photographische Praxis einzuführen, indem er es genauer beschrieb und eine eigene Lampe hierzu eonstruirte.
- Seil liess seine Lampe 1873 patentiren und erhielt am 10. October 1873 ein Patent in England2).
- Sie besteht aus einem kugelförmigen Glasgefässe für den Schwefelkohlenstoff. der durch einen Docht zum Brenner in die Höhe gesaugt wird. Um diese kleine Kugel ist eine grössere geblasen. Der Zwischenraum zwischen beiden wird mit kaltem Wasser gefüllt, das die Abkühlung des Schwefelkohlenstoffes bezweckt. Durch die Mitte des Brenners geht ein rechtwinkelig gebogenes mit Hahn versehenes Rohr, das das Stickoxyd, aus einem Gasometer zuführt. Das Stickoxyd stellte Seil aus Eisenelilorür. Kaliumnitrat und Chlorwasserstoff säure in bekannter 'Weise dar3).
- Del ach anal und Mermet eonstruirten kurz nach Seil ebenfalls eine Lampe für Schwefelkohlenstoff-Stickoxyd-Licht, was sie im November 1874 pubücirten. Ein mit zwei Tubulaturen versehener Ballon mit 500 ccm Inhalt wird mit Schwammstücken. Coaks oder Bimsstein gefüllt und letztere mit Schwefelkohlenstoff imprägnirt, Die eine Tubulatur dient zur Zuleitung des Stickoxydes, die andere ist mit einem dureh-
- 1) Horn’s Phot. Journ. 1855. S. 9.
- 2) Abridgements of Speeifications relating to Photography. TII. 1878. S. 79. Andere Quellen s. am Eingang.
- 3) Berichte d. deutsch, ehern. Gesellschaft. Bd. 7, S. 1522.
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- bohrten Korke verschlossen, welcher eine zweite, 20 cm lange Glasröhre trägt . Diese wird mit% dicht zusammen gewickeltem Eisendrahte vollgestopft und dient als Sicherheitsrohr zur Verhinderung einer Explosion innerhalb des Ballons.
- M an leitet das ausströmende Gasgemenge in eine Art Bunsen’schen Brenner, der aber keine Luft-Zuströmungsöffnungen hat und füllt das Rohr desselben ebenfalls mit zusammengewickeltem Eisendraht. Die Flamme, die man mit diesem Apparate erhält, ist äusserst hell und kann eine Höhe von 25 cm erreichen. Die bei der Verbrennung sich entwickelnden Gase werden durch einen Schornstein abgeleitet. Die spectroscopische Untersuchung der Flamme ergab das Vorhandensein zahlreicher glänzenden Linien. ähnlich dem Spectrum des Schwefels (Chem. Contralbl. 1874. S. 769: aus Compt. rend.).
- H. W. Vogel fand die Wirksamkeit der Selksehen Lampe 4mal geringer als das Licht eines heiteren Wintertages. Eine Person. 10 Fuss vom Lichte entfernt, gab in 15 Secunden ein Porträt auf nassen Colio-dionplatten x).
- Das Licht des mit Schwefelkohlenstoff geschwängerten Stiekox}7d-gases ist ungefähr gleich photographisch auf Bromsilber wirksam, als das Licht von an der Luft brennendem Schwefelkohlenstoff, in dessen Flamme Sauerstoff geleitet wird (s. S. 531); ersteres ist heller als Magnesiumlicht unter gewöhnlichen Umständen, aber weniger hell als in Sauerstoff verbrennender Schwefel (s. S. 531).
- Es lässt sich nicht leugnen, dass das Schwefelkohlenstoff-Licht ein sehr wirksames ist: aber da es gefährlich zu handhaben ist. weil die Gefahr einer Explosion bei einiger Unvorsichtigkeit nicht ausgeschlossen ist und sich lästige Dämpfe entwickeln, so kam es nicht in ausgedehntere praktische Verwendung. Es wurde durch das billigere Magnesiumlicht, bengalische "Weissfeuer etc. verdrängt.
- B) Chromchlorid.-Lieht.
- Lässt man Wasserstoffgas über flüssige (am besten etwas erwärmte) Oblorchromsäure oder Chlortitan streichen . entzündet es und leitet in die Flamme einen Strom von Sauerstoffgas. so erhält man ein sehr aetinisehes Licht, welches auf Silbersalze ungefähr ebenso energisch als Magnesiumlicht wirkt. Leider entwickeln sich dabei viel Salzsäure-dämpfe (Monekhoven).
- Aach anderen Angaben'1 2) ist das Licht, welches entsteht, wenn Wasserstoff über ein mir Chlorchromsäure gefülltes Kugelrohr streicht
- 1) Phot. Mitth. Bd. 11, S. 232. Per. d. deutsch. Chem. Gesetlscli. 1875. S. 96,
- 2) Phot. Corresp. 1869. S. 215; 1870. S. 208.
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- und durch den entzündeten Wasserstoff ein Strom von Sauerstoff geleitet wird, nicht sehr hell; sobald das Kugelrohr mit der Chlorchromsäure erwärmt wird, nimmt die Intensität bedeutend zu. An Wirksamkeit kommt es dem Magnesiumlicht gleich 1).
- C) Aluminiumlicht.
- Aluminium, zu Blättchen nach Art des Blattgoldes geschlagen, gibt, in Sauerstoff verbrannt, vielleicht das intensivste photographische Licht, Die dafür nöthige Menge Metall ist völlig unwesentlich und der entstehende Qualm durchaus verschwindend (Phot. News. 1889. S. 344; durch Phot. Wochenblatt. 1889. S. 213).
- YII. Oxy-Hydrogen-Kalkliclit und Verwandtes.
- Im Jahre 1826 fand Drummond2), dass der zur heftigsten Weissgluth erhitzte Kalk3) ein sehr intensives licht gebe (Drummond-
- sches Kalklicht), welches man, wenn hinter ihm ein Brennspiegel angebracht ist. 68 englische Meilen weit sieht. Er fand auch, dass dieses Licht nicht nur auf Cblorknallgas. sondern auch auf Chlorsilber einen merklichen Einfluss ausübt.
- Fi ~8i " Später fand man. dass
- nicht nur Kalk, sondern auch Zirkonerde. Magnesia. Thon in der Weissgluth heil leuchten und dass zur Hervorbringung der erforderlichen Temperatur Sauerstoff-Wasserstoff. Sauerstoff-Leuchtgas, Sauerstoff-Weingeist etc. benutzt werden kann.
- Am meisten findet jedoch das mittels des Sauerstoff-Wasserstoff-(Oxy - Hydrogen -) Gebläses oder mit Sauerstoff-Leuchtgas-Gebläse er-
- zeugte Kalklicht oder Magnesialicht Verwendung und zwar insbesondere zur Herstellung von Vergrösserungen, wozu es sich ohne Zweifel vortrefflich eignet.
- Den zum Drummond'sehen Lichte notlrvvendigen Sauerstoff kann man (ebenso wie Wasserstoff) in comprimirtem Zustande in Stahl-
- 1) Phot. Corresp. 1870. 8. J08; nach Brit. Journ. PSiot.
- 2) Edinburgh Journ. of Science. 1820. S. MP).
- 3) Ursprünglich erzeugte Drummond sein Licht dadurch, dass er gegen eine Kugel aus Kreide aus mehreren Röhren Weingeist spritzte und aus anderen Sauerstoff darauf blies. Der im Sauerstoff verbrennende Weingeist erhitzte die Kreide zum stärksten Glühen.
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- cylindern kaufen oder man stellt sieh ihn (was weniger kostspielig ist) selbst durch Erhitzen von Kaliumchlorat dar.
- Die Herstellung des Sauerstoffes geschieht in kupfernen Betörten, indem man einen Theil gepulverten Braunstein (Mangansuperoxyd) und zwei Theile krystallisirtes (etwas zerdrücktes) Kaliumchlorat mischt und erhitzt. Da infolge der heftigen Gascntwickelung viel Braunsteinpulver
- mitgerissen wird, so wäscht man das entweichende Gas in einer mit Wasser gefüllten Wulff’schen Flasche; dieAnordnung hierfür zeigt Fig. 184.
- Obschon das stärkste Kalk- oder Zirkon-Licht mittels des Sauerstoff -
- Wasserstoffgebläsos erhalten wird, so zieht man dennoch allgemein das Sauerstoff-Leuchtgasgebläse vor, weil das Leuchtgas bequemer und billiger zu beschaffen ist und weil die Helligkeit des erzielten Lichtes in letzterem Falle nicht wesentlich hinter dem erstgenannten zurückbleibt, Eine gute Form des Knallgasgebläses zeigt die Fig. 185, welche den Zweck hat, dass Sauerstoff und Wasserstoff (oder Leuchtgas) erst an der Mündung im Momente des Verbrennens sich vermischen, weil sonst eine heftige Explosion entstehen würde.
- Man leitet in die äusere Bohre W das Leuchtgas, in die innere 8 den Sauerstoff.
- Um den Kalk - Cylinder leicht ins Glühen zu bringen, wird er an einem Metallbehälter befestigt und das Gebläse schräg dagegen gerichtet.
- Fig. ISO. Drummond'süheä Kalkl
- Eine ältere Einrichtung des Kalklichtes zeigt die Fig. 186. Die in eine Spitze ausgezogene Bohre ist in senkrechter Stellung auf einem Brette befestigt, welches auch, den Ständer trägt, auf dem der Kalk-cylinder aufruht. Die Bohre ist bei A an dem oberen Theile des Brettes und durch B an der unteren Seite desselben befestigt. Die Schrauben-
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- mutter von A ist mit fein gesponnenem Metadldrahtgeflecht überzogen. Die spitzige Röhre wird durch eine Kappe C luftdicht mit der Schraube A verbunden.
- Der Ständer für den Kalk- (oder Magnesia-) Cylinder ist von Metall: durch den Ober! 11ei! desselben geht eine Schraube mit gerändertem Kopf und ein Träger für den Kalkeylinder. Der letztere hat ein Loch in der Mitte, durch welches die Schraube gellt: er kann die (Müsse eines gewöhnlichen Flaschenstöpsels haben. Die zwei Hähne stellen in Verbindung mit den bezüglichen Gasbehältern.
- Eine andere, neuere Form ist in Fig. 187 abgebildet.
- Die bisher an gewendeten Knallgasgebläse hatten sämmtlieh den Nachtheil, dass die Verbrennung der Gase schon innerhalb der Düse
- Fig. 187.
- Fig. 188.
- stattfindet, wodurch der Nutzeffect der höchsten Temperatur ausserhalb der Brennerdüse sehr beeinflusst wird. Bei Linnemann's Brenner ist die Einrichtung derart getroffen, dass der Sauerst off mit dem Leuchtgas erst ausserhalb der Düse die vollständige* Verbrennung gibt und deshalb komm? der Kalk- oder Zirkoneylinder leichter in starke Glühhitze. Die Hitze ist so gross, dass nach der An gälte des Erfinders in Kafkey linder schon nach kurzer Zeit erbsengrosse Vertiefungen hincinschmelzen und deshalb die widerstandsfähigeren Zirkonplättchen benutzt werden müssen (s. S. 539).
- Fig. 18h zeigt den von Schmidt und Haenseh in Berlin in den Handel gebrachten L i n n e m a n n - Brenner fertig zusammengestei 11 M. Fig. 189 gibt ein Bild der inneren Einrichtung. Das in a einströmende Leuchtgas tritt in den hohlen Raum der Düse, umkreist den Cylinder.
- 1) Eder’s Jahrbuch f. Photogr. für 1S89. Sv272.
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- welcher durch c verstellbar ist und den Leuchtgaszutritt regulirt. In b tritt der Sauerstoff unter 10 mal grösserem Druck durch vier Löcher ins Innere der Schraube c ein. um mit "Vehemenz aus der Bohrung D dieser Schraube zu entweichen; d dient zur Ilegulirung des Sauerstoffzutrittes. Die Flamme brennt klein und schwach leuchtend, ist aber enorm heiss.
- Für 60 Kerzen Helligkeit braucht man 24 Liter Leuchtgas und 15 Liter Sauerstoff pro Stunde: für 200 Kerzen 48 Liter Leuchtgas und 44 Liter Sauerstoffgas.
- Fig. 190 zeigt einen Lieht-Oondensor für Zwecke der Mikrophotographie und Vergrösserimgsphotograpliie. Das Knallgasgehläse ist in einem Eisenblechkasten C eingeschlossen: das Zirkonplättchen (z) ist im Brennpunkte eines Tünsensystemes b, welches das lucht sammelt und in
- Fig. 189.
- r
- Fig. 190.
- den mikroscopisehen Apparat wirft. Der Verfasser kann das Linne-mann'sehe Gebläse (mit Magnesiastift) bestens empfehlen.
- Tun das Kalklieht zu gebrauchen, lässt mau einen Strom von Wasserstoff (oder das Leuchtgas) zuerst einigt? Minuten durch derüApparat strömen, zündet ihn dann an und leitet dann erst allmählich Sauerstoff zu, dessen Zufluss man so regelt, dass das beste Besulta-t erhalten wird. Würden beide Gase zugleich auf den Kalk geleitet, ehe er Zeit hat. sieh gehörig zu erwärmen, so zerspringt er.
- Wird das Gas auf den Kalkeylinder mit grossem Druck geleitet, so ist der Effect viel günstiger. Ist der Druck ein doppelter oder die Oeffnung der .Ausströmungsröhre doppelt so gross , so ist das ausgestrahlte Lieht nicht zweimal. sondern fast viermal so kräftig (vcrgl. die Tabelle S. 452).
- Auf den Gasbehältern lässt man einen Druck von wenigstens 50 kg lasten. Es muss aber Sorge getragen werden, dass während der Zuleitung der Gase das Gewicht von keinem der Behälter weggenommen wird, da sonst derjenige, welcher den grösseren Druck hat, nach und nach einen Theif seines Inhaltes in den weniger belasteten Be-
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- 191. Drummoiid’selies Kalldieht.
- hälter zwängen würde; auf diese Art würden sieh die Gase vermischen, was aus Sicher-heitsriieksieliten vermieden werden muss.
- Einfach gestaltet sieh das Arbeiten mit Kautschuksäcken, wie Fig. 191 zeigt. A mit Sauerstoff gefüllter Kautsehuksaek. zwischen zwei mit Gewicht c beschwerten Brettern a. so dass das Gas unter Druck nach Oeffnung des Hahnes ä durch das Kautschukrohr e in den Brenner f gelangt und aus dessen Spitze ausströmen_ kann. g Rohr zur Zuführung von Leuchtgas in den Brenner, h drehbarer Kalkcylinder, mittels Schraube b höher und tiefer zu stellen.
- Mittels eines Uhrwerkes gibt man zweckmässig dem die Kreide tragenden Stift eine langsame spiralförmige Drehung, weil bei längerer Wirkung der Flamme auf eine Stelle
- wegen Sinterung derTheilchen die Lichtintensität naehlässt. „Debray’s Apparat“ gestattet eine auf- und niedergehende Bewegung des Kalkcylinders und eine vor- und rih-kwärts-gehende des Gasrohres.
- Durch das Schadhaftwerden der Gassäcke und Ausströmen der Gase können Explosionen entstehen: Gasometer aus Metall, wie sie Fig. 192 zeigt, sind sicherer.
- Sie bestellen aus cylindrischen Kupfer- oder Zinkplatten und sind nach Art aller Gasometer mit Wasserdruckvorrichtung versehen. Zwei Cylinder. A und B, sind in der Weise zusammengefügt. dass der äussere A über den inneren, nach oben geschlossenen B gleichsam gestülpt ist. Beide Oylinder stehen in einem mit Wasser gefüllten Ge fasse D. Das Wasser schliesst bei a den Cylinder A ab. welcher durch die über Rollen aufgehängten Gewichte in Schwebe gehalten wird. Durch das Rohr b wird das Sauerstoffgas zugelassen, welches den Cylinder A bei der Füllung in die Höhe drückt. Ist der Cylinder gefüllt und soll aus demselben das Gas wieder entweichen, so geschieht dieses bei c, indem die Gewichtssteine abgehängt werden, der Cylinder A durch seine Eigenschwere sielt in das 'Wasser senkt und dadurch selbst das Gas bei c wieder auspresst (Stein).
- Die Kalkcylinder haben die Unannehmlichkeit, dass sie an feuchter Luft bald zerfallen, indem der Kalk Wasser und Kohlensäure anzieht.
- Versuche, den Kalkcylinder durch andere Materialien zu ersetzen und anstatt des Oxy- Hydrogen -Gebläses andere zu verwenden, machte schon Pfaff (Poggend. Annal. d. Phys. Bd. 40, S. 547). Er fand, dass ein Kalkcylinder, wenn er durch Knallgas erhitzt wurde, die Helligkeit von 153 Kerzen gab. bei Aether und Sauerstoffgas 76. bei Weingeist und Sauerstoff 69, bei Steinkohlengas (Leuchtgas) und Sauerstoffgas 19 Kerzen gab. Ungebrannte Kreide, weisser Thon. Magnesia gaben ein viel weniger helles Licht, als gebrannte Kreide.
- Pig. 192. Metallgasometer.
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- Drummond verglich das mittels einer mit Sauerstoff unterhaltenen Alkoholllamme erzeugte Glühlicht von Magnesia etc. mit einer Argand-schen Lampe (mittels des Rumford’schen Photometers). Er fand das Kalklicht 37 mal stärker, Zirkonerde 31. Magnesia 16 mal heller als das einer Argand'schen Lampe.
- Garon in Paris fand dagegen (1868), dass Magnesia ein besseres Licht als Kalk gebe. Aber die Magnesia muss rein sein, namentlich frei von Kieselsäure, welche das lucht auf Vs und noch weniger abschwächt (Wagner's Jahrber. f. ehern. Technolog. 1868. S. 754).
- Auch Monckhoven empfahl Magnesiacylinder. jedoch gab die von ihm benutzte Herstellungsmethode (Phot. Corresp. 1869. S. 214) kein genügend feuerbeständiges Material, da es in der Hitze leicht Risse und Höhlungen bekam, weshalb er wieder zum Kalk griff, indem er Marmorstäbchen ins Knallgasgebläse brachte. Auch die von Roux empfohlenen Magnesiakugeln (s. Eder's Jahrbuch f. Photogr. für 1889. S. 300) sind nicht genügend feuerbeständig: dagegen kommen sehr gut verwendbare Magnesiastifte in den Handel (s. unten), welche vortrefflich anstatt der Kalkcylinder verwendbar sind und dieselbe Helligkeit wie dieses geben V-
- Besonders feuerbeständig ist Zirkon erde, welche zuerst von Garon sowie Tessie du Motay empfohlen worden war (Wagners Jahrber. f. ehern. Technologie. 1869. S. 730). Schmidt und Uaenseh in Berlin stellen sehr brauchbare Zirkonplatten her, welche in Piatinblech gefasst sind (s. Seite 536).
