Ausführliches Handbuch der Photographie
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- Ausführliches Handbuch
- der
- PHOTOGRAPHIE
- von
- Dr. Josef Maria Eder,
- k. k. Professor und Leiter der k. k. Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Keproduetions-verfahren in Wien, Docent an der k. k. technischen Hochschule in Wien, Mitglied der Kaiserlich Leopoldinisch-Carolinisch deutschen Akademie der Naturforscher, Ehrenmitglied der Association Beige de Photographie, des Vereins zur Förderung der Photographie in Berlin, des Photographischen Vereines in Berlin, in Wien, in Frankfurt a. M., der Photographie Society of Great Britain, des Photographie Club in London, der London and Provinzial Photographie Association , der deutschen Gesellschaft von Freunden der Photographie in Berlin, des Vereines photographischer Mitarbeiter in Wien, der Society of Amateur Photographers of New-York, dem Dansk Photographick Forening in Kopenhagen, Inhaber der Goldenen Medaille der Photographischen Gesellschaft in Wien, der Erzherzogin Maria Theresia - Medaille, des ersten Preises bei der Internationalen Photographischen
- Ausstellung in Wien etc.
- Mit etwa 1000 Holzschnitten und 6 Tafeln.
- Dritter Tlieil.
- Halle a. S.
- Druck und Verlag von Wilhelm Knapp,
- 1890.
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- Die
- Photographie mit Bronisilber-Gelatine
- und
- Chlor silber-Gelatine
- von
- Professor Dr. Josef Maria Eder,
- Leiter an der k. k. Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Keproductionsverfahren
- in Wien etc.
- Mit 206 Holzschnitten.
- 1' leite völlig umgearbeitete und vermehrte Auflage von des Verfassers „Theorie und Praxis der Photographie mit Bromsilber-Gelatine“.)
- Halle a. S.
- Druck und Verlag von Wilhelm Knapp.
- 1890.
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- Vorwort zur ersten Auflage.
- Das Verfahren mit Bromsilber-Emulsion ist schon seit dem Jahre 1864 bekannt, aber erst seit ungefähr zwei Jahren zu einer hohen, praktischen Bedeutung gekommen und zwar in solchem Masse, dass es die Alleinherrschaft des Collodion-Verfahrens erschütterte.
- Bis jetzt hat man die besten .Resultate mit Bromsilber und Gelatine erzielt; ja, nur in dieser Combination war das Emulsions-Verfahren siegreich durch gedrungen. Alle Weit beschäftigt sieh mit der neuen Methode, doch nicht Alle mit gleich günstigem Erfolge.
- Bevor man an die Ausübung eines neuen Verfahrens geht, soll man dessen Principien, sowie die Grenzen der Möglichkeit des Gelingens und Misslingens kennen. Die Angaben hierüber aber sind spärlich; es genügt eben nicht, ein nacktes Recept mitzutheilen. Das Bestreben in dieser Richtung zur Klärung der Theorie und zur Con-•'ülklirung der Praxis des Verfahrens mit ßromsil bei: - Emulsionen beizu-h'agen, gab Veranlassung zu meinen Untersuchungen. Dieselben wurden 'mm Theile schon früher in einer Reihe von einzelnen Abhandlungen verschiedenen Zeitschriften publieirt und liegen nunmehr, durch mehrere neue (japitel und mannigfache Zusätze vermehrt, als selbständiges Werk eben vor.
- Tn der nachfolgenden Darstellung wurden sowohl Oollodion- als *'claUne-Emulsionen berücksichtigt und ausser den Emulsionen mit Brom-Mber auch die mit Jod- und (Jhlorsilber ins Auge gefasst. Der Um--ünd. dass der Bromsilber-Gelatine der überwiegend grösste Raum zuumviesen wurde, bedarf wohl kaum einer Rechtfertigung. Die Brom-Muer-Gelatine repräsontirt nicht nur das beste Emulsions-Verfahren und d^s beste Trocken-Verfahren der Gegenwart, sondern bietet dadurch. '^dss dierbü das Bromsilber in wässerigen und nicht, wie bisher immer Geschah. in äther-alkoholischen Lösungen präparirt wird. Gelegenheit
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- Vorwort zur ersten Auflage.
- zur Beobachtung belangreicher theoretischer Thatsachen — Gründe genug, um. sich damit eingehend zu beschäftigen.
- Uebrigens sind für das Chlorsilber-Gelatine-Verfahren mit Knt-wickelung eingehende Untersuchungen, welche ich in Gemeinschaft mit Herrn Hauptman Pizzighelli an stellte, dem Abschlüsse nahe und ein. die Ohlorsilher-Gelatine speeiell behandelndes Werkehen, wird in Kürze im Anschluss an die vorliegende Monographie erscheinen.
- Die Eigenschaften der Gelatine-Emulsion werden in erster Linie durch den Darstellungsmodus des Bromsilbers bestimmt. Hierbei fallen anscheinend unbedeutende Nebenumstände mit einem früher kaum geahnten Einfluss ins Gewicht. Will man mit irgend einer Methode zur Erzeugung von photographischer Emulsion Erfolge erzielen, so muss man das allgemeine Verhalten des Bromsilbers, sowie der Gelatine kennen. Deshalb lege ich den Hauptwerth auf das eingehende Studium der beiden letzteren. Da die Angaben über diese Beaetionen naturgemäß nicht jenen Wandlungen unterworfen sein können, als jene über die Praxis der Photographie, so wird die Grundlage dieses Werkchens seihst dann noch für weitere Arbeiten eine sichere sein, wenn für die Praxis bessere Becepte, als die gegenwärtig beschriebenen, gefunden sein werden.
- Bei der Ausübung des Emulsions-Verfahrens stossen die Experimentatoren auf zahlreiche Schwierigkeiten, indem sie vergessen, dass dasselbe ebenso verschieden von dem alten nassen Collodion-Verfahren ist, als letzteres von der Daguerreotypie. Vieles, was beim nassen Collodion-Verfahren mit dem Silberbad in hohem Grade von Vortheil ist, erweist sich beim Emulsions-Verfahren und insbesondere beim Gelatine-Emulsions-Verfahren als ebenso nachtheilig. Deshalb ist das neue Verfahren für die Anfänger häufig leichter zu erlernen, als für manchen gewiegten Practiker der alten Methode, welcher das neue über den alten Leisten schlagen will.
- Trotz der eingehenden Behandlung meines Gegenstandes und der bis jetzt noch in keinem Handbuche der Photographie durchgeführten speeiollen Behandlung einzelner Capitel, wie Solarisation, Zurückgehen des Bildes, Fehler beim Emulsions-Verfahren, habe ich mich zumeist auf die knappe Anhäufung der Beobachtungen beschränkt. Deshalb sind auch die „Praetisehen Notizen“ ohne weitere Verbindung am Schlüsse aneinandergereiht. Einige Thatsachen und Bemerkungen habe ich nach erfolgtem Abschlüsse noch als Nachtrag angehängt, denn ich wurde aufmerksam gemacht, dass dieselben in der Praxis mehr Werth haben dürften, als ich ursprünglich meinte: ich entschied mich also für den Nachtrag, auf die Gefahr hin, mich dem Vorwurfe der Zerreissung de!5 zusammen geh örigen Materials auszusetzen.
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- Vorwort zur ersten Auflage.
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- Bei der Discussion einzelner Fälle beschränkte ich mich nur auf die wichtigsten Umstände, sonst wäre aus dem schlanken Büchlein ein dickbäuchiges Buch geworden. Ich denke, es wird in der gegenwärtigen Bestalt seine Dienste besser leisten und auch literarisch öfter benutzt, als genannt werden.
- Schliesslich drücke ich jenen Herren, welche mir bei meiner Arbeit behilflich waren, meinen Dank aus und zwar namentlich Herrn Begierungs-ralli Dr. E. Hornig, Hauptmann Töth und Hauptmann Pizzighelli für die Zuvorkommenheit, mit der sie sowohl meine Experimente, als die Publication derselben unterstützten.
- Wien, December 1880.
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- Vorwort zur zweiten Auflage.
- Als der englische Arzt Dr Maddox im Jahre 1871 zuerst das Bromsilber in Gelatine emulsionirte, ahnte Niemand, dass damit die Photographie revolutionirt würde. Jahre vergingen, bevor man an die practische Ausnützung des neuen Verfahrens dachte. Es bedurfte keiner geringeren Person als des Papstes Leo XIII1), um das neue Verfahren zur Kenntniss weiter Kreise zu bringen, dadurch, dass er 1877 sieh auf ßromsilber- Gelatineplatten photographiren liess.
- Noch vor wenigen Jahren galt es als Ideal eines trockenen Verfahrens, die Empfindlichkeit des nassen zu erreichen. Der im Jahre 18*12 von der Marseiller Photographischen Gesellschaft ausgesetzte Preis von 500 Francs für ein Trocken-Verfahren, welches gestattete im vollen Sonnenschein ein Bild einer Strasse in Bewegung zu erhalten, zeigt, wie schwierig eine Leistung gehalten wurde, welche nunmehr leicht erscheint.
- In der Art und Weise, wie man Bromsilber-Gelatine erzeugt, wurden grosso Fortschritte gemacht. Im Jahre 1878 brauchte man zur Herstellung einer empfindlichen Emulsion sieben Tage; heute ist man in einer Viertelstunde damit fertig. Früher war das Arbeiten damit, selbst für Photographen, preeär; gegenwärtig ist es nichts Seltenes, dass dt-Photographirens gänzlich unkundige Personen ans fernen Ländern rf' hingime Bilder mitbringen.
- Bromsilber-Gelatine und damit überzogene Platten bekommt man überall zu kaufen. Es mögen jetzt schon mehr Fabrikanten davon W’1 banden sein, als es Gollodion-Erzeuger gegeben hat. Aber je tnt^' sich die Industrie dieses Zweiges der Photographie bemächtigt. mehr beginnt die Geheimnisskrämerei Platz zu greifen. Es wird hm Anfänger recht schwer fallen, sieh über gewisse Handgriffe und ^01 richtungen durch Anschauung informiren zu können.
- 1) In der 2. Auflage stand in Folge eines Druckfehlers „Pius IX."
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- Vorwort zur zweiten Auflage.
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- Gerade auf diese beiden Punkte ist in der zweiten Auflage grosses Gewicht gelegt. Viele Einrichtungen und Manipulationen, welche unmittelbar der Praxis entnommen wurden, sind durch Wort und Bild bis ins kleinste Detail erörtert, manche bis jetzt nicht veröffentlichte Erfahrung mitgetheilt und einfachere, absolut sichere Methoden beschrieben, welche die Feuerprobe der Praxis bestanden haben.
- Dadurch, dass alle bemerkenswerthen Versuche, gelungene und nicht o'elungene, in diesem Werke verzeichnet sind, unterscheidet es sich von ähnlichen. „Man muss aber die Grenzen und Lücken einer Kunst und Wissenschaft kennen, wenn man etwas erfinden will, sonst verfällt man leicht auf alte Erfindungen . . — sagt mit Becht 0. P. Flögel in
- seiner „Einleitung in die Erfindungskunst“ schon 1760.
- Die erste Aufnahme dieses Werkes hatte eine freundliche Aufnahme gefunden. Eine englische Ausgabe unter dem Titel: „Modern dry plates or emulsion photography“. London 1881, welche durch Capt. Baden-Pritehard veranlasst wurde, ist nahezu vergriffen, und eine französische durch die Association Beige de Photographie in Vorbereitung.
- Der Verfasser fühlt sich dadurch ermuthigt und glaubt den rechten Weg in der Behandlung des Stoffes eingeschlagen zu haben.
- Wien, August 1882.
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- Vorwort zur dritten Auflage.
- JNacli kaum zwei Jahren war die 2. Aul läge dieses 'Werkes vergriffen. Mittlerweile war ausser der englischen auch die französische Ausgabe desselben unter dem Titel „Theorie et pratique du proc-ede au gelatino-bromure d’argent“ (übersetzt von deu Herren H. Oolard und 0. Oampo) Paris 1883 erschienen und durch mannigfache Zusätze erweitert worden.
- Mein Buch über Bromsilber-Gelatine-Emulsion mag wohl guten Theils die wohlwollende Aufnahme der eingehenden Behandlung aller nebensächlichen, scheinbar für die Praxis unwichtigen Beobachtungen verdanken; denn gar oft ist eine unansehnliche Notiz der Krystallisations-punkt namhafter Fortschritte gewesen. Dies ist häutig zugetroffen und wer wagt heute bestimmt vorauszusagen, an welcher Stelle der Fortschritt anknüpft?
- Deshalb habe ich mein Werk auf derselben Basis weiter ausgebaut, manehe Angabe rectificirt, viele Neuerungen eingefügt und namentlich den practischen Theil völlig umgearbeit, da meine eigenen Erfahrungen nicht unbeträchtlich gewachsen sind und ich hier die Kesultate fortgesetzten Experimentirens niederlege.
- Zur Erleichterung der practischen Ausführung habe ich mich bemüht eine Zweitheilung in die „wissenschaflichen Grundlagenu und die „Praxis“ des Verfahrens durchzuführen; ich richte aber die dringende Bitte an diejenigen, welche den Process ausüben wollen, die erste Abtheilung nicht zu überschlagen, da auch sie unter Umständen eine Fundgrube für den Practiker ist.
- Das Verfahren mit Chlorsilber-Gelatine, welches in Folge dei Arbeiten des Verfassers und Hauptmanns Pizzigbelli von Wien aufging, hat zahlreiche Anhänger, namentlich in England gefunden und wird sogar als „das Copirverfahren der Zukunft“ bezeichnet; es wurde demgemäss diesem Buche angeschlossen.
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- Vorwort zur dritten Auflage.
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- Die Aufnahme der „Theorie und Praxis der Photographie mit Broinsilber-Gelatine" als ein Band meines „Ausführlichen Handbuches der Photographie“ kommt dem Ziele dieses meines Hauptwerkes zu (Pite. nämlich der Schaffung eines fundamentalen Handbuches dieser Wissenschaft.
- Pie reiche und schöne Ausstattung des Werkes, die Menge der instruetiven Illustrationen, ermöglichte die Munificenz des Herrn Verlegers, welcher kein Opfer scheute, das von ihm ins Leben gerufene Unternehmen so glänzend durchzuführen.
- Wien, April 1885.
- Per Verfasser.
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- Vorwort zur vierten Auflage.
- Do wohl in der Fabrikation der Trocken platten als auch in den darauf folgenden photographischen Manipulationen haben zahlreiche, unleugbare Verbesserungen Platz gegriffen. An Stelle des Ueberziehens von Glasplatten mit Emulsion aus freier Hand, sind in den grossen Fabriken Giessmasehinen getreten, deren Productivität derartig gesteigert ist, dass man mehrere tausend Platten täglich überziehen kann, welche von tadelloserer Gleichmässigkeit sind, als es durch Handarbeit möglich ist. In dein vorliegenden Werke sind zum ersten Male derartige nach verschiedenen Systemen hergestellte Giessmaschinen eingehend beschrieben und zwar solche Maschinen, welche thatsächlich in der Praxis verwendet werden. Der Absatz an Trockenplatten ist ein so bedeutender geworden, dass sowohl in England, Amerika, Frankreich, Belgien und nicht minder in Deutschland sowie in Oesterreich derartige Maschinen im Gange sind.
- G leichzeitig wurden auch die Entwickeln!]gs-, Fixirungsvorsch riften etc. wesentlich vereinfacht, und sind, auch in der Hand dos Anfängers, sicher und leichter ausführbar geworden. Während der Verfasser in der ersten Auflage seines Buches nur den Eisenoxalat-Entwickler als leicht und bequem zu handhabenden Entwickler empfehlen konnte, ist mittlerweile der Pyrogallol-Entwickler allgemein brauchbar gemacht worden und neuerdings sind Hydrochinon-, Eikonogen- und andere neue ausgezeichnete Entwicklersubstanzen hinzugekommen.
- In den letzten Jahren hat auch das Gelatine - Emulsionsverfaliren im positiven Oopirprocess auf Papier häufig Anwendung gefunden und wurde, ebenso wie das Negativpapier, im vorliegenden Werke, der ehöbten Bedeutung entsprechend, besonders berücksichtigt, sowie der orthochromatischen Photographie ein grösserer Baum zugewiesen. Die für die photographische Praxis dienenden Arbeitsvorschriften wurden nach dem vom Verfasser gesammelten Erfahrungen sorgfältig revidirt und nichts verschwiegen, was mitunter bei "Werken, welche auf Geschäftsinteressen Einzelner Rücksicht nehmen, der Fall ist.
- Wien, im August 1889.
- Der Verfasser.
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- Inhalts Verzeichnis s.
- Erster Abschnitt.
- Seit«
- Die wissenschaftliche Grundlage der Photographie mit Gelatine-
- Emu 1 sionoh .................... . .................... , . . 1
- Erstes Capitel.
- Geschichte . ........................................... 3
- Zweites Capitel.
- Die Eigenschaften und Zusammensetzung der Silber- und Haioid-
- Verbindungen und des Ammoniaks................................. 7
- Wechselseitige Zersetzung von Halogenen und deren Salzen. S. 7. — Eigenschaften der wichtigsten Silberverbindungen. S. 8. — Silbernitrat. S. 8. —-Silberoxyd-Ammoniak. S. 8. — Kohlensaures Silberoxyd. S. 9. — Kohlensaures Silberoxyd-Ammoniak. S. 9. — Essigsaures, eitronensaures, chromsaures Silberoxyd. S. 9. — Eluorsilber. S. 11. — Bromsilber. S. 11. — Chlorsilber. S. 16. — Jodsilber. S. 17. — Chlor- und Fluorsalze. S. 17. — Ammoniak. S. 19.
- Drittes Capitel.
- Die Eigenschaften und Wahl der Gelatinesorten . . . . . . . 21
- Einfluss und Wahl der Sorte der Gelatine für die Herstellung von Emulsionen. S. 21. — Reinigung der Gelatine. S. 24. — Veränderung der Gelage in der Emulsion. S. 25. — Schmelz- und Erstarrungspunkt. S. 25. --Veränderung der Gelatine beim Erwärmen und Faulen. S. 26. — Verlauf 'ler Fäulniss. S. 27. — Einfluss von Zersetzungsprodueten der Gelatine auf die Eigenschaften der Emulsion. S. 28.
- Viertes Capitel.
- Eeher die Bildungsweise von Gelatine-Emulsion.......................
- V erhält-niss von löslichem Bromid zu Silbernitrat. S. 30, — Misehungsverhält-ülsse bei Bromsilbergelatine. S, 30. — Ueber die Anwesenheit von gelöstem Eromsilber in der Emulsion. S. 31. — Verschiedene Modificationen des Brom-
- 30
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- Inhaltsverzeiehniss.
- XIV
- Seite
- silbers in photographischer Emulsion. S. 32. — Bildung von Jodsilber-Emulsion. S. 34. — Bildung von Chlorsilber-Emulsion. S 34,
- Fünftes Capitel.
- Uebersehüs8iges Silbernitrat und andere Siibersalze in der 6 e-
- latine-Emulsion . . . ......................... . 35
- Sechstes Capitol.
- Ueber das Reifen der Bromsilber-Gelatine...........................37
- Reifen in der Kälte. S. 37. — Reifen flüssiger Emulsion und von Gallerte.
- S. 38; — während des Erstarrens S. 38; — in der Wärme S. 39. — Digerireu
- von ungewaschener Emulsion. S. 89. — Reifert der gewaschenen Emulsion in der Wärme. S. 42. •— Einfluss der Coneentration der Flüssigkeiten auf die Empfindlichkeit der Emulsion. S. 42. — Wirkung des Ammoniaks auf das Reifen,
- S. 43. — Kohlensaures Ammoniak. S. 43. — Wirkung von Ammoniak und kohlensaurem Ammoniak auf Bromsilber im Entstehungszustande. S. 46, —• Ammoniak in der gewaschenen Emulsion. S. 46. — Räuchern und Baden der Platten mit Ammoniak. Vorkommen von Bromsilber in verschiedenen Reifestadien in derselben Emulsion. S. 48. — Zusammenhang der Farbe der Emulsion mit der Empfindlichkeit. S. 49.
- Siebentes Capitel,
- Schleier in der Emulsion........................................ 51
- Ueber den Schleier von Gelatine-Emulsionen. S. 52. . Chemischer Schleier.
- S. 52. — Zerstörung des Schleiers. S. 55.
- Achtes Capitel.
- Wirkung von Zusätzen fremder Substanzen für BromsiIbergelatine 56 Zusätze zur Emulsion während der Emulsifieation und Darstellung. S. 5,6. — Zusätze zur fertigen Emulsion nach dem Waschen. S. 61.
- Neuntes Capitel.
- Zusatz von Jod- und Chlorsilber zur Bromsilber-G ela-tine .... öl Mischung fertiger Jodsilber- und Bromsilber-Gelatine. S. 74. — Jodbrom-Emulsion. S. 76. — Wie soll man das Jodsalz zusetzen? S. 78. — Erklärung der Wirkung des Jodsilbers. S. 79. — Chlorbrom-Emulsionen. S. 80.
- Chlorjod-Emulsionen. S. 81. — Cyan- und Fluorsilber. S. 81,
- Zehntes Capitel.
- Wirkung des Lichtes auf Brom-, Chlor- und J'odsilber-Gelatine, sowohl ohne als auch mit Hervorrufung. — Unlöslichwerden
- der Schicht im Lichte.............................................^
- Färbung ohne Hervorrufung S. 84; mit Hervorrufung S. 85. — Gelatine als Sensibilisator. S. 85. — Einfluss des Wassergehaltes der Bromsilber-Gelatine.
- S. 86. — Hervorrufung, Zerstörung und freiwilliges Zuriiekgehen des latenten Lichtbildes, S. 87. — Die Solarisation, deren Ursachen und Verwerthnng.
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- In ha-i tsvcL'zei chiffss
- Seit«
- des Bildes. S. 90. — Mitwirkung der Elektrie-ität bei der Entstehung des Lichtbildes durch Entwickelung. S. 92. — Einfluss des mechanischen Druckes.
- S. 94. — Yorhelichtung. S. 95, — Mikroseopische Beobachtungen über das Korn, die Verziehung und Striehverengung bei Bromsilber-Grelatiueplatten. g. 88. — Einfluss der Temperatur auf das Entstehen und die Entwickelung S. 95. — Eignung der Gelatineplatteri zu genauen Messungen. S. 97. — Unlöslichwerden von Gelatine-Emulsionen durch Lichtwirkung. S. 100; — durch Hervorrufung des Bildes. S. 100. — Verwendung von Bromsilbor-Gelatine zu Druckplatten für Lichtdruck und Heliogravüre, 8. J03.
- Elftes Capitel.
- Die Prineipien der En twi eke 1 ung von Brom si 1 ber-GelatinepS atten 106 Eisenoxalat-Entwiekler. S. 106. — Oxalat-Citrat-Entwickler. S. 112. — Verzögerer, Beschleuniger und andere Zusätze zum Oxalat-Entwickler. 8. 112.
- — Alkalischer Pyro - Entwickler. S, 118. — Herstellung einer haltbaren Pyro-Lösimg. S. 113. — Mischungen von Pyro mit Alkalien. S. 114. — Kaliuin-metabisulfit. S. 117. — Zusätze zum Pyro - Entwickler. S. 120. •— Hydro-schwefligsa-ures Natron. S. 124. — Hydrochinon. S. 124. — Pyroeateehin.
- S. 128. — Paraphenylendiamin. S. 129. — Hydroxylamin. 8. 130. — Häma-toxylin, Phenylhydrazin, verschiedene Eisensalze. S. 132. — Saure Gyroeder Eisenvitriollösung gemischt mit Silber nitrat als Entwickler. S. 135.
- Zwölftes Capitel.
- Prüfung der Platten auf Gradation und Empfindlichkeit .... 136
- Prüfung der Gelatineplatten im Allgemeinen. 8. 136 — Sensitometrie S. 137,
- — Einfluss verschiedener Lichtquellen auf die relative Empfindlichkeit der Emulsionen. S. 140. — Bestimmung der Gradation. S. 143. — Mischen mehrerer Emulsionen von verschiedener Empfindlichkeit und Intensität. S. 144.
- Dreizehntes Capitel.
- Ueber die Wirkung des Sonnenspeclrums auf verschiedene Emulsionen und der Einfluss von Farbstoffen und anderen Zusätzen auf die Farbenempfindl i ehkoit von Gelatineplatten . . . . . 147
- V irkurig des Sonnenspectrums auf Brom - und Chlorsilber • Gelatine ohne Entwickelung, S. 148. — Wirkung des Snectnrms auf Bromsilbor mit Entwickelung S. 148; — auf Jodsilber. 8 152; — auf Ohlorsilber. S. 153. — Wirkung Farbstoffen als optische Sensibilisatoren. S. 154. — Einfluss ungefärbter Substanzen auf die Farbcnem pfindliebk eit. S. 176. — Chemische Beschaffenheit des Bromsilbers, welches mit Farbstoffen und Gelatine gemischt- ist. 8. 177.
- Beziehungen zwischen Absorption und sensibilisirender Wirkung. 8. 178.
- ~ Anormale Dispersion. S. 179. — Beziehungen zwischen den chemischen und physikalischen Eigenschaften der Substanzen zu ihrer Liehtempfindliehkeit.
- 8- 183. — Allgemeines über orthochromatische Platten. S. 186.
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- XVI
- Inhaltsverzeiehniss.
- Zweiter Abschnitt.
- Seite
- Die Praxis der Photographie mit Gelatine-Emulsionen 187
- Vierzehntes Capitel.
- Die Dunkelkammer ...........................................189
- Dunkelkammer zur Herstellung von Emulsionen und von Platten. S. 189. — Dunkelkammer-Lampen. S. 191. — Dunkelkammer zur Entwickelung der Platten. S. 194. — Ventilation der Dunkelkammer S. 196.
- Fünfzehntes Capitel.
- Wahl der Glasplatten, Peinigen und Vorpräparii en dersel ben . . 199
- Die gebräuchlichen Dimensionen der Glasplatten; Normalmasse. S. 199. — Reinigen der Glasplatten. S. 201. — Vorpräpariren der Glasplatten. S. 201.
- Sechzehntes Capitel.
- Geber das Mischen der Emulsion.................. . 201
- Siebzehntes Capitel.
- Herstellung von Bromsilber-Gelatine-Emulsion............ 208
- Methode mit Silberoxydammoniak von gewöhnlicher Empfindlichkeit. S. 208. — Einfluss des Erstarrens der Emulsion. S. 210. — Rapide Platten mittelst Silberoxydammoniak. S. 211. — Einfluss verschiedener Aenderungen auf den Process mit Silberoxydammoniak. S. 211. — Methode mit eitronensaurem Silberoxydammoniak. S. 214. — Saure Siedemethode. S. 215. — Modificationen der Siedemethode. S. 219. — Kalte Emulsification. S. 220. — Henderson-Emulsion, S.221. — Monckhoven-Emulsion. S. 222. — Obernetter-Emulsion. S. 228. — Separates Waschen und Fällen des Bromsilbers vor dem Emulsi-fieiren. S. 222. — Plener’s Centrifugalapparat. S. 223.
- Achtzehntes Capitel.
- Das Zerkleinern und Waschen der Gelatine-Emulsion................
- Das Zerkleinern der Emulsion. S. 226. — Waschen mit Wasser, S. 227. — Waschen mit Alkohol. S 229. — Prüfung der Emulsion, ob sie genügend gewaschen ist. S. 230.
- Neunzehntes Capitel.
- Aufbewahren gallertartiger Bromsilber-Gelatine und Herstellung
- von trockener Emulsion........... ....................... . -
- Conservirung gallertartiger Emulsion. S. 231. — Herstellung der trockenen Emulsion. S. 232. — Veränderung der Emulsion durch Behandeln mit Alkohol. S. 232.
- Zwanzigstes Capitel.
- Die Herstellung der gussfertigen Emulsion . ...............
- Sammeln der Emulsion. S. 234 — Schmelzen. S. 235. — Vermischen mit Zusätzen und Nachreifen derselben. S. 237. — Filtriren. S, 239,
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- Inhaltsverzeichniss.
- XVII
- Einundzwanzig st es Capitel. Seite
- Ueberzüehen der Glasplatten mit der Bromsilber-Gelatine .... 248
- Giessen mit der Hand. S. 242. — Nothiges Quantum von Emulsion für eine gegebene Plattengrösse. S. 244. — Giessmasehinen. S. 248.
- Zweiundzwanzigstes Capitel.
- Trocknen der Platten............................................264
- Freiwilliges Trocknen an der Luft. S. 264. — Trocknen in Trockensehränken,
- S. 267. — Trocknen mit Alkohol und anderen wasserentziehenden Mitteln.
- S. 269.
- Dreiundzwanzigstes Capitel.
- Schneiden, Verpacken und Aufbewahren der Bromsilber-Gelatine-
- platten ...... ............................................. 270
- Verpaekungsweiso S. 271. — Zuschneiden der Glasplatten. S. 275. — Dauer der Haltbarkeit der Platten. S. 277.
- Vierundzwanzigstes Capitel.
- Exposition der Bromsilber-Gelatineplatten . .............278
- Fünfundzwanzigstes Capitel.
- Las Entwickeln der Bromsilber-Gelatineplatten.......................282
- Allgemeine Bemerkungen, S. 282. — Entwickeln in Tassen. S. 282. — Anwendung von Mensuren und Tropfgläsern. S. 284. — Plattenheber. S. 284. — Sanduhr. S. 287. — Beurtheilung, ob das Negativ genügend entwickelt ist.
- S. 287. — Abspülen der entwickelten Platte und weitere Behandlung vor dem Fixiren. S. 287. — Die Entwickelung mit Eisenoxalat. S. 289. — Entwickelung von Platten, deren Exposition unbekannt ist. S. 291. — Einfluss von Verdünnung und grösserer Coneentration des Oxalat-Entwicklers. S. 291. —
- Alter Oxalat-Entwickler S 291. — Der Pyrogallol - Entwickler. S. 292. —
- Der gewöhnliche Soda-Entwickler. S. 294. — Pottaschen-Entwickler. S. 296.
- — Combinirter Soda-und Pottaschen-Entwickler. S. 298. — Ammoniakalische Pyro - Sulfit - Entwickler. S. 299. — Glycerin-Entwickler. S. 300. — Fertig gemischte Entwickler S. 301. — Hydrochinon-Entwickler mit Soda. S. 302;
- ~ mir Poitasrhe. S. 303. Eikonogen - Entwickler. S. 304.
- Sechsundzwanzigstes Capitel.
- Fixiren........................................................307
- Ihe Fixirbäder, S. 307. — Das gewöhnliche Fixirbad. S 308. — Das saure P ixirbad S, 308. — Gemischte Fixirnatron- und Alaunbäder. S. 311. — ßhodanammoninm und Cyankalium als Fixirmittei. S. 311. — Waschen der fixirten Platten mit Wasser und Entfernung der letzten Spuren von Fixirnatron. S. 312.
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- XVIII
- Iiih.altsverzeieh.niss.
- Siebenundzwanziestes Capitel,
- »eite
- Das Verstärken der Gelatine-Negative ................................3J8
- Die Quecksilber-Verstärkung. S. 318. — Verstärken mit Quecksilberchlorid und schwefligsaurem Natron. S. 318; — mit Quecksilberchlorid und Ammoniak. S. 319; — mit Quecksilber-Cyan-Losung. S. 320; — mit Queek-silberjodid. S. 321. — Silberverstärkung. S. 322. — Pyrogallns- Silberver-stärkung. S. 322. — Gallus - Silberverstärkung. S. 323. — Uranverstärkung.
- S. 323. — Ändere VerStärkungsmittel. S. 323. — Nachverstärken von Gelatine-Negativen , welche schon einmal verstärkt waren. S. 324. — Wiederverstärken verblichener mit Quecksilber verstärkter Negative. S. 324. —- Locales Verstärken. S. 325.
- Ach tun dz wanzigstes Capitel.
- Abschwächen zu kräftiger Negative und Farbenänderung von Negativen, welche mit Pyro hervorgerufen wurden......................... 326
- Abschwächen mit rothem Blutlaugensalz. S. 326; — mit oxalsaurem Eisenoxyd.
- S. 327; — mit Cyankalium, Kupferehiorid, Eisenchlorid. 328. •— Partielles Ab-schwächen. S. 330. — Umwandlung der geiblichen Färbung der mit Pyro entwickelten Platten in eine bräunliche oder grausehwarze Färbung. S. 331.
- — Aenderung der Farbe durch Elisensalze. S. 331. — Farbenänderung der mit Pyro entwickelten Platten und gleichzeitige Absehwäehung der Negative.
- S, 331.
- Neunundzwanzigst.es Capitel.
- Das Firnissen und Retouehireu der fertigen Gelatine-Negative
- und das A bIaekire«derselben, . . , . . . . ..........333
- Das Laekiren oder Firnissen. S. 333. —- Das Ketouehiren. S. 335. — Aufbewahren der Gelatine-Matrizen. 8. 330. — Ah!;i.ekiren von Gelatineplatten
- 8. 336.
- Dreissigstes Capitel.
- Darstellung orthochromatischer Platten . . . . . , . . , . . 331
- Darstellung orthochromatischer Platten. 337. — Färbung der flüssigen Emulsion. S. 338; — Baden der Trockonplatten. S. 339. — Erythrosin - und Erythrosinsilberplatten. S. 339. — Arbeiten mit orfhochromatischon Platten. S. 341.
- Einunddreissigstes Capitel.
- Das Abziehen der Negative \ oin Gia.se und die Herstellung von
- Negativfolien ohne Glas von Negativpapier ...................344
- Das Abziehen der Negative vom Glase. S. 344. — Herstellung empfindlicher Bromsilber -Gelatinehiiutehen ohne Glasnntcrlage. S. 347. — Bromsilberfolien mit durchsichtiger Unterlage. S. 348. — Vergara fl lins. S. 349. — Celluloid-platten. 8. 350. — Negativpapier mit nicht abziehbarer Schicht. 8. 351. — Rolleassetten. S. 352. — Negativpapier und Carton mit abziehbarer Schicht.
- S. 357.
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- Inhaltsverzeichnis.
- rxx
- Zweiunddreissigstes Capitel. geite
- p,romsilber-Gelati.nepapier zum Copiren und Yergrössern .... 361
- Darstellung von Bromsilber - Gelatinepapier. S. 362. — Copiren und Entwickeln von Bromsilber - Gelatinepapier. S. 365. — Tonbäder für Bromsilberpapier mit Gold, Platin und Bromsalzen. S. 369. — Copiren im Exponir-Automaten.
- S. 371. — Vergrösserungen auf Bromsilber-Gelatinepapier. S. 374.
- D r e i u. n d d r e i s s igstes Capitel.
- Darstellung von Diapositiven sowie von verkehrten Negativen für
- Lichtdruck .....................................................382
- Camera für Diapositive. S. 382. — Duplicat-Negative. S. 384. — Umgekehrte Duplicat-Negative für den Lichtdruck. S. 385. — Vergrössernng von Negativen S. 388.
- Vierunddreiss igstes Capitel.
- Alkoholische Lösung von Gelatine-Emulsion..................... 390
- Oollodion-Gelatine-Emulsion. 390.
- I)riSter AbschniSt.
- Fünf un ddr eis s igstes Capitel.
- Die Photographie mit Chlorsilber-Gel atine..................................393
- Darstellung von Chlorsilber-Gelatine. S. 396. — Saure Emulsion. S. 396. — Ammoniakalische Emulsion. S. 397. — Ueberziehen der Platten mit Chlorsilber-Gelatine. S. 397. — Copiren der Chlorsilberplatten. S. 398. — Entwickeln. S. 398. — Eisencitrat-Entwickler. S. 398. — Oxalat-Entwickler.
- S. 398. Oxalat-Citrat-Entwickler. S. 401. — Eisencitrat mit Gallussäure.
- S. 401. — Hydrochinon. S. 402. — Fixiren. S. 403. — .Färben der Bilder im Goldbade nach dem Fixiren. S. 405; — nach dem Fixiren. S. 406. — Gemischtes Ton- und Fixirbad. S. 406. — Herstellung von Diapositiven, Fensterbiidern, Seipiotieon- und Laternenbiidern auf Chlorsilber-Gelatine.
- S. 406. — Vollendung der Glasdiapositive zu Fensterbildern, Stereoseop-bildern etc. S. 407. — Positive Copien auf Chlorsilber-Gelatinepapier. S. 408.
- ~~ Entwickeln der Papierbiider. S. 410. — Färben und Fixiren der Papierbilder. S. 412.
- Seehsunddreissigstes Capitel.
- ' blorbrom-Geiatino. für Diapostive und Papier......... 414
- Siebenunddreissigstes Capitel.
- Li
- e 1Rte 11 ung von (Jopien und Diapositiven auf Ohlorsilber-Gelatine "der Ohl orei trat-Gel atine etc. ohne Hervorrufung .
- Aristopapier. S. 422. — Obernetter’s Emulsionspapier. S. 429.
- 418
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- XX
- Inhaltsverzeichnis.
- Vierter Abschnitt. Seite
- Acht und dreissigstes, Capitel.
- Fehler beim Bromsilber-Gelatine-Verfahren. . . ...... 433
- Neununddreissigstes Capitel.
- Anhang...................................................455
- Zusammensetzung der Bromsilberrückstände aus alten Gelatine-Emulsionen. S. 454. — Gewinnung des Silbers aus verdorbenen Emulsionen. S. 456; — •aus dünnen Emulsions-Waschwässern. S. 457; — aus Fixirbädern. S. 457. — Regeneration des alten unbrauchbar gewordenen Eisenoxalat-Entwicklers. S. 458. — Herstellung von Copien von Gelatine-Matrizen. S. 460. — Ueber-tragung von Schrift auf CeJatine-Negative. S. 460. — Herstellung von Momentphotographien. S. 460.
- Nachtrag........................................................................
- K'attentidt’s Giessmasehine für Emulsionen. 461.
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- Erster Abschnitt.
- Die wissenschaftliche Grundlage der Photographie mit Gelatine-Emulsionen.
- Eder,
- Handbuch der Photographie. III. Theil. 4. Aufl.
- 1
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- ERSTES CAPITEL.
- GESCHICHTE.
- Die Verwendung von Leim als Bindemittel für die Silbersalze im Negativprocess veröffentlichte Poitevin schon im Jahre 1850. Er legte in diesem Jahre der Pariser Aeademie die Beschreibung eines Verfahrens vor, welches darin bestand, dass Gelatine mit Jodkalium versetzt und dann im Silberbade sensibilisirt wurde. Am 30. Juni 1851 legte er eine Verbesserung dieses Processes vor, durch welche (unter Benutzung von Gallussäure) nunmehr Porträte in 1 — l1^ Minuten erhalten werden konnten1). Hadow beschrieb im Journ. of the Photographie Society im Mai 1854 ein ganz ähnliches Verfahren, bediente sich aber des Eisenvitriols zur Entwickelung (vergl. die Geschichte dieses Processes Th eil II dieses Werkes, Heft 7, S. 96).
- Die erste Emulsion von Silbersalzen in Gelatine erwähnte Gaudin.
- Gaudin hatte bereits in seiner ersten Notiz über die Collodion-Emulsion am 20. August 1853 angeführt, dass er analoge Versuche mit Albumin und Gelatine angestellt habe2). Im Jahre 1861 beschrieb er sein Verfahren näher; er stellte eine Jodsilber-Emulsion mit überschüs-&1bem Silbernitrat her, welche er mit Tannin oder Tannin und Gallus-säure entwickelte3). Am 8. September 1871 richtete B. L. Maddox die erste Notiz über die Darstellung von Bromsilber-Gelatine-Emulsion an das British Journal of Photograph}7 und händigte gleichzeitig dem Ileraus-geber dieses Journals, Herrn Taylor, einige Negative (Landschaften, Ansichten etc.) ein4), welche nach dem neuen Vorfahren hergestellt waren.
- D La lumifcre. 1851. Bd. I. S. 89.
- ^ Gaudin sagt: J’ai fait des essais analogues avee lalbumine et la gelatine.
- Humbert de Molard: „m’a dit avoir eu des resultats avee l’albumine."
- 3) La hindere. 1861. S. 21 und 25.
- 1) Br. Journ. of Phot. 1871. Bd. 18, S. 422; auch Phot. Corresp. 1874. Bd. 11, keite 124.
- 1*
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- 4
- Dritter Theil. Erstes Capitel.
- King gab am 14. November 1873 D eine nähere Beschreibung des Gelatine-Emulsionsprocesses und führte das Auswaschen der löslichen Salze aus der Gelatine-Emulsion ein. Tn derselben Nummer der Zeitschrift empfahl Johnston das lösliche Bromid im Ueberschusse anzu-wenden* 2). Dieser Punkt wurde später als hochwichtig anerkannt und wurde als Pegel bei der Herstellung von Gelatine-Emulsion in der Folge, festgehalten.
- Durch Burgess wurde die erste Gelatine-Emulsion im Juli 1873 in den Handel gebracht; sie war im British Journal of Photograph? vom 25. Juli 1873 annoncirt, Die Formel zu seiner Emulsion wurde damals nicht bekannt gegeben. Ihm gebührt aber das Verdienst, der Erste gewesen zu sein, welcher wirklich Gelatine-Emulsion in einer entsprechenden Qualität herstellte.
- Kennet brachte 1874 zuerst die gewaschene Gelatine-Emulsion in die Form von trockenen Blättern und setzte sie auch so in den Handel. Er beschrieb seinen Process im British Journal of Photograph}- vom 23. April 18743).
- Wratten und Wainwrigt beschrieben 1877 zuerst im Year-Book of Photograph}7 für 18784) das Durchpressen der Emulsion durch ein weitmaschiges Gewebe im Wasser, weil die entstehenden Nudeln sich leicht auswaschen.
- Einen grossen Fortschritt in der Darstellung sehr empfindlicher Gelatine-Emulsionen machte Bennett, als er am 29. März 1878 die wichtige Beobachtung mittheilte, dass eine Emulsion durch eine andauernde Digestion bei 32 Grad C. an Empfindlichkeit bedeutend gewinnt5).
- Von "Wichtigkeit war das Eingreifen van Monek ho von’s in das Studium des neuen Processes im August 18796). Er wies darauf hin. dass die Steigerung der Empfindlichkeit der Bromsilber-Emulsion bei andauernder Digestion mit einer molecularen Aenderung verknüpft sei. Er führte bei dieser Gelegenheit die früheren Angaben von Stas (1871) über die verschiedenen Modifikationen des Bromsilbers an und machte die belangreiche Entdeckung, dass die Umwandlung des Bromsilbers in die empfindliche „grüne‘! Modifikation durch Ammoniak wesentlich be-
- ll Br. Journ. of Phot. 1873. Bd. 20, S. 542; auch Phot. Corresp. 1874. Bd. H-S. 125; später ausführlicher Br. Journ. of Phot. 1874. Bd. 21, S. 294.
- 2) Br. Journ. of Phot. 1873. Bd. 20, S. 544; auch Phot. Corresp. 1874. Bd- ^ Seite 126.
- 3) Br. Journ. of Phot. 1874. Bd. 21, S. 291.
- 4) Year-Book of Phot. 1878. S. 108.
- 5) Br. Journ, of Phot. 1878. Bd. 25, S. 146; auch Phot. Corresp. 1878 u. IW
- 6) Bull, Soc. Franc. 1879. Bd. 25, S. 204; auch Phot. Corresp. 1879. Bd.
- Seite 149,
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- Geschichte.
- 5
- schleunigt wird. Die ammoniakaliselie Methode wurde insbesondere vom Verfasser ausgebildet, durch dessen Untersuchungen 1880 die Methode mit Silberoxydammoniak zur Ausführung geeignet gemacht wurde, und er machte im selben Jahre den günstigen Einfluss von Ammoniak auf o-ekochte Emulsion, sowie von Ammoniak, kohlensaurem Ammoniak und Soda auf das Beifen der Emulsion in der Kälte bekannt; 1882 gab Henderson die beste Methode zur Darstellung von empfindlicher Emulsion in der Kälte an.
- Im Jahre 1881 wurden nach den Angaben des Verfassers sogenannte harte Gelatinesorten erzeugt (zuerst von der Gelatinefabrik in Winterthur), welche namentlich von Deutschland aus rasche Verbreitung bei der Herstellung von Emulsionen fanden und wegen ihrer grösseren Widerstandsfähigkeit grosse Vortheile gegenüber den weichen englischen Gelatinen boten.
- Den bei der Collodion-Emulsion schon vor längerer Zeit versuchten Vorgang, das Bromsilber separat zu fällen und zu waschen und dann erst zu emulsioniren, wendete Abney im Juni 1879r) wieder auf die Gelatine-Emulsion an, ohne dass sieh jedoch seine Methode bisher Bahn gebrochen hätte. Abney’s Untersuchungen über die Bolle des Jod-und Chlorsilbers in der Emulsion, die Mittel, die Empfindlichkeit einer Emulsion durch Stehen in der Kälte zu steigern, und viele andere durch ihn gefundene im weiteren Verlaufe erwähnte Verhältnisse waren von Belang für die Entwickelung des Processes. Schumann, von dem viele wichtige Spectraluntersuchungen herrühren, erkannte zuerst 1882, dass Jodbromsilber zusammen digerirt, sich anders, und zwar günstiger, verhalten, als wenn beide separat dargestellt und gemischt werden, was anfangs stark angezweifeit, später aber (1884) vom Verfasser spectro-scopiseh bestätigt wurde.
- Die Darstellung orthochromatischer Platten beruht auf dem von Prof. Vogel im Jahre 1873 entdeckten epochemachenden Principe der optischen Sensibilisatoren durch Farbstoffe. Solche Gelatineplatten stellten zuerst Attout und Clayton her. wnlelie ein französisches Patent (1882) a,ff mit Eosin gefärbte Platten nahmen: diese Sache wurde von Sehu-mann (1883) und Prof. Vogel (1884). welcher in Deutschland zuerst Grbenempfmdliehe Gelatineplatten unter dem Kamen „Azalinplatten“ darstellte. studirt.
- Der Verfasser studirte seit 1884 die Herstellung orthochromatischer ^latmeplatten, entdeckte im Jahre 1884 die besonders günstige Wirkung
- 1)
- Urresp.
- Journ. and Trans, of Phot. Soe. of Gr. Britain. Bd. 1879. Bd. 16, S. 104 und 248.
- 3
- S. 59; auch Phot.
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- Dritter Theil. Erstes Oapitel.
- von Erythrosin als Sensibilisator für Grün und Gelb, welcher Farbstoff hierauf von Dr. Mallmann und Scolik m A. vielfach versucht und sehr allgemein in der Praxis verwendet wurde.
- Als Entwickelung war Anfangs ausschliesslich alkalisches Pyrogallol im Gebrauche, seit 1879 kam der vom Verfasser angegebene Eisen-oxalat - Entwickler in vielfache Anwendung. Im Jahre 1882 führte Berkeley schwefligsaures Natron und 1883 Dr. Stolze die Pottasche im Pyro-Entwickler ein und im Jahre 1887 brach sich das von Abney bereits 1880 in photographischer Beziehung untersuchte Hydrochinon als Entwickler in der Praxis Bahn.
- Die Photographie mittels Chlorsilber-Gelatine mit Entwickelung war 1881 vom Verfasser und Pizzighelli erfunden und beschrieben; sie brach sieh zuerst in England durch die Arbeiten Oowan's (1883) Bahn und Scolik (1883) setzte die Versuche fort; Dr. Just in Wien (1884) und etwas später Warnerke stellen Chlorsilber-Gelatinepapier zum Positivprocesse im Grossen dar.
- Weitere historische Details finden sich im Texte der nachstehenden Abhandlung eingeflochten. Eine ausführliche Geschichte des Emulsions-Verfahrens würde an dieser Stelle zu weit führen.
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- ZWEITES CAPITEL,
- DIE EIGENSCHAFTEN UND ZUSAMMENSETZUNG DER SIBBER- UND HALOID-VERBINDUNGEN UND DES
- AMMONIAKS.
- I. Wechselseitige Zersetzung von Halogenen und deren Salzen.
- Bei der Darstellung- von Gelatine-Emulsion wird sehr oft von Doppelzersetzungen von Halogen-Verbindungen (d. s. Verbindungen von Brom, Chlor und Jod) mit anderen Substanzen Gebrauch gemacht.
- Die Darstellung von Bromsilber erfolgt selbst durch einen solchen Process, nämlich
- KBr + AgN03 = AgBr -f KNOs.
- Bromkalium Silbernitrat Bromsilber Kaliumnitrat.
- Oftmals ist es erwünscht, genaue Kenntniss darüber zu haben, wie elementares Chlor etc. auf Bromide und Jodide etc. wirkt; mit anderen Aorten wie die Verhältnisse der Verwandtschaft von Jod, Chlor und Brom sind.
- Darüber gibt nachfolgende Zusammenstellung Aufschluss:
- Chlor zersetzt: Metallbromide unter Freiwerden von Brom,
- « „ Metalljodide ,, ,, „ Jod.
- Brom zersetzt: Metalljodide „ „ Jod,
- n „ Metallchloride nicht.
- Jod zersetzt weder Metallchloride noch Bromide.
- Chlorwasserstoff zersetzt: Bromkalium etc. rasch unter Freiwerden
- von Bromwasserstoff, ,, ., Jodkalium etc. rasch unter Freiwerden von
- Jodwasserstoff, Bromsilber und Jodsilber sehr schwierig (erst bei 700 Grad C.),
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- 8
- Dritter Theil. Zweites Capitel.
- Concentrirter wässeriger Jodwasserstoff führt Ohlorsilber in J0cp Silber über.
- Chlorkaliumlösung verändert weder Bromsilber noch Jodsilber.
- Bromkaliumlösung führt Chlorsilber allmälig in Bromsilber über.
- „ zersetzt Jodsilber nicht,
- Jodkaliumlösung führt sowohl Bromsilber als Ohlorsilber in Jodsilber über (besonders beim Erwärmen, s. Cap. IX).
- Chlorsilber und Bromsilber lösen sich in Aetzammoniak (s. S. 11 u. 17) besonders reichlich ersteres. Jodsilber ist fast unlöslich.
- Chlorsilber löst sich in kohlensaurer Ammoniaklösung; Bromsilber sehr wenig; Jodsilber nicht.
- Versetzt man ein Gemisch von Jod-, Brom- und Chlorkalium mit Silbernitrat, so bildet sich zuerst nur Jodsilber, dann Bromsilber und zum Schluss erst wird das Chlor gefällt. Fluorkalium bleibt nach Zusatz von Silbernitrat unverändert (s. auch S. 11).
- Jodsilber, Bromsilber und Chlorsilber lösen sich in Lösungen von Jodkalium, Bromkalium und Chlorkalium, namentlich beim Erwärmen. Beim Erkalten oder Verdünnen scheiden sich diese Salze grösstentheils wieder unlöslich aus.
- II. Eigenschaften der wichtigsten Silherverhindungen.
- A. Silbernitrat, salpetersaures Silberoxyd (AgN03) bildet wasserhelle Krystalle; ein Theil löst sich in ungefähr 1/2 Theil Wasser von gewöhnlicher Temperatur und in V io Theil siedendem Wasser; in Alkohol ist es schwerer löslich (s. Tabelle in Theil II, Heft 7, S. 198).
- Die wässerige Lösung hält sich lange am Lichte. Bei Gegenwart von Gummi, Zucker, Gelatine etc. färbt sich die Lösung des Silbernitrats im Lichte rothbraun bis schwarz. Jedoch halten sich solche Gemische im zerstreuten Tageslicht ganz gut einen bis mehrere Tage brauchbar: allerdings ist es besser, silbernitrathaltige Gallerte, welche bei gewissen Emulsionsprocessen Anwendung findet, im Dunkeln aufzubewahren, obschon die gelbliche Färbung auf das Resultat der Emulsionsbereitung nicht viel Einfluss nimmt.
- Beim Erwärmen färbt sich eine Mischung von reiner Gelatine- und Silbernitratlösung bald gelbbraun; ist jedoch ein wenig Salpetersäure vorhanden oder war das Silbernitrat mit Ammoniaküberschuss versetzt worden, so bleibt die Flüssigkeit klar.
- B. Silberoxyd-Ammoniak, entsteht durch Auflösen von Silberov}^ (mittelst Aetzkali gefällt) in Ammoniak. Diese Flüssigkeit wird jedoch gegenwärtig in der Photographie nicht verwendet (vergl. Cap. VI).
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- Die Eigenschaften und Zusammensetzung der Halo'id-YerMndungen etc.
- 9
- o-egen stellt salpetersaures Silberoxyd-Ammoniak häutig in Anwendung. Es entsteht, wenn man zu einer Silbernitratlösung so lange Ammoniak hinzufügt, bis der anfänglich entstehende dunkelbraune Niederschlag sieh bei weiterem Ammoniakzusatz zu einer klaren Flüssigkeit auflöst (darauf gegründete Methoden s. Capitel VI und XVII).
- Lässt man die Flüssigkeit krystallisiren, so scheiden sich farblose Krystallnadeln aus, welche sich am Lichte schwärzen und nach Mitscherlich die Formel 2NH3-AgN03 haben1).
- Der Formel zufolge sollen auf 1 Mol. Silbernitrat je 2 Mol. Ammoniak verbraucht werden, jedoch lehrt die praktische Erfahrung, dass concentrirte und verdünnte Silberlösungen etwas variable Mengen von Ammoniak zur Herstellung einer klaren Lösung benöthigen.
- Durch einen Kunstgriff kann man klare Lösungen, welche sehr arm an Ammoniak sind, hersteilen. Theilt man nämlich eine Silbernitratlösung in zwei Hälften, führt die eine durch genügenden Ammoniakzusatz in eine klare Lösung von salpetersaurem Silberoxyd-Ammoniak über und fügt zur anderen etwas Ammoniumnitrat, so kann man beide Lösungen hinzufügen und erhält wieder eine klare Mischung, welche nur halb so viel Ammoniak als die erstere enthält, Die mit solchen Lösungen hergestellte Emulsion gibt in Folge des geringeren Ammoniakgehaltes schleierlose, aber weniger empfindliche Emulsionen; man kann bei höherer Temperatur digeriren.
- Auch durch Lösung von Silberoxyd in salpetersaurem Ammoniak erhält man ähnlich wirkende ammoniakalische Silberlösungen.
- Zur Darstellung von Emulsionen benutzt man gewöhnlich eine mit Ammoniak bis zur Wiederauflösung des entstandenen Niederschlages versetzte Silbernitratlösung und nennt sie meistens kurzweg „Silberoxyd-Ammoniak“.
- C. Kohlensaures Silberoxyd (Ag2C03) entsteht als gelblicher Niederschlag beim. Mischen von Silbernitratlösung mit kohlensaurer Natron-lösung. Dasselbe schwärzt sich am Lichte und wird schon für sich filein durch Kochen mit AVasser zersetzt, indem es sich theilweise in (Jlyd verwandelt,
- Monckhoven schlug 1879 zuerst vor, kohlensaures Silberoxyd und Bromwasser-^offsäure zu mischen, wonach man die Emulsion ohne Waschen verwenden könne;
- t) Vach Prescott geht hierbei folgender Process vor sieh:
- _ 2AgN03 + 4NH4 OH = (NHS Ag)2 0 + 2NB* N03 + 3H2 0
- erhner Ber. 180. S. 1740). — Sowohl bei dieser Annahme, als bei oben angegebener ormel kommen auf 1 Mol. AgN03 je 2 Mol. HH3. was für das praktische gegen-"eitige Yerhältniss von beiden Substanzen eigentlich allein in Betracht kommt,
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- Dritter Theil. Zweites Capitel.
- Silberoxyd sei nicht so gut. Er selbst kam später von dieser Methode ab und auch Andere erzielten keine guten Erfolge damit.
- Wird koblensaures Silberoxyd durch Mischen von gelöstem kohlensauren Natron und Silbernitrat hergestellt, der Niederschlag gewaschen, mit Bromammonium und Gelatine erwärmt, so bildet sich unter Ammoniak-Entwicklung Bromsilber. Diese nicht geweschene Emulsion zeigt 15 bis 16 Grad Warnerke und gibt dünne Bilder; beim Aufbewahren zeigen die Platten immer stärker werdenden Schleier. Wird sie hingegen gewaschen, so erhält man eine schleierfreie Emulsion1).
- Holland schlug vor, das kohlensaure Silberoxyd mit Bromkalium und soviel Essigsäure als nöthig ist, die Kohlensäure aus dem Silbercarbonat auszutreiben, zu erwärmen2).
- D. Kohlensaures Silberoxydammoniak. Versetzt man Silbernitratlösung mit kohlensaurem Ammoniak, so entsteht zuerst ein gelber Niederschlag von kohlensaurem Silberoxyd, welcher sich in überschüssigem Ammoniaksalze wieder auflöst; dabei entweicht schon in der Kälte viel Kohlensäure, Wahrscheinlich bildet sich A.g2 C03 *4NH33). Eine gute Lösung erhält man durch Mischen von ein Theil Silbernitrat und ein Theil kohlensaurem Ammoniak und 20 Theilen Wasser, wobei man kurze Zeit erhitzt bis das Aufschänmen vorüber ist; diese Lösung* verwendet man wie Silberoxydammoniak (s. S. 40) und erhält durch Digeriren bei 40 bis 60 Grad C. nach V2 bis 1 Stunde 15 bis 17 Grad Warnerke4.
- Diese Lösung war vom Verfasser im Jahre 1883 zur Emulsionsbereitung eingeführt4, während Dr. Szekely frisch gefälltes kohlensaures Silberoxyd in Aetzammoniak löste5) und damit Bromsilberemulsion herstellte.
- E, Silberaeetat, Essigsaures Silberoxyd (Agx • C2 H3 02), entsteht durch Mischen von Silbernitrat mit essigsauren Salzen: es bildet weisse Krystall-nadeln, welche sich in 100 Theilen kaltem Wasser auflösen. Hen-derson6) fand es im Emulsionsprocesse verwendbar; das Salz fand jedoch keine allgemeine Anwendung.
- F. Silbereitrat. Citronensaures Silberoxyd, entsteht in geringer Menge beim Mischen von Citronensäure und Silbernitrat, dagegen reichlich.
- 1) Brit. Journ. Phot. 1883. S. 41 und 71. Photh. Wochenbl. 1883. S. 79.
- 2) Brit. Journ. Phot. 1883. S. 88. Phot. Wochenbl. 1883. S. 79.
- 3) Eder, Phot. Corresp. 1883. S. 89, 167.
- 4) Phot. Corresp. 1883. S. 89.
- 5) Phot. Corresp. 1882. S. 262.
- 6) Henderson löste a) 8 Silhernitrat in 150 Wasser; b) es werden 73 kohlen saures Ammoniak mit Essigsäure neutralisirt und mit Wassar auf 150 Theile gebracht. Man mischt beide, fügt dann 60 Bromkalium und 1 Jodkaiium zu und lässt dann a)1 setzen. Der Niederschlag wird durch Ab setzen gewaschen, mit 12 Gelatine gelöst m Wasser und etwas Ammoniak emulsifieirt (Brit. Journ. of Phot. 1884. Fahre’s Aide Memoire de Phot, pour 1885. S. 54).
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- Die Eigenschaften und Zusammensetzung der Haloid-V erb in düngen etc. 11
- wenn man statt Citronensäure deren Salze verwendet. Es bildet einen weissen krystallinisehen Niederschlag’, welcher selbst im kochenden Wasser sehr schwer, im Ammoniak aber leicht löslich ist.
- Die Anwesenheit von eitronensaurem Silberoxyd war zuerst von Obernetter bei dessen kaltem Emulsionsproeess eingeführt. Der Verfasser veröffentlichte 1889 eine Methode, worin Citronensäure zu Silbercitrat gemischt und dann mit Ammoniak versetzt wird, wobei zuerst ein weisser Niederschlag entsteht, der sich in überschüssigem Ammoniak löst, Diese Lösung gibt schleierfreie Emulsionen, da das Citrat sehleierwidrig wirkt (s. Cap. VIII). Vergl. auch über Citronensäure Cap. XVII und im Capitel „Copirprocesse auf Papier“.
- G. Chromsaures Silberoxyd (Ag2Cr04) entsteht durch Mischen von chromsaurem Kali mit Silbernitrat als orangerother Niederschlag.
- Ohromsaures Silberoxyd war von Biny in ammoniakalischer Lösung und einer Lösung von Brom in wässerigem Alkohol angeblich mit Erfolg zur Emulsification verwendet worden. Solche Emulsion soll (ähnlich wie Edwards angab) unempfindlich gegen Licht sein und die damit überzogenen Platten sollen erst nach dem Waschen mit Was&er empfindlich werden1). (Vergl. Capitel VIII).
- H. Fluorsilber (AgF) entsteht beim Auflösen von Silberoxyd oder kohlensaurem Silberoxyd in Flusssäure — nicht aber beim Mischen von Fluornatrium oder -Kalium etc. mit Silbernitrat!
- Es bildet ein lichtbeständiges, in Wasser leicht lösliches Salz, welches bis jetzt noch sehr wenig in der Emulsion versucht wurde.
- Vergl. ferner Seite 8.
- I. Bromsilber (AgBr) ist in mehreren Modifikationen bekannt, sowohl krystallisirt als amorph.
- Bromsilber löst sieh in Ammoniak bedeutend leichter als Jodsilber, ^on frisch gefälltem Bromsilber löste sieh in eoncentrirtem wässerigen Ammoniak ungefähr 1 Th eil in 1000 Theilen; von d em einmal getrockneten Niederschlage jedoch kaum die Hälfte. In Bromkaliumlösung lst es besonders in der Wärme löslich (jedoch weniger als Jodsilber in Jodkalium). Gesättigte Bromkaliumlösung löst ungefähr 3 Procent Brom-Sllber. Bromammoniumlösung das doppelte. Nach Wasserzusatz oder beim Erkalten scheidet sich das Bromsilber wieder aus. Aus der ammoniaka-bsehen Lösung krystallisirt das Bromsilber in Blättchen, welche nach ammelsberg frei von Ammoniak sein sollen, nach Liebig aber Ammoniak enthalten.
- 0 Moniteur de la Phot. 1882. S. 122. Phot. Wochenbl. 1882. S. 294.
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- Dritter Theil. Zweites Capitel.
- Das "V erhalten von Bromsilber gegen Ammoniak studirte Elsden1) genauer.
- Frisch gefälltes Bromsilber ist gelblich.
- Mit Ammoniak (spec. Gew. 0.88) übergossen wird es augenblicklich weiss, und bleibt so selbst im Tageslicht, bis die Lösung gesättigt ist. Aus dieser Lösung lässt sich das Salz in mehreren Formen ausscheiden. Wenn mit fünf Theilen Wasser verdünnt, scheidet sich fast alles Bromid unter dem Microscop in durchsichtigen Krystallen von allen möglichen prachtvollen Farben und den manniehfachsten Formen aus. von denen die häufigsten nachstehend (Fig. 1) skizzirt sind. Die Crvstalle sind 0.25 bis 0,025 mm gross, und höchstens 0,0012 mm dick; fast jeder hat seine
- Fig 1. Krystallisationen von Bromsilber.
- eigene Farbe, und sie beeinflussen, wenn flach liegend, polarisirtes Licht nicht. Sie sind ganz beständig, selbst im stärksten Sonnenlicht. Ammoniak und Fixirnatron lösen die Crystalle bis auf eine feine braune Haut, als ob sie aus Bromür beständen. — Wird die ursprüngliche Lösung nur mit einer gleichen Menge Wasser verdünnt, so schlagen sich die Crystalle in nachstehender Form (Fig. 2) nieder. Sie sind in
- n
- Fig. 2. Krystallisationen von Bromsilber.
- durchscheinendem Licht farblos, reflectiren aber die prachtvollsten Farben. In polarisirtem Licht erscheinen sie stark doppeltbrechend, da sie viermal bei einer Umdrehung des Crystalls zwischen Hell und Dunkel wechseln. Ihre Farbe ist dabei meist ein mattes Lavendelblau. Diese Crystalle zersetzen sich schon bei ganz geringer Erwärmung, sowie bei Berührung mit Wasser oder Säuren plötzlich, und hinterlassen gelbes Bromsilber, welches am Licht schnell dunkel wird. Offenbar bestehen also die Crystalle aus einer sehr lockeren Verbindung von Bromsilber und Ammoniak. — Lässt man statt, wie in diesen beiden Fällen, durch schnelle Verdampfung, die Lösung während mehrerer Tage langsam verdunsten, so erhält man grüne, sehr glänzende, oetaedrische oder oetaedrisch-cubische Crystalle. Vach längerer Zeit werden sie im Tage5
- 1) Phot. News. 1881. S. 174. Phot. Wochenbl. 1881. S. 154.
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- Die Eigenschaften und Zusammensetzung der Haloid-Yerb in düngen etc. 13
- licht dunkler und verwandeln sieh in Bromür. — Endlich sehlägt sich nlit allen bisherigen Formen gemischt auch körniges Bromsilber nieder, welches aber viel empfindlicher gegen Lichtwirkung ist, als das ursprüngliche. — Diese Eigentümlichkeiten mögen eng mit der Wirkung des Ammoniaks auf Bromsilber-Emulsionen Zusammenhängen.
- K. Chemische Eigenschaften der verschiedenen Modifteationen des Bromsilbers.
- Ueber die rein chemischen Eigenschaften der Modifikationen des Bromsilbers geben die Arbeiten von Stas Aufschluss1).
- Stas unterscheidet sechs verschiedene Modifikationen (Zustände) des Bromsilbers:
- 1. Die flockige Modiflcation; a) die flockig weisse, b) die flockig-gelbe.
- 2. Die pulverige Modiflcation; a) pulverig intensiv gelb, b) pulverig perweiss.
- 3. Die körnig woissgelbe Modiflcation.
- 4. Die krystallisirte oder geschmolzene, intensiv rein gelbe Modifi-eation.
- 1. Das flockige Bromsilber.
- Mischt man in der Kälte Silbernitrat und lösliche Bromsalze oder Bromwasserstoffsäure in verdünnten Lösungen von 0,5 bis 1 Proe,, so entsteht ein käsiger Niederschlag von Bromsilber. Derselbe ist ganz weiss, wenn man einen Feberschuss des Silbersalzes anwendet; dagegen def gelb, wenn man einen Ueberschuss von Bromsalz anwendet.
- Die weissen oder gelben Flocken zerfallen bald, wenn die Flüssigkeit neutral ist und man dieselbe schüttelt, langsam, wenn sie sauer ist.
- Die weissen und gelben Flocken, jedoch besonders die gelben, backen zusammen, wenn man sie in der Flüssigkeit sich selbst überlässt, und nehmen mit der Zeit die Form einer plastischen Masse von blassgelber °der stark liehtgelber Farbe an, je nach der ursprünglichen Farbe der blocken.
- Wenn man diese, nachdem sie den höchsten Grad der Zusammen-W-kung erreicht hat, sich selbst an der Luft überlässt, so zieht sie sich allmälig zusammen, erhärtet und bildet eine undurchsichtige Masse.
- Pas flockige Bromsilber, sowohl das weisse, wie das gelbe, schwärzt hlch sehr schnell selbst im diffusen Lichte, auch im zusammengebackenen Zustande, aber nach seiner Erhärtung wird es am diffusen Lichte nur Wünlieh. , i
- L Annal. de ehirn. et phys. Bd. S. 1834; Phot. Mitth. 1879. Bd. 16, S. 165.
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- In einer Lösung von essigsaurem Alkali zerfällt das flockige Bromsilber freiwillig.
- 2. Das pulverige Bromsilber.
- Das flockige Bromsilber verwandelt sieb in pulveriges, wenn man es heftig mit Wasser schüttelt, und zwar sehr schnell, wenn die Flocken aus neutraler, und sehr langsam, wenn sie aus saurer Lösung gefällt sind1). Zugleich ändert es die Farbe, es geht in einen Zustand feinster Zertheilung von einem weissliehen Gelb über. Wenn es mit Wasser eingerührt wird, so bildet es einen Brei, der, auf Leinwand gebracht, das Wasser sehr stark zurückhält2). Lässt man es an der Luft bei Licht-abschluss freiwillig trocknen, so zieht es sich zusammen, bleibt aber pulverig und gelbweiss. Bei der geringsten Berührung zerfällt es; erwärmt man es aber nach dem Trocknen, so erhärtet es und nimmt eine gelbe, intensive Farbe an.
- Im Breizustande ist es weniger durch das Licht veränderlich, als das weisse, flockige Bromsilber, aber bei gewöhnlicher Temperatur getrocknet, ändert es sich viel rascher als das pulverige Chlorsilber.
- 3. Das körnige Bromsilber.
- Wenn man mit Wasser angerührtes, flockiges oder pulveriges Bromsilber in siedendes Wasser giesst, so verwandelt es sich augenblicklich in einen feinen Staub von ausserordentlicher Zartheit; dieser ist das körnige Bromsilber. Alan producirt es direct, wenn man zu einer siedenden Lösung von Silbernitrat (1:1000) eine genügende Quantität einer siedenden, sehr verdünnten Lösung von Bromammonium giesst.
- Der körnige Staub, welchen man aus flockigem Bromsilber erhält, ist von einem matten Gelbweiss, während der aus pulverigem Bromsilber oder aus sehr verdünnten Lösungen hervorgehende von einem brillanten Gelbweiss ist. Nach tagelangem Sieden (unter fortwährender Erneuerung des Wassers) vertheilt sieh das Bromsilber mehr und mehr, bis es sehlieslich im Wasser suspendirt bleibt und dasselbe milchig macht, In diesem Zustande zeigt das Bromsilber einen brillanten Reflex und setzt sieh erst nach langer Zeit ab. Nach Abguss der Flüssigkeit erscheint es dann perlweiss. In Berührung mit einer coneentrirten Lösung v'Ut Bromammonium wird das perlweisse Bromsilber augenblicklich intensiv gelb-
- 1) Aehnliche Beobachtungen wurden mehrfach bei Herstellung photographischer Emulsion gemacht. (D. Yerf.)
- 2) Es ist Thatsaehe, dass Bromsilber-Gelatineplatten anscheinend bald Inh trocken werden, aber trotzdem noch lange Feuchtigkeit zurückhalten, welche deren Zusammenkleben veranlasst. (D. Yerf.)
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- Sowohl das matte, als auch das brillante gelbe körnige Bromsilber, wie auch das perlweise bilden die lichtempfindlichsten Körper, welche Stas, wie er sich ansdrückt, kannte. Es genügen 2 oder 3 Seeunden, sie im Glaskolben in der blassblauen Flamme einer Bunsen-Lampe zu sieden, um sie zu schwärzen.
- Ueber die Löslichkeit des Bromsilbers in "Wasser bemerkt Stas: Das flockige und pulverige Bromsilber ist in reinem und mit Salpetersäure oder Schwefelsäure angesäuertem Wasser bei Temperaturen zwischen OGrad und 33 Grad 0. unslöslich, dagegen über 33 Grad C. merklich löslich (jedoch in sehr geringer Menge). Las körnige Bromsilber ist nur bei Temperaturen über 50 Grad 0. merklich löslich, wenn auch schwach.
- Wenn man über 33 Grad 0. hergestellte Lösungen von flockigem Bromsilber mit Lösungen von Bromkalium oder Silbernitrat versetzt, so trüben sie sich.
- Von körnigem Bromsilber löst sich 1 Million g siedendes Wasser 3,5 g Bromsilber. Enthält das Wasser 1 Proc. Salpetersäure, so löst es die l1^ fache Menge. Lässt man eine gesättigte Lösung von Bromsilber erkalten, so scheidet sieh keineswegs alles Bromsilber aus. Die Lösung hält nach Art der übersättigten Lösungen eine gewisse Quantität des BromfiIbers zurück. Der Zusatz von 1/10 Normal-Bromkaliumlösung oder von V10 Silbernitratlösung der Chemiker veranlasst aber die sofortige Ausscheidung des Bromsilbers.
- Stas constatirte ferner die geringe Löslichkeit des Bromsilbers in einer Lösung von essigsaurem Natron und zwar schon in der Kälte. 1 Liter löst bei 15 Grad C. 0,0029 g Bromsilber, d. i. doppelt so viel als reines siedendes Wasser von körnigem Bromsilber aufzunehmen vermag. Lösungen von salpetersaurem Quecksilberoxyd lösen das Bromsilber etwas stärker (in 100 ccm 0,038 g Ag Br), aber zersetzen dasselbe tieilweise.
- Die Angaben Stas’ fanden durch die thermochemischen Untersuchungen Berthelot’s Q neue Bestätigung. Berthelot untersuchte die ^ärrneentwiekelung, welche beim Entstehen der zwei schon längst bekannten Modificationen des Quecksilberjodides (der gelben und der rothen) Lei wird. Er beobachtete hierbei, dass bei der Umwandlung der gelben 111 die rothe Modifikation eine Wärme-Entwickelung von drei Wärme-Einheiten stattfindet. Bezüglich des Jodsilbers fand er, dass dasselbe als amorpher Niederschlag in einer wenig (beständigen Modifikation ent-steht und nachträglich in einen stabileren amorphen Zustand übergeht. ^erili man nämlich Silbernitrat in Jodkalium (in Lösungen je 1 Aequi-
- D Compt. rend. 1881. Bd. 93, S. 870; Phot. Oorresp. 1882. S. 47.
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- valent in Gramm pro 2 Liter) giesst, so werden nach zwei Minuten 26,9 Wärme-Einheiten frei, davon 21,1 .schon nach der ersten halben Minute; der Best von 6,6 Wärme-Einheiten entwickelt sich erst nach und nach. Giesst man Jodkalium in Silbernitrat, so werden schon nach einer halben Minute 26,9 Wärme-Einheiten frei. Auch aus Jodsilber-Jodkalium durch Wasser abgeschieden, scheint das Jodsilber nicht sogleich in stabilen Zustand überzugehen. Diese Erscheinungen rühren von der Veränderung des Zustandes her.
- Nach einigem Stehen ergeben jedoch die Niederschläge stets dieselbe Lösungswärme (in Jodkalium oder Cyankalium), ob man nun stabiles, amorphes oder krystallisirtes nimmt. Die erwähnten thermischen Veränderungen zeigen sich nur im amorphen, nicht krystallirten Jodsilber.
- Gleiches gilt für Chlor-, Brom- und Cyansilber. Da Wärme-Entwickelung bei der Entstehung von Polymerisations-Producten ein tritt, * so kann man auf eine Polymerisation oder jedenfalls auf eine Aenderung der chemischen Functionen dieser Verbindungen, je nach ihrer Darstellung, schliessen.
- Die Existenz von kristallinischem und amorphem Brom- und Chlorsilber ergibt sich auch aus dem electrischen Leitungswiderstande, sowie auch die Existenz von Doppelverbindungen der Silberhaloide unter sich daraus hervorgeht.
- Nach Kohlrausch1) liegt der Schmelzpunkt des Chlorsilbers über 485 Grad C. (nach Bodwell bei 451 Grad 0.) und des Jodsilbers bei 450 Grad C. (nach Bodwell bei 527 Grad 0.); das Gemisch von gleichen Aequivalenten von Chlorsilber und Jodsilber schmilzt aber schon bei 260 Grad C. Chlor-, Brom- und .Jodsilber leiten die Elektricität oberhalb der Schmelzpunkte sehr gut. Am besten leitet dann Chlorsilber, am schlechtesten Jodsilber; Bromsilber steht in der Mitte. Der Widerstand von Chlor- und Bromsilber nimmt beim Erstarren derselben sehr stark zu (wobei sie aus der amorphen in die krystallinisehe Modifieation übergehen) und steigt beim Abkühlen auf 20 Grad C. bis zu mehr als dem Millionenfachen des Anfangswerthes. Jodsilber dagegen ändert seinen Widerstand beim Erstarren (540 Grad C.) absolut nicht, sondern zeigt ein rapides Anwachsen desselben erst bei derjenigen Temperatur (145 Grad 0.), bei der es aus dem amorphen in den krystalliniscken Zustand übergeht.
- L. Chlorsilber ist gleichfalls in mehreren Modificationen von Stas beschrieben worden, welche sieh wie jene von Bromsilber gruppn'eU lassen.
- 1) Annalen der Physik und Chemie 1882. Bd. 253, S. 642.
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- Von reinem Chlorsilber löst sich 2 mg in 1000 ccm kochendem Wasser; Spuren von Salzsäure oder Silbernitrat fällen daraus Chlorsilber (Stas dann Cooke1). Es ist leichter in Wasser löslich als Bromsilber und die heiss gesättigte Lösung scheidet heim Erkalten ein körniges Pulver aus. welches im Microseop sieh als kleine Würfel darstellt.
- Chlorsilber löst sich in Chlorammonium-Lösung ziemlich leicht, weniger in Chlorkalium oder -natrium. In eoncentrirtem Ammoniak ist es leicht löslich, nämlich ungefähr 1 : 12.
- Erhitzt man Ohlorsilber mit Ammoniakflüssigkeit in einer geschlossenen Bohre, so löst es sieh reichlich und scheidet beim Erkalten blattförmige Krystallnadeln von Chlorsilberammoniak aus (AgCJ 2.\ ll;{). welche an der Luft und mit Wasser unter Ammoniakverlust sieh zersetzen und sich am Lichte schwärzen.
- Aehnlich verhält sieh Jodsilber, welches gleichfalls AgJ-NH3 bildet, während Bromsilber ein negatives Besultat gibt2).
- Es ist für das chemische Verhalten des Chlorsilber nicht gleichgültig, ob es aus concentrirter oder verdünnter Silberlösung gefällt wird. Im ersteren Falle löst es sich leichter in Salzsäure3).
- M. Jodsilber (AgJ) ist ein gelber Niederschlag, welcher sehr unempfindlich gegen Lieht ist, sobald er mit überschüssigem Jodkalium gekillt wird, dagegen weit lichtempfindlicher, wenn Silbernitrat in Ueber-schuss war. (Die Unterschiede kommen besonders im nassen und trocknen Collodion-Verfahren zur Geltung, wo man hauptsächlich mit Jodsilber arbeitet. (Th. IL Heft 6, S. 11).
- Man kennt Jodsilber im krystallisirten und amorphen Zustande.
- Jodsilber färbt sich mit Ammoniak blasser, indem es gebunden wird;
- Ammoniak löst es sich äusserst wenig, selbst in eoncentrirtem erst 1:2500. (Wallace und Lamont). In Jodkaliumlösung, sowie Silber-flitratlösung löst es sieh ziemlich reichlich unter Bildung von Doppelsalzen und wird durch viel Wasser wieder ausgeschieden.
- II. Eigenschaften der wichtigsten löslichen Brom-, Chlor-und Fluorsalze.
- A. Von Bromiden ist ausschliesslich das Bromkalium und ßromam-Wniuni in Anwendung.
- ^ ^ Das Bromkalium ist ganz luftbeständig. Es krystallisirt in farb-Jaen oder weissen Würfeln, welche im "Wasser leicht löslich sind.
- Ed
- 1) Jahresber. f. Chemie 1881. S. 300. Chem. News. Bd. 44, S. 234.
- 2) Terreil, Compt. rend. 1884. Bd 98. Chem. Centralbl. 1884. S.
- 3) fiuys sen und Varenne, Jahresber. f. Chemie 1881. S. 301.
- erj Handbuch der Photographie. III. Theil. 4. Aufl. 2
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- Das Bromammonium bildet kleine weisse Krystalle, welche an der Luft feucht werden. Es zersetzt sich b§im langen Kochen mit Wasser unter Verlust von Ammoniak und wird all malig immer stärker sauer wie der Verfasser nachgewiesen hat1); beim Bromkalium ist eine derartige Spaltung nicht nachweisbar.
- Die Löslichkeit des Bromkaliums im Wasser ist so bedeutend, dass in dieser Bichtung die Anwendung des Bromkaliums durchaus nickt beeinträchtigt wird. 1 Theil Bromkalium löst sich nämlich bei 15 Grad C. in 1,62 Theilen Wasser: 1 Theil Bromammonium in 1,29 Theilen Wasser2),
- Sobald man in irgend einer Vorschrift das Bromkalium an Stelle des Bromammoniums verwenden will, muss statt 1 Theil Bromammonium 1,215 Theile Bromkalium genommen werden.
- Beim Bromkalium hat man darauf zu sehen, dass es nicht alkalisch reagirt (in Folge einer Verunreinigung mit kohlensaurem Kali) und nicht stark mit Chlorkalium verunreinigt ist. Beines Bromkalium für photographische Zwecke wurde auf Anregung des Verfassers zuerst von der chemischen Fabrik des Dr. Schuchard in Görlitz, später auch von Schering in Berlin u. A. erzeugt und ist jetzt leicht zu beschaffen.
- Bromammonium und Bromkalium verhalten sich in der Gelatine-Emulsion im Allgemeinen ziemlich ähnlich, so dass man beide mit Erfolg verwenden kann. Das Bromkalium hat den Vortheil, dass es luftbeständig ist, leichter krystallisirt und dasselbe leichter rein herzustellen ist. Das Bromamonium gibt namentlich beim „Siede-Process“ klarere Emulsionen und verhindert besser das Entstehen von Verschleierungen, weil während des Kochens der Gehalt an Bromwasserstoffsäure zunimmt, welcher schleierwidrig wirkt. Beim Emulsionsverfahren mit Silberoxydammoniak zieht der Verfasser Bromkalium vor.
- Für Emulsionen, welche mittels Alkohol entwässert und zugleich von löslichen Salzen befreit werden sollen, ist die Anwendung von Brom-
- 1) Eder, Bericht der Akademie der Wissenseh. in Wien 1880. Phot. Woehenbl-1881. S. 74. Das Bromammonium spaltet (dissociirt) sieh beim Erhitzen wässerig« Lösungen in Bromwasserstoff, welches in der Flüssigkeit bleibt und in Ammoniak welches entweicht (BrNH4 == BrH + NH3); diese Spaltung ist schon bei 30 Grad 0. merklich und steigert sich beim Sieden. Jedoch bilden sieh schon bei 1/2 Dis 1 stun digem Sieden nicht mehr als 0,4 g Brom wasserstoffsäure aus 100 g Bromammonium.
- 2) Bekanntlich ist die Löslichkeit des Bromkaliums in Alkoholäther so germ-(1:1200), dass dieses Salz in Collodion nicht verwendbar ist, worauf Verfass« in der Phot. Corresp. 1876. Bd. 13, S. 92, hinwies. Diese Thatsaehe mag ein ^01 urtheil der Photographen gegen das Bromkaliem überhaupt hervorgerufen haben- D-bei der Benutzung wässeriger Lösungen ganz ungerechtfertigt ist. — (I11
- 2. Auflage von Eder’s Theorie und Praxis der Phothographie mit Bromsilbergelatme sind bei den Lösliehkeitsziffern des Bromkalium und -ammonium Druckfehler nnt« laufen, welche in die französische Ausgabe übergingen.)
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- arnnionium statt Bromkalium empfehlenswert]!, worauf Verfasser sehon im März 1881 hinwies1): die Ammoniumsalze sind nämlich viel löslicher in Alkohol als die Kaliumsalze; dies gilt sowohl für die Bromide, als die Nitrate. Namentlich das salpetersaure Kali ist in Alkohol viel schwerer löslich als das salpetersaure Ammoniak: 1 Theil salpetersaures Kali löst sich in 100 Theilen Alkohol, 1 Theil salpetersaures Ammoniak ist aber schon in 2 bis 3 Theilen Alkohol löslich.
- Bromzink wurde versuchweise verwendet; Brooks2) erhielt gute Kesulte, Abney3) bald gute, bald schlechte.
- Verunreinigung der Bromsalze. Die Bromsalze kommen verunreinigt mit Chlorsalzen etc. im Handel vor. Jubert4) fand Bromkalium, welches nur 83 Proe. KBr, und Bromammonium, welches nur die Hälfte NH4 Br (neben schwefelsaurem Ammoniak) enthielt. Way5 fand Bromkalium, welches 3 Proc. Ohlorkalium, Abney,6) sogar solches, welches 25 — 30 Proc. Chlorkalium enthielt. Bromammonium kann auch mit salpetersaurem Ammoniak verunreinigt sein. Enthält Bromkalium bromsaures Kali, so entsteht nach Zusatz von Salzsäure Gelbfärbung durch Freiwerden des Brom.
- B. Chloride. Von den Chloriden ist zur Darstellung von Chlorsilbergelatine hauptsächlich Chlorammonium (NH4C1) und Chlornatrium (NaCl) in Gebrauch.
- Beide sind leicht in reinem Zustande zu bekommen. Reines Chlornatrium ist auch das im Handel in grossen wasserhellen Krystallen vorkommende Edelsalz oder Sal gemmae.
- C. Jodide. Meistens wird nun das Jodkalium (KJ), welches am sichersten in reinem Zustande zu erhalten ist, für Gelatine-Emulsionen verwendet.
- D. Fluoride. Fluornatrium, neben Bromkalium zur Darstellung von Emulsion, wurde von Prof. Husnik empfohlen, um sehr kräftig arbeitende Emulsionen für Strich-Reproductionen zu erhalten, es fand jedoch keine weitere Verwendung.
- III. Das Ammoniak.
- Das Ammoniak (NH3) kommt in wässeriger Lösung (..Aetzammo-niak'1 oder Ammoniakflüssigkeit“) zur Anwendung.
- Die Stärke des Ammoniaks soll genau bekannt sein. Es ist f^es ein Umstand von grosser Wichtigkeit.
- 1) Bull, de l’Assoc. Beige. Phot. 1881. Bd. 9, S. 134.
- b Brit. Journ. Phot. 1883. S. 203.
- 3) Phot. News. 1883. S. 122.
- U Bull. Assoe. Beige. Phot. 1884. S. 271.
- b Chemiker-Zeitung. 1882. S. 1319.
- 6) Phot, News. 1884. S. 337, 350.
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- Dritter Theil. Zweites Capitei.
- Ammoniak will sowohl in der Emulsion als im Entwickler subtil behandelt werden: etwas zu viel kann ^ alles verderben. Man bedenke aber, dass der Gehalt des käuflichen Ammoniaks häufig um das Zwei-bis Dreifache differirt,
- Verfasser benutzt nur Ammoniak von der Dichte 0.91 bei 17 Grad C.. welches auch in den Apotheken officinell ist.
- Tabelle über den Gehalt an Ammoniak in der wässerigen Lösung und die specifischen Gewichte der letzteren bei -f- 14 Grad 0. von Garius.
- Spee. Gewicht. Proc. Am- moniak. Spee. Gewicht. Proc. Am- moniak. Spee. Gewicht. Proc. Am- moniak. Spee. Gewicht. Proc. Am- moniak.
- 0,8843 36,0 0,9052 27,0 0,9314 18,0 0,9631 9,0
- 0,8864 35,0 0,9178 26,0 0,9347 17,0 0,9670 8,0
- 0,8885 34,0 0,9106 25,0 0,9380 16,0 0,9709 7,0
- 0,8907 33,0 0,9133 24,0 0,9414 15,0 0,9749 6,0
- 0,8929 32,0 0,9162 23,0 0,9449 14,0 0,9790 5,0
- 0,8953 31,0 0,9191 22,0 0,9484 13,0 0,9831 4,0
- 0,8976 30,0 0,9221 21,0 0,9520 12,0 0,9873 3,0
- 0,9001 29,0 0,9251 20,0 0,9556 11,0 0,9915 2,0
- 0,9026 28,0 0,9283 19,0 0,9593 10,0 0,9959 1,0
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- DRITTES CAPITEL.
- DIE EIGENSCHAFTEN UND WAHL DER GELATINESORTEN.
- I. Einfluss und Wahl der Sorte der Gelatine für die Herstellung
- yon Emulsionen.
- Die Gelatine übt einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität der Emulsion aus; nicht allein durch ihre Consistenz. sondern durch ihre Xatur selbst (vergl. Cap. VI und X).
- Es verträgt das Bromsilber nicht mit jeder Gelatinesorte ein längeres Kochen oder Digeriren mit Ammoniak (s. Cap. VI und VII) und es gibt gewisse schlechte Gelatinesorten, welche nach kurzer Digestion das Bromsilber zersetzen und Schleier hervorbringen.
- Aber es verhalten sich auch klar und gut arbeitende Gelatinesorten verschieden. Hauptsächlich hängt dies davon ab, ob die Gelatine ..hart“ ]st. d. i. rasch erstarrt und eine feste Gallerte giebt. womit meistens langsameres Anquellen in wässerigen Flüssigkeiten verbunden ist. oder °b sie „weich“ ist, d. h. die entgegengesetzten Eigenschaften hat1).
- Eine harte Gelatine gestattet im Allgemeinen ein leichteres und rascheres Arbeiten, insbesondere im Sommer, weil die Emulsion selbst heissem Wetter auf den Platten rasch erstarrt; ferner weil die Schichten fester am Glase haften und nach dem Fixiren nicht so leicht ahsehwimmen. als wenn man weiche Gelatine nimmt.
- 1) Die Fabriken erzeugen „barte Gelatine“ durch gute Wahl des Rohmaterials, s°i'gfältiges Behandeln beim Sieden der Gelatine, wobei man vermeidet, durch über-llias*ig langes oder schnelles Erhitzen die Gallerte zu zersetzen; mitunter findet man 111 -harter Gelatine“ etwas Alaun, wodurch die Gallerte mehr Festigkeit erhält. Zuviel Vaun ist schädlich (s. Cap. VIII). Gelatine, welche während der kalten Jahreszeit |)Gic-irt wird ist besser, als die während heisser Witterung erzeugte, auf welchen Eistand der Verfasser zuerst im Jahre 1886 aufmerksam machte.
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- Dritter Thojj. Drittes Capitel.
- Diese Vortheile sind sehr belangreich. Erst seit der Erfindung sehr harter Gelatinesorten, welche die Gelatinefabrik zu Winterthur zuerst in der Schweiz (vormals G. Simeons) nach den Angaben des Verfassers im Frühjahre 1881 herstellte und auch von Heinrichs. Drescher u. A. in guter Qualität erzeugt wird, können in warmem Klima auch ohne besondere Vorsichtsmassregeln Emulsionsplatten mit Sicherheit erzeugt werden. Die harte Gelatine fand zuerst in Deutschland, dann in Frankreich und im Anfänge 1882 in England allgemeinen Eingang.
- Die harte Gelatine hat aber neben ihren Vorzügen auch ihre Nachtheile, welche man genau kennen soll, sobald man mit ihr arbeitet.
- Die harte Gelatine gibt leichter Schlieren; weiche, z. B. Nelson-Gelatine, erlaubt leichter die Herstellung reiner Platten, auch in ungeübten Händen. Dieser Fehler verschwindet, wenn man die harte Gelatine verdünnter nimmt (s. Cap. ,.Fehler“) oder ihr etwas weichen Leim zusetzt.
- Die mit harter Gelatine hergestellten Bromsilberplatten entwickeln sich langsamer. Der Einfluss der harten Gelatine ist jedoch nur ein mechanischer. Solche Platten lassen sich aber mit jeder gewünschten Intensität entwickeln , wenn man sie zuvor durch eine Viertelstunde in kaltem Wasser weicht und entweder dann wieder trocknet oder sofort entwickelt1). Die langsame Entwickelung kann aber sofort durch den Zusatz einer in kaltem Wasser löslichen Substanz, welche also dem Entwickler die Poren der Schicht öffnet, z. B. Zucker, ausgeglichen werden.
- Tn diesen Verhältnissen liegt der Grund, dass manche Praktiker zur Herstellung der Gelatine-Emulsion nicht ausschliesslich harte Gelatine verwenden, sondern sie mit einem Theile (z. B. der Hälfte oder einem Drittel) weicher Gelatine abmischen.
- Bei Emulsionen, welche mittels Aetzammoniak dargestellt werden (wo die Gelatine mehr als beim blossen Sieden leidet), sollte die harte Gelatine immer vorherrschen.
- Als harte Gelatinesorten sind zu nennen: harte photographische Gelatine von der Gelatinefabrik in Winterthur (Schweiz, vormals Simeons ), harte Gelatine von Heinrichs in Höchst a. M.. ferner von Drescher. Als mittelweiche Sorten können gelten: die meisten Licht' druck-Gelatinesorten (von Kreutz in Miehelstadt, Coignet in Pai'1N der Gelatinefabrik in Winterthur u. A.). Als weiche Sorten: Gelatine von Nelson (Nr. I und II). — Verfasser pflegt die harte Special' gelatine aus Winterthur zu verwenden.
- 1) Abney, Phot. News. 1881. S. 415. Phot. Woehenbl. 1881. S. 274 und 306-
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- Die Eigenschaften und Wahl der G-elatinesorten.
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- Auf Grundlage der oben erwähnten Untersuchungen ist bei der Wahl der Gelatine auf folgende Punkte Gewicht zu legen:
- 1. Die Gelatine sei für die Methoden ohne Ammoniak sauer, nicht alkalisch; für Ammoniakmethoden bleibt dies gleichgiltig. In englischen Faebjournalen findet sich wiederholt die Ansicht ausgesprochen, dass die klaren Gelatinesorten alle etwas Säure und zwar Salzsäure (?) enthalten sollen. Dies hält Verfasser nur in einer gewissen Hinsicht für richtig. Alle alkalischen Gelatinesorten, die dem Verfasser unterkamen, waren trübe; aber nicht alle sauer reagirenden waren klar und durchsichtig.
- 2. Manche Gelatinesorten enthalten reducirende Stoffe. Dieselben verursachen beim Sieden, Behandeln mit Ammoniak etc. eine Verschleierung der Emulsion. Man darf in diesem Falle nicht lange kochen und muss somit auf jenen Grad der Empfindlichkeit verzichten, der erwünscht ist.
- Eine gute Gelatine muss V2stündiges Digeriren einer Silberoxydammoniak-Emulsion bei 35—40 Grad 0. ohne Schleierbildung vertragen.
- 3. Manche Sorten neigen besonders zur Bildung von transparenten Flecken oder Nadelstichen; die Gelatine aus Winterthur, ferner von Drescher und andere der erwähnten Sorten sind in der Begel frei von diesem Fehler.
- Unbekannte Gelatinesorten soll man stets in dieser Sichtung prüfen, bevor man grössere Quantitäten von Emulsion damit herstellt, jedoch ist nur ein practischer Versuch hier entscheidend.
- 4. Die Gelatine soll kein Fett enthalten, welches nach der Meinung vieler Photographen kleine Vertiefungen in der Schicht und helle Pünktchen mit unscharfem Bande im Negative verursacht (?). Man erkennt einen Fettgehalt, wenn man eine wässerige Lösung von 20—40 g Leim i’uhig bei gelinder Wärme stehen lässt; es zeigen sich dann auf der Oberfläche Fettaugen D.
- V Eine 4procentige Gelatinelösung soll bei ungefähr 20 Grad 0. \öllig erstarren! Da diesem Erstarrungspunkte ein Schmelzpunkt von ungefähr 29 bis 30 Grad 0. entspricht, so ergibt sich, dass man bei einer oberflächlichen Prüfung von Gelatinesorten sich mit den sehr |eGht auszuführenden Schmelzpunktbestimmungen begnügen kann; man
- an neinn(ui. dass der Erstarrungspunkt um 8 bis 10 Grad C. niedriger höher der Schmelz- und Erstarrungspunkt, desto besser die
- L Die Fellen transparenten Punkte dürften selten auf einen Fettgehalt zurück-den fen Se*n; wa'kre Natur derselben ist nicht immer sichergestellt-, allein wer eQ in einem Fettgehalte sucht, wird in der Eegel irre gehen, da auch ganz
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- 24 Dritter Theil. Drittes Capitel.
- Gelatine, vorausgesetzt, dass sie im Wasser von 40 bis 50 Grad 0. völlig
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- löslieb ist.
- 6. Die Gelatine soll so fest („hart* 1') sein, dass die damit herge-stellten Bromsilbergelatineplatten fest am Glase sitzen und die photographischen Operationen (Entwickeln. Fixiren) aushalten, ohne sieh vom Glase abzuheben. Tritt dies (bei sonst guter Qualität der Gelatine) dennoch ein, so soll ein geringer Zusatz von Ohromalaun den Fehler beheben.
- II. Reinigung und Vorbereitung der Gelatine durch Waschen mit Wasser und anderen Substanzen.
- Mischt man Gelatine mit Eiweiss und erwärmt zum Gerinnen des letzteren, so wird dieselbe geklärt, verliert aber an Erstarrungsvermögen. Deshalb nun. weil solche Gelatine sich beim Emulsificiren anders verhält als gewöhnliche, ist man von dieser Reinigungsmethode abgekommen und verwendet lieber käufliche Gelatine. Mitunter wäscht man die Gelatine.
- Wenn man Gelatine in reinem Wasser einweicht. so lösen sich gummiartige Substanzen auf, welche mit dem mehrmals gewechselten Waschwasser entfernt werden. Manche Gelatinefabriken empfehlen sogar den Abnehmern ihrer Emulsions - Gelatine, man möge dieselbe durch eine oder mehrere Stunden in mehrmals gewechseltem Wasser waschen; hierauf sollte sie noch am selben Tage verwendet werden.
- Prof. H. W. Vogel1) empfiehlt dieses Mittel warm und versichert, er habe damit manche Sorte schlechter Gelatine (welche beim ammo-niakalischen Proeess Schleier und Unempfindlichkeit bewirkte) völlig brauchbar gemacht.
- Der Verfasser hält das Waschen der Gelatine für kein Universalmittel; er fand es in vielen Fällen wirksam, jedoch war der Effect mitunter entgegengesetzt, so dass die Gelatine nach dem Waschen weniger kräftige Matrizen gab als zuvor.
- Es soll nach Henderson's2) Ansicht gut sein, alle löslichen Be-standtheile durch Baden der Gelatine in Bromkaliumlösung (1 : 100) z11 entfernen, mit Wasser zu waschen und zu verwenden.
- fettfreie Gelatinen den genannten Fehler zeigen. Deshalb ist auch Ausziehen äei Gelatine vor der Verwendung mit Alkohol zwecklos fz. B. vorgeschlagen von HaarstiA-Phot. Wochenbl. 1884. S. 422) und der Alkohol würde die Neutralfette auch W lösen. Ligroin oder Benzin (wie Mrs. Seola vorschlug, Phot. News. 18841 als mittel sind bedenklich.
- 1) Phot. Mitth. 1884. Bd. 2t, S. 21.
- 2) Phot. News. 1885. S. 203,
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- Die Eigenschaften und Wahl der G-elatinesorten.
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- Waschen der Gelatine in verdünnten Alkalien oder Sänren wirkt energischer auf jie Qualität derselben.
- Ammoniakwasser ist für die erziehbare Empfindlichkeit günstig (beim Process mit Silberoxydammoniak), wie dem Verfasser zuerst Herr Plener mittheilte. Baden durch zwei Stunden in verdünntem Ammoniak (1 Ammoniak auf 5 Wasser) und darauf folgendes Waschen mit Wasser gibt sehr empfindliche und klare Platten; die Empfind-lichkeitssteigerung kann durch diese Behandlung das zwei- bis dreifache betragen; jedoch verlieren die Platten an Kraft und löst sich die Gelatine leichter vom Glase ab. Auch Dawson1) empfahl mehrstündiges Baden der Gelatine in verdünntem Ammoniak (1:18), bevor man sie zum Emulsificiren verwendet.
- Baden während eines Tages in verdünnter Schwefelsäure (1:40) empfahl Hen-derson2); man wäscht dann mit Wasser und erhält damit sehr gute Emulsionen mit sehr klaren Schatten. Nach J. Plener macht Baden in lproeentiger Salpetersäure die Gelatine hart und lederartig, trotzdem neigen damit dargestellte Platten zum Blasenziehen und Kräuseln.
- Baden in Alaunlösung macht die Gelatine hart und erhöht den Schmelzpunkt und Erstarrungspunkt. Emulsion mit solcher Gelatine hergestellt, ist wenig empfindlich, sehr klar und wenig kräftig (ammoniakalischer Process).
- Nach Henderson3) enthält die Gelatine gasförmige Bestandtheile, welche unter Aufsehäumen entweichen, wenn man die geschmolzene Gelatine unter die Luftpumpe stellt; dies soll nach Henderson Kohlensäure (??) und Ursache der weissen Punkte sein.
- III. Veränderungen der Gelatine in der Emulsion.
- Bezüglich der im Emulsionsprocess so wichtigen Gelatine ist das Augenmerk auf die Feststellung des Schmelz- und Erstarrungspunktes und auf die Veränderungen derselben bei Zusatz von Alaun gerichtet, ferner auf die Veränderungen, welche die Gelatine beim Erwärmen erleiden kann, auf den Verlauf der Fäulniss und den Einfluss der Zer-setzungsproduete der Gelatine auf die Bromsilber-Emulsion, endlich auf die Erscheinungen des Kraus eins und des Ausdehnens der Gelatineschicht. indem diese Momente einen wesentlichen Einfluss auf die Photographie mit Bromsilbergelatine ausüben.
- 1) Schmelzpunkt und Erstarrungspunkt.
- Die Bestimmung des Erstarrungspunktes, welche zuerst Dr. Lohse4) G‘i einigen Sorten ausführte. ist schwierig, weil der ETebergang von der flüssigen in die gelatinöse Form nicht genau zu fixiren ist.
- Eine dprocentige Gelatinelösung, welche Concentration ungefähr gewöhnlichen Gelatine-Emulsion entspricht, beginnt im Mittel bei
- D phot. News. 1883. S. 94.
- 2) Phot. News. 1884. S. 685.
- 3) Phot. News. 1885. S. 203.
- 4) Phot. Archiv. 1880. Bd. 21, S. 50.
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- Dritter Theil. Drittes Gapitel.
- 22 Grad 0. gelatinös zn werden. Das völlige Erstarren tritt im Mittel bei 20 Grad 0. ein. Der Schmelzpunkt liegt im Mittel bei 28.8 Grad 0.
- Eine lOprocentige Gelatinelösung schmilzt und erstarrt bei einer höheren Temperatur. Die Lösung beginnt im Mittel bei 24 Grad C. gelatinös zu werden. Das völlige Erstarren tritt im Mittel bei 22.3 GradO. ein. Der Schmelzpunkt liegt im Mittel bei 32 Grad C.
- Daraus folgt, dass im Allgemeinen der Schmelzpunkt einer Gallerte um 8 bis 10 Grad C. höher liegt, als der völlige Erstarrungspunkt; dass ferner eine Gelatine-Emulsion bei um so höherer Temperatur schmilzt und erstarrt, je mehr sie Gelatine enthält, Es ist sehr bemerkenswerth. dass die Erstarrungspunkte verschiedener Gelatinesorten um 8—9 Grad C. differiren. und es sich ähnlich mit den Schmelzpunkten verhält ; man muss demnach diese Verhältnisse bei der Wahl einer Gelatine berücksichtigen.
- Alaun und Chromalaun beeinflussen nicht nur das allgemeine Verhalten der Gelatine gegen Lösungsmittel, sondern auch den Erstarrungspunkt (s. Cap. VIII).
- 2) Veränderungen der Gelatine beim Erwärmen und Faulen.
- In dem Capitel über das Verhalten der Halo'idsalze des Silbers in Emulsionen werden eingehend die Veränderungen behandelt, welche das Bromsilber beim Digeriren in der Gelatine-Emulsion erfährt; auf die Veränderungen, welche die Gelatine selbst erleiden kann, soll hier näher eingegangen werden.
- Die Veränderungen, welche die Gelatine bei der Darstellung und Aufbewahrung der Emulsion erleidet, sind (soweit man gegenwärtig den Sachverhalt überschauen kann) verschiedenartige, und zwar folgende:
- A. Spaltung der Gelatine beim andauernden Kochen in zwei Substanzen, wie die Untersuchungen Hofmeister’s *) zeigen: in Semiglutin (C55 H85 Nj7 022), welches durch Platinchlorid fällbar, in Alkohol unlöslich ist und in Hemicollin <('.1T H7n \14O10>. welches in Alkohol löslich und durch Platinchlorid nicht fällbar ist, Semiglutin reducirt beim Stehen Silbernitrat, ohne es zu fällen, Hemicollin fällt das Silbernitrat flockig. Der Verlust des Erstarrungsvermögens der Gelatine beim langen Kochen wird durch diese Spaltung, welche keine Fäulniss ist. bewirkt. Dieser Proeess tritt erst nach dem mehrtägigen Kochen in solchem Grade ein. dass der Leim sich verflüssigt ; das V2—lstündige Kochen ist jedoch ohne störenden Einfluss1 2).
- 1) Ohem. Centralbl. 1879. S. 56 und 71.
- 2) Die Annahme Goudoever’s, dass die Verflüssigung des Leimes beim Kochen einfach durch die Aufnahme von 1 Mol. Wasser auf 4 Mol. Pektine erfolge, ist deffl nach veraltet.
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- Die Eigenschaften und Wahl der Gelatinesorten.
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- B. Beim andauernden Erwärmen auf 30 bis 50 Grad C. tritt ebenfalls der Verlust des Erstarrungsvermögens ein. aber später als im vorigen Falle und es ist sehr schwer die Grenze zu finden. wo die Zersetzung durch Fäulniss (durch Gasentwickelung und Entstehen von massenhaften Mengen gebundenem Ammoniak) von der oben erwähnten Spaltung zu unterscheiden ist.
- C. Kochen mit selbst geringen Mengen Ammoniak oder einer Säure beraubt die Gelatine rasch des Erstarrungsvermögens und es scheint dieselbe Spaltung vor sieh zu gehen, da der Verfasser die Bildung beträchtlicher Mengen von in Alkohol löslichen Producten, die durch Platinchlorid nicht fällbar sind, beobachtete. Erwärmt man Gelatine mit Wasser, welches 1 bis 2 Proc. Ammoniak enthält, nicht über 40 Grad 0.. so ist selbst nach 3 Stunden die Abnahme des Erstarrungsvermögens und das Sinken des Erstarrungspunktes nicht beträchtlich. Bei einer 4procentigen Gelatinelösung, welche mit 2 Proc. wässerigem Ammoniak versetzt ist, sinkt nach 5 Minuten langer Digestion bei 30 bis 40 Grad 0. der Erstarrungspunkt um 0.5 bis 0.8 Grad 0., nach 3 ständiger Digestion bei dieser Temperatur um ungefähr 1 Grad 0. Der Erstarrungspunkt ist also nicht in schädlicher Weise alterirt worden. Wohl aber wird die Gelatine weicher und weniger widerstandsfähig, was mitunter unangenehm sein kann. Tn diesem Falle kann die gewaschene Gelatine - Emulsion mit Alaun oder Chromalaun gehärtet werden.
- Fixe Alkalien zerstören aber beim Kochen den Leim. Das Kochen der Emulsion bei Anwendung von saurem Bromammonium nimmt der Gelatine viel rascher das Erstarrungsvermögen als neutrales Bromkalium, was nach dem Gesagten leicht erklärlich ist.
- D. Der Verlust des Erstarrungsvermögens der Gelatine durch andauerndes Erwärmen bei 30 bis 40 Grad C. ist fast immer das Resultat wnes Fäulnissprocesses. Die Keime der Fäulnissorganismen sind überall in der Atmosphäre vorhanden. so dass man keines künstlichen Fermentes bedarf.
- Bie Fäulniss der Gelatinesorten bei 30 bis 40 Grad C. verläuft verschieden. je nach der Qualität der Gelatine.
- Gelatine, welche gleich anfangs eine alkalische Reaction besitzt, ?d)t schon nach 3 bis 4 Tagen Ammoniakdämpfe ab. die sich dann ra&ch vermehren. Die meisten Sorten, welche sauer reagiren, geben erst Ila(‘b 10 Tagen oder noch später Ammoniakdämpfe ab.
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- Dritter Theil. Drittes Capitel.
- IY. Einfluss Ton Zersetzungsproducten der Gelatine auf die Eigenschaften der Emulsion.
- Die durch längeres Erwärmen und die Einwirkung der Salze veränderte Gelatine wirkt nicht nur nicht vortheilhaft auf die Qualität der Platten, sondern häufig sogar schädlich. Es kann nämlich Vorkommen, dass die veränderte Gelatine sich vom Glase ablöst, kräuselt etc.; aus diesem Grunde pflegten viele Fabrikanten einen Theil der Gelatine erst nach beendigtem Kochen der abgekühlten Emulsion zuzusetzen. Wird eine Emulsion, welche zersetzten Leim enthält und in Folge dessen beim Fixiren Blasen bildet und sich vom Glase löst, mit Alkohol entwässert, so wird sie fester und haftet beim Wiederauflösen und Aufträgen fest am Glase. Alkohol zieht aus der Emulsion eine gummiartige Masse aus. worauf Verfasser schon vor längerer Zeit hinwies.
- Alkohol zieht aus der zerkleinerten Bromsilbergallerte nebst dem Wasser auch die Beste der löslichen Bromide oder Nitrate aus.
- Man hat beobachtet, dass Bromsilber, in derartig zersetzter Gelatine emulsionirt, dünne und schieferige Negative gab, dagegen mit frischer und guter Gelatine gemischt, klare und kräftige Bilder lieferte1). Dagegen hat Dr. Lohse2) bemerkt, dass eine Gelatinelösung, welche durch längeres Digeriren bei 30 Grad C. zersetzt war, für sich allein eine be-merkenswerthe Steigerung der Empfindlichkeit bewirkte (in Folge frei-gewordenen Ammoniaks?), sobald man sie zu einer mit frischer Gelatine dargestellten Emulsion hinzufügte, was Nicol3) bestätigte.
- Die durch Ammoniak und Kochen veränderte Gelatine kann durch Auswaschen der zerkleinerten Emulsion grossentheils entfernt werden. Haddon zeigte, dass schon nach 30 Minuten langem Waschen 47 Proc. gummiartig gewordener Gelatine entfernt werden, wenn die betreffende
- 1) Diese Beobachtung machte zuerst J. Plener mit seiner Oentrifugalmaschine, wobei er das Bromsilber von der Gelatine separirt (Phot. Mitth. 1882. Bd. 19, S. 51 aus Phot. News); Verfasser kann diese Angaben aus eigener Anschauung bestätigen-— Man hat auch beobachtet, dass Emulsion, welche in Folge langen Auf bewahren-gefault und verflüssigt war, das Bromsilber zu Boden fallen lässt; giesst man die darüb erstehende klare Flüssigkeit ab und vertheilt sie in frischer Gelatine, so erhält man oft vortreffliche und viel empfindlichere Emulsion, als diese ursprünglich war (Brit. Journ. Phot. 1882. S. 745. Phot. Wochenbl. 1883. S. 36). — Burton fand-dass Bromsilber mit Gelatine lange gekocht, beim Entwickeln Grünschleier gibt; l^1 man das Bromsilber absetzen und emulsificirt es in frischer Gelatine, so erhält mal1 klare hochempfindliche Platten (Phot. Journ. 1882. Bd. 7, S. 38).
- 2) Phot. Archiv. 1880. S. 56.
- 3) Phot, News. 1884. S. 415 und 447.
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- Die Eigenschaften und Wahl der Gelatinesorten.
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- Gallerte in Nudeln gepresst war1). Durch Membranen (Gelatinemembranen oder Pergamentpapier) geht indessen nur ein kleiner Theil der löslich gewordenen zersetzten Gelatine mittels Dialyse hindurch. Daraus folgt, dass beim Waschen in kleinen Stückchen (Nudeln) die gummi-artigen Zersetzungsproduete der Gelatine vollständiger entfernt werden, als beim Waschen in grossen Stücken, weil in letzterem Palle nur die krystallisirenden Salze (in geringem Masse aber sog. Oollo'ide) durch Dialyse entfernt werden.
- 1) Phot. News. 1883. S. 108. Brit. Journ. Phot. 1883. S. 147. Phot. Woehenbl. 1883. S. 126.
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- VIERTES CAPITEL.
- ÜBER DIE BILDUNGS WEISE VON GELATINE - EMULSION.
- I. Verhältnis« von löslichem Bromsalz etc. zu Silbernitrat.
- Wenn man Bromkalium und Silbernitrat bei Gegenwart von Gelatine mischt, so pflegt man das erstere vorwalten zu lassen; freies Silbernitrat in der Emulsion würde beim Kochen Zersetzung (Verschleierung) bewirken. Ein absolut genaues Absättigen des Brom- und Silbersalzes ist wohl theoretisch, aber nicht practisch möglich; man lässt deshalb das
- Bromsalz vor walten. Dasselbe gilt von Chlor- und Jod-Emulsion.
- Zur genauen chemischen Umsetzung von 170 Theilen Silbernitrat
- in Bromsilber, beziehungsweise Chlor- oder Jodsilber sind folgende
- äquivalente Mengen von Salzen nothwendig:
- 119,1 Gewiehtstheile Bromkalium (KBr),
- 98 „ Bromammonium (NILBr).
- 166,1 ,, Jodkalium (KJ).
- 145 ,, Jodammonium (NH4J),
- 74,6 „ Chlorkalium (KCl).
- 58,5 „ Chlornatrium (NaCl),
- 53,5 „ Chlorammonium ( NIL CI).
- Man beachte, dass aus Gemischen von Jod-, Brom- und Chlorkalium bei Zusatz von Silbernitrat immer zuerst das Jod an das Silber gebunden wird, dann das Brom und erst zuletzt das Chlor (s. S. 8).
- II. Mischungsverhältnisse bei Bromsilber-Gelatine.
- Wie soll das Verhältniss von Bromkalium zum Silbernitrat in dei Praxis sein? Der Verfasser hält in Folge zahlreicher Erfahrungen au dem Verhältnisse von 5 Theilen Silbernitrat auf 4 Theilen Bromkahum (--= 3,3 Theilen Bromammonium) fest. Es ist dies dasselbe Verhältnis-welches er vor einigen Jahren (1880) auf Grundlage seiner mit Haupt mann Töth vorgenommenen Versuche als das beste erkannte.
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- Ueber die Bildungsweise von Gelatine-Emulsion.
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- Bennett empfahl auf 11 Theile Silbernitrat 7 Theile Bromammonium, was auch Wilson annahm; Abney mischt beide im Verhältnisse von 10: 7V3 und Burton wie 21:121l2.
- Daraus gebt hervor, dass Verfasser mehr lösliches Bromid verwendete, als damals gebräuchlich war. Ihn bewogen folgende Gründe: 1. Bei beträchtlichen Mengen von überschüssigem Bromkalium tritt bei langem Kochen oder Behandeln mit Ammoniak nicht leicht Schleier ein; 2. kann das Reifen durch Kochen weiter getrieben werden, als bei geringem Ueberschusse; 3. wirkt das im Bromkalium in der Wärme gelöste und beim Erkalten, sowie beim Verdünnen mit Gelatinelösung und nachfolgendem Waschen ausgeschiedene, äusserst fein zertheilte Bromsilber günstig auf die Platten; 4. können durch unvorsichtiges Abwägen auf unempfindlichen Wagen nicht so leicht Missgriffe geschehen.
- Dass das überschüssige Bromkalium günstig wirkt, bestätigte Abney, lange Zeit nachdem das Verhältniss des Verfassers publieirt war. Er constatirte, dass das Ver-hältniss von 20 Theilen Silbernitrat auf 15 Theile Bromkalium eine viel empfindlichere Emulsion (Siedemethode) gab, als das Verhältniss von 20 :12 A Das Verhältniss 20 :15 ist aber fast identisch mit dem des Verfassers (nämlich 20:16). — Abney erklärt dies daraus, dass Bromsilber in Bromkalium löslich ist und sich beim Erkalten in gelblichen Krystallen ausscheidet, die beim Waschen grünes, hochempfindliches Bromsilber geben.
- Nach Newberry ist das Verhältniss von 32,5 g Silbernitrat auf 28,5 g Bromkalium (beim Siedeprocess) das Beste; weniger Bromkalium bewirkt geringere Empfindlichkeit, mehr Bromkalium (z. B. 30 g) gibt gleichfalls eine weniger empfindliche und flaue Emulsion (Eder’s Jahrbuch f. Photogr. für 1888. S. 469).
- Enthält eine Emulsion Mengen von überschüssigem Bromkalium. welche obiges Verhältniss bedeutend übersteigt, so erhält man nach der Siedemethode flaue, ja sogar schleierige Emulsionen.
- Emulsionen, welche gar kein überschüssiges lösliches Bromid entfalten (bei denen das Bromsilber separat gefällt und gewaschen wurde) rfeifen auch noch beim Erwärmen nach. Sie werden empfindlicher, aber verschleiern leicht.
- III. lieber die Anwesenheit yoii gelöstem Bromsilber in der Gelatine - Emulsion und dessen Einfluss auf die Eigenschaften
- desselben.
- Es wurde schon oben (S. 15) erwähnt, dass das Bromsilber, wenn auch nur in minimalen Spuren, im Wasser löslich ist. und dass insbe--Uudere v°m fein zertheilten Bromsilber, welches in der „gereiften'4 Drnlsion enthalten ist, namhaftere Spuren gelöst Vorkommen.
- Eureh die Anwesenheit der Gelatine wird die kleine Menge des ~ ^Wn Bronrsilbers etwas vermehrt.
- 1) Phot. News. 1881. S. 198. Phot. Woehenbl. 1881. S. 161.
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- Dritter Th eil. Viertes Capitel.
- Gelatine hindert nämlich die Fällung des Brom- und Chlorsilbers, was Hardwich 1860 wusste1), beträchtlich. Dies zeigen deutlich die Versuche, welche Hr. Hecht auf Veranlassung des Verfassers anstellte. Es wurde reines Chlornatrium und Gelatine in Wasser gelöst und dann so viel Silbernitratlösung von bekanntem Gehalte zugefiigt, bis eine Trübung entstand. Es ergab sich2):
- 100 Theile einer Lösung von 1 Proe. Chlornatrium lösten hei 39—40 Grad 0,00954 Th.
- Chlorsilber,
- o o „ „ 1 Proe. Chlornatrium „ „ 30—40 Grad 0,59763 Th.
- -)- 1 Proe. Gelatine Chlorsilber,
- 100 „ „ „1 Proe. Bromkalium „ „ 30—40 Grad 0,01099 Th. Bromsilber,
- 100 „ „ „ 1 Proe. Bromkalium „ „ 30—40 Grad 0,05950 Th.
- -f- 1 Proe, Gelatine Bromsilber.
- Daraus geht hervor, dass Gelatine die Fällung beträchtlicher Mengen Chlor- oder Bromsilber hindert, welche somit gelöst in der Masse bleiben. Beim Abkühlen und langen Stehen scheidet sich eine minime Quantität der gelösten Silbersalze ab.
- Die Menge des gelösten Bromsilbers in der Emulsion kann noch durch andere Mittel vermehrt werden, z. B. durch Ammoniak. — Ammoniak löst bekanntlich etwas Bromsilber auf (s. S. 11). Die unter Zusatz von Ammoniak hergestellte Bromsilber - Gelatine enthält also gelöstes Bromsilber: sie gibt aber trotzdem an Wasser kein Silber ab, folglich scheint das gelöste Bromsilber von der Gelatine hartnäckig festgehalten zu werden und in der Emulsion zu verbleiben.
- Durch den Ammoniakzusatz wird die Empfindlichkeit um einen merklichen Grad, insbesondere aber die Intensität und Kraft der mit solcher Emulsion erzeugten Negative gesteigert,
- Abney machte im April 1881 auf das Lösungsvermögen der Alkali-bromide für Bromsilber aufmerksam; er vergleicht diese Wirkung sogai mit jener des Ammoniaks. Er bemerkt, dass wohl das Bromkaliuni nicht so viel Bromsilber löst als Ammoniak (vergl. S. 11).
- IV. lieber die Bildung und das Verhalten der verschiedenen Modificationen des Bromsilbers in photographischer Emulsion.
- Fällt man wässerige Silbernitratlösung mit wässeriger Broinkaluun lösung, so entsteht ein grossflockiger Niederschlag (s. S. 13). welche sich leicht zu Boden setzt. Dieser Niederschlag kann durch andauernde-Schütteln mit warmer Gelatinelösung zu einer feinen milchigen EmuIslLlI!
- 1) Journal phot. Soe. of London. Bd. 6, S. 116.
- 2) Bull, de l’Assoe. Beige de Phot. 1881. Bd. 8, S. 19.
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- Ueber die Bildungs weise von Gelatine-Emulsion.
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- vertheilt werden. Wesentlich leichter gelingt die Emulsification, wenn ü-ieich zu Beginn des Mischens von Brom- und Silbersalz Gelatine zugegen war.
- Fällt man Bromsilber aus kalten wässerigen Lösungen ohne Gelatine ete., so erhält man einen compacten groben Niederschlag, welcher sich leicht auf dem Filter auswaschen lässt. Trägt man ihn in eine warme Gelatinelösung ein und schüttelt, so vertheilt er sieh zu einer feinen Emulsion. Unter diesen Umständen verhält sieh das Bromsilber verschieden, je nachdem es bei Gegenwart von überschüssigem löslichen Bromid oder von Silbernitrat gefällt wurde; der Unterschied ist bemerklieh, selbst wenn das Bromsilber noch so sorgfältig gewaschen wurde.
- Das mit Silbernitrat-Ueberschuss gefällte und dann gewaschene Bromsilber ist nach seiner Emulsiflcirung in Gelatine ein wenig (allerdings unbedeutend) empfindlicher und etwas kräftiger arbeitend, als das mit Bromid-Uebersehuss gefällte. Eine solche Emulsion wird beim fortgesetzten Erwärmen (Digeriren) auf 30 bis 40 Grad 0. allmählich in ihren photographischen Eigenschaften verbessert, indem, sie kräftigere Negative gibt. Die Negative sind nach 24stündiger Digestion sehr dünn, nach zwei Tagen wesentlich besser und die Intensität steigt bis zum sechsten Tage1)- Zugleich wird das Korn vergröbert.
- Bis jetzt ist es auf diesem Wege nicht gelungen so empfindliche Platten herzustellen, als es durch Emulsiflcirung bei Gegenwart der Gelatine möglich ist.
- Fällt man ammoniakalische Silbernitratlösung mit Bromammonium in blosser wässeriger Lösung, so erhält man ein sehr feines Bromsilber, welches, zur Gelatine gefügt, wohl eine sahnige Emulsion gibt, aber weniger empfindlich als eine Bennett-sche Emulsion ist2).
- Ueber andere ähnliche Methoden s. Abschnitt II im praetisehen Theil,
- Bas grossflockige Bromsilber ist photographisch unbrauchbar, weil es keine gleichmiissigen Schichten gibt und ist höchst unempfindlich. Hauptmann Töth und Verfasser hatten einmal ein derartiges grossflockiges Bromsilber in Glycerin sogar auf 100 Grad 0. durch mehr als ,,,ne halbe Stunde erhitzt und es war (nach Gelatinezusatz) bei einer mit Eisen oxalat entwickelten Probe noch viel unempfindlich er als die unenipfindliehste „nicht gereifte" feinpulverige Emulsion3).
- Erwärmt man das bei niedriger Temperatur erhaltene grossflockige Hiomsilber mit Gelatine auf 50 bis 60 Grad 0., so vertheilt sich dasselbe «Her in den meisten Fällen und gibt eine sehr feine Emulsion. Reagirt ‘Hs Gemisch sauer, so erfolgt (wie erwähnt) die feine Zertheilung lang-"ailler- als bei Gegenwart von etwas Ammoniak.
- Heber die Steigerung der Empfindlichkeit von Bromsilbergelatine dm‘eh das „Reifen" (s. S. 37).
- 1)
- 2;
- 3,
- Edar^
- Pu Szekely, Phot. Corresp. 1880. Bd. 17, S. 46.
- Fahre, Phot. Mitth. 1880. Bd. 16, S, 254.
- 1880 in der ersten Auflage dieses Buches, S. 9, zuerst mitgetheilt,
- Handbuch der Photographie. III. Theil. 4. Aufi. 3
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- Dritter Theil. Viertes Capitel.
- Y. Bildung von Jodsilbergelatine-Einulsion.
- Jodsilber emulsificirt sieb in Gelatinelösungen nur dann befriedigend, wenn viel Gelatine zugegen ist; in dünnen Lösungen scheiden sieh viel Flocken aus (vergl. das ähnliche Verhalten in Collodion Theil II, Heft 8. S. 220). Spritzt man jedoch die Silberlösungen mittels einer Spritzflaseke im dünnen Strahl ein oder fügt sowohl zum Jodkalium als auch zum Silbernitrat vor dem Mischen Gelatine, so erhält man feine Emulsionen.
- Mach Schumann ist der blassgelbe Niederschlag, wie er beim Fällen von Silbernitrat mit überschüssigem Jodkalium entsteht, langsamer in Fixirnatron löslich, als der dunklere mit Silbernitrat-Ueberschuss gefällte; in Form von Gelatine-Emulsion sind jedoch beide gleich langsam löslich1)
- YI. Bildung von CMorsilbergelatine- Emulsion.
- Ohlorsilber bildet bei Gegenwart von Gelatine nicht selten flockige Niederschläge und es bedarf ziemlich viel Gelatine, um die Flüssigkeit so dickflüssig zu machen, dass feine Emulsionen entstehen. Es emulsi-ficirt sich also schwerer als Bromsilber.
- Bei Gegenwart von Ammoniak bilden sich leicht feine Ohlorsilber-Emulsionen.
- Meistens sind Chlorsilbergelatinesehichten nach dem Trocknen sehr stark transparent; trotzdem geben sie kräftige Bilder (s. unten).
- 1) Phot. Wochenbl. 1884. S. 321.
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- FÜNFTES CAPITEL.
- ÜBERSCHÜSSIGES SILBERNITRAT UND ANDERE SILBERSALZE IN DER GELATINE-EMULSION.
- Der Zusatz von überschüssigem Silbernitrat zur Emulsion während ihrer Darstellung ist sehr unvortheilhaft.. Es zersetzt sich nämlich beim lungeren Erwärmen mit der Gelatine und gibt dann Rothschleier; heim Kochen erfolgt die Reduction momentan, unter Umständen bräunt sich dann die ganze Emulsion.
- Die Versuche über das Verhalten des freien Silbernitrates in der ti eiatme - Emulsion sind alt. Weil man die günstige sensibilisirende Wirkung dieses Salzes in der Oollodion-Emulsion kannte, versuchte man es auch in der Gelatine-Emulsion und der erste Versuch mit einer solchen Gelatine-Emulsion wurde 1871 von dem Entdecker des Ver-tahrens, Dr. Maddox. gemacht, Genauere Angaben machte Parr (1877). L' fand, dass gewaschene Bromsilber-Gelatine (mit Ueberschuss von löslichem Bromsalz hergestellt) klar arbeitet, aber weniger empfindlich War- als dieselbe Emulsion, die mit ganz wenig Silbernitratlösung vertuscht wurde. Die letztere war viel empfindlicher, zersetzte sieh aber llach einer Woche, indem sich beim Entwickeln Rothschleier über die Platte deckte. Auch Berkeley machte Versuche in dieser Richtung.
- Man fand bald, dass eine Bromsilbergelatine-Emulsion empfindlicher W'd, wenn sie etwas überschüssiges Silbernitrat enthält, sich aber rasch h1 ""'z' und spätestens nach einer Woche beim Entwickeln mit Pvro--aHol einen rothen Schleier gibt, namentlich, wenn der Silbernitrat-Peber-'Eus nicht sehr gering ist, (Parr 1877*), Berkely2). Monckhoven3).
- D Yearbook of Phot. 1878. S. 93.
- '-) Phot. News. 1879. S. 195 und 1880. S. 202.
- Phot. Archiv. 1880. S. 195.
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- Dritter Theil. Fünftes Capitel.
- Stosch fand im Anschlüsse an diese Angabe, dass auch gewöhnliche Br omsilb er -Gelatineplatten bedeutend empfindlicher werden, wenn man 'sie in einem Gemisch von 100 Theilen Alkohol von 85 Proe (Brennspiritus), 1 bis 2 ccm einer Lösung von Silbernitrat in Wasser (1 : 15) und 10 ccm Ammoniak badet, nach 3 bis 4 Minuten herausnimmt und trocknet, was längstens 5 Minuten in Anspruch nimmt. Eine solche Platte war 4 bis 5 mal empfindlicher geworden1).
- Sowohl Vogel als Stosch fanden, dass nach längerer Zeit (circa 12 Stunden) die Empfindlichkeit wieder auf das ursprüngliche Maass sinkt, indem das Silbernitrat allmälig sieh freiwillig zersetzt.
- Nach Graeter2) wird eine gewaschene gewöhnliche Emulsion (in Form von Gallerte) sehr empfindlich, wrnnn man sie in einer ziemlich coneentrirten Lösung von Silberoxydammoniak badet und dann wäscht. Freilich geben dann die meisten Emulsionen Schleier.
- Eder und Töth wiederholten die Versuche mit hochempfindlichen Bromsilber-, sowie Bromjodsilber-Gelatineplatten3) und fanden, dass die Empfindlichkeit derselben durch Baden in alkoholischer Silbernitratlösung (auch ohne Ammoniak) gesteigert wird. Aehnlich fanden dieselben die Wirkung von chlorsaurem Silberoxyd4), citronensaurem Silberoxyd5); essigsaures Silberoxyd verhält sich ähnlich6).
- Bäuchern der gesilberten Platten mit coneentrirtem Ammoniak unmittelbar vor der Exposition ist günstig. Die Platten werden dann etwas empfindlicher und entwickeln sich mit Kraft,
- Eosinsilber, sowie Erythrosinsilber bewirken eine bedeutende Steigerung der Gelbempfindlichkeit der Bromsilber-Emulsion, ohne ihre Gesammtempfindlichkeit jfür weisses Lieht herabzudrüeken (s. orthochromatische Platten).
- 1) Phot. Mitth. 1881. Bd. 18, S. 70.
- 2) Phot. Corresp. 1883. S. 165.
- 3) Phot. Corresp. 1883. S. 165.
- 4) Phot. Corresp. 1881. S. 137.
- 5) Man badet gewöhnliche Golatineplatten durch 3 bis 5 Minuten in einer £',!t filtrirten Mischung von 100 ccm Alkohol und 1/2 bis lüg ccm eitronensaurer silleu lösung. Die citronensaure Silberlösung wird durch Lösen von 10 g Citronensäure und 10 g Silbernitrat in 100 ccm Wasser hergestellt. Die Platten werden auf Fliesspaper an einen völlig staubfreien Ort gestellt und getrocknet, was nach einigen Minuten t,e endigt ist. Solche Platten sind sechs Tage haltbar; ohne Zweifel bleiben sie not. länger unverändert.
- 6) Nach Ducos du Hauron, welcher die Platten in einer Lösung von 1 D1^1 Wasser, 5 eem flüssigem essigsauren Ammoniak und 10 cem Silbernitrat badet, dai^ wäscht und trocknet; durch das Wasser sollen die Platten ihre Empfindlichkeit nn einbüssen, aber haltbarer werden. (Phot. Archiv. 1881. S. 175.)
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- SECHSTES CÄ.PITEL.
- ÜBER DAS REIFEN DER BROMSILBER-GELATINE.
- Sofort nach dem Mischen sind Bromsilbergelatine-Emulsionen in den meisten Fällen wenig empfindlich; durch eine gewisse Behandlungs-weise kann man die Empfindlichkeit der Emulsionen steigern. Dieses Wachsen der Empfindlichkeit nennt man das „Reifen“.
- Eine bei 30GiadC. oder noch niedrigerer Temperatur hergestellte Bromsilbergelatine-Emulsion besitzt bei unmittelbarer Verwendung eine verhältnissmässig geringe Empfindlichkeit; sie erreicht kaum die Hälfte einer gewöhnlichen nassen Collodionplatte.
- Eine solche unempfindliche Emulsion enthält „ungereiftes“ Bromsilber. Es ist höchst wahrscheinlich mit Stas’ fein zertheiltem pulverigen Bromsilber indentiseh. Diese Emulsion ist unendlich fein, gibt aber wenig dichte Schichten; die letzteren lassen rothgelbes Licht durchgehen und erscheinen in auffallendem Lichte betrachtet (falls das lösliche Bromid vorherrschte) hellgelb. Dieses Bromsilber entsteht immer zuerst heim Mischen der Emulsion, besonders wenn die Temperatur gering ist. Die Empfindlichkeit ist wesentlich geringer als die der nachfolgenden Modifikation, weshalb man <wch das pulverige Bromsilber als „unempfindliches“ oder „nicht gereiftes“ Bromsilber bezeichnet.
- Durch längeres Stehen, rascher beim Erwärmen in neutraler oder schwach saurer Lösung oder noch rascher bei Gegenwart von Ammoniak und gewissen anderen Präparaten, wird die Bromsilber-Gelatine em-l'hndlicher. Die Steigerung der Empfindlichkeit während des Reifens kann das Zwei- oder Dreifache, ja sogar das Fünfzig- bis Hundertfache betragen.
- I. Reifen in der Kälte.
- Das Reifen der Bromsilbergelatine in der Kälte erfolgt sowohl bei gallertartig erstarrten Emulsion, als auch bei der flüssigen; der ^ztere Fall tritt ein. wenn der Gelatinegehalt so gering ist, dass die . lll;si?keit das Erstarrungsvermögen verloren hat. Auch Bromsilber, kmninii arabicum emulsificirt, reift in der Kälte nach.
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- Dritter Theil. Sechstes Capitel.
- A. Reifen von flüssiger Bromsilber-Gelatine in der Kälte.
- Ganz verdünnte Gelatinelösnngen (z. B. solche von x/2 Proe, Gelatine-geh alt) erstarren in der Kälte nicht; mischt man diese mit Bromkali um und hierauf mit Silberlösung, so bildet sich eine Emulsion, welche oft auch grossflockiges Bromsilber enthält. War auch Alkohol zugegen, so erfolgt ein feinerer Niederschlag. In neutraler oder saurer Lösung reift solche Emulsion bei 10 bis 20 Grad 0. sehr schwer; rasch dagegen bei Gegenwart von etwas Ammoniak oder kohlen saurem Ammoniak.
- Darauf gründeten Cowan, Henderson u. A. Methoden, um hochempfindliche Emulsion herzustellen. Gewöhnlich ist hierbei das Ammoniak schon während des Mischens vorhanden (s. weiter unten den Henderson’sehen Process Cap. XVII); jedoch kann man auch in neutraler Lösung mischen und dann erst das Ammoniak zusetzen1).
- B. Reifen der gallertartig erstarrten Bromsilber - Gelatine in der Kälte.
- Eine zur Gallerte erstarrte Bromsilber-Gelatine gewinnt beim Stehen bei gewöhnlicher Temperatur allmählich an Empfindlichkeit. Diese Beobachtung machte schon Monekhoven2). Abney wies zuerst mit Nachdruck darauf hin, dass eine gekochte an und für sich schon hochempfindliche Bromsilbergelatine schon nach eintägigem Stehen in der Kälte eine Empfindhehkeitszunahme zeigte, welche mit dem zweiten und dritten Tag sich vergrösserte3). In neutraler oder saurer Emulsion ist jedoch das Reifen in der Kälte gering4) und kommt höchstens auf das zweifache. Bei Gegenwart von Ammoniak, kohlensaurem Ammoniak oder Soda reift die Gallerte bedeutender, was Verfasser schon 1880 publlcirte5) und Burton6) (1882) u. A. neuerdings bestätigten.
- Emulsionen, welche aus Silberoxydammoniak hergestellt sind und in der Wärme bis zur Erzielung einer guten Empfindlichkeit digerirt sind, enthalten reichlich Ammoniak und reifen ungewaschen beim Stehen in Gallerteform in flachen Schalen nach 1 bis 2 Tagen (oder bei niedriger
- 1) Burton mischte die Emulsion, welche sehr wenig Leim (1:800 Flüssigkeit) enthielt, bei 77 Grad C., kühlte möglichst schnell ab und versetzte mit 1 Proe. Ammoniak; schon nach vier Tagen erhielt er die Empfindlichkeit einer gekochten Emulsion (Brit. Journ. Phot. 1882. S. 18. Phot. Wochenbl. 1882. S. 31).
- 2) Phot. Archiv. 1880. S. 197; aus Tratte general de Phot.
- 3) Phot. News. 1880. S. 567. Phot. Mitth. Bd. 17, S. 231.
- 4) Lässt man gewaschene Emulsion durch 3 bis 8 Tage an einem kühlen Oit stehen und sorgt durch Besprengungen mit carbolsäurehaltigem Weingeist, dass sie nuM fault, so wächst die Empfindlichkeit nur wenig; dagegen ist die Zunahme der Intensiv (Dichte der Negative) sehr merklich.
- 5) Erste Auflage dieses Werkes. S. 15.
- 6) Phot, News. 1882. S. 281.
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- Ueber das Reifen der Bromsilber-Gelatine.
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- Temperatur nach längerer Zeit-) sehr stark, wie wohl Cowan1) zuerst an^ab. Auch die gewaschenen Emulsionen reifen in gallertigem Zustande (selbst unter Wasser) in einigen Tagen merklich; oft steigt die Empfindlichkeit um das Doppelte.
- Bei einer völlig trockenen oder unter starkem Weingeist auf bewahrten (entwässerten) Bromsilbergelatine hat Verfasser keine namhafte Empfindlichkeitssteigerung nach drei Monaten wahrgenommen.
- Eine Aenderung der Empfindlichkeit trockener Emulsionsplatten ist bis jetzt noch niemals mit Sicherheit nach gewiesen worden (s. S. 33). — Dass Platten beim Aufbewahren aber dennoch eine Aenderung ihrer Qualität erleiden, wird unten gezeigt werden.
- II. Einfluss des Erstarrens der Bromsilber-Gelatine auf das Reifen. (Zweimaliges Schmelzen.)
- Ein zweimaliges Erstarren und Schmelzen der Emulsion übt einen günstigen Einfluss auf die Empfindlichkeit. Henderson2) eonstatirte, dass, wenn man eine Emulsion in zwei Theile t-heilt und den ersten geschmolzen erhält, den zweiten aber abwechselnd eben schmelzen und gerade wieder erstarren lässt, diese letztere Hälfte weit empfindlicher ist (vergl. auch S. 47). Man benutzt in der Fabrikation von Emulsion diese Erscheinung, um eine wenig empfindliche sehleierlose Emulsion empfindlicher zu machen. Manche Fabrikanten verwenden stets nur eine Emulsion, welche nach dem Waschen geschmolzen und erstarren gelassen wird, worauf man sie am nächsten Tage verwendet, oder in einem Eissehranke durch 1 bis 2 Wochen aufbewahrt. — Eine Spur Soda (oder Ammoniak) in der Emulsion befördert hierbei das Beifen sehr (s. S. 46).
- III. Das Reifen der Emulsion durch Digeriren in der Wärme.
- A. Ungewaschene Emulsionen.
- Wird eine Gelatine-Emulsion von normaler Ooneentration3). welche 'mnilsifieirtes Bromsilber nebst überschüssigem löslichen Bromid und den huch Doppelzersetzung von Silbernitrat und Bromsalz entstandenen Nitraten enthält, längere Zeit erwärmt, so bildet sich fein zur! heillos
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- zorniges Bromsilber, welches aber immer noch sehr feine Emulsionen
- t) Phot. News. 1882. S. 753.
- 2) Phot. Wochenbl. 1883. S. 304.
- 3.) Unter Emulsionen von ..normaler Ooneentration“ versteht Verfasser solche, bei n ehen gleich von Anfang an alle Gelatine und Salze und das ganze Wasser bei-~ nnst-ht ist: also etwa 30 g Silbernitrat, 24 g Bromkalium, 30 bis 50 g Gelatine und Wefähr 600 g Was ser. (Unterschied von jenen Emulsionen, bei welchen nur mit einem Wiehtheil der Gesammtgelatine emulsificirt und der Rest erst nach beendigter Digestion Kiri)
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- Dritter Theil. Sechstes Capitel.
- gibt. Dünne Schichten erscheinen im auffallenden Lichte gelblichgrün (Stich in's Olivengrüne), im durchfallenden blau- bis rothviolett. Dieses Bromsilber ist ausserordentlich lichtempfindlich und wird deshalb auch als ..hochempfindliches oder „gereiftes14 Bromsilber bezeichnet (über den Zusammenhang zwischen Farbe der Emulsion und deren Empfindlichkeit siehe auch weiter unten).
- Durch weiteres Erwärmen und andere Umstände, welche das Zusammenballen der Partikelehen begünstigen, kann das fein zertkeilte körnige Bromsilber grobkörnig werden. Es ist dann wohl noch immer hochempfindlich, aber das grobe Korn macht die Schichten photographisch schlecht verwendbar. Es wäre aber ein Irrthum, zu glauben, das grobkörnige Bromsilber müsse immer empfindlicher sein als das fein zer-theilte körnige.
- Mischt man Silbernitrat, überschüssiges Bromkalium, Gelatine und Wasser und lässt es bei 30 bis 40 Grad C. im Wasserbade mehrere Tage lang stehen, so steigt die Empfindlichkeit um das Doppelte bis Zehnfache, worauf Bennett1) zuerst im Jahre 1878 eine Methode zur Herstellung empfindlicher Emulsion gründete, welche wegen ihrer Langwierigkeit und weil die Gelatine stark angegriffen ward, aber bald wieder aufgegeben wurde. — Bei diesen und ähnlichen Beifungsprocessen wächst das Korn des Bromsilbers (nach fünf Tagen) von 0.0008 mm auf auf 0,003 mm (Eder2).
- Diese Angaben gelten insbesondere für Bromsilber mit überschüssigem löslichen Bromid. Das mit überschüssigem Silbernitrat präparirte. sorgfältig gewaschene und dann in Gelatine emulsionirte Bromsilber erfährt beim Digeriren bald eine Zersetzung. Das mit überschüssigem Bromkalium digerirte Bromsilber nimmt langsam aber allmählich an Lieht-empfindliehkeit zu, und überholt in dieser Sichtung bald das vorige,
- Wird die Digestion der Bromsilber - Gelatine sehr lange (8 bis 14 Tage und darüber) fortgesetzt, so erleidet das fein zertheilte körnige Bromsilber meistens eine weitere beträchtliche Yergrösserung des Kornes. Es bilden sich Klumpen von etwa 0.02 bis 0.04 mm. Diese sind schon dem freien Auge sichtbar und bestehen meistens aus zersetztem Bromsilber, welches sich auch bei Lichtausschluss mit dem Entwickler schwärzt. Man sagt in diesem Falle, die Emulsions-Platten zeigen „Schleier". Ier' minderung der Gelatine, Abwesenheit von überschüssigem Bromkalium-sowie Erhöhung der Temperatur über 60 Grad C. begünstigt die Bildung
- 1) Phot, News. 1878. Auch Phot. Corresp. 1878. Bd. 15, S. 212 und ffU Bd. 16, S. 87.
- 2) Siehe Eder, ..Mikroskopische Messungen bei Bromsilber-G-elatine-EmulsioneI1
- Phot. Corresp. 1880. Bd. 17, S. 30.
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- Ueber das Reifen der Bromsilber-Gelatine.
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- dieser Klumpen; Anwesenheit von Bromkalium etc. verhindert sie lange Zeit. Es ist charakteristisch, dass die grösseren Bromsilberpartikelchen von fein zertheiltem körnigen Bromsilber sich leichter im Entwickler schwärzen, als die Theilchen des feinzertheilten pulverigen1). Namentlich die erwähnten ganz groben Klumpen von Bromsilber werden von dem normalen Entwickler ohne jede vorausgegangene Lichtwirkung geschwärzt2). Es wird beim Bromsilber die chemische Beducirbarkeit mit der Zunahme der Dichtigkeit des Bromsilbers, ebenso wie die Zer-zetzbarkeit im Lichte vermehrt und erleichtert, Das entwickelte und fixirte Negativ zeigt im metallischen Silber ein mehr oder weniger feines Korn, welches ganz dem Korn des Bromsilbers entspricht,
- Bei 60 Grad 0. ist die Emulsion nach einer Viertelstunde nur theil-vveise. nach 1 bis 3 Stunden ziemlich vollständig in die empfindlichere Form umgewandelt. Sie lässt in der Durchsicht nur wenig rothes Liebt durchfallen, und ist nach vier Stunden besser gereift, wie man es bei 40 Grad nach vier Tagen nicht erreicht hätte. In siedendem Wasser (bei 100 Grad C.) gebt die moleculare Umwandlung des Bromsilbers am raschesten vor sich. Schon nach 10 Minuten langem Sieden ist sie häufig vollendet und nach 1j2 bis l1/2 Stunde fast immer vollkommen, wo man ungefähr dieselbe Empfindlichkeit erhält, wie nach dem sechstägigen Digeriren bei 35 bis 40 Grad C.3).
- Im Allgemeinen fand Verfasser, dass ein halbstündiges Erhitzen auf 100 Grad C. einer Bromsilber-Gelatine ungefähr gleichen Effect gibt, wfio 'in- bis zweistündiges Erwärmen auf 70 bis 80 Grad 0.
- Nach Gracter gibt ^ständiges Kochen in Papin's Topf bei 140 Grad C. (4 Atmosphären Druck) dasselbe Besultat. wie 1 ständiges ljE 100 Grad C.
- 1) Ueberzieht man mit solcher Emulsion Platten, so senkt sieh das grobkörnige Bromsilber nieder, zur Glasseite zu; beim Entwickeln bleibt dann die Oberseite der Viiieht klar, die Unterseite aber verschleiert rasch (vergl. S. 48).
- 2) Diese Beobachtung machte Verfasser bei seinen mieroscopischen Messungen and \ ergleichungen verschiedener Platten vor und nach dem Entwickeln (s. Phot, '-’orresp. 1880. Bd. 17, S. 30).
- 3) Die Priorität der Entdeckung, dass die Bromsilber-Gelatine-Emulsion bei hoher eniperatur schneller als bei 30 bis 40 Grad C. in die hochempfindliche Modifieation
- gebührt zwei Engländern. Vorth] ev fand bekanntlich, dass Digeriren bei -.-uadC. die Gelatine-Emulsion in wenigen Stunden ebenso empfindlich mache, als a'* Adrigerer Temperatur durch viele Tage (Brit. Journ. of Phot. 1876. Bd. 23, S. 307, f'V Phot. Mitth. 1876. B. 13, S. 173). Weniger bekannt ist es, dass Mansfield ^ei irländischen photographischen Gesellschaft am 13. August 1879 (Brit. Journ. ^ot' 1879. Bd. 26, S. 403) schon vorschlug, die Emulsion durch 10 Minuten nd zu erhalten, anstatt sie lange Zeit in lauwarmem WTasser zu digeriren.
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- Dritter Theil. Sechstes Capitel.
- Bei länger als halb- bis einstündigem Sieden tritt häufig (aber nicht immer! !) Verschleierung der Bromsilber-Gelatine ein; es hängt dies von der Qualität der Gelatine ab.
- B) Reifen der gewaschenen Emulsionen in der Wärme.
- Wird eine gewaschene Bromsilbergelatine-Emulsion längere Zeit bei gelinder Wärme flüssig erhalten, so steigt die Empfindlichkeit derselben merklich. Gut gewaschene Emulsionen, welche vollkommen neutral reagiren und vollkommen schieierlos sind, kann man 6 bis 8 Stunde]] bei 38 bis 40 Grad 0. erwärmen und dadurch die ursprüngliche Empfindlichkeit ungefähr um die Hälfte steigern; unmittelbar vor dem Giessen muss aber dann der Emulsion Ohromalaun zugesetzt werden (s. Cap. VIII). um zu verhindern, dass die Gelatine sich vom Glase ablöst.
- Bei Gegenwart einer Spur Säure findet das nachträgliche Beiten der gewaschenen Emulsion nur in sehr geringem Grade statt. Bei geringer alkalischer Beaction der Emulsion aber ist die Emptindlichkeitssteigerung eine sehr bemerken s werth e; besonders sind hier Ammoniak, kok len saures Ammoniak oder Soda zu nennen (s. S. 46). Damit diese Alkalien bei der Digestion der gewaschenen Emulsion keine Schleier erzeugen, ist es vortheilhaft, eine Spur Bromammonium hierbei zuzusetzen (s. Cap. Y1I1).
- IY. Einfluss der Concentration der Flüssigkeiten auf die Empfindlichkeit der Emulsion.
- A) Reifen der Emulsion in gelatinereichen Lösungen.
- Es ist für das Resultat durchaus nicht gleieiigiltig, ob beim Mischen von Bromkalium und Gelatine mit der Silbernitratlösung die Lösungen mit viel oder wenig Wasser verdünnt waren. Darauf hat Monekhoven schon vor längerer Zeit aufmerksam gemacht1) Die mit wenig Wasser verdünnten Emulsionen reifen rascher.
- Eine concentrirte Emulsion gewinnt beim Sieden in 10 Minuten eine grössere Empfindlichkeit, als eine zwei- bis dreimal verdünntem m 30 Minuten. Zu sehr concentrirte Emulsionen schieiern (unter sonst gleichen Umständen) oft schon nach 20 Minuten langem Kochen und sollen deshalb stark mit Salzsäure oder Salpetersäure eingesäuert sein, während die verdünnten 3/4 bis 2 Stunden auskalten.
- Wenn die concentrirten Emulsionen beim Sieden kein grobkörnige)-sand- oder klumpenartiges Bromsilber aussekeiden sollen, so müssen sic ziemlich viel Gelatine (etwa 10 Proc.) enthalten. In gelatinearmen D1 sungen ist eine bedeutende Concentration nicht von Yortheil begleit?? weil zuviel Bromsilber zu Boden fällt,
- 1) Phot. Archiv. 1880. S. 192; aus Tratte general du Photographie.
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- Heber das Reifen der Bromsilber-Gelatine.
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- B) Reifen der Emulsion in gelatinearmen Lösungen.
- Emiüsifieirt man Bromsilber mit dem normalen Quantum Wasser und reichlichem Gelatinegehalt (z. B. gleichviel Bromsilber und Gelatine) s0 erfolgt das Reifen in der Wärme ziemlich langsam. Vermindert man unter sonst gleich bleibenden Mischungsverhältnissen den Gehalt der Gelatine bedeutend (z. B. Vio vom Gewichte des Silbernitrates), so erfolfft das Reifen sowohl beim Sieden, als auch beim Digeriren mit Ammoniak rascher und die Empfindlichkeit kann meistens höher gesteigert werden. Es scheint in den gelatinearmen, sehr dünnflüssigen Lösungen das Bromsilber sich leichter in die empfindliche Modifieation umzusetzen.
- Man pflegt sehr häufig bei der Darstellung der Emulsion nicht den vollen Gelatinegehalt zu verwenden, sondern nur l/3 bis 2/3 derselben oder einen noch kleineren Bruehtheil (z. B. bei der Henderson-Emulsion) und fügt den Rest erst nach beendigter Digestion zu. Dadurch wird auch die Gallerte widerstandsfähiger.
- Am weitesten in dieser Richtung ging wohl Burton. welcher dem Wasser beim Emulsificiren nur 1/800 Gelatine zusetzte und die sehr stark wasserhaltige Emulsion nach dem Kochen absetzen liess: das sedimentirte Bromsilber wurde dann in genügend viel Gelatine neuerdings emulsificirt (s. Cap. XVII). Diese Methode fand der Verfasser jedoch nicht practisch, weil den damit hergestellten Bildern die Kraft und Brillanz mangelt.
- Ist das Wasserquantum der ganzen Mischung sehr klein und ausserdem noch die Menge der Gelatine vermindert, so bildet sich wohl durch das Zusammenwirken der beiden günstigen Umstände sehr empfindliches Bromsilber; allein die concentrirte Silbersalz- und Bromsalzlösung liefert bei Mangel von genügender Gelatine grobe und körnige (selbst flockige) Emulsionen von schlechten photographischen Eigenschaften.