- Obschon diese Zirkonplättchen sehr feuerbeständig und gut verwendbar sind, so steht ihrer allgemeineren Verwendung der etwas hohe Preis entgegen (5 bis 6 fl. pro Stück), wozu noch der liebelst and kommt, dass die Zirkonerde nicht selten abbröckelt und dann die Platte verloren geht. Deshalb zieht der Verfasser die billigeren Magnesiast-i fte vor, welche von der Firma Plössl (Wien IV, Goldeggasse 6) bezogen werden können1 2).
- Dieselben haben die Form eines dünnen Bleistiftes und werden derartig vor die Knallgasflamme gebracht, dass eine Stelle des oberen Theiles ins Glühen kommt. Dies erfolgt äusserst rasch und mit einem intensiven Lichte, welches hinter dem Zirkonlichte durchaus nicht zurücksteht. Bei einer Brenndauer von mehreren Stunden wird allerdings in den Stift ein kleines Loch gebrannt, da Magnesiumoxyd nicht so feuerbeständig ist. als Zirkonoxyd. Jedoch schadet dieser üm-
- 1) Monekhov ou versuchte die Helligkeit dos Lichtes durch Zusatz von Titan-ehlorür zur Mu uue-sia zu steigern (Phot, Corresp. J8ISÜ. 8. 214); Carov Lea tränkte die Kalkcylinder mit Kupfervitriol, um das Licht Idauer und wirksamer zu machen (Phot. News. 1871). S. 91), jedoeli erweisen sieh diese Zusätze als nutzlos.
- 2) Eder, Phot. Corresp. 1890.
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- stand wenig, da das lacht trotzdem äusserst intensiv bleibt und man überdies nur den Stift zu drehen oder zu heben oder senken braucht, um eine völlig intacto Stelle desselben in die Flamme zu bringen. Bricht der Stift, welcher ungefähr 6 cm lang ist. entzwei, so kann jedes Stück für sich verwendet werden. Jedoch ist es bequem, sich für diesen Zweck kleine Zwischenstücke aus Messing anfertigen zu lassen, in welche man dam Magnesiastift steckt ts. Fig. 193). Da der Preis eines solchen Magnesiastiftes bloss 45 — 50 kr. beträgt, so ergibt sich, dass das Magnesia-Knallgaslicht sehr wohlfeil ist und deshalb, namentlich für kürzer andauernden Betrieb, bestens empfohlen werden kann.
- Die photochemische Wirksamkeit des Zirkon- und Magnesia- Knallgaslichtes wurde von Kder im Quarz-Spectrograph en geprüft. Es ergab sich, dass beide Lichtquellen annähernd dieselbe Intensität im Blau. Violett und Ultraviolett hatten; ein kleiner, allerdings unbedeutender
- Fig. 1 <13. Fig. IM.
- Alkohol - Sauerstofl' - Lampe.
- Fig. 105.
- Alkohol - Sauerstoff - Lampe.
- Unterschied in der Ausdehnung der Spectralwirkung im Ultraviolett machte sich zu Gunsten des Magnesia-K n al 1 gasgeb 1 ä ses gelten d.
- Das Lin n emann Esche Gebläse wurde bei diesen Versuchen mit Sauerstoff-Leuchtgas gespeist.
- Zum Erhitzen des Kalkcylinders kann auch eine durch Sauerstoff angefachte Weingeist]ampe dienen. Der betreffende Apparat (nach 31 on ek li ovena) ist in Fig. 104 und 195 abgebildet.
- A ist der Magn es iacylinder. auf einer Enteil age 7? befestigt. welche auf der Achse C gedreht, niederer gestellt oder erhöht werden kann. E F ist der Pfänder oder die Stütze und G das Zahnrad, mittels welchem das Licht auf den Mittelpunkt des Apparates gerichtet wird.
- Die Lampe P wird mit Alkohol gefüllt; der Docht ist rund und wird schief geschnitten. wie in Fig. 195: das äusserste Ende des Brenners NO ist hinlänglich
- 1) Phot. Corresp. 1870. Bd. 7, S. 23.
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- nahe am Docht angebracht, um ihn leicht zu berühren. Der Docht M sollte mit der Säule A beinahe in Berührung sein, was durch die Schraube -7 (Fig. 194) bewerkstelligt wird. Mit diesem Apparate ist bloss ein Kautschukschlauch O 0 in Verbindung, der mit dem Sauerstoffsack in ('«unmunication steht. Fig. 195 zeigt genau die .Lage, welche der Brenner KO in Bezug auf den Magnesiaeylinder einnehmen sollte.
- Es ist natürlich, dass hierbei eine gewisse Praxis in der Manipulation und besonders mit der Spirituslainpe nöthig ist; dieser letztere liefert ein Licht, das dem Oxy-Hydrogen nur wenig nachsteht; bei sorgfältiger Behandlung ist der Unterschied kaum bemerkbar.
- Das Sauerstoff-Alkohol-Licht wurde mehrfach, z. B. von Haack'), empfohlen.
- Auch Harn eck er hat sieh desselben mit einigen Modificationen bedient. Der von ihm benutzte Apparat ist (nach. Stein’s Angaben'2 3) in Fig. 196 abgebildet. R ist das Alkohoi-Beservoir, aus welchem durch eine Bohre der Alkohol nach dem Dochte hei D lliesst; eine zweite Bohre AB ist unter der ersten angebracht, aus welcher bei B das einem Gasometer entströmende Sauerstoffgas zu Tage kommt und die Flamme auf den bei S aufzusteckenden Katkcyiinder ü leitet.
- In dem Doppeldochte brennt Alkohol oder besser ein Gemenge von 7 Theilen absolutem Alkohol, 1 Tlieil Aether, lji Tlieil Petroleumäther. Ein Sauerstoffstrom in der Stärke eines kleinen Stecknadelkopfes strömt durch die beiden Dochte auf einen Kalk-Magnesiaeylinder, der folgendermaßen bereitet wird: 2 Theile Magnesia carbonica, 1 Tlieil Magnesia usta werden zu einem Teige eingerührt und mit ——O-
- einer wässerigen Lösung von 1 Tlieil Gummi in 100 Theilen Wasser bis zum Sieden erhitzt und trocknen gelassen. Das daraus gewonnene körnige Gemenge wird feinstens in einem Mörser gestossen und der ausgesiebte Staub mit einer Lösung von unterschwefligsaurem Kalk angefeuchtet. Mach dem Einteigen wird fein gepulverter Wiener Kalk hinzugethan und nach dem gründlichen Durchmischen der ganzen
- Masse Oylinder geformt, die bei starker Wärme getrocknet, dann zur Verwendung kommen. Diese Oy linder erhitzen sich mit dem Spiritus-Sauerstoffgebläse alsbald zur Weissgluth und geben ein chemisch sehr kräftig wirkendes Licht2). Später mischte Harnecker dem Kalk nebst Magnesia noch gepulverten Olivin zu („ 0 livin - Licht ‘‘), vermöge dessen das Licht weisser und aethnischer wird.
- Harn eck er erzeugte damit Vergrösserungon. Eine dadurch beleuchtete Cabinet-photographie nahm er mit einem Porträt-Objectiv in 50 Seeunden auf nassen Platten auf.
- Das Kalklicht wird seit 20 Jahren zu Vergrüsserungen kleiner Negative (anstatt des directen Sonnenlichtes in der Solarcamera) benutzt. Der hierzu erforderliche Apparat ist (abgesehen von den äusseren
- Harnecker’s Olivin-Licht.
- 1) Phot. Corresp. 1871. Bd. 8, S. 31.
- 2) Stein, Das Licht. 1877. S. 81.
- 3) Phot. Mittk. 18.0. Bd. 6, S. 242 und 202.
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- Kasten etc.) ganz analog dem Seite 482 für die Vergrösserung mit elektrischem Licht beschriebenen.
- Das Kalklieht ist nächst dem elektrischen Lichte das geeignetste zu Vergrösserungen. da es sehr ruhig und gleiehmässig ist und keine üblen Dämpfe entwickelt. Die nähere Beschreibung der Operationen etc. folgt unten im Capitel über Vorgrösserungen.
- An Stelle des Knallgasgebllises kann auch das A etlier-S au er stoff-Li eilt verwendet werden, bei welchem Sauerstortgas vollständig mit Aethordampf gesättigt und darin entzündet wird; es wirkt wie das Knallgasgeldäse, ist aber gefährlich zu handhaben (Explosionsgefahr!). wenn man nicht besondere Vorsichtsmassregcln beobachtet!). Auch kann man den Sauerstort mit dom Dampf von Potroleumäther sättigen , wobei man eine noch hoismre Flamme erhält als mit Sauerstoff-Leuchtuas. Man giesst zu
- Fff. 1!) 7.
- diesem Zwecke Petroleumäther oder gewöhnlichen Aether in einen grossen mit Wolle gestopften Metalle) lindei. lässt den tsÜberschuss ab laufen, erwärmt dann den Cylinder durch eine schwache flamme aui circa 40 (irad C. und lässt nun einen Strom von Sauerstoff durchstreichen. Pt uor Sauerstolt aber mit den Aethordämpfeu nicht gesättigt, so tritt Explosion ein, welche sehr goiiihriieh werden kann (!) und sich bei diesem Gebläse auch ereignen kann, selbst wenn man Bimsstein-Sicherheitsröhren einsehaltet.
- Das Drummond'sehe Licht war von Hill (1851) zur Aufnahme von Porträten auf Daguerrootypplatten benutzt worden; das grelle Lieht wurde durch blauen Musselin gedämpft. Die Exposition dauerte 45 bis 80 Se-cunden (Daguerreian Journ. 1851. Hd. 1. 8.217). Jedoch bewährte es
- 1) Siehe T. E. llardwich. LMmt. Woehenbl. 1881. S. 79: 1883. S. 1G1; 1889. S. 39. Phot. News. 1883. S. 24C>.
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- sich bei Porträtaufnahmen nicht, weil das Licht wesentlich schwächer als das Magnesiumlicht oder das elektrische Licht ist.
- Gelungenere Versuche zu Porträtaufnahmen bei Kalklicht stellt A. Scott an (Brit. Journ. Phot, 1885. S. 437. Phot, Wochenbl. 1885. S. 241), derselbe brachte 6 Kalkcylinder bei starkem Gasdrücke zum Glühen; durch Aufstellen einer dünnen nassen Leinwand wurde das Licht zerstreut ; dadurch ermöglichte er auf Bromsilbergelatine die Aufnahme von Porträt-Brustbildern in 6 Secunden.
- Das Kalk-, Zirkon- oder Magnesia-Licht ist mit grossem Vortheil zur Alikrophotographie und zu Vergrösserungen auf Bromsilberpapier zu verwenden und hat der Verfasser mit dem besten Erfolge hiermit gearbeitet. Hierüber liegen genauere Angaben von Eder1), Jeserich2), Marktanner-Turneretscher3) u. A. vor.
- Ein Vergrösserungsapparat mittels des Drummond’schen Lichtes ist in Pig. 197 abgebildet (E. Vogel, Phot. Mitth. Bd. 24). Daselbst zeigt bb‘ die Zuströmung für die Brenngase; d und e sind Condensor-linsen, bei f befindet sich das zu vergrössernde Negativ; das Bild wird mittels des Objectives g vergrössert und auf das empfindliche Papier oder die Platte projicirt.
- VIII. Kerzen-, Lampen- und Gaslicht.
- A) Kerzen, Petroleum, Gas etc. an der Luft verbrennend.
- Das Licht einer Talg-, Stearin- oder Paraffinkerze hat im Vergleich mit den vorhergehenden Lichtquellen eine sehr geringe chemische Leuchtkraft. Dieselbe ist so gering, dass man durch längere Zeit das Kerzenlicht als nahezu unwirksam erklärte. In neuerer Zeit aber wurde nicht nur der Actinismus dieser Lichtquellen erkannt, sondern der Verfasser beobachtete sogar eine Wirkung der schwach leuchtenden Gasflammen des Bunsen’schen Brenners, sowie der Weingeistflamme auf Bromsilbergelatine, die V20 bis Vs0 einer Kerze betrug4).
- 1) Eder’s .Jahrbuch f. Photographie, 3. Jahrgang für 1889, S. 271. Phot. Corre-spondenz. 1888. S. 402.
- 2) Jeserich, Die Mikrophotographie, unter besonderer Berücksichtigung des Kalklichtes. 1888.
- 3) Marktanner-Turneretseher, Mikrophotographie. 1890.
- 4) Die nicht leuchtende Gasflamme des Bunsen’schen Brenners galt lange als unwirksam. Eine Weingeistflamme wirkt nach Bunsen und Koseoe nicht actinisch auf Chlorknallgas, selbst dann nicht, wenn Chlorstrontium darin aufgelöst ist. Auf Bromsilbergelatine wirkt jedoch die schwach leuchtende Flamme des Bunsenbrenners sehr merklich ein und Eder photographirte 1890 das ganze Spectrum einer derartigen Flamme (Denkschriften d. Wiener Äkad. d. Wissenschaften. 1890).
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- Um wieviel stärker Magnesiumlicht gegenüber dem Kerzenlicht ist, zeigt die Thatsache, dass ein mit Magnesiumlicht beleuchtetes Kerzenlicht einen Schatten wirft, welcher sogar photographirt werden kann; es ist der nicht leuchtende Theil des letzteren gut zu unterscheiden1).
- Allerdings wies man schon kurz nach Erfindung der Daguerreo-typi e das Eintreten einer photographischen Wirkung der Kerzentlamme nach; zu Beginn der fünfziger Jahre wurden sogar Daguerreotypien bei Kerzen-, Oel- oder Solarlampen-Licht in 3 bis 10 Minuten, gemacht2).
- Da das Kerzenlicht schwächer als Gaslicht oder Lampenlicht ist, so muss man bei dem ersteren länger als bei dem letzteren copiren.
- Im Allgemeinen sind die nach dem Principe der Argand-Brenner construirten Brenner dem Fledermaus- oder Fischschwanz-Brenner an Liehtkraft weit überlegen, und es gibt bei gleichem Gasverbrauch z. B. ein Fischschwanz-Brenner eine Flamme von 33/4 Normalkerzen, dagegen der Argand-Brenner von 173/4 Kerzen3).
- Das Licht einer Talgkerze bringt auf einer nassen Jodcollodion-Platte mit Eisenvitriol- oder Pyrogallus-Entwickelung eine deutliche Wirkung hervor, wie man schon vor mehr als 20 Jahren wusste. Bei grosser Nähe kann man ein Diapositiv nach einem aufgelegten Negativ erhalten 4).
- Seco eopirte Glasdiapositive bei dem Lichte einer Petroleumlampe auf Tanninplatten, angeblich in 30 bis 40 Secunden5). was jedoch zu kurz gegriffen sein dürfte; Senteck benöthigte bei ähnlichen Collodion-Trockenplatten 3 bis 4 Minuten6).
- Namentlich bei der Herstellung von Diapositiven auf Bromsilbergelatine erweist sich das Kerzen-. Lampen- oder Gaslicht als sehr vor-theilhaft. weil das Tageslicht auf solche Platten durch ein aufgelegtes Negativ viel zu kräftig wirkt, um controlirt werden zu können. Beim lucht einer Stearinkerze lassen sich Diapositive bei 30 cm Distanz in 10 bis 40 Secunden copiren (Entwickelung mit Eisenoxalat). Bei Gaslicht muss kürzer exponirt werden, z. B. bei 2 m Distanz bei einem
- 1) Otley, Bulletin Societe traue. Phot, 1865. S. 251. Phot. News. Juni 1865.
- 2) Daguerreian Journ. 1851. Bd. 1, S. 178.
- 3) Fortschritte d. Physik. 1876. S. 558.
- 4) Homolatsek (Kreutzers Zeitsehr. f. Phot. 1862. Bd. 7. S. 7). — Navez (Cosmos; Horn’s Phot. Journ. 1856. Bd. 6, S. 15). — Fürstenau (Dingler, Polyt. Journ. Bd. 168, S. 69). — Andra (Bulletin Soe. träne. Phot. 1873. S. 299). Phot. News. 1875. S. 544, aus Moniteur de !a Phot. Phot, Mitth. 1870. Bd. 7, S. 24.
- 5) Horn’s Phot. Journ. 1864. Bd. 2t, S. 80.
- 6) Phot. Mitth. 1868. Bd. 5, S. 222.
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- Die Photographie bei künstlichem Lieht.
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- gewöhnlichen Fischschwanz-Gasbrenner durch 10 bis 20 Secunden. Hat man Diapositive von harten Negativen zu nehmen, so schiebt man transparentes Papier oder mattes Glas vor die Gasflamme; dadurch werden die Copien weicher J).
- Man kann mit einer guten Petroleum- oder Gas-Lampe sehr gut Mikrophotographien anfertigen.
- Auch Negativ-Aufnahmen lassen sich unter günstigen Umständen bei Lampenlicht machen. Grüne erhielt auf nassen Collodionplatten bei Petroleumlicht die Photographie einer Gypsbüste in 10 Minuten2).
- Brooks in Beigate vertheilte in unterirdischen Kellern Paraffin -lampen und exponirte mit einem Dalimeyer’sehen Stereoscop-Instrument von 3V2 Zoll Brennweite durch 65 Minuten; es wurden Bromsilbergelatineplatten benutzt. Auf den Bildern waren sogar die tiefsten Schatten erschienen 3).
- Cox photographirte eine Höhle, die durch 40 Gasflammen erleuchtet war, unter Hinzunahme einiger Petroleumlampen und bei Anwendung von Reflectoren auf Bromsilbergelatineplatten in 10 Minuten mittels eines Porträt-Objectives ohne Blende4). Aehnliches kann man auch durch Petroleumlampen allein erreichen; man achte darauf, dass die üblichen Lampenschirme das Licht gelb färben und dessen Wirksamkeit enorm herabmindern °).
- Porträte bei Gaslicht wurden 1857 zuerst in London gemacht. Die Belichtung soll IV2 bis 21/2 Minuten gedauert haben und die Bilder selbst nicht besonders gelungen sein6).
- Es ist in der That durch neuere Versuche nach gewiesen , dass bei gewöhnlichem Gaslicht selbst auf Bromsilbergelatineplatten die Photographie von Porträten so gut wie unmöglich ist. Durch die Fortschritte in der Construction von Gasbrennern ist man heute in die Lage gesetzt, in einem Leuchtgasbrenner eine Flamme oder eine Flammen-combination von einer Helligkeit zu erzeugen, welche 1000 Kerzen übersteigt.