- Ammoniakalische Emulsionen geben bei Gegenwart von wenig Gela-ime rasch sehr empfindliche Emulsionen, jedoch entsteht leicht sog. Grünschleier beim Entwickeln des Bildes mit Pvro und Ammoniak1). Gie Schicht wird auch stark transparent und die Gradation in den hohen Gichtern ist schlecht und die Platten fixiren langsam, aber nicht immer aut fiel reichlicher Belichtung. Besser verläuft der Process in sehr •Alatinearmen Lösungen, wenn gleichzeitig Alkohol zugegen ist (s. S. 38. Gnmr Cap. VIII).
- Einfluss der Wärme auf trockene Bromsilher- Gelatine.
- ^ (1i’gl. hierüber S. 33 und 39; ferner Capitel X.
- GIG dem Pottaschen- oder Soda-Entwickler, ferner mit dem Eisenoxalat-Ent-
- 01 0<^er Hydrochinon kommt diese Art von Gfrün schieier nicht zum Vorschein.
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- Dritter Theil. Sechstes Capitel.
- VI. Einfluss Ton Ammoniak und anderen Alkalien auf das Reifen der Bromsilber: Gelatine.
- Man muss wohl unterscheiden zwischen dem Einfluss des Ammoniaks und der Alkalien a) auf die Bromsilber-Gelatine während ihrer Darstellung und b) auf fertige Emulsionen oder Platten.
- A Wirkung des Ammoniaks etc. auf flüssige ungewaschene Bromsilber-Gelatine während ihrer Darstellung.
- Schon Johnston schlug im Photographie Alamanac für 1877. S. 85. den Zusatz von etwas Ammoniak zur Emulsion vor und Monckhoven machte zuerst 1879 mit Nachdruck darauf aufmerksam1), dass eine nüt etwas Ammoniak erwärmte Emulsion in einigen Stunden dieselbe Empfindlichkeit erlangt, als wenn man sie in neutralem Zustande durch mehrere Tage erwärmt. Da das Ammoniak nur unter gewissen Bedingungen gute, sonst aber schlechte Resultate (Schleier) gibt, so gab M onekhoven später das Ammoniak auf. Die Bedingungen unter welchen Ammoniak günstig wirkt, bat Verfasser zuerst 1880 genau festgestellt und damals veröffentlicht2). Erst von. da ab wurde mit Ammoniak vielfach mit Erfolg gearbeitet.
- Ammoniak, kohlensaures Ammoniak oder kohlensaures Natron beschleunigen schon in der Kälte das Reifen der Bromsilber-Gelatine, was Verfasser schon 1880 veröffentlichte3) und Burton und Andere bestätigten (s. S. 38). Diese Substanzen vermehren auch die Intensität der Negative und machen die Emulsion sahniger. Gekochte Emulsion wird durch nachträglichen Zusatz dieser Substanzen wesentlich intensiver, und auch noch empfindlicher.
- Man kann zur flüssigen ungewaschenen Emulsion 1 bis 2 Proc. Ammoniak (d = 0.91) hinzufügen. Bei dem erwähnten normalen Ammoniakzusatz ist die Kornvergrösserung eine massige, wie sie überhaupt beim Modificiren des Bromsilbers eintritt. und für die Zartheit des Bildes in keinerlei Weise nachtheilig. Bei mehr Ammoniak aber bildet sich häutig ein störend grobes Korn, welches in der C-opie für das freie Aug'e sichtbar wird. 5 Proc. Ammoniak greifen die Gelatine beim Erwärmen schon stark an, rauben ihr bei längerer Digestion das Erstarrungsvei-mögen und verursachen häufig Schlei er. Bei einer längeren (12 hn 24ständigen) Digestion mit Ammoniak zersetzt sich jedoch das Brom silber partiell, und gibt Schleier.
- 1) Phot. Corresp. 1879. S. 197; aus Bull, de l’Assoc. Beige de Phot. ^
- 2) Sitzungsbericht der Wiener Akademie der Wissenschaften. 1880. Bä. April-Heft. Phot. Corresp. 1880. S. 143.
- 3) Erste Aufl. dieses Werkes S. 15.
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- Ueber das Reifen der Bromsilber-Gelatine.
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- Bei höherer Temperatur als 50 Grad C. gibt eine ungewaschene Emulsion, welche 1 bis 2 Proc. Ammoniak (d = 0.91) enthält, häufig Schleier. Manche Gelatine verträgt wohl eine halbstündige Digestion mit Ammoniak bei 70 Grad 0. und Jodbrom-Emulsion ist viel widerstandsfähiger als reine Brom-Emulsion. Viele Gelatinesorten aber geben schon nach halbstündiger Erwärmung mit Ammoniak Schleier, weshalb Verfasser empfiehlt, für gewöhnlich die Temperaturgrenze von 40 bis 50 GradC. nicht zu übersteigen und nicht länger als eine Stunde zu digeriren. Rapid-Emulsionen werden bei 50 bis 60 Grad C. hergestellt.
- Kocht man eine Emulsion und setzt nach dem Erkalten auf 30 bis 40 Grad 0. nur eine Spur Ammoniak zu, welche die Flüssigkeit alkalisch macht (z. B. 1 Tropfen 100 ccm Emulsion ), so reift die Emulsion beim Stehen in der Kälte vor dem Waschen schon nach einem Tage ziemlich stark (s. S. 38).
- Eine Methode der Emulsions-Darstellung beruht darauf, dass man eine schwach saure Emulsion kocht (z. B. V2 Stunde), dann auf 40 Grad C. abkühlt, mit 1 bis 3 Proc, Ammoniak versetzt und bei dieser Temperatur noch V2 Stunde stehen lässt,
- ln der mit Ammoniak hergestellten, dann vollkommen gewaschenen Emulsion ist kein Ammoniak mehr enthalten, was durch Rammeisberg‘s Beobachtung, dass das Ammoniak vom Bromsilber durch Waschen vollständig zu entfernen ist, bestätigt wird1) (vergl. auch S. 12 und 47).
- Die Anwendung des Aetzammoniaks als ein die Intensität steigernles Mittel bringt mitunter folgende Üebelstände mit sich: 1. Die Intensität ist häufig zu gross, d. h. die Negative für Porträte zu hart: 2. die Emulsion gibt mit schlechter Gelatine Schleier und löst sich beim Fixiren von der Platte. Dennoch sind die Vorzüge, besonders mit Hinblick auf lie Empfindlichkeit so gross, dass die meisten Fabrikanten bei der Herstellung der Emulsion sieh des Ammoniaks bedienen.
- Veniger energisch als Ammoniak wirkt das kohlen saure Ammoniak, auf dessen günstige Wirkung, welche dem Ammoniak ähnlich ist. der Erfasser schon im April 1880 aufmerksam gemacht hatte2). Später 2ab Forrest eine Methode an3), welche darin bestand, dass er eine ^t kohlensaurem Ammoniak versetzte Bromsilber - Gelatine 10 bis -0 Minuten kochte. Verfasser erhielt günstige Resultate, wenn er eine ni^™tralCT oder schwach saurer Lösung gekochte Bromsilber-Gelatine
- L Ramm eis b erg, Gmelin’s Handb. d. Chemie. 6. Aufl. 3. Bd., S. 961.
- -) Sitzungsberichte der Wiener Akademie der Wissenschaften. 1880. Bd. 81. Auch ß°t. Corresp. 1880. S. 143.
- 3) Phot. Areh. 1881. S. 38.
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- Dritter Theil. Sechstes Oapitel.
- bei etwa 40 bis 50 Grad C. mit 2 bis 5 Proc. einer Lösung von kohlensaurem Ammoniak (1 : 10) durch 1/2 bis 2 Stunden nachdigerirte, oder auch durch 48 Stunden kalt stehen liess. Dadurch wird die Kraft der Negative gesteigert, ohne Härten zu geben und eine Verschleierung ist kaum denkbar. Zugleich wird die Emulsion sahniger und undurchsichtiger. Die Emulsionen werden aber nicht so empfiudlieh, als mit Ammoniak.
- B) Wirkung von Ammoniak und kohlensaurem Ammoniak auf
- Bromsilber im Entstehungszustande.
- Es ist für das Endresultat durchaus nicht gleichgültig, ob man das Bromsilber in neutraler oder saurer Lösung emulsifieirt und dann erst zum fertigen Bromsilber Ammoniak hinzufügt oder ob das Ammoniak schon während des Mischens anwesend ist. Im letzteren Falle — wenn es während des Entstehens des Bromsilbers zugegen ist — ist die Wirkung bedeutender, d. h. es bewirkt eine raschere und höhere Steigerung der Empfindlichkeit als im ersteren Falle.
- Sehr rasch erfolgt das Beifen der Emulsion, wenn man das Silber-nitrat mit Ammoniak versetzt und die ammoniakalisehe Silberlösung (s. S. 8) in die Bromkalium-Gelatinelösung giesst, Die ersten Versuche in dieser Richtung sah Verfasser bei Hauptmann Pizzighelli 1880. Die durch den Verfasser ermittelten und im selben Jahre publicirten günstigen Bedingungen und Verhältnisse führten ihn zu seiner „Methode I mit Silberoxydammoniak'4 der ersten Auflage dieses Werkes (1881).
- Aehnlich wirkt eine Auflösung von citronensaurem Silberoxyd in überschüssigem Ammoniak (s. S. 11); diese Methode des Verfassers ist weiter unten ausführlich beschrieben.
- Ebenso rasch erfolgt, das Reifen, wenn man Ammoniak zur Bromkalium-Gelatinelösung fügt und die Silbernitratlösung wie gewöhnlich zusetzt. Auch hier wirkt das Ammoniak im Momente des Entstehens auf das Bromsilber ein.
- C) Ammoniak in der flüssigen gewaschenen Emulsion vor der
- Präparation der Platten.
- Alkalien wirken auf gewaschene Bromsilber-Gelatine sehr energisch, weil das verzögernde Bromammonium und salpetersaure Ammoniak etc. entfernt sind. Trotzdem kann man einen ganz geringen Ammoniai' zusatz machen, um nachträglich noch die Empfindlichkeit zu steigei’11-z. B. 1 Tropfen eoncentrirtes Ammoniak (d = 0,91) vermischt mit etw^ Wasser auf 1 bis 2 Liter Emulsion: es ist wohl gerathen in diesem Falle auch eine Spur Bromammonium zuzusetzen (s. Cap. VIII). Hendel
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- lieber das Reifen der Bromsilber-Gelatine.
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- soll1) beschrieb sogar Fälle, wo man noch weit mehr Ammoniak, als hier ano-es'eben ist, znsetzen kann.
- Wurde eine gute, sehleierlose Emulsion von 14 Grad Warnerke mit Ammoniak versetzt (1 Tropfen pro 30 g Emulsion) und bei gewöhnlicher Zimmertemperatur stehen o-elassen, so stieg die Empfindlichkeit auf 21 Grad Warnerke nach 4 Tagen, das ist um das Fünffache; es zeigte sich aber schon der Beginn von Grünschleier und einige Tage später war starker Rothschleier entstanden und die Empfindlichkeit wieder auf 17 Grad Warnerke gesunken2).
- Gelatine-Emulsionen, welche mit Ammoniak dargestellt sind, halten oft in Folge mangelhaften Wasehens Ammoniak zurück; schmilzt man sie dann zum zweitenmale so steigt dann die Empfindlichkeit bedeutend, z. B. in einem von Oowan beobachteten Falle auf das Achtfache3). Weil dann meistens auch Bromsalze zugegen sind, so wird dadurch der Verschleierung vorgebeugt (vergl. auch S. 39).
- Kohlensaures Ammoniak (einige Tropfen einer lOprocentigen Lösung pro 1 Liter Emulsion) wirkt weniger heftig als Ammoniak und bringt auch weniger Gefahr der Verschleierung mit sich.
- lieber Soda s. Cap. VIII.
- D) Wirkung von gasförmigem und flüssigem Ammoniak auf Bromsilber - Gelatineplatten.
- Auch auf fertige Bromsilber-Gelatineplatten hat Ammoniak eine Wirkung, welche nicht unähnlich jener ist, welche es während der Herstellung der Emulsion äussert.
- Badet man eine unempfindliche Gelatineplatte in einer schwachen Ammoniaklösung (z. B. 1 bis 10 ccm Ammoniak pro 100 ccm Wasser) und trocknet sie dann, so wird die Platte empfindlicher und entwickelt sieb viel schneller und kräftiger, als vor dieser Behandlung. Jedoch muss man vorsichtig sein, da bei der Anwendung von zu starkem Ammoniak sich Schleier einstellen4).
- Wenn man trockene Bromsilber-Gelatineplatten durch einige Minuten fFn Dämpfen von starkem Ammoniak — wie sie sich bei gewöhnlicher Temperatur freiwillig entwickeln — aussetzt und sofort in die Camera '•ur Exposition bringt, so werden sie ganz merklich empfindlicher.
- Feuchte Bromsilber-Gelatineplatten, welche man unter einer geflossenen Glasglocke Ammoniakdämpfen aussetzt, werden empfindlicher UQT grobkörniger und mit der Zeit bildet sich eine netzartige, theilweise transparente Ausscheidung von grobkörnigem Bromsilber, welche wie ^.hluinen^jin Fenstern aussieht5).
- D Phot. News. 1883. S. 78.
- 2) Phot. News. 1882. S. 753.
- 3) Phot. News. 1883. S. 270.
- L Phot. News. 1881. S. 97. Phot. Wochenbl. 1881. S. 8G.
- Lke °' ^°^se (Ph°E Archiv. 1888. S. 139) stellte eine feinkörnige, unempfmd-
- L e Emulsion durch Mischen von Silbernitrat, Gelatine und Bromammonium her,
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- Dritter Theil. Sechstes Oapitel.
- Tränkt man Gelatine mit einer Lösung- von Bromsilber in Ammoniak so bemerkt man nach dem Trocknen nicht die Ausscheidung (Trübnno-) von Bromsilber. Die Schicht gibt kein entwickelimgsfahiges Bild im Oxalat-Entwickler, sondern eine allgemeine Reduction (Grünschleier* 1]
- YII. Vorkommen von Bromsilber in verschiedenen Reife-Stadien in derselben Emulsion.
- Bromsilber-Grelatine enthält immer Bromsilber in verschiedenen Reife-Stadien emulsificirt; der anfangs entstehende Theil des Bromsilbers entsteht zu Beginn des Mischens im grösseren Ueberschusse vom Brom-ammonium etc. als der zuletzt entstehende. Arbeitet man mit Silberoxvd-Ammoniak. so wechselt auch die Quantität des Ammoniaks während des Mischens. Ein Theil wird natürlich auch länger digerirt; gewisse Partien an der Eiaschen Wandung werden bei anderer Temperatur früher erhitzt als jene in der Mitte etc.
- Die Richtigkeit dieser Speculationen lässt sich auch experimentell nach weisen: Kocht man eine verdünnte gelatinearme Emulsion durch 3 Stunden, trennt durgh Absetzenlassen die Sedimente in verschiedene Partien, je nachdem sie mehr oder weniger rasch absetzen, so ergibt sich: das grobkörnige Bromsilber, welches sich zuerst absetzt, gibt bei der neutralen Emulsification in Gelatine eine transparente Emulsion, weiche im Warnerke-Sensitometer 14 Grad nebst schwachem Schleier zeigt. Die zweite Partie gibt eine feine Emulsion und 24 Grad: die dritte Partie (die feinste, welche zuletzt sedimentirt) gibt 21 Grad V. un d ist seid eierfrei2).
- Aehnliche Resultate ergaben Versuche J. PI euer's3) mit seiner Centrifugalmasehine (s. Cap. XVII), welchen der Verfasser beiwohnte. Bei einer halbgereiften aminoniakaliseh burgestellton Emulsion ist das feinste pulverige Bromsilber das unempfindlichere; das etwas gröbere (dichterel gleichwohl noch fein zu emulsificirende Bromsilber ist empfindlicher, hei Emulsion, welche lang gereift ist und dem Maximum der Empfindlichkeit nahe ist. erscheint das grobkörnige Bromsilber stark verschleiert, während die feinere Partie sehr empfindlich ist und klare Bilder gibt.
- welche er nach dem Waschen auf Glasplatten anftrug und noch feucht AmmöW dämpfen aussetzte; die Empfindlichkeit wuchs, aber das Korn war zu grob. Er Dldtl deshalb trockene Platten in Alkohol (50 Proe.), worauf er sie mit Ammoniak räuehote Die Empfindlichkdit ist gering, aber das Korn fein.
- 1) Vom Verfasser zuerst 1882 (Phot. Corresp. 1882. S. 148; angegeben.
- 2) Phot. News. 1883. S. 81.
- 3) Phot. Corresp. 1882. S. 306.
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- Ueber das Reifen der Bromsilber-Gelatine.
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- Erstarrt eine Gelatine-Emulsion, welche auf Glasplatten gegossen wurde, langsam, so kommt es oft vor, dass sieh das Bromsilber entmischt, per gröbere (sandige) Theil des Bromsilbers senkt sich zum Glase, wahrend die Oberfläche arm an Bromsilber ist (s. S. 41). Dann kann der Pall eintreten, dass derartige langsam erstarrte Platten dünne, monotone Bilder geben und kräuseln; nimmt man die Gelatineschicht weg, <u bleibt am Glase ein dünneres Bild aus dem grobkörnigen Bromsilber zurück. In anderen Fällen geben die Platten an der Oberfläche schleier-lose aber dünne Bilder; von der Glasseite aus erscheinen aber die Platten stark verschleiert, was von einer Abscheidung von zersetztem grobkörnigen Bromsilber herrührt,
- Ueber absichtliches Abmischen von Emulsionen von verschiedener Empfindlichkeit und verschiedener Intensität s. Cap. XII.
- VIII. Zusammenhang der Farbe von BromSilber-Gelatine im auffallenden und durchfallenden Lichte mit ihrer Empfindlichkeit.
- Das Bromsilber erleidet beim Reifungsprocesse eine Farbenänderung', bk gelbweisse Farbe, im auffallenden Lichte geht in eine olivengrüne Nuance über (Uebergang der „weissen“ Modification in die „grüne"). Zugleich lassen dünne Schichten der Emulsion nicht, mehr gelbrothes Eicht durch, sondern rothviolettes bis grauviolettes oder graublaues, l’iese Farbenänderung gab zuerst Monckhoven 1) an.
- Die Farbe der Emulsion gestattet einen Rückschluss auf deren Empfindlichkeit.
- Fs gilt für jede einzelne Bromsilber-Emulsion, dass die Nuance im entfallenden Liebte mehr grünlich und die im durchfallenden mehr violett "'Fr blau wird, je länger sie reift.
- Aber diese Nuancen sind sehr verschieden bei Emulsionen, welche ll(i,'h verschiedenen Methoden bergosteilt sind.
- Fine mit Silberoxyd - Ammoniak bei 40 Grad C. hergestellte Emulsion unten) erscheint immer im durchfallenden Lichte ziemlich blau, y 'ü Wenn sie unempfindlich ist: eine ohne Ammoniak gekochte Emul-ll,!1 ist viel empfindlicher und erscheint im durchfallenden Lichte noch
- r°thviolett.
- Fies ändert aber nichts an der Thatsache. dass bei ein und der-, ltin Emulsion die Schichten bei fortgesetztem Digerimi immer mehr dlnInlettes Licht durchlassen und zugleich empfindlieher werden.
- 1)
- Eder
- Phot. Corresp. 1879. S. 149, aus Bull, Assoe, Beige de Phot. 1879.
- Handbuch der Photographie. III. Theil. 4. Aufl. 4
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- Dritter Theil. Sechstes Capitel.
- Nach. D. G. Wolfram1) ist das Korn des Bromsilbers ein fein^ wenn man den ganzen Reifungsprocess so leitet, dass er in kurzer Zeit (10 bis 15 Minuten) verläuft; die Farbenänderung ist dann: gelbrott] roth, violett, blau, grün, grünliebrotb und wird schliesslich rosa. I>iese Farbe zeigen die flüssigen Emulsionen. Beim Trocknen bleibt entweder dieselbe Farbe bestehen oder (wenn der Reifungsprocess noch ]n(.]n weit genug fortgeschritten ist) ändert sich die Farbe in die vorhergehende um.
- Zusätze von Jodsilber und Chlorsilber ändern die Farben-Nuancen. fo wird dann oft schwer, einen Rückschluss auf die Empfindlichkeit zu machen.
- 1) Eders Jahrbuch f. Photographie für 1888. S. 437.
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- SIEBENTES CAPITEL.
- ÜBER DEN SCHLEIER VON GELATINE-EMULSIONEN.
- Wenn die Platte sieh im Entwickler gleich massig' schwärzt, so wird dadurch das eigentliche Lichtbild mehr oder weniger zugedeckt. Diese gloiehmiissigo Schwärzung nennt man „Schleier“'.
- Der Schleier kann entstehen, wenn auf die Platte aus Unvorsichtigkeit zu viel gelbes oder rothes Licht fiel oder wenn fremdes weisses Licht zugetreten war. Dies ist der sog. ..Lichtschleier“.
- Es kann aber auch durch zu langes Kochen, durch schlechte Gelatine. zu viel Ammoniak etc. die Zersetzung des Bromsilbers herbeigeführt worden sein (sog. „chemische Schleier“).
- Beide Arten von Schleier haben ihren Grund darin, dass das Brom-dlher in geringem Grade reducirt wurde (zu Silbersubbromid) und dass sich dann im Entwickler schwärzt,
- Beide lassen sich durch Zusatz von Brom, Jod, ferner von chrom-viuren Salzen (s. S. 55 und 60) zerstören.
- Es gibt ferner noch Schleier in Folge einer gelösten Silberverbin-(hnio-, welche nur mit Pvro -Entwickelung in verschiedenen Farben ‘‘rse-heinon (sog. „Grün-“ oder „Rothsehleier“) und welche im Capitol -Ubier" ausführlich behandelt werden.
- Eine eigene Art von Schleier ist der ..Druckschleier“, welcher “’üsteht. wenn Bromsilber sehr stark gepresst wird. Alan kann ihn "‘"^achten, wenn das Bromsilber mit der P lener‘sehen Centrifugal-iiraseLiiio auseentrifugirt wird und dabei die Geschwindigkeit zu gross jB- wodurch das Bromsilber eine zusammen gepresste compacte Masse ‘Ulet, welche schwer emulsificirt und schwierige Bilder gibt. Diese Art "j1 Schleier lässt sich nicht durch Jod oder Brom zerstören. Auch I 11 grobkörniges Bromsilber, welches nach zu langem Kochen sich 7‘ 'i,7U Et sehleierig und lässt sich nur schwer durch die genannten fischen Mittel wieder herstellen.
- 4*
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- Dritter Theil. Siebentes Capitel.
- lieber die Wirkung dos Druckes auf Bromsilbergelatineplatten siehe ferner Seite 94.
- I. Entstellung des chemischen Schleiers hei der Herstellung
- der Emulsion.
- Alle Wege, welche angegeben wurden, um hochempfindliche Emulsionen zu erhalten, führen zum Schlüsse zur Entstehung von schleiernder Emulsion.
- Wird schwach saure Bromsilbergclatine bei 30 bis 40 Grad 0. erwärmt, so steigt die Empfindlichkeit von Tag zu Tag. Ungefähr am siebenten Tage (bald früher, bald später) beginnt die Emulsion sich zu zersetzen; sie gibt dann im Entwickler Schleier, d. h. sie schwärzt sich auch an den unbelichteten Stellen.
- Bei höherer Temperatur reift die Emulsion rascher und die Verschleierung tritt meistens schon nach s/4 bis 2 Stunden ein. bald früher, bald später. Es verbalten sich nämlich nicht: alle Gelatinesorten gleich.
- In neutraler Gelatinelösung erfolgt die Verschleierung beim langen Digeriren oder Kochen rascher, als in schwach saurer Lösung. Es genügt eine Spur Essigsäure, Salzsäure oder Salpetersäure, um die Emulsion beim Kochen hinlänglich lange klar zu erhalten. Deshalb nehmen viele Photographen das Ansäuren der Emulsion in die Vorschrift zur Emulsionsbereitung mittels Siedens auf. weil sonst allzu leicht die Grenze zur Verschleierung überschritten wird; bei der Digestion in massiger Wärme erfolgt die Veränderung viel langsamer, so dass man sie (auch ohne Säure) leicht überwachen kann. Zu viel Säure ist schädlich und verzögert das Beifen (s. S. 59).
- Bei Gegenwart von alkalisch reagirenden Substanzen reift die Emulsion schon bei einer niedrigeren Temperatur und man darf die Hitze beim Reifungsprocesse nicht zu sehr steigern ('s. S. 44), sonst tritt Schleier auf.
- Bei gewöhnlicher Temperatur bewirkt 1 bis 2 Proc. flüssiges Am* moniak (d = 0.91) noch keinen Schleier: selbst nach acht Tagen nicht-Bei 30 bis 40 Grad C. mit Ammoniak digerirt. entstehen mitunter scheu nach einer Stunde, meistens aber erst nach 3 bis 4 Stunden Sehlen'1-mit Sicherheit aber nach 24 Stunden. Bei 60 Ins 70 Grad C. ist du Bromsilbergelatine nach 6 Stunden total zu Grunde gegangen: bei 100 Grad 0. erfolgt die Zersetzung fast augenblicklich.
- Eine Spur Aetzkali bewirkt bei gewöhnlicher Temperatur keim11 Schleier (s. S. 63): bei 100 Grad C. zersetzt es aber die Bromsid"1 gelatine so energisch. dass sie sich bräunt und metallisches Silbei an scheidet. Grosse Mengen Aetzammoniak (z. B. 10 Proc.J sind m ~
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- Ueber den Schleier von Gelatine-Emulsionen.
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- Emulsion sehr gefährlich; sie verursachen selbst bei 30 Grad C. häufig
- Schleier.
- Kohlensäure Alkalien, wie kohlen saures Ammoniak und Soda, wirken milder. Man kann eine Bromsilbergelatino mit 1/i bis 1/2 Proe. festem koblensauren Ammoniak selbst 10 bis 15 Minuten sieden, ohne Verschleierung befürchten zu müssen. Eine Emulsion verträgt sogar 1 Proe. Soda, ohne bei einstündiger Erwärmung auf 30 bis 40 Grad C. Schleier zu geben. Selbstverständlich stellt sich der letztere bei fortgesetztem Erwärmen ein.
- I)a sich die Gelatine-Emulsion bei Gegenwart eines Alkali ganz anders, als bei schwach saurer Beaction verhält, so muss man auf die saure oder alkalische Beaction der Gelatine das Augenmerk lenken. Saure Gelatine wirkt auf das Bromsilber selbst bei der Siedetemperatur durch kurze Zeit nicht nachtheilig ein: alkalische verursacht leicht Schleier. Sobald man also nicht absichtlich ein Alkali zusetzt und in Folge dessen seine secundären zersetzenden Wirkungen nicht in Rechnung zieht, wird ein zufällig vorhandenes Alkali stören : so beispielsweise bei den Methoden, nach welchen die Emulsion gekocht wird. Ebenso störend 'wird das Auftreten von Ammoniak tun mehrtägiger Digestion bei 30 bis 35 Grad 0. sein (Bennctt’s Verfahren), denn man macht sich dabei nicht auf die unbeabsichtigte XebenWirkung des Ammoniaks gefasst, welches beim langen Digeriren Schleier gibt. Man wird auch hier saure Gelatine nehmen, welche nach zehn Tagen noch kein Ammoniak zu entwickeln ftlegt. während alkalische Gelatine schon nach zwei bis vier Tagen Ammoniak abgibt. Alkalische Gelatine und alkalisches Bromkalium sind unschädlich, wenn man absichtlich gleich zu Beginn Ammoniak zusetzt, nenn dann ist der ganze Arbeitsmodus für die alkalische Flüssigkeit ungepasst.
- Der Verschleierung der Emulsion wirkt entgegen:
- E Ein Zusatz von Jodsilber zum Bromsilher. Jodbrom-Emulsion '‘nhrbt nicht so leicht durch Kochen und widersteht auch besser beim l,«nioniakalisehen Processe.
- '* 1 ebersclmss von löslichem Bromid, während des Erhitzern. Eine Emulsion. welche kein überschüssiges lösliches Bromsalz enthält , ver-^1)leiert leicht: deshalb soll man (fine gewaschene Emulsion beim
- ^üerselniufizen nicht zu heiss machen, sondern unter 50 bis 60 Grad C, lialtoi.
- 3. { Überschuss von löslichem Chlorid wirkt gleichfalls sch leier widrig lntnnfi des Beitens: aber nicht in so hollem Grade, wie das Bromid. ^ Eei der Siede-Emulsion wirkt ein Zusatz von Säure schleierwidrig. ‘‘rgl Ern er S. 59 bis 61.
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- Dritter Theil. Siebentes Capitel.
- Separat gefälltes und gewaschenes Bromsilber, mit Gelatine gekocht gibt leichter Schleier als mit Glycerin und Gummi arabicum1].
- Der Leim (Gelatine) verhält sich nicht nur gegen Silbersalze, sondern im Allgemeinen, als Beducirer, was Bizio vor einiger Zeit erkannte: er fand, dass z. B. Quecksilberchlorid durch wässerigen Leim zu Chlorür, und Quecksilberoxyd durch alkalische Leimlösung zu Metall redueirt wird2).
- Durch die monatelange Einwirkung von wässeriger Gelatine auf Bromsilber in der Kälte, die tagelange bei 30 bis 40 Grad C. und minutenlange Digestion bei 100 Grad C., wird eine geringe (durch Dunkelfärbung noch keineswegs ersichtlich werdende) Beduction zu Silbersubbromid eingeleitet, Es darf uns dann nicht Wunder nehmen, dass alkalische Emulsionen rascher schieiern als saure. Auch Bromsilber-eollodion schieiert, wenn es monatelang mit Tannin, Gallussäure etc, in Berührung ist.
- In trockenem Zustande scheint die Gelatine nur einen verschwindenden, äusserst schwachen redueirenden Einfluss auf das Bromsilber zu haben; wenigstens sehleiert völlig trockene Emulsion selbst nach mehreren Jahren in der Begel nicht,
- Denselben Impuls zur leichten Beducirbarkeit des Bromsilbers zu Metall mittels chemischer Entwickler kann man demselben also durch kurze Belichtung oder auch durch Digestion mit sehr schwach redu-cirenden Körpern (mit bromabsorbirenden Substanzen) ertheilen; in beiden Fällen kann man die Beduction durch andauernde Einwirkung des Lichtes oder der erwähnten Substanzen bis zur Bräunung fortführen.
- Sehr interessant erscheint die Beobachtung, dass alle jene Körper, welche die Entstehung des latenten Lichtbildes verzögern, auch die analoge Verzögerung bei der Digestion mit schwach zersetzenden Substanzen hervorbringen. Besonders die Einwirkung der löslichen Bromide ist m dieser Bichtung beachtenswerth. Bromkalium verzögert die photographische Zersetzung um so mehr, ein je grösserer Uebersehuss vorhanden ist. Bei der Anwesenheit eines namhaften üeberschusses von Bromkalium erhält die Bromsilbergelatine-Emulsion sowohl bei deren Digestion für sich, als mit etwas Ammoniak viel schwieriger die Meigung sich mit dem Entwickler zu schwärzen, als bei der Gegenwart emei geringeren Menge desselben.
- Die photographische Zersetzung des Bromsilbers, welche es Anr kurzen Belichten in der Camera erleidet, erklärt sich nach dem fdng‘!>
- 1) British Jourii. of Phot, Januar 1881,
- 2) Berichte der deutsch, ehern, Gesellsch. Bd. 9, S. 1438,
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- Ueber den Schleier von Gelatine-Emulsionen.
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- nicht als ein eigenartiger Process, sondern als das Resultat einer partiellen, auch auf andere Weise zu erzielenden minimalen Bromabspaltung.
- fl. Substanzen, welche den Schleier der Bomsilbergelatine
- zerstören.
- Die Kenntniss dieser chemischen Agenden ist wichtig, weil manche Zufälligkeiten die Entstehung des Schleiers herbeiführen können.
- Das einfachste, unschädlichste Mittel einen schwachen Schleier zu vermeiden (resp. zu zerstören) ist der Zusatz von etwas Bromammonium oder Bromkalium zur flüssigen gewaschenen Emulsion vor dem (dessen, was auf S. 61 ausführlich beschrieben wird.
- Badiealer wirkt Bromtinetur (s. S. 67), weniger gut Jod oder Chlor (s. S. 69). welche wohl nur in der geschmolzenen Emulsion zur vollen Wirkung gelangen; über Chromate s. S. 69.
- Als Bäder für trockene Platten, welche durch Lichtzutritt verdorben sind, können folgende vom Verfasser 1881 publicirte1) Bäder dienen:
- 1 Theil Kaliumbichromat, 3 Theile Salzsäure und 100 bis 150 Theile Wasser; "der: 1 Theil Kaliumbichromat, 3 Theile Schwefelsäure, 100 bis 150 Theile Wasser. Man lässt eine oder mehrere Stunden baden, wäscht mit Wasser stundenlang und trocknet. Die Empfindlichkeit solcher Platten sinkt immer erheblich, weshalb dieses und andere ähnliche Mittel wenig gebraucht werden.
- Auch ein Gemisch von Bromammonium und Salpetersäure zerstört das Lichtbild2), jedoch nicht so vollkommen wie Chrombäder.
- 1) Phot. Arch. 1881. S. 109.
- 2) Von She rin an n zur Restaurirung belichteter Platten empfohlen. Phot. Al-Mnae. for 1877. S. 112. Phot. Mitth. 1877. Bd. 14, S. 182.
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- ACHTES CAPITEL.
- WIRKUNG- VON ZUSÄTZEN FREMDER SUBSTANZ KN ZUR BROM SILBER G EL ATI NE.
- Viele fremde Substanzen mineralischer und organischer Abstammung, allerlei Salze, Säuren. Basen. Gummi- und Zuckerarten etc. wurden versucht der Emulsion einzuverleiben. Bald wurden solche Zusätze zur Nachahmung empfohlen, bald zur Warnung veröffentlicht, Dem Experimentator auf dem (Gebiete der Emulsions- Photographie mag folgend'' Uebersicht Auskunft geben.
- I. Zusätze zur Broinsilbergelatine während der Einulsifieation
- und Darstellung.
- Die Zusätze dieser Classe haben meistens den Zweck die .Empfindlichkeit zu steigern oder andererseits die Gefahr der Schleierbikliuig z" verringern.
- 1. Alkohol. Man kann zur Lösung von Bromammonium und Gelatna in Wasser Alkohol zusetzen, bevor man die Silbernitratiösung eintG-1 Dieser Zusatz wurde insbesondere beim Silberoxydammoniak-Processe **m pfohlen. sobald man bei höherer Temperatur digerirt und deshalb di* Entstehung von grobem Eorne befürchten muss.
- Ein Gehalt der wässerigen Gelatinelösung an Alkohol (5 bis 20 I n" bewirkt die Entstehung von feinerem Bromsilber, verzögert jedoch T. Reifen, sobald gleichzeitig viel Gelatine zugegen ist: dagegen wird di*• *1 Zusatz mit Erfolg versucht, sobald nur sehr wenig Gelatine zugegen 1 ,
- Von wahrem Nutzen erwies sieh der Zusatz von Alkohol ähi*-• der .Einulsifieation bei Henderson’s kaltem Brocesse (s. Ca]). Xd H'• .
- Alkohol verhindert nun nach den Versuchen des \ erlassen-' ^ Auflösung des Bromsilbers in Ammoniak wesentlich: die EnniL1"-1 werden sahniger,
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- Wirkung von Zusätzen fremder Substanzen zur Bromsilbergelatine.
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- Tatsächlich kann man beim kalten Honderson-Processe bei Gegenwart von 70 bis sogar 80 Proc. Alkohol die Empfindlichkeit ungefähr 10mal höher steigern als ohne diesen Zusatz.
- Bei der sauren Emulsion oder beim Koeh-Proeesse hat Alkohol-zusatz keinen Yortheil geboten, sondern wirkt als Verzögerer.
- Burton machte wohl zuerst (1882) darauf aufmerksam, dass der Silberoxydammoniak -Process sehr empfindliche Emulsionen gibt, wenn man bei der Emulsifieation den Gelatinegehalt auf 1/1o herabsetzt und ausserdem Alkohol zufügt, wodurch eine feine rubinrothe Emulsion entsteht. Er mischte: A) 336 "Wasser, 40 Silbernitrat mit Ammoniak bis zur Auflösung des Niederschlages versetzt. B) 8 Gelatine (gequollen). 28 Bromammonium, 2 Jodammonium, 240 Wasser; nach dem Lösen setzt man 2 Salicyl-säure in 100 Alkohol zu, digerirt 3/4 Stunden bei 50 Grad C., fügt 40 Gelatine zu und lässt erkalten. Gibt 20 bis 23 Grad Warnerke.
- Henderson gab 1885 eine ähnliche Vorschrift (s. Phot. Corresp. 1885).
- Obernetter1) mischt Silberoxydammoniak-Emulsion mit vollem Gelatinegehalte, aber bei Gegenwart von Alkohol: Man löst 10 Gelatine, 80 Wasser, 20 Alkohol, 14 Bromammonium durch Erwärmen. Andererseits löst man 10 Gelatine in 60 Wasser, fügt 22 Silbernitrat gelöst in 25 Wasser und in Silberoxydamoniak umgesetzt auf einmal zu (Temperatur beider Lösungen 50 Grad 0.), spült mit 25 Wasser und 20 Alkohol nach: das Gemisch stellt man in Wasser von 37 Grad C., digerirt höchstens Va Stunde, lässt erkalten und wäscht.
- Diese Emulsion gibt empfindliche Platten von 17 bis 18 Grad Warnerke, jedoch tritt bei dieser Vorschrift mitunter ein leichter Schleier ein.
- 2) Glycerin. Während der Emulsifieation hält (beim ammoniaka-liscbeu Proeesse) die Emulsion klar, erleichtert das Waschen, vermindert aber etwas die Empfindlichkeit (s. ferner S. 63)
- 3) Gummi arabicum allein zur Emulsifieation (anstatt Gelatine zu verwenden), war Ende der Siebziger .Jahre vorgeschlagen worden.
- Mawdsley2) emulsificirte Bromsilber bei Gegenwart von Gummi arabicum, lugte dann Gelatine zu. liess erstarren und wusch. Alan versprach sich Ende der Siebziger Jahre viel von dem Proeesse. bei wel-Gioin das beständigere Gummi die veränderliche Gelatine ersetzte und Rite hie3) hatte sogar ein Patent auf gereinigtes ..Arabin" zur Emulsifieation gen om men.
- Der A erfasser erhielt mit Gummi klar arbeitend!1, aber unempfind-üehe Emulsionen, welche meistens dünne Bilder gaben und keinerlei Wthoil vor den mit Gelatine emulsificirten aufwiesen.
- ^aeh Asb mail soll ein Zusatz von Gummi zur Gelatine-Emulsion '°l dem Waschen weisse Flecken verursachen4).
- D Phot. Corresp. 1883. S. 182.
- 2) Phot. Corresp. 1879. S. 183. Aus Brit. Journ. of Phot. 1007. S. 398,
- V Phot. News. 1880. S. 85.
- V Phot. News. 1883. S. 63,
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- Dritter Theil. Achtes Oapitel.
- 4) Stärke. Pauli und Ferrau stellten Bromsilber-Emulsion bloss mittels Stärke her1) statt mit Gelatine: die Emulsion fand nie Anwendung.
- Lloyd2) setzte der fertigen Gelatine-Emulsion Stärke zu, um die Entwicklung derselben zu beschleunigen (besonders bei harter Gelatine). 1 Theil Stärke wird mit etwas W asser fein gerieben und 250 Theilen der Emulsion vor dem Kochen beigemengt. Beim Sieden quillt sie auf und vermehrt die Consistenz der Emulsion, die dann wie sonst behandelt wird. Sie entwickelt sieh nun viel schneller und wird, wenn einmal trocken, sehr hart und widerstandsfähig.
- 5j Casein löst sich in alkalischen Lösungen und kann zur Herstellung von Emulsion (statt Gelatine) dienen. Bartl ett3) versuchte solche Emulsionen, fand aber die Empfindlichkeit nicht gross.
- 6) Albumin. E. H. Farmer und H. K. Tompkins in London nahmen ein englisches Patent (Xr. 15 727 vom 16. Nov. 1887) auf Herstellung eine rEmulsion in reinem Albumin, anstatt Gelatine oder Collo-dion. Sie lösen ein Haloidsalz in Albumin und fügen ein Silbersalz hinzu; für Copirverfahren (Auscopiren ohne Entwickelung) kann das Silbersalz im Ueberschusse sein, für Entwickelung aber das Haloidsalz. Als eine gute Vorschrift wird empfohlen: 18 Unzen Eiweiss. 128 Gran Bromkalium. 196 Gran Silbernitrat. 20 Unzen Wasser. Man kann auch etwas kohlensaures Ammon zusetzen. Man übergiesst damit Papier, trocknet und macht mit Alkohol oder Ohromalaun unlöslich; als Entwickler kann dienen : 12 Pyro. 100 Natriumsulfit, 24 Ammoncarbonat, 20 Clorkalium. 9600 Wasser. Soll auscopirt werden, so mischt man 48 Theile Silbernitrat, 20 Citronensäure. 10 Ammoniumchlorid. 480 Wasser. — Oefter mischen F. und T. mit einer Lösung von harter Gelatine, Die Emulsion soll auch zur Herstellung von Bildern auf Glas verwendet werden können. (Ed er's Jahrb. f. Photographie für 1889. S. 387.)
- 7) Agar-Agar, ein vegetabilischer Leim, welcher sieh vor der ge-wohnlichen Gelatine durch ausserordentliches Erstarrungsvermögen auszeichnet, wurde zur Darstellung von Gelatine-Emulsion versucht.
- Nach Mitschell soll Agar-Agar in heissen Climaten. wo gewöhnliche Gelatine nicht mehr erstarrte, mit Vortheil an gewendet worden sein4 5!
- Dr. Stolze erhielt damit keine befriedigenden Eesultate0). AID1’" dings gibt eine lproeentige Agar-Agarlösung eine sehr rasch erstarrende
- 1) Phot. Corresp. 1879. S. 183, aus Phot. News. 1879. S. 439.
- 2) Brit. Journ. of Phot. 1882. S. 118. Phot. Wochenbl. 1882. S. tt8.
- 3) Phot. News. 1884. S. 12. Phot. Wochenbl. 1884. S. 66.
- 4) Phot. Wochenbl. 1882. S. 64, aus Phot. News. 1882. S. 67,
- 5) Phot. Wochenbl. 1882. S. 129 u. 138.
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- Wirkung von Zusätzen fremder Substanzen zur Bromsilbergelatine.
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- Ballerte, welche sich lange Zeit ohne Fäulniss unzersetzt erhält. Eine i/4procentige und eine noch stärkere Lösung gibt wohl eine feine Emulsion. welche sich aber beim Wiederschmelzen entmischt, und das Bromsilber nicht suspendirt hält, sondern es flockig fallen lässt. Als er zu einer Gelatine-Emulsion 1 Proc, Agar-Agar setzte, schieden sich beim Erkalten durchsichtige Klümpchen von Agar-Agar aus, während das Bromsilber in der umgebenden Flüssigkeit blieb. Selbst 1/2 g Agar-Agar zu 1 Liter Gelatine-Emulsion entmischte sie beim Erkalten .
- 8) Säuren in der Emulsion bewahren dieselbe vor Schleier beim Kochen, sobald sie von vornherein zugesetzt wurden. Manche Säuren, wie Essigsäure. Citronensäure (0,2 g pro Liter Emulsion) halten klar, ohne das Reifen wesentlich zu verzögern. Salzsäure oder Salpetersäure verzögert in geringer Menge (1 bis 5 Tropfen pro 1000 g Emulsion) das Reifen nicht: in grösserer Menge (z. B. 10 bis 30 Tropfen pro 1000 g Emulsion) bewirken sie Unempfindlichkeit und Mangel an Kraft. Kurzes Aachdigeriren mit Ammoniak vermehrt die Intensität derselben aber wieder. — Brom Wasserstoff wirkt energischer als Salzsäure: der erstere zerstört sogar das Lichtbild1).
- Viel Citronensäure in der Emulsion hindert das Reifen und ertheilt der Emulsion die Eigenschaft dünne, zarte Bilder zu geben, welche sich mit Eisen eitrat etc, stark röthlich entwickeln, was für positive Copir-processe erwünscht ist (s, das betreffende Capitel weiter unten).
- 9) Einige Tropfen Wasserstoff-Superoxyd zur Emulsion vor dem Kochen gesetzt hält die Emulsion sehr klar, mindestens eben so gut als irgend eine Säure, ohne der Empfindlichkeit zu schaden, wie Ver-Lsser fand.
- 10) w ird zu einer mit etwas Salzsäure angesäuerten Emulsion etwas calorsaures Kali gegeben, so entwickeln sich während des Kochens Spuren von Chlor, welche klar halten, aber der Empfindlichkeit nichts Weniger als förderlich sind.
- L) Chlorsause hatte Debenham der ammoniakalischen Emulsion
- Mittel gegen Grünschleier zugesetzt: Cowan fand, dass Chlorsäure '1K Empfindlichkeit etwas herabdrücke, aber klare Schatten gebe. Hen-'-rson erklärte sie für nutzlos. Aach Burton bewirken 3 Tropfen Borsäure auf je 7 g Silbernitrat beim sauren Koehprocesse grosse Klar-^^Een guter Empfindlichkeit (Phot. Corresp. 1885. S. 178).
- L Davis, Phot. Journ. 1882. S. 135.
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- Dritter Theil. Achtes Capitel.
- 12) Kaliumbiehromat während der Emulsifieation wirkt (ebenso das Ammoniumchromat) im Allgemeine« als Verzögerer: Es gibt grössere Klarheit und häutig geringere Empfindlichkeit.
- Edwards benutzte die unempfindlich machenden Eigenschaften des Kalium-biehromats, um Emulsion und Platten bei Tageslicht zu präpariren. Er mischte Bromkalium, Gelatine und ammoniakalisehes Silbernitrat (ungefähr wie bei der Methode in Cap. XVII), und setzte dann auf je 100 ccm Emulsion etwa 3 g Kaliumbiehromat zu Diese Operation, sowie das Ueberziehen der Platten nahm er am Tageslichte vor. £)je mit der ungewaschenen Emulsion überzogenen Platten sollen erst empfindlich werden, wenn man sie mit Wasser wäscht1). Der Verfasser fand jedoch diesen Process nicht sicher. Brown empfahl, der schwach sauren Emulsion nach dem Sieden 3/4 Proo. Kaliumbiehromat zuzusetzen, dann erstarren lassen und waschen, die Emulsion arbeitet dann sehr klar2).
- In ammoniakalischer Lösung wirken die chromsauren Salze viel geringer, als bei Gegenwart von Säuren: selbst eine Spur Salzsäure bringt die sehleierwidrigc Kraft des doppelt chromsauren Kali zur Geltung.
- Audra3) fügt zu der gekochten (neutralen oder schwach sauren) Emulsion 20 ccm doppelt chromsaure Kali-Lösung (1.: 50) auf je 500 ccm flüssiger Emulsion zu, um den etwa vorhandenen Schleier zu zerstören, schüttelt und lässt erkalten: hierauf wird gewaschen. Burton setzte 1 Theil chromsaures Kali zu 500 Theilen gekochter Emulsion, ohne einen Empfindlichkeitsverlust zu beobachten4).
- Alle diese Methoden haben wenig Eingang in die Praxis gefunden. Am meisten hat noch das Waschen der erstarrten Emulsion in einer Lösung von doppelt chromsaurem Kali Anwendung gefunden5). Man fügt in das erste Waschwasser ungefähr x/2 Proc. dieses Salzes und lässt die erstarrte und zerkleinerte Emulsion (saure Koch-Emulsion) durch 1 Stunde darin liegen, wonach man in fliessendem Wasser wie gewöhnlich wäscht,
- 13) Alaun während der Emulsifieation in grosser Menge zugesetzt, macht die Emulsion weniger empfindlich: die Bilder lassen sich klar aber nicht kräftig entwickeln (für den Silberoxydammoniak- Process).
- 14) Metall-Perehloride, wie Eisenchlorid. Kupferchlorid, sind der Empfindlichkeit schädlich, sobald sie der Emulsion bei der Darstellung zugesetzt und in derselben auch während der Exposition enthalten sind. Sie zerstören nämlich das Lichtbild.
- Kupferehlorid und Eisenchlorid zur Emulsion heim Mitteln'11 gegeben, verzögern das Keifen der Emulsion beim Kochen. Ein kleine1
- 1) Phot. Archiv. 1882. S. 137, aus Phot. News.
- 2) Phot. News. 1882. S. 297. Phot. Woehenbl. 1882. 8. 207. Brown arbeitete nicht am Tageslicht sondern in der Dunkelkammer.
- 3) Phot. Corresp. 1882. S. 303.
- 4) Phot. Mitth. Bd. 20, S. 6. ^
- 5) Zuerst in die Praxis von Wilson 188t eingeführt (Phot. Archiv 1881. 8.
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- Wirkung von Zusätzen fremder Substanzen zur Bromsilbergelatine.
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- Zusatz dieser Salze macht eine schwierige Emulsion klar arbeiten; eine nacli dem Kochen mit Kupferchlorid versetzte Emulsion gibt klare, wenig eniDÜndliche. aber sehr dicht arbeitende Platten1).
- 15) Citronensaures Kali wirkt heim Keifen des Bromsilbers während ,]rt- Emulsification (in der Wärme) wenig; das Ammoniaksalz dagegen stark als Verzögerer (Wellington2).
- Citronensaures Ammoniak wirkt beim Silberoxydammoniakprocesse schleierwidrig und kann mit Vortheil verwendet werden (s. Cap. XVII).
- 16) Salpetersaures Ammoniak wird wohl nie absichtlich zugesetzt, bildet sich aber bei der Doppelzersetzung von Silbernitrat und Brom-ammonium. Bei grosser Ooneentration hindert es das feste Erstarren der Gallerte, nach dem Auswaschen des Salzes erlangt die Gallerte wieder ihr Erstarrungsvermögen (II. W. Vogel).
- 17) Sehwefligsaures Natron in der Emulsion (bei gleichzeitiger Anwesenheit- von Ammoniak) redneirt das Bromsilber und scheidet metallisches Silber an den Wänden Spiegel glänzend ab3). Auch soll Grünschleier entstehen4). Xaeh anderen Angaben soll ein Zusatz von Xatriumsullit zur fertigen Emulsion vor dem Giessen die Emulsion empfindlicher machen und die Platten beim Entwickeln klar halten.
- H. Zusätze zur fertigen gewaschenen Bromsilbergelatine yor dem Giessen.
- Die Zusätze fremder Substanzen zur fertigen Bromsilbergelatine haben meistens den Zweck die Gelatine zu härten, oder Schleierbildung zu verhindern, resp. schon entstandene zu zerstören, oder die Contraste Er zu entwickelnden Bilder zwischen Licht und Schatten zu verändern.
- 1) Bromkalium und Bromammonium. Enthält eine Bromsilbergelatine-Enulsion — sei es in Folge von schlechtem Waschen oder von einem absichtlichen Zusatz — Bromkalium oder Bromammonium, so entwickeln >I(E die Bilder darauf langsamer, brillanter, resp. hart und in den s‘'hatten glasig.
- Ein starker Gehalt an diesen Salzen ist schädlich. Ein ganz kleiner 'Ejwsmi in den meisten Fällen von Xutzen. weil der Verschleierung im füwickler vorgebeugt wird, das Bild nach und nach (die hohen Lichter "'"’E- dann die Halbschatten etc.) hervorkommt.
- b Abnpy. Photograph}’ with Enralsions. 1882. S. 229 und 239.
- ~) Phot. News. 1881. S. 79.
- E Wellington (Phot. News. 1885. S. 223).
- V Henderson (Phot. News. 1885. S. 221).
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- Es ist immer nothwendig, die Emulsion sehr gut zu waschen, damit kein lösliches Bromsalz zurückbleibt und lieber später ein wenig davon zuzusetzen, sonst sind Unregelmässigkeiten unvermeidlich.
- Bei Emulsionen, welche hart und glasig arbeiten, ist der Zusatz von Bromkalium immer nachtheilig. Dagegen bei solchen , welche flau arbeiten und Spuren von Schleier zeigen, ist er vorteilhaft. In manchen Fabriken wird ein kleiner Zusatz von Bromammonium- oder Bromkalium-Lösung regelmässig gemacht, Z. B. auf 1 Liter Emulsion 1 ccm bis (bei stärker sehleiernder Emulsion) 10 bis 30 ccm einer Lösung von Bromammonium (1 : 100). Der Verfasser wendet in der Eegel einen Zusatz von 10 ccm Bromammoniumlösung (1:100) an, sobald es sieb um eine recht schleierlose Emulsion handelt: dieser Zusatz erfolgt, selbst wenn eine Probe der Emulsion keinen merklichen Schleier zeigt,
- Nach Brown1) wird eine schwierige Emulsion sofort klar, wenn man ihr vor dem Giessen l1/2 g Bromkalium pro 1 Liter zusetzt. Jedoch ist dieses Maximalquantität und die Empfindlichkeit leidet durch solche Menge unter normalen Verhältnissen häufig so, dass sie nur 1/4 der ursprünglichen beträgt.
- Emulsion, welche eine Spur löslichen Bromsalzes enthält, bleibt beim Aufbewahren viel länger unverändert als eine völlig gewaschene.
- Gelatine-Emulsion unter bromammoniumhaltigem Weingeiste aufbewahrt, arbeitet nach mehreren Monaten klarer als früher. Sie lässt sich über's Jahr ohne Gefahr der Schleierbildung aufbewahren.
- 2) Ammoniak und kohlensaures Ammoniak s. S. 43 und 52.
- 3) Kohlensaures Natron. Macht man eine gewaschene Gelatine-Emulsion durch Zusatz von Soda bleibend alkalisch, so wird sie dadurch empfindlicher, was Verfasser schon im April 1880 veröffentlichte2); ähnlich wirkt kohlensaures Kali oder Ammoniak. Jastrembski fand später, dass die Empfindlichkeit durch Soda sogar um das vierfache gesteigert werde, wenn man auf 1 Liter Emulsion 5 g Soda zusetzt. Jedoch leidet durch eine so grosse Menge Soda die Festigkeit der Schicht,
- Schon eine geringeMenge Soda (z. B. 0,1 g kryst, Soda pro 1000 enr Emulsion) bewirkt, dass Platten empfindlicher werden und mehr Detail' in den Schatten geben, ohne dass die Gelatine angegriffen wird ;Plenel in Eder's Jahrbuch f. Phot, für 1887. S. 200). Vergl. weiter unten Capitel ,,Naehreifen “.
- 4) Aetzkali. Stosch rühmt die sensibilisirende Wirkung des Aetzkak Er löste 11/2 bis 3 g Aetzkali in 100 ccm Alkohol (87 bis 90 Oiad1
- 1) Phot. News. 1883. S. 78.
- 2) Vergl. Phot. Corresp. 1881. S. 204.
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- badete darin die Platten durch 4 bis 5 Minuten und trockete sie. Dadurch war die Empfindlichkeit auf das vierfache gestiegen p
- 5) Glycerin, Zucker, Dextrin, Gummi arabicum und ähnliche in kaltem Wasser leicht lösliche Substanzen wurden der fertigen, gewaschenen Emulsion beizumischen empfohlen (ungefähr 1/2 bis 1 '/2 g pro 100 ccm Emulsion), um die Entwickelung der Emulsionsplatten zu beschleunigen. Alle diese Mittel gehen den Negativen mehr Kraft, steigern die Contraste und fördern die 'Klarheit beim Entwickeln.
- Da die Meinungen über den Nutzen dieser Zusätze noch getheilt sind, so verwende man sie mit Vorsicht, und lasse nicht aus dem Auge, dass sie nur dann von Nutzen sein können, wenn die Platten nicht rasch und brillant genug entwickeln.
- Henderson empfahl 1881 den Zusatz von Gummiarten und in der Folge insbesondere den Zusatz von Dextrin2).
- Seolik3) versuchte Zucker mit gutem Erfolge. Der Verfasser fand aber weder im Dextrin-, noch im Zuc.kerzusat.ze- einen besonderen Vortheil.
- 6) Glycerin. Ein geringer Zusatz von Glycerin zu gewaschener Emulsion macht, dieselbe klarer und wirkt, als ganz schwacher Verzögerer. Glyeerinhaltige Gelatineplatten arbeiten nach Abney4) im frischen Zustande häufig sehr gut, verderben aber rasch, wenn sie in einer bald trockenen, bald feuchten Atmosphäre auf bewahrt werden.
- Man hat auch vorgeschlagen, sehr viel Glycerin zur Emulsion zu geben, damit sie nach dem Erstarren nicht mehr austroeknet; sie fault dann auch niemals (ähnlich wie Hectographenmasse).
- Giesst man die Glycerin-Gelatine-Emulsion auf eine nivellirte Spiegelglasplatte Va em hoch (nachdem man den Rand mit einem Papierrand versehen hat) und schneidet sie in Streifen, so kann man je nach Bedarf einen oder mehrere Streifen auswaschen und die Emulsion dann auftragen5).
- 7) Albumin wurde von Obernetter6) und Spinkp der Gelatine-Emulsio n zug es etz t.
- Es soll grössere Bemheit der Schicht und Vermeidung von Flecken und Narben bewirken. Obern etter fügt seiner auf kaltem Wege darbest eilten Gelatine-Emulsion nach dem Waschen und Schmelzen auf je lOOTheiie: 5 Theile Alkohol und 2 bis 5 Tlieile geschlagenes Eiweiss zu8).
- 1) Phot. Mitth. 1882. Bd. 18, S. 271.
- 2) Phot. Oorresp. 1882. S. 57.
- 3j Phot. Oorresp. 1882.
- B Phot. Journ. 1882, S. 136.
- 5) Brit. Journ, Phot. 1884. S. 177. Phot. Woehenbl. 1884. S. 132.
- 6) Phot. Mitth, 1879. Bd. 16. S. 2.
- 7) Phot. News. 1882. S. 383.
- 8) Phot. Archiv 1883. S. 254.
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- Emulsion, welche früher matte Flecken gab. die im Entwickler schwarz werden, soll nach diesem Zusatz tadellose Schichten geben.
- Nach einem Artikel im British Journ. of Phot, (1884. S. 465} soll der Zusatz von 1 Theil geschlagenem Eiweise zu 3 Theilen Gelatine-Emulsion folgenden Effect haben: Die Schicht erstarrt langsamer, trocknet aber schneller zu einer sehr harten Schicht, welche sich ungemein schnell entwickelt. Lloyd wollte grössere Haltbarkeit der Platten durch Baden derselben in einer Albuminlösung erzielen ().
- Der Verfasser fand sich auf Grund seiner Versuche bis jetzt noch nicht veranlasst, den Zusatz von Albumin zur Gelatine-Emulsion zu verwenden (vergl. über Albumin-Emulsion auch Eder's Jahrbuch f. Phot, für 1889. S. 387).
- 8) Seife. Grand setzte der Emulsion 1/2 Proc. Seife zu, um eine bessere, von hellen Fettflecken freie Schicht zu erhalten. Dadurch soll das Fett vollständig und gleichmässig vertheilt werden und keinen Schaden zufügen 2).
- 9} Oehsengalle in der fertigen Gelatine-Emulsion soll nach Foxlee die Entfernung etwa vorhandener Fetttheilchen und der dadurch entstandenen Fettflecken bewirken3). Brooks fand diesen Zusatz unwirksam 4).
- 10) Harz. Ein Zusatz von Harz wurde von Wilde empfohlen5). Er vermischte eine alkoholische Gelatine-Emulsion vor dem Erstarren und Waschen mit etwas von einer Lösung gebleichten Schellacks in Alkohol. Die mit solcher Emulsion gegossene Schicht erstarrt (nach Wilde) und trocknet rascher als ohne diesen Zusatz und hat ein mattes Aussehen. Die Empfindlichkeit bleibt unverändert. Die Negative sehen aus, als ob sie auf feinmattirtes Glas gemacht wären; die Schicht haftet sehr fest, (Trotzdem scheint dieser Zusatz keine praktische Verwendung gefunden zu haben.)
- 11) Alaun und Chromalaun werden der Gelatine häufig zugesetzt, und zwar in der Absicht, die Gelatine zu härten, sie fester an der Platte haftend und widerstandsfähiger gegen Entwickler. Fixirer und Verstärker zu machen. Eine Gallerte mit Alaun versetzt widersteht sehr lange dei Fäulniss.
- 1) Brit. Journ, Phot. 1883. S. 485 und 497; Phot. Woehenbl, 1884. S. 31)4 und 306.
- 2) Bull. Soc. franc. Phot, 1880. S. 33.
- 3) Bull. Soc. franc. Phot, 1880. S. 315.
- 4) Ibid.
- 5) Phot. Corresp. 1881. S. 100.
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- Dieser Zusatz ist nur dann nöthig, wenn man weiche oder in Zersetzung begriffene Gelatine vor sich hat. Bei Benutzung von harter helatme ist er gegenstandslos.
- Manche Fabrikanten benutzen regelmässig einen Zusatz von Chromalaun: derselbe wird dann unmittelbar vor dem Giessen gemacht und \i[ nur gering, weil er nur vorsichtshalber gemacht wird, z. B. auf 1 Liter geschmolzener Emulsion 3 ccm Ghromalaun 1 ösung (1 : 50) oder 5 bis 6 ccm. Ist die Gelatine aber schlecht oder zersetzt, so braucht man zehnmal mehr, um das Ah kräuseln der Schicht zu vermeiden; dann ändert, sich der Charakter der Platten (sie arbeiten dünn und geben glasige Schatten) und sie werden un einpfin dl ich er. Grosse Mengen von ('lmnnalaun machen die Emulsion dickflüssig, so dass man sie auf 60 Grad C. erwärmen, oder mit Vs Wasser verdünnen muss, wenn man Platten giessen will, oder sie bewirken eine klumpenartige Coaguliruug ttr Gelatine - Emulsion und die fertigen Platten stossen den Ent wickler ab.
- Fügt mau zu einer 4proeentigen Gelatiiielösung 5 Proe, vom Gewichte der trockenen Gelatine Ckromalaun (d. i. 0,2 Proe. von der Gelatiiielösung) hinzu, so erstarrt tic Lösung leichter zur Gallerte. Der Erstarrungspunkt liegt um 1 bis 2 Grad 0. höher, als vor dem Alaunznsatze. Einmal erstarrt, schmilzt die Chromalaungelatine imv schwierig und bei hoher Tomperatur (fiO bis 70 Grad 0.) oder gar nicht mehr. Die getrocknete Schicht quillt im Wasser kaum mehr auf und wurde die Entwickelung der Platten sehr erschweren. Man muss also mit dem Ohromalaunzusatze zur Gelatine-Emulsion vorsichtig verfahren1).
- Zuviel Chromalauii in der Schicht ist also (wenn ohne besonderen 'uimcl zugesetzt) sehr häutig von schädlicher Wirkung, worauf Bolton2) nn,l Andere aufmerksam machten. Er macht die Schicht hornartig, erschwert dem Entwickler das Eindringen und drückt in Folge dessen die Intensität und Empfindlichkeit herab. .Diese Mittel sollen deshalb nur nut Vorsicht und in kleiner Quantität angewendet werden.
- Wel weniger energisch wirkt gewöhn] ich er Alaun.
- Setzt man zu einer 4 proeentigen Gelatiiielösung 5 Proe. vom Gewichte der troeke-,iPl1 Gelatine Alaun zu, so steigt der Erstarrungspunkt um 1 bis 2 Grad G., der Sehmelz-i'uikt um ungefähr 10 Grad 0., aber alle erstarrten Gemenge von 5 Proe. gewöhnlichem Auin und Gelatine schmelzen in der Wärme noch vollständig. Mit 15 Pme. Alaun .'I,n Gewichte der Gelatine erstarrt die Gelatiiielösung um 5 bis 6 Grad höher (also
- Mittel bei 25 bis 26 Grad 0.) und der Schmelzpunkt liegt um 15 bis 20 Grad höher /h ungefähr 45 Grad 0.). Mit 30 Proe. Alaun steigt der Erstarrungspunkt bis auf
- n:ifl 0., ohne dass der Schmelzpunkt viel höher als 48 Grad C. steigen würde.
- _ * ! Gowan bezeichnet 1 g Chromalaun auf 2 Liter flüssiger Emulsion als Maximal-
- a !Ph>t. (Jorresp. 1885. 8. 1011: für gewöhn]ich nennet die Hälfte oder ein davon, ~ '
- 2) Bull Soe. träne. Phot. 1880. S. 65.
- £ rl ,
- er> Handbuch der Photographie. III. Theil. 4. Auti. Q
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- Dritter Theil. Achtes Capitel.
- Selbst die 30 Proe. gewöhnlichen Alaun enthaltende Gelatinelösung bann man wiederholt erstarren lassen und wieder schmelzen. Auch nach dem vollständigen Eintrocknen hat die 15 Proe, Alaun enthaltende Gelatine noch nicht das Aufsaugungs-Vermögen für kaltes Wasser eingebüsst, obwohl es bedeutend geschwächt erscheint; die Schicht schwillt viel weniger stark auf, als vor dem Alaunzusatz. Sogar 30 Pro,-Alaun machen die Gelatine noch nicht indifferent gegen Wasser.
- Alan setzt auf 100 cem Gelatine-Emulsion 1/2 bis 1 ccm von folgender Lösung zu: 50 Theile Wasser, 4 Theile gewöhnlichen Alaun und eventuell 4 Tb eile Glvcerin. Stark verdorbene Gelatine1) braucht mehr, andere weniger, als die angegebene Menge, um weiche Gelatine zu härten. Oft genügen schon mehrere Tropfen Alaunlösung.
- Man hat auch empfohlen, das erste Wasser zum Waschen der Emulsion mit 5 Proe. Alaun zu versetzen, um das Kräuseln zu hindern2).
- In diesem Falle nimmt die Gelatine Alaun auf und härtet sich: der Schmelzpunkt steigt, Da aber die Menge des aufgenommenen Alaine nicht genau festzustellen ist, so hält der Verfasser diesen Weg nicht für
- praefisch.
- 12) Pyrogailol. Burton Jones setzte der Emulsion 1/300 ihres Gewichtes PyrogaJlol zu, um ihre Empfindlichkeit zu steigern3), was aber H. W. Vogel bei gewöhnlieber Gelatine-Emulsion als nutzlos erklärt4 5), während Oollodiongelatine dadurch fast doppelt- so empfindlich wurde0).
- Jedoch sollen englische Plattemnaoher Pyrogailol zusetzen, um das Ablösen der Schiebt zu hindern, weil sie gerbend wirkt, Beachtenswerlli ist aber die Mittheilung J)r. Stolze's im Pb otographi sehen Wochen-1)1 alt- 1885. S. 818 und 827. nach welcher man die Bromsilborgelatine mit Pyrogailol und Natrium sulfit versetzen kann: trocknet und belichtet man diese Platten, so entwickeln sie sich in blosser Sodalösung. D wäre somit möglich, dass der Fabrikant die Emulsion gleich bei der Zubereitung mit dm- nöthigon Menge Pyrogailol versetzt, was eine grosse Ersparnis und Bequemlichkeit- für reisende Photographen wäre, Außerdem soll nach Meydenbauer (daselbst 1886. S. 74) die Empfindlichkeit der Platten durch diesen Zusatz gesteigert werden. Feber die Halt barkeit solcher Emulsionen liegen keine längeren Beobachtungen w'i-da erst eine Beobachtung von über 6 wöch entlieh er Dauer stattF11' (Eder's Jahrbuch für Photographie für 1887. S. 304).
- 1) D. h. wiche, welche sehr schwer erstarrt und stark dem Ablösen und P-Kränselliildung unterworfen ist.
- ff) Warnerke, Phot, Archiv. 1885. S. 30.
- 3) Phot. Mittli. 1880. Bd. 16, S. 280.
- 4i Phot, Mitth. 1880. Bd. 16, S. 280.
- 5) Phot. Mitth. 1882. Bd. 18, S. 303.
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- Wirkung von Zusätzen fremder Substanzen zur Bromsilbergelatine.
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- 13) Gallussäure, welche im Collodientrockenprocesse so vortheilhaft wirkt, steigert nicht die Intensität der Gelatine - Emulsion und bietet nach Davis1) keine Vorth eile.
- 14) Tannin wurde als gerbender Zusatz gegen Ablösen der Schicht vorgeschlagen2), dürfte, aber kaum verwendet werden.
- W enn diese Substanzen in der Emulsion vorhanden sind, darf sie niemals alkalisch reagiren, sonst entsteht Schleier.
- 15) Hydroehinon wurde als Zusatz zu Bromsilbergelatineplatten empfohlen und Biering in Odense brachte so präpari rte Platten in den Handel (Phot. Archiv. 1886. S. 230. Eder's Jahrbuch f. Phot, für 1887. S. 298). Tn der That scheint Hydrochinon mit Zusatz von Natrium-sultit die Haltbarkeit, nicht zu schädigen indem sich solche Platten bei Jen Versuchen Biering’s übers Jahr hielten (Phot, Archiv, 1888. S. 121. Kder’s Jahrbuch für 1889. S. 381).
- 16) Säuren. Mineral säuren wirken nicht nur während der Darstellung der Emulsion als Verzögerer, sondern noch mehr in der gewaschenen Emulsion. Z. B. Salzsäure schädigt die Empfindlichkeit sehr, wenn man sie der Emulsion vor dem Giessen zusetzt. Essigsäure vermindert gleichfalls die Kraft und Empfindlichkeit, jedoch nicht, bei allen hnnilsionen in gleichem Grade; sie wirkt auf geschmolzene Silberoxyd-amunmiak-Emnlsion sehr ungünstig3), jedoch schadet sie nur wenig dner sauer dargestellten Siede-Emulsion.
- 17) Brom. Freies Brom wird von der Gelatine absorbirt: es drückt ln grösserer Menge die Empfindlichkeit: der Emulsion herab,, macht sie Maror und zerstört innen vorhandenen Schleier, worauf der Verfasser 'd)"n in der vorigen Auflage dieses Werkes4) aufmerksam gemacht Mätu Bromdampf wirkt auf trockene Platten nur sehr langsam. Viel -rnstigwr wirkt Bromwasser, d. i. Wasser, welches durch Schütteln mit l»]iirn gesättigt ist: es hat dann etwa Vso Brom aufgelöst,
- bromwasser ist ein vortrefflicher Zusatz zur fertigen Emulsion. 1,111 Mehlrier zu zerstören.
- , P Phot. News. 1884. S. 350.
- -) -lärm an löst 1 Theil Tannin in 10 Th ei len Alkohol ir.nl fügt 2 bis 21/2 r-ern !k '1 Genug zu 600 oem Emulsion. (Year-book of Photogrnphy for 1882. S. 137,
- Arresp, 1882. S. 64).
- 9 Ti , _
- ,Ji Es sollen Fabrikanten die erstarrte ungewaschene Silberexydarnmoniak-Emulsion
- •aDJ]>fen von Eisessig aussetzen, bevor sie dieselben wasehen.
- s . *' Eder, Theorie und Praxis der Photosranhie mit Bromsilberti-elatine. 1883.
- t;:s. ' ' ' ......... !
- 5*
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- Dritter Theil. Achtes Capitel.
- Nach der Photographie News1) zerstört 1j2 bis 2 ccm Brom Wasser auf 500 ccm Emulsion den Schleier völlig. Per Verfasser fand. (]ass jedoch diese Menge zu gross ist und dass häufig schon 1 Tropfen Brom-vvasser pro 100 ccm Emulsion genügt.
- Am besten wirkt Broinvvasser in der gewasc-henen geschmolzenen Emulsion. Ammoniak darf nicht zugegen sein, weil dieses, sowie die Ammoniaksalze sieh mit dem Brom gegenseitig zersetzen2).
- Der Verfasser fand folgenden modus operandi als den besten:
- Alan schmilzt die gewaschene Emulsion, fügt auf je 100 ccm Emulsion 2 bis 3 ccm Alkohol zu. rührt um und setzt vorsichtig unter beständigem Umrühren hei starkem Schleier 8 bis 10 Tropfen Broniwasser. bei schwachem Schleier nur 1 Tropfen zu.
- Alan bedeckt das (1 las mit einer Glasplatte und lässt die. Emulsion V4 Stunde lang warm stehen, damit das Brom (‘inwirken kann. Es verbindet sieh ziemlich rasch mit (hem Silbersubbromid und wandelt es in normales Silberbromid um. Der Eebersclmss von Brom verbindet, sich nicht mit der Gelatine, sondern setzt sich mit dem Alkohol in verschiedene Produete um, worunter sich wohlriechende Aetherarten Gelinden ; nach x/4 Stunde wird der unangenehm stechende Bromgerncli einem angenehmen Gerüche nach Fruchläther gewichen sein.
- Alan giesst dann die Emulsion auf die Platten aus und erhält klar all) (si teil de h al tbar e Pi atten.
- Die Empfindlichkeit sinkt durch den Bromzusatz nicht, ausser man hat zu viel davon zugesetzt; immer alter zeichnet solche Emulsion sehr schön.
- In der Gelatine-Emulsion verschwindet nach dom Stehen in der Wärme der Geruch nach Brom in einigen AI in Uten. Das Brom verflüchtigt sich zum Theil: zum andern Theil bildet es mit der Gelatine und anderen organischen Substanzen Bromirungsproducte und Brei"' wasserstoffsäiire. Bleibt Brom gebunden an Gelatine in der Emulsion, so stört es die Empfindlichkeit.
- Am günstigsten wirkt Brom hei Gegenwart von Alkohol auf Bn*1' silbergelatine. Es zerstört dann den Schl«der des Bromsilbers und zersrR1 sich dann mit dem Alkohol, in dem cs in unschädliche Produete "in gewandelt wird. .Man kann bei Gegenwart von Alkohol oline SehaPn mehr Bromwasser nehmen, als ohne diese Beimischung.
- Weniger radieal. jedoch gleichfalls schleierwidrig wirkt der Roux empfohlene Zusatz von ..Brom-Alkohol", welcher durch AlE^1-"
- 5.1 Phot. News. 1884. S. 225. Phot. WoehenbJ. 1884. 8. 1(!4. Phot, Mitth. Bf S. 27 und <)3. ,
- 2) Ammoniak und Brom bildet .Rromammonjum unter Entwickelung von 8tiWr
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- Wirkung von Zusätzen fremder Substanzen zur Bromsilbergelatine.
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- von 1 Tlii'il Brom aul 200 Tlieile Alkohol hergestellt wird1). Tan demselben werden etwa 2x/2 ccm aul 100 eem der gekochten Emulsion bei-o'einiscbt und dann das Ganze eine Viertelstunde warm erhalten; hierauf wird gewaschen.
- 18) Jodtinktur. Dieselbe bewirkt, dass die Emulsion kräftige Bilder gibt: sie wird alter viel unempfindlicher (z. B. durch 8 Tropfen Lösung pro 1 Liter Emulsion2).
- Nach A. Spiller zerstört Jod das Lichtbild, aber die mit Jod behandelten Platten gelten beim Exponiren in der Camera leicht umgekehrte (positive) Bilder3).
- Der Verfasstu' fand Jodtinetur nicht so wirksam zur Zerstörung von Schleier als Bromtinetur und wendet erstere nie an.
- 19) Kaliumbiehromat. Wird eine fertige, gewaschene Bromsilbergelatine mit oxydirenden Substanzen, wie Kaliumbiehromat, versetzt und ohne dieselben auszuwaschen exponirt, so sinkt die Empfindlichkeit bedeutend (Abney). Sobald das Kaliumbiehromat ausgewaschen wird, ist mitunter wohl eiu .Emplindliebkeitsverlust gegenüber einer gewöhnlichen Emulsion zu bemerken4), häufig aber nicht.
- Kaliumbiehromat. zerstört eine schwache Lichtwirkmig und schwache Schleier. Man kann sogar eine schieferige Gelatine-Emulsion restauriren, wenn man nach Abney’s Vorschlag dieselbe durch ein grobmaschiges hevvebe (Kanevas) in eine ungefähr 1j2 bis 2 proeentige Lösung von Kaliumbiehromat presst, darin durch zwei bis fünf Stunden liegen lässt und eine Stunde oder länger mit Wasser wäscht, um das anhaftende f'hromat zu entfernen. Wird letzteres nicht gut ausgewaschen, so sinkt '1K Empfindlichkeit der Emulsion um 1j3. Durch Zusatz von 1 bis Proe. Bickromat zu der Emulsion kann man gut die durch zu langes Kochen entstandenen Schleier zerstören. Jedoch wird der Schleier nur dann gut zerstört, wenn etwas Alaun zugegen war (Ammoniak hemmt die Wirkung).
- ^ Werden schleierige Gelatineplatten in 2 proeentige Kaliumbichromat-"vung getaucht, so vermindert sich der Schleier, aber die Platten, selbst "nnn sie sehr gut gewaschen sind, werden unempfindlicher; klar arbeitende Platten, ebenso behandelt, verlieren gleichfalls etwas von ihrer
- d) Roux. Manuel Operateure pour l’emploi du proeede au Gelatine-Bromure ^4Gent. 1881. 8. 7. Die Mischung wird 24 Stunden vor der Verwendung hergestellt
- 1&t unbegrenzt lange haltbar.
- ~) Seolik, Phot, Corresp. 1882. S. 276.
- 3) Phot. News, 1884. S. 236.
- 4) Eder und Pizzighelli, Phot, Corresp, 1880.
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- Dritter Theil. Achtes Oapitel.
- Empfindlichkeit. Stark schleierige Platten werden nicht gänzlich vom Schleier befreit1).
- Viel energischer schleierzerstörend, als eine reine Lösung von Kalium-bichromat. wirkt eine mit Mineralsäuren angesäuerte. Unter diesen wirkt besonders günstig die Salzsäure, wie Verfasser im April 1881 publieirte2) (nämlich 1 Kaliumbichromat. 3 Salzsäure und 150 Wasser).
- 20) Jodkalium in der fertigen Emulsion bewirkt die Dünnheit der Bilder. Auf exponirt-en Platten zerstört es das Lichtbild fast gänzlich.
- 21) Cyankalium bewirkt in der Emulsion grosse Klarheit, verzögert aber die Entstehung des Bildes, wenn auch nur geringe Spuren im Ueber-schusse sich vorfinden.
- 22) Metall-Perehloride, wie Eisenchlorid, Kupferchlorid, sind der Empfindlichkeit schädlich, sobald sie der Emulsion bei der Darstellung zugesetzt und in derselben auch während der Exposition enthalten sind (s. S. 54). Nach Cowan3) soll Baden der Gallerte in einer Lösung von Kupferchlorid (1 : 480) nach wenigen Minuten Grünsehleier zerstören.
- 23) Oxalsaures Eisenoxyd. Tränkt man Gelatine-Emulsion vor der Exposition mit einer Lösung von oxalsaurem Eisenoxyd, so wird die Empfindlichkeit herabgesetzt,
- 24) Natriumsulfit s. S. 61.
- 25) Urannitrat, von Worth ley als Zusatz zur fertigen Gelatine-Emulsion empfohlen4 5), ist ohne auffällige Wirkung, ausser dass es etwas sch leierwidrig ist. In der flüssigen Emulsion bewirkt es das Gerinnen der Gallerte (Eder).
- 26) Salpetrigsaures Kali in der fertigen Emulsion wirkt nach Abney0) der Solarisation entgegen.
- 27) Arsenigsaures Natron wendete Maddox in seinen ersten fnielit in der Wärme digerirten) Emulsionen an: es soll die Farbe der Negatm' dunkler machen.
- 28) Rothes Blutlaugensaiz wirkt ziemlich ähnlich dem Knpferclilorid Es ist in der flüssigen Emulsion nur mit Vorsicht anzuwenden, weil e> mit der Zeit den Leim unlöslich macht,
- 1) Eder und Pizzighelli, Phot. Corresp. 1881.
- 2) Phot. Arch. 1881. S. 109.
- 3) Phot. Corresp. 1882. S. 46. Brit. Journ, Phot, 1135. S. 60.
- 4) Phot. Arch. 1876. S. 121.
- 5) Phot, Mitth. 1879. Bd. 15. S. 304.
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- Wirkung von Zusätzen fremder Substanzen zur Bromsilbergelatine. 71
- 29) Fäuloisswidrige Mittel. Man kann die Haltbarkeit der Gallerte durch gewisse Zusätze erhöben, welche fäulnisswidrig wirken, z. B. durch 41aun, Carholsäure. Thymol, Eesorcin, Glycerin etc.
- Biese Zusätze zur Emulsion haben jedoch nur dann einen Zweck, wenn man die Emulsion nach dem Waschen wieder schmilzt und erstarren lässt und in Form von Gallerte aufbewahren oder in den Handel bringen will; beides ist nicht häufig der Fall.
- Heber die Wirkung dieser Zusätze liegen mehrfache Beobachtungen vor. pr. Szekely fand, dass im Laufe des Sommers sämmtliche mit Thymol oder Salicyl-siiure versetzten Emulsionen flüssig geworden waren. Hauptmann Toth und Verfasser beobachteten, dass die mit Thymol oder Salicylsäure versetzten Proben viel länger
- haltbar sind, als jene ohne diesen Zusatz; während letztere im Hochsommer und in
- einem warmen Locale binnen drei Tagen flüssig wurden, hielten sich die ersteren sechs bis acht Wochen, jedoch war darüber hinaus bei der herrschenden hohen Lufttemperatur die Gelatine-Emulsion trotz des Antisoptieums sehr empfehlenswerth, weil man daun mit der wässerigen Emulsion wenigstens durch einige Wochen mit Sicherheit arbeiten kann. Haack findet die Wirksamkeit des Thymols noch günstiger, nämlich für einige Monate hinaus reichend. Dr. Heid beobachtete ebenfalls, dass eine mit Thymol oder Oarbolsäure versetzte Gelatine-Emulsion im Sommer durch 1ji .Jahr unverändert blieb, wogegen sich die mit Salicylsäure versetzte Emulsion verflüssigt hatte. Daraus geht
- die geringere Wirkung der Salyeilsäure im Vergleich mit den beiden anderen Sub-
- stanzen hervor. Dies stimmt mit den Angaben Dr. Fleck’s, nach welchen Benzoesäure und Oarbolsäure in höherem Grade fäulnisswidrig wirken als Salicylsäure: auch Müller fand, dass die Salicylsäure nicht immer für praetisehe Zwecke die Carholsäure ersetzen könne. Es sei schliesslich noch bemerkt, dass Oarbolsäure überhaupt am kräftigsten die Fäulniss verhindert und dass es hierin auch dem Thymol überlegen ist, dessen Consum abnimmt, weil es bei höherem Preise eine weniger kräftige Wirkung zeigt1).
- Die erwähnten faulnisswidrigen Mittel werden der Emulsion folgendermassen zugesetzt: Auf je 100 ccm flüssiger gewaschener Emulsion setzt man 0,2 g Oarbolsäure oder Thymol gelöst in 5 ccm Alkohol dazu und mischt innig.
- Burton2 *) entfernte „Oberflächen-Schleier“ (welcher sich häufig mit dom Finger »Wischen lässt) durch Zusatz von 10 Proc. einer alkoholischen Salicylsäurelösung : 50), welchen man nach beendigter Digestion unmittelbar vor dem Ausgiessen zum Erstarren macht. Vor dem Reifen zugesetzt würde er das Reifen verlangsamen.
- Benzoesäure (in alkoholischer Lösung zur Emulsion gefügt) gibt nach Heuder-
- klare und dichte Bilder.
- Bagrange empfahl den Zusatz von salzsaurem Chinin; nämlich: etwa 10 Tropfen eirier alkoholischen Lösung auf 100 ccm Emulsion, welches Mittel er wirksamer als 'frbolsäure fand4). Resorein, auf dessen Verwendung in dieser Richtung zuerst
- 11 Phot. Oorresp. 1880. S. 224.
- 2) Brit. .Journ. 1882. S. 730. Phot, Wochenbl. 1884. S, 225.
- 3) Phot. News. 1883. S. 324.
- H Phot, Wochenbl. 1881. S. 213.
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- Dritter Theil. Achtes Capitel.
- Toth und Verfasser1) und daim später Warnorke2 3) aufmerksam machte, ist ein kräftiges Antiseptieum.
- Queeksilberelorid ist ein starkes Äutisoptieum, schädigt aber die photographischen Eigenschaften der Emulsion8).
- Die meisten Fabrikanten ziehen vor, die Emulsion ohne Zusatz eines fänl-nisswidrigen Mittels kerzustellen und rasch aufzuarbeiten.
- 30) Alkohol. Ein kleiner Zusatz von Alkohol wurde meistens zu dem Z wecke zu der fertigen Gelatine - Emulsion gemacht, um das Trocknen zu beschleunigen.
- Enthält, eine Gallerte Alkohol, so hält sie sich, viel länger ohne zu faulen, als ohne diesen Zusatz. Schon der bei Emulsionen gebräuchliche Zusatz von 5 Proe. Alkohol conservirt die gallertartige Emulsion bedeutend.
- Ein Zusatz von ungefähr 5 Theilon Alkohol auf je 100 Tlieile flüssiger, fertiger Emulsion wurde namentlich in den früheren Jahren häufig empfohlen4 5 6). Später kam man von diesem Zusatze zumeist wieder ab, da er in der Regel nutzlos ist; manche fanden jedoch, dass die Emulsionsschicht weniger der Verunreinigung durch Entstehung von weissen Flecken ausgesetzt sein soll, sobald man Alkohol zusetzt.
- Zu viel Alkohol bewirkt das Entstehen von bienenzellenartigen .Flecken in der Platte. 10 Proe. Alkohol zur Emulsion ist meistens schon zu viel oder im günstigsten Falle als äusserste Grenze anzusehen. Darüber hinaus Giesst die Gelatine-Emulsion unregelmässig und gibt im Capitel „Fehler" genauer beschriebene zellenartige Flecken.
- Wird die Emulsion mit lJeberschuss von Alkohol versetzt, so wird sie in Flocken oder Klumpen gefällt (über die Verwerthung dieser Erscheinung siehe unten): die Gelatine gewinnt dabei an Festigkeit (s. Cap. Will.
- 31) Bier wurde von Palmer5) und HoulgTave'O zur Emulsion gemischt und wird wohl nirgends mehr an gewendet.
- 1) Phot. Corresp. 1880. S, 193.
- 2) Jonrn. of Phot. Soe. 1881, S. 71; ferner Br. Jouru. Phot. Almanac. 18ö~ Seite 209.
- 3) Henderson (Phot. Corresp. 1885. S. 178).
- 4) Alkohol in der Bromsilber-Gelatine war 1873 zuerst durch den Am>mifllk ..Ostendo non ostento“ im Br. Jonrn, empfohlen. Später war der Kotzen dieses Z« satzes von Foxley im Br. Jonrn. of. Phot. (1873 and 1878. 173) ferner von Tat!"1 im Br. Journ, Phot. Almanac pro 1878 u. A. beschrieben.
- 5) Brit. Journ. Phot. Almanac, 18877, S. 87. Phot. Archiv, 187(3. S. 91. bS|( Seite 62.
- 6) Brit. Journ. Phot Almanac. 1881, S. 78.
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- Wirkling von Zusätzen fremder Substanzen zur Bromsilbergelatine.
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- 32) Aeeton. Siörk tlieilt mit1), er habe eine wässerige, nicht faulende (jedenfalls rasch trocknende) Bromsilber-(üelatine dadurch erhalten. dass er der fertigen, gewaschenen und in der Wärme geschmolzenen Emulsion 50 Proc. Aceton zumischte.
- 33) Farbstoffe. Bei Oolatino-Fmulsion wird durch den Zusatz von Farbstoffen häutig die Empfindlichkeit des Bromsilbers für gewisse Farben des Spectrums gesteigert und dieses Verhalten dient dazu, die Platten für gewisse Farben (grün, gelb, roth) empfindlicher zu machen, für welche die gewöhnliche Emulsion sehr unempfindlich ist. Darauf gründet sieh die Herstellung ..orthochromatischer'4 oder „isochromatischer4' Platten und die Wirkung der einzelnen Farbstoffe ist in einem speziellen (Japitel (Wirkung des Sonnenspeetrums) und ferner bei der Herstellung orthochromatischer Platten beschrieben.
- 1) Phot. Wochenbl. 1881. S. 148; aus Moniteur de la Phot. 1881, S. 63.
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- NEUNTES CAPITEL-
- ZUSATZ A7ON JOD- UND GHLORSILBER ZUR BROMSILBER-GELATINE.
- Man muss sich immer gegenwärtig halten, dass Jodsilber durch Entwickler schwerer als Bromsilber reducirt wird. Chlorsilber dagegen leichter. Bromsilber steht also bezüglich seiner Bedueirbarkoit in der Mitte zwischen beiden. Chlorsilber für sich allein gibt mit den für Bromsilber gebräuchlichen Entwicklern starke Schleier; Jodsilber gagegen äusserst schwache und dünne Bilder.
- Jodsilberzusatz zu Bromsilber-Gel atme wurde zuerst von Penny (1877) empfohlen1) und von Abney (1880) genauer studirt2).
- Die Vorzüge des Jodsilbers in der Bromsilber-Gelatine sind; Es hält die Emulsion klar, verträgt ein längeres Kochen der Emulsion ohne Schleier zu geben etc. (s. S. 76).
- Jodsilber wirkt jedoch in der Bromsilber-Emulsion sowohl im Spectralapparate als in der photographischen Praxis ganz verschieden, je nach Art und Weise, wie es derselben einverleibt wird, welche wichtige Tliatsaehe zuerst V. Schumann3) erkannte und der Verfasser bestätigte4).
- I. Mischungen ron fertiger Jodsilher- und Bromsilber-Gelatine
- Stellt man Jodsilber- und Bromsilber-Gelatine-Emulsion separat dai und mischt beide nach dem Waschen. so ist diese Jodbrom-Emulsion
- 1) Yearbook of Phot, for 1878; s. Phot. News. 1883, S. 61. (Prioritätsstiel1 Penny’s mit Abney.)
- 2) Phot. News. 1880. S. 174 und 106. Abney, Photography with Emulsion-1882. S. 21.
- 3) Phot. Woehenbl. 1882, 1883 und 1884.
- 4) Phot. Oorresp. 1884. S. 95.
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- Zusatz von Jod- und Chlorsilber zur Bronisilber-Gelatine.
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- im Allgemeinen und Speciellen gegen das rothe und gelbe Lieht weniger empfindlich, was Abney1) und H. W. Vogel2) als sehr wichtig hervorhoben. weil man helleres licht beim Entwickeln verwenden kann; es verträgt eine längere Exposition, ohne zu solarisiren. als reines Bromsilber3).
- Manche fanden eine Jodbrom-Emulsion weniger empfindlich als eine reine Brom-Emulsion, z. B. H. W. Vogel, unter Umständen Burton4). Banker5) Keid6). sobald der Jodsilbergehalt V50 vom Bromsilber überstieg: nach Elsdeii7) macht der Jodsilber-Zusatz die Negative dünner, hält die Schatten zurück und macht sie glasig und die Farbe der Negative mehr bräunlich.
- Bei der Untersuchung im Speetralapparat erkennt man die Anwesenheit des Jodsilbers neben dem Bromsilber durch die Anwesenheit von zwei Maximal Wirkungen (s. Gap. XIII).
- Arbeitet die reine Bromsilber-Emulsion nicht ganz klar, so timt es häufig die Jodbromsilber-Emulsion, selbe gestattet dann längere Entwickelung und erscheint in diesem Falle sogar empfindlicher. Die Vermehrung der Dünnheit der Matrizen gereicht je nach der Natur der ursprünglichen Emulsion bald zum Vortheil. bald zum Naehtheil.
- Platten, welche reich an Jodsilber sind, fixiren nicht nur langsamer als reine Bromplatten, sondern behalten auch häufig in einem mehrmals gebrauchten Fixirer einen schwachen milchigen Schleier, der in alten hadern erst nach mehrstündigem Baden, in einem frischen Bade aber sehr schnell verschwindet8).
- Digerirt man solche gemischte Emulsionen in der Wärme, so steigt deren Empfindlichkeit und die Eigenschaften nähern sich allmählich denen der sub 11 beschriebenen, was zuerst Schumann fand.
- Emulsionen, welche man durch Mischen von gewaschenem Jod-ulbor mit Bromsilber-Gelatine herstellt, werden gegenwärtig selten practisch verwendet,
- D Phot. News, 1880. S. 196 und 1881. S. 8 und 20.
- Phot. Notizen 1881.
- •P Abney. Brit, Journ. Phot. 1881. S. 528.
- d) Phot. News. 1882. S. 71.
- •b Phot. Mitth. Bd. 17, S. 90.
- *JI Phot. News. 1882. 8. 71.
- Phot. News. 1883. S. 358 und 534.
- N! Behnmann (Phot. Wochen!»!. 1884. S. 319), Der Verfasser haim diese An-
- An W. i .. . v
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- Dritter Theil. Neuntes Capitel.
- II. Jodbrom-Emulsionen, welche durch Zusatz Ton Silhernitrat zu gemischtem Jod- und Brom^alium dargestellt werden.
- Löst man Jod- und Bromkalium (oder die Ammoniumzalze) mit Gelatine etc. in Wasser und fügt, zu diesem Gemische das Silbernitrat, so erfolgt die Bildung von Jodbromsilber auf einmal; es scheint sich eine Art Doppelverbindung zu bilden, wenigstens ist das Vorhalten solchen Jodbromsilbers ein anderes als das von getrennt dargestelltem und dann erst gemischten Jodsilber und Bromsilber (vorgl. Ca]). XIII).
- Eine genügend lange digerirt-e Jodbrom -Emulsion ist sowohl gegen Lampen- als Tageslicht empfindlicher als eine reine Brom-Emulsion1).
- Gegenwärtig werden viele gute Emulsionen des Handels aus Brom-jodsilber hergestellt, wobei die Fabrikanten 1 bis 5 Proc. Jodsilber vom Gehalte des Bromsilbers anwenden und auch der Verfasser empfahl diesen Zusatz für Siede-Emulsionen schon in der früheren Auflage dieses Werkes.
- Jedoch gibt es angesehene Fabriken, welclie reine Brom-Emulsion erzeugen, welche vorgezogen wird, weil man damit schön durchgearbeibete Porträte herstellen kann, die sieh rasch entwickeln und schnell fixiren. Die Frage, ob reine Brom- oder Jodbrom-Emulsion besser für Porträte taugt, ist heute noch nicht definitiv entschieden, trotzdem die Majorität dem Jodbrom sich zuneigt. Emulsionen mit 10 Proc. Jodsilber linden sich nicht im Handel, weil sie in der Kegel dünne Matrizen, welche sich schwer hervorrufen lassen, geben.
- Für Landschaften hält der Verfasser Jodbrom-Emulsionen (mit 3 bis 4 Proc. Jodsilber) für entschieden besser, als reine Brom -Emulsionen, weil die Liehthöfe in ersterem Falle leichter zu vermeiden sind und scharf begrenzte dünne Aeste sich vom Himmel besser abtrennen.
- Im Allgemeinen kann man sagen, dass eine Emulsion mit geringem Jodgebalt einen grösseren Spielraum der Exposition erlaubt. Bei grossem. Jodgehalt kann die Empfindlichkeit durch andauernde Digestion der Emulsion stark erhöht werden, die Bilder aber werden in den Lichtern monoton und weisen Mangel an Kraft und Brillanz auf.
- Da der Jodgehalt schleierwidrig wirkt, kann man solche Jodbrom-Emulsion länger cligeriren, ohne Schleier befürchten zu müssen.
- Der practisch zulässige Jodgehalt in der Bromsilber - Emulsion schwankt von 1 bis 10 Proc.. d. h. auf je 100 Theile Bromsilber können 1 bis 10 Theile Jodsilber enthalten sein.
- Dies gilt sowohl für Silberoxydammon iak - Emulsion. als auch fi11 Koch-Emulsion.
- 1) Zuerst von Schumann in Phot. Archiv, 1SS2. S. 121 veröffentlicht.
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- Zusatz von Jod- und Ohlorsiiber zur Bromsilber-Gelatine,
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- In der Silberoxydammoniak-Emulsion ist für gewöhnliche Porträt-Emulsion kein Jodzusatz oder ein Zusatz von 1 bis 2 Proc. Jodsilber1) zu empfehlen, wodurch die Platten klar gehalten werden. Ueber 5 Proc. ist selten ein Nutzen zu beobachten, weil schon die Brillanz und Plastik der Platten leidet. 10 Proc. Jodsilber fand der Verfasser schon als zu hoch, weil die Bilder sehr dünn worden, sich mit Oxalat gar nicht und mit Pyro nur schwer kräftig entwickeln lassen. Da so jodreiche Emulsionen aber selbst bei 50 bis 60 Grad 0. digerirt werden können, so erhält man dann grosse Empfindlichkeit und Scolik2) sowie Burton3) stellten auf diesem Wege Rapid- Emulsionen her.
- In dem sauren Koch - Processe ist ein kleiner Jodgehalt günstig, obsehon auch hier Manche die reine Brom-Emulsion beibehalten, Der Verfasser empfiehlt 3 bis 5 Proc. Jodsilber.
- Jodsilber in der „Koch-Emulsion“ bewirkt in geringer Menge 0/25 bis 1/50) eine Steigerung der Spitzlichter und zartere Abstufung der Negative, befördert, die Klarheit, verzögert die Entwickelung und gibt bei genügend langer Entwickelung dieselben oder mehr Details in den Schatten: in grösserer Menge (bei Via) tritt ein bedeutender Verlust an Kraft ein. was mehr beim Oxalat-Entwickler, weniger beim Pyrogallus-Entwickler bemerklieh ist. Der Pyro- Entwickler lässt sieh einer jodreichen Emulsion besser als der Oxalat-Entwickler anpassen.
- Beim kalten ammoniakalischen Emulsificationsprocesse nach Hcn-derson ist ein grösserer Jodgehalt als 1 bis 2 Proc. schädlich.
- f) Scolik empfahl zuerst 2 bis 3 Proe. Jodsilber zum Verhindern von Sehleier für Porträt-Emulsion mit Silberoxydammoniak (Phot. Corresp. 1888. S. 265).
- 2i Scolik mischt: A) 24 Bromkalium, 24 Bromammonium, 5 Jodkalium, 500 Nasser, 80 Gelatine; B) 60 Silbernitrat in 500 Wasser gelöst und mit Ammoniak verhetzt bis der entstandene braune Niederschlag sieh wieder aufgelöst hat. Man erwärmt Ai bis die Gelatine gelöst ist (40 Grad Ci), trägt B) in kleinen Portionen ein, stellt durch 3/4 Stunden in Wasser von 50 bis 55 Grad 0., wobei man häufig schüttelt. Hierauf lässt man erstarren und wäscht. Als Entwickler taugt am besten Pyro'Entwickler, z, (ß. Pottaschen-Entwickler (Phot. Corresp. 1882. S. 375).
- 3) Burton gibt folgende Vorschrift zur Darstellung hochempfindlicher Gelatine-fuiulsion: I. 20 Theile Silbernitrat, 100 Theile Wasser und so viel Ammoniak als zur Lösung ries anfangs entstehenden Niederschlages nöthig ist. — II. 16 Theile Broin-(Klium, 1 Theil Jodkalium, 4 Theile Nelsongelatine Nx und 200 Theile Wasser. — Hl. 50 Theile trockene Gelatine. — Man erhitzt die Lösung II auf 70 Grad C. und iilG fHe kalte Lösung T unter Schütteln ein. Man stellt 20 Minuten in ein Wasserbad 'ljn 50 Grad 0., lässt langsam abkühlen, trägt III ein, lässt diese durch 20 Minuten Tielh-n, stellt in "Wasser bis das Schmelzen erfolgt, worauf man erstarren lässt. — * höhere Empfindlichkeit erhält man. wenn man im Wasserbade bei 70 Grad ,yerut- häufig schüttelt und nach der Auflösung der Gelatine die Emulsion mit Alkohol lallt 'Phot. NeWs 1886. S. 177. Eder’s Jahrbuch f. Phot, für 1887).
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- Dritter Tkeil. Neuntes Capitel.
- Obschon Jodbromsilber-Gekti.no im Spectralapparate eine bedeutend grössere Empfindlichkeit für Gell) und*Grün aufweist als reines Bromsilber, so ist dennoch die Empfindlichkeit; bei der Photographie von Pigmenten mit der Camera bei beiden gleich, desgleichen gegen gelbe Gläser im Entwickelungsraum1).
- III. Wie soll mail das Jodsalz zusetzeni
- Wichtig ist die Art, wie man das Jod salz zur Herstellung einer Jodbrom-Emulsion zusetzt. Am besten ist es, Bromkalium oder Jodkalium zusammen nebst Gelatine aufzulösen und dann mit der Silberlösung zu mischen (Aergl. S. 34).
- Abney mischte in früherer Zeit Gelatine, Bromkalium und Silbernitrat zu einer Emulsion, dann setzte er Jodbalium zu; das letztere führt das fein zertheilte Orom-silber in .lodsäIber über, ohne dass sieh Flocke» ausscheidon. Solche Emulsion muss aber viel länger in der Hitze reifen, als wenn das Jod salz (A/25) gleich zu Beginn der Gelatine zugesetzt war und gibt immer dünnere Bilder, als wenn man nach A) oder nach B) vorgeht. Fügt man zu Silberoxydnmmoniak-Emulsion (aus reinen Broinsalzeiu nach beendigter Emnlsifieation etwas Jodknlium, digerirt und lässt erstarren, so ist das Resultat ein schlechtes, da die Bilder kraftlos werden.
- Ein Versuch zeigte dem Verfasser2), dass Jodkalium das fertig gebildete Bromsilber bei Gegenwart von überschüssigem Bromkalium nur langsam in Jodsilher überführt; dass nach l/s ständigem Kochen nicht unbedeutende Mengen -lodkaliums vorhanden waren und diese den Roifungsprocess verzögern. Dass .lodknlinm in der Emulsion (namentlich in schwach saurer Lösung1 die Empfindlichkeit wirklich herab-mindort, zeigte der Gegenversueh. Eine in J/2 Proe. Jodkaliumlösung gebadete hochempfindliche Jodbrompiatto (mit xjm dodsilher) basste an Empfindlichkeit ein.
- Jedenfalls werden die letzten Roste von Jodkalium beim längeren Digeriren der Umsetzung nicht entgehen.
- Besser ist jedoch der umgekehrte Weg, nämlich in die Silbornitrat-Gelatine-Lösung zunächst Jodkalium und dann erst das Bromsalz zu geben.
- Abney selbst gab diese Methode später auf und löste Silbernitrat mit Gelatine in Wasser, worauf er das Gemisch von Jodkalium und Bromkalium znsetzte.
- Eine fertige, gewaschene, stark sehleierig arbeitende Brom -Emulsion wurde kur/a' Zeit mit .Jodkalium erwärmt und nochmals gewaschen. Der Schleier verschwand grösstentheiis, die Emulsion war aber weniger empfindlich3 * * * *).
- 1) Sawyer und später auch Dcbenham (Phot. News. 1884. S. 374).
- 2) Fällt man solche Emulsionen mit Alkohol, so geht das Jodkalium in
- Lösung und kann nach dem Verdunsten desselben leicht fjunlitnt.iv nnehgctvie^11
- werden.
- in Jod
- Jahrbi
- Jodkalium nmgewandelt.
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- Zusatz von Jod- und Chlorsilber zur Bromsilber-Gelatine.
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- jY, Erklärung“ der Wirkung des Jodsilbers in der Bromsilber-
- Grelatine.
- Jodsilber-Emulsion zu fertiger Bromsilber-Emulsion gemischt, wirkt als schwacher Verzögerer und hält die Platte während des Entwiekelns klar.
- Warum wird Bromsilber langsamer vom Entwickler redueirt, wenn Jodsilber zugegen ist? Warum ist also für eine Bromsilber-Emulsion das Jodsilber als Verzögerer beim Entwickeln und für eine Ohlorsilber-Ennilsion das Brom- und Jodsilber?
- ln Gemischen von fertiger Jod- und Bromsilber-Gelatine bildet sieh keine Doppelverbindung und man muss die Gründe der sehleierwidrigen verzögernden Wirkung des Jodsilbers in der chemischen Statik suchen. Es ist bekannt, dass z. B. Silber aus den Gold- oder Platinlegirungen durch Salpetersäure nicht mehr ausgezogen (aufgelöst) wird, sobald der Gehalt der letzteren eine gewisse Grenze übersteigt. Verdünnte Salzsäure oder Schwefelsäure, welche mit gewissen indifferenten Substanzen, z. B. Glycerin, Gummi. Tüonruss vermischt sind, wirken viel langsamer auf Eisen. Zink, Ultramarin etc., und demnach ist diese Verzögerung, wie Lunge1) zeigte, bloss physikalischer Natur. Ohne Zweifel gehören viele „Verzögereru bei photographischen Processen hierher.
- Das zwischen gelagerte, schwer reducirbare. photographisch nahezu indifferente Jodsilber hemmt die Rednction des Bromsilbers im Entwickler. ja selbst blosse Vermehrung des Gelatinegehaltes wirkt im selben Sinne, aber nicht so energisch. Dass das Jodsilber das Bild dünner macht, ist wohl zum Th eile der inactinischen Farbe desselben (welche 'las Eindringen des Lichtes hemmt) zuzuschreiben. Ein gelber Farbstoff wird das Jodsilber nur in der letzten, aber nicht in der ersten Wirkung ersetzen können.
- Zucker. Glycerin. Dextrin im Entwickler wirken gleichfalls verzögernd. werden aber das Jodsilber nur in der ersten Wirkung ersetzen 'md die Bilder kräftig machen.
- Wenn diese Ansicht richtig ist, so muss irgend ein anderes schwer rwlucirbares Silbersalz der gekochten Bromsilber-Emulsion zugesetzt, Gleichfalls sehleierwidrig sein, feiner in passendem Zusätze die Ent-U'1('k''lung verzögern, ohne der Empfindlichkeit zu schaden.
- Tn der That wirkt auch unreife, sehr klar arbeitende Bromsilber-<T(datine als Zusatz zu hochempfindlicher, schwach schleieriger Emulsion iUinli,-li (s. Cap. XII ).
- Ibas abweichende Verhalten einer zusammendigerirten Jodbrom--mnlsion (die grössere Farben empfindliehkeit etc.) erklärt sich am ein-
- L Beriebte der deutseb-ehern. Gesellschaft. 1876. Bd. 0. S. 1315.
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- Dritter Theil. Neuntes Capitel.
- faehsten durch die Annahme einer Doppelverbindnng von ,Jod- und Bsomsilber (vergi. unten ), da in der That sich das sj)eetroscoj)ische Yer-haiten gänzlich ändert,
- Y. Chlorbromsilber - Emulsionen,
- Zusatz Meiner Mengen Chlorsilber zum Bromsilher oi-theilen demselben die Eigenschaft, dass das Negativ sich rascher durcluirbeitet: Partien in den Schatten, weclie sich bei reinem Bromsilber nur schwach und glasig, und erst bei fortgesetzter Entwickelung mit copirfälngen Details entwickeln, erhalten durch Chlorsilber mehr Details. Grosse Mengen von OhJorsilber bewirken mit den für Bromsilber gebräuchlichen Entwicklern Verschleierung1).
- Nach Elsden2) gibt Brom-Emulsion gemischt mit Chlor-Emulsion immer mehr Schleier (besonders mit Pyro-Entwickler) und dünnere Bilder als reine Brom-Emulsion.
- Die ölten erwähnte Erscheinung dürfte nicht durch eine grössere Empfindlichkeit der Chlorbrom - Emulsion für dunkle Schatten zu erklären sein, sondern daraus, dass ein Silbersalz zugegen ist, welches leichter vom Entwickler redueirt wird, als Brom-silbor; also durch rein chemische, nicht photographische Wirkung. Wenn diese Annahme richtig ist, so muss auch ein anderes, leicht reducirbares Silbersalz analoge Wirkungen haben. In der That gelang es, ein sehr gLiustiges Resultat zu erzielen, als eine Bromsilber-Gelatineplatte nach der Exposition in eine ganz schwache Silberlösung getaucht, getrocknet und dann entwickelt wurde; es trat eine scheinbare Steigerung der Empfindlichkeit auf ungefähr das Doppelte ein, obgleich von einer wirklichen Steigerung der photographischen Empfindlichkeit nicht die Rede sein kann3); leider waren die Negative fleckig geworden.
- Dem Chlorsilber oder Silbernitrat kommt nach der Ansicht des Verfassers keine andere Rolle zu, als die begonnene Reduetion des Lichtbildes auf Bromsilber rasch fortzupflanzen. Es darf deshalb nur ein gewisses, geringes Quantum des C'hlorsiIbers genommen werden, so gering, dass es mit genügend viel Bromsilber-Gelatine oder dem noch schwerer redneirbaren Jodsilber abgemischt ist, um keine totale, selbstständige Reduetion zu erleiden.
- In der That stimmt mit dieser Thatsache, dass man der Bromsilber-Gelatme mehr Chlorsilber heimischen kann, wenn auch das sehr schwierig redueirbare -JodsilBoi vorhanden ist; ferner dass von dem sehr zersetzlichen Siibernitrat unendlich viel weniger, als vom Chlorsilber genommen werden kann, und daher ein ähnlicher hfte,t erzielt wird. Dies angenommen lässt sich nun theoretisch Voraussagen, dass auch
- 1) Abney fand, dass Gemische von gleichen Theilen Brom- und Chlorsilber »M1 mit seinem Oxalat-Citrat-Entwickler (s. unten) sehr gut entwickeln lassen (Photograph! with Emulsions. 1882, S. 126).
- 2) Phot. News. 1883. S. 358 und 534.
- 3) Durch dieses Experiment dürfte die Ansicht erschüttert sein, dass durch Bad*n der Bromsilbersilber-Gelatineplatten in verdünntem Siibernitrat (siehe Phot. Ooiicfi-1881. S. 117) die Empfindlichkeit ausschliesslich der sensibilisirenden Wirkung 1 Silbenütrates zuzusehreiben ist.
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- Zusatz von Jod- und Bromsilber zur Chlor silber-Gelatine
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- andere, leicht reducirbare Silbersalze eine ähnliche Rolle wie Chlorsilber spielen müssen; thatsächiieh fand Verfasser, dass geringe Mengen einer Emulsion von arsen-saurem Silberoxyd die Empfindlichkeit der Bromsilber-Emulsion in ähnlicher Weise ffie Sibernitrat steigert1).
- Bolton2) gab 1881 an, dass eine schwach salzsaure Chlorbrom-Emulsion empfindlicher sei, als eine ebenso lange erwärmte reine Brom-Emulsion, sie sei zu Negativ-Aufnahmen gut verwendbar, jedoch nicht so gut, wie Jodbromchlor-Emulsion.
- Davis empfiehlt zusammendigerirte Bromchlor-Emulsion wTegen der Zartheit der Bilder und dem Beiehthume der Mitteltöne3).
- Chlorbrom-Emulsionen haben, soweit dies dem Verfasser bekannt ist, keine practische Verwendung zur Herstellung von Negativen in der Camera gefunden, wenn man von einzelnen Versuchen absieht.
- Dagegen hat man mit Chlorbrom im positiven Copirverfahren auf Papier oder zu Glasdiapositiven gute Resultate erzielt. Chlorbrom-Emulsion zu diesem Zwecke war zuerst vom "Verfasser im Jahre 1883 empfohlen worden4) und später von Wellington zu demselben Zwecke als sehr brauchbar befunden worden. Näheres darüber siehe Copirverfahren mit Chlorsilber-Gelatine weiter unten.
- VI. Chlorjod-Emulsionen.
- Chlorjod-Emulsionen arbeiten mit Oxalat- und anderen Entwicklern klarer als reine Chlor-Emulsion. Schumann fand5), dass eine gekochte Chlorjod-Emulsion mit hinlänglichem Jodgehalt6) neben reiner Bromsilbergelatine (was Empfindlichkeit und Klarheit anbelangt) bei Aufnahmen in der Camera wohl einen Bang zn behaupten vermag; Sle lässt sich mit dem Pyro- Pottaschen- als auch Eisenoxalat-Entwickler hervorrufen.
- ^11. Chlorjodbrom-Emulsion liehst Cyan- und Fluorsilber.
- Pas Zusammenmischen fertiger Brom-. Jod- oder Ohlorsilber-Emulsion gibt den sichersten Anhaltspunkt über die Bolle der einzelnen
- 1) Dass Beimiselien einer Silbersalz-Emulsion gleiclimässigere Resultate als
- a en in Silberbädern gibt ist einleuchtend.
- 2) Phot. Alruanac for 1882. S. 25.
- s._ ’A Davis emulsifieirt 300 Gelatine, 10 Chlorammonium, 150 Bromkalium, etwas jgzsäure, 200 Silbernitrat und 4800 Wasser (in der ganzen Emulsion) eine Stunde
- 1 G GradC.; Empfindlichkeit 15 bis 17 Grad Warnerke (Brit. Journ. Phot. 1884. ^te 147),
- V Phot. News. 1883. S. 98. Phot. Mitth. Bd. 19, S. 313.
- V Phot. Woehenbi. 1884. S. 357.
- ^ ^ Z.B. 6,4 Chlorammonium, 1.5 Jodkalium, 16,5 Silbernitrat oder 6,4 Chlor -
- onium, 6.4 Jodkalium und 21.4 Silbernitrat nebst der nöthisten Menge Gelatine Üld Vasser,
- E d © j t-j-
- j Handbuch der Photographie. III. Theil. 4. Aufl.
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- Dritter Theil. Neuntes Capitel.
- Silbersalze. Jodsilber bewirkt immer grössere Klarheit, Dünnheit und langsameres Entwickeln der Bromsilber-Emulsion. Diesen Effect- zeigt noch V50 Jodsilber.
- Das Vermischen einer fertigen Brom- oder Jodbromsilber-Emulsion mit einer fertigen Chlorsilber- Emulsion führt weniger leicht zu Schleier, als das Einverleiben des Chlorsalzes während der Darstellung. Es muss nämlich in einer Chlorbromsilber-Emulsion das lösliche Chlorid (z. B. Chlorammonium) vorherrschen. Lösliche Chloride wirken aber bei der Kock-methode weniger schieier widrig als Bromide.
- Eine halbstündig gekochte Bromchlor-Emulsion mit V20 Chlorsilber arbeitete flau und schleierig, während eine analog bereitete Brom-Emulsion klar arbeitet. Wenn aber hinterher zur fertigen reinen Brom-Emulsion 1/10 bis V20 einer fertigen halbstündig gekochten Chlor-Emulsion gefügt wird, entwickeln sich die Platten klar und dichter als reine Brom-platten. Daraus geht hervor, dass unter Entständen das Bromsilber einer Chlorbrom-Emulsion beim Kochen leichter sich zersetzt, als bei einer reinen Brom-Emulsion.
- Dünn arbeitende Jodbrom-Emulsionen werden durch ‘/io Chlorsilber corrigirt und arbeiten dichter. Emulsion, welche zu Schleier neigt, wird durch Chlorsilber verschlechtert.
- Nach Eis den1) arbeiten Jodbromehlor-Emulsionen, welche aus den drei einzelnen Emulsionen gemischt sind, klar und gut, wenn mehr Jodsilber als Chlorsilber vorhanden ist; aber dann sind die Bilder dünner als mit Bromsilber allein. Ist aber mehr Chlorsilber vorhanden, so ist die Dichte dieselbe wie mit Bromsilber. Ist zu wenig Jodsilber zugegen-so tritt leicht ein Schleier auf; mit Pyro-Sulfit und Ammoniak entsteh bei Gegenwart von Chlorsilber oft Grünsehleier.
- Wilde2 3) fügt der Bromsilber-Gelatine schon seit längerer Zeit etwa? Chlorjodsilber bei und. erhält Schichten, auf welchen die Negative gll! gedeckte und durchgezeichnete Schattenpartien haben; auch die Wieden gäbe der Tonabstufungen verschiedener Farben ist nach WGlde in den Negativen auf solchen Schichten besser.
- Bolton theilte 1881 mit, dass Jodbromchlor-Emulsion mit emo Spur Salzsäure gekocht anfangs gleich empfindlich, nach dem Stehen aber empfindlicher sei als reine Brom- oder Chlorbrom-Emulsionen
- 1) Phot. News. 1883. S. 358 und 534.
- 2) Phot. Oorresp. 1884. S. 176.
- 3) Brit. Journ. Phot. Almanac for 1882. S. 25. Bolton mischte 591/a Bromammonium. 5 Theile Jodammonium, 5 Theile Chlorammonium, 10 Theile und 120 Theile Siibemitrat nebst der nöthigen Menge Wasser.
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- Zusatz von Jod- und Bromsilber zur CMorsilber-Gelatine.
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- Golding nahm auf 4800 Theile Emulsion: 240 Theile Silbernitrat, soviel Brom-kalium, als zur Umsetzung des Silbernitrates hinreieht (d. i. 168 Theile), dann 10 Theile Chlorammonium und 4 Theile Jodammonium; auf diese Weise hergestellte Koeh-enaulsion enthält kein Ohlorsilber (da das Chlorammonium nicht mehr zur Umsetzung jes Silbernitrates benutzt wird), soll jedoch sehr empfindlich sein1).
- Eine von „Ajax" gepriesene kalte Jodbromehlor - Emulsion, ungefähr nach Hender-s0iTs kaltem Proeesse (s. Cap. XVII) dargestellt2 3), gibt nach Seolik8) eine klare weiche Emulsion mit schönen Lichtern und eine Empfindlichkeit von 18 Grad W., welche kerne Vortheile vor der ursprünglichen Henderson-Emulsion (d. i. Bromsilber mit sehr wenig Jodsilber) bietet.
- Nach Barker ist nicht nur Chlor- und Jodsilber in der Bromsilber-Emulsion, sondern ausserdem noch ein Zusatz von Oyansilber und Fluorsilber neben den obigen von guter Wirkung, da die beiden letzteren hochempfindliche, klare und brillante Emulsionen geben4).
- 1) Phot. News. 1882. S. 558.
- 2) Phot. Corresp. 1884. S. 252.
- 3) Ebendaselbst.
- 4) Brit. Journ. of Phot. 1883. S. 264. Phot. Wochenbl. 1883. S. 178.
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- ZEHNTES CAPITEL.
- WIRKUNG DES LICHTES AUF BROM-, CHLOR- UND JODSILBERGELATINE, SOWOHL OHNE, ALS AUCH MIT HERVORRUFUNG. — UNLÖSLICHWERDEN DER SCHICHT
- IM LICHTE.
- I. Färbung ohne Henomifung.
- Die Färbung (grau-violett) von Brom- und Chlorsilbergelatine im directen Liebte erfolgt; ziemlich rasch und zwar lansamer beim „unreifen“ Bromsilber, schneller beim hochempfindlichen1). Es bildet sich anfangs Silbersubbromid (2AgBr = Ag2 Br -j- Br) später bei anhaltender Belichtung bis zur starken Färbung metallisches Silber. Dieses Bild ist jedoch nur oberflächlich und verschwindet beim Fixiren fast ganz. Nach dem Räuchern mit kohlensaurem Ammoniak färben sich die Platten schneller und geben etwas dichtere Copien; badet man gewöhnliches Bromsilbergelatinepapier (z. B. Eastmanpapier) mit einer 10 procentigen Lösung von salpetrigsaurem Kali durch 10 Minuten, so wird es im Lichte rasch dunkel und man kann matte Bilder auscopiren ohne Anwendung eines Entwicklers (0. Farrell, Eder’s Jahrbuch f. Phot, lür 1888. 8. 476). Sehr rasch schwärzt sich eine Emulsion, weiche mit überschüssigem Silbernitrat hergestellt ist, Wahrscheinlich ist hier in erster Linie das Gemenge von Gelatine und Silbernitrat, und erst m zweiter Linie das Bromsilber wirksam, wie dies in ähnlicher Weise beim gesalzenen und gesilberten Albuminpapier der Fall ist. Wird eine mit erheblichen AI engen von überschüssigem Silbernitrat dargestellte Emulsion
- 1) Nach H. W. Vogel färbt sieh das gereifte hochempfindliche Bromsilber im Lichte rascher, als das nicht gereifte (Phot. Mitth. 1882. Bd. 19, S. 91), während Monckhoven (Phot. Mitth. 1881. Bd. 16, S. 106) das Gegentheil behauptete, Fel suche des Verfassers bestätigten Vogel’s Angabe,
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- Wirkling des Lichtes auf Brom-, Chlor- und Jodsilber-Gelatine etc. 85
- mit kohlensaurem Ammoniak geräuchert, so steigt die Empfindlichkeit beträchtlich; derartige Platten sind jedoch wenig haltbar. Besser eignet sich Chlorsilber mit überschüssigem Silbernitrat oder ähnlichen Silbersalzen (s. unten).
- Emulsionen mit bemerkenswerthen Mengen von überschüssigem Silbernitrat sind der Fäulnis« nicht unterworfen. Beim langen Aufbewahren wird aber selbst bei völligem Lichtausschlusse das Silbernitrat von der Gelatine reducirt und es bräunen sich nach mehreren Wochen oder Monaten sowohl die in Wasser gelöste Emulsion, als auch die damit präparirten trockenen Platten.
- II. Brom-, Jod- und Chlorsilbergelatine mit HervoiTiifnng.
- Auch bei ganz kurzer Eichtwirkung bildet sich Silbersubbromid, dessen hypothetische Formel zumeist mit Ag2Br angenommen wird; es schwärzt sich in Entwicklern.
- Das unsichtbare Lichtbild (latentes Bild) besteht aus Silbersubbromid.
- Da Gelatine ein „Sensibilisator'1 ist (s. II. Theil S. 10 über Sensibilisatoren im Allgemeinen), so wirkt dies günstig auf die Entstehung des Lichtbildes.
- III. Wirkung der Belatine als Sensibilisator.
- Es ist durchaus nicht gleichgiltig, ob das Brom Silber in einer indifferenten Substanz, wie Collodion, oder in einer leicht oxydablen, bromabsorbirenden organischen Substanz, wie Gelatine, vertheilt ist.
- Gelatine oder ähnliche Substanzen, wie Stärke, Agar-Agar, Albumin befördern die Empfindlichkeit des Bromsilbers enorm.
- Eine mit überschüssigem Bromkalium hergestellte Gelatine-Emulsion fand Verfasser nach 24 ständiger Digestion bei 35 Grad 0. mindestens 20- bis JOrnal empfindlicher, als eine analog hergestellte Collodion-Emulsion ohne ..Präservativ“ und fimal empfindlicher als eine ebensolche „mit Präservativ“ (Tannin etc.) oder Zusatz von etwas Silbernitrat.
- Gelatine ist ein wirklicher Sensibilisator für Bromsilber. Dies haben vielfache Versuche mit Bromsilber-Collodion gezeigt; dieselbe wird merklich empfindlicher, sobald man sie mit einer dünnen Gelatinelösung überzieht (Anwendung eines ..Gclatine-Präservatives“ s. Theil IT, Heft S, S. 314, 323), wodurch die sensibilisirende Wirkung der Gelatine nachgewiesen ist. Gelatine ist auch nach der Vogel’sehen Sensibilisator-Theorie ein Sensibilisator im wahrsten Sinne des Wortes, weil Hausenblase und Leim, Wle fiG Analysen Knop’s zeigen1), nach zwei- bis viertägiger Digestion mit Brom-'vasser bei gewöhnlicher Temperatur 20,5 bis 29,9 Proe. Brom chemisch binden, und ’iomirte organische Verbindungen als gelbes Pulver gelten.
- P The einschlägigen Analysen sind genau im f’heni. Centralbl. 1879 beschrieben.
- üüher war die Thatsaehe. dass Bromwasser in warmer Leimlösung einen flockigen Niederschlag erzeugt, bekannt. S. Wey Ls Abhandlung Chem. Centralbl. 1878. S. 198.
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- Dritter Theil. Zehntes Oapitel.
- Ausserdem spielt das Wasser der Gelatine - Emulsion eine grosse Rolle bei der Steigerung ihrer Empfindlichkeit (s. S. 38).
- Ohne Zweifel wirkt die unmittelbare Umhüllung des Bromsilbers durch einen oxydabien. Körper (Gelatine etc.) sehr günstig auf die Lichtempfindlichkeit.
- Die geringere Lichtempfindlichkeit der Collodion-Emulsion aus der geringeren Durehdringliehkeit der Oollodionhaut für den Entwickler im Vergleiche zur Gelatine erklären zu wollen, was wiederholt versucht wurde, ist durchaus unzulänglich, weil im Gegentheil der mit etwas Alkohol versetzte Pyrogallus- Entwickler die Oollodionhaut leichter und rascher als die Gelatine durchdringt und trotzdem kommt auf letzterer nach viel kürzerer Belichtung ein Bild zum Vorschein.
- lieber Wirkung von anderen Sensibilisatoren neben Gelatine s. S. 35, 47 und 62.
- TT. Einfluss des Wassergehaltes der Bromsilher-Gelatine.
- Mit Wasser an gefeuchtete (gequollene) Bromsilber-Gelatineplatten fand Verfasser beim nachfolgenden Entwickeln des Bildes durchaus nicht lichtempfindlicher als lufttrockene1), im Gegentheil sind die Lichtbilder schwächer, wahrscheinlich weil die Lichtstrahlen durch das Wasser in ihrem Eindringen gehemmt werden. Tasse Gelatineplatten entwickeln und fixiren sich langsamer als trockene2 * 4). Da sich die trockenen Platten von den nassen, namentlich in Bezug auf Kraft des Bildes, verschieden verhalten, so soll man niemals Gelatineplatten vor dem Trocknen auf ihre Eigenschaften prüfen, weil man sonst leicht Fehlschlüsse macht.
- Da die nasse Gelatineplatte fünf- bis sechsmal dicker ist, als in trockenem Zustande, so ragt die Oberfläche der nassen Schicht häufig über die scharfe Einstellebene hinaus; ausserdem ist die Oberfläche der gequollenen Gelatine bedeutend imegal, viel unebener als die der getrockneten Schiebt, Aus diesen Gründen ist, es einleuchtend, warum man auf nassen Gelatineplatten oft unscharfe und dünne Bilder bekommt.
- Es ist charakteristisch, dass die Bromsilber-Gelatineplatten im nassen Zustande undurchsichtiger sind, als nach dem Trocknen, während bei den Collodion-Emulsionen das umgekehrte Verhalten sich zeigt.
- 1) Meistens sind reine Bromplatten (z. B. kurz gekochte saure Emulsionen) nach
- dem Trocknen empfindlicher als vor demselben; die Steigerung während des Trocknens kann das lfq bis 2 fache betragen. — Jedoch hatte Verfasser Gemische von Jodsilbei-gelatine mit Bromsilbergelatine versucht, welche sofort nach dem Erstarren viel em-
- pfindlicher als nach dem Trocknen waren.
- 4) Dies trifft wohi meistens zu. Manche Platten aber entwickeln sieh im feuchten Zustande rascher als trocken, z. B. ist dies bei hochempfindlichen ammoniakalisehen Emulsionen nicht selten.
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- Wirkung des Lichtes auf Brom-, Chlor- und Jodsilber-Gelatine, etc. 87
- V. Hervonufung, Zerstörung und freiwilliges Zuriickgeken des latenten Lichtbildes.
- Das unsichtbare (latente) Lichtbild lässt sieh durch starke Beduetions-mittel (sog. Entwickler) hervorrufen, welche nur das Silbersubbromid, nicht aber das normale Bromid zu metallischem Silber redueiren; solche Entwickler sind: alkalisches Pyrogallol, Einsenoxalat etc. (s. S. 90).
- Es wird zerstört durch Substanzen, welche ihm wieder Brom, Jod oder Chlor zuführen (z. B. Brom- und Jodtinctur, Eisenchlorid. Kupferchlorid, Quecksilberchlorid, Goldchlorid); ferner durch salpeterige Säure, Gemische von Bromammonium und Salpetersäure, durch oxydirende Substanzen, wie Wasserstoffsuperoxyd, Kaliumbichromat (siehe S. 49 und 53); durch Jodkalium, eoneentrirte Bromammoniumlösung, Ferrid-cyankaliuni1). Bromwasserstoffsäure (weniger wirkt Salzsäure), oxalsaures Eisenoxyd; endlich durch Schwefelwasserstoff, Leuchtgas, Phosphorwasserstoff, welche das Bromsilber stark verschleiern.
- Gelatine-Emulsionsplatten, bei welchen das Bromsilber mit überschüssigem löslichen Bromid präparirt ist, halten sieh nach der Belichtung sehr lange unverändert ohne zurückzugehen. Diese Beobachtung wurde von Seligmann u. A. gemacht.
- Leber die Zeit, während welcher eine exponirte Platte auf bewahrt werden kann, lässt sich eine bestimmte Angabe nicht machen. Es wurde festgestellt, dass zwischen Exposition und Entwickelung mehrere Monate verstreichen können, ohne dass das Bild im Geringsten leidet. Diese Thatsaehe ist zur Genüge bekannt, und viele Forschungsreisende entwickeln ihre Bromsilbergelatineplatten erst nach vielen Monaten, wenn sie wieder in eivilisirte Gegenden kommen.
- H. W. Yogel fand, dass sowohl hei Bromsilber-Gelatineplatten, als Vogel’sehen Oollodion- Gelatineplatten nach vier- bis achtwöehentlichem Auf bewahren nach der Exposition innerhalb eines halb offenen Kastens (der sich in einem finsteren Baume befand) das Bild wohl nicht an Details, doch aber an Intensität eingebiisst hatte2)-
- Noel fand3), dass auf Bromsilber-Gelatine das unsichtbare Bild nach sieben Monaten völlig verschwunden war (auf Oollodion-Emulsion sogar schon nach zwei Monaten). Auch Tunny beobachtete bei seinen Arbeiten in Neu-Seeland eine ziemlich kurze Haltbarkeit4).
- Andere Beobachtungen einer längeren Haltbarkeit sind folgende:
- Wight exponirte eine Monekhoven’sehe Gelatineplatte und entwickelte sie erst nach drei Jahren; die Platte zeigte einige Zersetzungen, jedoch gab sie ein Bild.
- 1) Eder und Toth, Phot. Corresp. 1881. S. 67.
- 2) Phot. Mitth. 1882. Bd. 19, S. 7.
- 3) Phot, News. 1881. S. 533. Phot. Wochenbl. 1881. S. 293.
- 4) Phot. News. 1882. S. 491.
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- Dritter Theil. Zelmtes Oapitel.
- Die Plattenränder waren theilweise schwarz geworden1). Berwick2) entwickelte Platten 2 Jahre, Dr, Heid3) Platten ans seiner Fabrik 1 Jahr nach der Belichtung welche letztere Dr. Pollack auf seiner Reise nach Persien und Dr. Langer in Arabien exponirt hatte; Henderson4 5) konnte tauf Platten 8Vs Monate nach der Exposition noch das Bild so gut entwickeln, wie am ersten Tage. Solche Beobachtungen der langen Haltbarkeit des unsichtbaren Bildes bei guter Verwahrung der Platten wurden zahlreich gemacht.
- Wenn trotzdem widersprechende Angaben vorliegen, so erklärt sieh das aus der Einwirkung der Atmosphäre bei schlechter Verpackung oder der Darstellungsweise der Emulsion selbst.
- Einen kleinen Zusatz von löslichem Bromsalze fand der Verfasser günstig, sobald die Platten längere Zeit in heissen Gegenden aufbewahrt werden sollen und er erprobte diesen Zusatz bei den Platten von Prof. Dr. Simony bei dessen Reisen nach den canarisehen Inseln.
- YI. Die Solarisation, deren Ursachen und Yerwerthung.
- Unter Solarisation verstellt man die Erscheinung, dass eine Platte nach einer längeren Exposition sieh gänzlich oder an einzelnen Stellen nicht mehr normal entwickeln lässt, sondern das Entwickelungsvermögen förmlich verloren zu haben scheint. Im Anfänge nimmt die lichtempfindliche Platte bei verlängerter Belichtung in immer höherem Grade die Eigenschaft an, sich im Entwickler zu schwärzen. Diese Erscheinung wurde schon in Theil TI dieses Werkes Heft 6, S. 43 ausführlich besprochen und durch Figuren erläutert. Bei kurzen Expositionen kommen keine Solarisationen vor. Je unempfindlicher im Allgemeinen eine Platte ist, um so länger kann man belichten, bevor die Solarisation eintritt. Man muss ungefähr einige hundert- bis mehrere tausendmal länger exponiren, als zur Erzeugung eines Negatives nöthig ist. um eine mehr oder weniger vollständige Solarisation zu erzielen.
- Gelatineplatten solarisiren im Allgemeinen viel rascher als Oollodion-Trockenplattcn mit Präservativ, wobei wahrscheinlich die viel grössere Empfindlichkeit der Gelatineplatten für Licht eine Hauptursache ist, Jodbromsilber - Gelatine solarisirt. etwas weniger leicht als reine Bromsilber-Gelatine.
- Die Entwickelung ist nicht ohne Einfluss auf die Solarisations-erseheinung. Je stärker der Entwickler ist und je länger man entwickelt, um so leichter solarisirt die Platte, ln manchen Fällen hängt es dem zufolge nur vom. Entwickler ah, oh die Platte solarisirt oder nicht.
- 1) Phot. Mitth. 1882. Bd. 19, S. 16.
- 2) Brit. Joura. Phot, 1882. S. 542 und 549. Phot. Wochenbf 1882. S. 340.
- 3) Phot. Corresp. 1883. S. 16. Phot. Woehenbl. 1883. S. 51.
- 4) Brit. Journ. Almanac. 1882. S. 52.
- 5) Nach Brown, Barker u. A, (Phot. News. 1882. S. 791).
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- Wirkung des Lichtes auf Brom-, Chlor, und Jodsilber-Gelatine etc. 89
- Hat eine Emulsionsplatte zuvor schwaches zerstreutes Lieht bekommen, so genügt eine viel kürzere Belichtung, um sie zu solarisiren, als wenn sie ganz intact war. Unter Umständen zeigt eine vorbelichtete Platte schon nach einer 10 Secunden langen Belichtung bei Lampenlicht deutliche Solarisations-Erscheinungen.
- Die Solarisations-Erscheinungen sind vom Photographen sehr gefürchtet, weil durch sie bei hellem Lichte gar manche Platte zu Grunde gerichtet wurde. Man suchte sie so viel als möglich zu vermeiden. Erst in neuerer Zeit versuchte man, die Solarisation der Praxis nutzbar zu machen.
- Belichtet man eine Gelatine-Emulsionsplatte unter einem Positiv mit dem zerstreuten Tageslichte, so steigt die Intensität nur in den ersten l bis 2 Secunden. Nach 1/2 bis 3/4 Minuten entsteht beim Entwickeln ein Negativ, an den hellsten Stellen aber wird die Copie durch Solarisation positiv. Bei längerer Belichtung wird die Umwandlung in ein Positiv vollkommener. Nach 3 bis 5 Minuten langer Belichtung am zerstreuten Tageslichte ist die Umkehrung am vollkommensten; später wird das Bild unklar und verschwändet (Benett, Haack). Janssen beobachtete hei seinen Sonnenphotographien auf Gelatineplatten ebenfalls die Umkehrung des' Bildes durch Solarisation, als er statt der richtigen, ungefähr 1/2oooo Secunde betragenden Exposition die Belichtung auf Va bis 1 Secunde verlängerte1). Er fand, dass bei weiterer Verlängerung der Exposition das Solarisations-Positiv wieder verschwindet und nach einer millionfachen Ueberexposition wieder ein Negativ zweiter Ordnung sich entwickeln lässt; weitere Belichtung zerstört auch dieses Bild2). Haack sprach in der Plenarversammlung der Wiener photographischen Gesellschaft vom 12. Mai 1880 die Ansicht aus3), dass diese Methode in dieser Form unvollkommen sein, aber vielleicht zur Vervielfältigung von Negativen brauchbar gemacht werden könne.
- Bolas beobachtete, dass die Herstellung von directen Positiven viel besser gelingt, wenn man die Bromsilber-Gelatineplatte mit einer oxydirenden Substanz z. B. Kaliumbichroinat imprägnirt4), trocknet und belichtet.
- Unter dem Einflüsse des Entwicklers kehrt sieh das Bild um; es entsteht ein gut ausgearbeitetes und genügend kräftiges Duplicat-Negativ, welches fixirt wird. Zu kurze Belichtung giebt hei diesem Verfahren flaue, rasch sich entwickelnde Bilder, zu lange Belichtung gibt harte und langsam hervorkommende Bilder.
- Nach den Versuchen von Pizzighelli und dem Verfasser5) stellt es sich heraus, dass hierbei die Solarisation eine ganz untergeordnete Rolle spielt und dass die Hauptursache dem partiellen Unlösliehwerden der Chromat-Gelatine zuzusehreiben ist. Es entsteht auf der mit Kaliumbichromat imprägnirten Gelatine-Emulsionsplatte ein modulirtes, mehr oder weniger unlösliches Leimbild; heim Behandeln mit dem Entwickler dringt dieser nur an den unbelichteten Stellen ein und kommt deshalb auf den verschiedenen Bildstellen in ungleicher ^eise zur Wirkung. Man bemerkt in der That. dass ein nach Bolas' Methode entwickeltes Negativ ein mehr oder weniger stark gequollenes Relief zeigt und dass der Entwickler an gewissen Stellen ganz abgestossen wird.
- U Moniteur de la photogr. 1880. Bd, 24. S. 114, aus Oomptes rendus, Juni 1880.
- 2) Br. Journ. of Phot. 1880. Bd. 27, S. 402.
- 3j Phot. Corresp. 1880. Bd. 17, S. 101.
- ±) Phot. News, 1880. Bd. 24, S. 304.
- 5) Phot. Corresp. Februar 1881. S. 45.
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- Dritter Theil. Zehntes Oapitel.
- Ganz dieselbe Methode sammt den eben gegebenen Erklärungen pnblieirte Capt, Binv1) fast ein Jahr später nochmals, ohne seiner Vorgänger Erwähnung zu thun.
- Ueber die Verwendung dieser Methode zur Herstellung verkehrter Duplicat-Negative siehe unten.
- TU. Einfluss der Temperatur auf das Entstellen und die Entwickelung und Zerstörung des Bildes.
- Temperatur-Unterschiede zwischen 5 Grad und 25 Grad C. fand Verfasser auf die photochemische Zersetzung der trockenen Bromsilberplatten, beziehungsweise auf die Entstehung des latenten Lichtbildes ohne Einfluss, falls die Platten nach der Belichtung und während der Entwickelung auf ein und dieselbe Temperatur gebracht wurden.
- Erwärmt man den Entwickler, so wird die Expositionszeit abgekürzt, Schon Temperatur-Schwankungen von 5 bis 10 Grad 0. sind von merklichem Einflüsse.
- Sutton hatte schon 1871 erkannt, dass bei heissem Wetter die alkalische Pyro-Entwickelung rascher und kräftiger wirkt, als bei kalter Witterung2).
- Bei Bromsilber-Gelatineplatten wird, namentlich bei Anwendung von Eisenoxalat-Entwicklern, die Hervorrufung des Bildes stark durch die Temperatur der Flüssigkeit beeinflusst, Bei 0 Grad C. ist es sehr schwierig, trotz langer Entwickelung, kräftige Negative zu erhalten. Dieselben Platten geben in demselben Entwickler bei 16 Grad 0. in kurzer Zeit grosse Dichte, E’abre schloss daraus, dass man mit Bromsilbergelatine und Eisenoxalat bei zu niedriger Temperatur keine genügende Dichte erhalten könne3).
- Ein warmer, starker Pyro-Entwickler (nach Nelson's Vorschrift s. u.) wirkt energischer als ein kalter. Es wurde beobachtet, dass derselbe die Platte verschleierte, während er in der Kälte vollkommen klar arbeitete4). Vermehrung des Bromkaliums im Entwickler vermindert den Schleier weniger, als Verminderung des Ammoniakzusatzes auf 1/2 oder 1U-Namentlich beim. Soda-Entwickler ist es gut. die Temperatur kühl zu halten, da er sonst flaue Bilder (flauer als Ammoniak-Pyro) gibt, während er bei kühler Witterung brillanter als Ammoniak-Ptro arbeitet5).
- 1) Bull, de l’Assoe. Beige. 1882. S. 21.
- 2} Brit. Journ. 1871. Bd. 18, S. 554. Diese Angabe galt für Collodionplatfen.
- 3) Bull. l’Assoe. Beige de Phot. 1880. Bd. 7, S. 297.
- 4) Brooks fand, dass Ammoniak - Pyro - Entwickler hei 26 Grad 0. (im Hochsommer) immer Schleier erzeugte; als die Entwickelung bis auf 15 Grad C. abgekühlt war, blieben die Platten klar und bei 5 Grad 0. vertrugen sie ohne Schaden alles Quälen mit Ammoniak (Brit. Journ. Phot. 1882. S. 488, Phot. Woehenbl. 1882. S. 275).
- 5) Phot. Mitth. 1881, Bd. 18, S. 87.
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- Wirkung des Lichtes auf Brom-, Chlor- und Jodsilber-Gelatine etc. 91
- Der Verfasser1) stellte genaue sensitometrische Versuche an über den 'Einfluss der Temperatur des Entwicklers. Es war eine Jodbrom-Emulsion (mit 4 Proc. Jodsilber und */2 Stunde gekocht) benutzt worden. Es ergab sieh:
- A) Oxalat-Entwickler:
- Temperatur des Entwicklers . 4—8 Grad 0. : 16—17 Grad C. ! 26 — 28 Grad C,
- Zeitdauer d. Entwickelung 1 Min. 3 Grad Warnerke j 8 Grad Warnerkejl3 Grad Warnerke
- 2 „ 9ha „ „ |l0 „ „ 115 „
- B) Pyro-Entwickler (Pyro-Sulfit mit Ammoniak).
- Temperatur des Entwicklers..............j 1 — 2 Grad C. ] 26 — 28 Grad C.
- Zeitdauer der Entwickelung 1ji Minute . . i 6 Grad Warnerke j 10 Grad Warnerke
- „ „ „ 3 „ . . | 14 „ „ | 15 „
- In beiden Fällen erfolgte somit die Entwickelung’ bei erhöhter Temperatur rascher und ergab in den angegebenen Zeiten grössere Empfindlichkeit und grössere Intensität. Namentlich bei Beginn tritt diese Verschiedenheit hervor, während hei fortgesetzter Entwickelung (z. B. 4 bis 5 Minuten) die Verschiedenheit sieh mehr ausgleicht.
- Kalter Oxalat-Entwickler erzielt nur schwer oder gar nicht grosse Intensität des Bildes; kalter Pyro-Entwickler gibt aber reichliche Intensität, insbesondere wenn man mehr Alkali zusetzt.
- Wenn man eine Bromsilber-Gelatineplatte von hinten durch ein heisses Eisen erhitzt, so färbt sieh die Schicht gelber, während sie durch sehr starke Abkühlung grauer wird. Die Färbungen verschwinden, sobald die Temperaturen ausgeglichen sind. Exponirt man eine solche Platte, bevor die Ausgleichung eingetreten ist, so findet man, dass die erwärmten Stellen wesentlich empfindlicher sind, die abgekühlten dagegen unempfindlicher. Hat aber die Ausgleichung der Temperatur stattgefunden. so ist keine Wirkung bemerkbar. Es ist gleichgültig, wann die Entwickelung stattfindet, wenn nur Temperaturdifferenz und Exposition zusammenfiel. Bei Papier ist die Erscheinung dieselbe (Abney2). Nach Töth3) steigt die Empfindlichkeit einer durch 7 Stunden auf 100 Grad C. erhitzten trockenen Bromsilbergelatine ein wenig; sie liefert gute Bilder, nur wird die Gelatine schwerer in Wasser löslich.
- Erhitzen der Bromsilber-Gelatineplatten durch 5 Minuten auf 110 Grad C. macht dieselben im Allgemeinen empfindlicher, die Wirkung des Sonnenspectrums wächst nach beiden Enden hin: auch nach dem Erkalten bleibt die Empfindlichkeit etwas grösser, allein der Unterschied
- 1) Phot. Corresp. 1883. S. 87.
- 2) Brit. Journ. of Phot, 1884. S. 306. Phot. Woehenhl. Bd. 10, S. 214.
- 3) Phot. Corresp. 1884. S. 205.
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- Dritter Theil. Zehntes Capitel.
- zwischen einer nicht erhitzten ist geringer. Bei 130 Grad 0. tritt Zersetzung ein: die Platte verschleiert beim Entwickeln (Schumann1).
- Das Erwärmen der Gelatineplatten voigoder bei der Exposition dürfte für die Praxis keinen namhaften Nutzen bringen.
- Henderson trocknete Bromsilber-Gelatineplatten im Wasserbade, exponirte sie nach dem Erkalten und fand, dass die Platten empfindlicher waren und dichtere Bilder gaben2)-
- Burton3) bedeckte eine Bromsilber-Gelatineplatte zur Hälfte und setzte das Ganze kurze Zeit der Hitze eines heissen (kurz vor die Glühhitze erhitzten) Eisens aus; die unbedeckte Stelle schieierte im Entwickler.
- Nach Drescher soll ständiges Erwärmen auf 40 Grad 0. das unsichtbare Lichtbild auf Bromsilber zerstören4); dagegen spricht die photographische Praxis, dass Platten in tropischen Gegenden das unsichtbare Bild Tage lang und Wochen lang bei ebenso hoher Temperatur festhalten.
- Die Entwickelung der Gelatineplatten in tropischen Gegenden bietet viele Schwierigkeiten, da die Schicht der Gefahr des Auflösens unterworfen ist, Dr. Stolze bemerkt aber, dass nach seinen Erfahrungen eine Temperatur von 30 Grad 0. kein Hinderniss für die Entwickelung sei; es ist aber nöthig. die Emulsion durch Alaunzusatz so abzustimmen, dass sie sich bei dieser Temperatur noch nicht auflöst (über Alaunzusatz siehe S. 64).
- Gädike stellte Versuche über das Verhalten des latenten (unsichtbaren) Lichtbildes in Bromsilber-Gelatine beim Erhitzen an und fand, dass Temperaturen von 60 bis 70 Grad C. dem Bilde nicht schaden, dass höhere Temperaturen von 85 bis 90 Grad C. das Bild wohl nicht zerstören, aber Verschleierung desselben bewirken, während beim längeren Erhitzen auf 100 Grad C. allgemeine Beduction im Hervorrufer eintritt (Phot, Mitth. Bd. 23. S. 191. Eders's Jahrbuch f. Phot, für 1887. S. 299).
- YIII. Mitwirkung der Electricität hei Entstehung des Lichtbildes durch Entwickelung.
- Es wurde schon in Theil II. S. 22 gezeigt, dass bei der Entwickelung des Bildes galvanische oder electrische Proeesse mitwirken. Dies gilt für verschiedene photographische Verfahren und auch für Bromsilbergelatine.
- Als Verfasser eine Platte mit einer drei- bis viermal so dicken Schicht von Bromsilber-Emulsion überzog, als nöthig war. um sie gänz-
- 1) Phot. Wochenbl 1884. S. 229.
- 2) Phot. News. 1884. S. 447.
- 3) Brit. -Journ. Phot. 1882. S. 369. Phot. Woehenbl. 1882. S. 237.
- 4) Phot. Archiv. 1882. S. 126.
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- lieh undurchsichtig zu machen, und um eine völlige Absorption der chemisch wirksamen Lichtstrahlen zu bewirken, bemerkte er nach der Entwickelung des latenten Lichtbildes, dass die Eeduction des Bromsilbers an den belichteten Stellen durch die ganze Schicht hindurch erfolgt war. Das Licht konnte jedoch, auch bei einer grösseren Helligkeit, unmöglich so weit gewirkt haben.
- Es lag deshalb die Yermuthung nahe, dass das an der Oberfläche der Schicht durch photo-chemische Wirkung entstandene metallische Silber in Berührung mit Bromsilber und Kalium -Eerrooxalat durch eleetrolytisehe Wirkung die weitere Eeduction verursacht.
- Um sieh von der Eiehtigkeit dieser Ansicht zu überzeugen, legte Verfasser einen Draht von reinem Silber bei Liehtausschluss auf eine Bromsilbersehieht und liess Kalium-Eerrooxalat einwirken; in der That war an den Berührungsstellen das Bromsilber reducirt. Ferner gehört auch Abney’s Experiment1) hierher, für das ebenfalls eleetrolytisehe Zersetzung als Erklärung angenommen werden muss. Wird nämlich ein entwickeltes Lichtbild, aus metallischem Silber bestehend, mit Bromsilber-Emulsion überzogen und dann mit dem chemischen Entwickler behandelt, so wird das Bromsilber (ohne dass irgend eine Lichtwirkung vorausgegangen wäre) über den Bildstellen zu Metall reducirt und das Lichtbild reproducirt sieh durch blosse Berührung. Aus Allem geht hervor, dass die Annahme begründet ist, es spielen bei der Entwickelung des latenten Lichtbildes secundäre electro-chemische Vorgänge eine grosse Bolle,
- Ziehen wir ans diesem eigentkümliehen Verhalten der Bromsilber-Emulsionen (besonders mit Gelatine) bei der Entwickelung die Consequenzen für die Praxis, so ergibt sich:
- 1. Die Mögliekeit, dass die Bildstellen aus metallischem Silber sieh während einer andauernden Entwickelung electrolyt-isch nicht nur nach abwärts, sondern auch seitlich ausbreiten und z. B. schwarze Striche auf weissem Grunde nach langem Entwickeln verschmälert erscheinen.
- 2. Müssen unterexponirte Bilder, bei welchen während der Hervorrufung zwischen dem Herauskommen der hellsten Lichter und der dunkeln Schatten lange Zeit verstreicht, sehr hart und überkräftig werden. Die zuerst entwickelten Lichter wachsen nämlich zu einer übermässigen Intensität an, bevor die Schatten nur die geringste Kraft bekommen. Diese Erscheinung kann man thatsäehlich sehr häufig beobachten. Es verhalten sieh aber hierin nicht alle Emulsionen gleich. Eine Beimengung von schwer reducirbaren Silbersalzen (wie Jodsilber, nicht gereiftes Bromsilber) hemmt das kräftige Durchwachsen des Bildes. Zusatz von leicht redueirbarem Ohlorsilber Gefordert es, ebenso Ammoniakdigestion der Emulsion.
- 1) Emulsions Proeesses in Photography. London, 1878. S. 11.
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- IX. Heber Pliospliorescenz und Photographie
- stellten M. Wolf und Ph. Lenard in Heidelberg eingehende Yersuehe an, namentlich mit Rücksicht auf die Wirkung der Farbensensibilisation; sie fanden, dass Phosphorescenz-Erscheinimgen keine Rolle hierbei spielen (siehe die ausführliche Abhandlung in Eders Jahrbuch f. Phot, für 1889, S. 141; ferner Phot, Mitth, Bd. 25).
- X. Einfluss des mechanischen Druckes auf Bromsiiher.
- Carey Lea zeigte, dass Jodsilber im nassen Ooliodionverfahren durch einen Druck in solcher Weise beeinflusst wird, dass es dann bei der physikalischen Entwickelung (Eisenvitriol und saure Silberlösung) das in statu naseendi ausgeschiedene Silbermetall anzieht, gerade so, als ob es zuvor belichtet worden wäre1). Bei der Wiederholung gelangen dem Verfasser diese Versuche nicht nur beim Jodsilber, sondern auch beim Bromsilber mit physikalischer Entwickelung, und zwar nach einem ganz leichten Drucke mit einem Glaskörper.
- Trockene Gelatine-Emulsionsplatten müssen viel stärker gepresst werden, wenn durch Druck ein entwickelungsfähiges Bild erzeugt werden soll.