- Nur mit derarti gen Gaslampen ist die Herstellung von Porträ t- Negativen in einer genügend kurzen Zeit möglich. Das Licht einer Wigh am-scken oder Sugg’schen Lampe ist genügend hell, um dies zu gestatten.
- J) Williams, Photogr. Almanae. 1881. S. 138.
- 2) Pliot. Mitth. .1808. 13d. 5, S. 222.
- 3) Phot. Mitth. 1878. 13d. 15, S. 184, aus Pliot. News.
- 4) Pliot. News. 1881. 8. 259. Pliot. Woehenbl. 1881. S. 196.
- 5) Year-Book of Phot, for 1879. S. 42,
- 0) Journ. d. Buchdrucker-Kunst. 1857. 8. 273. Kreutzer, Jahrber. d. Pliot. 1857. 8. 527.
- Uder, Handbuch der Photographie. 1. Theil. 2. Anfl.
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- Erster Theil. Zehntes Capitel.
- Solche Lampen lassen sich in allen Ateliers anbringen, welche genügend weite Gasleitungsröhren haben, um genügende Gasmengen zuzuführen. Die Lampen geben grosse Hitze (Gegensatz zum elektrischen Licht) und gestatten bis jetzt keine so grosse Modulation der Beleuchtung, wie das durch mehrfache Reflexion gemilderte elektrische Licht; dagegen sind die Kosten geringer.
- Law1) in Newcastle nahm 1880 Photographien bei Gaslicht mit Erfolg auf, natürlich mit Hilfe von Gelatineplatten; sein Apparat besteht aus einer intensiven Lampe mit zweckmässigem Reflector. Derselbe ist
- in Fig. 198 abgeblildet. Der Brenner steckt auf einer Eisensäule mit Fuss A, 1V2 m hoch, lieber dem Rundbrenner befindet sich ein Schornstein, dessen unteres Ende B aus Glimmer besteht, der durch die Hitze nicht leidet. Ein Hahn C dient zur Absperrung. Derselbe ist so arrangirt, dass die Flamme nicht völlig gelöscht wird, sondern schwach weiterbrennen kann. Der Brenner ist nach Wigham construirt. er hat 68 Oeff-nungen, verbraucht 160 bis 200 Cubik-fuss Gas pro Stunde und liefert eine Lichtstärke von 1250 Kerzen.
- Der Reflector ist von galvanisirtem Eisen und mit Streifen versilberten Glases ausgelegt; der obere Theil liefert Oberlicht, die seitlichen Theile Seitenlicht, Er hängt an einer Eisenstange, um welche er leicht nach allen Richtungen gedreht werden kann; die Breite des Refiectors vorn ist 40 Zoll. die Höhe der Seitenwände ist ebenfalls 40 Zoll. Wenn er
- Vig. Ulf'. Linv's Gaslampe.
- gebraucht werden soll, so ist sein Obertheil 6 Fuss über dem Boden. Ein Brenner von dieser Intensität nahe dem Modell ist etwas unangenehm, denn man fühlt das Licht und die Hitze. Um diese zu mildern, stellt Law zwischen Apparat und Person einen Schirm von blauem Glase 40 mal 40 Zoll gross auf. Der Schirm vermindert die Helligkeit nur um V4. Für ein Yisitenkarlonbiid wird 8 Seennden, für ein Oabinet-bild 12 bis 15 Secunden exponirt.
- 1) Phot. Mittli. 1881. Pd. 17, S, 127. Phot. News. LSSo. 8. 0Ü8 und 4üG.
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- Die Photographie hei künstlichem. Lieht.
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- Diese Lampen, sowie der Sie mens’sehe Begenerativbrenner geben jedoch viel Hitze nnd sind an Wirksamkeit keineswegs mit dem Magne-siuinlicht oder elektrischem Lichte zu vergleichen. Deshalb blieb die Porträtphotographie bei Gaslicht oder Petroleumlicht stets nur ein Experiment1).
- Die Bromsilbergelatineplatten, welche durch Zusatz von Farbstoffen (Eosin, Erythrosin. Oyanin u. dgi.) für grüne, gelbe und orangerothe Strahlen empfindlich gemacht sind, sind bei Lampenlicht verhältniss-mässig viel empfindlicher als die ungefärbten Platten, weil in diesem Palle die Helligkeit der gelben Strahlen den Ausschlag gibt. Darauf wies zuerst durch photometrische Versuche Eder in den Sitzungsberichten der Wiener Akademie der Wissenschaften. Abth. II, April 1885. hin. Schumann und kurz darauf Vogel theilten im November 1885 mit. dass man bei Lampenlicht infolge seiner gelblichen Färbung auf orthochromatischen Platten Gemälde im richtigen Farben-werthe herstellen könne, ohne eine gelbe Scheibe vor dem Objective anzubringen. Mallmann und Scolik in Wien stellten auf Erythrosinplatten im Februar 1886 gelungene Porträtaufnahmen bei Petroleumlicht her; trotz der verhältnissmässig geringen Helligkeit von ungefähr 100 Kerzen dauerte die Belichtungszeit nur 3 bis 5 Secunden. Als Farbstoff verwenden die Genannten das Erythrosin (aus Jodtetrafiuorescem), dessen Vorzüge vor dem gewöhnlichen Eosin der Herausgeber zuerst im Jahre 1884 bekannt gemacht hatte.
- B) Vergrösserungsapparat mit Petroleum-, Gas- oder Gasglühlicht.
- Zu photographischen Vergrösserungen bediente man sich seit langer Zeit des Sciopticons2); Petroleum in der Sciopticonlampe verbrannt, gibt ein helleres Licht als Baumöl oder ein Gemisch von 1 Th eil Kampher und 10 Theiien .Brennöl in der Solarlampe, deren man sich früher bediente.
- Die Handhabung des Scipticon ist durchaus gefahrlos. wenn auch Petroleum darin gebrannt wird, denn die Lampe ist in zwei .Räume getheilt, von denen einer das Petroleum, der andere die Flamme enthält, so dass ersteres nicht einmal warm wird.
- 1) Vorgl. die Versuche Himly’s (Eder’s Jahrbuch f. Piiotogr. für 1887. S. 131). Himly versuchte verschiedene Reihen von .18 Argand-Brennern, welche eine gloich-miissigo Beleuchtung gaben, während ein Regenerativbrenner von 200 Kerzen das Hnuiitliaht lieferte-, die Beiie.htungsxeit betrug nur 20 Secunden.
- 2) Von Brothers (Brit. Jo um. Phot, 26.- Den. 1873. Phot. Archiv. 1874, 8. 9), Liesegang (Phot. Archiv. 1874. S. 0) und Anderen empfohlen.
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- Erster Theil. Zehntes Capitel.
- Dnreli die eigenthümliche Combi nation von zwei breiten gegeneinander geneigten Klammen liefert das Sciopticon ein gut erhelltes Lichtfeld von 10 Fuss oder 3 Meter Durchmesser. Das Instrument besitzt ein achromatisches Doppel - Objeetiv, und dies ist ein wenig vom Bildhaltor entfernt, wodurch der Operateur hinreichend Licht erhält, um sehen zu können, was er thut. Die Bilder können von oben oder von der Seite eingesetzt werden.
- Die Condensirungslinsen haben 4 Zoll im Durchmesser, schneiden daher die Ecken der Glasphotographien nicht ab, wie dieses kleinere Oondensatoren thun.
- Vip;. 199. Sciopticon.
- Die Linsen. Fassungen etc. sind in Fig. 199 im Durchschnitt gezeichnet, der hintere Theil mit, der Lampe ist perspectivisch dargestellt 1).
- ab cd rfi/: Das Doppel-Objeetiv. a b, die Vorderlinsen sind auf einander gekittet, cd. die Hinterlinsen sind durch einen Ring getrennt. e. Schraube zum Schar (stellen des Bildes, f g. Anschraubering, hh, Holzrahmen; h‘ gleitet in einer Ntuthe im Bodenrahmen 1. und dient zum groben Finstellen des Bildes. II, ('in Theil des Bodenrahmens: der Rest ist fortgelassen, um die Lampe und die Führung des Vordertheils zu
- 1) tVjüi Linsega,u a;, JPJiot. Arehiv. iS<4. 8. 0.
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- Die Photographie bei künstlichem Lieht.
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- zeigen, mn, Zungen zum Einschieben in die auf dem Kasten befindlichen Knöpfe. Hierdurch wird das Instrument vorne fixirt, während der ßücktheil sich ein wenig zur Seite schieben lässt, oo, Bühne und Feder für die Bilder und den Bildhalter, pq, Condensirungslinsen. r, Messingring, der die Linsen in der Fassung festhält, s, Petroieum-behälter. t, Hals zum Eingiessen des Petroleums, n. Seite des einen der beiden Tuben, oo, die Obertheile der beiden Tuben. Hie Dochte sind IV2 Zoll breit, tu w, zwei Knöpfe zum Keguliren der Dochte, x, eine Feder zum Festhalten der Lampe, z, eine Leiste, welche das zu weite Einschieben der Lampe verhindert, AB. die eylindrische Fassung des Apparates (in der Zeichnung ist ein Theil derselben weg-
- Vig. 200.
- gelassen, um die Lampe zu zeigen). C. der Yentilationsraum. D. die Verbindung des Cvlinders mit dem Untergestell des Apparates. EE‘ E“, Boden der Flammenkammer. F. ein kleiner Glasstreifen vor der Flamme, welcher die erwärmte Luft nach oben dirigirt. G G'. die Gläser der Flammenkammer, die in Xuthen auf den Enden von EE‘ ruhen. Diese Gläser sehliessen die Flammenkammer derart, dass die äussere Luft nicht anders als durch C zwischen den beiden breiten Flammen ein-dringen kann und dadurch vollkommene Verbrennung und ein intensives weisses Licht erzeugt. Anstatt der Gläser kann man Glimmertafeln verwenden. H, der Beflector, zugleich als Verschluss des Apparates dienend. Das Centrum des Befieetors ist genau in der Höhe von E‘. welches wiederum dem Centrum des Cundensators entspricht. I. Abzugsrohr für die heisse Luft, J, Deckel des Abzugsrohres zum Ab-
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- Erster Tlieil. Zehntes Kapitel.
- sperren der Lichtstrahlen. Je höher man ihn stellt , um so mehr Zug hat die Flamme.
- Die Bolichtungszeit ist nach Farbe und Dichtigkeit der Diapositive und nach dem Yorgrösserungsgrade sehr variabel und bewegt sich etwa (bei nassen Oollodionplatten) zwischen 15 Secunden und ebenso viel Minuten.
- Fig. 200 zeigt die Form eines englischen Sciopticons für Ver-grösserungen (von llume in Edinburgh), bei welchem das Einstellen mit einer Art Camera geschieht,
- Mit Bromsilbergelatine ist die Exposition natürlich kürzer. Man hat nach Negativen direete Yergrösserungen mittels des Sciopticons auf Bromsilbergelatinepapier erhalten.
- Das unter dem Namen „Pinakoscop“ von B. Ganz in Zürich erzeugte Sciopticon eignet sich nicht nur zu Projectionszwecken . sondern es ist auch in Verbindung mit dem sehr empfindlichen Bromsilbergelatinepapier ein sehr geeignetes Hilfsmittel zur Herstellung vergrösserter Bilder nach kleinen Negativen.
- Das Pinakoscop wird mittels Petroleumlicht beleuchtet. Der Apparat zeichnet sich, wie bereits Herr Dr. Stein1) hervorhob, durch seine vortreffliche Luftzugsvorrichtung aus.
- 1) Dr. S. Th. Stein, die optische Projeetionsk unst. W. Knapp in Halle a. S.. 1887. S. 11. — Eder’s Jahrbuch f. Photogr._Juipl888. JS. 20(5.
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- Die Photographie bei künstlichem Licht.
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- Die Luft tritt in den Apparat (Fig. 201) bei den Pfeilen p p ein und bei p‘p‘ aus. Durch diese Luftzugsvorrichtung wird ein fortwährendes Kühlen des Lampengehäuses A erzielt. Die im Innern enthaltene Lampe ist in Fig. 202 abgebildet. Dieselbe besteht aus einem viereckigen Kasten, in dem das Petroleum durch eine rechtwinklig gebogene Röhre ein gegossen wird. Vor der Lampe befindet sich eine Glasscheibe aus Hartglas, welche eine Erwärmung der Condensator-linsen verhindert. Will man das Bild scharf einstellen, so geschieht dies mittels der Schrauben ci b. Das Objectiv o sitzt auf einer durchbrochenen Wand, welche leicht entfernt und wieder befestigt worden kann, Fig. 208 stellt das Lampengohäuse über der Pinakoscoplampe vor.
- Soll das Pinakoscop zu photographischen Yergrösserungen benutzt werden, so muss alles seitlich aus dem Apparate tretende zerstreute Lampenlicht (welches für Projec-tionen ganz unschädlich ist) sorgfältig* ausgeschlossen werden; das Bromsilberpapier würde sonst darunter leiden und verschleierte Bilder geben. Deshalb bringe ich einen Mantel aus leichtem Eisenblech an. welchen man über den ganzem Apparat stürzen kann. Der obere Tlieil ab cd ist getrennt abzuheben und wird erst bei der Vornahme der Exposition aufgesetzt, An beiden Seiten des Kastens wy. 201,
- sind lichtdichte Schieber {e. Fig. 204)
- angebracht, damit das Einsetzen des Negativs und Emstellen des Bildes bequem geschehen kann.
- Am hinteren Theile des Mantels ist aber zum Entweichen der Luft eine Oeffnung angebracht. welche durchaus nichts schadet: unten eine Doppelthüre, welche wahrend der Exposition geschlossen wird. Es ist somit genügend dafür gesorgt, dass die Luftcirculation in keiner M eise unterbrochen wird.
- Das Pinakoscop eignet sich, wie erwähnt, sehr gut zu Yergrösserungen auf Eastman’schein Bromsilborgelatinepapier. Hierzu dient eine Yergrösserungsstatlelei, auf welche das empfindliche Papier aufgespannt wird. Das Holzgestelle aa (Fig. 205) trägt das verstellbare Brett &, auf welches zunächst weisses Papier kommt, um damit das vergrössertc Bild scharf einstellen zu können. Oben befindet sich ein Kasten cc. welcher mit dem Deckel d dicht verschlossen werden kann (Fig. 206).
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- Im Innern ist eine Rolle e enthalten, um welche das Bromsilberpapier aufgerollt ist, Vor der Belichtung rollt man ein entsprechendes Stück
- Papier ab, schliesst den Deckel und schützt somit den Rest desselben vor Lichtwirkung.
- Die belichteten Vergrösserungs-papiere werden in der bekannten Weise mit Eisenoxalat hervorgerufen.
- Die Expositionszeit für eine vierfache Vergrösserung nach einem Kartennegativ von mittlerer Dichtigkeit beträgt ungefähr 60—90 Secunden.
- Einen Vergrösserungsapparat unter Anwendung von Siemens’ invertirtem Regenerativ- Brenner (mit Leuchtgas) construirte E. Ilimly. Derselbe ist in Fig. 207 abgebildet1).
- Das Au er’sehe Gasglüh licht, bei welchem mittels einer Bunsen'sehen Flamme ein mit Zirkon- oder Cerit-Erde imprägnirtes Netz zur Weiss-
- Fig. 205.
- gluth gebracht wird, ist weisser als
- gewöhnliches Gas- oder Petroleumlicht und deshalb auch pliotogiaphisch wirksamer. Besonders hell ist das Ligroingas-Glühlicht von Fabricius2),
- siehe Fig. 208.
- Fig. 206.
- Diese Lampe beruht auf folgendem Principe: ln einem kleinen, aus festem Metall gearbeiteten Ifeservoir T> belindet sieh Ligioin (ein
- 1) Nalleres s. Eder’s Jahrbuch f. Photogr.f für^l880. S. 7.
- 2) Eder’s Jahrbuch f. Photogr. für 1889. S. 303.
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- Die Photographie bei künstlichem Lieht.
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- leicht flüchtiger und leicht brennbarer Bestandtheil des Petroleums). Dasselbe wird durch einen Asbestdocht in eine dünne horizontale Metallröhre gesaugt, welche durch eine kleine Weingeistlampe (D und C) erhitzt wird; bei F befindet sich ein Begulirschieber. Die sich entwickelnden Gase treten unter einem gewissen Druck aus, mischen sieh (ähnlich wie bei den Bunsen'sehen Brennern) zufolge seitlich angebrachter Oeffnungen mit Luft und verbrennen nach dem Entzünden mit blassblauer, sehr heisser Flamme; über diese wird das Au er'sehe- Glühnetz nebst Cylinder (F) gebracht, welches sofort in hellste Weissghith
- Fig. 207.
- kommt. Zur Ausgleichung von eventuell zu grosser Gas-Entwickelung ist ein Sicherheitsventil und Regulator (AT) angebracht und erscheint bei achtsamer Behandlung der Lampe mit derselben keine weitere Gefahr verbunden.
- Während man zu den gewöhnlichen Auer'sehen Glühlampen Leuchtgas braucht, wird bei der neuen Lampe Ligroingas verwendet, so dass sie auch an jenen Orten verwendbar wird, wo sich keine Gasleitungen vorfinden: ferner ist die Leuchtkraft eine wesentlich höhere als die der gewöhnlichen Gas- oder Petroleumlampen. Das Licht ist rein wreiss
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- Erster Theil. Zehntes Capitol.
- und vermöge seines grösseren Reiehthums an blauen und violetten Strahlen von viel grösserer photographischer Wirksamkeit als gewöhnliches Lampenlicht. Es verdient daher vom photographischen Standpunkte aus volle Beachtung und wird dieser Beleuehtungsapparat von der Firma A. Moll in Wien, zu Zwecken des Copirens, sowie des Vergrösserns im Scioptic-on oder ähnlichen Projectionsapparaten, in den Handel gebracht. Eine von Eder in Gemeinschaft mit Herrn Hauptmann E. v. Beisinger (namentlich mit Rücksicht- auf seine photographische W irksamkeit im Seiopticon für Yergrösserungen auf Bromsilberpapier) an der k. k. Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Repro-ductionsverfahren vorgenommene Entersuchung des Fabricius'sehen Gasglühlichtes ergab, dass das bis jetzt übliche Potroleumlicht im Vergleiche mit dem neuen Lichte stark gelb erschien: das neue licht be-
- nöthigte für Bromsilber-Emulsion nur den dritten oder fünften Theil der Belichtungszeit, welche mit der Petroleumlampe erforderlich war, wobei zu bemerken ist. dass die zu den Versuchen benutzte Petroleumlampe einem sehr guten Seiopticon entnommen war. Es erweist sich also dieses Glühlicht mit Vorthei! zu photographischen Yergrösserungs-zwecken verwendbar und besitzt ausserdem die Annehmlichkeit, keinerlei Bauch oder üblen Geruch zu entwickeln, welcher bei den gewöhnlichen Petroleumlampen bei einiger Unachtsamkeit leider nur zu häufig vorkommt. Die Form der Lampe ist eine solche, dass sie jedem bestehenden Seiopticon. nach der Entfernung der bisherigen Petroleumlampe, an gefügt werden kann.