- Nach Äbney wirkt der Druck stets gleich dem Lichte, indem dort Reduction erfolgt (Phot. News. 1883. S. 381). Oxydirende Substanzen sollen das unsichtbare Druck-Bild zerstören, ähnlich wie bei dem durch Licht bewirkten unsichtbaren Bilde.
- Schreibt man mit einer feinen, polirten, an der Spitze etwas abgerundeten Stahlspitze unter Anwendung eines gewissen Druckes auf Bromsilbergelatineplatten und legt dann die Platte in den Entwickler, so schwärzt sich an den beschriebenen Stellen die Schicht; E. v. Got-hard beschrieb dieses Verhalten und benutzte es zur Herstellung von Aufschriften, welche im Entwickler hervortreten (Phot, Corresp. 1888. S. 139. Eders Jahrbuch f. Phot, für 1889. S. 382). An Stelle des Stahlgriffels wirken Elfenbein. Gold. Platin etc, mit genau demselben Erfolge (Lenard und Wolff, Phot. Mitth. 1889. Bd. 25, S. 298).
- (Auch Pressungen oder Striche, welche mit Glassplittern erfolgen, wirken analog.)
- Warnerke beschrieb (Phot, Archiv 1881. S. 120) einen interessanten Versuch. Er schrieb auf ei re trockene Gelatineplatte mit einem ElfenbeingriffeL ohne die Schicht zu zerkratzen: dann belichtete er, und nach dem Belichten schrieb er in gleicher Weise ein anderes W ort, Beim Entwickeln erschienen die vor dem Belichten geschriebenen Zeichen
- 1) Siliman5s Amerie. Journ. (2) Bd. 42. S. 198.
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- Pell auf dunklem Grunde, die nach der Belichtung geschriebenen kommen zum Theil gar nicht, zum Theil dunkler als der Grund. Daraus folgert Warn er ke, dass nicht etwa durch den Druck der Entwickler verhindert ist, so rasch zu wirken, wie auf die anderen Theile; es sei also die Empfindlichkeit des Bromsilbers durch das Zusammendrüeken vermindert worden.
- Vergleiche jedoch über Drucksehleier, welcher durch chemische Beagentien nicht entfernt werden kann, S. 51.
- Beim Entwickeln einer Gelatineplatte, worauf man Buchstaben mit starkem Drucke geschrieben hat, zeigen sich die Buchstaben anfangs dunkel und später, als die ganze Platte verschleiert, aber hell.
- XI. Wirkling* der Vorbei ich tu ng* auf Bromsilber-Gelatine.
- Es ist bekannt, dass die Vorbelichtung auf alle Arten von Platten, nassen, wie trocknen, einen günstigen Einfluss auf die Empfindlichkeitssteigerung nimmt. Nachfolgendes Experiment des Verfassers beweist eine Steigerung der Empfindlichkeit um das zwei- bis dreifache.
- Eine Bromsilber-Emulsion, dargestellt mittels kohlensaurem Silberoxyd-Ammoniak durch V‘2 stündiges Erwärmen auf 40 Grad 0. gab 15 Grad Warnerke. Nachdem eine solche Platte durch 2 Minuten in unmittelbarer Nähe einer dunkelrothen Lampe (Kerzenflamme) vorbelichtet worden war, gab sie Nr. 19 im Warnerke-Sensitometer; nach 6 Minuten 19 bis 20 Grad W.. dann trat Schleier auf.
- XII. Microscopisclie Beobachtungen über das Korn, die Verziehung und StrieliYerengung bei Bromsilber-Cielatineplatten.
- A) Das Korn der Emulsions-Negative.
- Die Emulsions-Negative zeigen ein Korn, welches verschieden gross, je nach der Herstellung der Emulsion ist1), worüber bereits auf S. 40 Angaben gemacht wurden. Das feinste Korn erhält man, wenn das Bromsilber bei Gegenwart von viel Leim und in grosser Verdünnung gefällt wird. Die Partikelchen besitzen dann einen mittleren Durchmesser von 0.0008 bis 0,0015 mm. Beim Sieden der sauren Emulsion oder Erwärmen der ammoniakalisehen wird meistens- das Korn auf 0,003 dis 0,004 mm vergrössert. Die Emulsion gibt dann immer noch tadellose feine Negative. Häufig wird das Korn in Folge allzu langer Digestion oder Sieden mit zu wenig Leim, zu grob (0,035 bis 0,01 mm) UQd dann lassen die Negative schon ein unerwünschtes und beim Copiren
- 1) Zuerst mitgetheilt von Eder, Phot. Corr. 1880. S, 310.
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- mitunter störendes Korn erkennen, welches namentlich beim Yergrössern stark hervortritt; Alkoholzusatz macht das Korn fein (s. S. 50).
- lieber die Feinheit des Kornes bei anderen Processen, sowie Figuren, welche das Silberkorn microscopisch vergrössern, zeigen (Heft 6, Theil II, Seite 27).
- Gewisse photographische Processe, namentlich solche, bei welchen die Negative mit dem Microseope betrachtet werden müssen (Astrophotographie, Speetragraphie etc.) verlangen feinkörnige Emulsionen.
- Beobachtungen über die Ausdehnung und Verzerrung der an Gelatineplatten aufgenommenen Negative.
- Manche schlechte Gelatine-Emulsion dehnt sich, wie bereits wiederholt bemerkt wurde, beim Entwickeln und Fixum so stark aus, dass sie sich ablöst und einen oder mehrere Centimeter weit über den Band der Glasplatte hinausragt, Hauptmann Toth und Verfasser haben mehrmals eine Ausdehnung der Gelatineschicht um 1j5 beobachtet. Beim Trocknen der losen, ausgedehnten Schicht wird das Bild sichtlich verzerrt und durch einige Nachhilfe kann man sogar ganz entstellte Zerrbilder erhalten.
- Eür die Beurtheilung der Eignung der Gelatine zu photographischen Processen ist die Kenntniss der Ausdehnung der verschiedenen Flüssigkeiten von Werth. Abney stellte darüber Versuche an. (Eder’s Jahrbuch f. Phot, für 1887. S. 299.) Er fand:
- Trockene Gelatine-Folien dehnen sieh in verschiedenem Grade beim Einweichen in Flüssigkeiten aus. Wird die Länge in trockenem Zustande = 1 gesetzt, so ergiebt sich nach einstündigem Weichen folgende Länge:
- \ kohlensaures
- j Wasser Ammoniak Kali oder
- i ; : Natron
- Nelson No 1 . . 1,2 1,39 1,29
- Autotyp . . 1.094 1,28 1.21
- Heinrichs (Höchst a'M.) . . . , . 1,08 1,22 1.15
- Winterthur (Simeons) .... . . 1,05 1,14 1.09
- Batty (England) . . 1,32 1.50 1,42
- X Opaque, Nelson . . 1.19 1,40 1,17
- Cross & Backwell . . 1,09 1,24 1.51
- Es drängt sich nun die Fage auf, ob die normalen Gelatineplatt eil-welche anscheinend unverändert fest am Glase sitzen, nicht ebenfalls eine Ausdehnung oder Verzerrung erleiden, die freilich nicht mit dem
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- freien Auge, sondern nur durch mieroseopisehe Messungen nachweisbar sein müsste,
- Auf einer Glasplatte wurde ein feines Netz mittels eines Diamanten geritzt, darunter wurden vom Verfasser verschieden präparirte Gelatine-Emulsionsplatten von 20 X 25 cm äusserst kurz belichtet und dann einerseits mit Pjrogallol, andererseits mit Eisenoxalat entwickelt.
- Als die Copie des mittels des Diamanten geritzten Netzes an verschiedenen Punkten mit dem Originalnetz verglichen wurde, zeigte sich bei sämmtlichen Platten keinerlei Ausdehnung, Zusammenziehung oder Verzerrung. Die Genauigkeit der Messungen war eine derartige, dass noch ein Verziehen der Schicht um Vöooo bemerkt worden wäre.
- Daraus geht hervor, dass eine gute Gelatine-Emulsion welche fest am Glase haftet, sehr präcise Negative gibt und dass das Gelatineverfahren auch zu Präeisionsarbeiten geeignet ist. was die besten Erwartungen übertrifft, welche man an die Leistungsfähigkeit einer so wenig beständigen Substanz, wie die Gelatine es ist, zu knüpten wagte.
- IIeher die Eignung von .Bromsilber-Gelatinep 1 a1.1en zu genauen
- Messungen.
- Darüber machte der Verfasser im Jahre 1886 (Sitzungsberichte der Wiener Akademie der Wissenschaften II. BcL, S. 94) folgende Angaben :
- Die Messungen clor Lage der photographirten Spectrallinien oder Streifen soll auf der Glasplatte vorgenommen werden und nicht auf photographischen Papier-Oopien. Das Papier dehnt sieh während seiner Behandlung mit den Silber-, Eixirungs- und 'Waschbädern aus. und zwar ungleich massig. Lässt man das Papier (Albuminpapier oder Salzpapier) freiwillig an der Luft, trocknen, so ist das Verziehen desselben in der Regel bei einer geringen Länge von Spectralaufnahmen haiun bemerklieh. Allein die Länge des Papi eres ändert sich sehr bedeutend. wenn man es mit Kleister oder einem anderen Klebemittel
- auf (Jarton unter Streichen und Drücken befestigt. Diese Verzerrung (Ausdehnung) kann 2 bis 10 Proc, der ursprünglichen Länge betragen: dies ist ein Betrag, welcher selb! bei geringen Anforderungen an Genauigkeit für die Ortsbestimmung im Spectrum unzulässiir ist. Von •.ssungen an photographischen Papiercojden wäre somit abzusehen.
- Messungen über Ortsbestimmungen an spectrographisehen Glasbildern Getön aber eine völlig zufriedenstellende Genauigkeit. Ich habt' Brom-'-dbor-fielatineplatten schon vor längerer Zeit (mit Hilfe von einphoto-Aaphirten Netzen) auf eine etwaige Verzerruug der Schicht geprüft und
- ^ehier der untersuchten Proben eine Verziehung, welche den Betrag
- Ed —
- er> Handbuch der Photographie. III. Theil. 4. Aufl. (
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- von 1Iqooo erreicht hätte constatiren können1). Ferner hat Hasselberg bei einer Eeihe von Speetralphotographien auf Bromsilbergelatine und höchst genauen Messungen der Lage derselben an den Glasnegativen nachgewiesen, dass die Genauigkeit der Bestimmung der Wellenlänge sich hierbei auf fünf Stellen erreichen lässt2), also den höchsten Anforderungen entspricht,
- Dies gilt jedoch nur, wenn die Bromsilbergelatineschicht fest am Glase haftet, War die Gelatine, welche zur Herstellung der Emulsion diente, nicht fest, sondern befand sie sieh in Folge zu langer Digestion in der Wärme im Beginne der Zersetzung, so kann sieh die Bildsehicht in den Bädern in Bläschen vom Glase abheben, welche dann ungleich-massig antrocknen. Zeigen sich solche Blasen, welche insbesondere während des Waschens nach dem Fixiren bei schlechten Bromsilbergelatineplatten auftreten, so ist die Aufnahme zu genauen Messungen ungeeignet, Das Vorhandensein solcher Blasen entgeht niemals dem Auge des Beobachters, da sie wie grosse Stecknadelköpfe erhaben hervortreten und Erbsengrösse erreichen können.
- Aber ein anderer Umstand wird in der Begel weniger beachtet. Manche Bromsilber - Gelatineplatten zeigen keine glatte Oberfläche, sondern eine wellige Struetur, welche vielleicht davon herrührt, dass die erwärmte Gelatine-Emulsion während des Aufgiessen,s auf die Glasplatte nicht mehr völlig flüssig, sondern halb erstarrt war. Solche Platten geben die geraden Speetrallinien nicht gerade, sondern wellenartig gekrümmt wieder. Schon mit einer schwachen Loupe kann man diese wellenartige Verziehung constatiren und solche Platten ansscheiden. Dass der Uebelstand von der Präparation der Platten und nicht von der Art der Entwickelung und Fixirung herrührt , scldiesse ich aus dein Umstande, dass unter einigen Hundert Platten bloss drei oder vier derselben
- 1) Eder, Ausführliches Handbuch der Photographie Bd. 2, S. 25.
- 2) Hasselberg schreibt (Aunal. d. Physik u. Chemie. 1886. Neue Folge. Bd. XXVII. S. 415): „Man würde in Anbetracht der vielen und lang andauernden Waschungen, denen eine Gelatineplatte behufs Hervorrnfung des Bildes unterworfen werden muss, vielleicht den Verdacht schöpfen können, dass eine Verschiebung zweiei übereinander gelegter photographischer Speetra durch Verziehen der Haut beim Trocknen hervorgerufeu werden könne. Gegen eine solche Annahme sprechen ab» mehrere Erfahrungen. Erstens hat Eder für Gelatineplatten die Stabilität der Schicht geprüft, ohne eine den Betrag von 1jmo erreichende Verziehung zu constatiren-Zweitens würden, falls eine merkliche Verziehung stattgefunden hätte, die Abstände der Linien des Sonnenspeetrums auf verschiedenen Platten verschieden sein. Innei. • der Grenzen der möglichen Genauigkeit der Messungen ist dies aber nicht der Fall-(Hasselberg lässt eine Tabelle seiner Messungen in der Gruppe der Sonnenlinieß •'
- X = 4653,70 folgen, welche diese Angaben bestätigen.)
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- wellenartige Krümmung der Linien zeigten, während andere unmittelbar früher oder später hervorgerufene, die Linien als Gerade Wiedergaben.
- Wendet man zwischen dem Entwickeln und Fixiren ein Alaunbad an, oder noch besser ein gemischtes Fixir- und Alaunbad (s. o.j, so wird die Gelatineschicht so gegerbt, dass die möglichste Sicherheit gegen das Verziehen der Schicht gegeben ist.
- Messungen über die Verzerrung von photographischen Schichten zur Astrophotographie stellte Prof. PL C. Vogel in Potsdam an, um die Vorbedingungen zu studiren. um ein Gitter für Zwecke der Ausmessung der photographischen Himmelskarten auf die photographische Aufnahmsplatte aufzucopiren; dazu benüzt Dr. Schreiner versilberte Glasplatten, in welche Striche gerissen waren. (Naturwissenschaftliche Bundschau 1888, Nr. 26, aus Photogr. Wochenblatt 1888, S. 258). Er fand: „1. Die Verzerrungen, welche die Gelatineschicht bei den verschiedenen Manipulationen erleidet, sind als unabhängig zu betrachten von der Behandlung, welche die Platte beim Fixiren und Alauniren erleidet, 2. Die Verzerrungen sind narb einer Lichtung der Platte positiv, nach der dazu normalen negativ; doch ist der Verlauf dieser Ausdehnung und Zusammenziehung nicht regelmässig, so dass man die auftretenden Verzerrungen als zufällige betrachten kann. 3. Der Betrag der Verzerrung ist kleiner als der mittlere Pointirungsfehler zu erwarten; er ist gleich 0,006 mm.“
- C) Beobachtungen über die Strichverengungen bei auf Gelatineplatten aufgenommenen Negativen.
- Beim andauernden Behandeln einer Bromsilber-Gelatineplatte mit dem Eisenoxalat- oder dem Pyrogallol-Entwickler wächst die Silber-reduction nicht nur an den vom Lichte getroffenen Stellen fort, sondern es werden auch durch electroMisclie Wirkung die dem metallischen silber benachbarten Stellen redueirt, wie S. 92 angedeutet ist, Diese Fortsetzung der Beduetion erfolgt hauptsächlich in der Bichtung der anfallenden Lichtstrahlen oder mit anderen Worten, mehr in die Tiefe ‘ds in die Breite.
- Die vom Verfasser vorgenommenen mieroseopischen Messungen be-^•nsen aber, dass unter gewissen Lmstünden das seitliche .Fortschreiten
- Siiberrednetion nachweisbar ist. Dies wurde in T c II, S. 24 aus-bilnlbb erörtert.
- Inter gewöhnlichen Verhältnissen ist aber das Zuwachsen der Striche 'lHl zu unbedeutend. um Besorgniss für die Brauchbarkeit der "Resultate zu veranlassen.
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- XII. Unlöslichverden Ton Gelatine-Emulsion durch Licht-
- Tfirkung.
- Man muss die hierher gehörigen‘Erscheinungen in zwei Classen th eilen; nämlich das Unlöslichwerden der Gelatine-Emulsion durch blosse Lichtwirkung (ohne Entwickelung) und durch Lichtwirkung mit darauffolgender Entwickelung.
- A) Unlöslichwerden von Gelatine - Emulsion durch blosse Lieht-
- wirkung (ohne Entwickelung).
- Gelatine-Emulsion, in Form von Gallerte dein Sonnenlichte aus-gesetzt, verliert ihre Löslichkeit im Wasser, wird zäh und fault weniger leicht. Auch trockene Emulsion wird nach mehrstündiger Besonnung unlöslich; erwärmt man solche Platten im Wasserbade, fixirt, wäscht und trocknet, so zeigt das Negativ ein deutliches Belief und feines Korn; auch beim blossen Einweichen in Wasser (ohne zu fixiren) erscheint ein Belief (Schumann1).
- B) TJnlöslichwerden durch kurze Belichtung und darauffolgende
- Entwickelung.
- Warnerke machte 1881 die Beobachtung, dass die belichteten und entwickelten Th eile der Gelatine-Emulsion in warmem Wasser unlöslich sind2), und gründete darauf die Verwendung von Bromsilbergelatine an Stelle von Pigmentpapier. Man überzieht ein Blatt, Papier gleiehmässig mit gewöhnlicher Gelatine-Emulsion. lässt trocknen, exponirt und entwickelt wie gewöhnlich mit PjTogallussäure (nicht mit Eisenoxalat). Das Bild wird entweder fixirt oder besser nicht fixirt und dann getrocknet, indem die Unlöslichkeit der belichteten Stellen durch das Trocknen erhöht wird. Da die Entwickelung nur in den höchsten Lichtern durch die ganze Schicht geht, nicht aber in den Halbschatten, so geht es nicht an. das Blatt in warmes Wasser zu legen, um die löslich gebliebene Gelatine aufzulösen, denn die Halbschatten würden fort-geschwemmt. (analog wie beim Pigmeiitdruek), Das Bild muss also wie ein Pigmentbild übertragen werden.
- Nachdem diese [Übertragung (wie beim Pigmentdruck) aut eine wasserdichte Fläche erfolgt ist, kann man das Bild mit warmem Masse» entwickeln. Da aber das Bild bei der einfachen Uebertragung verkeil*1 erscheint, so lässt es sich nicht verwenden. Besser ist daher die doppelt Uebertragung auf eine eollodionirte Glasplatte etc.
- 1) Phot. Woehenbl, 1884. S. 347.
- 2) Phot. News. 1881. Phot. Archiv. 1881. S. 85 und 119. Phot. Mitth. Bd.
- S. 65. 98 und 235.
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- Warnerke schreibt: „Ein Stück Papier wird mit Gelatine-Emulsion überzogen und getrocknet. Hauptsache ist, dass die Schicht recht gleiehmässig ausfällt, und dass das Papier nach dem Trocknen flach bleibt. Das Papier wird in der Camera exponirt; die Empfindlichkeit der Emulsion ist genau dieselbe, als ob sie sich auf einer Glasplatte befände. Nach der Exposition wird das Papiernegativ, genau wie eine Glasplatte, mit Pyrogallus alkalisch entwickelt, mit Alaun gegerbt, gewaschen, fixirt oder auch nicht fixirt und getrocknet. Dies Trocknen ist nöthig, um die Gelatine vollständig unlöslich zu machen; sie wird dies zwar schon im feuchten Zustande, aber nicht so vollständig; auch das Gerben mit Alaun wird dadurch wirkungsvoller. Wir haben nun ein Papier mit einer Gelatinesehicht vor uns, deren Oberfläche, wie bei einem exponirten Pigmentblatt, an den vom Lichte getroffenen Stellen unlöslich geworden ist, und zwar dringt diese Unlöslichkeit je nach der Stärke der Lichtwirkung mehr oder weniger in die Schicht ein; sie darf aber nie die ganze Schicht durchdringen, so dass also zwischen Papier und eoagulirter Gelatine immer noch eine Schicht löslicher Gelatine bleibt, was sehr wichtig ist, da wir das Negativ wie ein Pigmentbild vom Papiere auf Glas zu übertragen haben. Dieses Uebertragen geschieht genau wie bei einem Pigmentbilde. Ist das Bild nicht fixirt, so sehen wir die im warmen Wasser aufgelöste, unveränderte Emulsion als eine milchige Flüssigkeit vom Glase herunterfliessen. Fixirt man die eine Hälfte des Bildes und lässt die andere Hälfte unfixirt, so wird man bemerken, dass die unfixirte Hälfte weit intensiver ist; man wird also in vielen Fällen verziehen, das Negativ nicht zu fixiren; ein schädlicher Einfluss des Lichtes auf solche Platten scheint nicht stattzufinden.“
- „Natürlich könnte man das Bild auch auf jeden beliebigen anderen Körper übertragen, doch wo mau Negative hersteilen will, wird man in der Regel Glas wählen. Man braucht letzteres gar nicht zu präpariren, kann es aber auch mit Oollodion-, Dammar- oder andern Lacke oder Wachs überziehen, wie beim Pigmentprocesse1). Man legt das Papier mit der Bildseite unter Wasser auf eine Glasplatte und quetscht es an. Ist das Glas präparirt, so legt man das Ganze noch ein paar Minuten in warmes Wasser: ist es nicht präparirt, so muss man damit warten, bis das Papier vollständig trocken ist. Nachdem es so eine kurze Zeit im warmen Wasser gelegen hat, zieht man das Papier ab; die unlöslichen Theile der Emulsion, welche eben das Negativ bilden, bleiben auf dem Glase, alles Lösliche wäscht sich fort. Nun wäscht man mit kaltem Was ser und das Negativ ist fertig.“
- ..Natürlich ist so ein Negativ verkehrt. Will man ein richtiges haben, so kann man dies auf verschiedene Weise erreichen, z. B. durch doppelte Uebertragung. Man überträgt in diesem Falle nicht direct auf Glas, sondern zuerst auf Uebert-ragungs-fapier, wozu sich das von der Autotype-Company unter dem Namen „Flexible Support“ (Entwiekelungspapier) gelieferte vortrefflich eignet. Man kann es sich auch selbst Verstellen, indem man Papier wasserdicht macht und fettet. Von dort überträgt man dann auf Glas.“
- .Ebenso kann man das Glas mit Talg einreiben, mit Oollodion übergiessen, dann das Negativ von dem Originalpapiere in oben beschriebener Weise darauf bringen und m bekannter Weise wieder davon abziehen, indem man ein Blatt Gelatine daraufcpietseht, 'der mittels eines LTebergusses von Oollodion oder Gelatine. Die so erhaltene Haut ann man dann auf ein anderes Gias übertragen oder so als Haut aufbewahren und Wenden, Ich ziehe in der Regel letzteres vor.“
- 1) Siehe Handbuch des Pigmentverfahrens von Vogel und Sawyer. Berlin bei
- ^PPenheim.
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- Dritter Theil. Zehntes Oapitel.
- „Das fertige Negativ bildet ein Gelatinerelief, gerade wie ein Kohle - Negativ; man kann hier also dieselbe Verstärkung anwenden wie dort, nämlich eine Färbung, zu welchem Zwecke sieh das übermangansaure Kali als sehr tauglich gezeigt hat. Auf diese Weise kann man arreh derartig hergestellten Diapositive, etwa Laterna majüca-Bildern, jede beliebige Farbe geben, und wenn er nicht sehr intensiv ist, so bemerkt man den Silberniederschlag als solchen kaum, und das Diapositiv scheint dann rein aus der Farbe zu bestehen.“
- „Man kann die Färbung auch in der Weise bewirken, dass man die Emulsion von vorn herein mit einer beliebigen Farbe vermischt, welche natürlich so gewählt werden muss, dass ihre chemischen Eigenschaften nicht stören. An den nicht vom Lichte afficirten Stellen wäscht sie sieh dann mit der Gelatine fort, und bleibt nur da. wo Zeichnung ist. Man kann auch ein so gefärbtes Diapositiv auf Papier oder einen anderen Stoff übertragen und erhält so ein positives Bild.“
- „Nun noch einige nicht unwichtige Anwendungen meines Verfahrens:
- „Mein Bild, gleiehgiltig ob Positiv oder Negativ, bildet ein Relief und sogar ein ziemlich starkes, besonders wenn man auf diese Eigenschaft hinarbeitet. Die Emulsion muss zu diesem Zwecke auf dem Papiere eine recht starke Schicht bilden, aber nicht zu undurchsichtig sein, damit das Lieht tiefer eindringt. Dieses Relief ist sehr gut für Woodbury- sowie auch für verschiedene andere photomechanische Druckverfahren zu verwenden; dass es verkehrt herum steht, ist für die meisten derartigen Verfahren gerade erwünscht. Vor einem Chrom-Gelatinereliof hat es den Vortheil, dass es schnell, selbst bei künstlichem Lichte hergestellt werden kann. Wo Korn erforderlich ist, bringt man dasselbe hervor, indem man die Emulsion mit geeigneten Stoffen vermischt.“
- „Ebenso eignet sieh mein Verfahren sehr gut für eingebrannte Photographien. Man vermischt die Emulsion mit Sehmelzfarben und hält den Guss möglichst dünn, denn während es beim Vorigen darauf ankam, recht viel Gelatine im Bilde zu haben, kommt es hier darauf an, recht wenig zu haben. Das Bild wird nun auf Porce-llan oder Glas übertragen und mit demselben in den Brennofen gebracht. Sobald mm das Bild zuviel Gelatine enthält, hebt sieh dieselbe im Schmelzofen in Blasen von der Unterlage ab, und das Einbrennen ist unmöglich. Mein Verfahren ist daher in so lern hier zu empfehlen, weil die so hergestellten Bilder, wenn man das oben Gesagte berücksichtigt, die denkbar wenigste Quantität Gelatine enthalten,“
- „Da die auf diese Weise coagulirte Gelatine fettige Druckfarbe ebenso gut annimmt, wie coagulirte Chromgelatine, so liegt die Anwendung dieses Verfahrens für Photolithographie ete. ziemlich nahe.“
- Vidal glückte Warnerke’s Methode nicht, als er die .Bronisilber-G eiatm epiatten von der Glasseite aus exponirte und nach dem Entwickeln mit warmem Wasser behandelte1).
- Warnerke erklärt diesen Misserfolg daraus, dass die Pvrogallus-säure in diesem Falle sehr lange auf die Schicht wirkte und zuerst aut die am wenigsten afficirten Stellen2). Manchmal gelingt die Auflösung mit warmem Wasser überhaupt nicht, Warnerke setzt dann Essigsaui* zu. Es taugt auch nicht jede Gelatine. Fixirung mit untersehwetlw
- 1) Phot. Mitth. Bd. 38, S. 98.
- 2) Phot. Mitth. Bd. 18, S. 235,
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- Wirkung des Lichtes auf Brom-, Chlor- und Jodsilber-Gelatine etc. 103
- saurem Natron ist kaum zu umgehen, weil die nicht fixirte Schicht wohl durch warmes Wasser entwickelt wird, aber Bromsilberpulver
- zurückbleibt.
- XIII. Die Verwendung von Bronisilbergelatine zu Druckplatten für Lichtdruck und Heliogravüre.
- A) Heber die Verwendung von Gelatine-Emulsions-Negativen zum Drucke in der Lichtdruckpresse machte Hauptmann Pizzighelli An-gaben 0. Das entwickelte und nicht fixirte Gelatinenegativ wird in Kaliumbichromat-Lösung (1: 30) gebadet, freiwillig trocknen gelassen und dann im Copirrahmen von rückwärts belichtet, bis auf einen darunter gelegten gesilborten Albuminpapier ein schwacher Abdruck bemerklich
- wird. Dann wird gewaschen, fixirt und das metallische Silber durch Salzsäure und chromsaures Kali in Chlorsilber übergeführt und neuerdings fixirt, Es liegt nun eine fertige Lichtdruckplatte vor.
- Pizzighelli schreibt:
- „Zum Gelingen des Verfahrens war es daher nothwendig, folgenden Bedingungen zu entsprechen. Es musste
- 1. das Anhaften der Golatineschieht am Glase durch Anwendung eines Untergusses gefördert werden;
- 2. im Negative ein Korn erzeugt werden, welches analog wie bei der Liohtdruck-jdatte, die fette Schwärze festzuhalten im Stande war;
- 3. die vom reducirten Silber herrührende dunkle Farbe des Negatives unmittelbar vor dessen Verwendung in der Lichtdruekpresse entfernt werden.“
- „Als geeigneter Unterguss erwies sich die von mir seit Jahren für den Licht-druck benutzte Mischung von: Abzugbier 100 ccm und Kaliwasserglas 8 bis 10 ccm. Beide Flüssigkeiten werden in einer Flasche gemischt imd nach heftigem Dureh-schütteln und halbstündigem Stehenlassen durch Papier in ein Beeherglas filtrirt. Eine entsprechende Menge der Lösung wird auf eine horizontal gestellte Platte gegossen, mit dem Finger vertheilt und der Uebersehuss durch rasches Aufstellen der Platte in
- ein zweites Becherglas ablaufen gelassen. Die Manipulation des üebergiessens wird em zweites Mal wiederholt, das Ablaufenlassen an einer anderen Ecke bewerkstelligt und hierauf die Platte in verticaler Lage zum Trocknen aufgestellt.
- Bei warmer, trockener Temperatur überlässt man die Platten dem freiwilligen Trocknen; bei feuchtem und kühlem Wetter werden sie in einem Trockenkasten (auch
- m der Nähe eines Ofens oder Herdes) bei circa 50 Grad 0. getrocknet. Ist dies geschehen, so wäscht man die Platten unter einem Wasserstrahle durch circa 1 bis 2 Minuten lllld stellt sie wieder zum Trocknen hin.
- Die Platten, welche nach dieser Manipulation ein schwach mattes, in der Aufsicht Tüisirendes Aussehen erlangt haben, sind nun sowohl zur Herstellung von Lichtdruck-, s auck von Negativplatten verwendbar.
- Die Präparation mit Gelatine-Emulsion wird nach bekannter Weise vorgenommen. Din Trocknen des mit der Kaliumbichromat-Lösung getränkten Negatives bei
- hoher.
- er Temperatur im Trockenkasten war von Vornhinein ausgeschlossen,
- diese
- 1) Phot. Corresp. 1881. S. 133.
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- Dritter Theil. Zehntes Capitel.
- Behandlung ein Schmelzen der Gelatineschicht und hiermit eine Zerstörung des Negatives zur Folge gehabt hätte.
- Ein rasches Trocknen des Negatives im Luftstrome eines kräftigen Ventilators hätte wahrscheinlich die gewünschte Kornbildung gefördert. Da nun jedoch ein derartiger Ventilator mir nicht zur Verfügung stand, musste ich auf andere, einfachere und Jedem zugängliche Mittel sinnen.
- Nach vielen vergeblichen Versuchen kam ich auf die Idee, das entwickelte und gut gewaschene Negativ nicht zu fixiren, sondern es direct in der Ohromsalzlösung zu baden und sonst wie bei der oben angegebenen Verstärkungsmethode zu behandeln; das Fixiren nahm ich zum Schlüsse der Operation vor.
- Mich leitete hierbei folgende Ueberlegung: Beim Fixirprocesse muss nach der Entfernung des in der Gelatineschicht enthaltenen und den unbeliehteteten Partien entsprechenden, unzersetzten Bromsilbers eine Volumsverminderung derselben eintreten, welche, da die Schicht am Glase fest haftet, sieh nur durch ein Zusammenziehen in einer auf die Glasoberfläche senkrechten Richtung kundgeben kann1)-
- Verlieren nun die bei der Aufnahme unbelichtet gebliebenen, jedoch das unzer-setzte Bromsilber enthaltenden Stellen (im unfixirten Negativ muss es erscheinen) durch die Eingangs erwähnte Behandlung ganz oder theilweise ihre Elasticität, so können sie sich beim Fixiren nicht mehr gleichmässig zusammenziehen, sondern sie müssen sich zerklüften und zwar dies mehr oder weniger, je nach dem Grade der Belichtung, welchen sie empfangen haben.
- Diese Zerklüftung ist aber gleichbedeutend mit dem Korn bei der Lichtdruck platte und muss daher auch dieselben Eigenschaften besitzen.
- Die in dieser Richtung gemachten Versuche bestätigten vollkommen obige Anschauung. Das mit Ohromsalz behandelte, bloss hervorgerufene Negativ, von rückwärts belichtet und dann gewaschen, entwickelte beim Fixiren an den durchsichtigen Stellen das gewünschte Korn. Als geeigneteste Stärke der Chromlösung fand ich 1100 Theile Wasser und 30 Theile zweifach-chromsaures Kali. In dieser möglichst kühl zu haltenden Lösung (eventuell durch Eiszusatz) wird das nach dem Entwickeln gut gewaschene Negativ entweder nass oder auch trocken durch circa 15 Minuten gebadet, hierauf abtropfen gelassen und mittels eines weichen Tuches durch Abtropfen von der überschüssigen Lösung befreit2).
- Das Trocknen erfolgt in einem gut ventilirten Raume bei gewöhnlicher Temperatur binnen wenigen Stunden.
- Zum Zwecke des Belichtens wird das Negativ, wie beim gewöhnlichen Copiren. in einen Copirrahmen gelegt, mit gesilbertem Papiere bedeckt und der Liehtwirkuug so lange ausgesetzt, bis auf dem empfindlichen Papiere ein schwaches Bild der Zeichnung sichtbar wird. Das Copiren dauert wegen der gelben Farbe des Chromsalzes und des im Negative noch enthaltenen Bromsilbers ziemlich lange und dauert oft einen ganzen Tag hindurch.
- Sobald der Copirproeess beendet ist, wird das Negativ gewaschen und nachdem die vom Chromsalze herrührende gelbe Farbe verschwunden ist, wie gewöhnlich 1NW-
- 1) Dass dies wirklich stattfindet, kann man an jedem Gelatine-Negativ sowohl m1 nassen, als im trockenen Zustande beobachten, indem die durchsichtigen, also naht belichteten Stellen desselben bedeutend tiefer liegen als die belichteten, welche das zu Metall reducirte Silber enthalten.
- 2) Wird dies unterlassen, so tritt beim Trocknen leicht ein Auskrystallisiren de-Chromsalzes auf.
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- Wirkung des Lichtes auf Brom-, Chlor- und .Todsilber-Gelatine etc. 105
- Hierzu benutze ich mit Vortheil die von Dr. Eder und Hauptmann Töth1) angegebene Methode der Ueberführung der auf Bromsilber-Gelatineplatten enthaltenen Bilder in Chlorsilberbilder. Ich bade nämlich das wie vor behandelte Negativ in einer Lösung von 1 Theil Kaliumbichromat und 3 Theilen Salzsäure in 100 Theilen Wasser so lange, bis die schwarze Farbe verschwindet, d. h. also, bis alles Silber in Chlorsilber übergeführt erscheint. Das Negativ wird hierauf gewaschen und neuerdings fixirt; hierbei wird das gebildete Chlorsilber aufgelöst und es bleibt schliesslich in der Platte gar kein Silber zurück, sondern nur reine durchsichtige Gelatine, auf welcher die Zeichnung, wie bei einer Lichtdruckplatte, nur durch deren Korn sichtbar wird. Die Platte kann nun nach dem Waschen und Trocknen wie eine gewöhnliche Lieht-drucbplatte zum Drucke mit fetter Schwärze verwendet werden. Statt des Waschen« nach dem Belichten kann das Negativ direct in die oben angegebene Entfärbungslösung getaucht werden, wodurch die zweimalige Wiederholung der Fixiroperation entfällt. Das Entfärben und Fixiren kann wiederholt vorgenommen werden, wenn beim ersten Male nicht gleich alles Silber in Chlorsilber überführt worden wäre; das Waschen zwischen diesen beiden Operationen braucht nur oberflächlich vorgenommen zu werden.
- Dieses Verfahren, welches in Wirklichkeit durchaus nicht so umständlich ist, wie es nach der Beschreibung erscheinen könnte, eignet sich hauptsächlich für Strichzeichnungen und speciell zu dem Zwecke, um von Negativen nach sehr feinen Zeichnungen Umdrucke für den lithographischen Stein zu erzeugen, welche nach dieser Methode entschieden schöner werden, als durch gewöhnlichen photolithographischen Umdruck. Zu dom obigen Zwecke verwendet man als Druckfarbe die beim Steindrucke übliche Umdruckfarbe; als Unterlage zum Umdrucke das gewöhnliche „gestrichene Papier“ der Steindrucke!1, mit Vortheil auch das zur Photolithographie verwendete Gelatineoder Husnikpapier. “
- B) Eixirte Gelatine-Negative zeigen (sowohl nach dem Entwickeln mit Eisenoxalat, aber insbesondere mit Pyro) ein deutliches Belief, welches unter Umstanden das Bild sehr scharf und modelJirt wiedergibt; man kann dasselbe mir Gyps etc. abgiessen. Besonders deutlich wird das Belief wenn man mit Pyro und reichlichem Zusätze von Alkali (z. B. Pottasche) entwickelt; ferner, wenn man eine fixirte Matrize mit Kaliumebromat und Salzsäure in OJhlorsilber überführt und dann mit Hydrochinon und Aetznatron (oder Potasche) oder Gallussäure und Aetz-Uili oder dergi. reducirt. Vielleicht lässt sich hierauf eine Methode der Heliogravüre gründen, ähnlich wie es Scamoni mit Collodion -2s egativen versucht hat.
- G S. Phot. Oorresp. 1881. Nr. 213, S. 111.
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- ELFTES CAPITEL.
- DIE PRINOIPIEN DER ENTWICKELUNG VON BROMSILBER-GELATINEPLATTEN.
- •Jod-. Brom- und Chlorsilber verhalten sich gegen sogenannte saure physikalische Entwickelung (d. i. Entwickelung mit. saurer Eisenvitrioloder Pyrogallus-Lösung und Silbernitrat) wesentlich anders, als gegen die sogenannte chemische oder, wie sie auch unzutreffend genannt wird, die alkalische Entwickelung (Eisenoxalat-, alkalische Pyrogalloi-Lösung).
- Im nassen (Allodionverfahren ist reines Jodsilber und Jodbromsilber empfindlich er als Brom- und Chlorsilber; die beiden letzteren bewirken grössere Klarheit der Negative,
- Im Emulsionsverfahren ist Bromsilber ( oder eine Mischung desselben mit anderen Silbersalzen. in denen Bromsilber den Hauptbestandtheil ausmacht) der Hauptträger des Bildes; Jodsilber für sich allein ist jedoch die unempfindlichste Verbindung und Chlorsilber steht in der Mibe zwischen beiden.
- Die Bilderzeugung im Emulsionsverfahren beruht darauf, dass das Licht eine minimale Menge Bromsilber zu Subbromid (von der hypothetischen Formel Ag2Br) reducirt und dass beim Behandeln mit dem Entwickler (alkalischer Pyro-Entwickler, Eisenoxalat etc.) nur die belichteten Stellen geschwärzt (zu Metall reducirt) werden, die nicht belichteten aber unverändert bleiben.
- Jodsilber wird am schwersten durch den alkalischen Pyro-Eid' wickler reducirt, viel schwerer als Bromsilber. Chlorsilber wird abei (auch bei völligem Lichtausschlusse) viel leichter als Bromsilber reducirt-Deshalb sind die für Bromsilber tauglichen Entwickler unpassend fü1 reines Chlorsilber, weil sie mit letzterem nur schleierige Bilder gehen, umgekehrt geben die für Chlorsilber passenden Entwickler mit Bromsilbei kraftlose Platten.
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- Die Principien der Entwickelung von Bromsilber-Gelatineplatten.
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- Bei der Entwickelung unterscheidet man die eigentliche 1. Entwich e lungsflüssigkeit,
- 2. Verzögerer, das sind Substanzen, welche den Schleier zurüek-halten oder zu lange Belichtung corrigiren sollen,
- 3) Beschleuniger; welche die Entwickelung bei zu kurzer Belichtung energischer machen sollen.
- Von Entwicklern kommt der Eisenoxalat-, Pyro-, Hydrochinon-, Pyrocatechin- und Hydroxylamin-Entwickler in Betracht., deren Prin-cipien im Nachfolgenden beschrieben werden sollen, neben seltenen oder gar nicht verwendeten Entwicklern.
- Als Verzögerer dienen Brom-, Jod- und Chlorsalze etc., sowie indifferente sehleiorige oder gummiartige Substanzen1), welche ebenso wie die Beschleuniger verschiedene Wirkung haben, jo nach der Natur des Entwicklers.
- I. Der Eisenoxalat- Entwickler.
- Das wirksame Prineip dieses Entwicklers ist die Doppelverbindung von oxalsaurem Eisenoxydul mit oxalsaurem Kali.
- Oxalsaures Eisenoxydul (Fe02O4) ist ein gelbes luftbeständiges Pulver, welches beim Mischen von Eisenvitriol mit Oxalsäure oder Oxalsäuren Balzen entsteht. Es löst sich in überschüssigem oxalsaurem Kali, Eatron oder Ammoniak unter Bildung von Doppelsalzen zu einer rothen Flüssigkeit auf. welche stark redueirend wirkt.
- Das wichtigste dieser Doppelsalze ist das oxalsauro Eisenoxydul-kali oder Kaliumferrooxalat, dessen Lösung als ..Oxalat-Entwickler“ angewortdet wird. Die Formel ist Fe(C2 04)2 K2 + H2 0 (Eder und Palen ta2).
- Die Lösung von oxalsaurem Eisenoxydul in oxalsaurem Natron, oxal-saiirejn Ammoniak3) oder citroiiensaurem Kali Es. S. 112) besitzen gleicli-lalls ein LiUwickeiungsvermögen.
- 1) Verzögerer bei chemischen Processen sind oft ganz indifferente Sub-stailzen. Hood zeigte, dass die Oxydation des Eisenvitriols durch ehlorsaures Kali euie Beeinflussung durch Zusatz von indifferenten Substanzen erleidet, z. B. durch akwefelsaures Kali, Natron, Ammoniak, Kalialaun. Ammoniakalaun, Magnesiunisulfat, Zinksulfat. Es trat Verzögerung der Oxydation ein. welche meistens dem Gewichte des ^Besetzten, chemisch inaetiven Salzes proportional war (Philos. Magaz. (5) 13, S. 419.
- zu IViedem. Anna! Phys. mul Ohem. 1882. S. 612).
- -) Sitzungsbericht der Wiener Akademie der Wissenschaften. Juniheft 1880. Auch bh°t. Woehenhl., Phot. Mitth.
- 3) Hierbei sind fast nur die Lösliehkeitsverhältn isse ausschlaggebend. — 1 Theil a uunoxalat löst sieh in 3 Theilen kaltem V'asser, während sich das Ammoniaksalz
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- Dritter Theil. Elftes Capitel.
- Das oxalsaure Eisenoxydulaminoniak (Ämmoniumferrooxalat) hat die Forme] Fe(C204)2 * (Fs H4)2 -f- 3H20 (Eder und Aalenta) und verhält sich dem Kalisalz ähnlich, wird aber so wenig wie das Natronsalz in der Photographie benutzt.
- Die orangerothe Lösung des Kaliumferrooxalat oxydirt sich an der Luft bald und scheidet, wenn sie nicht sauer war, ein Gemenge von basischem Ferrooxalat (als rothbrauner Niederschlag) und von oxal-saurem Eisenoxydkali (Kaliumferridoxalat) aus, welches letzteres schön smaragdgrüne Krystalle von der Formel F<n2(C204)(. • K(; 4- bll20; dieselben sind im Wasser ziemlich leicht löslich und zersetzen sich sowohl im trockenen Zustande als in wässeriger Lösung allmählich am Lichte zu Kohlensäure und oxalsaurom Eisenoxydul (Eder und Yalenta). Das Salz wird zum Abschwächen von zu kräftigen Negativen benutzt (siehe weiter unten).
- erst in 24 Theilen, das Natronsalz gar erst in 32 Theilen Wasser auflöst (Nichols, Chem. Centralbl. 1870. S. 674).
- Man kann mittels des oxalsanren Kali so concentrirte Yorrathslösuugen herstellen, wie man sie zur Bereitung des gemischten Eisenoxalat-Entwicklers braucht.
- Dagegen löst sieh oxalsanres Ammoniak reichlich in kochendem Wasser und eine heiss gesättigte Lösung dieses Salzes löst fast eben so viel oxalsanres Eisen-oxydul auf, als die Lösung des oxalsanren Kali.
- Hierüber geben die Untersuchungen vom Verfasser und Valenta (Sitzungsbericht der Wiener Akademie der Wissenschaften, Juniheft 1880) Aufschluss.
- a) Kocht man oxalsaures Eiseuoxydu! mit einer einprocentigen Ammoniumoxalatlösung, so enthält sie nach dem Erkalten 0,14 Proe. oxalsanres Eisenoxydul gelöst (Kaliumoxalat löst fast ebenso viel). — b) Eine 20procentige Ammoniumoxalatlösung löst 4,90 Procent oxalsanres Eisenoxydul (Kaliumoxalat löst 6,72 Procent), — Eine 30procentige Lösung vermag nicht mehr als eine 20 procentige zu lösen.
- Man kann also unter keinen Umständen in einer Ammoniumoxalatlösung ganz ebenso viel oxalsanres Eisenoxydul lösen, als in einer Kaliumoxalatlösung; allerdings löst sich in der ersteren bei Siedetemperatur die doppelte Menge Eiseusalz auf, scheidet sieh aber zum grössten Theil nach dem Erkalten wieder ab. Verfasser will noch hinzufügen, dass eine 40 procentige Kaliumoxalatlösung in der Siedehitze 16,62 Proc. oxalsanres Eisenoxydul aufzulösen vermag, und nach dem Erkalten immer noch 9,4 Proc. davon enthält. Um so geringer ist das Lösungsvermögen des Natrium -oxalates. Eine 10procentige Lösung dieses Salzes vermag bei 100 Grad C. nicht mehr als 2,18 Proe. Eisenoxalat aufzunehmen und enthält nach dem Erkalten nur mehr 0,89 Proe. in Lösung.
- Eine 20 procentige Ammoniumoxalatlösung kann ganz gut zur Herstellung eines Eisenoxalat-Entwicklers benutzt werden; der Ammonium-Ferrooxalat-Entwickler i^ sogar wirksamer als ein ebenso starker Kalium-Ferrooxalat-Entwickler! Da man abei die Concentration des letzteren aufs Doppelte vermehren und dessen Wirksamkeit dadurch bedeutend steigern kann (beim erstereu aber nicht), so wendet man lieber das Kaliumsalz an.
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- Die Principien der Entwickelung von Bromsilber-Gelatineplatten.
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- Das neutrale oxalsaure Kali (Kaliumoxalat) bildet farblose luftbeständige Krystalle von der Formel K20204 H20, welche sich in
- drei Theiien kaltem Wasser lösen.
- Der Gehalt von oxalsaurer Kalilösung an festem Salz kann auch ans der Dichte derselben mittels des Aräometers bestimmt werden.
- Dichte der Lösungen von oxalsaurem Kali in Wasser bei 15 Grad C.
- Die Lösung enthält Dichte bei 15 Grad C. Grade Beauine
- 1 Theil oxalsaures Kali auf 3 Theile Wasser 1159 20 Va
- 1 „ „ „ „ 4 „ 1,126 16
- 1 „ „ 5 „ 1,103 1 SVa
- 1 „ „ 7 „ 1,076 10
- 1 „ ,, „ 10 „ 1,055 ?V3
- Das Salz darf nicht mit dem Kleesalze (saurem oxalsaurem Kali) verwechselt werden, welches nicht genug oxalsaures Eisenoxydul aufzulösen vermag. Jedoch kann man aus Kleesalz und kohlensaurem Kali ohne Schwierigkeit neutrales oxalsaures Kali hersteilen1).
- Gegenwärtig ist oxalsaures Kali in guter Qualität überall käuflich. Es soll sich in Wasser klar auf lösen, soll neutral oder schwach sauer auf Lakmuspapier reagiren. Es soll ferner frei von Chlorsalzen sein; um auf letztere zu prüfen, löst man etwas oxalsaures Kali in destillirtem Wasser, fügt reichlich reine Salpetersäure und dann einige Tropfen Silbernitratlösung zu. Es soll höchstens eine schwache Opalescenz entstehen; eine milchige Trübung deutet auf die Anwesenheit von viel Chlorsalzen.
- Der Eisenvitriol, welchen man zum Oxalat-Entwickler verwendet, soll grün (und nicht stark oxydirt) sein.
- Man löst 1 Th eil Eisenvitriol in 3 Theiien Wasser auf, oder benutzt auch hier eine kalt gesättigte Lösung.- Der Eisenvitriollösung wird auf je 100 ccm 1 Tropfen concentrirte Schwefelsäure oder 5 Tropfen Eisessig. oder auch 1j5 bis 1/2 g Weinsäure2) oder Citronensäure beigemengt. Üiese Säuren verhindern die Trübung der Eisenlösung und wirken
- 1) 200 g Kleesalz werden mit 1 Liter destillirtem Wasser in einer Porzellanschale envärmt und so lange reine Pottasche oder doppelt kohlensaures Kali eingetragen, bis 'he siedende Flüssigkeit schwach alkalisch reagirt. Nun wird etwas Kleesalz oder Oxalsäure zugesetzt, bis eine schwach saure Reaetion eintriit.
- -) Alexandre (Revue Pbotograpbique 1881. S. 10; ferner Ancely und Londe, BulL Soc. Franc. 1881. S. 292).
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- Dritter Theil. Elftes Capitel.
- sehleierwidrig beim Entwickeln *). Viel Citronensäure wirkt verzögernd und man kann überexponirte Matrizen damit entwickeln (z. B. 100 Theile gemischten Oxalatentwickler und 5 Theile .gesättigte Citronensäurelösuiiff).
- Die Eisenvitriollösung oxydirt sich allmählich und trübt sich durch Ausscheidung von basisch schwefelsaurem Eisenoxyd. Säuren wirken dieser Erscheinung bis zu einem gewissen Grade entgegen; sie hindern die Trübung, aber halten die Oxydation nicht auf.
- Die Eisenvitriollösung hält sich in verkorkten Flaschen ein bis zwei Wochen. Will man sie länger aufbewahren, so muss man besondere Vorkehrungen treffen.
- mg. 3.
- Fig. 4.
- Flaschen zum Aufbewahren von Eisenvitrlollösung.
- Auf die Eisenlösungen giesst man eine mehrere Millimeter hohe Schicht. Petroleum oder sog. Paraffin öl, welche den Luftzutritt hindert. Ausserdem soll jedoch die Flasche noch verschlossen werden. sobald man sie nicht, benutzt.
- Fig. 3 zeigt einen Apparat zum Aufbewahren von Eisenvitriollösung oder fertigem Oxalat,entwicklet’ unter Altschluss von Luft. Am Boden der Flasche ist. ein zweiter Hals angebracht, welcher einen Stöpsel mit Glasrohr trägt. Am letzteren befindet, sich ein IGiutsehuksehlaneh. weich ei mit einem Glasrohre am oberen Halse in Verbindung steht. In dei Stellung von Fig. 3 ist, die Flasche luftdicht geschlossen. Nimmt man den Stöpsel sammt, dem Glasrohre aus dem oberen Halse und senkt dasselbe nach unten, so tiiesst aus demselben die Flüssigkeit sobald man
- 1) Ein Zuviel von Schwefelsäure, oder Essigsäure bewirkte die Ausscheidun-vou oxalsaureru Eisenoxydul beim Miseheu des Entwicklers, Bei Weinsäure odei Citronensäure ist dies nicht der Fall.
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- Die Prineipien der Entwickelung von Promsilber-Gelatineplatten.
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- unter das Niveau der gefüllten Flasche kommt; durch Erheben kann man das Äusfliessen sofort beendigen.
- Bei Fig. 4 ist an der unteren Oeffnung ein Kautsehuksehlaueh mit Quetschhahn angebracht; öffnet man ihn. so kann man beliebig viel Flüssigkeit ablassen. Die Mündung der Flasche ist durch einen mit Wasser abgesperrten Flüssigkeitstrichter verschlossen.
- Practiscli ist die Einrichtung nach Fig. 5. Die untere Oeffnung der Flasche ist durch einen durchbohrten Kautschukstöpsel verschlossen, welcher ein gebogenes Glasrohr enthält. Ist das letztere in der Lage von Fig. 5. so kann nichts äusfliessen. Neigt man aber das Bohr, indem man es im Stöpsel dreht, so fliesst die Lösung ab, sobald man unter das Niveau derselben kommt. Ein Trichter erleich tert das Nach giessen der Flüssigkeit und hemmt den Luftzutritt mehr, als bei ganz offenem Flaschenhalse.
- Ursprünglich stellte man das Eisenoxalat durch Kochen von oxal-saurem Eisenoxydul mit einer concentrirten Lösung von oxalsaurem Kali her1).
- Der Verfasser empfahl zuerst im Jahre 1879 den Oxalatentwickler durch Mischen2) einer Lösung von oxalsaurem Kali und Fisenvitriol lierzust,eilen. Hierbei geht man in folgender Weise vor:
- Man löst neutrales oxalsaures Kali in Wasser bis nahe zur Sättigung, d. i. 1 Th eil in 8 bis 4 Theilen Wasser; desgleichen Eisenvitriol (1 Th eil in 3 Theilen Wasser nebst etwas Schwefelsäure) und mischt vor dem Gebrauche 4 Vol. von der Oxalatlösung mit 1 Vol. der Eisenvitriollösung', wodurch sich eine rothgelbe Lösung von oxalsaurem Eisenoxydul-Kali bildet, welche als Entwickler dient.; sie hält sich nur kurze Zeit an der Loft und verliert, bald das Entwickelungsvermögen.
- 1) Carey Lea veröffentlichte zuerst im „British Journalu vom 22. und -•T *bini 1877, S. 292 und 304, dass die Lösung von oxalsaurem Eisenoxydul in warmem oxalsauren Kali das Lichtbild auf Bromsilber gerade so entwickle wie alka-lisc-he Pyrogallusiösung. Willis (Phot. Archiv. Bd. 20, S. 77) gab folgende Vorschrift: Van löst 0 bis 10 g trockenes oxalsaures Eisenoxydul (welches luftbeständig ist) durch Erwärmen in 100 ccm einer Lösung von neutralem oxalsauren Kali iu Wasser (1 : 3), filtrirt rasch und bewahrt die rothgelbe Lösung in wohlverschlossenen Flaschen auf. — Eiese Art der Herstellung von Oxalatentwicklern ist umständlicher, als die des Ver-fnsers und wurde durch die letztere verdrängt.
- Diese Methode wurde zuerst vom Verfasser (Phot. Corresp. 1879. S. 101, 127 Un'1 223; Dingt er's Polyteehn. Journal, Bd. 235. 8. 376j genau beschrieben, welche U'handlung auch unter dem Titel: „Der reine Eisenoxalat-Entwickler und dessen ergleichung mit. dem alkalischen Pyrogallus-Entwickler" von der Verlagshandlung -eparat ausgegeben wurde.
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- Dritter Theil. Elftes Oapitel.
- Ist die Lösung von oxalsaurem Kali zu verdünnt, oder mit anderen Worten die Menge des Eisenvitriols im Verhältniss von ersterem zu gross, so scheidet sich ein gelbes Pulver (oxalsaures Eisenoxydul) aus. welches sich nur schwierig in neuerdings zugefügtem oxalsaurem Kali löst.
- Leber den Einfluss der Goncentration des Entwicklers, sowie das Verhallen von alten schon einmal gebrauchten Entwicklern sowie über (iebrauehsvorsehriften s. Cap. XXV.
- II. Der Oxalat-Citrat-Entuieklor.
- Abney fand, dass eine Lösung von oxalsaurem Eisenoxydul in eitronensaurem Kali sehr gut entwickelt und weniger rasch durch Oxydation an der Luft verdirbt, als der Oxalatentwickler. Er stellte ihn ursprünglich her durch Kochen von 100 Theilen neutralem eitronen-sauren Kali, 22 Theilen oxalsaurem Eisenoxydul und 480 Theilen Wasser1). Später theilte er mit, man könne einen analogen Entwickler erhalten, wenn man 1. eine Lösung von 70 Theilen eitronen sau rem Kali, 20 Theilen oxalsaurem Kali in 168 Theilen Wasser und 2. eine Lösung von 30 Theilen Eisenvitriol in 168 Theilen Wasser herstellt und holde vor dem Gebrauche zu gleichen Theilen mischt.2).
- Dieser Entwickler scheint auch für chlorsilberhaltige Emulsionen geeignet.
- III. Verzögerer, Beschleuniger und andere Zusätze im Eisenoxal at- Ent w i ckl er.
- Im Oxalat-Entwickler wirken als Verzögerer: Bromkalium und Bromammonium (in ungefähr gleichem Grade), welche die gewöhnlich gebräuchlichen Verzögerer sind (s. Recepte): ferner Jod- und Chlorsalze3 * * * * * * *).
- 1) Phot. News. 1.881. S. 483.
- 2) Phot. Joum. 1882. S. 123.
- 3) Setzt man dem Eisenentwiekler Jodkalium in demselben Verhältnisse zu, wie
- man Bromkalium anzuwenden pflegt, so zeigt ersteres nach Oarey Lea itfrit -ioiinr
- of Phot. 1880. Bd. 2-ü>, S. 304) eine schwächere zurückhaltende Kraft als letzteres.
- Das Bild ist blasser, weniger contrastreich, flauer und mehr sehleierig als bei Anwendung von Bromid. (Der Verfasser fand dasselbe.)
- Lösliches Chlorid im Entwickler wirkt dem löslichen Bromid nach Oarey Lei
- sehr ähnlich, jedoch ist die zurückhaltende Kraft des Chlorids geringer.
- Dr. Szekely hat diese Angaben bestätigt (Phot. Oorresp. 1882. S. 111) und den
- Zusatz vou Jodkalium (1 : 10) an Stelle des Bromkaliums in jenen Fällen empfohlen-in welchen das Bromkalium zu hart und zu glasig machen würde. Er machte auch darauf aufmerksam, dass das käufliche oxalsaure Kali nicht selten Chlorkalium enthält. soLh£ Sorten arbeiten dann klarer (glasiger) als andere, welche kein Chlorid enthalten,
- soll daher dieses Salz vor seiner Verwendung auf die Anwesenheit grösserer Meim11 von Ohlorsalz geprüft werden.
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- Die Prineipien der Entwickelung von Bromsilber - Gelatineplatten.
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- Jodtinctur Q, Eisenehlorid1 2), oxalsaures Eisenoxid3). — Ferner wurde versucht: Zusatz von Zucker4). Glycerin5), Dextrin6), Gelatinelösung7), Collocin8). welche sämmtlich. grössere Klarheit und Brillanz bewirken; Bromsalze wirken aber energischer.
- Auch grössere Mengen von Üitronensäure, Weinsäure etc. wirken als Verzögerer und steigern die Contraste in dem Negative.
- Als Beschleuniger wirkt vor Allem: untersehwefliehsaures Natron (s. Cap. XXV); ferner in geringem Grade Quecksilberchlorid9), welches keinen Eingang in die Praxis fand.
- IY. Der alkalische Pyro - Entwickler.
- Wir wollen zunächst die Herstellung haltbarer Vorraths-Lösungen von Pyrogallol besprechen.
- A) Herstellung einer haltbaren Pyro-Lösung.
- Pyrogallol ist nur in trockenem Zustande oder in gewissen Flüssigkeiten gelöst haltbar. Manche ziehen vor, das Pyrogallol und das
- 1) Zuerst empfohlen von Wilde (Phot. Oorresp. 1883. S. 75), dann vom Verfasser (Phot. Oorresp. 1883 S. 89). 1 Jod gelöst in 300 Alkohol und mit 200 Wasser
- verdünnt. Davon kommen 10 bis 20 Tropfen auf 100 eem Entwickler. — Jodtinetur hält klar und schadet der Empfindlichkeit weniger als Bromkalium.
- 2) Einige Tropfen einer 10proeentigen Lösung pro 100 eem Entwickler (Eder, Phot. Oorresp. 1883. S. 89).
- 3) Dies ist der Grund, warum alter oxydirtor (einmal gebrauchter, oder längere Zeit an der Luft gestandener) Oxalat-Entwickler härtere Bilder gibt, die in den Schatten wenig Zeichnung haben: deshalb dient alter Entwickler zum Hervorrufen üherexponirter Platten, von Beproduetionen nach Zeichnungen etc. Er gibt sehr klare Bilder (s. Eeeepte).
- 4) Fry setzte zur Eisenvitriollösung fg vom Gewichte des Eisenvitriols an Rohrzucker zu (Phot. News. 1880. S.448), so dass im fertigen Entwickler etwa 3 g Zucker pro KO eem kommen. Bottore nahm noch mehr Zucker (Phot. News, 1884. S. 156). — Brooks arbeitete mit Traubenzucker (Phot. Woehenbl. 1883. S. 36, Brit. Journ. 1882. Seite 745).
- 5) Glyeerinzusatz kann in derselben Weise, wie Zucker zugesetzt werden.
- 6) "Von Dr. Szekely versucht (Phot. Oorresp. 1882. S. 57).
- 7,i Nach Wilde (genaue Eeeepte sind in der 2. Auflage dieses Buches mit--etheilt; dieser Zusatz hat sieh jedoch nicht eingebürgert).
- 8) Daniel, (Phot. News. 1881. S. 17). — Ueber die Darstellung von Collocin
- Beim und Schwefelsäure s. Heft 8 dieses Handbuches.
- 9) Nach Veress soll 150 eem Wasser. 1 Tropfen gesättigte Fixirnatronlosung Ullfl 5 Tropfen Quecksilberchloridlösung 1:200) ein guter Sensibilisator sein; man j'"Kt die Platten vor dem Entwickeln darin (Phot, Archiv 1885. S. 16). — Scolik "!,ld Feses Mittel schlechter als Fixirnatron allein. —Nach Poeklington gibt Quec-k-Fberehlorid dem Oxalatentwickler zugesetzt reiche Schwärzen und klare Schatten, was F Baternenhilder günstig ist (Phot. Woehenbl, 1884. S, 82),
- ^Uer. Handbuch der Photographie. III. Theil. 4. AufL.
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- Dritter Theil. Elftes Capiteh
- Bromkalium in festem Zustande a-ufzubewahren und in die zu einmaliger Entwickelung uothw endigen Quantitäten abgewogen. in Papier verschlossen, aufzubevva-lnv.u 1).
- Meistens aber stellt man sich Vorrathiösnngon her. Das Pvroyrallol wird entweder in Alkohol oder in Wasser unter Zusatz schweflig-saurer Salze oder Säuren 2) gelöst.
- Man löst 10 g Pyro in 100 ccm Alkohol (von 40 Grad): die Lösung hält sich Monate lang. Sie wurde in früherer Zeit ausschliesslich benutzt. ist alter jetzt durch Lösungen von Pyrogallo! in Wasser nebst Sn (fiten verdrä n gl vvord en.
- Die Lösung von Pyrogallol in einer wässerigen Lösung von neutralen] selTwefligsanren Natron. Kali oder Ammoniak ist sehr haltbar und empfehlenswert!!, weil sie sein’ günstig auf die Farbe der Negative wirkt und eine langsame und sichere Kn twiek elnng er! an hl.
- Das käufliche neutrale sehwefiia'saure Natron ist häutig alkalisch, was die Haltbarkeit der wässerigen Lösung verhindert: man setzt, deshalb etwas Säure zu3), am )testen 5 bis 10 Tropfen eoncentrirte Schwefelsäure zu einer Lösung von 100 g schwelligsaurem Natron in 500 ccm Wasser, wozu mau dann 14 g Pyrogallol znsctzl.
- Es ist benierkenswerth. dass viel Säure (Schwefelsäure, ('broiien-cime. Wh>insäure. Essigsäure! die Lösung von Pyro- und Nalriumsuifil sehr haltbar macht: ebenso wirkt wässerige schweflige Säure oder eine Mischnug derselbe]) mit NatrinmsuHit. wobei saures sch welligsau ros Xatron entsteht, welches die Pyrogallol-Lösung besser beim langen
- 1) Biirsfii' sibt je t g Pytogalliissaure und f> g Broinaminoniiun in Papier-b tilgen; zuro Entwickeln wird je eine Dosis dieser Substanzen in 200 eem W asser gegeben und ISO Tropfen (gemessen) ooneenfrirtes Ammoniak da zu gegeben. Damit entwickelt. er Lands,•luittsiuiUiulimen. (Phot. Oorresp. 1882. 8.1.04) ----- Andere verwende)] kie-iue. Lütte]. welche rme’efähr 0.1 g trockenes Pyrogallo! fassen. Man presst, aiu-u PvroiralJöl in kleine Scheibchen von bestimmtem Gewichte, welche sieh sehr rasi-u im Wasser tosen (Phot. Oorresp. 1885).
- 2) Lösiingpi) von Pyrogallol in reinem Wasser verderben bald durch Oxvdatr'ii. man darf sie nur ein bis zwei Tage in Vorrat]) halten. Baker, dann Heude.rs'U. fanden, dass etwa- Salpetersäure die Lösung haltbarer macht: der letztere setzt wh 000 ,-,;-m der wässerigen PvroUisnmr 8 Tropfen Salpetersäure zu (Bull 8oc. loam 1881. S. ß'i.
- 3) Zur völligen Neutralisation von loo g Natriumsulfit ist bei manchen Bamitk ->nten eine grosse Menge Säure noihmendig z. B. 150 Tropfen Schwelegaure l1',-: Weinsäure oder Citrouensiiure (A. Lainer. Mittli, d. X. X. Lehr- u. h eiwu- -anWalt t. Phot, in Wien Phot. Oorresp. 1889),
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- Aufbewahren conservirt und farblos hält, Audi andere sehwefligsaure Salze (Bisulfite) machen die Pyrogallol-Lösung sehr haltbar. Ist jedoch eine erhebliche Menge dieser sauren Salze zugegen, so besitzt der mit Soda, oder Pottasche vermischte .Entwickler eine geringe Energie, die Bilder entwickeln sielt auf Brorusilher-tiolalineplatten langsam und nehmen mir sehr schwer die nöthige Kraft an: man muss in diesem Falle die Menge der Soda bedeutend vermehren und erhält dann wieder sehr gute Eni Wickler: A. La in er löst 200 g Natrium sulfit in 1 Liter 'Wasser auf und mischt von dieser XatriuinsuIfit,-Lösung 180 ccm
- Eil rouensäure- Lösung (1:2) 2 ccm
- Pyrogallol B g.
- Zum Hervorrufen dient ein (remisch von 1 YoL der Pyro-Lösung. 1 Yd. Wasser nnd 1 Yol. Sodalösnng (1 : 5).
- Den Zusatz von sdiwefligsaurem Natron empfahl zuerst Berkeley1) zuin llaltlmrniadien der wässerigen Pyro - Lösung.
- Schwefligsaures Natron ist sowohl im Eni Wickler mit Ammoniak, als auch mit Soda, oder Poltasehe gut verwendbar (vergl. S. 119). Es gibt den Matrizen eine graue Farbe, während sie ohne diesen Zusatz mehr gelb werden. Vorschriften zum pradisehen Arbeiten s. (’a.p. XXW Schwefligsaures Ammoniak, welches sich ahn lieh verhält, wurde vom Yerlassen mit Erfolg versucht2). Es ist im ainmoniakalisdiou Entwickler vortrefflich und gibt brillantere Matrizen von angenehmerer .Farbe als das Natronsalz.
- 1) Phot. New«. 1882. S. 41. Phot. Corresp. 1882. S. 47.
- 2) Phot. Corresp. 1885. S. 111.
- A) Man löst 10 Theile Pyrogallolol. 25 bis 30 Th eile schweflig saures Ammoniak und 100 Theile Wasser. Da sehwef ügsaures Ammoniak ohnedies sauer reagirt. so ist jeder Säurezusatz überflüssig.
- B) Andererseits werden 5 Theile Brommammonium. 50 Theile Ammoniak (d = 0,91) und loO Theile Wa.sser gelöst,
- Unmittelbar vor dem Gebrancdie rniseht. man 100 ccm Wasser. 4 ecra Pvro-Losnno' yy und 4 l?(Sm y tnm oniak - Lösung B). Das Bild erscheint in diesem Entwickler nasch, aber es bleibt hinreichend viel Zeit, den Process zn überwachen. Wünscht man die Entwieklun£fsdauzu verlängern, so braucht man nur in eiliger Vorschrift ot 4 ccm Ammoniak-Lösung 150 ccm Wasser zu nehmen', die Matrizen werden in widiumtem Entwickler auch weicher.
- Wünscht man mehr Kraft, grössere Contraste, so füge man zum Entwickler einige L'ipftm Bromaminoniinn <1: 101.
- her ..si-hwef'ligsanre Ammoniak-Entwickler" lieiert, sehr ent a’ozcjebnete brillante m f.. ........... '
- - zorrzen. welche die hellen luchter gut wiedergeben und auch in den Schatten die
- Zeichuiing bringen. Er ertheilt den Negativen eine angenehme dunkle, schwach ’iannlic-he Färbung, welche angenehmer als die gelbbraune Farbe ist. welche der Pott-d»vhen- oder Glycerin - Eutwiekler ertheilt. Ein Alaunbad vor dem Fixiren ist
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- Dritter Theil Elftes Capitel.
- Pyrogallol hält sich hei Gegenwart- von schwefligsauren Salzen auch nach Zusatz von Alkali in verschlossenen Flaschen ziemlich gut. wie schon Berkeley angab. Gramer .benutzte diese Thatsaehe zuerst 1883. um in eoncentrirtem Zustande alkalischen Pyro-Entwickler aufzubewahren : derselbe braucht vor dem Gebrauche bloss mit der nöthigen Menge Wasser verdünnt zu werden. Die Originalvorschrift Cr am er’s1) wurde mehrfach modifieirt (s. Cap. X \ 1 i.
- Besser hält sich eine concentrirte Mischung von Pyro, Natriumsultit und Soda, worauf der Verfass er zuerst im Jahre 1885 aufmerksam machte und die Herstellung eines derartigen haltbaren gemischten Pyro-Fntwicklers beschrieb (s. Cap. XXV).
- Die Anwesenheit verschiedener Säuren in der Pyro-Lösung beeinflusst die Wirkung des Entwicklers und die Farbe des entstehenden Bildes. Darauf machte Newton2) aufmerksam; die Säuren werden allerdings durch das vorhandene Alkali nentralisirt, so dass die Wirkung eigentlich den Salzen zukommt: Essigsäure hält die Bilder klar, ebenso Schwefelsäure, doch wird die Schicht mehr gelblich gefärbt; Phosphorsäure gibt ein schönes braunes Bild; Ameisensäure und Oxalsäure geben gute Resultate; Borsäure dagegen wirbt sehr stark verzögernd. Einen Entwickler, worin 3 Theile Oxalsäure auf 2 Theile Pyrogallol im passenden Verhältnisse in Wasser gelöst sind, und vor dem Gebrauche mit Soda vermischt werden, fand Newton besonders passend.
- Auch Bachraeh in Baltimore löst Pyrogallol nebst 1j2i ihres Gewichtes Oxalsäure und Natriumsultit in Wasser und entwickelt mit Sodazusatz (A nthouy’s, Phot. Bull. 1889. S. 16).
- Ameisensäure eonservirt wässerige Pyro - Lösung, nach der Angabe von Boelte sogar besser als andere Säuren (Eder’s .lahrbuch f. Phot, für 1889. S. 392). Nach Newton8) hält sieh eine Lösung von Pyro in verdünnter Ameisensäure (1 :500) gauz gut, nach Henderson4) aber verzögern einige Tropfen Ameisensäure pro 30 ccui Entwickler sehr stark.
- günstig, aber überflüssig, jedoch ist ein solches (gesättigte Alaunlösung ohue Säurezusatz) nach dem Fixiren und Waschen dringend zu empfehlen.
- Das sehwefligsauro Ammoniak macht die wässerige Pyro-Lösuug haltbarer als das Natronsalz und hält die Negative bei den meisten Emulsionen besser sehleierirei als das letztere.
- Das Salz, welches bisher noch keine photographische Verwendung fand, erzeugt die chemische Fabrik von Dr. Sehne har dt in Görlitz.
- Mit Pottasche oder Soda ist die schwefligsaure Ammoniak - Lösung nicht so gut verwendbar, weil sieh durch Doppelzersetzung schwefligsaures Kali iresp. Natron) um! kohlensaures Ammoniak bildet, welches mit Pyro gemischt, auf ßromsilber - Gelatine zu schwach redueirend wirbt und geringe Kraft und Empfindlichkeit gibt.
- 1) Phot, News 1883. S. 391.
- 2) Phot. News. 1882. S. 604. Phot. Archiv. 1882. S. 235.
- 2) Phot. Journ. 1884. S. 34. Siehe auch Grodian (Phot. Archiv. 1884 3619
- 4) Phot, News. 1883, S. 34.
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- Milchsäure soll eine wässerige Pyro-Lösung ebenso gut conserviren wie Essigsäure und im Entwickler sogar beschleunigend wirken1); jedoch wächst nur die Intensität der Bilder und nicht die Empfindlichkeit2).
- Salicylsäure macht die Pyrogallus-Lösung haltbarer; schon 1/1000 Salicylsäure erhöht nach Sammann3) die Haltbarkeit bedeutend. Eine gute Vorschrift für einen derartigen Entwickler gab Dr. Stolze im Phot. Wochenbl. 1882. S. 226.
- Es sei bemerkt, dass ein Uebermass von Säure in der Pyrogalliislösung stets die Energie des fertigen Entwicklers herabdrückt und dass inan in diesem Falle sehr viel Alkali benöthigt, um diese Wirkung aufzuheben; im richtigen Mischungsverhältnisse wirken solche Entwickler aber ganz gut.
- An Stelle des neutralen schweflig1,sauren Natrons (Natriumsulfit) wurde von der Finna Mawson und Sw an (1886) das ähnlich wirkende Kaliummotabi,sulfit (Py rosebwelligsauros Natron ) eingeliihrt4). welches sauer reagirt und die Pyrogallol - Losung' besser eonserviri als das erstero. Feber dieses Salz berichtete der Herausgeber in den JVliltli. d. K. K. Lehr-und Versuchsanstalt für Photographie und Keproductionsverfaliren (Idiot. Corresp. 1888):
- !)ie (Formel dos Kaliuinmetabisulfits ist K2K305, wRlirmid das KaliumIdsuldt die Formel IIKS()3 ist. Das Kaliumni efab isul fit wird erzeugt durch Felwsiiltigvn von starker Kaliunu-ar hon at lösu n g mit. Schwefeldioxyd und Fällung1 mit Alkohol. Das ausgefällto weisse Krystall-pulver wird auf d<>r Filter Gesammelt. Fs entwickelt an der Luft langsam Schwefeldioxyd. und dies dürfte der Grund sein, warum es Pyrogallol-Lösung gut, eonserviri.
- Eine wässerige 2 proeentige Lösung dieses Salzes löst Pyrogallol mit ganz schwach gelblicher Farbe auf, welche sich von der mehr hellbräunlieheii Lösung von Natriumsulfit und Pyrogallol äusserlich unterscheidet. Die Lösung hält sieh in halbvollen Flaschen durch mehrere Monate sehr gut und zwar besser als die gebräuchliche Lösung von Pyro und Natriumsulfit. Ein stärkerer Behalt an Kalium-metabisultit als 2 Proe. ist ohne Vortheil.
- Mischt man diese Lösung mit Soda, so entwickelt sich rasch ein Bild, welches Wer in der Gelatineschicht stark gelb gefärbt ist. man muss zur Soda-Lösung noch Natriumsulfit hinzufügen, um einen angenehmen bräunlichen oder schwärzlichen Farbenton her Negative zu erzielen.