- Das neue Licht wurde nicht nur für Projectionszweeke im Seiopticon versucht, sondern auch zu Copirprocessen mit Gelatine - Emulsionsschichten. Es nimmt einen mittleren Bang zwischen dem gewöhnlichen
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- Petroleumlicht einerseits und dem Zirkonlieht oder Kalklieht anderseits ein. Bei den an der k. k. Lehr- und Versuchsanstalt für .Photographie und Reproductionsverfahren vorgenommenen Versuchen ergab sieh für das neue Licht eine photographische Wirksamkeit auf Bromsilbergelatine mit Hervorrufung von 60— 70 Kerzen, wenn man hiermit die photographische Wirksamkeit einer in derselben Distanz aufgestellten englischen Normal-Walrathkerze von 45 mm Flammenhöhe als Einheit in Vergleich zieht, Zu bemerken ist. dass bei lang andauerndem Gebrauche die Leuchtkraft des netzförmigen Glühkörpers abnimmt; der letztere muss dann durch ein neues Netz ersetzt werden (Eder, Phot, Corresp. 1889).
- Die Firma Leehner in Wien stellte folgenden praktischen Vcr-grösserungsapparat für Ligroingas - G lühlieht zusammen (s. Fig. 209).
- 209. A'ergrösserumwapparat für J.igroingas - Glühliciit.
- Die Handhabung des Apparates ist die füllende: Das Reservoir 4. wird l>ei a zu ~/:! mit bestem Ligroin gefüllt, wo'»ei zu beachten ist, dass die Schraube a nach der Füllung fest (eventuell mit Zange) anzuschrauben ist. Dann wird die kleine Spirituslampe B angebrannt und. damit die Flamme ruhig brennt, der Decke! n bei o über dieselbe gehangen. Unter dem Blcelieylinder D befindet sich der (Hüllkörper, welchem durch das Bohr C das Ligroingas zugelührt wird. Durch das Erwärmen mit der SpiritusJlamme bildet sich bei o nach einigen Minuten Ligroingas; dieses wird durch eine feine Oeffnung im Innern des Yerbindiingsrohres C bei d ciugeleitet. Die Regulirung des Zuzuges von Gas geschieht bei b. wo sieh ein Knopf befindet, der mittels eines Triebes eine feingespitzte Nadel in Bewegung setzt. Dreht man diesen Knopf in der Richtung nach D, so wird die Oeffnung bei d mittels vorerwähnter Nadel geschlossen und es kann kein Gas ins Bohr gelangen: dreht man in entgegengesetzter Richtung. so strömt das Gas ins Bohr C. -letzt wird der Glühkörper angebrannt, und nach einigen Sec-unden erstrahlt derselbe in der gewünschten Helligkeit. Leber den Glühkörper kommt der Blechcylinder D (nicht der Glase\ linder). der trichterförmige Ansatz g‘ wird bei y (wo sich die Condensorlinsen befinden) angesetzt.
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- während der Cylinderansatz f in der anderen Seite des Trichters g‘ seinen Platz findet. E ist der eigentliche Vergrösserungsapparat, h der Bildhalter, i der Balgauszug, k der Knopf der Triebstange, mittels welchem eingestellt wird, l das Objeetiv (ein Suter’sches Porträt-Objeetiv), V der Dissolver (Verschluss des Objectives).
- Einige wichtige Notizen mögen hier noch Platz finden. Beim Arbeiten mit diesem Apparate müssen die verschiedenen Manipulationen in der vorstehend angegebenen Reihenfolge stattfinden. Der Glühkörper darf nicht früher angebrannt werden, als bis die Spiritusflamme circa zwei Minuten bereits gebrannt hat. Ferner soll durchaus nicht gleich der volle Gasstrom in den Glühkörper eingeleitet werden, sondern man regulire bei b derart, dass vorerst schwacher Zufluss ist und allmählich erst je nach Bedarf ein stärkerer. Es darf sich auch nicht zu viel Gas ansammeln, weshalb die Spirituslampe, welche in einem Oharnier hängt, zeitweise bei Seite geschoben werden kann, wodurch die Gasentwickelung sistirt wird. Bei C ist ein Ventil, durch welches, wenn der Gasdruck zu stark ist, das Gas entweicht. Das Auslöschen der Lampe geschieht, indem man erst die Spirituslampe abdreht; das Glühlieht wird dann noch ein oder zwei Minuten brennen, und dann schliesst man beim Knopf b die Zufluss-Oeffnung, und das Glühlicht erlischt,
- Der Glühkörper ist sehr leicht zerbrechlich und muss daher aufs Behutsamste behandelt werden ; nach jedesmaliger Verwendung hebe man ihn' sammt dem Brenner aus dem Apparat aus. setze den lediglich zum Schutze des Glühkörpers beigogobenen Glascylinder auf den Brenner und gebe das Ganze in den beigegebenen Kasten.
- An der k. k. Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Peproductionsvcrfahren in Wien ist ein Vergrösserungsapparat in Anwendung, welcher gleichfalls einen Fabricius-Brenner enthält; dieser Apparat gibt vortreffliche Vergrösserungen auf Bromsilberpapier und wurde von dem optischen Institute Plössl (ß, Wagner) in Wien nach meiner Angabe construirt.
- c) Petroleum, Gas etc. in Sauerstoff verbrennend.
- Alle Kohlenstoffflammen , selbst wenn sie mit Sauerstoff' an gefacht sind und hell und kräftig leuchten, sind verhältnissmässig arm an chemischer Intensität,
- Dies gilt von Petroleum-. Oel-. Gasflammen etc, und auch Holzkohle. in Sauerstoff verbrannt, gibt ein sehr lebhaftes, aber wenig aetinisches Licht- D.
- Claudel nahm im Peeember 1841 ein englisches Patent zur Herstellung von künstlichem Licht, worin er zur Herstellung von Porträtphotographien bei Nacht: 1. die Verbrennung von Kohle, an gefacht durch Sauerstoffgas. 2. die Flamme von Leuchtgas und kohlenstoffhaltigen Flüssigkeiten, angefacht durch Sauerstoffgas, besonders erwähnte 1 2).
- 1) Monekliovon, Phot. Corresp. 1871. S. 208, aus Bulletin Beige Pliof. Nr. 7.
- 2) Abridgements of the Speeifications relating to Photography. 1861. S. 0.
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- Die Photographie hei künstlichem Licht.
- In der That hat man 1855 Daguerreot}rpen nach einem Kupferstiche bei derartigem Lichte erhalten, als man in eine Flamme von Leuchtgas, welches früher mit Petroleumdämpfen geschwängert war, Sauerstoff leitete und dies Licht mit einem Eeflector verstärkte 1).
- Zur Herstellung von Petroleum-Sauerstofflicht leitet man nach Carl in eine Petroleumflamme Sauerstoff. Man füllt eine Petroleumlampe (Bundbrenner) mit einer gesättigten Lösung von Naphthalin in Petroleum, innerhalb des Bundbrenners steigt ein enges Böhrehen in die Höhe, welches oben einen Ansatz mit radialen conischen Löchern trägt, aus welchen Sauerstoff ausströmen kann. Zündet man den Docht der Lampe an, so hat man eine stark russende Flamme; leitet man nun Sauerstoff durch, so erhält man einen prächtigen Lichtstern2).
- Solches Licht hatte Tessie du Mothay zur Strassenbeleuchtung zu verwenden gesucht und 1870 tauchte es unter dem Namen „Licht Philipp“ als photographische Lichtquelle auf3). Seine Unbrauchbarkeit zu diesem Zwecke sprach Monckhoven aus4).
- Yan Tenac führte in eine mit Oel gespeiste Moderateurlampe einen Sauerstoffstrom an die Innenseite. Das Licht war sehr weiss und intensiv, aber weniger actinisch als brennendes Magnesium5).
- Leuchtgas, durch Benzol geleitet, in einem Bunsen'sehen Brenner verbrannt, indem Sauerstoff dazu geleitet wird, gibt ein helles Licht, bei welchem Chlorknallgas explodirt6); trotzdem ist das Lieht als ein wenig actinisches zu bezeichnen (Monckhoven7).
- IX. Pliospliorescenz - Liclit.
- A) Allgemeines über phosphorescirende Substanzen.
- Phosphoreseirende Substanzen, Leuchtsteine. Lichtsauger oder Lichtmagnete nennt man bekanntlich solche Körper, welche dem Sonnenlichte ausgesetzt, nachher noch eine Zeit lang auch im Dunkeln einen hellen Schein verbreiten. Die Intensität des Phosphorescenz-Lichtes wird durch Erwärmen erhöht.
- Seit der Schuster Vincentius Casciorolus am Anfänge des 17. Jahrhunderts (wahrscheinlich 1604) den Bologner Leuchtstein und
- 1) Boy. Cornw. Polyteclm. Soc. 1855. Bd. 41. Silliman Americ. Jouru. of Science. Bd. 22, S. 301.
- 2) Wagner’s Jahrber. ehern. Techno]. 1872. S. 850.
- 3) Phot. Corresp. 1870. S. 208, aus Bulletin Beige Phot.
- 4) A. a. O.
- 5) Dingler’s Polyteekn. Journ. 1875. Bd. 21G, S. 93.
- 6) Brit. Journ. Phot. 1871. S. 23.
- 7) Bulletin Societ. fran<j. Phot. 1871. S. 210.
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- 1674 Balduin den nach ihm benannten Phosphorus darstellte, wurden viele andere phosphorescirende Stoffe künstlich erzeugt und zahlreiche natürlich vorkommende phosphorescirende Substanzen entdeckt. Von den mineralischen sind zu nennen: Diamant, Kalkspath, Flussspath. Sehwefelealcium, -Baryum und -Strontium, Alkalien, alkalische Erden und deren Salze. Urannitrat, Salmiak, Salpeter, Bittersalz u. A.; von organischen Substanzen: Weinstein. Benzoesäure. Zucker. Papier, Gelatine, arabisches Gummi. Stärke, Käse, Eierschalen. Knochen, Elfenbein, Leder. Thier- und Menschenhaut u. A.1).
- Es ist für den Photographen gut. die phosphorescirenden Substanzen zu kennen. weil sieh manche seltsame photographische Phänomene (s. S. 187) mit Leichtigkeit aus dem nachträglichen Selbst!euchten gewisser Substanzen erklären.
- Die meisten Lichtquellen sind im Stande, den Leuchtstein zu erregen. z. B. Petroleum-. Gaslicht, ja sogar ein brennendes Streichhölzchen. In hohem Grade erregen ihn Magnesiumlicht und elektrisches Licht, am besten aber Tageslicht. Gar nicht wirkt eine durch Kochsalz gelb gefärbte Weingeistflammc: dagegen wirkt eine durch Kupfer blaugrün gefärbte Weingeistflamme erregend.
- Unter den Strahlen des Sonnenspectrums sind es die ultravioletten ( bis über die Linie P des Spectrums) und die violetten. welche am stärksten erregen; nach dem Gelb zu nimmt die Wirkung ab und geht nach Becquerel nicht über die Linie F des Spectrums. Merkwürdigerweise hoben die gelben und rothen Strahlen die Wirkung der violetten Strahlen auf. indem sie das durch diese hervorgerufene Leuchten auslöschen rosp. bedeutend abschwächen (schon von Seebeck 1810 beobachtet).
- Aehnlicbe Verhältnisse walten ob. wenn man den Leuchtstein mit farbigen Gläsern bedeckt. Dunkelblaues Glas, obgleich es scheinbar das Licht bedeutend schwächt, lässt alle wirksamen Strahlen durch, ja zu Zeiten, wo das Tageslicht viel rothe und gelbe Strahlen enthält, wird der mit blauem Glase bedeckte Leuchtstein stärker erregt, als durch das reine Tageslicht, Beleuchtet man eine mit phosphorescirendem Pulver bedeckte Fläche, bedeckt sie dann zur Hälfte mit Pappe und zur anderen mit gelbem Glase und beleuchtet abermals, so gewahrt man die aus-
- 1) Ausführlichere? siehe: Heinrich. Die Plxosphorescenz clor Körper. 1811 bis 1820: irmolin. Handbuch der aiinrü-anischon < 'homie. 5. Auflage. 1852. Bd. 1, 8.179; Beec| uerel. La Furniere. 1808: Ph ipso.n . The Phosphoresi-enee. 1802; Will 1 nor, Lehrbuch der Experimentalphysik. -- Leber hiitni niscenz der Pyroyallussäure siehe Lenard und Wo I f (E der’s Jahrbuch f. Phot, für 18N9. 8.247 und für lS'.il. 8. 280). — Kober L um i u i s c e u z und ehern. Liciitwirkuny s. \Y iedom an n (ibid. für .1 SOI). 8.219).
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- löschende Wirkung der gelben Strahlen, indem die Hälfte, welche mit dem gelben Glase bedeckt war, fast ganz verlöscht ist, während die Hälfte, die unter der Pappe war. fortleuchtet1).
- Die Strahlen des Phosphorescenz - Lichtes sind stets weniger brechbar als jene der erregenden und im Allgemeinen liefern dieselben ein continuirliches bis ins Blaue reichendes Spectrum.
- Die Farbe des ausgestrahlten Lichtes ist, wie schon Dufay 1730 beobachtete, unabhängig von der Farbe der erregenden Strahlen, d. h. ein bestimmter Leuchtstein strahlt immer dasselbe Licht aus. gleichviel, ob er durch violettes, blaues oder farbloses Licht erregt wird. Diese Farbe ist das Ergebniss eines bestimmten molecularen Zustandes des Leuchtsteines. Farbig ist das ausgestrahlte Licht überhaupt nur kurze Zeit. Später haben die Leuchtsteine aller Bereitungsweisen das gleiche weissliche Licht2). Die besten bis jetzt bekannteren Leuchtpulver leuchten etwa 18 Stunden lang; doch ist zuletzt nur mehr ein schwacher Schimmer vorhanden.
- Die Dauer des Phosphorescenz-Lichtes nach der Belichtung ist für die verschiedenen Körper eine sehr verschiedene.
- Zwischen der Intensität des Phosphorescenz-Lichtes und der Dauer des Leuchlens existirt keine Beziehung. Z. B. der Arragonit leuchtet ziemlich hell, aber nur 20 Secunden nach der Belichtung: Ohlorophan und gewisse Diamanten, welche nach der Belichtung viel weniger hell leuchten, erlöschen erst nach mehreren Stunden.
- Das violett (blau) phosphorescirende Schwefel calcium ist die beste und am hellsten phosphorescirende Substanz, welche man bis heute kennt, Wird phosphorescirendes Pulver mit einem Harzfirniss angerieben und damit eine Fläche bestrichen, so leuchtet sie nach dem Beleuchten mit Tages-, Sonnen- oder Magnesiumlicht so hell, dass man mit diesem Lichte lesen und mässig grosse Bäume dadurch erhellen kann. Diese Farbe war zuerst von dem Engländer Baimain 1877 patentirt und gegen Ende der Siebziger Jahre im Grossen erzeugt3), wird aber nunmehr auch in Deutschland und Oesterreich hergestellt,
- Diese Farbe fand auch photographische Verwendung zur Construc-tion von Photometern (s. S. 425), leuchtenden Photographien etc.
- 1) Polytechn. Notizbl. 1881. S. 305.
- 2) Leber das Spectrum des Phosphorescenz - Liclites s. Becquerel a. a. 0., Hagenbaeh (Arehives dos Sciences phvs. 1877). — Leber das Spectrum der phos-pliorescireuden Platte in Warnerke’s Sensitometer s. Eder. Sitzber. d. Wiener Akad. (1. Wissenseh. 1885. (Yergl. auch Bd. III dieses 'Werkes. 4. Auti.. S. 141.)
- 3) Das Balmain’sehe Darb-Patent befindet sieb gegenwärtig in den Händen von 1hlee und llorno in London.
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- Das violett phosphorescirende Schwefelcalcium leuelitet wohl noch 12 bis 18 Stunden nach der Insolation, aber die Intensität nimmt rasch ab.
- E. Becquerel bestimmte mit einer Probe von blauem Calcium-sulpbid die Intensität des ausgestrahlten Lichtes nach verschiedenen Zeitintervallen 1).
- Seeunden Intensität Seeunden Intensität Seeunden Intensität
- 0 . . . 1.000000 265 . . . 0.011744 1110 . . . 0.002586
- 35 . . 0.076300 420 . . . 0,007765 1305 . . . 0.001996
- 75 . . . 0,034883 545 . . . 0.006280 1525 . . . 0,001736
- 125 . . 0,026752 700 . . . 0,004582 1725 . . . 0,001488
- 170 . . 0,017899 930 . . . 0.003084
- Aus diesen Beobachtungen ergibt sich. dass während der ersten 30 Seeunden nach der Exposition die Intensität des Lichtes rasch abnimmt. dass jedoch später die Abnahme langsamer erfolgt. Nach den Angabeii desselben Gewährsmannes wird eine Verschiedenheit von V50 der Intensität leicht durch die Net/Laut wahrgenommen. Wie die obige Tabelle lehrt, ist zu empfehlen, die Beobachtung in dein Zeitraum von 30 bis 60 Seeunden nach der Insolirung zu beginnen. Bezüglich der Zeit, welche erforderlich ist. um das Leuchten zu erregen, fand War-nerke2). dass mit Bücksicht auf die körnige Beschaffenheit des verwendeten phosphoreseirenden Pulvers die volle Erregung in einem Zeitraum von 3 Seeunden und nicht augenblicklich stattfindet, wie letzteres der Fall sein würde, wenn die Oberfläche ganz glatt wäre.
- Nach Darwin ist die Abnahme der Phosphorescenz von Balmain's leuchtender Farbe:
- Helligkeit unmittelbar nach der Belichtung . . 100
- nach 18 Seeunden...................56.5
- „45 „ .................25.1
- ,. .. 1 Minute 33 Seeunden . . . 14.1
- ,. .. 5 Minuten................... 6,1
- ,. 10 ,......................2.80
- „20 „ .................1.34
- ,. „40 „......................0.604
- „ „ 60 ,. ................. 0,376
- Allgemeine Gesetze der Lichtabnahme versuchte Darwin zu geben, jedoch sind die Resultate unsicher3).