- Vermehrt man den Gehalt an Metabisulfit und Pyro - Soda -Entwickler, so wirkt dieser sehr langsam; grössere Mengen des Kaliuinmetabisulfits wirken also hierbei Wle eD starker Verzögerer. Bei geringen Mengen tritt aber keine schädliche verzögernde Wirkung auf, sondern es äussert sich die Wirkung darin, dass die Platten
- 1' Derham (Phot. News. 1884. S. 542).
- 2) Cowon (Phot. Nervs. 1884. 8. 607).
- A Phot. Archiv, 1878. S. 79,
- D Brit. Journ. Phot. Almanac. for 1887. S. 139; 1888. S. 316 und 346. Daselbst lnd auch Vorschriften zur Verwendung dieses Salzes im Soda- oder Pottaschen-Ent-Wlekler angegeben.
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- Dritter Theil. Elftes Oapitel.
- in diesem Entwickler sehr klare Schatten erhalten und das Bild langsamer erscheint und langsamer Kraft annimmt. Die stark zurückhaltende Wirkung grösserer Mengen von Metabisullit dürfte den Grund darin haben, dass das BisuMt mit dem Natriumearboiiat Monosultit -j- Natriumbicarhonat gibt, welches letztere ein zu schwaches alkalisches Mittel ist, um mit Pvrogallol das Bromsilber kräftig zu entwickeln. Vermehrung von Soda eompensirt diese zurückhaltende Wirkling des Kaliummeta-bisulfits.
- Gute Resultate wurden von mir nach mehrfachen Versuchen mit diesem Salze
- erzielt, indem ich folgende Lösungen herstellte:
- A. Pvrogallol................................. 4 g
- Kalmmmetahisulfit ......... l1/^ g
- Wassser..................................... lüO ccm
- Die Lösung hält sieh Wochen lang in verschlossenen Flaschen.
- B. Krystallisirte Soda...................LU Ins 15 g
- Neutrales Natriiunsulfit ...... 15 bis 20 g
- Wasser..................................... 101) ccm
- Vor dem Gebrauche mischt mau:
- Pyro-Lösung (A).................................... 20 ecrn
- »Soda-Lösung (B) 20 ccm
- Wasser..............................................20 ccm
- Der Entwickler wirkt ungefähr um das Kg lache langsamer als der gewöhnliche Pvro- Soda-Entwickler, welchem er sich im Allgemeinen sehr nähert, und gibt den Matrizen eine angenehme Farbe und hübsche Zartheit, nebst klaren Schatten Sollen die Matrizen dünner werden, so nimmt man mehr Wasser, z. B. 30 bis 40 ecrn. Sollen die Bilder kräftiger werden, so vermehrt man den Sodagehalt und vermindert den Wassergehalt im Entwickler, z. B Pyro-Lösung 20 ccm, Sodalösung 40 ccm. Es ist empfehlenswert]!, vor dom Fixiron ein Alaunbad der Platten einzusehalton. Em Vorzug dieses Entwickeln« ist die grosse Haltbarkeit der Pyrometasulfit-Lösung. Der Kosleirpreis ist ungefähr derselbe, wie der des gewöhnlichen Pyro-Entwicklers.
- Aehnlieh wie das Kaliumraetabisultit wirkt auch zweifach schwofligsaures Kali (Kalium)»isulfit) oder Natron gut conservirend.
- B) Mischungen von Pyro mit Alkalien.
- Man versetzt die Pvro-Losung- vor dem Gebrauche mit Wasser und einer alkalisch migireuden Substanz. /. B. Ammoniak, kohlen saurem Natron (Soda 1. kohleiisaiirem Kali (Pottasche). Kalk de. Praktisch verwendet werden meistens nur die drei zuerst genannten (ßecepte siehe Cap. XXV). Kohlensaures Ammoniak wurde wegen seiner sch wiioberen Wirkung für manche besondere Zwecke versuch!1). Kalkwasser odei
- 1) Die Entwickelung der Gelatineplatten mit kohleiisaiirem Ammoniak wurde von Laar de la Motte (Phot. Corresp. 1879. 8. J31). daun besonders von Chardmi empfohlen. (Phot. Woehenbl. 1881. S. 270 aus Moniteur Phot. 1881. S. 122: Jernei Phot. Mitth. Bd. Kt. 8. 8(> aus Bull. soe. Franc.)
- Dr. 0. Lohse benutzt für seine astrophotographisehei i Arbeiten folgende Lnt-Wickler: looo Theile Wasser, 80 Th eile Natrium sultit. 25 Theile 8oda. 5 Theil e kohl® saures Ammoniak, 9 Theile Pvrogallol (Eder's Jahrbuch f. Phot, für 1888. S. 47L
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- Die Prinzipiell der Entwickelung von Brouisilher- Gela-tmeplatten.
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- richtiger Zuckerkalk1 L Aetzkali oder Aetznatron2) steilen wenig' oder nicht in Anwendung.
- 1. Ammoniak wirkt im Pyro-Entwickler sehr kräftig; es wird immer mit Brom salzen als Verzögerer verwendet und man kann reichliche Quantitäten der letzteren znsetzen. ohne die Entwickelung ganz zu hemmen. Ammoniak - Ent Wickler ohne Bromsalze gibt sehr leicht Criin-schleier: aber auch mit Brom salzen gib! er mit sehr empfindlichen. Platten oi't Drünschlcier: Pottasche- und Soda-Entwiekler haben diesen Fehler nicht.
- Weil das Ammoniak übe! riecht, durch Stehen an der Luft (in Folge der Verdunstung! die Concentration ändert und die Matrizen leicht gelb färbt. wird dieser sonst sehr gute Entwickler wenig mehr verwendet (Vorschriften s. im XXV. Cap.).
- 2. Kolonsaures Nat-ron und Kali (Soda und Pottasche) geben mit .Pyro kräftige Entwickler. Ist sehwofiigsaures Natron zugegen. so And solche Entwickler sehr gut und arbeiten ohne jeden Verzögerer klar. Bromkalinm wirkt höchst energisch verzögernd, desgleichen wirken alle anderen Verzögerer viel heiliger als beim Ammoniak-EidWickler.
- Der Soda-Pyro-En(Wickler ist sehr allgemein im Oebrauche (siehe Cap. XXV).
- Pottaschen-Entwickler (von I)r. Stolze ein geführt.3) gibt etwas mehr Krall und Empfindlichkeit als Soda-Entwickler, allein der ersten1 liirbt sich rascher gelbbraun, der lei ziere, aber nur hellgelb. Ein Haupt-vorzug der Pottasche (kohlensaures Kali. Kaliimicarbonat) ist die bedeutende Löslichkeit in Wasser, welche erlaubt, concentriilo Yorraths-hüsun.uen hcrziisJellen (s. Cap. XXV).
- ol Doppelt kohlensaures Natron (Natrium bi carbonat) mit Pyro gemischt entwickelt äussersf schwach, ist auch noch schwefligsaures Xalrun zugegen. so erhält man dünne, aber gute Bilder, muss aber •’ bis 10mal länger als 'mit dem gewöhnlichen Soda-Entwickler es-l'wiiren.
- L Pvrogaliel und Kalkwasser empfahl zuerst dem anno iui BrojmsiJber-Cnllodion Lavanjie, Progres de Photographie 1877. S. 3,7) und auch t-oi Bronisuber-GeJatiiie ^urdeu mit diesem Gemisch betreffs des Farbtones angeblich zufriedenstellende Resultate ''halten (Jtrit. Jiiinrn. nf Plmt. i883. S. 2dl. Plmt. Wochenbl. 1883. S. 1(51), wus der } ‘-Hasser nicht fand. ])a der Kalk im Wasser wenig iiMWb i-t °b Ui man eine /an;KerJnsung in Wasser (1 : Pf) her und schüttelt sie mit iiLei>-Innde.'j'i Kalk.
- Pas Gemisch färbt sh-lr violett bis braun, ti'i'dd sieh, und mW d oi den Versuchen ‘A ’ Hassers immer so dünne Bilder, dass er von diesem Entwickler (wenigstens im. - cmtivveriakivnj nicht viel hält.
- Leide liieten ndi Dr. Stolze keinen Vortheil (Phot. 'Wochenbl. 1883. S. 132.)
- °) Phot. Wochenbl. 1883. 8. 132.
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- Dritter Theil. Elftes Capitel.
- Natriumbiearbonat. verzögert, zum Pyro- Entwickler gegeben, dessen entwickelnde Kraft1).
- 4) Schwefligsaures Natron und Pyrogallo! in Wasser gelöst, ist für sich allein ein schwacher Entwickler für Bromsilber - Gelatine (ohne Zusatz irgend eines Alkali), worauf der Verfasser bereits in der 3. Auflage dieses Werkes (1886. 8. 99) aulmerksam machte: jedoch ist die Wirkung gering und langsam. Reichlich überexponirte Landschaften lassen sieb mit der Mischung von Pyro und Natriumsulfit allein entwickeln. Im Jahre 1889 machte Paul Pol re im „Comptes rendus“ (1889. pag. 513. Bd. 108) neuerdings die Mittheilung, dass eine Lösung von 11/2 g Pyrogallo] in 100 ccm einer Natriumsulfit - Lösung (1:4) unter gewöhnlichen Umständen als Entwickler von Bromsilberplatten dienen könne, nur erfolgt die Wirkung langsam; die Wirkung trete ein. selbst wenn das Sulfit ganz frei von beigemengt er Soda sei.
- C) Zusätze verschiedener Substanzen zum Pyro - Entwickler.
- Der Zusatz von Zucker, Glycerin. Eeimlösung und anderen ähnlichen Verdickimgsmitteln zum Entwickler ist noch ein Vermäektniss der Talbotypie und des alten nassen und trockenen Oollodion - Verfahrens. Diese Zusätze wirken als Verzögerer, d. li. sie verlangsamen die .Entwickelung, ohne die Empfindlichkeit herabzudrticken. halten die Platten klar und geben mehr Brillanz.
- Beim. Pyro-Entwickler haben diese Zusätze mehr Bedeutung, als beim Oxalat-Entwickler, wenn sie auch nicht von so weittragendem Nutzen sind, als Viele zu glauben scheinen. Belitzki zeigte, dass man diese Zusätze häufig ohne Schaden weglassen kann2).
- Glycerin und Zucker. Besonders der ,,Glycerin-Entwickler'1 und der „Zucker-Entwickler" fand viele Freunde (s. Vorschriften für die Praxis Cap. XXV).
- Als Verzögerer im alkalischen Pyro-Entwickler wirken: Bromkalium und Bromammonium3) Pyro-j-Ammoniak verträgt viel mehr
- 1) M’Kean fügt zum Pyro-Ammoniak-Entwickler eine kalt gesättigte Lösung von doppelt kohlen saurem Natron, um hei reichlicher Belichtung die Entwickelung (Verschleierung) zu hemmen und lässt dann die Platte zur Kräftigung einige Zeit darinnen liegen (Phot, Wocheuhl. 1883. 8. 24. Brit. -Tourn. Phot, 18ö2. S. 715).
- 2) Phot, Wochenbl. 1882. S. 7.
- 3) Spüler und Young haben beobachtet, dass beim Pyro-Ammoniak-Ent-
- wickler die verzögernde, sehleierwidrige Kraft von Bromkalium und Bromammonium nicht dieselbe ist. Die verzögernde Kraft des Bromkaiiums ist nur s/5 der des Bromammoniums. Demnach muss man, falls man das letztere Salz an Stelle des ersteren
- benutzen will, nur 3/g Theile zusetzen (Phot. Mitth. 1882. Bd. 19, S. 103; aus Phot.
- News). — Bromcadmium wirkt fast wie Bromkalium, nur macht es die Farbe der
- Negative etwas dunkler (Henderson, Phot. News. 1882. S. 431).
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- Die Principien der Entwickelung von Bromsilber-Gelatineplatten.
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- Bromsalz als Verzögerer als Pyro -f- Soda oder Pottasche; bei den beiden letzteren drückt schon eine minimale Menge Bromkalium die Kraft enorm herunter, so dass man kaum den zehnten Th eil davon braucht, um denselben Effect wie beim Ammoniak-Entwickler zu erzielen. Es sei bemerkt. dass im Soda- oder Pottaschen-Entwickler das Bromammonium eine Zersetzung erleiden würde, indem durch Doppelzersetzung: Ammoniumcarbonat und Bromnatrhmi oder Bromkalium entsteht: man verwendet bei diesen Entwicklern stets Bromkalium.
- Eitronensaure Salze1), besonders citronensaures Ammoniak (weniger das .Natronsalz) wirken ähnlich wie Bromkalium. Fügt man auf 100 ccm Ammoniak - Pyro - Entwickler 20 bis 30 Tropfen einer gesättigten Lösung von citronensaurem Ammoniak, Kali oder Natron, so ist der Effect bemerklich und mit 100 Tropfen I— 6 ccm) kann man stark iiberexponirte Platten retten2), im Soda- oder Pottaschen-Entwickler wirken eitronensaure Salze heftiger verzögernd, als im Ammoniak-Entwickler. weshalb bei dem Ansäuern der wässerigen Pyrogallol-Lösung mit Citronensäure sich mit dem zugesetzten Alkali eitronensaure Salze bilden, welche die Schatten zurückhalten.
- Citronensaures Kali, gelöst in Wasser 1 : 8. ist ein guter Verzögerer, so dass man eine 6 mal zu lange exponirte Platte bei genügendem Zusatze dieses Salzes mit Pyro gut entwickeln kann3). Es muss aber gleich anfangs dem Entwickler beigemiseht sein: hat die Entwickelung begonnen, so wirkt ein nachheriger Zusatz wenig4).
- Oxalsäure Salze in reichlicher Menge im Pyro-Entwickler wirken ähnlich verzögernd, wie eitronensaure Salze5).
- Verschiedene Zusätze zum Pyro-Entwickler haben einen entschiedenen Einfluss auf den Farben ton der Bromsilber-Gelatinebilder; z. B. Tannin. Gallussäure, Saiicylsäure. dagegen sind gewisse Zusätze wie Zucker, Albumin ohne dauernde Wirkung auf den Ton.
- 1) Wahrscheinlich zuerst angegeben von Cowan (Phot. News. 1882. S. 415 and 431. Phot. Woehenbi. 1882, S. 248).
- 2) Cowan fügt auf 100 cem Pyro-Ammoniak-Entwickler nebst dem normalen Zusatze von Bromkalinm (s. Becepte Cap. XXV) noch 1 g citronensaures Ammoniak und rettete so eine 5 mal iiberexponirte Platte (Brit. Journ. 1882. Nr 1156). — Zusatz von citronensaurem Kali hilft bei hoffnungslos über exp onirten Negativen (Wilkinson, Phot. Woehenbi. 1882. S. 341 aus Brit. Journ. 1882. S. 544).
- 3) Cowan, Phot. News. 1882. S. 415.
- 4) Cowan, Phot. News. 1882. S. 430.
- 5) Beimann, Phot News. 1882. S. 639; Prestwich, Phot. News. 1882. Seite 639.
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- Dritter Theil. Elftes Capitel.
- Tannin und Gallussaure im alkalischen Entwickler wirken aber verzögernd1). Alkalischer Gallus-Entwickler2 3) ist bedeutend weniger wirksam, als der Pyro-Entwickler.
- Oitronensaures Eisenammoniak (Oxyd oder Oxydul??) soll hu Soda-Entwickler den Negativen eine blauseh Warze Farbe ertlichen0/.
- Salpetrigsaures Kali soll im Pyro- Ent wirk! er die Flüssigkeit längere Zeit klar und farblos halten und ähnlich wieschwefUgsanrosNairon wirken4).
- Alaun verhindert im alkalischen Pyro-Entwickler die Entwickelung fast ganz.
- Salpetersaures Ammoniak (im Pyro - Ammoniak- Entwickler ) ist ein schwacher 'Verzögerer5 6).
- Gelbes ßlutlaugensalz (Perrocyankalium) hn amnioniakalischen Entwickler empfahl zuerst Hendersont;).
- Im Soda-Entwiclder wurde das gelbe BiutJaugensalz von Newton und eitler (Jommission der New-Yorker photographischen Gesellschaft7) empfohlen. Nach A. Lainer's Versuchen bewirkt der Zusatz von gelbem Blutlaugensalze im Soda-Pyrogailol-Entwickler8) kräftigere und dichtere Matrizen (Mitth. der K. K. Lehr- und Versuchsanstalt für Phot, in Wien: Phot. Oorresp. 1888. S. 387).
- Borax ist ein krittliger Verzögerer im -Soda - Entwickle]'91 und anderen Pyro - Entwicklern10). Auch .Borsäure ist ein Verzögerer11).
- 1) Schon von Wortley (Brit Journ. Almanac. .1874. S. 5)7 und Phot. News. .187!). S. 391) angegeben. Nach Wel lington wirkt Gallussäure Im ajnuioninka)i.sohcn Pyro-Entwickler so kräftig verzögernd, dass man eine 1.2 mal überexponirte Platte retten kann; Haddon bestätigt dies und sagt, er fugt bei überoxpouirteu Platten einige Tropfen einer coneentrirten alkoholischen Gallussäure-Lösung; (.1.; 8) zum Pyro-Entwickler (Phot. News. 1884. S. 542).
- 2) Derselbe wurde vor längerer Zeit von Carey 17 ea (Phot. Archiv. 18öS, S. 166) empfohlen, bewährt sich aber für diesen Zweck nicht.
- 3) Einige Tropfen einer 2 procentigeu Lösung des Salzes unmittelbar vor der Entwickelung zum Pyro - E ntwit-k 1 er gegeben Newton, .Bull. Assum Beige 1884 S. 270 aus Anthony7s Bull. 1884).
- 4) Allison (Phot. News. 1884. S. 667).
- 5) Hen der son (Brit. Journ. 1880. S. 457),
- 6) Brit. Journ. of Phot. 1875,). S. 361. Phot. Oorresp. 1875). 8.252. Siehe ferne' H. W. Vogel, Phot. Mitth. 1880. Bd. 17. S. 75).
- 7) Philad. Phot 1881. S. 47. Die neuere Formel (Phot. News 1880. . 211 /
- Fern er Phot. Times. 1885. S. 144.
- 8) Man nimmt z. B. auf .je L0<> ccm des fertigen Entwicklers ungefähr -t 1’1' 5 g FerroeyankaJiurn.
- 9) Taylor (Phot. Archiv. 1882. S. 266).
- 10) Nach Henderson machen schon einige Tropfen einer 6 procentigeu b"i<»s Lösung einen starken Effect (Brit. Journ. Phot. 1884. Nr. 1243b
- 14) Henderson, Phot. News. 1883. S. 324.
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- Die Prineipien der Entwickelung von Bromsilber-Gelatineplatten.
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- Einige Tropfen verdünnter Essigsäure (1:10) im Pottasehen-Entwickler halten die Bilder klar1) (vergl. auch S. 114).
- Quoeksilbersalze im Pyro-Entwickler maelien das Bild kräftiger; jedoch erwies sich dieser Zusatz nicht als practiscli2)
- Ferner wurden als Zusätze /arm Pyro-Ent Wickler empfohlen: Traubenzucker, Gelatine und Oolloein3), Bier4). Eiweiss5).
- Phosphorsaures Natron im Pyro-Entwickler soll nach Davis6) mehr Dichte und Brillanz geben. Werden Gelatineplatten vor dem Entwickeln mit Pyro in eine Lösung von phosphorsaurem Natron (1 : 20) getaucht, so halten sie sich beim Entwickeln, selbst mit Pyro-Entwickler von doppelter Stärke, klar.
- 1 toppet kohlensaures Natron s. S. 119.
- Pnterphosphorigsaure Salze in Verbindung mit alkalischem Pyro-Ent Wickler entwickeln .Bromsilber - Gelatin e sehr energisch7): dagegen in Verbindung mit dein Hydrosulfit '-Entwickler (s. S. 103) wirken die erstellen langsam (auf Oollodionplatten )8).
- Eixirnatron im alkalischen Pyro-Entwiekler hat nicht die günstige Wirkung, welche es im Oxalat-En!Wickler zeigt. Davanne fand das imi<Tseilwef 1 igsaure Natron unschädlich, so lange es nicht in solcher Quantität vorhanden ist. dass es Bromsilber auflöst: es ertheilt nach seinen Angaben den Negativen einen warmen braunen Ton9). Nach 3c li um an n 10) hemmt ein Zusatz von Fixirnatron im Pyro-Entwickler keineswegs die Entwickelung, sondern macht die Negative sogar etwas dichter und ertheilt ihnen eine um so gelbere Farbe, je weniger Pyro im Eniwicldor enthalten ist. Die in dm Aufsicht gelben, in der Durchwein rot li brau neu Platten sollen sich zu .Diapositiven besser eignen, als die mit Eisenoxalat 11ervorgerufenen. Der Zusatz an unterschweflig-
- t) 11 iokeI (Bull. Sch-, frauc. 1880. S. 09).
- -) Eine Lösung- von Quecksilberchlorid mit überschüssigem JodkaJiiun. Zuerst '011 Newton empfohlen iPhot. Corresp. 1884. 8.47 u. 5(5). Der Verfasser fand in 'lieseni ..Beschleuniger” nur ein Mittel die Dichte zu vermehren (Phot. Corresp. 1884. 3-4(t, desgleichen 8coIik (Phot. Corres]». 4884. 8. 5(5).
- Z. B. Keimet (Phot. Archiv. 187(5. S, 138).
- L Laer de la Mutte, Pliot. Corresp. 1879 8. 114. Nach Basoher (Brit. •("um. ,,t Phot. 1880. 8. 495) seil 1/4 bis pb Vol. Bier ein guter Verzögerer sein.
- 5i .Brooks empfahl den Eiweisszusatz zur Vermehrung der Kraft und Klarheit 'Brit- .lourn. Ahriana-, 1881. S, 231).
- ')) Davis, Phot. 1882, 8. 142 u. 181: 1883. 8. 30.
- 0 Al.n ey: Phot. News. 1882. 8. 142.
- 8) Berkeley, Phet. News, 1882. 8. 142.
- !l) Phet. Alittli, 1880. Bd. 1.7, 8. 4(5.
- luJ Phot. Archiv. 1881. 8. 1(56.
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- saurem Natron betrug 2*4 eem (1:5 ) auf etwa 11 bis 26 ccm Entwickler.
- Cyankalium im Pyro - Entwickler*verwendete Barrett, ohne aber einen Verth eil namhaft zu machen1 *).
- Setzt man zum Entwickler einige Tropfen von Cyan Silber in Cyankalium, so sollen nach Schlegel die Gelatine-Negative den Charakter von Collodion-Negativen erhalten und brillanter drucken'1).
- D) Hydroschwefligsaures Natron3)
- empfahl zuerst Sam an n4) als Zusatz zum Pyro- Ent wickler für Oollodion-und Gelatineplatten, später Berkeley5) und Bascher6), weil der Entwickler klar arbeitet und den Negativen den Charakter von nassen Platten ertheilt. Später ging Berkeley auf das neutrale sehwefligsaure Natron über (s. S. 115).
- Wenig bekannt ist es. dass die eoneentrirte Lösung des hydro-sehwefligsauren Natrons auch eine stark entwickelnde Kluft ohne jeden Zusatz von Pyro besitzt. Die Negative sind sehr weich und detaillirt: die Farbe ist grau (nicht so graublau wie die mit Eis.enoxalat entwickelten). Für eine frische Lösung musste Verfasser und Hauptmann Pizzighelli etwa zweimal, mit tune]- alten etwa sechsmal länger als für Eisenoxalat belichten. Die Lösung ist enorm zersntzlieh und entwickelt einen äusserst unangenehm stechenden Geruch nach schwefliger Säure.
- E) Hydrochinon.
- Abnev gab 1880 einen neuen organischen Entwickler an. mimlicli das Hydrochinon7), welches sowohl in seinem chemischen als photographischen Verhalten dem Pyrogallol nahe verwandt ist. Es hat die Formel C6H4(0H)2. In England wird mitunter nach dem Vorschläge von I. W. Swan (Phot. Journ. Soc. Lond. 1889. S. 54) der kaum zu rechtfertigende Name „Quinol" statt Hydrochinon genannt. Das Hydrochinon bildet weisse Nadeln oder Blättchen die sich leicht in heissem Wasser mul Alkohol lösen, während kaltes Wasser nur ungefähr die Bähte senuj> Gewichtes an Hydrochinon löst. Die weisse wässerige Lösung tarbi
- 1) Yearhook of Phot, 1883 S. 112.
- 2i Phot. Archiv. 1882. S. 130. Auch eine Lösung voo Chlorsilber nn AmmoniA wirkt noch Abnev in derselben Weise (Phot. News. 1882. S. 451).
- 3) Man stellt es her durch Digeriren von gelöstem zweifach - sehw ef hgsam eIU Natron mit Zinkstaub, durch 6 bis 12 Stunden in der Kälte, wobei man öfters schütte.
- 4) Phot, Corresp. 1877. S. 211; aus Brit. Journ. of. Phot. 1877. S. 17.
- 5) Yearhook of. Phot. 1881. S. 125.
- 6) Brit. Journ. of Phot, 1880. S. 495.
- 7) Phot. News. 1880. Bd. 24, S. 345.
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- sich bei Luftzutritt in wenigen Tagen braun; die alkoholische Lösung hält sich wochenlang, besonders hält es sich in einer wässerigen Lösung von Natriumsulfit oder Bisulfit (auch Calciumbisulfitr) oder Kalium-
- nietäbilsulfit2).
- Erystallisirt man Hydrochinon aus wässerigen Lösungen, welche Sulfit enthalten, so scheidet es sich in langen gelben Krystallnadeln ans. welche sich vom reinen Hydrochinon bloss durch einen Gehalt von beiläufig V2 Proc. lose gebundener schwefliger Säure, sowie (nach Levy3) durch etwas grösseren Krystallwassergehalt unterscheiden. Gelbes schön krystallisirtes Hydrochinon bringt die chemische Fabrik von [)r. Byk in Berlin seit 1889 unter dem Hamen Permanent-H3rdroehinon in den Handel; diese Sorte ist dem gewöhnlichen weissen durch seine etwas grössere Haltbarkeit überlegen4) und ist eine gute Hydroehinonsorte.
- Ursprünglich wendete man Mischungen von Hjdroehinon und Ammoniak an, z. B. eine einproeentige Hydrochinonlösung mit einigen Tropfen Ammoniak; die Platten werden schleierlos und man braucht keinen Verzögerer, wie z. B. Bromkalium bei der Pyro-Entwickelung. Bei Zusatz von Natriumsulfit bleibt der Entwickler länger klar und die Schicht, wird nicht gefärbt.. Ein liebermass von Sulfit, wirkt als Verzögerer.
- Hie Aufmerksamkeit auf Hydrochinon als Entwickler wurde besonders im Jahre 1880 durch die Arbeiten von Eder und Pizzighelli (Phot. Corresp. 1881) erregt, welche zeigten, dass diese Substanz mit kohlen saurem Ammoniak schöne klare Bilder auf Chlorsilbergelatine gibt, Poeklington fand 1883. dass Hydrochinon und Soda zarte Bilder für Mierophotographie auf Bromsilbergelatine gibt (Phot, News. 1883. S. 414). Jedoch gibt dieser Entwickler ohne Zusatz von Natriumsulfit Lösungen, welche sieh in der Entwicklertasse bald bräunen und die Gelatineschicht gelb färben.
- Erst durch Zusatz von Sulfit (Natriumsulfit) nebst Soda oder Pott-mdm erhält dieser Entwickler seine volle Brauchbarkeit für Bromsilber-l'latten.
- Im Jahre 1887 sank der Preis des Hydrochinons und brach sich 'Ei' Entwickler mit Hydrochinon. Soda und Natriumsulfit im Negativ-' erfahren Bahn. besonders durch die Arbeiten von E. C. v. Sothern 'Eliot. News. 1887. S. 618: Phot. AVochenbl, 1887. S. 362) und kurz Prant v011 Balagny in Paris (Bull Soc. franc. phot. Januar 1888).
- 1) A. v. Lohr (Prot. Bundsehau 1889. S. 121).
- -i Eder, Phot. Corresp. 1880. S. 191,
- A Phot News 1ö89. S. 151.
- P Phot. Corresp. 1889 (Mitth, d, E. E. Lehr- u. Versuchsanstalt f. Phot.).
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- Dritter Theil. Elftes Capitel.
- welcher letztere durch mehrere Abhandlungen und ln eine eigenen kleinen Broschüre diesen Entwickler befürwortete (über Balagny's Entwickler-Vorschrift s. Cap. XV V), Balagny war der Erste, der eine Vorschrift nab bei welcher alle ßestandtheile (Hydrochinon. Nafriumsulfii mul Soda) in einer Lösung aufgelöst wurden, nämlich: 900 ccm Wasser. 75 g Xatrimn-sulfit, 10 Hydrochinon und 150 Soda: er machte bekannt, dass diese Lösung sich in Folge des Gehaltes an Xafriumsulfit viele Tage lang nahezu farblos hält und die entwickelnde Kraft unverändert boibehält, während andere Entwickler nach dem Mischen viel rascher verdorben. Diese Form des fertig gemischten Entwicklers hat wegen der grossen Bequemlichkeit, besonders viele Anhänger gefunden.
- Allerdings ist die Haltbarkeit der Hydrochinon - Lösung noch grösser, wenn man das Hydrochinon und in Alkali erst unmittelbar vor dem Gehrauche heimisch!: gut conservirt auch wässerige X at ri um s ulfit. - Lösung sowie KaliummetabisuIfit: besonders gut ist die Haltbarkeit hei Zusatz von schwefliger Säure oder beim Auflösen von Hydrochinon nebst- Natrinmsulfit und Citronensäure1) oder Essigsäure. Einige Tropfen Essigsäure oder anderer organischer Säuren im Entwickler ( vor dem Beginn der Hervor-ruftmg zugesetzt) wirken schleierwidrig, ohne bemerkbare Verminderung der Empfindlichkeit: eine grössere. Menge Essigsäure wirkt slark verzögernd. Ist die Hydrochinon - Sulfit -Lösung sauer, so muss man ihr einen grösseren UÜberschuss von Soda oder Pottasche zusetzen oder mit Aetzkali entwickeln.2).
- In der Kegel benutzt man den Zusatz von Soda oder Pottasche. Namentlich Paul Baltin in Potsdam machte 1888 mit Nachdruck darauf aufmerksam, dass Pottasche einen rascher und kräftiger wirkenden Entwickler gehe als Soda.
- Baltin löst; 1000 Theile Wasser.
- 5 .. Hydrochinon.
- 40 .. Natriumsulfit,
- 75 .. Pottasche
- und hebt den Entwickle!' in verschlossenen Flaschen auf (Eders .Jahrbuch f. Phot, für 1889. S. 11). Aetzkali-Zusatz wirkt als Beschleunige) und man kann (nach Baltin) einige Cubikcentimeter einer 4proeenhge11 Aetzkalilösung auf eine Tasse voll Entwickler zusetzen: nur kräuseln dann die Platten leicht.
- 1) Z. B. löst Treyer Evans (Phot. News. 1880. 8. 172) 1 Theil Hydrochinon-0.5 Cifronensäure, 4 Natriiunsulfit in 100 Wasser und fügt Alkali zu.
- 2) Hiinly empfiehlt: A) 10 Hydrochinon, 250 Wasser. 4 hnliutmnetaWW B) 50 Aetznatron, 400 Wasser. Mann mischt lOU Th. Wasser, 10 Th. von As 11,1 10 Th. von B) (Phot. Corresp. 1889. S. 153 c
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- Die Prinelyden der Entwiekelnng von Bromsilber-Gelatineplatten.
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- Heber Eder's und Lenhard's Hydrochinon- '.Entwickler s. Cap. XXV.
- Man kann sowohl im Pottaschen- als Soda -Entwickler das Verhältnis von Hydrochinon und kohlensanreni Salze sehr verändern, ohne i.iMcutende Schwankung im Kesulfate. Grosse Coneentration der .Lösung njl,r stets mehr Krall,
- Bonilla rd empfiehlt zwei Entwickler von grossem Gehalte an Alkali-«•jirbt»nat. Nämlich: 250 g Soda. 00 g Xatriumsulfit. 1 Liter Wasser und 10 v Hydrochinon. Normal belichtete Negative entwickeln sich wie sonst. Zu kurz belichtete Platten können mit dem folgenden .Entwickler corriyirt werden:
- 500 g Pottasche. 00 y Natriumsulfit. 1 Liter Wasser, 10 g Hydrochinon. Man fügt in den Soda- Entwickler unyefähr 1ji oder Vs dieser Pottaschelösung hinzu. oder (wenn die Belichtung zu kurz war) legt unmittelbar in die nnvennischte Pottaschelösung. wo das Bild sofort erscheint. (Phot. Archiv 1888. S, 317: ans Moniteur de la Phot.)
- Alter, mehrmals gebrauchter Hydrochinon-Entwickler wirkt langsamer als frischer, gibt ganz sddeierlose Platten. erfordert aber eine längere Exposition: solcher aller Entwickler ist ein sehr gutes Mittel iiberexpoiurte Platten hervorzurufen. 'Verdünnung des Hydrochinon-Entwicklers mit Wasser bewirkt grössere Weichheit (Dünnheit) der Matrizen. Bromkalium wirkt als starker Verzögerer; ebenso Essigsä u re (siche oben) oder andere' Säuren. Eerrocyankalium bewirkt raschere mul intensiver«1 Entwickelung (Himly, Idiot. Üorresp. 1889. Seite UH)).
- Mischungen mit Soda. Pottasche und Hydrochinon wurden gleichfalls verwendet (Piffard. Wilson s Idiot. Magazin 1889. S. 142).
- Hydroch in o n - E n t wi ck ler mit ätz e n de n A1 kalien (Aetzkali, Aetzna.tron) entwickeln Bromsilberplcitten rasch und kräftig, jedoch hebt udi dH Schicht leichter vom Glase ab und ist die erreichbare Em-l'fiiidlichkeil kaum grösser als mit Pottasche.
- Bark er1) Wellington-) u. A. geben Vorschriften hierfür (s. Himly 12(3).
- Vwser Antruur,sulfit Mtzknli Aetznatron hydroehinon
- B a r k e r 1500 Tlieile 100 24 ..
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- ÖUi-b ICalk- mul Ba rytwa sser gebeu mit Hydvocluuon gute Entwickler, wie *,f'm Biering bind (Find WoMenbl, 1887. S. 10).
- f A ilson s Phot. Magaz. 1880, S. 212. M Phot. Mews, 1889. S. 188.
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- Dritter Theil. Elftes Capitel.
- Matthet benutzt Zuekerkalk mit Hydrochinon und gibt an, mehr Wirksamkeit als mit Soda-Hydrochinon zu erhalten (Eder’s Jahrbuch f. Phot, für 1889. S. 390).
- Mischungen von Hydrochinon- und Pyro-Entwickler versucht Pocklington (1883) ohne einen besonderen Nutzen zu finden; dagegen gibt Dr. Tillechore (Wilson’s Phot. Magaz. Februar 1889) an, dass Zusatz von Pyro zum Hydrochinon die Entwickelung beschleunige.
- Ottenheim in Paris empfiehlt den gemischten Pyro- und Hydrochinon-Entwickler von nachstehender Form:
- A) Soda 13 g B) Natriumsulfit 11,9 g
- Natriumsulfit 6,5 g Hydrochinon 1,3 g Wasser 100 g
- Pyrogallol 1,78 g
- Schwefelsäure 8 Tropfen Wasser 100 ccm
- Man mischt
- 55 ccm A) mit 15 ccm B).
- Die Negative sollen eine schön graue Farbe besitzen (Bulletin des Societes Phot, de franee. 1889. S. 2).
- Pyrocatechin, auch Brenzcatechin, ist eine dem Hydrochinon isomere Verbindung' von der Formel C6H4(OH2). Dass diese Verbindung in alkalischen Lösungen ein Entvviekelungsvemiögen, ähnlich wie Hydrochinon besitzt, wurde vom Verfasser und S. Töth bereits 1880 entdeckt und in der „Phot, Oorrespodeuz" (1880. 8. 191) publicirt; die damaligen Versuche wurden mit; Breuzcateehin und Ammoniak gemacht und schon damals wurde von denselben darauf hingewiesen, dass sammt-liehen Bihydroxylderivaten des Benzol, dem Hydrochinon, Pyrocatechm, sowie auch der dritten isomeren Verbindung dem ßesorein nach Zusatz von Ammoniak ein Entwickelungsvermögen für BromsiIbergelatineplatteu zukommt, jedoch nur das Hydrochinon und Pyro catechin so kräftig wirken, dass sie als Entwickler hierfür brauchbar sind; das ßesorein wirkte viel langsamer und erforderte wesentlich längere Belichtung als die beiden erstgenannten.
- Neun Jahre später versuchte Dr. Arnold wieder das Pyroca-teehin und machte es mit Kaliumearbonat alkalisch. Dr. 0. Arnold gibt an. dass die Eeduetion stahl gk eit des Pyroeatechins mindestens 15mal grösser ist als von Hydrochinon. Er verwendet es gemischt mit Pottasche: Natriumsulfit habe keinen Einfluss auf die Haltbarkeit, sondern scheine als Verzögerer zu wirken. Zum Entwickler dient:
- 60 bis 80 ccm Wasser.
- 1 ccm Pyrocatechinlösung fl : 100).
- 5 bis 10 ccm Pottasebelösung (1 : 5 ).
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- Die Prineipien der Entwickelung von Bromsilber-Gelatineplatten.
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- Gramm), jedoch genügt eine Meine Menge zum Hervorrufen (Phot, Mitth. 1889. Bd. 25, S. 328).
- I)r. Bannow sowie E. Vogel fanden dagegen, dass Brenzcatechin langsamer entwickelt als Hydrochinon und viel dünnere Negative gab; die Bilder zeigten einen gelbgrauen Ton. ähnlich wie die mit Pyrogallol entwickelten (Phot. Mitth. 1889. Bd. 26, S. 11 und 17) und Dr. Arnold erhielt mit anderen Brenzcatechinsorten gleichfalls ungünstige Resultate. C. Srna (Phot. Rundschau 1889. S. 127) versuchte Brenzeateehin gemischt mit Soda (1 Th eil Brenzeateehin, 2 V2 Natriumsulfit, 5 Theile Soda. 90 Theile Wasser), d. i. in analoger Weise, wie Balagny’s Soda-Ent-wiekler mit Hydrochinon; er fand, dass der Brenzeateehin-Entwickler etwas energischer wirkt als Hydrochinon, jedoch nicht in dem hohen Masse als Arnold ursprünglich an gab; der Entwickler sei sehr gut, jedoch sehr ähnlich dem Hydrochinon.
- In Anbetracht dieser verschiedenen Angaben, untersuchte der Verfasser neuerdings das Brenzeateehin als Entwickler1); hierbei fand derselbe, dass Brenzeateehin mit Pottasche Bromsilbergelatineplatten rasch und kräftig entwickelt und das Silber mit kaffeebrauner Farbe redueirt; die Flüssigkeit färbt sich bald braun. Gut wirkte folgende Vorschrift:
- A) 1 Th eil Brenzeateehin, 4 Theile Natriumsulfit, 50 Theile Wasser. —
- B) 4 Theile Pottasche in 40 Theilen Wasser. Man mischt ein Volumen von A mit zwei Volumen von B. Dieser Entwickler hält sich viel besser klar als bei Abwesenheit von Natriumsulfit; die Entwickelung erfolgt weniger rasch, aber immer noch viel rascher als bei Verwendung von einem analog zusammengesetzten Hydrochinon-Entwickler. Der Brenzeateehin-Entwickler gibt die gleiche oder eine etwas höhere Empfindlichkeit als der Hydrochinon-Entwickler und die Platten nehmen schneller <he nöthige Kraft an. Selbst wenn man die Menge des Brenzcatechins au* V3 herabsetzt, ist die entwickelnde Kraft noch eine grosse.
- Dara us geht hervor, dass das Brenzeateehin eine vortreffliche Ent-'vicklungssubstanz ist, welche neben den gegenwärtig gebräuchlichen Entwicklern (Pyrogallol. Hydrochinon und Eisenoxalat) vollste Beachtung verdient und deren vielseitiger Anwendung nur der hohe Preis im ^Vge steht,
- M. Andresen in Berlin entdeckte (deutsches Patent vom 1. Aug. 1880; Ehot. Mitth. 1889. Bd. 26, S. 28). dass Para-Phenylendiam. Para-Tolylendiamin und Xylidendiamin Entwickler für Brom-. Chlor- und Jodsilber enthaltende Schichten sind, sobald man sie in schwach alkalischer wässeriger
- 1) Eder, Mitth. der E. K. Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und ftüoduetionsverfahren in Wien (Phot Corresp. 1889).
- E d (
- Handbuch der Photographie. III. XheiL 4. Aufl.
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- Dritter Tkeil. Elftes Capitel.
- Lösung anwendet. In der Patentbesehreibung wird die Klarheit der Matrizen und Durcharbeitung in allen Tonabstufungen hervorgehoben.
- Nach Versuchen, welche der Verfasser anstellte1), wirkt das Para-Phenylendiamin [06H4-(NH)2] gut als Entwickler für Bromsilbergelatineplatten. Es gibt ungefähr dieselbe Empfindlichkeit (bei Belic-htun erproben am Warnerke- Sensitometer) wie Pyro- oder Hydrochinon- Entwickler. Es wurde 1 Th. Paraphenylendiamin hydrochloric. in 50 Th. Wasser gelöst und 1 Vol. dieser Lösung mit 1 bis 2 Vol. einer Pottasche-Lösung (1 : 10) vermischt. Die Entwickelung erfolgt regelmässig; die Farbe des Silberniederschlages ist grau und das Bild zart. Schwefligsaures Natron hält die Lösung länger farblos, verzögert aber die Hervor-rufung in sehr hohem Grade.
- F) Hydroxylamin.
- Hydroxylamin, NH2 (OH), ist ein Körper, welcher sich vom Ammoniak ableitet: es ist ein Ammoniak, in welchem ein Wasserstoff durch Hydroxyl (OH) ersetzt ist. Es bildet in Wasser gelöst eine stark alkalische Flüssigkeit von stark reducirmulen Eigenschaften.
- Zum Entwickeln wird salzsaures Hydroxylamin verwendet, welches in farblosen Tafeln krystalJisirt und haltbar ist. Vor dem Gebrauche mischt man es mit Aetznatron. oder Aetzkali. oder Pottasche, oder Soda,
- Der Hydroxylamin-Entwickler wurde von Carl Egli und Arnold Spiller im September 1884 veröffentlicht2).
- Egli und Spiller hatten in ihrer ursprünglichen Vorschrift salzsauros Hydroxylamin. Aetznatron. Oitronensäure und Bromkalium empfohlen. Vermehrung des Aetznatrons wirkt beschleunigend, zu viel desselben bewirkt Verschleierung und Ablösen der Gelatineschieht vom Glase. Später erkannte Spiller3) dass das Bromkalium überflüssig sei. Dies bestätigte Scolik4). welcher als beste Formel zur Entwickelung von Negativen die folgende gab:
- A) 1 Th eil salzsaures Hydroxylamin gelöst in 15 Theilen Alkohol5)-
- B) 1 Theil reines Aetznatron gelöst in 8 Theilen Wasser.
- 1) Eder und Beisinger, Mitth. der E. K. Lehr- und Versuchsanstalt äh Photographie und Beproductionsverfahren in Wien (Phot. Corresp. 1889').
- 2) Phot. News. 1881. S. 613 und 691. Phot. Woehenbl. 1884. S. 362 und 3bl-Phot, Corresp. 1885. S. 9,
- 3) Phot. News, 1884. S. 691. Phot, Woehenbl. 1884. S. 381.
- 1) Phot. Corresp. 1885. S. 62.
- 5) Auch die wässerige Lösung dieses Salzes (wie sie auch Spiller u. A. 1,e nutzen) ist haltbar. Der Alkohol schadet aber nicht, sondern hindert bis zu eiuew gewissen Grade sogar das Ablaufen der Gelatineschieht vom Glase,
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- Die Principien der Entwickelung von Bromsilber-Gelatineplatten.
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- Vor dem Gebrauche mischt man 60 Theile Wasser, 3 bis 5 Theile von A mit 5 Theilen von B.
- Der Entwickler kann nach Seolik nur einmal, nach Spüler 2 bis 3mal verwendet werden.
- Der Entwickler ertheilt den Bromsilber-Gelatineplatten eine reine stahlgraue Farbe, welche ganz ähnlich den mit Eisenvitriol hervorgerufenen nassen Coilodionplatten ist, aber leider fast immer durch Blasenziehen die Schicht verderben wird.
- Der gemischte Entwickler färbt sieh nicht, selbst wenn die Entwickelung noch so lange dauert,
- Die Empfindlichkeit, kommt der mit dem Pyro- oder Eisenoxalat-Entwickler erreichbaren gleich, jedoch hat der Entwickler keine weitere Verwendung gefunden, da er fast immer Blasen in der Bildschicht zieht.
- Aach Dr. von Konkoly’s Untersuchungen ist die Ursache der Blasenbildung beim Entwickeln von Bromsilber-Gelatineplatten mit Hydroxylamin und Äetzkali: Die Entwickelung von gasförmigem Stickstoff, welcher sich nach der Gleichung
- AgBr + 2Na(OH) + Ml, • OH - HOI = Ag + NaOl + Na Br + H20 -f N entwickelt (Phot, Corresp. 1888. S. 195),
- Biering fand, dass Zuckerkalk und noch besser Barytwasser sieh zum Entwickeln mit Hydroxylamin eignet, Er nimmt 1 Tropfen einer Lösung von salzsaurem Hydroxylamin per cem gesättigten Barytwassers (Phot, Archiv 1888. S. 122). In der That gibt dieser Entwickler keine Blasen.
- Beaeh empfiehlt sehr eine Mischung von Pyrogallol und salzs. Hydroxylamin und Hydrochinon mit Pottasche und Sulfit (Phot, News. *888. S. 535).
- Oassehaum in Pblädelphia empfahl zuerst, eine Mischung von Hph'oxylarmn und Pyrogallol (Phot. News. 1888. S. 160).
- Jedoch bietet diese Mischung nach den Yersuchen von Lainer
- Vorth eil
- !sss Miü,.
- e vor dem gewöhnlichen Pvro-Entwickler (Phot. (Jorresp, der IV IV Lehr- und Versuchsanstalt für Phot, in Miene
- Ml. daselbst über verschieden \ V
- En tvvickl ervorschri ften mit Hydro-
- U und F. Parker1) entwickelten schöne Projectionshilder mit Hydro-V'fiinin. Die Formel war: 1 Theil Hydroxylamin. 2 Theile Aetznatron, ^ JEeile Bromammonium. 480 Theile AVasser.
- 1) Brit, Journ. Pbot. 1884. S. 748, Phot. "Wochenbl. 1884. S. 408.
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- Dritter Theil. Elftes Capitel.
- Bei Chlorsilber-Enmlsionsplatten erreicht man mannigfaltige Variationen in den Farbtönen, wie zuerst Spill er angab1). Bei Chlorsilber-Gelatine verwendet Spill er kohlensaures Kali oder Natron; letztere geben eine sepiabraune Farbe; der Zusatz einer Spur Ammoniak macht das Bild chocoladebraun und Ammoniak allein mit Hydroxylamin gibt purpurfarbene Bilder.
- Nach Spill er ist folgende Formel für Chlorsilbergelatine zu empfehlen :
- A) 15 Theile salzsaures Hydroxylamin in 480 Theilen Alkohol,
- B) 6 Theile kohlensaures Kali in 8 Theilen Wasser,
- C) 1 Theil Ammoniak (d = 0,88) in 8 Theilen Wasser.
- Für normale Expositionen (d. i. 10 Minuten vor einem Gasbrenner in 1 Fuss Abstand) dient zur Herstellung von Sepiabraun: U/g ccm A, 40 Tropfen B und 30 ccm Wasser. Für Chocoladebraun fügt man noch einen Tropfen C zu. Ein Purpurton entsteht mit 11j2 ccm C, U/g ccm B und 30 ccm Wasser. Um dichroitische Bilder zu erhalten exponirt Spill er 5 mal länger als normal und entwickelt mit U/g ccm A, 6 Tropfen C und 30 ccm Wasser. Diese letzte Formel soll sich auch sehr gut für Chlorsilber-Gelatinepapier eignen, wo sie warm braune Positive gibt.
- Bei Chlorsilber-Gelatine verwendeten David und Scolik2) folgende Normal-Lösung: dieselbe alkoholische Hydroxjdamin -Lösung, wie beim Negativprocesse; als Alkali verwendeten sie hingegen eine kohlensaure Kali-Lösung von 22V2 g in 30 ccm Wasser gelöst; ferner Ammoniak (d = 0,90) mit 8 Theilen Wasser verdünnt. Die Exposition war bei sännnfliehen Bildern eine gewöhnliche, d. i. beim Lichte einer Petroleumlampe auf 25 cm Entfernung 12 bis 15 Minuten.
- Für Sepiaton verwendeten David und Scolik zur Entwickelung folgende Lösung: 30 alkoholische salzsaure Hydroxylamin-Lösung 1:1*1 4 Theile der erwähnten Lösung von kohlensaurem Kali, 30 g Wasser. Für den choeoladebraunen Ton dieselbe Mischung mit Zusatz von einem Tropfen der Ammoniak-Lösung 1 : 8.
- G) Verschiedene Substanzen, welche als chemische Entwickler wirken.
- Hierher gehört eine grosse Keihe von Substanzen, welche schon in Theil II. S. 33 dieses Werkes ausführlich behandelt wurden. Manche wurden speeiell für Bromsilber-Gelatine versucht und diese sollen hiei erwähnt werden.
- 1) Phot. News. 1884. S. 794.
- 2) Phot. Corresp. 1885. S. 62.
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- Die Prineipien der Entwickelung von Bromsilber-Gelatineplatten.
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- Hämatoxylin mit Ammoniak ist sowohl für Bromsilber- als Chlorsilber-Gelatine ein schlechter Entwickler (Eder).
- Phloroglucin, eine der PtTogallussäure isomere Verbindung wirkt nur ausserst wenig reducirend und es wirkt eine derartige ammonia-kalische Lösung nicht auf Bromsilbergelatineplatten ein (Eder).
- Salzsaures Phenylhydrazin, sowie Phenylhydrazinsulfo-säure ist nach Zusatz eines Alkali ein Entwickler für Bromsilber-Gelatine, jedoch wirkt er schwächer als Pyrogallol. Für Chlorsilber-Gelatine wirkt diese Substanz besser (Eder1). Dieser Entwickler wurde vom Verfasser, sowie Dr. Jacobsen unabhängig entdeckt; Jaeobsen hatte jedoch früher ein Patent angemeldet2). Die Salze des Phenylhydrazins sind selbst in fester Form lichtempfindlich; auch ändert sich die wässerige Lösung des Salzes mit der Zeit und gibt dann gelben Schleier beim Entwickeln. Durch Schütteln mit Aether und Abheben der an der Oberfläche sich sammelnden ätherischen Lösung kann man diese schädliche Substanz entfernen3).
- Verschiedene Eisensalze. Andere als die schon beschriebenen Eisen salze, welche ein Entwickelungsvermögen zeigen, weiches geringer ist. als jenes des Eisenoxalates, sind:
- Citronensaures Eisenoxydul-Ammoniak4), ferner das bernsteinsaure und benzoesaure Eisenoxydul, deren entwickelnde Kraft, zuerst Carev Lea für Bromsilberpapier erkannte, und Borlinetto für Bromsilber-Gelatine empfahl5), haben nach den Versuchen des Verfassers geringe Wirksamkeit. Vortrefflich wirkt jedoch der Citrat-Entwickler für Chlorsilber-Gelatine (s. o.).
- Eine ganze Reihe von Eisenentwicklern für Bromsilber-Gelatine gab Carev Lea6) an: 1. Gemische von oxalsaurem Kali mit schwefligsaurem Natron und Eisenvitriol (Oxalat-Sulfit-Entwickler7); 2. von oxalsaurem Kali und Eisenvitriol mit Borax (Oxalat-Borat-Entwickler8); eine
- 1) Phot. Corresp. 1885. S. 181, 272 und 455.
- 2) S. Phot. Corresp. 1885. S. 455.
- 3) Jacobsen (Eder’s Jahrbuch f. Phot, für 1887. S. 214).
- 1) Erfordert eine merklich längere Exposition als das Oxalat und gibt dünnere Matrizen.
- 5) Bull. Assoe. Beige de Phot. 1881. Bd. 8, S. 218; durch Mischen der Salze ttht Eisenvitriol hergestellt.
- 6) Brit. Journ. of Phot. 1880. Bd. 17, S. 280 und 292; auch Phot. Mitth. 1880.
- 0 30 g Kalium oxalat, 4 g schwefligsaures Natron, 100 ccm Wasser, 10 g Eisen-
- Wtiol. — Später wurde schwefligsaures Natron empfohlen, um den alten Entwickler mgeueriren (Phot. Wochenbl. 1882. S. 105, aus Brit. Journ. of Phot); aber dieser J,,^tz erwies sich als zwecklos (Lagrange, Phot. Wochenbl. 1882. S. 121).
- 26 g Kaliumoxalat, 7 g Borax, 8 g Eisenvitriol, 190 eem Wasser.
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- Dritter Theil. Elftes Capitel.
- Lösung von phosphorsaurem Eisenoxydul in oxalsaurem Ammoniak 4. ein Gemisch von Eisenvitriol und Brechweinstein (gibt ein Bild von goldbrauner Farbe; 5. Gemisch von Boraxweinstein und Eisenvitriol-6. Gemisch von weinsaurem Ammoniak, Borax und Eisenvitriol.
- Von allen diesen Entwicklern hat keiner Vorzüge vor dem Oxalat-Entwickler. Die unter 1., 2.. 3. angeführten kommen ihm nahe, alle anderen stehen weit hinter ihm.
- Unterphosphorige Säure mit Eisenfeile gesättigt, gibt ein Salz, welches nicht entwickelt; aber eine in der Wärme gemischte Lösung von Eisenvitriol und unterphosphorigsaurem Natron entwickelt rasch ein Bild. Die kalt gemischten Lösungen besitzen kein Entwickelungsvermögen, wohl aber erhalten sie dasselbe, wenn sie zum Kochen erhitzt werden und dann wieder erkalten. Dieser Entwickler zeigt nicht die geringste Neigung zur Sch Leierbildung. Er braucht aber leider eine lange Exposition und gibt in den Schatten mangelhafte Details (Oarey Lea).
- Der Effect der verschiedenen Entwickler auf Farbe und Charakter des Bildes ist oft sehr merkwürdig. Enthält die Brom,Alber-Emulsion Jodsilber, so bekommt das mit Oxalat entwickelte Bild eine olivenscliwarze Farbe; mit in weinsaurem Ammoniak gelöstem Ferrophospliat entwickelt, wird das Bild ziegelroth. Ein Gemisch von Eisenvitriol und neutralem Weinsäuren Natron ohne Bromkalium entwickelt auf Jodbromsilber-Emulsion ein rothbraunes Bild, nach Zusatz von etwas Bromkalium aber ein olivenschwarzes.
- 0. Lieberman hat aus Alizarin durch Beduction mit Ammoniak und Zink einen neuen Körper von gelblicher Farbe hergestellt. den er Anthrarobin nennt und in Alkalien stark rodueirt, Dr. Schnauss schlägt vor. diesen Körper als Entwickler zu versuchen, da er möglicherweise wirksam sei (Phot, Archiv. 1889. S. 70).
- Im Brit. Journ. ofPhot. (März 1889. 8. 139) wird auf Hydrazin-h yd rat aufmerksam gemacht, welches das stärkste Beductionsmittel ist und man empfiehlt daselbst, dasselbe für Entwickierzwecke zu versuchen (Phot, Wochenbl. 1889. S. 118).
- August und Louis Lumiere machen auf die Eigenschaften emei ammonikaliscken Lösung von Kupferchlorür. ein Lichtbild aut Bromsilberplatten hervorzurufen. aufmerksam (Bulletin de 1 Association beige de Photographie 1887. S. 525); wir bemerken hierzu, dass die Eigenschaft einer ammoniakaliseheil Kupferoxydul- Lösung als Ileiwu rufungsflüssigkeit zu wirken, bereits durch Lea im Jahre 18<7 bekannt gemacht wurde.
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- Die Prineipien der Entwickelung von Bromsilber-Gelatineplatten.
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- H) Entwickelung von Gelatineplatten mit saurer Pyro- oder Eisenvitriol-Lösung und Silbernitrat.
- Gewöhnliche Bromsilber - Gelatine-platten lassen sich mit saurer Pyro-oder Eisenvitriol - Lösung und Silbernitrat (d. i. mit dem Entwickler für nasse Collodionplatten) nicht mit Vortheil entwickeln. Yogel zeigte, dass sie mit derartigem Entwickler sehr unempfindlich sind und dünne Bilder geben.
- Er fand, dass seine Collod-Gelatineplatten (ohne Silber nitrat - ü eber-schuss) mit saurer Entwickelung (citronensäure Silbernitrat -Jjösung und Pvrogallus) nur Vis der Empfindlichkeit, wie mit alkalischer Entwickelung hatten: eine Oollodion - Emulsion verhält sieh gegen sauere Entwickelung viel günstiger1).
- Verfasser bemühte sich vergeblich, auf gewöhnlichen Bromsilber-Gelatineplatten mittels saurer Pvrogallus-, Gallus- oder Eisenvitriol-Lösung und Silbernitrat brauchbare Negative oder Diapositive herzustellen.
- Die Entwickelung gelang aber sofort, wenn man die Bromsilber-Gelatine, oder noch besser eine Jod-. Chlor-, Jodbrom- oder Jodchlor-Emulsion in einer Silbernitrat-Lösung badete, trocknete, belichtete und nun mit den bekannten Entwicklern, z. B. Pyro, Citronensäure und Silbernitrat, entwickelte. Dadurch erhält man sehloierlose, schöne, brillante Bilder. Die Farbe der Bilder lässt sich beliebig abstimmen, und zwar z. B. durch Aendorung der Säure (Citronensäure, Essigsäure, Weinsäure) oder Mischen von Pvrogallus mit. Gallussäure etc.
- Auf Papier lassen sich auf diese Weise SchneiIcopien hersteilen. Die Versuche des Verfassers -weisen darauf hin, dass diese Methode schönere Copion liefert, als Bromsi 1 her - G elatin e mit Eisenoxalat.
- Der hierdurch eröffn etc Weg. dessen Spuren sich weit zurückverfolgen lassen, ist sehr vielversprechend. Zu Modifieatibnen ist weitester Spielraum gegeben. Verfasser macht darauf aufmerksam und hofft; dass diese Sache nicht: demnächst von anderer Seite als Neuigkeit ausposaunt wird.
- 1) Phot. Mittk. 1881. Bd. 17, S. 280.
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- ZWÖLFTES CAPITEF.
- PRÜFUNG DER AUF DIE PLATTEN AUFGETRAGENEN EMULSION, INSBESONDERE AUF GRADATION UND EMPFINDLICHKEIT.
- I. Prüfung yon Gfelatineplatten im Allgemeinen.
- Es ist schwierig, für die Prüfung von Gelatineplatten eine allgemein gütige Norm aufzustellen.
- Folgende Skizze mag Anhaltspunkte hierfür geben.
- a) Man besichtige eine Platte am Tageslichte und beachte, ob sie gleichmässig gegossen ist1), ob die Schicht im auffallenden Lichte keine matten Flecken oder Schlieren zeigt2), oh sie glänzend oder matt ist3), oh der Emulsions-Üeberzug überall bis an den Band reicht und ob man erkennen kann, dass grosse Platten zu kleineren zerschnitten wurden. Die Farbe gestattet einen Schluss, ob Jodsilber zugegen ist (Farbe: mehr oder weniger gelb), oder ob reines Bromsilber vorliegt (Farbe: weissiieh).
- b) Man entwickele eine Probeplatte und achte insbesondere aut die Schleierfreiheit und Reinheit der Schicht, Ob sich die Platten langsam oder rasch entwickeln, ist von geringerer Bedeutung.
- Verfasser nennt eine Platte dann schleierlos, wenn sie im Oxalat-Entwickler oder Pyro-Soda-Entwickler ohne jeden Bromzusatz; ein schleierloses Bild gibt, Damit ist nicht gesagt, dass Platten, welche erst mit Bromzusatze klare Bilder geben, schlecht sein müssen.
- 1) Manche Platten sind an einer Seite durchscheinend, an der anderen wollig undurchsichtig; dies ist schlecht.
- 2) Dieselben treten fast immer im Entwickler hervor.
- 3) Dieser Punkt gestattet keinen sicheren Rückschluss. Meistens geben Emulsionen, welche viel Silber auf wenig Gelatine enthalten, matte Schichten andeie glänzende; jedoch trügt dies.
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- Prüfung der auf die Platten aufgetragenen Emulsion ete.
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- Man darf über Platten nie definitiv aburtheilen, wenn man sie nur mit einem einzigen Entwickler versucht hat. Jede Platte soll mit dem für sie passenden Entwickler hervorgerufen werden. Manche Platten geben die besten Resultate mit Eisenoxalat, andere dagegen nur mit Pyro.
- e) Die sicherste Probe ist ohne Zweifel eine wirkliche Aufnahme, z. B. für den Porträt-Photographen eine Porträt-Aufnahme im Atelier ete.
- Im NothMLe kann man Diapositive bei Kerzen- oder Gaslicht her-stellen und auf diese Weise Empfindlichkeit, Intensität etc. vergleichen; jedoch sind diese Proben nicht entscheidend.
- d) Nach dein Fixiren treten alle Eigenschaften der Platten hervor. Die Empfindlichkeit und die Kraft soll immer getrennt beurtheilt werden. Am hoffnungslosesten steht es mit Platten, welche schieiern oder deren Schicht nach dem Fixiren sich vom Glase abhebt (abschwimmt).
- II. Prüfung der Platten auf ihre Empfindlichkeit (Sensitoinetrie).
- Für die Angabe der Empfindlichkeit macht man jedoch meistens Sensitometerproben, d. h. man bestimmt mittels Sensitometer oder Photometer die Empfindlichkeit.
- Von allen Sensitometern hat sich am allgemeinsten dasWarnerke-sehe Sensitometer eingebürgert. 'Dieses kleine Instrument ist trotz mancher Mängel ein ausserordentlich wichtiger Behelf bei der Be-urtheilung der Emulsion; es fehlt selten in den Laboratorien der Emulsionsmacher. und erspart bei gehöriger Verwendung viele Arbeit nnd Misserfolge.
- Bei einiger Hebung erkennt man an der Anzahl der Nummern und der Art der Abstufung derselben ziemlich sicher, ob die Emulsion empfindlich ist. ob sie harte oder weiche Matrizen oder ob sie Schleier gibt.
- Da mit ganz kleinen Quantitäten von Emulsion eine Sensitometer-Plat-t-e überzogen werden kann, so steht der Prüfung jeder Partie Emulsion nach dem 'Waschen nichts im "Wege.
- Wa merke1) stellte die Scala seines Sensitometers dadurch her. dass er fernes, -ho mm dickes Papier stufenweise von 1 bis 25 Lagen mittels Eiweiss auf eine luadiatisehe Glasplatte anfktebte, davon einen Abguss in Spenee s Metall nahm und dessen Abguss als Form benützend, mittels des Woodburydrucke« Abdrücke in schwarz-?efä-rbter Gelatine auf Glasplatten machte. Auf dieser Scala wurden dann mittels ^'chdruck hergestellte Zahlen abgeklatscht und selbe darin, um sie undurchsichtiger ZU m!tcken, broneirt. Als Lichtquelle zur Beleuchtung der hinter der Scala be-
- lj Aeitere Anordnung; Phot. News. 1880. S. 217. Phot, Mittk. Bd. .17, S. 242.
- „Handle der Phot.“ Bd. J, Neuere Anordnung; Phot. News. 1881. S. 75. rit- Jouni, 1881. S. 13.
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- Dritter Theil. Zwölftes Capitel.
- liehen empfindlichen Platten verwendet Warnerke eine blau phosphoreseirende Tafel welche durch eine bestimmte Menge brennenden Magnesiums vorerst leuchtend gemacht wird.
- Die Fig. 6 und 7 stellen Warnerke’s Sensitometer dar. Eine eopirrahmen-ähnliche Vorrichtung A trägt an Stelle der sonst üblichen Glasscheibe eine Platte 0, auf welcher die Scala, wie oben angegeben, durch Woodburydruck hergestellt wurde. Durch den Schieber D kann der Rahmen vorne geschlossen worden. Die zu untersuchende empfindliche Platte wird nach Entfernung des Deckels E (Fig. 7) auf die
- Sensitometerplatte aufgelegt und nach Sehliessen des Deckels durch die Feder e an selbe gepresst. Die Glasplatte, welche die als Lichtquelle dienende phosphoreseirende Farbe trägt, passt genau in den Falz a des Rahmens A und wird durch die Reiber hb fest-gehalten.
- Beim Gebrauche des Insrumentes wird bei geschlossenem Schieber D die empfindliche Platte, wie oben erwähnt, eingelegt. und nach dem Sehliessen des
- \u
- 1
- E
- i |
- A
- Fig. 6. Fig. 7.
- Deckels E und des Schiebers D die phosphoreseirende Platte der Einwirkung de? Lichtes, eines brennenden Magnesiumbandes von 21 /a cm Länge, welches so nahe ai-möglich gehalten wird, ausgesetzt. Die leuchtende Platte wird mm in das Sensitmuetei gebracht und nach Verlauf von genau 1 Minute die Exposition durch Hei'ausschipbe11 des Schiebers D bewerkstelligt. Die Exposition dauert 30 Secunden. Die /n ul^(1 suchenden, auf ganz gleiche Weise im Sensitometer belichteten Platten werden dam gleichzeitig und so lange entwickelt, als eben noch ein Lichteindruck zum \ois'.h‘m kommt. Die höchste noch mit Bestimmtheit ablesbare Zahl gibt dann für jede Pfaden entsprechenden Empfindlichkeitsgrad,
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- Prüfung der auf die Platten aufgetragenen Emulsion ete.
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- Wiewohl das Warnerke’sehe Sensitometer gewisse Mängel zeigt, und zwar sowohl bezüglich der dabei angewendeten pliosphoreseirenden Substanz1), als auch wegen der Schwierigkeit? die Gelatinefarbe der Scala immer von gleiehmässiger Qualität herzustellen2), so genügt es doch für die gewöhnlichen Zwecke der photographischen Praxis, indem das Arbeiten mit demselben sehr bequem ist und nach des Verfassers3) Untersuchungen die Gleichmässigkeit verschiedener und zu verschiedenen Zeiten bezogener Sensitometer, im Allgemeinen als genügend bezeichnet werden kann. Natürlich dürften hie und da wohl auch mangelhafte Instrumente in den Handel kommen; es wäre daher jedem Käufer anzurathen, das bezogene Instrument vor dem Gebrauche mit anderen, als gut anerkannten Instrumenten zu vergleichen4).
- Die numerischen Angaben des Instrumentes jedoch, welche erkennen lassen sollen, wie viel die Platte empfindlicher sei als eine andere (siehe oben), sind nicht immer verlässlich. Es hat die Praxis zu wiederholtenmaieit gezeigt, dass Platten, welche nach dem Sensitometer eine 4 bis 5 mal grössere Empfindlichkeit zeigten als andere, bei den Aufnahmen dieses Verhältniss durchaus nicht zeigten und etwa nur doppelt so empfindlich waren.
- Es machen sich eben bei Beurtheilung von photographischen Aufnahmen andere Gesichtspunkte geltend, als bei Beurtheilung von Sensitometerangaben. Bei letzteren sind eben nur die schwächsten Lichteuulrüeke massgebend, bei ersteron hingegen die stärkeren Lichleindrücke, welche die Mittelförie des Bildes hervorbringen. Nach dem von ßunseil und Boscoe für OhlorsiIberpapier und von Jannsen für Bromsilber-Gelatineplatten bewiesenen Gesetz, dass die Lichtwirkungen den Lichtintensitäten nicht proportiuai seien, ist es wohl erklärlich, warum eine Platte, welche für schwaches Licht bedeutend empfindlicher ist als eine andere, für eine grössere Lichtintensität wohl auch bedeutend empfindlicher sein kann, aber es nicht sein muss.
- Die Grade des Densitometers lassen daher ein Ortheil über die grössere oder geringere Empfindlichkeit einer Platte gegenüber einer anderen wohl zu, daraus lässt sich jedoch nicht mit Sicherheit numerisch angehen, wie viel die fragliche Platte bei der photographischen Aufnahme empfindlicher oder unempfindlicher sein wird als eine andere'.
- Die Nummern des Wa. r n e r k o - Sen sitomefers werden Läufig kurzweg Ls ..Grad Wa.merke“ oder ,.° W.” Gezeichnet.
- Häufig drückt man die Empfindlichkeit einer Gelatineplatte dadurch aus. dass man sagt. ..sie ist 3 oder 4 mal empfindlicher als eine nasse hollodionplatte“. Diese Angabe ist wohl nicht exaet, weil die Empfind-
- 1) Siehe Phot. Corresn. S. 184,
- -j Stolze glaubt, dass die .Herstellung einer schwarzen Gelatinefarbe von stets gleicher Farbennuance und von stets gleicher Intensität ausser dem Bereiche der kh’glirhkeit liege, daher Warnerke's Scala strengen Anforderungen nicht genügen Lome (Phot. Wochenh], 1881. S. 92). Br. Vogel fand, dass gefärbte Schichten mit ^nehmender Dicke eine geänderte Durchlässigkeit für die Farben des Spectrums • j M-n, weshalb die verschiedenen Lagen nicht Licht derselben Qualität durchlassen „Handb. d, Phot.- S. 202).
- 3) Phot Oorr, 1883. S. 12b.
- L Es kam ein Fall vor, dass ein von Marion aus London bezogenes Instrument 1I,e Hifierenz von 5 Grad gegenüber anderen Vergleiehsinstrumenten zeigte.
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- Dritter Th eil. Zwölftes Capitel.
- lichkeit der nassen Oollodionplatte nicht eonstant ist. Man kann aber die Angabe auf „Grad Warnerke“ beziehen.
- Auf Grund einer Reihe von Versuchen setzt der Verfasser1) eine Emulsionsplatte, welche 10 Nummern Warnerke zeigt, der mittleren Empfindlichkeit einer nassen Platte gleich2).
- Danach entsteht folgende Tabelle:
- Sensitometer- Empfind-
- Nummer lichkeit
- 10 1 d. i. gleich einer nassen Oollodionplatte
- 11 l1/3mal empfindlicher als eine nasse Oollodionplatte
- 12 P/4 „ „ „ „ „
- 13 „ „ „ „ „
- 14 3 „ „ „ „
- 15 4 „ „ „ „
- 16 5 „ „ „ „
- 17 7 „ „ „ „
- 18 9 „ „ „ „
- 19 12 „ „ „ „
- 20 16 „ „ .,
- 21 21 „ „ „ „
- 22 27 „ „ „ „
- 23 36 „ „ „ „
- 24 GO
- 25 63 „ „ „ „
- Auf die Empfindlichkeit der Platte hat natürlich der Entwickler Einfluss. Man benütze, wenn möglich. Oxalat-Entwickler ohne jeden Zusatz, oder Pyro-Entwickler, bis der Schleier aufzutreten beginnt. Entwickelungsdauer etwa 3 bis 6 Minuten. Die Sensitometer-Nummer wird nach dem Fixiren abgelesen, indem man die Platte, weit vom Auge weg, gegen den Himmel oder eine matte Scheibe hält. Niemals soll man die Sensitometerprobe mit nassen Gelatineplatten machen, weil die Empfindlichkeit dieser und der getrockneten Platten in keinem constanten Verhältnisse steht.
- Man beachte die Abstufung (Gradation) der Sensitometer-Felder; die Dichte soll allmählich verlaufen. Zur Bestimmung der Abstufung entwickele man nicht länger, als ein Negativ brauchen würde.
- III. Einfluss verschiedener Lichtquellen auf die relative Empfindlichkeit der Gelatine-Emulsionen.
- Für die Vergleichung der Lichtempfindlichkeit verschiedener Platten kann auch Gas-, Kerzen-. Magnesiumlicht dienen oder das Licht ^011
- 1) Phot. Corresp. 1883. S. 87.
- 2) Der Verfasser bemerkt hierzu, dass eine nasse Oollodionplatte nicht uumitteL31 mit einer Gelatineplatte sensitometriseh verglichen werden kann, weil die reGtive Empfindlichkeit bei Phosphorescenzliehte eine andere als bei Tageslichte ist. ®el Gelatineplatten untereinander ist die relative Empfindlichkeit gegenüber beiden Ja* Sorten für die Praxis genügend gleich. Die Gelatineplatte, deren Empfindlich^ gleich einer nassen Oollodionplatte ist, zeigt im Sensitometer = 10 Nummern.
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- Prüfung der auf die Platten aufgetragenen Emulsion ete.
- 141
- brennendem Amylaeetat (essigsaures Amyl). Das letztere wird in einer Lampe mit Baumwolldocht von 8 mm Dicke und in einer Flammen höhe von 40 mm gebrannt. Heiner-Altenek1) schlug 1883 diese Lampe für optische Zwecke vor, Abney2) mit Schumann3) für sensitometrisehe. In der That ist das Licht sehr gleichmässig und übertrifft in dieser Richtung das Gas- oder Kerzenlicht, dem es im übrigen sehr nahe kommt (Eder). Für die photographische Praxis bietet jedoch dieses Normal-Licht keine namhaften Vortheile vor dem Warnerke-Sensito-meter.
- Es fragt sieb nur: Sind die Empiindlichkeits-Verhältnisse mehrerer lichtempfindlicher Präparate constant, sobald man sie bei verschiedenen Lichtquellen bestimmt?
- Darüber liegen vereinzelte Angaben vor: Abney4) fand, dass Bromsilber-Gelatineplatten beim blauen Phosphorescenzliehte vor Warnerke’s Sensitometer viel empfindlicher als nasse Jodbrom - Collodionplatten erscheinen, währeud die Differenz bei Tageslichte oder Gaslichte nicht so gross ist. Piekering5) untersuchte 15 verschiedene „Bromsilber-Gelatineplatten“ des Handels, welche entweder reines Bromsilber oder Bromsilber neben Jod- und Chlorsilber enthalten. Es schwankte das Verhältniss der Liehtempfindliehkeit je nach der verwendeten Lichtquelle bedeutend. Z. B. wiesen einige Platten, welche bei Gaslichte gleich empfindlich waren, bei Tageslichte eine 2 bis 30 fache Verschiedenheit der Empfindlichkeit auf.
- Der Verfasser dehnte die photometrischen Versuche auf Bromsilber-, Jodbromsilber-, Chlorsilber-Gelatine, nasses Jodbrom-Collodion und gefärbte (eosinhaltige) Bromsilber-Gelatine aus und bezog Tageslicht, Gaslicht, Amylaeetatlieht, blaues Phos-phorescenzlieht (von Warnerke’s Sensitometer) und Magnesiumsiumlicht in die Untersuchungen ein0).
- Die Resultate sind übersichtlich in umstehender Tabelle geordnet.
- Daraus folgt deutlich, dass das Verhältniss der Empfindlichkeit verschiedener lichtempfindlicher Substanzen sehr bedeutend schwankt, je nach der Qualität der Lichtquelle. Diese Schwankungen sind so bedeutend, dass sie beim ungefärbten Bromsilber uud beim eosinhaltigen Bromsilber das 100fache ausmachen können, je nachdem man es bei Tageslichte oder gelbem Natriumlichte prüft. Auch bei Gaslichte ist der Unterschied auffallend.
- Bel Brom- und Chiorsilber-Gelatine schwankt z. B. das Verhältniss der Empfindlichkeit beider das um 10 fache, bei Bromsilber - und Jodbromsilber-Gelatine um das 2 bis 1 fache, je nachdem man bei Tageslichte oder Amylacetatlichte (oder was ungefähr dasselbe ist, bei Gas- oder Kerzenlichte) die sensitometrisehe Vergleichung vornimmt.
- L Eleetroteehnisehe Zeitschrift. Bd. 5, S. 20.