- 1) Phot. Corresp. 1880. S. 3(>.
- 2) Ibid.
- 8) Philos. Magaz. (/>.) {), S. 2U0. .Naturforscher. 1881. 8. 182.
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- B) Phosphorographien.
- Fällt auf eine mit Leuchtfarbe überzogene Platte durch eine Zeichnung' oder in der Camera ein Bild, so erscheint auf derselben im Finstern das Bild mit demselben Verhältniss von Lieht und Schatten selbstleuchtend.
- Im Jahre 1824 hatte Daguerre einige Zeit lang gehofft, es lassen sich die phosphorescirenden Substanzen dazu verwenden. Bilder in der Camera zu erhalten. Er machte in dieser Bich tun g erfolglose Versuche, fand aber bei dieser Gelegenheit eine ziemlich gute Methode aus Schwerspat!] einen Leuchtstein zu machen 1). [Vergl. S. 114.]
- Die Lichtbilder auf phosphorescirenden Substanzen nennt man ,.Phosphorographi en “.
- Derartige Bilder sind niemals scharf, indem das von dem einen Theilchen avisgesandte Licht die benachbarten zum Leuchten bringt; deshalb verschwimmen feine Linien2).
- Audi 1868 beschäftigte man sieh in England mit Versuchen, auf Platten, welche mit phosphorescirenden Substanzen überzogen waren, Phosphorescenz -Photographien herzustellen, indem man selbe unter einem Negativ durch wenige Secundcn dem Sonnenlicht aussetzte. Das Bild leuchtet im Dunkeln und verschwindet aber allmählich für alle Zeit. (Diese Versuche sind im „Brit. Journ. of Phot.“ 17. April 1868 beschrieben.)
- Man versuchte dann kurz darauf permanent leuchtende Photographien mit dem Einstamb-Vorfahren zu erhalten, indem Gummi-Zucker-Honig mit Bichromat versetzt und nach dem Belichten unter einem Negativ mit phosphorescirenden Pulvern eingestaubt wurde. Diese haften nur an den nicht vom Lichte getroffenen Stellen; das Bild wird wie alle anderen Einstaubbilder fixirt. Diese phosphorescirenden Bilder erscheinen, so oft man sie dem Lichte aussetzt3).
- Woodbury stellte 1879 wieder solche leuchtende Photographien her, indem er Glasplatten mit einem Gemisch von Dextrin, Honig und Ammoniumbichromat überzog, darauf ein ..Einstaubbild“ (s. d.) erzeugte und nun mit phosphorescirenden Pulvern ein staubte4).
- Becht hübsche phosphoreseirende Photographien lassen sich dadurch erhalten, dass man Diapositive auf Glas oder mittels Wachs, Damar-
- 1) Comptes rendus. 1839. Bd. 8, S. 243.
- 2) Abney, Phil. Mag. (5.) XI, 300. Boibl. z. Annal. d. Phys. u. Chem. 1881. Seite 509.
- 3) Brit. Journ. of Phot. 1881. XXVH, S. 380.
- 4) Phot. News. 1879. S. 210.
- Eder, Handbuch der Photographie. I. Theil. 2. Aufl.
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- firniss etc. transparent gemachte positive Papierbilder an der Rückseite mit Leuchtfarbe bestreicht. Legt man diese Bilder an die Sonne oder beleuchtet sie mit Magnesium, so erscheint das Bild im Dunkel schön nuancirt leuchtend, da den Halbtönen entsprechend das Licht verschieden stark durch schimmert. Derartige Bilder wurden von Emil v. Schmidt in Wien zuerst im März 1881 dargestellt1). Später kamen diese Bilder in den Handel. Durch den Schwefelgehalt der Leuchtfarbe werden Silberbilder bald zum Vergilben gebracht; Pigment- oder Lichtdrucke sind beständig.
- C) Photographien mittels Phosphoreseenz-Licht.
- Das blaue und violette Phosphoreseenz-Licht des Calciumsulfides wirkt auf photographische Präparate in wenigen Secunden kräftig ein, dagegen das grün phosphorescirende Schwefelstrontium äusserst wenig (Eder).
- Dass das Licht gewisser Leuchtsteine Jodsilber afficirt. wusste schon Daguerre.
- Er soll versucht haben, mittels phosphorescircnder Substanzen seine Plattenbilder in nicht verkehrter Stellung aufzunehmen2). Er überzog eine Tafel mit leuchtender Farbe und setzte diese an die Stelle des matten Glases in der Camera, d. h. er belichtete sie wie eine empfindliche Platte. Sodann legte er sie im Dunkeln auf eine jodirte Silber-platte. Durch Quecksilberdampf liess sich auf der letzteren das Spiegelbild des Camerabildes entwickeln.
- Becquerel fand (1857 und 1858), dass einzelne Körper nach der Insolation im Dunkeln durch das von ihnen ausgestrahlte Phosphoresc-enz-Licht auf empfindliches photographisches Papier wirken — ein Resultat, das man erwarten darf, sobald der Körper mit einem Lichte phospho-resc-irt, das sich dem violetten Ende des Spectrums nähert,
- Der leuchtende Phosphor bringt auf nasse Collodion-Jodsilberplatten nach A. Vogel 1863 in 3 Stunden eine Wirkung hervor, ungefähr ebenso stark, als Tageslicht in 6 Secunden.
- Schwache, jedoch unverkennbare Einwirkungen erhielt A. Vogel auch durch phosphorescirende Substanzen, wie belichtetes Flussspatk-pulver und Zucker, wenn diese im Dunkeln gegen photographisches Papier gepresst wurden3).
- 1) Phot. Corresp. 1881. S. 57.
- 2) Phot. Archiv. 1881. S. 152.
- 3) Münchener Berichte. 1863. 2, S. 266. Fortschritte d. Physik. 1863. S. 261. Schrötter machte 1865 einen ähnlichen Versuch mit negativem Erfolge (Jahresbericht für Chemie. 1865. S. 96).
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- Schnauss hatte 1878 constatirt, dass auf nasse Collodionplatten das Licht phosphorescirender Substanzen einwirkt und dass auf diese Weise Copien auf nassem Oollodion erzeugt werden können1).
- Fast gleichzeitig und unabhängig von einander brachten 1880 Warnerke und Lieutenant Darwin die Idee zur Ausführung, Photographien mittels phosphorescirender Substanzen zu erzeugen. Warnerke hatte seine Bemerkungen „über ein neues System der Photographie“ in der April-Sitzung 1880 der „Photographie Society of Great Britain“ in einem Schreiben veröffentlicht2).
- Er präparirt eine phosphorescirende Platte, indem er phosphores-cirendes Schwefelcalcium auf eine Glasplatte oder Papier aufträgt. Als Bindemittel des phosphorescirenden Pulvers kann Albumin angewendet werden, welches zugleich die zerstörende Wirkung der Atmosphäre hintanhält. Wird die phosphorescirende Fläche auf einer collodionirten Glasplatte hergestellt, so erhält man durch Abziehen des Häutchens eine biegsame Schicht. Die mit Schwefelcalcium bedeckte Platte erscheint dunkel, so lange sie nicht ans Licht gebracht wird. Exponirt man sie in der Camera (z. B. 1 Minute) und bringt sie dann in einen finstern Baum, so bemerkt man, dass die vom Licht getroffenen Stellen leuchtend geworden sind. Legt man das leuchtende Bild auf eine Emulsionsplatte (durch ungefähr 5 Minuten) und entwickelt, so entsteht ein vollkommenes Negativ, aber verkehrt, Es genügt eine Belichtung der Phosphorescenz-Platte durch wenige Secunden, um ein im Dunklen sichtbares Bild zu erhalten. Durch Erwärmen der Platte wird das Phosphorescenz-Licht heller. Das leuchtende Bild hält so lange Zeit an, dass es mehrmals hintereinander auf Emulsionsplatten copirt werden kann. Es ist bemerkenswert!], dass ein in der Camera erzeugtes Phosphorescenz-Bild nicht scharf ist, offenbar weil der Focus der Linsensysteme nicht für die Phosphorescenz erregenden Strahlen (das sind insbesondere ultraviolette und violette Strahlen) corrigirt ist. Eine einmal leuchtend gewordene phosphorescirende Platte leuchtet im Finstern mehrere Stunden lang, aber erlöscht dann allmählich; im rothen oder grünen Lichte wird das Phosphorescenz-Licht schon nach wenigen Minuten ausgelöscht, Setzt man eine leuchtend gewordene Platte unter rothem Glase oder einer grünen Anilinfarben-Schicht durch mehrere Minuten dem hellen Tageslichte aus, so verliert sie das Vermögen, im Dunkeln zu leuchten. Diese auslöschende Wirkung vermag nicht jedes rothe oder rubinrothe und, nach Warnerke, auch grüne Glas liervor-
- 1) Phot. Archiv. 1881. S. 152.
- 2) Phot. News. 1880. S. 257 und 258. Phot. Corresp. 1880. S. 149.
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- zubringen. Wenn man eine Phosphorescenz-Platte unter einem gewöhnlichen Negativ belichtet, so erhält man ein leuchtendes negatives Bild, welches im Contact mit einer Emulsionsplatte ein scharfes Positiv zu copiren gestattet. Wenn eine Phosphorescenz-Platte belichtet wird, dann mit einem Negativ und einer auslöschenden farbigen Platte bedeckt und dem Lichte ausgesetzt wird, so copirt sich ein leuchtendes positives Bild. An den vom auslöschenden Lichte getroffenen Stellen wird nämlich das Vermögen, im Finstern zu leuchten. zerstört. Mit den Phosphorescenz-Platten ist es nach Wamerke möglich, Photographien vom rothen Ende des Spectrums zu erhalten. Die Platte muss zuvor an der ganzen Oberfläche belichtet werden. So wie sie vom Sonnenspeetrum getroffen wird, löschen die weniger brechbaren Strahlen (am rothen Ende) das Leuchtvermögen aus und lassen nur die dunkeln Fraunhofer-schen Linien auf der Platte leuchtend zurück. Diese kann man auf eine Gelatine- oder Collodionplatte copiren (vergl. Phosphorographien S. 560).
- Lieutenant Darwin hatte ganz ähnliche Experimente gemacht1) und sich dabei Balmain’s phosphoreseirenden Anstriches (luminous paint) bedient, Er setzte eine Phosphorescenz-Platte 3 bis 4 Seeunden dem Sonnenlichte aus, deckte ein Negativ und rothes Glas darüber und liess das Sonnenlicht l1/2 Minuten einwirken; als er die Platte ins Dunkle brachte, zeigte sich ein leuchtendes Negativ. Als er dieses durch 30 Seeunden mit einer Trockenplatte in Contact brachte, gab diese beim Entwickeln ein Negativ.
- Das Licht von phosphorescirendem Schwefelcalcium (Balmain’s Farbe) wirkt lebhaft auf Bromsilbergelatineplatten. Baden Pritchard beobachtete, dass ein mit Schwefelcalcium bestrichenes Papier nach einer 5 Minuten langen Besonnung so lebhaft auf Bronisilbergelatine wirkte, als ein Gasbrenner. Nach 30 Seeunden entstand ein Bild2).
- Vincent empfahl phosphorescirende Platten zur Herstellung von Diapositiven auf Bronisilbergelatine nach Negativen im Copirrahmen, weil das Licht auf der ganzen Fläche gleiehmässig wirkt (gleichmässiger als Kerzenlicht), die Lichtstrahlen parallel einfallen, die Expositionsdauer genauer regulirt werden kann (?) und die Luft nicht so verschlechtert wird, wie durch Gaslicht (vergl. Cap. IX, Sensitometer).
- Vincent3) erhielt Diapositive auf Bronisilbergelatine im Copir-ralimen durch Auflegen, indem er unter einem Negativ mittels einer aufgelegten Phosphorescenz-Platte (Balmain’sche Farbe) durch 3 bis
- 1) Phot. News. 1880. S. 262. Phot. Corresp. 1880. S. 150.
- 2) Phot. News. 1879. S. 502.
- 3) Phot. Archiv. 1881. S. 136 und 173. Aus Phot. News. 1881.
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- 4 Secunclen belichtete und mit Eisenoxalat entwickelte. Diese Exposition genügte, wenn die Phospborescenz-Platte 5 Minuten nach dom Aussetzen an das zerstreute Tageslicht auf die Bromsilbergelatine einwirkte; 10 Minuten nach dem Aussetzen musste er 15 Secunden lang einwirken lassen, nach 15 Minuten ungefähr 25 Secunden. Unmittelbar nach der Insolation am Tageslichte leuchtet die Platte noch so hell, dass oft schon 1 Secunde zu lang ist, Mit anderer Farbe muss öfter länger exponirt werden ; Schlegel exponirte z. B. 50 Secunden *).
- Auch Zenger stellte Versuche in derselben Bichtung an (Beibl. Annal. Phys. Chem. 1887. S. 94).
- Honderson versuchte der Bromsilbergclatine-Emulsion leuchtendes Schwefelcalciumpulver einzuverleiben und wollte dadurch eine Abkürzung der Exposition erzielen. indem neben dem photographischen Bild auf Bromsilber ein Phosphorescenz-Bild entsteht, welches in zweiter Linie wieder auf das Bromsilber zurüekwirkt1 2).
- Dieser Vorschlag hisst sich aber nicht gut realisiren3), weil solche Emulsionen immer grobkörnig sind, sich leicht entmischen und keine feinen Negative geben. Ferner entsteht (namentlich in wässerigen Silbersalz-Emulsionen) leicht Schwefelsilber; die Emulsion zersetzt sich also. Namentlich beim Behandeln mit sauren Entwicklern etc. geht diese Zersetzung vor sich. — Trotzdem ist die Idee nicht zu verwerfen.
- Eine mit phosphoreseirender Farbe bestrichene Glasplatte, welche durch vorheriges Aussetzen an das Tages-, Sonnen- oder Magnesium-licht leuchtend gemacht wurde. vermehrt das elektrische Leitungsvermögen des Selens (in Siemens’ photoelektrischem Apparat) bedeutend. Ging das Phospborescenz- Licht durch blaues oder grünes Glas, so wird es geschwächt; durch rothes oder gelbes wird die Wirkung aufgehoben. 350 qcm der phospliorescirenden Platte wirken auf das Selen ebenso stark wie 0,0014 Normalkerzen4).
- Leber das Warnerke’sche Phospborescenz-Photometer s. Cap. IX.
- 1) Phot. Archiv. 1881. S. 133.
- 2) Pliot. Lews. 1880. S. 618 und 630.
- 3) Vida-1, Phot. News. 1881. S. 18.
- 4) Ohach. Beibl. Annal. Phys. Chem. 1881. S. 139.
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- Autoren-Register.
- Abilgard 53. 55. 172. Abney 165. 178. 198. 211. 218. 233. 234. 244. 248. 252. 262. 263. 264. 266. 270. 282. 295. 310. 397. 409. 424. 433. 463.466. 561.
- Acworth 174.
- Accum 38.
- Adams 419.
- Adeney 212. 230. 243 Albers 510.
- Albert 145. 277. 490. Albertus, Magnus 12. 13. Alchymisten 2. 7.
- Alden 528.
- Al fabri 13.
- Andresen 144.
- Anthony 143.
- Arago 12. 60. 61.
- Araber 13.
- Aristoteles 2.
- Arche 170.
- Archer 143.
- Arrhenius 189.
- Armstrong 490.
- Arnaudon 185.
- Artus 6. 93. 172. 173. Asper 283.
- Audra 543.
- Babbage 274.
- Babo 530. 531.
- Baco 13.
- Baerwald 166.
- Balard 90.
- Baltin 496.
- Balduin 16. 558.
- Bardy 459.
- Bater 345.
- Battandier 167.
- Baudet 196.
- Baxendell 320. 334.
- Bazin 314.
- Beccarius 22. 31.
- Becher 11.
- Becquerel 1. 146. 149. 156. 160. 163. 171. 172. 188. 191. 198 210. 239. 241. 245. 266. 269. 281. 313. 352. 378.419.427.451. 455. 558. 560.
- Beisgen 197.
- Bell 156. 418.
- ! Belloe 317. j Benecke 500.
- Benett 144.
- Berard 151.
- Bergei 6.
- Bergmann 28. 31. 173. Bernhardt 408.
- Berres 145.
- Berthellot 155.
- | Berthollet 20. 32. 39. 45. 63. 68.72. 166.167. 366. Berzelius93. 105.165. 173. Bestuscheff 15.
- Bouviere 145. Bezzenberger 97.
- Bibra 175.
- Bichat 189.
- Bidwell 197.
- Bindheim 4L Bing 163. 404. 413. Bischoff 7. 23.
- Blair 316.
- ! Blanquard-Evrardl42.316.
- Blondlot 189. i Blunt 166. 167. 179.
- I Böckmann 49. 53. 80. 155. Börnstein 188.
- Böttger 6. 156. 168. 171. 530.
- Boivin 171.
- Boisen 436. i Boll 526.
- Bolton 144. 171. j Bond 344. 347.
- Bonnet 27.
- Bontemps 157.
- Bontron 105.
- Bonvoisin 48.
- Bonzius 22. 31.
- Borgmann 196.
- Borlinetto 152. 165. 527. Bothamley 251. 357. Bottone 465.
- Boullay 63. 84. 172.
- I Bo ulton 60.
- I Boussingault 101.
- Bow 164.
- Boyle 13. j Bracconot 94.
- I Braham 197.
- Brandenberg 85.
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- Brandois 11.
- Brande 159. 467. 530. Brandes 90.
- Brandt 496.
- Breguet 418.
- Briee 428.
- Brodie 179,
- Brooks 545.
- Brothers 489. 547.
- Brücke 455.
- Brugnatelli 86. 155. Büchner 83. 104. 152. 164. Buchholz 55. 66. 78. Budde 156.
- Bunsen 158. 174. 280. 310. 320. 352. 359. 361. 363. 366. 446. 453. 489. 543. Buonvieino 48.
- Burkhardt 93. 173. Burnett 170. 171. 370. 372. 377.
- Burton 318. 346. 409. Busk 185.
- Bussy 170.
- Campeil 68.
- Capron 467.
- Carbonell 93.
- Carbutt 525.
- Carlemann 161.
- Caron 539.
- Casaseea 90.
- Castel 20.
- Caventon 85.
- Cennio 20.
- Chapman 315.
- Chaptal 6. 42. 43. 158. Chardonnet 216. 284. Charles 60.
- Chastaing 151. 161. 162.
- 164. 170. 171. 172. 179. Chevalier 112.