- ~) Phot. News. 1884. S. 787.
- V Phot. Woehenbl. 1885. S. 34.
- L Phot. News. 1882. S. 230.
- °) Phot. Journ. 1885. S. 71.
- 6) Sitzungsber. d. K. Akademie d. Wissenseh. in Wien. II. Abtheilung. 1885. ^atshefte für Chemie. 1885.
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- Dritter TDeil. Zwölftes Capitel,
- die Lichtempfindlichkeit von Lichtempfindlichkeit von für die Lichtquelle
- Bromsilber-Gelatine ver- nassem Jodbrom-Col lo-
- hält sich zur . . . dion wie .... 1 1 Vs Tageslicht.
- desgl. desgl. 3 : IVm blaues Phosphores-
- cer.zlieht.
- desgl. desgl. 1 : Vr Amylaeetatlicht.
- desgl. Chlorsilber - Gelatine
- wie ...... 1 : 3U bis 1/7 Tageslicht.
- desgl. desgl. 1 :1/10 bis 1:go Amylaeetatlicht.
- desgl. desgl. 1 : 3ji bis 1 Magnesium licht.
- desgl. eosinhaltiger Bromsil-
- ber-Gelatiue wie 1: J/3 bis 9/U) Tageslicht.
- desgl. desgl. 1 : 1 bis 3 Amylaeetatlicht.
- desgl. desgl. 1 : 10 bis BO Natrinmlieht L.
- desgl. Jodbrom - Gelatine (fer-
- tige Bromsilber-Ge-
- latine mit 10 bis 20 Proc. Jodsilber-Gelatine gemischt) . 1 : 1/2 bis Cg Tageslicht.
- desgl. desgl. 1 : bis 2 blaues Phosphores-
- ! j cenzlicht.
- Der Schlüssel zu dieser Erscheinung liegt selbstverständlich, in der verschiedenen Farbenempfindlichkeit cler einzelnen photographischen Präparate. Andererseits zeigen auch die Spectra verschiedener Lichtquellen eine abweichende Helligkeit in den verschiedenen farbigen Theiieu ihres Speetrums. Z. B. ist das Lieht des brennenden Amylacetates, ferner Gas- und Kerzenlicht relativ sehr reich an rntbcn, gelben, grünen und hellblauen Strahlen, dagegen sehr arm an dunkelblauen, violetten und ultravioletten; von diesen letzteren aber enthält das Tageslicht eine reichliche Menge. Das Spectrum des blauen Phosphoreseenzlichtes beschränkt sieh auf ein schmales Band (zwischen G und Fj im Blau2).
- Weiter folgt daraus, dass weder die photometrisehen Bestimmungen bei Gas- oder Amylaeetatlicht, noch jene bei blauem Phosphoreseenzlichte oder Magnesium lichte aneb für Tageslicht Geltung haben. In einigen Fällen nähern sich die Resultate des Amylaeetatlichtes mehr dem Tageslichte, als das Phosphoreseenz 1 ieht: in anderen Fällen aber nicht. Arbeitet man dagegen mit ein und derselben Silberverbindung (z. B. Bromsilber) in verschiedenen Graden der Reife, so sind die Resultate nicht m abweichend. Wenn die Empfindlichkeit einer durch Digestion „gereiften" Bromsdi,e1' Geiatine bei der Probe in Warnerke’s Sensitometer (Phosphoresceuzlicht) sich ab 2mal so empfindlich als vor dem Reiten erwies, so fand der Verfasser ungefähr da* selbe Resultat am Tageslichte. Für solche Fälle wird sich der Gebrauch von ^aI nerke’s Sensitometer oder anderer derartiger Instrumente noch immer empfeld®' wenn es sich nicht um absolut genaue Zahlen handelt.
- 1) Eine nicht leuchtende Gasflamme, in welche Chlornatrium ei «geführt wuue
- 2) Siehe nähere Angaben und Figuren der genannten Spectra in Eder s i
- (S. 140) citirter Abhandlung.
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- Prüfung der auf die Platten aufgetragenen Emulsion etc.
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- IV. Bestimmung' der Gradation ron Gelatineplatten.
- Bei der Herstellung von brauchbaren Trockenplatten handelt es sich nicht nur um grosse Empfindlichkeit, sondern in noch höherem Grade imi die correete Wiedergabe von Jucht. Halbschatten und Schatten. Mit anderen Worten, es soll im Negativ die Scala der Abseh attirun gen richtig wiedergegeben werden; diese Scala soll harmonisch abgestuft oder gut graduirt sein. (Vergl. über diese Verhältnisse im II. Theil dieses Werkes Seite 3, woselbst mehrere Figuren dieselbe erläutern.)
- Unreife Silberoxydammoniak-Emulsion ist (wenn man sie mit vollem Gelatinegehalt bei 35 Grad 0. mischt und nur einige Minuten digerirt) wenig empfindlich (12 bis 15 Grad W.). Sie arbeitet hart, weil die Lichter sich kräftig bis zur Undurchsichtigkeit entwickeln lassen, aber
- 8. Sensitometerprobe einer zu harten Platte.
- Fig. 9. Sensitoineterprobe einer zu flauen Platte.
- die Halbschatten immer ganz dünn werden. Mit anderen Worten: Die Scala der Gradation sinkt von der Undurchsichtigkeit sehr rasch zur sehr geringen Dichte auf Null.
- Fig. 8 zeigt als Beispiel die Sensitoineterprobe einer solchen Platte. 5ummer 1 ist ganz schwarz: die folgenden Nummern werden deutlich nasch lichter und bei 10 bis 15 sinkt die Wirkung rasch.
- kebermässig lange digerirte hochempfindliche Emulsion verhält sieh Glllz anders. Die hellsten Lichter und mittelstarken lichter bewirken nahezu gleich starke Schwärzung im Entwickler, welche schwer bis zur adligen Undnrelisichkeit zu bringen ist. Deshalb mangeln die Spitz-dUter irn Porträt und der hellerJenehteten Partie des Gesichtes mangelt die Zeichnung. Der Uebergang zu den schwächeren Lichtern erfolgt -Hü langsam; die tiefen Schatten zeichnen sich aber vollständig durch.
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- Dritter Theil. Zmölfies Capitel.
- Mit anderen Worten: Der Scala der Gradation mangelt die völlig undurchsichtige Schwärze. Die starken und mittel schwachen Liehtwirlmngen geben eine gleichmässige mittlere Schwärzung z. B. in Fig. 9 von 1 bis 7. Dann sinkt die Dichte sehr langsam, so dass 8 bis 10 oder 15 noch ziemlich dicht sind und die Abstufung bis 20 verläuft. Solche Emulsionen geben sehr empfindliche Blatten, welchen die Spitzliehter mangeln und welche hellerleuchtete Gegenstände häufig monoton wiedergeben. Je reichlicher man belichtet, desto schlechter wird die Gradation; bei Momentaufnahmen dagegen bewähren sieh diese Platten gut. Entwickelt man mit Pjro, so decken die hohen Lichter besser als bei der Entwickelung mit Eisen, und machen die Scala scheinbar (beim Copiren) rascher zur Intensität ansteigen: darum zieht man in der Praxis für solche Platten den Pyro-Entwickler vor.
- Bei der sauren Siede-Emulsion verhält es sich umgekehrt. Hier arbeiten die unreifen Emulsionen dünn und erst nach der Digestion in in der Wärme erhält man kräftige Bilder.
- Es ist unendlich wichtig, eine Emulsion darzustellen, welche eine gute Gradation gibt. Im Allgemeinen ist es leichter, mit dem sauren Siedeprocesse gut graduirte Emulsionen zu erzielen ().
- Bei den ammoniakalischen Emulsionen fällt häufig bei gewissen Nummern der Sensitometer-Scala plötzlich die Dichte.
- Eine aminoniakalische Emulsion gibt jedoch eine sehr schöne Abstufung der Mittel töne (sog. Gradation), wenn die Digestion nicht übermässig lange fortgeführt wurde, um hohe Empfindlichkeit zu erzielen. Ueberreife ammoniakalische Emulsionen geben monotone flache Bilder, denen die Zeichnung in den Lichtern fehlt. Bei einer sauren Siede-Emulsion ist dies, wie auch Cowan angibt1 2), weniger zu fürchten, und Abney schreibt der Siede-Emulsion eine bessere Wiedergabe der Schatten-Abstufungen zu, als der ammoniakalischen Emulsion3): dieses ist aber nach des Verfassers Erfahrungen gewiss nicht allgemein gültig und man kann mit beiden Arten von Emulsion Resultate ersten Ranges erzielen. Gewöhnlich mischt man harte (unempfindliche) und weiche (hochempfindliche) Emulsion, wie nachstehend gezeigt wird.
- Y. Das Mischen mehrerer Emulsionen von verschiedener Empfindlichkeit lind Intensität.
- Mischt man Emulsion, welche von Nummer 1 bis 8 oder 10 de" Warn er k e-Sensitometers sehr kräftig und rasch sinkend graduirt sind-
- 1) Abney, Warnerke (Phot. Joum, 1882. BdL 7, S. 35).
- 2) Phot. News. 1882. S. 765.
- 3) Ebendaselbst.
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- Prüfung der auf die Platten aufgetragenen Emulsion ete.
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- (wie z. B. Fig. 8) mit einer anderen, welche von Nummer 1 bis 10 zu dünn und zu langsam sinkend graduirt ist, dagegen von 10 bis 20 gut abgestuft erscheint (wie z. B. Fig. 9), so erhält man eine von Nummer 1 bis 19 oder 20 continuirlich und gut abgestufte Scala. Es haben sich die entgegengesetzten Fehler der Emulsion compensirt.
- Mischt man eine hochempfindliche, aber nicht mehr ganz klar arbeitende Emulsion mit nicht gereifter Bromsilber-Gelatine, so ist, wie der Verfasser zuerst im Jahre 1882 angab1), der Erfolg sehr befriedigend. Schon Vio bis V20 der letzteren bewirkt völlige Klarheit sowie geringere Kraft und schadet der Empfindlichkeit nicht merklich. Im Gegentheih es waren mehr Details durch längeres Entwickeln herauszubringen. Ein Zusatz von gleichviel ungereifter Emulsion drückt die Empfindlichkeit herab.
- Mit Hülfe dieser und ähnlicher Misehungs-Verfahren lässt sich die Undurchsichtigkeit einer Emulsion bedeutend erhöhen, ohne dass die Empfindlichkeit leidet.
- Mischt man Emulsionen von verschiedener Empfindlichkeit und ungefähr gleichem Silbergehalte, so wird das Gemisch empfindlicher als das Mittel der Empfindlichkeit beider, wie zuerst Bur ton veröffentlichte2) und der Verfasser gleichfalls wiederholt beobachtete.
- Der Fabrikant kann sich durch Abmischen von weich und hart arbeitender Emulsion jede beliebige Zwischenstufe hersteilen.
- Wilde bemerkt ganz richtig3): „Bei aller Aufmerksamkeit fallen die Emulsionen doch oft recht verschieden aus. — Um eine Emulsion zu gewinnen, die mir Platten von stets gleichen Eigenschaften liefert, fertige ich stets drei bis vier Partien gleichzeitig an, in welchen die Verhältnisse des Silbers zum Bromkalium verschieden sind und bei welchen zum Eeifen auch verschiedene Temperaturgrade angewendet 'werden. Jede derselben wird allein versucht. Aus den gewonnenen Besultaten wird dann der Schluss gezogen, in welchen Verhältnissen dieselben zu mischen sind. — Dieses Verfahren dürfte für stark beschäftigte Photographen zn zeitraubend, für weniger beschäftigte zu kostspielig sein, s°lhe aber von denen befolgt werden, die, wrie ich, Platten und Emulsion zum Verkauf anfertigen, um ihre Abnehmer stets gleichmässig bedienen zu können. Auf diese Weise ist es auch leicht, den Anforderungen der Einzelnen Bechnung zu tragen. Der Eine will sehr kräftige Negative. Jer Andere weiche oder dünne, zarte. Die Ansprüche an den Charakter
- U Phot. Corresp. 1882. S. 149.
- 2) Brit. Journ. Phot. 1884. Nr. 1252. Phot. Arch. 1884. S. 181.
- 3) Phot. Corresp. 1881. S. 101.
- ^eri Handbuch der Photographie. III. Theil. 4. Anfl.
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- 146 Dritter Theil. Zwölftes Capitel.
- der Negative, also auch an die Eigenschaften der Gelatine-Emulsion, sind sehr verschieden.“
- Nach Burton1) mischen englische Fabrikanten Koch-Emulsion mit Silberoxydammoniak-Emulsion, was schon früher der Verfasser in der 2. Auflage seines Werkes empfohlen hatte2); Oowan3) in England mischt mehrere Quantitäten von Koch-Emulsion. Sehr gut eignet sieh nach den Versuchen den Verfassers auch eine Mischung von kräftiger Silberoxydammoniak-Emulsion (siehe unten) mit dünner sehr empfindlicher Henderson-Emulsion (siehe unten) oder anderer Bapid-Emulsion (siehe unten).
- 1) Phot. News. 1884. S. 286.
- 2) Eder’s Theorie und Praxis der Photographie mit Bromsilber-Gelatine, 1883. Seite 99.
- 3) Phot. News. 1883. S. 131.
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- DREIZEHNTES CAPITEL.
- ÜBEB DIE WIRKUNG DES SONNENSPEOTRUMS AUF VERSCHIEDENE EMULSIONEN UND DER EINFLUSS VON FARBSTOFFEN UND ANDEREN ZUSÄTZEN AUF DIE FARBENEMPFINDLICHKEIT VON GELATINE - PLATTEN.
- Die Wirkung des Sonnenspectrums auf die verschiedenen Silber-Emulsionen bat practische Bedeutung, weil bei diesen Untersuchungen allein die Wirkung der Farbe klar und rein zu Tage tritt. Ueber die Ausführung und die Apparate wurde in Kürze im I. Theil dieses Werkes gesprochen.
- H, W. Vogel1), Abney2) und Schumann3) wendeten schon vor mehreren Jahren ihr Augenmerk auf die Empfindlichkeit verschiedener Silberverbindungen in Bromsilber-Gelatine-Emulsionen, denen sich der Verfasser mit seinen im Jahre 1884 begonnenen Untersuchungen anschloss.
- Prof. Vogel hob hervor:
- L Bromsilber-Collodion zeigt das Maximum der Empfindlichkeit inimer bei G (Wellenlänge 410 bis 438).
- 2. Bromsilber-Gelatine, gleichviel ob in der Kälte oder in der Wärme gebildet, gleichviel ob gekocht oder nicht gekocht, digerirt oder nicht Aigerin, zeigt das Maximum der Empfindlichkeit im Hellblau (Wellen-länge 450: Schwankungen von 420 bis 460). Kochen, Digeriren oder ^handeln mit Ammoniak hat bei der Bromsilber-Gelatine nur die Folge,
- D Phot. Mitth. 1882. Bd. 19, S, 33, 94 und 108.
- 2) Phot. News. 1882. S. 181 u. ff. nach Lodon Boyal Society, Proc.
- 3) Phot. Wochenbl. 1882, 1883 u. ff Bd.
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- Dritter Theil. Dreizehntes Capitel.
- dass die Empfindlichkeit, für die übrigen Farbenstrahlen Violett. Ultraviolett und für Grün und Both erheblich wächst (für die schwach brechbaren Strahlen in massigem Grade). ‘
- 3. Bromsilber-Gelatine in Vogel'scher Emulsion (Collodion- Gelatine. Alkohol, Eisessig) übergeführt, zeigt das Maximum der Empfindlichkeit, wie die ursprüngliche Gelatine-Emulsion, aber dabei eine vermehrte Empfindlichkeit für Grün bis Both.
- 4. Bromsilber-Collodion in Vogel’sehe Emulsion (durch Zusatz von Eisessig-Gelatine) verwandelt, verhält sieh wie 1.
- 5. Das sogenannte grüne Bromsilber, welches man in Collodion-Emulsion durch Zusatz von Ammoniak erhält, ist mit dem grünen Bromsilber der gereiften Emulsion nicht identisch, sondern hat das Maximum der Empfindlichkeit wie 1.
- 6. Ohlorsilber-Collodion zeigt das Maximum der Empfindlichkeit, um die beiden H-Linien (Wellenlänge 309 bis 403).
- Mit, Bücksicht darauf, dass die Bezeichnung des Bromsilbers nach der Farbe (weiss oder grün etc., s. Cap. III und V) keinen sicheren Anhaltspunkt über seine wahre Natur gewährt, zumal schon Ueberschuss von Bromalkali oder Silbernitrat die Farbe beeinflusst, nennt Vogel das Bromsilber in der Gelatine-Emulsion nach der Stelle seiner stärksten Empfindlichkeit für dass Spectrum: blauempfindliches Bromsilber, und das der Collodion-Emulsion indigoempfindliehes Bromsilber.
- I. Wirkung des Sonnenspectrums auf Brom- und Chlorsilber-G eiatme ohne Entwiekelung.
- Belichtet man Bromsilber und Chlorsilber-Gelatine-Emulsion im Sonnenspeetrum bis es sich bräunt (ohne Benutzung eines Entwicklers), so zeigt sich (bei Anwendung von Glasprismen) folgendes:
- Unreifes Bromsilber, sowie hochempfindliches zeigt im Allgemeinen denselben Verlauf der Zersetzung im Spectrum, wie dies auf S. 150 bezüglich des Bildes mit Anwendung eines Entwicklers beschrieben wurde, nur muss man viel länger belichten. Bei hochempfindlichem Brom' silber erstreckt sich dann eine schwache Wirkung bis ins Both (Abney).
- Chlorsilber-Gelatine (ohne Entwiekelung) wird am stärksten an dei Grenze des Violett ins Ultraviolett affieirt, ähnlich wie wir dies beim Entwiekelungsproeesse auf S. 154 gesehen haben.
- "Während bei reinem Chlorsilber die "Wirkung des Spectrums m Violett und Blau sehr rasch auf Null herabsinkt, macht eine Beimengrm? von citronensaurem Silberoxyd das Chlorsilber viel empfindlicher Ui
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- Ueber die Wirkung des Sonnenspeetrums etc.
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- Blau. Grün und Gelb (Abney1). Ein Gemisch von Chlorsilber und citronensaurem Silberoxyd wird deshalb von einer grösseren Anzahl verschiedenartiger Lichtstrahlen affieirt, was für Copirprocesse günstig ist. In der That finden solche Gemische im Copirprocesse auf Glas etc. Anwendung.
- II. Bromsilber in Form von Gelatine-Emulsion mit Entwickelung.
- Bromsilber verhält sich gegen das Sonnenspectrum verschieden, je nachdem es in Collodion oder Gelatine emulsifilcirt ist, worauf schon in Theil II, Heft 8, S. 224 dieses Handbuches aufmerksam gemacht und die Curven der SpeetralWirkung abgedruekt werden. Aehnliche Verschiedenheit zeigt Chlor- und Jodsilber, je nachdem es in der einen oder der andern Substanz emulsificirt ist.
- Uns interessirt hier nur Gelatine-Emulsion.
- Der Verfasser gibt hier seine ausführlichen Untersuchungen aus seiner grösseren Abhandlung in den „Berichten der kaiserl. Academie der Wissenschaften in Wien“ (vorgelegt in der Sitzung am 4. De-eember 1884. Bd. 90, Abtheilung II, Decemberheft) wieder. Betreffs der verwendeten Speetralapparate mit Glasprismen sei auf die Originalabhandlung2) verwiesen.
- Mischt man Silbernitrat-Lösung mit überschüssigem Bromammonium bei Gegenwart von Gelatine, so bildet sich „feinzertheiltes pulveriges Bromsilber“, welches in der Durchsicht roth erscheint. Mit dieser Emulsion3) überzogene und getrocknete Platten zeigen nach kurzer Exposition an das Sonnenspectrum und Entwickelung mit Eisenoxalat4) oder alkalischem Pyrogallol5 6) eine Wirkung von Violett bis Blaugrün 1H bis nahe zu F) mit dem Maximum der Wirkung von GJ/3 FQ). Bei
- 1) Phot. News. 1882. S. 301. Daselbst eine Figur mit dem Diagramm der Speetral Wirkung.
- 2) Abgedruckt auch in Phot. Corresp. 1885.
- 3) Folgender Vorgang zur Herstellung solcher Emulsion erweist sich als prac-fiseh: 30 g Silbernitrat werden in 250 ccm Wasser gelöst und soviel Ammoniak ku-?esetzt. bis der Anfangs entstandene Niederschlag sich wieder klar auflöst. Andereres werden 20 g Bromammonium und 30 bis 45 g Gelatine (harte Gelatine für
- fflulsionen'1 von der Gelatinefabrik in Winterthur) in der Wärme gelöst und hierauf y61. Lösungen bei 30 bis 35 Grad C. gemischt, indem man die Silber-Lösung in einen Portionen in die Bromsalz-Lösung einträgt und heftig schüttelt. Die Emulsion ^rd dann in eine flache Schale (welche in kaltem Wasser steht! gegossen, nach dem Starren in kleine Stücke zerschnitten und mit Wasser gewaschen.
- 1) 1 Vol. kalt gesättigte Eisenvitriol-Lösung, 4 Yol. kalt gesättigte neutrale uiumoxalat-Lösung (nähere Angaben XXV. Capitel).
- 0! 4L guter Entwickler ist der Glycerin-Pyrogallol-Entwickler zu empfehlen. *leh8 25. Capitel.
- 6) Das heisst ein Drittel der Distanz von G nach F.
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- Dritter Theil. Dreizehntes Capitel.
- längerer Belichtung schreitet die Wirkung beiderseits (bis M und JE) vor Die Curve 1, Fig. 10 gibt ein Bild, von den Intensivverhältnissen der Wirkung des Speetrums, bezogen auf die Praunhofer’schen Linien (die punktirte Linie die Schwärzung nach kurzer, die voll ausgezogene nach langer Belichtung).
- Digerirt man die oben erwähnte ammoniakalische Emulsion bei 30 bis 40 Grad C. durch eine halbe Stunde, oder kocht sie, falls man das Ammoniak wegliess und die Beaction sauer war, eine halbe Stunde, so geht das Bromsilber in die „feinzertheilte körnige Modification" über;
- C B A
- Big. 10.
- 1 bis 3 Spectrumbild auf verschiedenen Modificationen des Bromsilbers. — 4 auf Jodsilber-Gelatine-— 5 auf gemischter Jodsilber-Gelatine und Bromsilber - Gelatine. — 6 auf zusammendigerirtem J°&~ bromsilber. — 7 auf gemischtem Jodgilber und Chlorsilber-Gelatine.
- das Korn des Bromsilbers vergrössert sich hierbei, lässt in dünner Schiebt blaues Licht durch und die Gesammtemphndlichkeit gegen weisses Licht steigt, was in meiner früheren Abhandlung a. a. 0. beschrieben wurde. Zugleich rückt die Empfindlichkeit gegen Violett und Grün im Spectrum vor: das Maximum der Empfindlichkeit geht etwas weiter gegen F-(01l2F). Die Wirkung erscheint aber zwischen O und F nicht mehr so intensiv; die Curve der Speetral Wirkung verflacht sich und erstreckt sich bei längerer Exposition einerseits bis N andererseits bis D uD darüber hinaus (Curve 2 mit kurzer und längerer Exposition).
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- lieber die Wirkung des Sonnenspeetrums ete.
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- Bei einer 3 bis 10 mal längeren Digestion als zur Erzielung des erwähnten Resultates nothwendig ist, nähert sich das Bromsilber der Zersetzung: zugleich ändert sich die Curve der Spectralwirkung. Sie verflacht sich immer mehr, liefert kein scharf erkennbares Maximum1); dem photographischen Bilde mangelt die Intensität. Es steigt die Empfindlichkeit gegen weisses Licht, sowie gegen die weniger brechbaren Strahlen (Ourve 3).
- Curve 3 entsteht bei längerer Digestion der soeben erwähnten Emulsion, aber noch sicherer, wenn man den Gelatinegehalt der Flüssigkeit während der Digestion sehr vermindert, z. B. auf 1/2 Proc. von der Flüssigkeit. Dazu kann die in der vorigen Note gegebene Emulsionsvorschrift benutzt werden, indem man während der x/2 oder s/4 ständigen Digestion nur 2 g Gelatine nimmt und den Best erst nachher (unmittelbar vor dem Erstarren) zusetzt. Aehnliche Resultate liefert auch die unter dem Namen „Henderson’s kalte Emulsion“ bekannte Darstellungsmethode. Die Gesammtempfindlichkeit solcher Emulsionen ist sehr gross, die Wiedergabe der Details in den schwach erleuchteten Stellen gut, dagegen verschwimmen die hellen Lichter; bei der Photographie von Metallspectren wird sie indessen gute Dienste leisten.
- Nach längeren Versuchen gelang es mir, mit Sicherheit die Wirkungs-curven durch geänderte Darstellungsweisen der Emulsion zu erzielen.
- Curve 1 tritt am sichersten auf, wenn das Bromsilber in dicker Flüssigkeit (bei Gegenwart von viel Gelatine z. B. 5 Proc. von der Flüssigkeit) und etwas Ammoniak nur kurz digerirt wird (Vorschrift s. o.).
- Curve 2 ergibt sich aus 3 bei längerer Digestion. Die meisten Gelatine-Emulsion-Trockenplatten des Handels, welche in der practischen Photographie verwendet werden, geben ähnliche Spectrumbilder. Emulsionen. welche solche Curven geben, eignen sich im Allgemeinen am besten zu Spectraluntersuehungen, wie die vorliegenden. Deshalb sei hier meine erprobte Methode mitgetheilt2).
- 1) Photometrisehe Versuche in einem Scalenphotometer (s. Eder’s Ausführliches Handbuch der Photographie. 1883. Bd. 1, S. 183) zeigen, dass solche Brom-*dber-Gelatineschichten schon nach sehr kurzer Belichtung ein photographisches ent-mVelungsfähiges Bild geben, jedoch steigt die Intensität des Bildes nicht proportional ffi]t der Lichtwirkung, sondern erreicht bald ein Maximum, welches bei stärkerer Lieht-^irkung nicht überschritten werden kann. Es mangelt deshalb solchen Bildern die
- bstik in den hell erleuchteten Partien.
- 2) 30 g Silbernitrat werden in 250 ccm Wasser gelöst und soviel Ammoniak ^gesetzt, bis der entstandene Niederschlag sieh wieder auflöst. Anderseits löst man ' bis 22 g Bromammonium, 0,2 bis 0,3 g Jodkalium und 40 g harte Winterthur-
- at-me in 250 ccm warmem Wasser. Man giesst unter Schütteln allmählich die er'Lösung in die Gelatine-Lösung, wobei die Temperatur beider Lösungen 30 Grad C.
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- Dritter Theil. Dreizehntes Capitel.
- Diese Fälle zeigen deutlich, dass sich das speetrale Verhalten des Bromsilbers mit: seiner moleeularen Struetur ändert, je nachdem es aus dick- oder dünnflüssigen Lösungen gefällt ist.
- III. Jodsilber in Form von Gelatine-Emulsion mit Entwickelung.
- Jodsilber mit überschüssigem Jodkalium gefällt, ist viele hundert Mal weniger lichtempfindlich als Bromsilber. Bei sehr langer Belichtung erhält man nach dem Hervorrufen mit alkalischem Pyrogallol ein schwaches Bild bei G. welches sieh noch bei längerer Belichtung bis gegen H und gegen F ausdehnt und ein Maximum bei G* llAF oder G1I%F hat (Curve 4).
- Wird fertige gewaschene Bromsilber - Gelatine mit 10 bis 50 Proe. gewaschener Jodsilber-Gelatine gemischt, so sinkt die Empfindlichkeit des Gemisches um etwas gegen weisses Licht und die Intensität des Bildes vermindert sich meistens stark, dagegen wächst die Klarheit und die Platten neigen weniger zur Bildung von Lichthöfen. Im Spectrum erscheinen dann zwei Maxima: Eines zwischen G und H. worauf ein Minimum folgt1), und ein anderes Maximum (meistens stärkeres) zwischen G und F. welch’ letzteres durch das Jodsilber bewirkt wird. Dadurch wird eine aus Jodsilber- und Bromsilber-Gelatine gemischte Emulsion quantitativ empfindlicher im Blau als reine gereifte Bromsilber-Gelatine, deren Speetrumbild in Curve 2 und 3 repräsentirt wird. Curve 5 (Pig. 10) kommt dem fertigen gemischten Jodsilber und Bromsilber in Form von Gelatine-Emulsion zu; die Ausdehnung der Curve nach Ultraviolett, und Grün liegt gewöhnlich zwischen Curve 1 und 2.
- Während dieses von Abney gefundene Verhalten von gemischtem Jodsilber und Bromsilber übereinstimmend anerkannt wurde und auch bei meinen Versuchen, wie erwähnt, deutlich zum Vorscheine kam. blieb die Frage zu entscheiden, ob bei langer Digestion solcher Emulsion diese beiden Maxima aufrecht erhalten bleiben oder in einander über-
- nieht übersteigen soll, digerirt eine halbe Stunde, giesst in eine flache Schale und lässt yöllig erstarren. Nach 6 bis 12 Stunden wird zerkleinert, 10 Stunden in fliessendein Wasser gewaschen und dann werden die Glasplatten mit der geschmolzenen Emulsion überzogen. Legt man die gewaschene Emulsion in viel Alkohol, so wird sie entwässert und hält sich im Finstern monatelang. — Der geringe .Jodgehah macht die Bilder klarer und verhindert das Zusammenwachsen der Spectrallinien, ohne sonst schädlich zu wirken. Bei ersten Versuchen über die Wirkung von Farbstoffen ist indessen das Arbeiten mit reiner Brom-Emulsion gerathen, um das Resultat nicht zu verwirren.
- 1) Dieses Minimum tritt auch auf, wenn man zu reiner Bromsilber-Gelatine etwas Jodkalium hinzufügt und damit Platten übergiesst, ohne lange zu digeriren, vrI(‘ auch Schumann fand.
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- Heber die Wirkung des Sonnenspeetrums ete. , 153
- o-ehen, wie Schumann angegeben hatte, was von anderer Seite an-ffezweifelt wurde.
- Bei meinen Yersuehen gingen tkatsäehlieh die getrennten Maxima von Brom- und Jodsilher hei V2 bis lsttindigem Erwärmen in ein einziges über, desgleichen. wenn Silbernitrat zu einem Gemische von Jodkalium und Bromkalium gegeben wurde, so dass die Fällung und nachfolgende Digestion von Jod- und Bromsilber gleichzeitig erfolgte. Die Empfindlichkeit einer solchen Emulsion gegen die weniger brechbaren Strahlen war grösser als die von reiner Bromsilber-Emulsion und das Maximum der Wirkung war etwas gegen F vorgeschoben, so dass sich die Richtigkeit der Schumann "sehen Angaben vollkommen bestätigt. Die Curve 8 zeigt das Verhalten von Jodbromsilber. Am günstigsten wirkte ein Gemisch von 1 Mol. Jodsilber auf 8 bis 20 Mol. Bromsilber. Wenn auch die jodsilberreicheren Emulsionen empfindlicher gegen Grün sind, so gehen doch die jodsilberärmeren kräftigere, hübschere Bilder, z. B. sobald das Bromsilber 5 Proe. Jodsilber enthält.
- Das photographische Verhalten von Jodbromsilber-Emulsionen drängt die Vermuthung auf, dass sich eine Art Doppelverbin düng von Jod- und Bromsilber bildet, was nicht unmöglich erscheint, da ja auch ein Gemisch von Chlor- und Jodsilber zu gleichen Mol. eine auffallende Erniedrigung des Schmelzpunktes zeigt (nach Kohlrauseh1) ist der Schmelzpunkt von Chlorjodsilber 260 Grad), im Vergleich zu Jodsilber (Schmelzpunkt 540 Grad) und Chlorsilber (Schmelzpunkt 485 Grad). Es deutet also nicht nur das Verhalten gegen Licht, sondern auch gegen V ärme auf eine Wechselwirkung der Halo'idsalze des Silbers hin. Auch das krystallisirte Bromchlorsilber, welches mineralogisch als Embolit vorkommt, wäre hier in Betracht zu ziehen.
- IV. Chlorsilber in Form von Gelatine-Emulsion mit Entwickelung.
- Chlorsilber-Gelatine (mit Ferrocitrat-Entwickler oder Ferrooxalat und bromkalium entwickelt) ist weniger empfindlich gegen weisses Licht als ßronisilber. Das Maximum der Empfindlichkeit liegt weher gegen Violett, resp. Ultraviolett, als bei Jod- und Bromsilber. Fig. 11. Curve 8
- /ei°t das Speetrumbild auf Chlorsilber-Gelatine im grossen Stein heil--eben Speetrographen. Das Maximum liegt an der Grenze des sichtbaren Violett und des Lltraviolett bei KR: die "Wirkung reicht bis N und F
- (jvd kurzer Belichtung nur bis L und 0\ Chlorsilber- und 10 bis ' 1 Proe. Jodsilber-Gelatine-Emulsion geben zwei getrennt erkennbare
- L Anna! Physik. Chemie 1882. Bd. 253, S. 612.
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- Dritter Thei’l. Dreizehntes Capitel.
- Maxima: Eines bei H (dem Chlorsilber angehörig), das andere bei G1jBF (dem Jodsilber angehörig), wie Curve 7 (Fig. 10) zeigt. Beim Digeriren oder Kochen solcher Emulsionen gleichen sich die beiden Maxima ähnlich wie beim Jodbromsilber aus. allerdings schwieriger und nicht in allen Fällen. Chlorjod-Emulsion verträgt stärkere Entwickler ohne verschleierte Bilder zu geben, als Chlorsilber-Emulsion und die Lichtempfindlich keit nähert sich mehr jener des Bromsilbers, ohne das letztere zu erreichen.
- Bromchlorsilber gibt ein Spectrumbild, welches der Combinatiou der beiden einzelnen entspricht. Auf Jodbromchlorsilber erhält man ein Spectrum, welches ähnlich dem Jodchlor oder Jodbrom ist. aber etwas weiter gegen Both reicht,
- N_____M__ L K H G FE D C B A
- 8 und 9
- Fig. 11.
- Spectrumbild auf Chlorsilber-Gelatine.
- Y. Einwirkung yoii Farbstoffen als optische Sensibilisatoren auf Bromsilber-Gelatine bezüglich der Steigerung der Lielit-empfindliehkeit gegenüber grünen, gelben und rothen Strahlen.
- Obwohl Bromsilber bei langer Belichtung eine Wirkung in Spectral-gelb und darüber hinaus zeigt, ist sie doch so gering, dass die damit erhaltenen Bilder dünn und verschwommen sind. Prof. H. \V. Vogel entdeckte im .Jahre 1873 die Thatsache. dass beigemengte Farbstoffe das Bromsilber-Collodion für grüne, gelbe und rothe Lichtstrahlen empfindlich machen (sensibilisiren). wenn sie selbe absorbiren r). Das Verhalten von Brom.-. Chlor- und Jodsilber in Collodion gegen solche „optische Sensibilisatoren“, wurde von ihm. sowie Waterhouse. Becquerel u. A. weiter verfolgt2) und von Ducos du Mauron3) und Gros4) sowie dem Verfasser praktisch verwerthet,
- 1) Berichte d. deutsch, ehern. Gesellseh. 1873. S. 130.7 u. ft'. Jahrgänge Phot-Mitth. Bd. 9. S. 230 u. ft'.
- 2) Eine vollständige üebersieht, s. Ed er's Ausführliches Handbuch der Photographie 1884. Bd. 1, S. 50 und Bd. 2. S. 14.
- 3) Phot. Corresp. Bd. 40, S. 193 und 229. Auch Eder s Handbuch der Photographie, Heft 7,
- 4i Phot. Corresp. Bd. 10, S. 107. Auch Eders Handbuch der Photograph^-Heft 7,
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- Ueber die Wirkung des Sonnenspeetrums etc.
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- Mittlerweile erlitt die Photographie durch Einführung des Bromsilber-Gelatineverfahrens eine völlige Umwälzung. Es mussten neue Darstellungs- und Entwickelungsmethoden gefunden werden und die ..optischen Sensibilisatoren“, mit denen man Bromsilber-Gelatine färbte, erwiesen sich anfangs von so zweifelhafter Wirkung, dass Prof. Yogel die Trägheit der Bromsilbergelatine gegen optische Sensibilisatoren als Merkmal dieser ..Modifieation“ des Bromsilbers ansah1), obsehon ihm die schwache sensihilisirende Wirkung z. B. von Anilinroth bekannt war. Da traten die Firma Attout (genannt Tailfer) und Clayton mit einem französischen Patente hervor (Brevet 152645 vom 13. De-cember 1882, resp. 29. März 1883), nach welchem Bromsilher-Gelatine durch Eosin stark gelhempfindlich gemacht ward; sie nannten diese Platten „isochromatisch“ und verwendeten sie zum Photographiren von farbigen Geweben etc.
- Mit der Untersuchung der Farben-Sensibilisatoren befasste sich namentlich H. W. Yogel, Schumann sowie der Yerfasser, welcher über 140 Farbstoffe der Untersuchung auf ihre sensihilisirende Wirkung, und zwar in theoretischer und praetischer Hinsicht unterzog, worüber im Folgenden berichtet wird.
- Ueber die Art, Bromsilber-Ctelatine zu färben.
- Dies kann in zweifacher Weise geschehen: entweder durch Zusetzen von Farbstoff zur flüssigen Emulsion oder Baden der fertigen trockenen Platte in der wässerigen oder auch alkoholischen Lösung (letztere wirkt in der Regel weniger günstig als eine wässerige Lösung, da Alkohol in die Gelatine schlecht eindringt). Gebadete Platten wirken häufig besser, besonders wenn man Ammoniak zusetzt, in welchem Falle jedoch vorausgesetzt wird, dass der Farbstoff durch Ammoniak nicht zerstört wird. Diese Vortheile der „Badeplatte“ ä-ussern sich in grösserer Farbenempfindlichkeit, namentlich bei Eosin-, Erythrosin- oder Cyaninplatten, was zuerst V. Schumann angab. Er constatirte im October 1885, dass fertige Emulsionsplatten, in Eosinlösung gebadet, viermal gelbempfindlicher sind, als dieselbe Emulsion flüssig mit der Farbe gemischt; ebenso verhält sich Cyanin. Prof. Vogel bestätigte dieselbe Angabe für Azalin (d i. eine Mischung von Ohinolinroth und Cyanin). Dr. Mallmann und Scolik für Erythrosin. Der Verfasser fand bei der Wiederholung der Versuche dies für alle Farben der Eosin- und C yaningruppe gütig.
- Günstig wirkt ein Vorbad der Platte mit wässerigem Ammoniak. V. Schumann empfiehlt zur Herstellung orthochromatischer Platten im Photographischen Wochenblatt 1885, S. 395 und 1886, S. 49 ein Vorbad von 100 ccm Wasser und 0.25 bis -ccm Aetzammoniak gebracht, worin sieh die Schicht lockert; nach 2 Minuten nimmt man sie heraus, lässt abtropfen und badet in einer Cyaninlösiing (100 Theile Wasser. 1 bis 2 Theile Ammoniak, 5 bis 10 Theile Alkohol, 2 bis 5 Theile alkoholische Cyanin-b>sung 1:500) durch 2 bis 4 Minuten und trocknet. Schumann erhielt mit den paninplatten nicht nur schöne Speetrumphotographien bis ins Roth, sondern auch °ühochromatische Photographien von Oelbildern.
- P Phot. News. 1883. S. 426.
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- Dr. Mallmann und Seolik (Phot. Corresp. 1886, S. 140) sc-hliessen sieh dem Vorgänge Schumann’s an, benutzen gleichfalls ein Ammoniak-Vorbad, wenden aber statt Cyanin ein Erythronsinbad (25 ccm Erythrösinlösung 1:1000 , 4 ccm Ammoniak 175 ccm Wassen) an, welche eine grössere Empfindlichkeit für gelbgrün geben (Eder’s Jahrbuch f. Phot, für 1887. S. 309).
- Capt. Abney veröffentlichte (1888. Phot. News) eine längere Abhandlung über Wirkung des Spectrums auf gefärbte Bromsilberplatten. Dieselbe ist zu umfangreich um hier ausführlicher mitgetheilt zu werden. Die Betrachtung gipfelt in ihrer prac-tisehen Anwendung darin, dass es möglich sein soll, gewöhnliche Bromsilbergelatineplatten durch Uebergiessen mit gefärbtem Collodion oder Lack farbenempfindlich oder orthochromatisch zu machen. Nach Abney soll der bloss oberflächliche Contanct genügen um die orthochromatische Wirkung auf Bromsilber zu verursachen.
- Die Methode sollte den Vortheil haben, dass man auch alkoholische Earben-lösung auf Bromsilbergelatine anwenden kann.
- Wellington sowie Pringle versuchten nach Abney’s Vorschläge einen orthochromatischen Effect dadurch zu erzielen, dass sie Gelatineplatten mit gefärbtem Collodion (Erythrosin) überzogen; weder schwache noch starke Färbungen des Collo-dions (1 :1000 bis 1 :10000) gaben einen orthochromatischen Effect. (Phot. News. 1888. S. 415.)
- Auch Prof. Dr. H. W. Vogel bemerkt, dass die Abney’sehe Methode der Herstellung orthochromatischer Platten (Ueberziehen von Gelatineplatten mit gefärbtem Collodion) sehr unempfindliche Platten gibt; es liegt in diesem Falle der gesummte Farbstoff über der Platte, während er am besten wirkt, wenn er innig mit dem Bromsilber vermischt ist. (Phot. Mitth 1888. Bd. 25, S. 117.)
- Der Verfasser erhielt mit Abney’s Methode wesentlich ungünstigere (Resultate als durch das Baden der Platten.
- Quantität des zugesetzten Farbstoffes.
- Die richtige Concentration des Farbstoffes ist das erste Erforderniss des Gelingens, was ich als bekannt voraussetze. Zuviel drückt die Gesammtempfindliehkeit herab, indem allzu dicke Farbstoffsehichten über dem Bromsilber den Zutritt des Lichtes zu sehr hemmen; oft verwischen sich dann die Maximalwirkungen. Zu wenig Farbstoff lässt die Wirkungen des optischen Sensibilisators zu sehr hinter die Eigenempfindlichkeit des Bromsilbers zurüektreten.
- Die beste Concentration ist bei verschiedenen Farbstoffen verschieden. Man versuche am besten zuerst einen Zusatz von 2 bis 4 mg pro 100 ccm Emulsion oder dieselbe Menge gelöst in Wasser, welche Lösung man dann als Bad für die getrockneten Platten (durch 2 bis 5 Minuten) anwendet. Farbstoffe von starkem Tingirungs-vermögen muss man verdünnter, andere zehnmal coneentrirter anwenden. Von Eosin genügt z. B. schon 1/]qooo Proe., um die Emulsion bemerklieh im Gelbgrün mit dem charakteristischen Streifen zu sensibilisiren, obschon das Auge keine röthliche Färbung wahrnimmt. Der Farbstoff kann aus solchen Gelatine-Emulsionen durch viele Stunden hindurch scheinbar ganz ausgewaschen werden und trotzdem ist seine sensibilisirende Wirkung im Spectrographen deutlich nachweisbar.
- TI. Wirkung yerschiedener Farbstoffe auf Bronisilber-Gelatine.
- Von der grossen Anzahl der untersuchten Farbstoffe erwies sieh nur ein Theil als optische Sensibilisatoren für Bromsilber-Gelatine. Bei der Wirkung derselben muss man unterscheiden;
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- 1. Den Einfluss auf die Gesammtempfindliehkeit der gefärbten Bromsilber-Gelatineplatte. Oft wird nämlich die Liehtempfindliehkeit für den blauen und violetten Theil des Speetrums berabgedrüekt, so dass sie nur z. B. ein Zehntel der ursprünglichen besitzt (die meisten der von mir untersuchten violetten und grünen und viele andere Farbstoffe zeigen diese Eigenschaft).
- 2. Den Einfluss auf die relative Empfindlichkeit für Gelb, Orange etc. Unabhängig davon, ob die Empfindlichkeit der gefärbten Bromsilbergelatine für den blauen Theil des Speetrums sinkt oder nicht, steigt dieselbe oft in Folge der Wirkung des Farbstoffes für Gelb, Orange etc. Z. B. sinkt bei Brom silbergelatineplatten durch den Zusatz von Rose bengal die Empfindlichkeit für Blau auf 1/3 oder 1/6, während die Empfindlichkeit für Gelbgrün (in der Nähe der Linie D) viel grösser wird als bei
- N MLKH G FE DCBA
- Pig. 12.
- 10. und 11. Speetrumbild auf Bromsilbergelatine gefärbt mit Methylviolett, Violett de Paris, Benzyl-tosanilin. Jodviolett, Dahlia, Gentianviolett, Säureviolett. — 12. Dasselbe mit Säuregrün, Solidgrün, Methylgrün, Brillantgrün. — 13. Mit Jodgrün — 14. Mit Cyanin. — 15. Mit Brora-Eosin. —
- 16. Mit Bose bengal und Ammoniak.
- ungefärbten Platten (vergl. auch beim Cyanin). Hier sinkt die Gesammtempfindlieh-keit ucd steigt die relative Gelbgriin-Empfindlichkeit; so dass solche gefärbte Platten l- B- drei bis sechsmal länger belichtet werden müssen, um ein photographisches Bild 1In Tageslichte zu geben, wobei dann allerdings gelbgrüne Pigmente kräftiger, blaue ^agegen gleich kräftig wie bei ungefärbten erschienen sind.
- Soll eine photographische Platte die Farben mit dem selben Helligkeitseffeet reprodueiren, wie sie dem menschlichen Auge erscheint, so soll das Orange (bei C)
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- und Hellblau (bei F) im Spectrum ungefähr gleich wirken, Gelb (bei D) achtmal und Gelbgrün (bei D) ungefähr zehnmal, Grün (bei E) etwa dreimal stärker als Hellblau wirken, Violett aber nur den zehnten Theil der Wirkung des letzteren haben Bis jetzt ist kein Verfahren beschrieben worden, welches diesen Anforderungen entspricht; wohl aber gelingt es durch Einschalten von gelben Gläsern das Blau soweit abzusehwachen, dass dann auf gefärbten Bromsilberplatten1) das Gelbgrün viel kräftiger als Blau und Violett auf der Platte erscheint, wie dies z. B. Curve 17 (Eosinplatten belichtet durch gelbes Glas) zeigt. Hier fehlt jedoch noch die Wirkung im Roth oder Orange. Für solche Platten, welche durch optische oder chemische Hilfsmittel alle Farben mit demselben Helligkeitseffect (Helligkeitswerth), welchen diese für das Auge haben, photographisch wiedergeben, schlage ich den Namen „orthochromatische Platten“ vor. Bekanntlich geben die jetzt gebräuchlichen photographischen Platten das Orange und Gelb viel dunkler (fast schwarz) als das Dunkelblau und Violett, welche fast wie Weiss wirken.
- Hofmann’s Violett, sowie verschiedene Handelssorten dieser Farbe, wie Dahlia, Primula, Jodviolett2), bewirken eine gesteigerte Empfindlichkeit der Bromsilber-Gelatine für Orange, Gelb und Grün, sowohl bei den in Wasser als in Alkohol löslichen Sorten. Die Gesammtempfindliehkeit sinkt, die gesteigerte Orangeempfindlichkeit hat das Maximum zwischen I) und C (etwas näher zu D). Bei kurzer Belichtung tritt dieses Maximum in der Lage von Curve 10 auf; bei längerer Belichtung erstreekt sich die Wirkung bis über C gegen Roth und ist durch das Grün — mit einem Minimum zwischen D und E — zu verfolgen. Sehr ähnlich wirkt auch das Methylviolett3), Violett de Paris und namentlich das Benzylrosanilinviolett (Methylviolett 6 B), Gentianaviolett B. Gentianaviolett BR, sowie das Säureviolett. Die Steigerung der Empfindlichkeit im Orange erfolgt bei allen diesen Farbstoffen an ziemlich derselben Stelle; nur tritt mitunter das Maximum steil und kräftig hervor (Curve 10), in anderen Fällen (bei geänderter Concentration und längerer Belichtung) verläuft aber die Curve der Wirkung allmählich zu einem schwachen Maximum zwischen D und C anwaehsend, sehr flach im Orange bis gegen Roth bei B. Die Intensität der Wirkung im Blau auf derartig gefärbte Bromsilber-Gelatine ist grösser als im Orange iEder). Die Farbenempfindlichkeit ist jedoch zu gering, um praetisch ver-wmrthet werden zu können.
- Von den grünen Farbstoffen: Säuregrün, Bittermandelölgrün (in den Handelssorten Solidgrün, Malachitgrün, Neugrün, Benzalgrün), ferner AethyL grün (Solidgrün J, Brillantgrün) und Methylgrün zeigen ziemlich übereinstimmend das Maximum der Rothempfindlichkeit bei C. Bei kurzer Belichtung be"
- 1) Die Gelb - und Rothempfindlichkeit gewöhnlicher ungefärbter Bromsilher-Gelatine ist so gering, dass man trotz vorgeschobener gelber Glässer ein Gemälde nicht eorreet im richtigen Helligkeitswerth der Pigmente photographiren kann.
- 2) Als Bad in 30 bis 40proeentigem Alkohol angewendet; ebenso die anderen „alkohollösliehen“ Violette.
- 3) Wellington gibt folgendes Reeept für orthochromatische Gelatineplatten. Man erhitzt 1 g Methylviolett mit einer Lösung von 280 cem Wasser und 22 g Kahum biehromat nahe zum Sieden. Es entsteht ein Niederschlag, den man filtrit, auswäsdü und in 360 ccm Alkohol löst. Dazu soll man 12 g Chinin setzen. Von der so er haltenen Lösung soll man 1 Theil Ammoniak mit 150 Theilen Wasser mischen. W News; Phot. Mitth. 1887, Bd. 24, S, 228.) — (Diese Vorschrift ist nach unseie» Versuchen nicht empfehlenswerth, Anm. des Herausgebers.)
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- schränkt sich die Wirkung der wenig brechbaren Strahlen auf dieses mehr oder weniger deutlich ausgedrüekte Maximum (Curve 12); bei längerer Belichtung aber ist eine Wirkung bis gegen B im Both bemerkbar, sowie im schwachen Grade über Gelb und Grün; dagegen entsteht ein viel kräftigeres Bild im Blau bis Ultraviolett. Diese Sensi-bilisirung der genannten grünen Farbstoffe für Both ist nur bei starkem directen Sonnenlichte und richtig gewählter Ooneentration nachweisbar; sie ist also nicht immer mit Sicherheit zu erkennen. Dasselbe gilt von Aldehydgrün und Chorophyll1), welches bei meinen Versuchen aber sehr selten eine bedeutende Bothempfindliehkeit der Bromsilbergelatine bewirkte (Eder).
- Jodgrün zeigte bei einer Sorte das Maximum der Wirkung zwischen D und C im Orange (Curve 13) und war gegen Both bis nahe zu A empfindlich; bei anderen Sorten (welche weniger blaugrün erschienen) lag das Maximum weiter gegen C im Roth. Die Versuche gelangen bei bedeutender Verdünnung sowie auch bei grösserer Ooneentration (Eder).
- Cyanin ist bei Bromsilber-Gelatine ein sehr guter Sensibilisator für Orange und Both, wie ich gleichzeitig mit Schumann fand. Dies gilt in erster Linie vom Jodeyanin, das ist das gewöhnliche Cyanin (Chinolinjodcyanin2). Bei kurzer Exposition erhält man neben der kräftigen Blauwirkung auch eine weniger starke Wirkung zwischen D und C (D1/3C bis D1/2C), während im Grün und Gelb nur wenig von einer Schwärzung bemerkbar ist i Curve 14). Bei längerer Belichtung erstreckt sich die Wirkung vom blauen Theil continuirlieh bis nach B im Both. Dabei tritt ein Minimum der Wirkung vor E auf (F2j$E): dann folgt ein schwaches nicht immer leicht erkennbares Maximum vor D (J£3/4D) und das erwähnte stärkere bei D lj2 C. Die überwiegende Hauptwirkung erfolgt aber, falls man kein gelbes Glas vorsehiebt, im Blau iCurve 14). Ganz ähnlich verhält sich Chlor-Cyanin, Sulfat-Oyanin und Nitrat-Cyan in, jedoch wirkt das Jod-Cyanin betreffs der Empfindlichkeit der damit gefärbten Platten am günstigsten, bei allen vier Cyaninarten liegt das Maximum der Orangeempfindlichkeit an derselben Stelle. Die Gesammtempfindliehkeit der Cyanin-platten gegen weisses Lieht ist geringer als die von ungefärbten Platten (vielleicht 1ho oder 1/5), die relative Orangeempfindlichkeit jedoch mehr als hundertmal grösser (Eder). Man muss beim Arbeiten damit stets gedämpftes dunkelrothes Licht anwenden und möglichst im Schatten arbeiten. Schumann empfiehlt, das rothe Licht durch braunes Papier zu dämpfen, was auch ich practisch fand.
- Mischt man dem Cyanin. mit welchem man die Emulsion färbt, etwas Ammoniak kei, so treten die Maxima der Wirkung kräftiger hervor.
- Cyan in ist unter den gegenwärtig bekannten Sensibilisatoren der beste für Orange und Both und ist besonders zur Speetrumphotographie in diesen Farbenbezirken sowie zur orthochromatischen Photographie von rothen Objecten geeignet. Am besten lst die Badeplatte (in ammoniakalisc-her Cyaninlösung) wozu auf S. 155 und weiter uuten Vorschriften mitgetheilt sind.
- 1) Chlorophyll sensibilisirt Bromsi Iber coli odion gut für Both und Orange Becquerel, Ives u. A. s. Eder’s Handb. d. Phot. Heft 7). Bromsilbergelatine kann
- besten mit Chlorophyll getränkt werden; wenn man concentrirte alkoholische 'hlorophyll-Lösung (aus Epheublättern) in schwach ammoniakalisehes Wasser giesst . der)- Später untersuchte Wollheim die photographischen Eigenschaften von or°Pkyll-Präparaten und fand, dass besonders Zinkoxyd-Phyliocyaninplatten roth-ei!Qpfindlieh waren (Eder’s Jahrbuch f. Phot, für 1889. S, 401).
- 2) Neues Handwörterbuch der Chemie, Bd. 2. S. 553,
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- Wie zuerst Y. Schumann mittheilte, ist eine in ammoniakalischer Cyaninlösuno-gebadete Bromsilbergelatineplatte empfindlicher, als eine in der flüssigen Emulsion gefärbte und dann auf die Platte gegossene Schiaht. Besonders günstig aber ist eine mit Cyanin gefärbte Emulsion, welche auf die Platten gegossen, getrocknet und dann mit Ammoniak gebadet wird. Die Emulsion darf kein Jod enthalten; gut wirkt Eder’s Silberammoniak-Emulsion, welche bei 40 bis 44 Grad 0. ^mischt und dann a uf je 100 cem Emulsion mit 50 Tropfen alkoholischer Cyaninlösung 1: oOO versetzt wird- Man digerirt 1 Stunde hei 40 bis 37 Grad C., giesst in eine Schale, lässt mehrere Stunden erstarren und wäscht im fliessenden Wasser. Kurz vor dem Begiessen der Platten wird der Emulsion 5 Proe. Alkohol zugesetzt. Diese Emulsion ist wenig empfindlich; die Platte hat eine relativ bessere Eothempfindliehkeit, aber wenig Gelbempfindlichkeit und die Negative sind dünn. Das Verhalten ändert sieh vollständig, wenn man die Platten mit Ammoniak badet, z. B. in 100 cem destillirtem Wasser und % bis 6 ccm Ammoniak und dann nochmals trocknet. Die Empfindlichkeit steigt dadurch bedeutend (Phot. Rundschau 1889. S. 143).
- Burbaek photographirte den infrarothen Theil des Sonnenspectrums mittels des Rowland - Gitters und Cyaninplatten von der Fraunhofer’schen Linie A bis Wellenlänge 9900. Er erhielt 52 Linien von 7100 bis 8000, während Abney nur 24 Linien erhalten hatte. Die Färbung der Platten wurde folgendennassen hergestellt: 15 g Cyanin, 480 g Chloralhydrat, 2 Liter Wasser wurden 3/4 Stunde erwärmt, 480 ccm Ammoniak zugesetzt, worauf unter Aufschäumen (Entweichen von Chloroform) sieh Cyanin nieder-sehlägt, welches man sammelt, in 1500 ccm Alkohol löst und 12 g Chininsulfat in 100 ccm Alkohol zusetzt; die ganze Flüssigkeit wird mit Alkohol auf 4 Liter gebracht. Zum Gebrauche verdünnt man stark mit Wasser, fügt Ammoniak zu und badet die Platten durch 4 Minuten (Phot. Archiv. 1889. S. 61; aus Philos. Magaz. 1888. Ser. 5, Vol. XXVI, pa-g. 391).
- Versetzt man Cyaninlösung mit Essigsäure, so wird sie (sowie bei jedem Säurezusatze) farblos. Badet man darin Brom silberplatten so werden sie nach dem Trocknen wieder blau und sind rothempfindlieh (Weissenberger, Phot. Corresp. 1886. S. 591). Die Platten sind nach Weissenberger sehr rein und genügend rothempfindlieh; die Empfindlichkeit ist jedoch geringer als bei Verwendung von ammoniakalisehen Lösungen.
- Ohinolinroth ist ein dem Cyanin verwandter Farbstoff, welcher schön fluorescirt und ein guter Sensibilisator für Grün und Gelb ist. Die Wirkung des Spectrums ist beiläufig jener auf Ery thron sinplatten ähnlich, jedoch gibt letzteres kräftigere Bilder.
- Die Fabrication der Azalinplatten gründete sieh auf die Entdeckung H. W. Vogel s. dass Ohinolinroth ein guter Sensibilisator für Grün und Gelb ist, während die Roth-empfindliehkeit durch einen Zusatz von Cyanin erreicht wurde. Dr. Mallmann und Seolik analysirten das Azalin und machten dessen Zusammensetzung bekannt'- sie fanden, dass das Misehungsverhäitniss von Ohinolinroth und Cyanin, welches deal Azalin entspricht. 10 :1 ist. Sie empfehlen 1 g Ohinolinroth in 500 c-cm Alkohol zu lösen und eine Lösung von 0,1g Cyanin in 50 cem Alkohol zuzusetzen. Die Brom* silberplatten können in einer Mischung dieses Farbstoffgemisehes mit 100 Th. Wassel und etwas Ammoniak gebadet werden (Eder’s Jahrbuch f. Phot, für 188b. 8.
- Phot. Corresp. 1886. S. 335).
- Eosin und die von ihm abstammenden Eosinfarben sind sämmtlieh sehr £ute Sensibilisatoren für Grün, Gelbgrün und eventuell für Gelb. Mit diesen Farbstoflen ist die Wirkung der optischen Sensibilisatoren nicht schwer zu studiren und selbst bel zerstreutem Tageslichte nachzuweiseii.
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- Brom-Eosin (Tetrabromfluoresceinnatrium) versuchte ich in den Handelssorten: Eosin gelbstichig oder Eosin J, Pyrosin J, Erythrosin gelblich. Alle gaben bei kurzer Belichtung neben dem gewöhnlichen Bromsilberspeetrum ein Maximum der Farbstoffwirkung zwischen E und I) (E'I2D), während zwischen E und F keine Wirkung bemerkbar ist (Curve 15). Bei längerer Belichtung wächst das Maximum im Gelbgrün an, die Wirkung erstreckt sieh steil abfallend bis D; andererseits fällt die Curve auch gegen E und erreicht zwischen F und E (EX\%F) ein Minimum (Curve 15). Zusatz von Ammoniak in den oben angegebenen Mengen steigert die Wirkung im Gelbgrün; das Maximum tritt intensiver auf und die Wirkung ist auch rechts und links vom Maximum etwas stärker sichtbar. Zugleich tritt ein zweites schwaches Maximum der Farbstoffwirkung bei E — welches sonst kaum erkennbar ist — ein wenig deutlicher auf; es ist in Curve 15 angedeutet.
- Die bläulichen Nuancen von Eosinfarben haben ein Absorptionsband weiter im Gelb. Dem entsprechend liegt auch das Band der optischen Sensibilisirung näher der Linie D. Dies gilt vom blaustichigen Eosin (Eosin B) oder Erythrosin (Tetra-jodfluoreseeinkalium) und dem bläulichsten aller Eosine: Bengalrosa1), deren Wirkung ich zuerst im April 1884 in einer vorläufigen Mittheilung2) bekannt machte. Das Spectrum mit bengalrosahältiger Bromsilber-Gelatine zeigt Curve 16 mit kurzer und langer Belichtung.
- Bei Gegenwart von Ammoniak tritt das Maximum bei D bedeutend kräftiger hervor, die Wirkung erstreckt sich dann — reichliche Belichtung vorausgesetzt — weiter gegen die weniger brechbaren Strahlen. Zwischen der Hauptwirkung im Blau und dem schwächeren Maximum bei D tritt noch ein weniger deutliches bei E auf, welches den Uebergang der Wirkung im Gelb und Blau vermittelt.
- Auch die anderen Eosinfarben erwiesen sieh als optische Sensibilisatoren für Gelbgrün und Gelb, nämlich: Methyleosin (Methylerythrin), Aethyleosin, Phloxin (Kalisalz des Tetrabrom-Dichlorfluoresee'in), Cyaneosin (Methyläther des Phloxin), Aureosin (Chlorfluoreseein) und Safrosin (Bromnitratfluoresee'in). Das Band der Sensibilisirung liegt zwischen jenem von Eosin und Bose bengal, je nach Lage des Absorptionsstreifens, Die erzielbare Liehtempfindliehkeit ist jedoch nicht bei allen gleich, sondern z. B. bei Cyanosin und Phloxin kleiner als bei Eosin.
- Von den Eosinfarben, welche sieb alle von dem Fluorescein ableiten, ist der beste Gelb- und Grünsensibilisator Jod-Eosin (Erythrosin), welches zuerst der Verfasser im Jahre 1884 als Sensibilisator verwendete und auf die Ueberlegenbeit vor dem gewöhnlieben Eosin aufmerksam machte. Später hohen diese Vorzüge namentlich ^r- Mallmann und Scolik, sowie insbesondere V. Schumann (Phot. Corresp. 1886.
- 329) hervor. Jedoch sind nicht alle Handelssorten gleich und man findet Erythronsin-swten, welche in der Wirkung enorm verschieden sind; am besten wirkt das reine Tetra-J°dfluoreseeünnatrium oder -ammonium. (Vergl. auch die Untersuchung Bothamley’s
- Eder's Jahrbuch f. Phot, für 1889. S. 214, sowie Dr. Zettnow, Phot. Corresp. 1889),
- Lässt man das Sonnenlicht durch gelbes Glas oder eine Lösung von Kalium-^chromat (1 : 1000) fallen, bevor es in den Spalt des Speetralapparates ©intritt, so wird *,as Ultraviolett, der grösste Theil des Violett und Blau bedeutend geschwächt, Da-Ur(m steigt die relative Helligkeit des Spectrums im Gelbgrün, Gelb und Orange. Lid ’ ^'°S*n *11 Weise gefärbte Bromsilber-Gelatine gibt dann ein Speetrum-
- ’ ln sichern die Schwärzung im Gelbgrün diejenige im Blau ete. weitaus überwiegt.
- P) Natronsalz des Tetrajodfluoreseein,
- -) Phot. Corresp. 1884. S. 95.
- Ed x
- 6ri Handbuch der Photographie. III. Theil. 4. Aufl.
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- Cum 17 stellt diese Wirkung dar. Platten, welche in dieser Weise die Farben wiedergehen, sind gut zu Phothographien von gelben und blauen Farben zu verwenden, weil ja auch dem menschlichen Auge das Gelb ungefähr in demselben Masse heller als Blau und Violett erscheint.
- NMLKH G FEDCBA
- Fig. 13.
- 17. Spectrumbild auf Bromsilber-Gelatine gefärbt mit Eosin (durch gelbes Glas). — 18- Passelbe i Cyanin und Eosin. — 19. Anilinroth. — 20. Fluoreseeln und Ammoniak (ausgezogene Curve: nass^, P ^ tirte Curve: trocken). — 21. Kesorcinblau. — 22. Bothes Corallin — 23. Naphtalinroth.
- Coupier. — 25. Safranin. — 26. Chrysanilin.
- Die Eothempfindliehkeit der Eosinplatten ist aber ungenügend und die GP'1 empfmdlichkeit verhältnissmässig zu gross. ^
- Curve 1<S zeigt das Spectrumbild auf einer Bromsilber-Golatineplatte. " mit einem Gemische von Eosin und Cyanin gefärbt ist. Die punktirte Cm'
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- lieber die Wirkung des Sonnenspectrums etc.
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- entspricht einem Uebersehusse von Eosin, die ausgezogene einem Ueberschusse von Cyanin.
- Diese Farbstoffgemisehe zeigen jedoch im Speetographen nicht die reine Wirkung eines jeden einzelnen. Der eine beeinträchtigt die Wirkung des anderen. Mit Cyanin und Eosin gefärbte Emulsion besitzt eine geringere Rothempfindlichkeit als die mit Cyanin allein gefärbte; in dem Gemische der beiden ist die Empfindlichkeit für Gelbgrün gleichfalls geringer geworden. Trotzdem kann durch Mischung von Farben die relative Empfindlichkeit für die weniger brechbaren Strahlen auf eine grössere Anzahl verschiedener Farben des Spectrums ausgedehnt werden, indem man das Minimum der Wirkung des einen Farbstoffes durch Zusatz eines anderen Farbstoffes zum Verschwinden bringt, der daselbst sein Maximum hat. Meine Versuche berechtigen zu der Hoffnung, dass man auf diese Weise eine gleiehmässige Empfindlichkeit des Bromsilbers für das ganze Spectrum erreichen könne, ohne dass einzelne Maxima und Minima hervortreten (Eder).
- Zur Erledigung der Frage: Welchen Einfluss übt eine sieh steigernde Menge von Erythrosin auf die Gelbempfindlichbeit aus? badete V. Schumann Bromsilberplatten in ammoniakalisehen Erythrosin-Lösungen von folgender Ooneentration: a) 1:170,000. b) 1:85,000, e) 1 : 28,000, d) 1:14,000, e) 1:7000, f) 1:3500; es erschien:
- das Blau
- das Gelb
- also Blau Gelb
- bei a mit 13 bis 14 Secunden, mit 5 bis 6 Secunden wie 1 :2 bis 21,/2
- „ b „14 „ „4 bis 5 „ „ 1:3 bis 3x/2
- „ e „ 12 bis 13 ., „ 2 ,, „ 1 : (B/a
- „ d und e ,, 6 bis 8 „ ,, 1 „ „1:6 bis 8
- „ f „ 5 bis 6 „ „ 1 „
- schon stark wie 1 : 5 bis 6.
- Die Emulsion gewann also mit Vermehrung des Farbstoffes an Gesammt- und belhempfindlichkeit; auch gewann der Beleg im Gelb an Intensität und konnte die Zunahme der Kraft noch bei den beiden stärksten Lösungen bemerkt werden (Phot. Corres p. 1889).
- Eosinsi Iber ist ein rother Niederschlag, welcher sieh beim Mischen von Eosin uut Silbernitrat bildet. Die Farbe ist mehr bläuliehroth als jene des Eosins; im Am-U'onmk löst sich der Niederschlag unter Zersetzung indem sich Eosin und Silberoxydammoniak Bildet; beim Verdunsten bildet sieh wieder Eosinsilber und bleibt zurück. Der Absorptionsstreifen liegt weiter gegen Orange, als jener von Eosin.
- Eosinsilber ist für sich allein lichtempfindlich, wie Kotiert Amory im Januar 1878 '''Jannt machte (Journ. Phot. Society of Great Britain Juni 1884). H. W. Vogel theilte ,inb dass BromsiIbergelatme sehr starb für Gelb sensibilisirt und gab an, dass Eosin-")1' 1,1 Gelatineemulsioii eine etwa 10mal grössere Gelbempfindlichkeit bewirkt als a^ein. Auch wird das Sensibilisirungsmaximum weiter gegen das rothe Ende ts Speetrmns vorgeschoben (Phot. Mitth. Bd. 23. S. 74).
- . Obernetter stellte auf diese Weise orthochromatische Platten bereits im Juni 1880 H. W. \ogel (mittels Eosinsilber oder Rose bengalsiJber) im -Juni 1886. oder ^Dthronsinsilber im November 1886 (Eder, Phot. Oorresp. 1887. S. 36). Man
- entweder den Farbstoff unmittelbar mit Silbernitrat und Ammoniak oder fällt
- ü! ^rilniaiui und Seolik (Nov. 1880: Phot. Oorresp. 1887. S. 37) Erythrosin-
- t’r r' es und löst es in wässerigem Ammoniak; dieselben fällen 50 cerri einer
- |°riulosung (1 ; 10(H)) mit Silbernitrat, waschen den Niederschlag und lösen ihn 'ls ^ ecm Ammoniak und 20 eem Wasser, worauf man die Flüssigkeit mit Wasser
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- Dritter Th eil. Dreizehntes Capitel.
- auf 200 bis 300 ccm verdünnt und die Platten darin badet (Phot. Corresp. 1886. S. 589• Ed er’s Jahrbaeh f. Phot, für 1887. S. 312).
- Ueber Obernetter’s und YogcPs Vorschrift s. unten.
- Dr. E. Zettnow fand (Phot. Corresp. 1889), dass Erythrosinsilber bei Gegenwart von Brorukalium zersetzt wird (in Bromsilber und Erythrosin), dass jedoch der Farbstoff das Bromsilber in Lösung hält und zwar ungefähr das 21/ä bis 7 fache seines Gewichtes. Aehnlich verhält sich Chlor- und Jodsalz.
- In reinem Wasser löst sieh Erythrosinsilber im Verhältnisse von 1:60,000 bis 1:80,000, je nach der Sorte des Erythrosins.
- Methyleosinsilber löst sich in 1125 Theilen Wasser; Rose bengalsilber dagegen erst in 100000 Theilen Wasser.
- Dr. Zettnow stellt Eosinsilber oder Erythrosinsilber dar, indem er lg Farbstoff in 200 ccm Wasser löst, auf 60 bis 80 Grad C. erhitzt und hierauf 1 g Silbernitrat gelöst in 10 cein Wasser zusetzt; man lässt den Niederschlag absetzen und flltrirt nach dem Abkühlen; das Auswaschen des Niederschlages am Filter geschieht so lange, bis die durchlaufende Flüssigkeit schwach gefärbt erscheint. Alsdann wird das Filter durehstossen, der Niederschlag abgespritzt und mit Wasser soweit verdünnt, dass sein Volumen 250 ccm beträgt, 1 eem der gut umgeschüttelten Flüssigkeit, in welcher die fein vertheilte Silberverbindung gleiehmässig aufgesehwemmt ist, entspricht also 4 mg des ursprünglich genommenen Farbstoffes. Bei Eosiusilber und Methyleosinsilber ballt sich nach 6 bis 8 Tagen der Niederschlag zusammen und setzt sich am Boden fest, bei Rose bengalsilber und Erythrosinsilber lässt sieh der Niederschlag tadellos noch nach Monaten aufschütteln.
- Dr. Zettnow untersuchte Eosin, Erythrosin, Methyleosin und Rose bengal sowie deren Silberverbindungen im Spectrum und fand:
- 1. Dass Erythrosin und Erythrosinsilber den anderen Eosinen so ausserordentlich überlegen ist, dass nur dieser Farbstoff in Betracht kommen kann, wenn es sich darum handelt, eine Platte von starker Gelb- und hoher Gesammtempfindlichkeit herzustelle]].
- 2. Es zeigte sieh, dass der Unterschied zwischen der mit dem reinen Farbstoft und seiner Silberverbindung gefärbten Emulsion sehr gering ist; durchschnittlich zeichnet die Silberverbindung eine Wenigkeit brillanter und klarer. Die Ursache findet er in der bereits oben abgegebenen Erklärung in folgender Betrachtung: Von Brom--resp. Chlorverbindungen ist keine Emulsion völlig zu befreien, vielleicht auch dann nicht, wenn man zuletzt anhaltend mit destilirtem Wasser wäscht. Unter Umständen genügt schon der Chlorgehalt des in der gewaschenen Emulsion zurückgehaltenen Wassers, um die Silberverbindungen umzuwandeln. Nach Zettnow hat man in allen Fällen bei Gelatine-Emulsionen die sehliessliebe Wirkung nicht d« Silberverbindung zu verdanken, sonderndem freien Erythrosin; versetzt man absichtlich Erythrosin-Emulsion mit so viel einer löslichen Silberverbindung, dass dieselbe vorherrscht, oder badet man eine Platte in einem Gemische von Erythrosin mehr Silbersalz, als zur Zersetzung des Bromkaliums in der Platte noch notb wendig ist, so erhält man je nach der Menge des leicht redueirbaren Silbeisalze-schwaehen oder starken dichroitischen Rothsehleier.
- 3. Die Eosine und die wässerigen Lösungen ihrer reinen Silberverbinduiice zeigen dasselbe Spectrum, dagegen die festen Silberverbindungen ein anderes; besou auffallend ist der Unterschied bei Rose bengalsilber.
- wje inif
- 4. Die neuen „Eosinsilberplatten“ des Handels verhalten sieb genau so, ^ Erythrosin gefärbte Emulsion und dieselben verdanken in Wirklichkeit diesem stoffe, resp. seiner Silberverbindung ihre orthochromatische Wirksamkeit.
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- Ueber die Wirkung des Sonnenspectrums etc.
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- Anilinroth sensibilisirt für Gelb und Grüngelb. Ich versuchte salzsaures und essigsaurgs Eosanilin, sowie Coupier’s Toluolroth1) mit gleichem Erfolge. pas Maximum der optischen Sensibilisirung liegt bei E-j3TJ\ die Wirkung erstreckt sich schwach bis über D und verläuft andererseits mit einem Minimum bei E bis Blau, Violett und Ultraviolett. (Curve 19, Fig. 13). Bei kurzer Belichtung — noch bevor die Wirkung im Gelb auftritt — zeigt sieh auf den mit Anilinroth gefärbten Platten die Wirkung im Violett und Ultraviolett geschwächt und eine starke Blauempfindlichkeit tritt zwischen G und F hervor (punktirte Curve 19). Auffallend erscheint mir, dass Säurefuehsin (Eosanilinsulfosaures Natrium) bei meinen Präparaten nicht dieselbe Sensibilisirung im Gelb wie Anilinroth, aber gleichfalls eine Schwächung im Violett verursachte (Eder).
- Mit Fluoreseein und Ammoniak erhielt ich auf trockenen Bromsilber-Gelatineplatten eine Sensibilisirung für Grün bis in die Nähe von D ohne ein daselbst hervortretendes Maximum zu beobachten (punktirte Curve 20), dagegen nass (nach langer Belichtung) tritt ein Maximum der Wirkung im Grün auf, nämlich ein Band mit erkennbarem Maximum in der Nähe von E (ausgezogene Curve 20); in Folge der langen Belichtung erscheint das Bild sehr intensiv. Eine ähnliche Wirkung, wie trockenes Fluoreseein zeigt Chrvsolin (Beuzylfluorescein) auf Bromsilber-Gelatine, mir ist die Wirkung im Grün intensiver und erstreckt sich auch weiter ins Gelb (bis über D). Beide Farbstoffe schädigen die Gesammtempfmdliehkeit wenig (Eder).
- Auch mit Resorcinblau (Bleu fluorescent2) erhielt ich nur auf nassen mit der Farbstofflösung getränkten Platten eine (wenn auch geringe) Sensibilisirung, welche sich bis zu C erstreckte (Curve 21). Bei kurzer Belichtung tritt ähnlich wie beim Anilinroth die Wirkung im Blau dadurch besonders stark hervor, weil die Wirkung des Ultraviolett und Violett vermindert wird (Eder).