- Chevreul 58.105. 163. 164.
- 171. 173.
- Christie 349.
- Clarke 528.
- Claubry 149.
- Clauder 8.
- Autoren - Register.
- Claudet 142. 263. 316. 353.
- 383. 433. 445. 468. 556. Clausius 322.
- Cloez 162.
- Cohn 453. 523.
- Coindet 84.
- Coiard 347.
- Cole 14.
- Constant 317.
- Cornu 201. 210. 212. 216.
- 221. 237. 281. 335. Corvisart 171.
- Cossa 165.
- Courtois 83.
- Cowley 168.
- Cox 545.
- Creuzberg 173.
- Croke 528.
- Crooks 209. 210. 213. 248.
- 335. 337. 345. 424 489. Cros 146. 252.
- Crova 280.
- Cussons 346.
- Daguerre 112. 197. 258.
- 335. 344. 561.
- Darwin 397. 560. 564. Davanne 175.
- Davy 6. 53. 59. 61. 77, 79. 83. 150. 160. 166. 172. 174. 461. Debenham 318. Deeourdemanehe 101. Deiaehanal 532.
- Delamarre 648. 526. 528. Delden 521,
- Desmartiers 58. 66.
- Dewar 212. 230, 281. 283. 423.
- Dierbach 9.
- Dietzler 142.
- | Dioseorides 6.
- Dize 44.
- Döbereiner 1. 81. 89. 93. I 168. 170. 173. 532.
- Donne 145. 157.
- I Donner 6.
- ! Dorthes 44. 158.
- ; Dove 467.
- ; Downes 166.167. 179. 383. Draper 42. 149. 151. 153. 155. 156. 163. 166, 170. 181. 205. 207. 210. 239.
- | 241. 262. 267. 350, 355.
- | 361. 363. 377. 462,
- | Driffield 309.
- I Drummond 534. 539. Duboseq 151. 482.
- Dueos 252.
- Dueondin 362. 442.
- Dufay 19. 31.
- Dufour 365.
- Duhamel du Monceau 1 18. 27.
- Dujardin 481.
- : Dulk 96. 172. 173.
- Dumas 141. 160. 278. Dunmore 347.
- Dunstan 283.
- Dureeoell 167.
- Dmkiewicz 472. Dutremble 157.
- Ebelmen 171.
- : Ebermayer 1. 32. 56. 67. Ec-kel 473.
- Ecküng 142.
- Edelmann 527.
- Eder 2. 144. 147. 149 152. 153. 161. 163. 165. 166. 168. 169. 170. 171. 172. 174. 177, 178. 182, 187. 198. 211. 212. 236. 237. 239. 243. 248. 254. 271. 278,319.346.356.378. 457. 492. 554. 562. Egoroff 188. 423. Ehrmann 171.
- Ellerbeck 436. Empedockles 2.
- Endlicher 140.
- Epikur 2.
- Erdmann 157. Ettingshausen 140 141. Eudoxia 7. 15.
- ; Eulei'^64. 65. i Evans 307.
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- Fabrieius 12. 552.
- Fabroni 52.
- Faraday 157. 489.
- Favre 150. 158. 368, Fehling 171.
- Fernbaeh 0.
- Festing 245.
- Fiedler 13. 17, 98.
- Field 101. 152. 104.
- Fiieti 179.
- Fiarelli 6.
- Fischer 1. 50. 04. 81. 90.
- 173. 174. 175.
- Fittig 157.
- Fizeau 142 145 201. 203. 454.
- Fleury-Hermagis 409.
- Fol 283.
- Forel 283.
- Forrest 345.
- Fothergill 143.
- Foucault 185. 201. 263. 454.
- Fouque 2.
- Foureroy 47. 48.
- Fowler 378.
- Foxlee 315.
- Frank 164.
- Frauenstädt 75.
- Fraunhofer 206. 210. Fresnel 78.
- Frewing 528.
- Frey 156.
- Fritsch e 157.
- Fritz 180.
- Fry 143.
- Fürstenau 544.
- Fulhame 49. 173.
- Fyfe 240.
- Gaedicke 490. 513. 518, Gaenslin 314.
- Gärtner 485.
- Gaffield 157.
- Ganz 550.
- Garnier 481.
- Garneri 353. 400.
- Garot 93.
- Autoren - Register.
- Gattermann 167.
- Gaudin 143. 313. 407. 468.
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- Gaultier 184.
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- Girard 175.
- Girtanner 50. 54.
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- Goerz 444 Goethe 4. 14 73. Goettling 33. 46. 49.
- Good 467
- Gothard 192, 220. 229.
- 345. 351,
- Grant 496. 525.
- Greene 197. 518.
- Gren 49,
- Grindl 81.
- Griveaux 188.
- Grotowsky 162.
- Grotfhus 86. 170.
- Grove 149. 191. 196. Grovius 14.
- Grüne 161. 545.
- Grünwald 231.
- Grund 6.
- Guebhard 502.
- Gulliver 526.
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- Guy 423.
- Guyard 167.
- 569
- ' Haack 541.
- Haake 510.
- Haeiisch 539.
- Hagornann 33. 103. Haaenbaeh 559. Hahnemann 46.
- Halle 38.
- Hankcl I 88. IM). 284. 385. Hardwieb 542.
- Harff 93.
- Harmalin 526.
- Harm er 345.
- Harneeker 541.
- Harrison 2. 511.
- Hart 496.
- Hartley 212. 222. 229. 230.
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- Harup 55. 59. 172. Hasselberg 236. 237. Haugk 315.
- Heeren 382.
- PI einer-Alteneck 356.
- Heid 483,
- Heinrich 1. 49. 66. 175. Helbig 6.
- Helcher 10.
- Heilenbach 12.
- He Hot 19. 38. 62. 173. lielmholtz 210. 278. Henderson 346. 565. Henry 92. 105. 351. Heraelius 20.
- Hermbstädt 53. 72. Hermes Trimegistos 8. Herodot 4.
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- Hesekiel 511.
- Hess 92.
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- Hittdorf 155.
- Hodkinson 176.
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- Hofmann 159.
- Hoffmeister 97.
- Holetschek 322. 324. Holmers 346.
- Homolatsch 544.
- Ho n i ekel 404.
- Hooper 27.
- Horn 1. 57. 317. 350. Horr 196.
- Howels 345.
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- Hübl 195. 251. 291. 477 Hughins210.211.345.350. Humboldt 4.
- Hume 550.
- Hunt 2. 57. 143. 149 164. 172. 173. 174. 175. 178. 183. 198. 239. 240. 241. 245. 282. 352. 383. 446. Huntington 237. 282. 283. Hurter 309.
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- Jaeger 54.
- Jahn 63.
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- Jarman 345. 465. 470. Jesse 351.
- Jngenhouss 27.
- Jodin 162. 267.
- Johansen 173 Jones 344.
- Jordan 353. 383. 446. Juch 51. 173. 181. Junghans 526.
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- Autoren-Register.
- Kenyon 490. 501.
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- Knapp 157.
- Knirim 101.
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- | Konkoly206. 221. 226 351. Kopp 9. 168.
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- Limency 353.
- Link 1. 66. 174. Linnemann 536,
- Lipowitz 361. 371. 384. Listing 202.
- Liveing 212, 230. 281. 283. Lloyd 404.
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- ! Maddox 144. 489.
- Magnus 6.
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- Malville 186.
- | Marehand 150. 153. 172. | 267. 280. 323. 339. 352.
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- Mareelial 145.
- Marggraf 26.
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- Mariotte 14.
- Markham 530.
- Marktanner 464. 488. 500. Marowsky 187.
- Martin 140. 142.
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- Matteueei 160.
- Mather 496.
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- Meydenbauer 490. 507.513.
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- Michel Angelo 20 Miesler 190.
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- Mischni 423.
- Mitscherlich 92. 158.
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- Monekhoven 144. 171. 208. 240. 370. 401. 402. 416. 467. 533. 443. 557. Monckmann 155.
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- Autoren-Register.
- Moser 149. 182. 187. 190.
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- Mucklow 411.
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- — Isidore 109.
- — Nicephore 34.108. 162. 163.
- — de ! St. Victor 143. 144.
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- Ost 470.
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- Parrot 54. 155. Pasteur 179. Paterno 179. Pechard 169. Peisson 92. Pekatores 166. Pelargi 108. Pellat 188.
- 571
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- ! Petit 15. 43. 158. 471. Petzval 141.
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- Pringsheim 159. j Pristley 1.26.29.31.40.60. I Pritchard 350. 564.
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- I Reynolds 170,
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- Sale 417.
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- Saussure 44. 166. 366.
- Autoren-Register.
- | Sawyer 352. 408.
- Sayee 144.
- Scan]an 173.
- Schall 384.
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- Seharroe 14,
- Scheele 28. 40. 167. 210 Scheinor 348.
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- Schirm 503. 507. 520. 522. Schlegel 565.
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- Schoras 170. 171. Schönlein 160. 170, 171. Schopenhauer 75.
- Schramm 160.
- Schrank 163.
- Schrötter 155. 156. 159. 455 562.
- Sehübler 101. 164. Suhützenberger 158. Sebnltner 140.
- Schnbz - Sellaek 153. 157. ! 61. 174 178. 211.247. 292. 314. 347.
- Schulze 16. 59. 62.173. 285. Schumann 155. 198. 212. 213. 214 221. 222. 223. 226. 229. 237. 248. 252. 281. 432. 547.
- Sehunk 165.
- Schweigger 85.
- , Sehweinsberg 168.
- Scolik 547.
- Seotellari 315.
- Scott 543.
- Seeo 543.
- Seebeck 73. 143. 155. 158. 159. 167. 172. 246. 526. 558.
- Seekamp 171.
- Seechi 344.
- Seifert 424.
- Seil 451. 532.
- Senebier 27. 35. 44. 62. 145. 162. 163. 174. 179. 210.
- Senefelder 109.
- Senteck 544.
- Serullas 93. 102.
- Sestini 179.
- Sheldrake 58.
- Sidot 168.
- Sieben 195.
- Siemens 155. 356. 417, Silbermann 158. 368. Silliman 191. 467.
- Silva 380.
- Simpson 345.
- Simony 337.
- Sinsel 510.
- S later 172.
- Slingsby 522.
- Smith 369. 489.
- Soleil 441.
- Sommerville 164.
- Soret 283.
- Spencer 161. 409.
- Spies 11.
- Spüler 168. 174. 402. 531. Spitaler 322. 330. 333 345. 351.
- Splittberger 157.
- Sprengel 102.
- Spurge 411.
- Staats 177.
- Städeler 166.
- Stagel 473.
- Stebbing 459.
- Stetonowsky 408. 409. Steffens 84.
- Stein 199. 352. 451. 464. 488. 550.
- Steinheil 142. 160, Stelling 339. 397. Sternfeld 409.
- Stokes 211.
- Stolitow 189.
- Stolze 288. 304. 317. 435. Störer 284.
- p.572 - vue 141/158
-
-
-
- Autoren-Register.
- 573
- Stromeyer 93.
- Suekow 1. 91. 94. 152.
- 170. 172.
- Sueek 169.
- Sutherland 151. |
- Swan 163. 403. 405. 465. Swindern 69. 162. 164. Symons 341.
- Talbot 141. 168. 174. 178.
- 240. 467.
- Taupenot 143.
- Taylor 410. 414. 490. 526. Tessier 27. 145. 557.
- Testelin 187.
- Thenard 72. 76. 79. 158.
- 164. 167. 168. 181. 186. Theopkrast 3.
- Thiele 349.
- Thorpe 335. 353.
- Thouret 483.
- Tiphaine 24.
- Tommasi 163. 197. Torosiewicz 100. 162.
- Toth 144. 163.
- Trommsdorff 48. 54. 104. Trouvelot 195.
- Tyndall 179.
- Yalenta 170.
- Van der Weyde 470. 525. Van Tenac 557.
- Vasalli 47. 344. 450. Vauquelin 51. 145.
- Vidal 182. 274. 318. 361.
- 415. 418. 424. 436. 565. Vierordt 203. 274. 280, 355. 451. 456.
- Villoison 7.
- Vincent 564.
- Violle 355.
- Vitruvius 4 156.
- Vogel, A. 71. 79. 80. 155. 1(31. 162. 164. 169. 170. 171. 175. 279. 562. Vogel, H. C. 253. 349. Vogel, H. W. 147. 153. 166. 168. 171. 173, 174. 175. 177. 178. 187. 198. 211. 217. 237. 242. 247. 251. 271. 274. 336. 352. 402. 405. 451. 455. 473. 489. 497. 524.
- Voigilaiider 142.
- Volk in er 480. 481. Volpieelli 190.
- Vossius 14.
- Waat 60.
- Wächter 435.
- Wagner 537.
- Waibl 142.
- Waidele 149. 182. Wallerius 26.
- Walter 6.
- Warner 162.
- Warnerke 306. 352. 360. 375. 407. 424. 428. 559. 563.
- Warren de !a Rue 344.
- 347. 350.
- Wart mann 151. Waterhouse 231. 264. Watkins 437.
- Way 466. 480. Wedgewood 59. 60. 174. Weiler 173. Weingartshofer 142.
- Weiss 56.
- Weissenborn 408. Welmann 27.
- Wenzel 33.
- Werge 315.
- Wetzlar 91. 174.
- Weyde 470. 525.
- Whipple 344. 348. 350. Wicke 168.
- Wiedemann 174. 558. Wiegieb 6. 7. 37. 'Wiegmann 6.
- Wiener 152.
- Wiesner 165. 179. Wigham 546.
- Wild 336.
- Wilson 164.
- Windstanly 531.
- Winter 483.
- Witting 88.
- Wittstein 175. 179. Wittwer 166. 366. 367. Wöhler 161. 162.
- Wolf 157. 558.
- IVollaston 58. 78. 150.
- 163. 210.
- Woodbury 403. 480. 561. Woods 370.
- Wortiey 315. 324. 428. Wright 174. 385. 400. Wunsche 70.
- Wulff 526.
- Wyler 315.
- Young 65. 78. 199. 345.
- Zakrzevrski 160.
- Zaieto 8.
- Zantedesehi 152.
- Zeiss 487.
- Zenger 565.
- Zenker 146. 153.
- Zettnow 155.
- Ziegler 26.
- Zier 103. 162. Zimmermann 89.
- Zöllner 424. 453.
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-
-
-
- Sach-Register.
- Absorption, Gesetze der 153. 154. 259.
- — des Lichtes 199. 237.
- — in organischen Substanzen 237.
- — in farblosen Medien 237. 281.
- — in der Atmosphäre 321. 335.
- — und Farbenempfindlichkeit der Platten 154. 251 258.
- Achat im Lichte 157.
- Achromatismus, Geschichte 70.
- Ackererde im Licht 102.
- Actinismus 150.
- Actine 361.
- Actinometer 39. 44. 320. 352.
- Actinograph 353.
- Aether, Oxydation im Licht 162.
- — - Sauerstoff licht 542.
- Albuminpapier, Einführung 143. Alcannaroth 35. 165.
- Alchymie 2.
- Aldehyd, Lichtempfindlichkeit 162. Alkalischer Pyro- Entwickler 143. Allyljodid, Lichtempfindlichkeit 179.
- Aloe, Lichtempfindlichkeit 52. Aluminiumlicht 534.
- Ammoniak, Räucherung der Negativplatten 143.
- Amylaeetat-Lampen 292. 355.
- Amylnitrit, Lichtempfindliehkeit 179. Anfangswirkung des Lichtes 291. Anilinfarben, Lichtempfindliehkeit 165. Anthracen im Lichte 157.
- Antimon-Verbindungen, Liehtempfindlieh-keit 168 Antitypie 352.
- Apochromate 287.
- Arsenverbindungen, Lichtempfindliehkeit 63. 67. 100. 161.
- Asphalt 111. 113. 118. 163. Astronomische Photographie 343.
- Ateliers bei elektrischem Lichte 468.
- — bei künstlichem Lichte s. dieses.
- Barytsalze im Blitzlicht 519.
- Barytgläser 284.
- Bengalisches Weissfeuer 76. 526.
- Benzol im Lichte 162 Berberin 104.
- Berberitzenholz 70.
- Bergkrystall, Photo - Elektricität 189.
- ! — s. Quarz.
- Berlinerblau, Lichtempfindlichkeit 20. 23. 58. 108.
- I — = Preussiseh Blau.
- Berührungsbilder 182.
- Beugungs - Erscheinungen 151. 198. 230. Bittermandelöl, Lichtempfindlichkeit 162. Blattgrün 13. 27. 35. 69. 85. 164. 278. Blauholz 54.
- Blausäure 100.
- Bleichen von Leinwand, Seide, Elfenbein etc.
- 21. 35. 46. 70. 72. 164.
- Blei-Verbindungen im Lichte 77. 160. 171. Blitzlicht 492. 502. 513.
- Blitzpulver 514.
- Blumenfarbstoffe 35 164.
- Blutlaugensalz, Lichtempfindliehkeit 39, 67. 170.
- Brasilienholz 23. 77.
- Bromsilber 90. 174. 241. 300.
- — im Spectrum 241. 300.
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-
-
-
- Sach-Register.
- 575
- Bromsaures Silber 90.
- Bromwasser 166.
- Büchsenphotometer 401.
- Calomel = Queeksilberchlorür. Campecheholz 77.
- Campfer im Lichte 44.
- Carcellampe 359.
- Carmin, Liebtempfiadliebkeit 20. 165. Chemische Wirkungen des Lichtes 149. Chininsalze, Lichtempfindlichkeit 179.
- — Absorption gegen Ultraviolett 272. Chinon im Lichte 162.
- Chlor, Lichtempfindlichkeit 156.
- — Einwirkung auf organische Substanzen im Lichte 72. 73. 79. 88. 102. 160. 362.
- Chlorkalk, Licbtempfindliehkeit 81. 168. Chlorknallgas 72. 75. 158.
- — als Photometer 362.
- Chlorkohlenoxyd 73. 79. 362.
- Chlorophyll s. Blattgrün.
- Chlorsaures Kali bei Magnesiumblitzlicht 513.
- — — bei Feuerwerkssätzen 527. Chlorsilber, Verhalten gegen das Spectrum
- 28. 245.
- — Entdeckung der Liehtempfindliehkeit 22. 28.
- Chlorsilberemulsion 143.
- — im Spectrum 247. 301. Chlorsilberpapier im Photometer 141. 384.
- 400.
- Chlorsilberzersetzung im Lichte 12. 22. 29. 36. 40. 47. 64. 81. 88. 96. 111. 174. 245.
- Chlorstickstoff 167.
- Chlorwasser 39. 100. 166.
- — als Photometer 366.
- Chromate, Entdeckung der Lichtempfindlichkeit 51. 94. 169.
- — Wirkung des Spectrums 266. Ohromehloridlicht 533.
- Chromsaures Kali, Entdeckung der Lichtempfindlichkeit 94.
- Collodion-Verfahren, Geschichte 143.
- — -Platten, Verhalten gegen das Spectrum 239.
- Copiren bei elektrischem Licht 467. 480. Copiren bei Magnesium licht 524.
- Copir-Photometer 427.
- Curcuma, Lichtempfindlichkeit 77. 105. 164.
- Daguerreotypie s. Daguerre, ferner 108. 119. 141.
- — Verhalten gegen das Spectrum 239. Dampfcondensation im Lichte 44.
- Dichte der Negative im Zusammenhang
- mit der Lichtwirkung 295. Diffractionsspectrum 205. 230.
- Dippel’s Oel 66. 69. 100. 113. 162. Dispersion 198.
- Draehenblut, Liehtempfindliehkeit 6. 20.35. Druekbilder 182.
- Dunkelkammerfenster 271.
- Dynactinometer 353.
- Eis, Durchsichtigkeit für chemische Strahlen 283.
- Eisenchlorid, Lichtempfindlichkeit in alkoholischer und ätherisches Lösung 15. 33. 68. 70. 80. 110.
- Eisenoxyd, oxalsaures 93.
- Eisenoxydation im Lichte 78. Eisenrhodanid 87.
- Eisensalmiak 54.
- Eisenverbindungen im Lichte 161. 169.
- — im Spectrum 266. 375.
- — als Photometer 370.
- Elektricität und Lieht 86. 149. 188. 461. Elektrographie 196.
- Elektrische Photometer 417.
- Elfenbein 35.
- Empfindlichkeitsmesser siehe Photometer, Aetinometer und Sensitometer. Empfindlichkeit, relative, verschiedener Silberverbindungen gegen verschiedene Lichtquellen 456.
- Emulsion, Geschichte 143. Expositionsmesser 437.
- Expositionszeit-Bestimmung 435. Extinctionscoefficient 153.
- Farben im Spectrum 202.
- — Photographie in 73. 146. 176. Farbenlehre Goethe’s 73. Farhenveränderungen im Lichte 4. 6. 20.
- 22. 33. 31. 46. 48. 69. 101. 164. 180.
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-
-
-
- 576
- Sach-Register.
- Farbiges Licht, Wirkungen desselben 30. 30. 67. 73. 75. 76. 83. 96. 150. 189. 238
- — -— Wirkung in der Photoelektricität 419. 422.
- — Glas 268.
- — Gegenstände, Roprodustion von 273. Farbstoffe als Sensibilisatoren 154. 189. 251. Fehling’sche Lösung, Liehtempfindliehkeit
- 171.
- Fernambukholz 26. 51.
- FerridcyankalLum s. Bhitiaugensaiz. Ferridsalze s. Eisenverbindungen.
- Fette Liehtempfindliehkeit 71. 103. 163. Firniss, Liehtempfindliehkeit 97. 162. Fixiren der Photographien, Entdeckung 61. 87. 96.
- Fixirnatron, Entdeckung des 87.
- — im Licht 161.
- Flintglas, Verhalten gegen das Spectrum
- 212,
- Flussspath, Photoelektricität 189.
- — -Linsen 213.
- Fraunhofer’sche Linien 204.
- Gallo - Silbernitrat 141.
- Galvanischer Fiammenbogen s. elektrisches Licht.
- Galvanismus und Licht s. Photoelektricität. Gas-Glühlieht 547. 554.
- Gaslicht in der Photographie 359. 543. 547. 556.
- Geissler’sehe Böhren 237.
- Gelatine. Absorption für Ultraviolett 284.
- — Pliosphorescenz 187.
- — -Emulsion 143.
- — — im Spectrum 243. 247.
- Gelbes Glas, Absorptionsspeetrum 270. Gelbholz 35.
- Gelbe Lichtfiber für orthochromatische Platten 273.
- Gemälde - Reproduetion 275.
- Geschichte der Photographie 2. 108. Geschwindigkeit des Lichtes 201.
- — der Verbrennung des Hagnesiumblitz-lichtes 492,
- — der Anfangs Wirkung bei photographischen Processen 291.
- Gitterspeetrum 205.
- Glas, Veränderung im Lichte 157.
- — Absorption gegen Licht 212. 284.
- — farbiges 268.
- Glühlieht, elektrisches 462.
- — Gas- 547. 554.
- Goldsalze im Lichte 11. 29. 49. 173. Gradation der Negative 296.
- Graphitsäure, Lichtempfindlichkeit 179. Guajac-IIarz 33. 67. 78. 111.
- Gummi gutti 21.
- Gummi-Lack, Liehtempfindliehkeit 20. 35. Gyphantie 23,
- Hämatoxylin, Liehtempfindliehkeit 179. Harze, Liehtempfindliehkeit 33 34 35. 163. Hauehbilder 182.
- Heliograph 353.
- Heliographie, Geschichte der 108. 145. Helligkeit, chemische und optische 200. 203. 271. 279.
- Heiligkeitswerth der Farben 279. Hiifsbeliehtung 318.
- H i m m e 1 s p h o t o g r a p h i e 347.
- Hölzer, Liehtempfindlichkeit 34. 163. 164. Hornsilber = Ohlorsilber.
- ; Hyaeinth, Liehtempfindliehkeit 156. Hyalithgiäser 100.
- Hyposuifit s. Fixirnatron.
- Jahreszeiten, Einfluss auf die Lichtintensität 321.
- Indigo, Liehtempfindliehkeit 6. 20. 48. 105. Induction, photoehemisehe 291.
- Infraroth 74. 244. Interferenzerscheinungen 65. 151. Interieuraufnahmen beiMaguesium lieht 522. Intensität des Lichtes bei verschiedener Witterung 77.
- — — mul die Sonnenhöhe 78.
- — - d'_s photographischen Bildes und Dauer
- der Lichtwirkung 290.
- Jod, Entdeckung 83.
- — und ölbildendes Gas 88.
- Jodsalze, Liehtempfindliehkeit 167. 369. Jodsilber 83. 119.
- — mechanische Veränderung im Lichte 157. 175.
- : Jodstiekstoff 167. j Jodwasser 166.
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-
-
-
- Sach-Register.
- 577
- Jodwasserstoff 167. 366.
- Iridiumsalze 94.
- Judenpech s. Asphalt.
- Kalklicht 534.
- Kalkspath im Speetralapparat 212. Kautschuk, Liehtempfindliehkeit 19. Kerzenlicht in der Photographie 358. 543. Klima und Licht 320.
- Knallgasgebläse 534.
- Kobaltglas 270. 272.
- Kohlenoxyd und Chlor 73. 79. Kohlenoxydflamme als Normallieht 359. Kreosot im Lichte 162.
- Krystallisation, Einfluss des Lichtes auf 14. 42. 68. 78. 80. 158.
- Kupfersalz, Lichtempfindlichkeit 161. 171. Kupferverbindungen im Lichte 70. 161.171. Kupfer, oxalsaures 80.
- Kupferchlorid, Entdeckung der Licht-empfindliehkeit 68 80.
- Lackmus, Lichtempfindlichkeit 46. 164. Leinölfirniss, Lichtempfindlichkeit 162. Leuchtgasflamme 359. 543. 547. 556. Lieht, Theorie desselben 52. 64. 78.
- — Wellenlänge 201.
- —- Geschwindigkeit 201. künstliches 47. 76. 451. bengalisches 76.
- -- Vertheilung desselben auf der Erdoberfläche 330.
- — Abhängigkeit von meteorolog. Verhältnissen 324.
- — Vergleichung der optischen und chemischen Helligkeit 451.
- — -Meter 359.
- — -Humboldtit 94.
- —----Intensität und photogr. Wirkung 290. Empfindlichkeit verschiedener phot.
- Processe 293.
- Ligro'ingas - Glühlicht 554.
- Lucimeter 353.
- Luftspiegelung, Photographie einer 341. Luna cornea = Chlorsilber, Hornsilber. Luxograph 528.
- Lycopodium im Blitzlicht 515.
- Eder, Handbuch der Photographie. I. Theil.
- 1 Magie und Photoehemie 37. i Magnesia-Knallgas-Lieht 539.
- Magnesium-Licht 451. 454. 488.
- — Geschichte des 489.
- — -Blitzlicht 492. 502.
- — -Band 488.
- | — - -Pulver 490. 502.
- — -Lampen 497.
- — -Explosivpulver 513.
- ! — und Sauerstoff 501. 512.
- — als Normallicht 360.
- Magnetismus und Photographie 197.
- ; Malerfarben, Liehtempfindliehkeit 4 6. 20. 22. 23. 36.
- Mangansalze, Lichtempfindlichkeit 85. 93.
- 110.
- Metalle, Oxydatiou im Lichte 160.
- : Meteorologie des Lichtes 320.
- — und Photometrie 446. j Meter-Kerzen 453.
- Methyljodid 163.
- Mikrophotographie 61.
- Molybdänsäure, Lichtempfindlichkeit 54. 169.
- Molecularveränderungen im Liehte 155. Mondlieht 47. 343. 353. 419. •
- Morphin als Sensibilisator 253.
- Nachbeliehtung 313.
- Nacht-Ateliers 408. 519. 546. Natriumlieht 390. 399.
- Nebel, Einfluss auf die Intensität des Lichtes 338.
- Nebenbelichtung 313.
- Negative Wirkung des Lichtes s. Solari-sation.
- Nicotin 105.
- Nitrocuminsäure 179.
- Nitroprussidnatrium 170.
- Normal-Licht für Photometrie 354.
- — -Kerze 358.
- — -Lampe s. Amylaeetat-Lampe.
- — -Farbe für Photometer 361. 433.
- Öbjective, Geschichte 142.
- — Prüfung auf Lichtkraft 445.
- Oele, Liehtempfindliehkeit 35. 45. 58. 63. 103. 162.
- 2. Aufl.
- 38
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-
-
-
- 578
- Sach-Register.
- Optische Sensibilisatoren 154. 251.
- — und chemische Leuchtkraft 273. Organische Substanzen und Lieht 56. 101. Orleans 48. 101. 105.
- Orseille 52. 105.
- Orthochromatische Photographie 276.
- - Platten bei Lampenlicht 547.
- — Blitzlicht 524.
- Oxalsäure, Lichtempfindliehkeit 28. 31.179. Oxalsäure Verbindungen als Photometer 370. 382.
- Oxalsaures Eisenoxyd 93.
- — Queeksilberoxyd 93 (s. ferner Quecksilber).
- — Silber 29 (s. ferner Silber).
- — Kupfer 80.
- Oxydation im Lichte 160.
- Palmöl 103.
- Papier, Vergilben im Lichte 179.
- — -Photometer 383.
- — mit Silbernitrat 19. 59.
- Petroleum, Lichtempfindlichkeit 158. 162.
- — -Lampen 543.
- — und Sauerstoff 556.
- Pflanzen im Lichte 3. 101. 105.
- Phekol im Lichte 162.
- Phenanthrachinon 160 Phosphor, Lichtempfindlichkeit 53. 79. 105. 111. 155.
- — - Verbindungen 168.
- — Licht von brennendem 530.
- — und Salpeter 530.
- Phosphorescenz-Licht 360. 557.
- — -Photometer 424.
- Phosphorographie.
- Photantitypimeter 352. 372.
- Photen 157.
- Photergimeter 353.
- Photobromid 176.
- Photochemie 149.
- Photochlorid des Silbers 176. Photochromie 146.
- Photo-Elektricität 188. 420. Photogalvanographie 146.
- Photogene 143.
- Photographie bei künstlichem Licht 451.
- — in natürlichen Farben 73. 146. Photographometer 433.
- j Photometrie, chemische 39, 44. 352. j Photophon 156. i Pinakoskop 550.
- Platinchlorid, Lichtempfindlichkeit 89.
- , 93. 101.
- Platinsalze, Lichtempfindlichkeit 173. Polarisation 151. 200.
- Polymerisation im Lichte 157. Prismatisches Spectrum 203. Projectionsapparat mit elektrischem Lichte 482.
- Purpurfarbstoff 6. 7. 14. 18. 165. Purpursäure 86.
- Pyrogallussäure, Entdeckung 94. 142.
- Quarzprismen und Linsen 209. 287. Quecksilber-Verbindungen, Lichtempfindlichkeit 173.
- — als Photometer 378.
- i — in der Daguerreotypie 125.
- — chlorür, Entdeckung der Lichtempfindliehkeit 18.
- — sulfat 25. 48.
- — chlorid, Entdeckung der Lichtempfindlichkeit 32. 63. 80. 172.
- — oxyd 29. 53. 55. 96.
- — oxydul 77. 160.
- — - Ammoniak-Verbindungen 46. 47.
- — bromid 93. 173.
- — weinsaures 93.
- — oxalsaures etc. 28. 93.
- — citronensaures 93.
- — jodür 100.
- — jodid 161.
- — sulfid 156.
- Radiometer 424.
- Realgar 63. 66. 156.
- Rhodaneisen 87.
- Rhodansilber 86.
- Röhrenphotometer 410.
- Rothes Licht in der Camera 314.
- — Glas, Absorptionsspectrum 270. 272. Rothspiessglanzerz 95. 156.
- Safflor 77. 105.
- Safran 20. 35.
- Salpeter bei Magnesiumlieht 518.
- ; — bei Weissfeuer 527.
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- Sach-Register.
- 579
- Salpeteräther 36.
- Salpetersäure, Zersetzung im Lichte 31. 40. 41. 44. 167.
- Santonin, Lichtempfiindliehkeit 104. Sauerstoff bei künstlichem Lieht 452. 454.
- — - Alkohol-Lieht 541.
- — -Aether- Lieht 542.
- — -Leuchtgas-Gebläse 534. Scalenphotometer 404. 428. Schmetterlingsfarben 165.
- Sehüttgelb 23.
- Schwärzung, photographische 285. 291. Schwefel bei künstlichem Licht 530.
- — -Verbindungen im Lichte 155. 161.
- — kohlenstoff, Zersetzung im Lichte 168.
- — kohlenstoff-Lampe 531.
- — - ammonium, Lichtempfindlichkeit 81.
- — Wasserstoff, Lichtempfindlichkeit 161. Sehwefelige Säure, Lichtempfindlichkeit
- 161.
- Sciopticon 547.
- Secunden-Meter-Kerze 453.
- Selen, Lichtempfindliehkeit 155.
- — -Photometer 417.
- Sensibilisatoren, optische 154. 251.
- — chemische 154. 178.
- Sensitometer 407. 427.
- Silbernitrat, schwärzt die Haut 12. 13.
- — und Seide etc. 49.
- -- und Kreide 16.
- — und Gummi etc. 90.
- — als sympathetische Tinte 19.
- — auf Papier, Leinwand etc. 19. 59.
- — -Lösung, Lichtempfindlichkeit 88. 89.
- — -Löslichkeit in Alkohol 33.
- — oxalsaures 28. 31. 179.
- — sehwefelsaures 28.
- — oxyd 29. 96. 173.
- — ehromsaures 51.
- — eitronensaures 52. 179.
- — kohlensaures 53. 66. 179.
- — albuminat 81.
- — ammoniakalisches 92.
- — salpetrigsaures 92.
- — phosphorsaures 179.
- — pyrophosphorsaures 92.
- — überehlorsaures 93.
- — milchsaures 93.
- — weinsaures 179.
- Silbernitrat - Verbindungen, allgemeines über deren Lichtempfindlichkeit 173. 179.
- - - oxyehlorid 41.
- — subchlorid 91.
- Silhouetten 60.
- Solarisations-Erseheinungen 178. 261. 309. Sonnenspectrum 198. 262 (s. ferner Spectrum).
- —- -Photographie 343.
- Spectrum, allgemeines 203.
- — Wirkung auf Chlorsilber 29. 55. 58. 73.
- — „ ,, Bromsilber 238. 241.
- „ „ Jodsilber 238.
- — „ „ Silbernitrat 238.
- — Allgemeines über dessen chemische Wirkungen 79. 180. 300.
- — verschiedener Lichtquellen 355. Spectrograph 208.
- Spiegel 288.
- Steinkohlenpech, Lichtempfindlichkeit 163. Stickoxyd - Sch wefelkohlenstoff - Lieht 531. Strontium im Blitzlicht 518.
- Tageslicht, Schwankungen d.Helligkeit 324. Tannin, Lichtempfindlichkeit 162.
- — als Sensibilisator 251.
- Temperatur, Einfluss auf die Lichtwirkung
- 181. 387.
- —- s. ferner „Wärme“.
- Terpentinöl, Lichtempfindliehkeit 6. 162. Tithonometer 363.
- Thallium-Licht 280.
- Thermographie 183.
- Transparenz der Negative 300.
- Ueberchlorsaures Kali im Magnesiumblitzlicht 515.
- Ueberfangglas 272.
- Ultraviolettes Licht 54. 58. 65. 74. 205. 236. 240.
- Ultraroth s. Tafraroth.
- Unterchlorigsaure Salze im Lichte 81. Unterschwefligsaures Natron s. Fixirnatron. Uransalze, Lichtempfindlichkeit 68. 171.
- — als Photometer 370.
- Vanadin-Verbindungen, Lichtempfindlichkeit 169.
- 38*
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- 580
- Sach-Register.
- Vergrösserungen bei electrischem Lichte 482.
- — bei Gaslicht 547.
- — bei Magnesiumlicht 499.
- Versilberung, Einfluss des Lichtes auf
- die 158.
- Vibrotypie 341.
- Yirylbromür 157.
- Vorbelichtung 313.
- Wachs, Bleichen desselben 35.
- Wärme und Lichtwirkung 30. 51. 54. 55.
- 59. 64. 70. 73. 77. 181. 289. Wallnussextract im Lichte 162.
- Wasser, Absorption des Lichtes im 283.
- Wasserstoffsuperoxyd 166.
- Weissfeuer, bengalisches 526.
- Wismuth, Lichtempfindlichkeit 172. Wolken, Einfluss auf die Helligkeit 338.
- Zerstäuben fester Körper im Lichte 157. Zeitdauer der Verbrennung von Blitzlicht 493.
- Zinkoxyd, Lichtempfindlichkeit 66. 168. Zink-Lieht 525.
- — äthyllicht 525.
- Zinnober, Lichtempfindlichkeit 4. 20. 23. 156.
- Zirkonlieht 536.
- Druckfehler - Berichtigung.
- Auf Seite 143, Zeile 17 von oben, soll es heissen: „Regnault bezeiehnete 1851 . . .“ statt „1850“.
- Auf Seite 143, Zeile 13 von oben, soll es heissen: „ . . . ihm verdankt man auch 1850 . . . “ statt „1848“.
- Auf Seite 168, Zeile 14 von unten, soll es heissen: „ . . . gewisse „Zinkverbindungen“ statt „Silbersalze“.
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-
- Ausführliches Handbuch
- der
- PHOTOGRAPHIE
- von
- Dr. Josef Maria Eder,
- kaiserlich königlicher Pirector der k. k. Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Pieproductionsverfahren in Wien, Pocent an der k. k. teehnhohen Hochschule in "Wien, Mitglied der Kaiserlich Leopoldinisch - Carollnisch deutschen Akademie der Naturforscher. Lhrcnmitglim'l der Association "Beige de Photographie, des Vereins zur l'ördemng der Photographie in Berlin, des Photographischeu Vereines in Berlin, in Wien, in Frankfurt a. Al., der Photographie Society of Great Britain, des Photograpliic Club in London, der London and Provinzial Photographie Association, der deutschen Gesellschaft von .Freunden der Photographie in Berlin, des Vereines photographischer AI itarbeiter in "Wien, des Club der Amatetirphotographen in Graz, der Societe P!iotogra}.thique du Sud-Ouest in Angoulcmo. der Society of Amateur Photogcaphers of New-Yurk, dem Dansk Photograpiiick Forening in Kopenhagen, Inhaber der Goldenen Medaille der Photographischen Gesellsehaft in Wien, der Erzherzogin Maria Theresia-Medaille, der gold. Paguerre-Aledaille des Club der Amateur-Photographen in Wien, des ersten Preises hei der Internationalen Photographischen Ausstellung in Wien etc.
- Erster Theil. Erste Hälfte.
- Zweite Aiil'lave.
- Mit 209 Holzschnitten. 0 Tabin und 4 11 o 1 iogravnren.
- Halle a. S.
- Druck und Verlag von Wilhelm Knapp.
- 1891.
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- Inhalts-Verze ichniss.
- Geschichte der Photochemie und Photographie bis in die Gegenwart.
- Erstes Capital.
- Seite
- Geschichte der Photochemie vom Altorthume bis zu Daguerre im
- Jahre 1839 .............................................\ . . . 1
- Von Aristoteles (4. Jahrhundert v. Chr.) bis zu den Alehymisten. S. 2. — Die neueren Naturforscher bis Becearius und Bonzius (1757), nebst einem Excurse über den damaligen Stand der Kenntnisse von der Unbeständigkeit der Farben.
- S. 13. — Von der Gyphantie (1761) bis zu Scheele (1777). S. 23. — Von Priestley (1777) bis Senebier (1782), nebst einem Excurse über die damalige Verwendung lichtempfindlicher Verbindungen in der Magie. S 30. — Von Scopoli (1783) bis Rumford (1798). S. 39. — Von Vauquelin (1798) bis Davy (1802).
- S. 51. — Studien von Sage (1803), Link und Heinrich über die Natur des Lichtes (1804—1808) bis zu Gay-Lussac und Thenaid (1810). S. 63. — Entdeckung der Photographie in natürlichen Farben durch Seebeek (1810) bis zur Bekanntmachung der Daguerreotypie (1839). S. 73. — Speciolle Untersuchungen über die Wirkung des Lichtes auf organische Verbindungen. S. 101.
- Zweites Capitel.
- Die Erfindung der Heliographie und der Daguerreotypie durch
- Nieephore Niepee und Daguerre....................................108
- Geschichte der Arbeiten Nicephore Niepee’s von 1813 bis zur Vereinigung mit Daguerre (1829). S. 108. — Notarieller Vertrag zwischen beiden und Erfindung der ersten heliographisehen Asphalt-Methode. Mittheilung sämmtlicher Originalverträge zwischen Niepee (Vater und Sohn) und Daguerre. S. 115 —
- Die Daguerreotypie vor der französischen Deputirtenkammer; Mittheilung der Gesetzentwürfe und des Gutachtens der Commission über Daguerre und Niepee’s Erfindung. S. 126. — Ueberbliek der Fortschritte der Photographie bis in die neueste Zeit. S. 141.
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- IV
- Inhalts-Verzeichniss.
- Die chemischen Wirkungen des Lichtes (Photochemie), Spectralphotographie, die Photographie im Zusammenhang mit klimatischen Verhältnissen und die Actinometrie.
- Seite
- Chemische Wirkungen des Lichtes und dessen Beziehungen zu Wärme
- und Elektricität.......................................................149
- Allgemeines. S. 150. — Durch Lieht bewirkte Veränderungen des Molecuhar-zustandes. S. 155. — Durch Licht bewirkte Verbindungen. S. 158. — Durch Lieht bewirkte Zersetzungen. S. 166. — Zusammenhang von Licht und Wärme und abnorme Druck- und Liehtwirkungen. S. 181. •— Moser’sche Lichtbilder.
- S. 182. — Einfluss des mechanischen Druckes auf lichtempfindliche Schichten.
- S. 183. — Thermographien (Wärmebilder). S. 183. — Niepce’s neue Lichtwirkung. S. 184. — Uebertragung der Lichtbilder durch Berührung. S. 187.
- — Zusammenhang von Licht und Elektricität. S. 188. — Wirkung dos Lichtes auf das Capillar-Elektrometer S. 190. — Wirkung des Lichtes auf das Elektro-seop. S. 190. — Wirkung der Elektricität auf photographische Schichten.
- S. 191. — Elektrographie. S. 196. — Versuche, die Empfindlichkeit der photographischen Platten durch Elektrisiren zu steigern. S. 197. — Einfluss des
- Magnetismus auf photographische Platten. S. 197.
- Das Sonn eil Spectrum und dessen chemische Wirkungen...........................198
- Allgemeines über das Lieht und das Spectrum. S. 198. — Geschwindigkeit des Lichtes. S. 201. — Helligkeit der einzelnen Bezirke des Sonnenspectrums.
- S. 202. — Vertheilung der Faiben im Sonnenspectrum. S. 202. — Das prismatische Spectrum. S 203. — Das Diffraetiousspeetrum. S. 205. — Methode der spectrographischen Untersuchung. S. 208 — Der vom Verfasser benutzte Glas-Speetrograph. S. 214. — Beschreibung des vom Verfasser verwendeten Quarz-Speetrographen. S. 221. — Das Arbeitszimmer. S. 224. — Behandlung der photographischen Platten. S.'224. — Der Ausmessapparat. S. 226. — Pas Vergleiehsspectrum mit dem zu untersuchenden Spectrum S. 228. — Das Be-zugsspectrum. S. 230. — Speetrograph mittels Diffraetionsgitter. S. 231. — Anwendung der Spectralphotographie. S. 236. — Wirkung der farbigen Strahlen auf Silbersalze. S. 238. — Papier mit Silbernitrat getränkt. S. 238. — Verhalten des Jodsiibers gegen das Sonnenspectrum. S. 239. — Wirkung auf Bromsilber. S. 241. — Photographie der infrarothen Strahlen auf Bromsilberplatten. S. 244. — Wirkung auf Chlorsilber. S. 245. — Gemenge von Chlor-, Brom- und Jodsiiber. S. 247. — Wirkung von Sensibilisatoren und Farbstoffen auf die Farbenempfindliehkeit photographischer Schichten. S. 250. — Sensi-bilisirende Farbstoffe beim photographischen Collodionverfahren. S. 251. — Die Wirkung der Farbstoffe als Sensibilisatoren auf Bromsilbergelatine. S. 254. — Photoehemische Erscheinungen und die Undulationstheorie des Lichtes. S. 258.
- — Solarisationserseheinungen im Spectrum. S. 258. — Das Verhalten einiger anderer photographisch wirkender Verbindungen im Spectrum. S. 266. — Bedeutung der spectrographischen Untersuchungen für die Photographie. S. 267.
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- InhaltsVerzeichnis?
- V
- Seite
- Wirkung von Farbstoffen und farblosen Medien in Bezug auf die
- Photographie............................................................269
- Wirkung von farbigen Gläsern und Farbstoffen. S. 269. — Ursachen der Verschiedenheit zwischen optischer und chemischer Leuchtkraft. Helligkeitswerth der Farben. S. 279. — Absorption der aetinischen Strahlen durch farblose Medien. S. 281. — Absorption von aetinischen Strahlen durch Glas etc. und deren Zusammenhang mit der Photographie. S. 284. — Verlust an Lieht bei der Reflexion desselben von einer spiegelnden Glasfläche. S. 288. — Tabelle über den Lichtverlust bei der Reflexion von Spiegeln aus verschiedenem Materiale und jenem in Linsen - Objectiven. S. 288. — Durchlässigkeit verschiedener Stoffe für Wärmestrahlen. S. 289.
- Sechstes Gapitel.
- Liehtempfin dliehkoit verschiedener photographischer Präparate. — Nothwendigkeit einer gewissen Anfangswirkung des Lichtes in der
- Photographie. Vor- und Nachbelichtung .............................290
- Nothwendigkeit einer gewissen Anfangswirkung des Lichtes in der Photographie.
- Vor- und Nachbelichtung. S. 290. — Nothwendigkeit einer bestimmten Zeitdauer der Lichtwirkung. Photoehemisehe Induction. S. 291. — Lichtempfindlichkeit verschiedener photographischer Präparate. S. 293. — Unregelmässigkeit in den Beziehungen zwischen Dauer der Liehtwirkung und Intensität der photographischen Bilder. S. 295. — Vorbelichtung, Nachbelichtung und Neben-beliehtung. S. 313.
- Die Photographie im Zusammenhang mit meteorologischen und klimatischen Verhältnissen ................................................... 320
- Verschiedener Gang der chemischen Intensität des Lichtes und der optischen Helligkeit. S. 320. — Abhängigkeit der Lichtintensität von der Sonnenhöhe bei ganz reinem Himmel. S. 321. — Die Vertheilung der chemischen Liehtwirkung.
- S. 323. — Chemische Intensität des Lichtes für Wien und Orte, welche dieselbe geographische Breite haben, zu verschiedenen Zeiten. S. 324. — Chemische Intensität des blauen Himmelslichtes. S. 325. — Chemische Intensität des directen Sonnenlichtes. S. 327. — Gemeinschaftliche Wirkungen des Sonnen-und Himmelslichtes. S, 328. — Tabelle der chemischen Lichtstärken für Berlin und alle Orte gleicher geographischer Breite. S. 329. — Die Lichtvertheilung auf der Erdoberfläche. S. 330. — Verhältnis der chemischen Intensität des directen Sonnenlichtes zu der des zerstreuten Himmelslichtes. S. 324. — Die Schwankungen der chemischen Lichtintensitäten bei scheinbar klarem Himmel im Laufe eines Tages und Absorption der aetinischen Strahlen in der Atmosphäre. S. 325. — Einfluss der Bewölkung auf die chemische Intensität des Tageslichtes. S. 328. — Schwankungen der chemischen Lichtintensitäten im Laufe des Jahres. S. 329. — Abnorme Fälle von Unscharfe durch wallende Bewegung der Atmosphäre. Photographie einer Luftspiegelung. S. 341.
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- VI
- Inhalts-Verzeichniss.
- Seite
- Photographin von Sonne, Mond und Sternen ...................................343
- Wirkling des directen Sonnen- und Mondiiehtes. S. 343. — Photographie von Mondlandschaften. S. 345. — Photographie der Planeten und Fixsterne. S. 347.
- — Photographie der Nebelflecken, Kometen, Sternschnuppen und leuchtenden Nachtwolken. S. 350.
- Die Photometrie der chemisch wirksamen Strahlen und die Prüfung
- der Empfindlichkeit photographischer Präparate..........................352
- Allgemeines über Photometrie. Aetinometrie und Normaliicht. S. 352. — Synonyme Bezeichnungen. S. 352. — Prineip der Aetinometrie oder chemischen Photometrie. S. 353. — Normal - Lichtquellen für photometrisehe Zwecke und zur Bestimmung der Liehtempfindliehkeit photographischer Präparate. S. 354.
- — Die Viollo’sehe Liehteinheit und die Amylaeetat-Lampe. S. 355. — Die Normalkerze. S. 358. — Bimsen und Roscoe’s Normalflamme mit Kohlenoxyd.
- S. 359. — Leuchtgasflammen als Normallicht S. 359 — Magnesium als Normallieht. S. 360. — Phosphoreseireiide Substanzen als Normallieht. S. 360. — Verschiedene Mass-Einheiten der Aetinometrie. S. 361. — Versuch, optische Photometer photographisch zu verwerthen. S. 361. — Photometer mit Chlorgas und Wasserstoffgas oder Kohlenoxydgas. S. 362. — Photometer mit Chlorwasser oder Jodwasserstoffsäure. S. 366. — Photometer mit oxalsauren Eisenoxyd- oder Uranoxydsalzen oder analogen Gemischen. S, 370. — Methoden, bei welchen das entweichende Kohlensäuregas gemessen wird. S. 370. — Gewichtsanalytische Bestimmung des zersetzten Eisensalzes. S. 377. — Bestimmung des durch die Lichtwirkung erlittenen Gewichtsverlustes S. 377. — Das Quecksilber-Oxalat-Photometer. S. 378. — Photometer mit Nitroprussidnatrium sowie Oxalsäure. S. 382. — Photometrie mittels photographischer Papiere. S. 383.
- — Exposition von gesilberten Papieren bis zur Erreichung einer Normalfärbung.
- S. 383. — Wissenschaftliche Begründung dieser Methode und ihre Anwendung für die Meteorologie des Lichtes. S. 384. — Büchsenphotonieter mit Einer Farbe zu photographischen Copirzweeken. S. 400. — Fehler des Büehsenphoto-rneters. S 402. — Büehsenphotometer mit mehreren Farbentonen. S. 402. — Scalenphotometer. S. 404 — Böhrenphotomotor. S, 410. — Combination der vorhergehenden Methoden. S 414. — Elektrische Photonieter. S. 417. — Das Radiometer. S. 424 — Das Phosphoreseenz- Photometer. S. 424. — Photometer zur Bestimmung der richtigen Exposition heim Copiren. S 427. — Sensitometer. Apparate zur Ermittelung der relativen Empfindlichkeit photographischer Präparate. S. 427. — Anwendung von Soaleuphotometern zur Sensitometrie. — Warnerke’s Sensitometer. 428. — Sensitometrie von photographischen Platten unter Benutzung eines Normalfarbentones. S. 433. — Claudet's und Janssen’s Sensitometer. S. 433. — Stolze's Sensitometer. S. 435. — Bestimmung der Expositionszeit in der Camera mittels Photometer. S. 435. — Photometrisehe Prüfung von Linsen auf ihre Lichtkraft. S. 445.
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- Inhalts -V erzeiehniss.
- VII
- Die Photographie bei künstlichem Licht.
- Zehntea Oapitel.
- Die Photographie bei künstlichem Licht. .
- Seite
- 451
- Verschiedene Helligkeit künstlicher Lichtquellen in optischer und photographischer Beziehung. S. 451, — Optische Helligkeit. S. 451. — Verschiedenheit zwischen optischer Heiligkeit und photographischer Wirksamkeit. Bestimmung des Beleuehtungswertkes. S. 452. — Vergleichung der chemischen Leuchtkraft oder photographischen Wirksamkeit verschiedener Lichtquellen. S. 456. — Das elektrische Lieht in der Photographie. S. 461. — Das elektrische Glühlieht. S. 465 — Das elektrische Bogenlieht. S. 464. — Geschichtliche Notizen über die Verwendung des elektrischen Lichtes in der Photographie. S. 467. — Porträt-Ateliers mit künstlichem Licht (Nacht-Ateliers). S. 468 — Anwendung des elektrischen Lichtes zum Copiren. S. 480. — Verwendung des elektrischen Bogenlichtes zur Mikrophotographie. S. 487. — Das Magnesiumlicht. S. 488. — Geschichtliches S. 489. — Chemische Leuchtkraft und photographische Wirksamkeit der verschiedenen Arten des Magnesiumlichtes. S. 491.
- — Bestimmung der Verbreunungsdauer von j\%gnesium-Blitzlicht. S. 492. — Beleuchtung mittels Magnesiumband. S 495. — Anwendung des Magnesiumlichtes zum Vergrössern von Negativen, sowie in der Mikrophotographie. S. 498.
- — Beseitigung des Bauches von brennendem Magnesium. S. 500. — Verbrennung von Magnesiumband in Sauerstoff. S. 501. — Magnesium-Blitzlicht mittels Verbrennen von reinem Magnesiumpulver in einer Flamme. S. 502. — Dureh-blasen von Magnesiumpulver durch eine Flamme mittels des Mundes. S. 502.
- — Magnesium blitzlampe. S. 503, — Durchblasen von reinem Magnesiumpulver durch eine Flamme. S. 503. — Eintragung des Magnesiumpulvers in eine Flamme von oben. S. 511. — Verbrennung von Magnesium mittels Sauerstoff. S. 512. — Magnesium-Blitzlicht mittels explosiver Mischungen. S. 512. — Mischungen von Magnesium mit Kaliumchlorat. S. 513. — Mischungen von Magnesiumpulver und Salpeter. S, 518. — Verschiedene andere Arten des Magnesium - Blitzlichtes. S. 518. — Porträt- und Gruppen-Äufnahmen. S. 519.
- — Interieur-Aufnahmen. S. 522. — Anwendung des Magnesium-Blitzlichtes zu verschiedenen wissenschaftlichen Zwecken. S. 523. — Verwendung des Magnesiumlichtes zum Copiren. S. 524. — Verwendung von Magnesiumlegirungen, Zink und Zinkäthyl zu künstlichem Lichte. S. 525, — Bengalisches Weissfeuer und Verwandtes. S. 526. — Verbrennen von Phosphor und Schwefel. S. 530.
- — Schwefelkohlenstoff'-Stickoxyd-Lieht und Verwandtes. S. 531. — Schwefelkohlenstoff-Licht. S. 531. — Chromchlorid-Licht. S. 533. — Aluminiumlieht. S. 534. — Oxy- Hydrogen -Kalklicht und Verwandtes. S. 534. — Kerzen-, Lampen- und Gaslicht. S. 543. — Kerzen, Petroleum, Gas etc. an der Luft verbrennend. S. 543. — Vergrösserungsapparat mit Petroleum-, Gas- oder Gas-glühlieht. S. 547. — Petroleum, Gas etc. in Sauerstoff verbrennend. S. 556. — Phosphoreseenz-Lieht. 557. — Allgemeines über phosphoreseirende Substanzen. S. 557. — Phosphorographien. S. 561. — Photographien mittels Phosphores-cenz- Lieht. S. 561.
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