- Cor allin gab mir nicht immer sichere Resultate, ausgenommen in der Sorte ,Rothes Corallin“. Dieselbe bewirkte sowohl für sich als bei Gegenwart von Ammoniak eine mässige Steigerung der Empfindlichkeit im Gelb bei D. Die Wirkung erstreckte sich ins Orange gegen C und ging, indem ein Minimum bei VGl^D auftrat, allmählich zur intensiven Wirkung im Blau über (Curve 22, Fig. 9). Säuren vermindern die Wirkung (Eder).
- Naphthalinroth (Magdalaroth) gibt ein kräftiges Maximum der Gelbwirkung bei D. Bei kurzer Exposition steht dieses Maximum getrennt, dann beginnt erst Meder die Wirkung im Blaugrün, die sich bis ins Ultraviolett erstreckt (punktirte Curve 23). Bei längerer Belichtung reicht die Wirkung bis ins Orange und verläuft mit schwacher Grünempfindlichkeit gegen das brechbare Ende des Spectrums zu (Curve 23) (Eder).
- Bleu-Coupier (Sulfosäure des nach dem Nitrobenzolverfahren gewonnenen ^iolanilin) bewirkt eine Sensibilisirung für die weniger brechbaren Strahlen, welche dadurch bemerk enswerth ist, dass sich (neben dem gewöhnlichen Maximum für ßrorn-silber-Gelatine im Blau) zwei Maxima geltend machen: Eines im Grün (E2j-6D), däs andere im Orange (D1[2C), wie Curve 24 darstellt. Es erscheint möglich, dass das mir vorliegende Bleu Coupier kein reiner Farbstoff, sondern ein Gemisch zweier Terschiedener Farbstoffe ist (Eder).
- 1) D. i. Anilinroth aus Anilin und Nitrotoluol, siehe Neues Handwörterbuch der Hernie. Bd. 1 S. 620; auch M. Vogel: Die Entwickelung der Anilin-Industrie 1870. ^eite 177.
- 2) Benedict: „Die künstlichen Farbstoffe“ 1883. S. 171.
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- Safranin ist ein guter Sensibilisator für Grün. Seine Wirkung erstreckt sich bei genügend langer Belichtung bis etwas über 1). Die Wirkung im Grün stieg hei meinen Versuchen zu keinem starken Minimum an, sondern verläuft bis E: wonach die Curve der Wirkung gegen Blau rasch, aufsteigt (Curve 25). Auch gewisse Arten von Ponceau bewirken einen ähnlichen Effect, z. B. Ponceau B R, Phenolponeeau. Biberieher Scharlach1) (die letzteren wohl nur in geringem Grade), sowie Grenadin (ein Abfallsproduct bei der Anilinroth-Erzeugung), welches bei kurzer Belichtung das Speetrumbild an beiden Enden verkürzt und kräftiger macht, bei längerer aber bis D sensibilirt.
- Ohrysanilin ist ein guter Sensibilisator für Grün, Seine Wirkung in ammo-niakalischer Lösung in diesem Sinne erwähnte Dr. Lohse2) Ich fand diesen Farbstoff auch in neutraler wässeriger Lösung wirksam,. Er veränderte die Wirkung des Sonnen-speetrum auf damit gefärbte Bromsilber-Gelatine in merkwürdiger Weise:
- NMLKH G FE DCBA
- Fig. 14.
- 27. Speetrumbild auf Bromsilber - Gelatine, gefärbt mit Säurefuchsin, Besoroinblau etc. bei kurzer Belichtung. — 28. Dasselbe mit Hämatoxylir), löslichem Berliner Blau etc — 29. Jodsilber und Broro-silber gefärbt mit Eosin. — 30. Chlorsilber-Gelatine mit Eosin,
- Die Wirkung des Violett und Ultraviolett sinkt, im Blau (bei (r-/3F) zeigt sich eine intensive Schwärzung, welche gegen E allmählich abnimmt, durch das Grün Entläuft und vor I) verschwindet (Curve 26, Fig. 9). Dadurch erscheint die Ourve, \ei
- 1) Vergl. Neues Handwörterbuch der Chemie. Bd. 4, unter „Naphthalin - U1H* ,, Naphthalfarbstoffe“.
- 2) Dr. Lohse fand in einer Coneenfration von 0,004 g Farbstoff, 2 ccm Am nioniak und 100 ccm Wasser als Sensibilisatoren für Gelbgrün und Grün: Chrysanü111-salpetersaures Ohrysanilin, salzsaures Diamidoazobenzol. Dagegen nicht oder "enl= wirksam folgende gelbe Farbstoffe: Orthonitrophenol, Orthonitroanilin, ParanitroanihD-Metanitroanilin, Thymoc-hinon, Phenanthroehinon, Chrysophansäure, Tropaeolm Quercitrin, Gelbholzextraet, Aloe. Diamidobenzol, Amidoazobenzol, NitrosodimethyU11^1’1 Pieramin säure, Martiusgelb, Diamantgelb, Tropaeolin J (Phot. Archiv. 1884.
- auch Phot. Mitth. Bd. 21., S. 130).
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- Ueber die Wirkung des Sonnenspectrums ete.
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- „liehen mit jener der ungefärbten Bromsilber-Gelatine weiter nach Gri'm verschoben, pie Schwärzung zufolge der Sensibilisirung des Chrysanilins im Grün sehliesst sich so eng an das normale Spectrum auf Bromsilber an, dass keinerlei Unterbrechung zu o-ewahren ist, was übrigens auch bei Chrysolin der Fall ist.
- Viele Farbstoffe geben auf Bromsilber-Gelatine kein deutliches Sensibilisirungs-maximum im Grün, Gelb oder Roth, aber beeinflussen das Spextrumbild auf Bromsilber im blauen und violetten Theil. Z. B.: Wird durch Säurefuehsin, trockenes Resorcinblau, Anilinroth (bei kurzer Belichtung), Corallin (bei kurzer Belichtung) und viele andere, sowohl gelbe, rothe, als violette und blaue Farbstoffe das Ultraviolett und Violett geschwächt, wodurch das Blau dadurch relativ stärker erscheint und die allgemeine Empfindlichkeit sinkt (Curve 27, Fig. 10). Auf diese Weise erscheint es möglich, gewisse Theile des Spectrums zu unterdrücken.
- Andere Farbstoffe sensibilisiren Bromsilber-Gelatine ohne deutliches Maximum, für die weniger brechbaren Strahlen. Bei Bromsilber-Gelatineplatten, welche mit schwach ammoniakalischem Hämatoxylin, ammoniakalischer Ourcumatinctur, löslichem Berliner Blau, salzsaurem Monophenylrosanilin u. A. gefärbt sind, lässt sich die Wirkung des Sonnenspectrums ins Gelb und weiter bis ins Roth verfolgen (Curve 28). Jedoch erhielt ich nie jene Deutlichkeit in der Photographie der Fraunhofer’schen Linien, wie bei Anwendung von Farbstoffen mit starkem Maximum der Sensibilisirung, sondern zumeist ist das Bild verschwommen und schleierig, als ob es zu lange belichtet worden wäre.
- Coerulein. Dieser Farbstoff, welcher durch Erhitzen von Gallein mit Schwefelsäure entsteht, löst sich schwer in den gewöhnlichen Lösungsmitteln auf; in Alkalien löst er sich in grüner Farbe. Geeigneter ist Coeruleinsulfit (= Coerulein • S), welches eine Doppelverbindung von Coerulein mit Natriumbisulfit ist und sich in Wasser auflöst. Coerulein macht in alkalischer Lösung das Bromsilber wesentlich empfindlicher für die weniger brechbaren Strahlen (bis ins äusserste Roth). Es ist der beste Sensibilisator für die Strahlen in der Region der Fraunhofer’schen Linie A, welcher mir bis jetzt unterkam und übertrifft das Naphtholblau an Rothempfindlichkeit, sowie an der Reinheit der Photographien; denn Naphtholblau gibt leicht zu unregelmässigen Reductionen und Schleier Veranlassung.
- Um Bromsilber-Gelatineplatten mit Coerulein zu sensibilisiren, gehe ich in folgender Weise vor:
- 0,1 g Coerulein-S.1) -werden in 10 ecru Wasser gelöst und sofort verarbeitet. Mau mischt 1 bis 2 ccm dieser Lösung mit 100 ccm Wasser und 8 Tropfen Ammoniak, ilf>det die Bromsilberplatten durch 3 bis 4 Minuten und stellt selbe aufrecht zum Trocknen hin2) Die Lösungen zersetzen sich rasch. Die gebadeten Platten halten trotzdem längere Zeit (Beobachtungsdauer = 2 Wochen), scheinen mir aber frisch oesser zu wirken.
- Diese ,,Coerulein-Platten" sind für alle Strahlen des Spectrums von Ultraviolett >is über A (im Roth) empfindlich und geben die Linien scharf wieder. Es überwiegt Pdoeh die Lichtempfindlichkeit für Blau, und ist auch für Violett und Ultraviolett sehr gross, so dass man gut thut. bei der Photographie des Sonnenspectrums ein
- 1) Bezogen von Dr. Schuchardt in Görlitz.
- ~) Ich trockne die Platten freistehend in einem völlig finsteren ventilirteu Zimmer.
- 5 bis 8 Stunden Zeit in Anspruch nimmt. — Man soll sich zu diesem Versuche ^nei ernpfindlmhen Sorte von Gelatinetrockenplatten des Handels (18 bis 23 Grad des ai!lei’ke - Sensitometers) bedienen.
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- dunkelgeibes Dias vor den Spalt zu bringen, oder einen Schirm von Chrysoidin ein-einzusehieben. Ich benütze eine alkoholische Chrysoidin-Lösung (1:12000), welche sieh in einer Glaswanne von 11 mm Dicke befindet. Bei einer Belichtung von 30 bis 90 Seeunden (bis 4 Minuten) gibt der Stein heil’sehe Spectograph (4 Flintglasprismen) ein deutliches Bild des Sonnenspeetrums; von A bis D ist die photographische Wirkung ungefähr gleichmässig, bei D bis E erhebt sie sieh zu einer stärkeren Wirkung; im Blau befindet sieh je nach der Conoentration der Chrysoidin-Lösung in der Glaswanne ein mehr oder weniger breites Minimum; von F oder G an gefangen tritt das Spectrum mit allen seinen Linien ausserordentlich scharf wieder hervor und erstreckt sieh bis über 0 ins Ultraviolett, (s. Curve I und II).
- Als Entwickler dient Pyro-Pottaschen- oder Pyro-Soda-Lösung mit etwas Bromkalium.
- Bringt man vor dem Spalte des Speetographen ein rothes Kupferoxydulglas an, so wird das Violett bis Grün sehr stark gedämpft und das Spectrum erscheint ungefähr von der Fraunhofer’sehen Linie D bis Roth sehr deutlich. Es treten sogar zwei Linien im Infraroth (Z und X?) bei langer Belichtung hervor. Durch das Rubinglas dringt jedoch auch blaues und violettes Licht, welches durch das rothe Glas wohl stark geschwächt, aber nicht völlig absorbirt wird. Solche Gläser können mit Erfolg bei
- Fig. 15.
- I. Bild des Sonnenspeetrums auf Bromsilber-Gelatine gefärbt mit Coerulein. — II Dasselbe; mit einem Chrysoidin-Schirm vor dem Spalte. — III. Typisches Spectrumbild auf Bromsilber gefärbt mit Diazoresorufin oder Bleu Coupier.
- der Photographie des Spectral-Roth benützt werden; die Chrysoidin-Schirme oder andere ähnliche gelbe Farbstoffe gestatten im Allgemeinen kürzere Belichtung. Pur das äusserste Roth können eombinirte rothe Kupfer- und blaue Kobalt-Gläser verwendet werden.
- C ongoL , Benz opur p uri n, B enzopurp urin 4B , Bordeaux extr», Orange R. Gouge Suisse, cc-Naphthol-Roth. Diese Farbstoffe sind orangeroth bis violettroth, lösen sich in Wasser, zersetzen sich nicht mit Ammoniak und sind gute Sensibilisatoren des Bromsilbers für Grün und Gelb. Sie zeigen ein breites Absorptionsband in Blau bis Grün, welches nicht scharf gegen das rothe Ende zu
- 1) Ich verdanke diesen Farbstoff der Freundlichkeit des Herrn Dr. Schultz b1 Berlin. Congo war der erste Farbstoff, mit welchem das Benzidin in die chemisch® Industrie eingeführt wurde. Seitdem bildet dieses Grundmaterial mit dem homolog®11 Toluidin die Basis einer ganzen Reihe werthvolier Farbstoffe, welche sich dadurch aus
- zeichnen, dass sie sieh auf Baumwolle ohne Beize fixiren und zimlieh echt sind-
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- Ueber die Wirkung des Sonnenspectrums etc,
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- begrenzt ist, sondern der Absorptionsstreifen rückt mit steigender Coneentration der Farbstofflösung allmählich immer weiter gegen Orange vor, während er bei geringerer Coneentration schon im Grün endigt1). Die Lichtempfindlichkeit des Bromsilbers im Sonnenspectrum wird durch diese Farbstoffe um ein breites Band im Grün bis Gelb oder Orange (E bis über D) erhöht. Die Sensibilisirung schliesst enge an (Jas normale Speetrumbild auf Bromsilber an; ein scharf ausgeprägtes Maximum ist bei geringem Farbstoffzusatze nicht zu beobachten, sondern die Wirkung des Lichtes setzt sieh von E bis D (oder bei Benzopurpurin 4B, Congo und den mehr tiefrothen Farben mitunter bis über C) fort. Bei stärkerem Farbstoffzusatze trennt sich die Wirkung im Gelbgrün von jener im blauen Theile des Speetrums durch eine Stelle schwächerer Empfindlichkeit, oder die Empfindlichkeit gegen die Strahlen von E bis D wird in höherem Grade gesteigert, als für Strahlen von E bis F (s. Curve IV; die punktirte Curve stellt den Verlauf des Spectrumbildes bei längerer Belichtung dar).
- Am besten sind die Farbstoffe als Bäder mit Ammoniakzusatz für Bromsilber-Gelatine anzuwenden2).
- Von den genannten Farbstoffen wirkte bei meinen Versuchen besonders günstig: B e n z o p u r p u r i n 4B3), Congo, Beuzo p u r p u rin, dann Orange B, Orseilline, Bordeaux extra, Rouge Suisse4), «-Naphtholroth.
- Die Farbstoffe Congo, Benzopurpurin, Benzopurpurin 4B, und Bordeaux extra sind ihrer chemischen Zusammensetzung nach sehr ähnlich.
- K H
- Eig. 16.
- IV. Speetrumbild auf Erorn Silber gefärbt mit Congo, Benzopurpurin, a - Naphtolroth eto. — V. Auf Bromsilber gefärbt mit gewissen Indulinsorten
- Die drei letztgenannten Farbstoffe stammen aus den Farbenfabriken vormals F. Bayer in Elberfeld und besitzen nanh den freundlichen Mittheilungen der Herren König. Böttinger und Matthis, welchen ich diese Farbstoffe verdanke, folgende
- Zusammensetzung:
- /«)NB2
- c'6H4 — n = n--c10h5
- N3020-Na
- l6 H4 - N = N — C10 Hö — S02 ONa C o n g o
- • ni:. " NM,
- C611;, N - N CioHg — SNjjONa
- c6h3 n n •C10H6 —S020-Na
- ' CH;; -'/•Nil,
- Benzopurpurin 4B
- f; Die Veröffentlichung meiner diesbezüglichen Angaben behalte ich mir für I’äter vor.
- -) 2 bis 4 ccm Farbstofflösung (1 :400), 100 ccm Wasser und 1 bis 2 ccm
- A»moniak.
- 3) 2 ccm Farbstofflösung (1 : 400), 100 ccm Wasser und 1/2 ccm Ammoniak.
- 4) Aus der Aniliufabrik von Herrn J, R. Geigy in Basel,
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- xch3 ^ß)CH2 /ß)OH
- c6h3-n = n- G,0H6 — SOjjON» C(; H4 — N = N — 1 „ 0ii>H6- S02 ONa
- C6 H3 —- N = N — C10H5 —S020-Na c' H4 — N = N — Gjo H.5 S02 ONa
- \ch3 Xß)NH2 \ß)OH
- Benzopurpurin Bordeaux extra
- xch3 ^«)0H //OCHg ^OH
- c6h3-n = n- Ol0 Hg — S02 ONa C6H3-N = N- i CjoHg — S02 ONa
- 0,; H3 — N = N — C10H5 — S020Na o„ir3 N-x C10H5 — SOä ONa
- XCH, ^«)0H ^OOHg ^OH
- Azolblau1) (aus Fabrik in Elberfeld) Bensoazurin1)
- Es ist also Benzopurpurin 4B das Homologe des Congo; während letzteres durch Einwirkung von Tetrazodiphenyl auf a-Naphthylaminsnlfosänre erhalten wird, entsteht Benzopurpurin durch Einwirkung von Tetrazoditolyl auf ct-Naphthylaminsulfosäure. Isomer mit dem Benzopurpurin 4B ist das Benzopurpurin, welches aus Tetrazoditolyl und ß-Naphthylaminsulfosäure erhalten wird. Unter diesen erscheint Benzopurpurin 411 mir als Sensibilisator am geeignetsten; der Farbstoff besitzt stärkeren Blanstieh als Congo und sensibilisirt weiter gegen Orange (Roth) zu. Der „o.-Farbstoff“ wirkt etwas kräftiger als der ,,ß-Farbstoff“ (über Azoblau und Benzoazurin s. u ).
- Bordeaux extra1 2) wirkt schwächer, desgleichen Azoblau3); noch schwächer Benzo-Azurin4) (sämmtliche Farbstoffe erhielt ich aus der Fabrik in Elberfeld). Es scheint also das Eintreten der Hydroxylgruppe an Stelle der Amidogruppe die sensibiiisirende Wirkung zu vermindern, sowie diese Substitution auch das Absorptionsvermögen beeinflusst.
- Der Eintritt von Methyl in den Farbstoff macht die Nuance bläulicher; die sensibiiisirende Wirkung erstrekt sieh dann auch weiter gegen Roth.
- Von den zwei isomeren Farbstoffen Benzopurpurin zeigt derjenige ans 'z-Naph-thyJaminsulfosäure eine etwas bessere sensibiiisirende Wirkung als derjenige aus ß-Säure.
- Ich beobachtete noch, bei anderen Azofarbstoffen, welche in dieselbe homologe Reihe gehören, dass die Präparate aus cz-Naphthol besser als diejenigen aus ß-Naphthol sensibilisiren:
- Nämlich bei Orange R (Gfeigy) und Säureorange (Geigy) Ersteros ist aus Diazobenzolsulfosäure und 'x-Napthol hergestellt und sensibilisirt das Bromsilhor zwischen E und D (ähnlich wie Congo, aber schwächer). Das isomere Sänreonmge ist hergestellt aus Diazobensulfosäure mit ß-Naphthol und sensibilisirt merklich schwäche! für Grün und Gelb.
- Es liegt somit an zwei isomeren Farbstoffen die interessante Beobachtung voi, dass sie sich, in Spectrographen als Sensibilisatoren deutlich verschieden verhalten, und zwar weniger durch die qualitative als quantitative Sensibilisirung.
- Ein orangerother Farbstoff, welcher sich vom Orange R dadurch unterscheidet, dass die Sulfogruppe fehlt und der aus Diazobenzol und a-Naphthol hergestellt ist (Privat-Mittheilung des Herrn Dr. Joh. Walter), zeigt gleichfalls ein deutliches Band
- 1) Handelsfarbstoffe aus der Anilifabrik von Elberfeld (vorm. Bayer).
- 2) Aus Benzidin und ß-Naphtholmonosuifosäure hergestellt.
- 3) Aus Tetrazoditolyl- und rz-Naphtholsulfosäure dargestellt.
- 4) Aus Tetrazodiphenoläther und a-Naphtholsulfosäure.
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- der Sensibilisiriuig zwischen I) und E iin Sonnonspectriim. Dieser Farbstoff hat die Formel:
- C6i:l5 N X <'IU II,; f<illn.
- Vergleicht man damit die Formel (nach Dr. Walter) von Orange R und Säure-orange, so ergibt sieh:
- ^/S03Na //S03Na
- CgH4 - N = N -- 0,0Hi; (0H)a F,li, X N - C10 H(i «MUß
- Orange R Säureorange
- (Parazosulfoberizol — «Naphthol) | (Parazosulfobenzol — ß-NaphthoJ)
- Betrachten wir daneben einen Farbstoff, den ich «-Naphtholroth nennen will und den ich Herrn Dr. J. Walter verdanke. Er ist aus v-Diazonaphthalin (durch Diazotiren von cc-Naphthylamin) und Combiniren mit «-Naphthol hergestellt. Seine Formel ist: «C10H7 -- N = Ff —- CxoHgOOH)^
- «-Naphtholroth
- (Oxyazouaphthalin)
- Dieser Farbstoff ist also homolog dem oben erwähnten Farbstoff aus Diazobenzol. Er ist mehr violetfroth und sensibilisirt das Bromsilber für Grün und Gelb (bei längerer Belichtung bis über <J). Dieser Naphthalin-Farbstoff sensibilisirt weiter gegen Roth als der Benzolfarbstoff und erstem’ wirkt auch (piantitativ besser sensibilisirend als letzterer. Vor Cungo oder Benzopurpurin weist er jedoch keine besonderen Vorzüge auf.
- Induline. Unter den Namen „Indulin“ gelangen verschiedene blaue, grauviolett bis schwarz färbende Körper in den Handel, weiche in ihrer Verwendung zum Färben, sowie in ihrem allgemeinen chemischen Verhalten sieh ähnlich verhalten. Sie sind zum Theil „alkohoi - löslich“, zum Th eil „wasser-löslich“; die letzteren sind meistens Natronsalze von Snlfosäureu der alkohollöslichen Induline, verändern sieh mit Säuren sehr wenig, desgleichen sind sie gegen Alkalien ziemlich beständig; mit Ammoniak wird die blaue Farbe meistens mehr rothviolett. Im Absorptiometer aber lassen sieh diese Farbstoffe unterscheidenY) und die sensihilisirende Wirkung derselben auf Bromsiiber-Gelatine ist bei gleichen Coucontrationen charakteristisch verschieden, 80 dass man auch hierauf mit Hilfe des Spectrographen eine Classifieirung der Induline "runden könnte, wenn nicht die deutliche Form der Maximalwirkungen mit wechselnder Concentration schwanken würde.
- Die alkohollöslichen Induline vertragen kein Ammoniak, ich verwende dieselben
- als Bad für die Bromsilberplaiten. indem ich I Theil Farbstoff in 400 Theilen Alkohol 1 •• L
- <°se und davon o bis 12 ccm zu loO Wasser hinzufüge. In derselben Concentration stelle ich die rein wässerigen Lösungen der wasserlöslichen Induline her und füge zum laibbade noch 1/2 Proc. Salmiakgeist.
- 1- Indulin, weiches kein deutliches Seu si bil i sirungsmaxiinum auf
- r> . 0
- 10fflSilber bewirkt Hierher gehört ein wasserlösliches Indulin, welches ich durch
- Schuehardt aus Görlitz bezog und nach den Angaben der Fabrik, wo es dar-H'stellt worden war, durch Schmelzen von AmidoazoLenzol mit Anilin und Sulfonirnng
- 1) Die Unterscheidung der Induline nach ihrem Absorptionsspectrum ist nach, “men Untersuchungen eine auffallende Sobald mein Beobachtungsmaterial ge-zahlreich geworden ist. um darauf allgemeine Schlussfolgerungen zu basiren, 61fle *L‘h genauere Angaben folgen lassen.
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- Dritter Theil. Elftes Capitel.
- des erhaltenen Productes erzeugt wurde. Durch Mischen mit Rosanilinblau wird häufig für den Handel die blaugraue Farbe dieses Indulins mehr gebläut.
- Dieser Farbstoff drückt die Totalempfindliehkeit des Brom Silbers gegen weisses Licht herab. Bei genügend reichlicher Belichtung im Spectrographen erscheint jedoch neben dem normalen Spectrumbild eine schwach gesteigerte Empfindlichkeit für die Strahlen von E bis A1) Hinter einem Chrysoidinschirm kommen die Fraunhofer-schen Linien in der Spectruinphotographie sehr scharf zum Vorschein. Ich wendete den Farbstoff als Bad in der Concentration 1 :4000 bis 1:10000 an. Ammoniakzusatz ist günstig.
- 2. Bleu Co upier und ahn liehe Handelssorte n von Indulin, welche nach den Nitrobenzol-Verfahren hergestellt sind; mit einem deutlichen Sensi-bilisirungsmaximum im Orange.
- Bleu Coupier ist ein Indulin (Nigrosin, Violanilin), welches durch Erhitzen von Nitrobenzol und salzsaurem Anilin (unter Zusatz von etwas Eisen, Ohioreisen oder Chlorzinn) hergestellt wird.
- Schon im Jahre 1884 beschrieb ich die Wirkung dieses Farbstoffes mit folgenden Worten: „Bleu Coupier bewirkt eine Sensibilisirung für die weniger brechbaren Strahlen, welche dadurch bemerkenswerth ist, dass sich zwei Maxima geltend machen: Eines im Grün, das andere im Orange bei D^C-“2).
- Wird dieser Farbstoff als wässeriges Bad (2 bis 6 ccm einer Lösung 1 ; 400 auf 100 ccm Wasser nebst 1j2 bis 1 Proe. Aetzammoniab) angewendet, so tritt das Maximum im Orange stärker hervor (die Mitte des Maximum auf dem photographischen Speetrum-bilde liegt bei X — 623 mm Wellenlänge). Jedoch ist eine schwach sensibilisireude Wirkung für die gesammten weniger brechbaren Strahlen bis über A) bemerkbar, was besonders bei Anwendung gelber Schirme (z. B. Chrysoidin-Lösung) hervortritt; die Partie von D bis C (oder B) prägt sich besonders deutlich aus, dagegen ist die Wirkung im äusseren Roth schwächer (die Wirkung dieses Farbstoffes bei kürzerer und längerer Belichtung zeigt Curve III). Natürlich verhalten sich andere Handelssorten des nach dem „Nitrobenzolverfahreu“ hergestellten Indulin im Spectrographen ganz analog. Immer tritt das charakteristische Maximum zwischen C und D auf3).
- Ich verdanke eine andere Sorte eines Violanilin der Freundlichkeit des Herrn Dr. Kalle in Bieberich. Das Präparat war hergestellt durch Einwirkung von Nitrobenzol, Anilin, salzsaurem Anilin und Eisenchlorür oder Zinnchlorür. Das entstehende Spiritus-Nigrosin wurde sulfonirt und je nach der gewünschten Blaustich-Nuance mit Abfalls-Anilinblau gebläut (welches bei der Blaufabricatiou in dem überschüssigen salzsauren Anilin gelöst bleibt, mit viel Wesser gefällt und sulfonirt wird); es liegt in diesem Falle also ein Farbstoffgemenge vor. Im üebrigen ist die Beschreibung der sensihilisirenden Wirkung dieses Farbstoffes durch meine frühere Beschreibung des Bleu Coupier vorweggenommeii-
- Nigrosine (wasserlöslich) aus der Anilinfarbenfabrik der „Societe anonyme de^ martieres colorantes“ in Paris (Depot bei W. Neuber in Wien) verhält sieh ähnlich den b e s ehrieb e nen Färb stoffen.
- 1) Die Wirkung des Sensibilisators nimmt gegen das rothe Ende des Spectrunm ab. Zuweilen beobachtete ich ein kaum merkliches, sehr undeutliches Maximum der Sensibilisirung im Grün.
- 2) Ueher das Verhalten der Haloidverbindungen des Silbers etc. s. Sitzungsbei-d. K. Akademie d. Wissenseh. II. Äbth., Bd. 90, Dec.-Heft 1884.
- 3) Bei reichlicher Belichtung verbreitet sich das Maximum und verschwimmt mi dem Maximum im Grün.
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- Uel:>er die Wirkung des Sonnenspectrums ete.
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- 3. Indulin aus Nitrophenol und salzsaurexn Anilin, von Dr. Joh. Walter dargestellt, ist ein in Alkohol löslicher Farbstoff, welcher als Bad von 10 cis 12 ccm der Alkohol-Lösung (1 : 400) und 100 eem Wasser angewendet wurde. Dieser Farbstoff vermindert die Gesammtempfindliehkeit des Bromsilbers, gibt aber bei genügend langer Belichtung eine schwache Wirkung vom Grün bis ins äusserste Botb. Bei dieser Sorte bemerkt man jedoch eine schwache Steigerung dieser sensibilisirenden Wirkung gegen das rothe Ende (a bis A) während die sub I beschriebene Indulinsorte dem Bromsilber eine gegen das rothe Ende abnehmende Empfindlichkeit ertheilt.
- 4. Echtblau aus der Anilinfabrik von Meister, Lucius und Brünnig in Höchst a/M. gehört (nach einer freundlichen Mittheilung der Direction der genannten Fabrik) gleichfalls zu den Indulinen. Es kommt „wasserlöslich“ und spirituslöslich in den Handel, in je zweierlei Nuancen (Echtblau R und 3R). Das wasserlösliche Echtblau enthält die sulfosauren Salze des Farbstoffes, sie zersetzen sieh nicht mit Ammoniak, sondern werden bloss mehr rothviolett. Die alkohollösliclien Sorten trüben sich bald mit Ammoniak und scheiden Flocken aus. Die wässerig-ammoniakalisehen Lösungen von Eehtblau sensibilisiren für Grün bis Gelb. Das breite (nicht immer deutliche) Maximum der Sensibilisung liegt zwischen E und D. Eine schwache Wirkung erstreckt sieh (immer schwächer werdend) bis ins Roth.
- Aehniieh verhält sich „wasserlösliches Induline B“ aus der französischen Anilinfarbenfabrik der Soeiete anonyme (bezogen durch W. Ne über, Wien). Neben der Sensibilisirung im Grün, tritt hiermit ein schwächeres undeutliches Maximum im Orange (D1/2C'), auf (Ourve V). Das deutliche Maximum im Orange, welches Bleu Ooupier eharakterisirt, fehlt bei diesen Indulinesorten. Das „Induline B“ scheint jedoch sozusagen der Uebergang zwischen „Echtblau“ und „Bleu Coupier“ zu sein.
- Gail ein. Das Gallein, welches durch Erhitzen von Phthalsäureanhydrid und Pyrogallol erhalten wird und als violetter Farbstoff in den Handel kommt, ist ein guter Sensibilisator für Grün und Gelb (bis Orange). Man kann ihn in heissem Alkohol (1:1000) auflösen und dann zu 100 ccm Wasser 2 bis 10 ccm dieser Lösung hinzufügen, nebst etwas Ammoniak. Die violettrothe Lösung, welche sehr unbeständig ist, dient zum Baden von Bromsilbergelatineplatten. Diese zeigen dann schon bei kurzer Belichtung ein kräftiges Maximum der Sensibilisirung zwischen E und D und hei längerer Belichtung erstreckt sich die Wirkung schwächer bis 0 (s. Curve IV). Mit kohlensaurem Ammoniak, Natriumbicarbonat etc. wird die Galleinlösung mehr kirsehroth, tingirt besser, kann verdünnter angewendet werden und wirkt nicht unähnlich der vorigen Lösung; jedoch tritt das Maximum im Grün schmäler und schwächer, Ms bei Anwendung der ammoniakalisehen Lösung hervor. Leider sind die alkalischen Galleinpräparate unbeständig.
- Verschied ene grüne Farben. Einige grüne Farben, welche nicht in den Handel kommen und mir von Herrn Dr. Joh. Walter freundlichst zur Verfügung gestellt wurden, sensibilisirten das Bromsilber für Roth. Das „Grün aus Toluyl-aldehyd und Dimethylanilin“ (Coneentration 1:13000 nebst etwas Ammoniak) =ah bei 30 bis 150 Seeunden Belichtung ein starkes, schmales Sensibilisirungsmaximum hei (J },js ß Aehniieh verhielt sich „Grün aus Methylsalieylaldehyd und Dimethylanilin“. — Eine ganz schwache Wirkung äusserte „Grün aus Benz-aidehyd und Methylamylauilin“ weiches der Gesammtempfindlichkeit sehr schadete, desgleichen „Grün aus Methyldiphenylamin und Benzoltrichlorid“. In der ^"endung dieser Farbstoffe als Sensibilisatoren ersehe ich keine solchen Vortheile, ss ihre Anwendung zu empfehlen wäre.
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- Dritter Theil. Dreizehntes Capitel.
- Verschiedene orangerothe und orangegelbe Farbstoffe. Von der grossen Anzahl der orangefarbigen Pigmente, welche ich speetrographisch auf ihr Sensibilisirungsvermögen untersuchte, übte eki . grosser Theil ein schwache, jedoch immerhin erkennbare Wirkung auf die Steigerung der photographischen Empfindlichkeit der Bromsilber-Gelatine für Grün. Oft liess sieh nur eine massige Verlängerung des photographischen Spectrumbildes gegen Grün erkennen, mitunter trat ein mehr oder weniger deutliches Maximum der Sensibilisirung zwischen E und 1) auf.
- Ich begnüge mich, die schwachen Grün-Sensibilisatoren einfach aufzuzählen: Binitrofluoresee'in, Tetranitrofluorescein, Chlornaphthalin säure1 2), Nitro-benzylfluoresceIna). Monobromfluorescein wirkt viel selec-hter als Tetrabrom-fluoreseem (d. 3. Eosin).
- Verschiedene orangegelbe oder orangerothe Farbstoffe zeigten als Zusatz zu der Bromsilber-Gelatine geringe Wirkung z. B. Toludinsulfosäure diazotirt mit ß-Naphthol, dasselbe mit ß-Naphthol, Sulfanilsäure mit a-Naphthylamin; ferner Chrysoidine aus: Phenylendiamin und o-Toluidin, m-Amidobenzoesäure
- diazotirt und Eesorein, m-Toluylendiamin und o-Toluidim Etwas besser verhielt sich das Orange aus Diazoparanitrohenzol und Resorcin, welches ein schwaches Sensibilisirungs-maximum zwischen EljiD bewirkte, ohne jedoch die Eosinfarben aus sensibilisirender Wirkung irgendwie zu erreichen.
- Diazoresorufin. Dieser rothe, schon fluorescireude Farbstoff äussert eine sensibilisirende Wirkung für Grün, Gelb und bei längerer Wirkung bis Orange. Diese Eigenschaft hat Dr. Mallmann und Scolik beim Photographiren von Farbentafeln bemerkt. Speetrographisch war der Farbstoff noch nicht untersucht. Ich wendete ihn als Bad 1 :15000 bis 1: 20000 nebst geringem Ammoniakzusatze an. Die damit gefärbte Bromsilber-Gelatine ist empfindlich von E bis Z>3/4C; dieses deutliche Band der Sensibilisirung lässt in der Regel zwei Maxima deutlich erkennen: Eines im Grün (7, = 560), das andere im Orange (K — 614). Bei längerer Belichtung sehliesst sich daran eine schwächere Wirkung bis gegen B.
- Die Aehnlichkeit der Sensibilisirung mit der Absorption dieses Farbstoffes, bei welch letzterer auch zwei Streifen im Grün und Gelb auftreton, sind beachtcuswertk (vergl. weiter unten).
- Ferner ist der Umstand interessant, dass Bleu Ooupier eine ähnliche Wirkung auf Bromsilber-Gelatine äussert. Bei flüchtiger Betrachtung sind die Spectrumbilder auf Bromsilber, welches mit Diazoresorufin gefärbt ist, und solchem, welches mit Bleu Coupier gefärbt ist unter Umständen sehr ähnlich: jedoch gelingt bei etwas sorgfältigerer Untersuchung immer deren Unterscheidung (siehe unten).
- Azoblau. Unter dem Namen Azoblau kommen die verschiedenartigsten Farben in den Handel, welche in der Darstellung, Zusammensetzung und den Eigenschaften nicht die geringste Aehnlichkeit haben.
- Azoblau aus der Farbenfabrik in Elberfeld ist ein violetter Farbstoff, welch« durch Einwirkung von Tetrazoditolyl auf ß-Naphtho 1 snlfosäure dargestellt wird (siehe oben). Mit Ammoniak wird er mehr röthlich; er wirkt aber auch ohne Ammoniak sensibilisirend. Dieses Azoblau steigert die Empfindlichkeit für Grün und Hel'»: 1,el längerer Belichtung erstreckt sich die Wirkung bis ins Roth.
- 1) Nach Fehling's Neuem Handwörterbuch der Chemie. Bd. 4, S. 64» <Di gestellt.
- 2) Wirkt nicht besser. sondern schwächer als Beazylflimresi-eiii (das i’hnsolm
- |Mi.mm!! des Handels).
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- Ueber die Wirkung des Sonnenspectrums ete.
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- Azoblau nach Nietzky wirkt auf Bromsilber ähnlich1) und scheint mir keine besonderen Vortheile als Sensibilisator zu besitzen.
- Azoblau aus der Farbenfabrik von Meister, Lucius und Brüning erhöht die relative Empfindlichkeit für Grün und Gelb, weniger für Roth.
- Es würde zu viel Raum in Anspruch nehmen, die kleinen Verschiedenheiten im Verhalten der mit den verschiedenen Azoblau-Sorten gefärbten Bromsilber-Gelatine gegenüber dem Sonnenspeetrum zu erörtern, da kein besonderes theoretisches oder praktisches Interesse hierbei vorliegt
- Indophenol, Anthracenblau, Naphtholgrün. Diese Farbstoffe sind mehr oder weniger schwache Sensibilisatoren für die weniger brechbaren Strahlen. Indophenol wirkt im Vergleich mit Bleu Coupier und Cyanin sehr schlecht. Naphtholgrün (aus der Anilinfarbenfabrik von Herrn Gans in Frankfurt a/M.) zeigt ebensowenig wie Indophenol eine kräftige Sensibilisirung. Anthracenblau (mit Ammoniak) gibt eine etwas bessere Wirkung im Roth.
- Jodbromsilber-Gelatine und Farbstoffe.
- Gemische von fertiger Jodsilber-Gelatine und Bromsilber-Gelatine geben, wie oben erwähnt wurde, ein Speetrumbild, welches zwei (durch ein Minimum getrennte) Maxima zeigt; nämlich das eine im Violett, das andere im Blau. Färbt man solche Schichten mit Eosin oder einem anderen Farbstoffe, so kommt noch ein drittes Maximum im Gelbgrün oder an der für die optische Sensibilisirung charakteristischen Stelle dazu. Curve 29 (Fig. 10) zeigt das Speetrumbild auf Jodsilber und Bromsilber gefärbt mit Eosin. Das Maximum der Eosinwirkung liegt zwischen E und D, genau an jener Stelle, wo es bei reiner Bromsilber-Gelatine sich befindet, und zwar ist nur ein einziges Band, welches nirgends durch ein Minimum unterbrochen ist, an der Stelle der optischen Sensibilisirung vorhanden; daneben tritt das charakteristische Spectrum-bild auf Jodsilber und Bromsilber im blauen Theile auf, so dass im Ganzen 3 Maxima vorhanden sind. Aehnlich verhalten sieh die anderen Farbstoffe.
- Jodbromsilber-Gelatine, bei welcher durch Digestion die beiden Maxima ineinander übergegangen sind (s. o Curve 7 und 8, Fig. 7), haben das Maximum der durch Farbstoffe bewirkten optischen Sensibilisirung gleichfalls an derselben Stelle als Bromsilber-Gelatine. Bei einem Gehalte des Bromsilbers von 1 bis 3 Proc. Jodsilber wird die Wirkung der Farbstoffe nicht merklich modificirt. Steigt aber der Jodsilber-gehalt auf 10 bis 30 Proc., so sensibilisiren die Farbstoffe, so weit ich sie untersuchte, I?icht mehr so kräftig für die weniger brechbaren Strahlen. Schumann beobachtete, dass reine Jodsilber-Gelatine2) durch Eosin überhaupt nicht für Gelbgrün senslbilisirt werden kann, was bei Bromsilber so leicht gelingt; dieses Verhalten des Jodsilbers
- erklärt die oben erwähnte Erscheinung
- Chlorsilber-Gelatine wird durch Eosin, Cyanin und andere beim Bromsilber Wirkende Farbstoffe kräftig sensibilisirt. Auch in diesem Falle liegt das Maximum der Favbstoffwirkung an derselben Stelle wie bei Bromsilber-Gelatine. Daneben kommt das Spectrum im violetten Theil in der für Chlorsilber charakteristischen Weise zur ^B'kung. Curve 30 (Fig. 10) zeigt Chlorsilber-Gelatine mit Eosin gefärbt. Bei Zer Belichtung (pnnetirte Curve 30) erscheint ein Maximum bei H am Beginne des
- kill';
- Cltrav
- iolett; im Blau und Grün ist keine Wirkung bemerklich, dagegen tritt bei E1j2D
- , 1) Ueber die Darstellung dieses Farbstoffes, welcher sieh nicht im Handel be-
- h,|det, s. Berichte der deutsch, ehern. Gesellschaft, 17. Jahrgang, S. 344. j. -) Das Jodsilber wurde mit überschüssigem Jodkalium gefällt und die fertige Vision mit, alkalischem Pyrogallol hervorgerufen.
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- Dritter Theil. Dreizehntes Capitel.
- die Eosinwirkung kräftig auf. Bei längerer Belichtung läuft eine schwache Wirkung durch durch Blau und Grün bis Gelb, wo mitunter ein Maximum erscheint, welches jenes im Violett übertrifft. ‘
- Gemische von Jodsilber- mit Chlorsilber-Gnlatine, sowie Bromsilber-mit Chlorsilber-Gelatine verhalten sich gegen Farbstoffe in analoger Weise wie Jodsilber mit Bromsilber gemischt. Chlorsilber mit 10 bis 20 Proe. Jodsilber gibt nach Eosinzusatze klare und kräftige Bilder mit sehr starker relativer Empfindlichkeit im Gelagrün, welche meistens das gefärbte Bromsilber abertrifft.
- YII. Einfluss ungefärbter Substanzen auf die Farbeneiupflndlich-keit der Broinsilber-Gelatine.
- Badet man gewöhnliche Bromsilber-Gelatineplatten in ganz schwacher, am besten etwas angesäuerter alkoholischer Silbernitratiösung1) und trocknet sie, so steigt ihre Empfindlichkeit gegen weisses Licht um das Zwei- bis Dreifache2). Im Sonnen-speetrum tritt zuerst diese Wirkung als Vermehrung der Gesammtempfmdliehkeit hervor, bei genauerer Betrachtung aber sieht man, dass auch die relative Empfindlichkeit gegen die weniger brechbaren Strahlen etwas gestiegen ist. Ebenso wirken ammoniakalische Silberlösungen, welche das Bild aber kräftiger machen. Solche Platten sind jedoch nur einen Tag lang haltbar lind kommen den gefärbten Platten an Farbenempfindlichkeit nicht entfernt gleich.
- Wird eine mit Eosin gefärbte Bromsilber-Gelatineplatte in einer schwachen (am besten alkoholischen) Silbernitratiösung gebadet, so bildet sieh Eosinsilber neben überschüssigem Silbernitrat, solche Platten sind dann im Allgemeinen empfindlicher gegen weisses Lieht, als auch relativ mehr empfindlich für Gelbgrün3). Aehnlieh verhalten sieh auch andere Farbstoffe.
- Badet man Bromsilber-Gelatineplatten durch einige Minuten in verdünntem Ammoniak4) und trocknet sie, so erscheinen sie ungefähr zweimal empfindlicher gegen weisses Lieht und geben viel intensivere Bilder.
- Gegen das Sonnenspeetrum erweisen sieb solche Platten im selben Verhältnisse allgemein empfindlicher, ohne dass eine Vermehrung der Empfindlichkeit gegen weniger brechbare Strahlen besonders hervortreten würde. Die Schwärzung aber wird viel intensiver im ganzen Speetrumbilde. Setzt man dem verdünnten Ammoniak sensi-biüsirende Farbstoffe zu, so erscheint auch das Sensibilisirungsbad kräftiger.
- Die Wirkung des Ammoniaks, welches sich während des Trocknens wieder gänzlich verflüchtigt, kann nur auf eine molekulare Aenderung des Bromsilbers zurüekzuführe» sein, welche im hohem Grade die Lichtempfindlichkeit desselben beeinflusst, wie ich schon oben erste Seite gezeigt habe.
- Auch Aetzkali und Alkalicarbona,te erhöhen die Empfindlichkeit, und Intensität der Bilder, wrnbei sie als bromabsorbirende Mittel wirken dürften.
- 1) 100 ccm Alkohol und 0,1 bis 0.5 ccm einer lOproeentigen wässerigen Sil'-iel nitratlösung,
- 2) Unter Anwendung der gebräuchlichen Entwickler.
- 3) Die Bilder lassen sieh sowmhl im Pyrogallol als Eisenoxalat klar entwickeh und copiren gut.
- 4) 1 bis 10 ccm Salmiakgeist und 100 cem Wasser.
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- lieber die Wirkung des Sonnenspectrums etc
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- Ueber die Einwirkung von Bromkalium auf gefärbtes (sensibilisirtes)
- Bromsilber.
- Bekanntlich verzögert die Anwesenheit von Bromkalium oder einem anderen löslichen Bromid in photographischen Bromsilberschichten die Entstehung des Lichtbildes, begünstigt aber die Reinheit und Klarheit des Bildes auf Kosten der Licht-empfindliehkeit. Reine Bromsilber-Gelatine (ohne Farbstoffzusatz) wird insbesondere in der Empfindlichkeit gegen jene Lichtstrahlen geschädigt, gegen welche es an und für sich weniger lichtempfindlich ist, d. i. gegen die weniger brechbaren Strahlen (Grün- Gelb, Roth) und die äusseren ultravioletten Strahlen: Das Spectrumbild erscheint demzufolge beiderseits verkürzt und die Maximalwirkungen treten besonders deutlich hervor.
- Ganz ähnlich verhält sieh Bromsilber, welches mit Farbstoffen sensibiüsirt ist. Fügt man den Farbstoffbädern (Eosin, Erythrosin, Cyan in etc.) eine kleine Menge Bromkalimn zu, badet die Bromsilberplatten und prüft sie dann im Speetrographen auf ihre Farbenempfindliehkeit, so bemerkt man, dass die sensibilisirende photographische Wirkung vermindert wurde. Immer werden die Stellen der schwächsten Wirkung zuerst geschädigt, z. B. wird die Minimum Wirkung bei Cyaninplatten bei E im Grün, welche die Maximalwirkungen im Blau und Orange verbindet zuerst unterdrückt. Dadurch werden die Sensibilisirungsmaxima in schmälere, kräftigere Streifeu aufgelöst, welche präciser hervortreten. Schon 1 bis 2 Tropfen Bromkaliumlösung auf 100 ccm des Farbstoffbades, worin die Bromsilber-Gelatineplatten gebadet werden, üben einen merklichen Einfluss aus: ein so geringer Zusatz kann mitunter bei schwierigen Platten von Vortheil sein. Wo es sieh aber um möglichst vollständige Wiedergabe auch ganz schwacher Lichtwirkungen handelt, soll kein Bromkalium hinzugefügt werden.
- Es ist noch zu erwähnen, dass das Bromkalium stets die Reduction des Brorn-silbers erschwert: und zwar sowohl die Reduction durch das Licht als durch den Entwickler. Deshalb wirkt er auch verzögernd, wenn er dem I ’yrogal Ins - Entwickler oder Eisenoxalat-Entwickler hinzugefugt wird. Beim Photographiren sehr intensiver Lichtquellen ist dieser Zusatz von Vortheil.
- Mil. Versuche über die chemische Beschaffenheit des Bromsilbers, welches mit Farbstoffen und Gelatine gemischt ist.
- Für die Beurtheilung der Phönomene, welche Bromsilber im gefärbten oder nicht gefärbten Zustande im Sonnenspeetrum zeigt, sowie über die Rolle, welche Gelatine hkrbei spielt, ist die Entscheidung der Frage von Wichtigkeit: Vereinigt sieh Brom-Sl'ber mit <jen genannten Substanzen oder nicht? Dabei sind dieselben Versuchs-'^dingungen einzuhalten . wie bei der Darstellung einer lichtempfindlichen Bromsilber-
- Eniulsion.
- Wird Bromsilber-Gelatine-Emulsion nach dem gewöhnlichen Processe dargestellt, «duschen und dann im flüssigen Zustande in einer Cetürifugalmaschine ausgesehleudert,
- ' ^ailn man das Bromsilber von der Gelatine trennen.
- Bromsilber, welches mittels der Centrifugalmaschine durch wiederholtes Aus-oiendern und Waschen mit heissem Wasser von allen löslichen Substanzen befreit ^'Udfe, enthielt nach meiner Analyse nach dem Trocknen bei 14<) Grad C. — wobei j-1^ hygroseopisekes Wasser entwich — noch organische Substanzen, welche durch
- ei1 und Ueherfiihren des entstandenen Silbers in Bromsilber (mit Brom) quantitativ ’estunmt wurden.
- E d
- er, Handbuch der Photographie. 111. Theil. 4. Aufl.
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- Dritter Theil. Dreizehntes Capitel.
- 100 Gewichtstheile Bromsilher enthielten in einem Falle 0,45 Theile, in einem anderen Falle 0,52 Theile Gelatine.
- Daraus geht hervor, dass das BromsilbeY während seiner Präcipitation bei Gegenwart von Gelatine diese letztere aufnimmt und so hartnäckig festhält, dass man sie durch Waschen mit heissem Wasser und Auseentrifugiren nicht entfernen kann.
- Wird einer Gelatine-Emulsion Eosin oder Cyanin zugesetzt, dieselbe dann gewaschen, so kann man den Farbstoff nicht mehr so vollständig entfernen, dass die Gelbempfindlichkeit im Spectrographen nicht hervortreten würde. Als aber das Bromsilber aus eosinhaltiger Bromsilber-Gelatine auscentrifugirt und gewaschen wurde, ferner das Centrifugiren und Waschen dreimal wiederholt worden war, ging anfangs rothgefärbte Gelatine ab, später aber waren die Waschwässer farblos. Trotzdem blieb das Bromsilber bei Anwendung von grösseren Farbstoffmengen schwach röthlieh oder erschien bei Benützung von weniger Eosin kaum kenntlich gefärbt, in allen Fällen aber trat das für Eosin charakteristische Sensibilisirungs-Maximum in der Nähe von D auf.
- Dies beweist, dass der Farbstoff dem Bromsilberkorn selbst fest anhaftet, sei es dem Bromsilber als solchem oder der vom Bromsilberkorn eingeschlossenen Gelatine1).
- Diese Thatsaehe erscheint für die Erklärungsversuche der „optischen Sensibili-sirung“ von Belang.
- IX. Beziehungen zwischen der Absorption der Farbstoffe und deren sensibilisirender Wirkung für Bromsilher.
- Für die Beurtheilnng des Zusammenhanges der Absorption der Farbstoffe und deren sensibilisirender Wirkung, auf welche schon H. W. Vogel in allgemeinen Umrissen hingewiesen hat, wählte er sieh gefärbte trockene Gelatinefolien2) und verglich die Absorption mit den Spectrum-Photographien auf den ebenso gefärbten Bromsilber-Gelatineplatten. In allen von mir beobachteten Fällen entsprach die Lage des Ab-sorptions-Speetrums der trockenen gefärbten Folie dem Sensibilisirungs-Maximum aut gefärbtem Bromsilher, wobei jedoch eine Verschiebung des letzteren nach Both zu uii Vergleich mit dem ersteren auftrat. Diese Verschiebung ist jedoch nicht immer sehr bedeutend; bei Eosinfarben differirt das Maximum der Absorption der Gelatinefolie und jenes der Sensibilisirung auf Bromsilber im Gelbgrün um 16 bis 20y.u.3).
- In Fig. 15 sind die Resultate einiger meiner Versuche abgebildet. Spectrum 1 ist das Faksimile des Spectrumbildes auf Bromsilber-Gelatine, welche mit bläulichem Eosin gefärbt war, erhalten im direeten Sonnenlichte (ähnliche Spectrumbilder al'f gelblichem Eosin, sowie Rose bengal sind schon oben als Curven dargestellt worden). In 2 ist das Absorptions-Spectrum einer mit demselben Eosin gefärbten trockenen Gelatinefolie (mit Benützung einer photographischen Aufnahme desselben auf Cyanin Brom silberplatten) abgebildet: Das Maximum der sensibilisir enden Wirkte
- 1) Es würde dann die Gelatine das Anhaften des Farbstoffes am BromsiB'er in ähnlicher Weise vermitteln, wie dies alle Proteinkörper beim Färben der Baum wolle thun,
- 2) Farbstofflösungen geben ganz andere Absorptionsspeetra als trockene ‘ Stoffe. Am besten hätten wohl gefärbte Bromsilber-Blättchen entsprochen: da je(*0t solche schwierig herzustellen sind, begnügte ich mich mit gefärbten Gelatinefolien-
- 3) Nach dem Vorschläge Kayser’s (Lehrbuch der Spectralanalyse. 1883. bezeichne ich die Wellenlängen in Milliontel Mm. — up,
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- des Eosins auf Bromsilber-Gelatine liegt weiter gegen Roth zu als das Maximum der Absorption in der gefärbten Gelatine.
- Dasselbe gilt von Anilinroth, wie die Bilder 3 und 4 in Fig. 15 zeigen, sowie von den anderen Farbstoffen.
- Durch, die gefärbte Gelatine gehen somit noch viele Strahlen an dem weniger brechbaren Ende des Spectrums durch, welche noch äusserst kräftig auf ebenso gefärbtes Bromsilber wirken. Lässt man das Sonnenspectrum durch eine mit Eosin gefärbte trockene Gelatinefolie fallen, so sollte auf Eosin-Bromsilber-Gelatine kein photographisches Bild im Gelbgrün entstehen, wenn die in ersterer absorbirten Strahlen die Lichtempfindlichkeit der letzteren erregen würden, wie man von anderer Seite annahm. Ich erhielt aber unter diesen Umständen neben dem gewöhnlichen Spectrumbilde im Blau auch ein intensives Bild im Gelb bei D, welches dem Maximum der optischen Sensibilisirung auf Eosin-Bromsilber entspricht und daneben ein Minimum (eine völlig leere Stelle), welche dem Maximum der Absorption der Eosin-Gelatine entspricht (Curve 5 in Fig. 15).
- MLKH G FE 0 CB
- Fig. 15.
- '' ^Pectrumbild auf Bromsilber-Gelatine und Eosin. — 2. Absorptionsspectrum einer mit Eosin geerbten Gelatinefolia, — 3. Spectrumbild auf Bromsilber-Gelatine und Anilinroth. — 4. Absorptionsspectrum einer mit Anilinroth gefärbten Gelatinefolie. — 5. Absorptionsspectrum einer mit Eosin gefärbten Gelatinefolie, photograpbirt auf einer mit Eosin gefärbten Bromsilber-Gelatine,
- Dadur eh ist bewiesen, dass das Maximum der Sensibilisirung bei gefärbten ^lomsilber-Gelntineplatten mit dem Maximum der Absorption in gefärbter Gelatine nif'ht indentisch ist. sondern dass man die Färbung des Bromsilbers selbst in Betracht "lfhen muss, Dass das Bromsilbermolekel thatsäehlieh gefärbt wird, habe ich experi-^nteij gezeigt is. o V. zur Erklärung der grösseren Verschiebung des Maximums der ®]t Liehtabsorption verbundenen photographischen Sensibilisirung von Bromsilber kann as Run dt 'sehe Gesetz angeführt werden, nach welchem in den meisten Fällen ^er Zunahme des Brechungsvermögens des Mediums der Absorptionsstreifen des JU eingeschlosseoen Farbstoffes gegen das rothe Ende hin verschoben wird.
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- Auf einen analogen Fall hat Dr. E. Albert1) bei gefärbten Collodion-Emulsionen aufmerksam gemacht.
- Durch diese Beobachtung glaube ich au'eh das Verhalten von Bromsilber-Gelatine, welche unter einer Farbstofflösung noch nass exponirt wird, erklären zu können. Bio Farbstofflösung wirkt dann wie ein farbiger Schirm. Z. B. ähnelt das Spectrumbild auf einer mit wässeriger Eosinlösung bedeckten Bromsilber-Gelatineplatte mehr dem Bilde 5 in Fig. 15 als dem Bilde 1 in derselben Figur: Der bei JE liegende Absorptionsstreifen der wässerigen Eosinlösung hält das Lieht von dem darunter befindlichen Bromsilber ab und beschränkt die Wirkung auf das weiter gegen D zu liegende Maximum der Sensibilisirung, welches letztere für trockenes oder nasses gefärbtes Bromsilber nahezu au derselben Stelle liegt.
- Färbt man Bromsilber-Gelatine mit Farbstoffgemischen, so schädigen sieh oft dieselben in ihren Wirkungen und nicht selten wird der eine scheinbar unterdrückt. Dieser Fall scheint besonders dann einzutreten, wenn der Absorptionsstreifen der mit einem Componenten gefärbten Gelatine über das Sensibilisirungsmaximum des andern Componenten fällt.
- Ueber den Zusammenhang der Absorption der Farbstoffe und deren photographischer sensiblisirender Wirkung.
- In einer früheren Abhandlung2) hatte ich den Zusammenhang der Absorption der Farbstoffe mit dem Sensibilisirungsmaximum auf Bromsilber erörtert, die Wellenlänge der am stärksten absorbirten Lichtstrahlen in gefärbten Gelatinefolien und anderseits die Wellenlänge der am stärksten in der Region der Sensibilisirung photographisch wirksamen Strahlen angegeben und die Verschiebung des Sensibilisirungsmaximuuis gegen Roth zu mit thunlicher Genauigkeit bestimmt.
- Ich untersuchte noch einige andere Farbstoffe, welche ausgeprägte Sensibilisirungs-maxima auf Bromsilber-Gelatine bewirkten, in derselben Richtung. Namentlich bei Bleu Coupier und Diazoresorufin, welche zwei Absorptionsbänder zeigen, finden sich zwei mehr oder weniger deutliche Sensibilisirungsbänder im Spectrumbilde auf der damit gefärbten Bromsilber-Gelatine wieder und jedes derselben ist nach der schon in der früheren Abhandlung erwähnten Regel gegen das weniger brechbare Ende des Spectrums verschoben.
- Mitte des Maximums der Absorption des Farbstoffes in gefärbten Gelatinefolien
- Mitte des Maximums der photographischen Sensibilisirung auf der gefärbten Bromsilber gelatine
- in Milliontel Millimeter Wellenlänge
- Differenz des Absorptions-maximums in <ier Gelatine und des
- Sensibilisirungs-
- maximums des gefärbten Bromsilbers
- Bleu j Gibt zwei Absorptionsbän-Coupier : der. 1. Ein kräftiges im ; Orangeroth bei k = 586. j 2. Ein schwächeres im Grün.
- Gibt zwei Sensibilisirungs- ;d = 37Mill-IDB1' bänder. 1. Eines im Orange- J roth bei k = 623 und 2. ein 1 schwächeres breites Sensi-bilisirungsband im Grün.
- 1) Phot. Corresp. 1884. S. 137.
- 2) lieber die Wirkung verschiedener Farbstoffe auf Bromsilber (Sitzbei. K. Akad. d. Wissensch. Wien. Band XCII. Dee.-Heft 1885.
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- Mitte des Maximums der Absorption des Farbstoffes in gefärbten Gelatinefolien
- Mitte des Maximums der photographischen Sensibilisirung auf der gefärbten Bromsilber-Gelatine.
- Differenz des Absorptions-maximums in der Gelatine und des Sensibilisirungs-maximums des gefärbten Bromsilbers.
- in Milliontel Millimeter Wellenlänge
- Diazoreso- ^ Gibt zwei Absorptionsbän-rufiii der. 1. Eines im Orangegelb bei X = 589 und 2. eines im Grün bei X == 544.
- Gibt zwei Sensibilisirungs-bänder. 1. Im Orange bei X = 614 und 2. im Grün bei X = 560.
- d1 = 25 Milk mm.
- d2 = 16 Mill. mm.
- Grün aus Methyl sa lieyi-aldehyd und Dimethylanilin
- Ein Absorptionsband Roth bei X == 633.
- im
- Ein Sensibilisirungsband im Roth bei X = 660.
- d — 27.
- OrseilJine j Breites kräftiges Absorp-j tionsband im Grün und : Gelbgrün; anschliessend eine ! schwache Absorption bis 1 gegen Roth; ungefähr bei | X = 580 bis 590.
- Breites Sensibilisirungband; kräftig von Grün bis Gelb. Grenzt gegen Roth ungefähr X = 613.
- d = 23 bis 33 (V unsicher).
- Diese Ergebnisse zeigen also, dass die genannten Farbstoffe nach denselben Verhältnissen das Bromsilber für die weniger brechbaren Strahlen sensibilisiren, wie ho von mir im vorigen Jahre untersuchten. Auch die Verschiebung der Sensibili-Omngsmaxinia, welche mit der Absorption eorrespondiren, bewegt sieh in denselben Grenzen, wie ich damals angegeben habe.
- Man bemerkt sowohl bei Bleu Ooupier als Diazoresorufin zwei mehr oder weniger deutliche Maxime im Orange und im Grün und daran anschliessend eine schwächere Wirkung bis ins Roth. Da das eine der so wirkenden Pigmente feurig roth, das andere unbestimmt blauviolett ist, so ist dies ein neuer Beweis für die (übrigens von Niemandem angefoehtene) Behauptung, dass die physiologische Eigenfarbe eines Körpers unmittelbar mit den Sensibilisirungserscheinungen im Spectrum nichts gemein hat. Ni diesem Falle tritt auch der Zusammenhang der Sensibilisirung mit der Absorption "'leder deutlich hervor, indem die beiden genannten Farbstoffe zwei Absorptionsbänder besitzen und dem entsprechend zwei Sensibilisirungsmaxima geben, ln jedem Falle tntt die Verschiebung der Sensibilisirung nach dem weniger brechbaren Ende des speotruins auf und Bleu Coupier. dessen Absorptionsstreifen weiter gegen Orange liegt, der entsprechende des Diazoresorufin, bewirkt auch die Lage des Sensibilisirungs-Maximums weiter gegen Orange (siehe weiter unten). Daran lassen sich die Sensi-J1iisiruugs-Speetren beider Farbstoffe bei sorgfältigerer Untersuchung unterscheiden ferner an der stärkeren Sensibilisirung, welche Bleu Coupier für die rothen Nahlen von C bis A erzeugt.
- Es wäre noch eine andere Analogie der Sensibilisirungsstreifen mit den Ab-"Ol]bonsslreifen zu erwähnen. In beiden Fällen ändert sich die Breite und der Ver-1 der Curve, welche die betreffende Wirkung ausdrüekt, mit der Concentration.
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- Dritter Th ei]. Dreizehntes Capitel.
- X. Beziehungen zwischen der anormalen Dispersion der Farbstoffe und deren sensibilisirender Wirkung für Bromsilber.
- Von den auf Bromsilber eine sensibilisirende Wirkung äussernden Farbstoffen ist der Mehrzahl nach anormale Dispersion nachgewiesen und Dr. E. Albert stellte die Annahme auf (a. a. 0.). dass die normale Dispersion im Zusammenhänge mit der Sensibilisirung steht: „Bromsilber wird hauptsächlich durch kleinwellige (blaue und violette) Farbstoffe affieirt. Durch die anormale Dispersion werden nun Strahlen von kleiner Wellenlänge an das rothe Ende des Speetrums ('neben dem Altsorptionsstreifen) gebracht, welche auf Bromsilber starb wirken.“ So würde sich, sagt Albert, die Verschiebung des Maximums der chemischen Wirkung nach dem rothen Ende"’des Speetrums in ungezwungener Weise erklären; er sprach jedoch nur die Vermuthung ohne experimentelle weitere Untersuchung aus.
- Zu meinen Auseinandersetzungen benutze ich Fig. 16 aus Schellen’s Speetral-analyse (1883).
- Im normalen Spectrum (1) folgen von links nach rechts der Reihe nach Strahlen von immer kleinerer Wellenlänge. Im anormalen Spectrum einer als Prisma wirkenden concentrirten Anilinrothlösnng liegt der Absorptionsstreifen bei E und beiderseits erscheinen die Hälften des normalen Speetrums gegen einander verschoben. Rechts liegen die Strahlen von grösserer Wellenlänge (Roth, Orange, [.Gelb und Gelbgrän);
- F 0 B " S ü
- I'ig. 16.
- 1. Normales Sonnenspuctrum. — 2. Anormales Spectram durch Anilinroth.
- links vom Absorptionsstreifen aber die Strahlen von kleinerer Wellenlänge (Violett bis Blaugrün). Es haben also im anormalen Spectrum des Fuchsins in der That die Lichtstrahlen C bis D1j2E gerade die Wellenlänge, wie im normalen Spectrum die Strahlen G bis ?C, welche auf Silbersalze am kräftigsten wirken.
- Es ist nun schwer einzusehen, wie in einem normal erzeugten reinen Sonnen-spectrum ein Farbstoff anormale Dispersion hervorrufen sollte, und man stösst hei näherer Betrachtung noch auf andere Widersprüche.
- Zunächst erscheint es auffallend, dass Farbstoffe ein schmales intensives Band der Sensibilisirung im Gelb etc. geben, während sie oft im normalen blauen violetten Theile des Sonnenspectrums einen langgestreckten Streifen ohne deutlich he" grenztes Maximum zeigen. Mit kurzen Worten, es müsste die SeusibilisationswirkuDr im Gelb oder Roth ein ähnliches Bild hervorbringen, wie im blauen Theile. Es nnisste namentlich an Jodbromsilber-Gelatine, oder Jodchlorsilber-Gelatine, welche Im blaue" Ende des normalen Speetrums zwei Maxirna der Wirkung zeigen, auch im geh'"" Ende durch das anormale Spectrum zwei Maxirna. im Sensibilisirungsband bemerk!'81 sein; was ich niemals beobachtete, wenn der Farbstoff nur ein Absorptionsbaud aiffAi"5' Ferner müsste, wenn der Farbstoff ein Band von kleinwelligen Strahlen an elIiel gewissen Stelle des Speetrums erzeugen würde, das Maximum der Sensibilisirung duf-einen Farbstoff bei Bromsilber- und Chlorsilber-Gelatine verschieden sein, weil OM0"
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- Ueber die Wirkung des Sonnenspectrums etc.
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- Silber die grösste Zersetzung bei H, Bromsilber bei G bis F erleidet. Demzufolge müsste das Maximum der Sensibilisirung bei Chlorsilber wesentlich weniger weit gegen Both liegen als bei Bromsilber. Versuche mit Eosin und Cyanin ergaben mir aber negative Resultate: Das Maximum der normalen Spectralwnrkung gefärbter Chlor-, Brom-, Jodbrom- und Jodchlorsilber-Gelatine im blauen Theile des Speetrums schwankt je nach der Natur des Silbersalzes (s. o.), die Lage des Maximums der Sensibilisirung durch Farbstoffe im rothen Ende aber ist eonstant1).
- Die anormale Dispersion reicht also nicht zur Erklärung der sensibilisirenden Wirkung von Farbstoffen auf Bromsilber etc. hin.
- Mit der Fluor esc enz der Farbstoffe hängt deren sensibilisirende Wirkung auf Bromsilber nach den Angaben anderer Forscher nicht zusammen und ich kann dies auf Grund meiner Versuche bestätigen. Es sind nämlich Farbstoffe, welche roth fluoreseiren (Napkthalinroth), ebenso Sensibilisatoren, wie solche, welche gelb (gewisse Eosinfarben) oder grün fluoreseiren (Fluoreseem); dagegnn wirken manche nicht fluores-i'ireride Farbstoffe (Oyanin, Anilinroth) sensibilisirend; kurz es findet keine Regelmässigkeit in dieser Richtung statt.
- XI. Beziehungen zwischen den chemischen und physikalischen Eigenschaften der Substanzen zu ihrer Lichtempiiudlichkeit.
- Nicht alle Farbstoffe bewirken eine relative Steigerung der Lichtempfindlichkeit der Silberhalo'idsalze gegen die weniger brechbaren Strahlen im gleichen Grade, viele sogar überhaupt nicht.
- Ich habe über 140 Farbstoffe auf Bromsilber-Gelatine in zwei bis drei verschiedenen Coneentrationen sowie mindestens drei verschieden langen (um das 100- bis 300 fache variablen) Beliehtungszeiten versucht und konnte nur bei einem Bruehtheile sensibilisirende Eigenschaften auffinden. Wenn auch die Zahl der von mir entdeckten Sensibilisatoren eine namhafte ist, so wirken sie doch nur zum kleineren Theile intensiv.
- In sehr engen Grenzen treten wohl mit ähnlicher chemischer Constitution auch homologe Absorptionsspeetra und sensibilisirende Wirkungen auf, z. B. beim Jod-, Chlor-, Sulfat- und Nitrat-Cyanin, bei verschiedenen Salzen des Rosanilins etc. Doch Mil dies nicht viel sagen. Den Derivaten des Fluoresce'ins scheint die besagte Eigenschaft allgemeiner zuzukommen, z. B. ist Fluoreseem und Benzylfluoreseein (Ohrysolin) ein Sensibilisator für Grün, die bromirten, chlorirten und jodirten Fluoresceine (Eosine) für Gelbgrün bis Gelb, dagegen ist diese Regelmässigkeit durch die verschwindend kleine Wirkung des Nitroderivates gestört.
- Da das Fluoreseem ein Phthalsäurederivat ist, nämlich Resorcinphthalem, so versuchte ich Phenolphthalein (mit Alkalien roth) und Oreinphthalem (roth) sowde die Eromirungs- und Nitrirungs-Produete des letzteren; jedoch ohne bemerkenswerthen Erfolg.
- Rosanilinsalze sensibilisiren für Gelb und Orange: Rosanilinsulfosäure (roth) nicht, ""gegen die Sulfosäuren des Bittermandelölgrün (d. i. Säuregrün) und das Bittermandelöl-iMin selbst sensibilisiren. Trimethylrosaniiin, sowie Triaethylrosanilinsalze (Hofmann’s ^iolott etc.) sensibilisiren für Orange bis Roth, Phenyirosanilin- und deren sulfosaure -alze (Anilinblau) aber nicht bemerkenswerth.
- 1) Ich sehe hierbei von kleinen unregelmässigen Schwankungen ab, welche ich
- Einflüsse der Atmosphäre auf die Qualatität des Lichtes zuschreibe.
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- Dritter Theil Dreizehntes Capitel.
- Regelmässige Beziehungen zwischen chemischer Constitution und sensibilisirender Wirkung der Farbstoffe konnte ich nicht auffinden.
- Besser gelang dies mit. der Lage des .Maximums der Absorption des farbigen Lichtes des Farbstoffes und jenes seiner sensibilisirenden Wirkung auf Bromsilher-Gelatine. Aus dem ersteren kann man auf die letztere sehlicsson und man wird im Vorhinein bestimmen können, ob der Farbstoff das Bromsilber im Grün, Gelb oder Both sensibilisirt. Man wird das Absorptions-Spectrum gefärbter Gelatinefolien betrachten und die oben erwähnte Verschiebung des Seusibilisirungsstreifen nach Both berücksichtigen. Dies gilt für alle Farbstoffe, welche Sensibilisatoren für Brom-silber-Gelat ine sind.
- So drängt sieh nun weiter die Frage auf: Welche Farbstoffe sind Sensibilisatoren? Ich weiss kein anderes sicheres Mittel, als sich durch das photographische Experiment darüber Aufschluss zu verschaffen. Nach den mir bis jetzt vorliegenden Beobachtungen müssen die auf Silberhaloidsalze sensibilisirend wirkenden Farbstoffe folgenden Anforderungen entsprechen:
- 1. Sie müssen das Bromsilberkorn färben. Die Farbstoffe, welche kräftig sen-sibilisiren, sind auch alle sogenannte „substantive Farbstoffe“.
- 2. Sie müssen im trockenen Zustande — auf gefärbter Gelatine oder wohl richtiger auf gefärbtem Bromsilber — auch in bedeutenter Verdünnung ein intensives Band im Absorptioiisspectrum zeigen, wenn sie eine intensive Schwärzung des Bromsilbers bewirken sollen. Ein schmales Band der Absorption gibt auch ein eben solches bei der Sensibilisirung.
- Ich habe oben erwähnt, dass weder Fluorescenzersclieinungen noch anormale Dispersion der Farbstoffe ihre sensibilisirende Wirkung auf Bromsilber für die weniger brechharren Strahlen genügend erklären.
- Die Annahme, dass an Stelle des Absorptionsstreifens die Moleküle des Farbstoffes in energische Schwingung versetzt werden und damit auch das benachbarte Bromsilber, ist unhaltbar, wie Dr. E. Albert zeigte. Abgesehen von der anormalen Dispersion schwingen die Farbstoffmolekiiie an der Stelle der Absorption nicht, sondern es werden Schwingungen vernichtet und dafür Wärme oder chemische Zersetzung des Farbstoffes erzeugt.
- Man könnte nun eine chemische Zersetzung des Farbstoffes an nehmen, dessen Zersotzungsproducte erst secundär auf das Brom Silber reducireud wirken.1 2!. Die'“ Ansicht wurde aber schon von Prof. E. W. Vogel als nicht allgemein giltig erkannt-l.
- Es steigert sich nach meiner Ansicht vielmehr die Wirkung des Bromsilbers um! des Farbstoffes gegenseitig, und zwar unabhängig von der Lichtempfindlichbeit des Farbstoffes für sieh.
- 1) Diese Ansieht sprach A b ne y, gestützt auf seine Experimente mit t}*11111-aus. Cyanin zersetzt sich für sieh allein im Gelb. Ueberzieht man eine Glasplatte mit Rohcollodion, welches mit Cyanin gefärbt ist und exponirt dem Spectrum, übei/d^11 mit Bromsilbereollodion und entwickelt ohne nochmals zu belichten, so komm' ein Bild an den von dem gelben Lichte getroffenen Stellen zum Vorscheine, dmt das Cyaninblau den Absorptionsstreifen zeigt. Dimeter Farbenzusatz und naebheiip Exponiren gab dasselbe Besultat. (Verg'l. mein „Ausführliches Handbuch der Pho -graphie“, 1883. VI. Heft. Bd. 2. S. 17).
- 2) Phot. Mitth. Bd. 15, S. 91.
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- Ueber die Wirkung des Sonnenspeetrums etc.
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- Das Bromsilber verbindet sieh mit dem Farbstoffe durch Molekular-Attraction1) und wird gefärbt. Der beigemengte Farbstoff würde für sieh allein an der Stelle des Absorptionsstreifens Lieht stark absorbiren und zum grössten Theile in Wärme, aber mir zum kleineren Theile (weil die meisten sensibilisirenden Farben ziemlich lichtecht sind) in chemische Arbeit (Oxydation) umgewandelt werden. Den Liehtverlust im erstereu Falle schlage ieh vor „photothermische Extinction“, jenen im letzteren Falle „photochemisehe Extinctinction“ zu nennen2). Bromsilber etc. innig gemischt oder verbunden mit einem geeigneten Farbstoffe, bewirkt, dass ein grosser Theil des nunmehr vom Farbstoffe absorbirten Lichtes in chemische Arbeit umgesetzt wird, wobei das Bromsilber mit in den Process gezogen wird. Die Neigung des Farbstoffes, sich im Lichte zu oxydiren3), wird durch die Eigenschaft des Bromsilbers, im Lichte das desoxydirende Brom abzugeben, unterstützt.
- Kommt bei farbigen Substanzen mit starker electiver Absorption zu der Umsetzung des Lichtes in Wärme noch ein photographischer Process, so treten auch bei letzterem die Lichtstrahlen von jener Wellenlänge in Action, welche erstere verursachen. Die Lage des Absorptionsstreifens des Farbstoffes bleibt unverändert, da gleichartige Lichtstrahlen bald mehr in Wärme bald mehr in chemische Arbeit umgewandelt werden; in quantitativer Beziehung muss sieh dann die Absorption ändern, indem zur „photothennisehen Extinction“ die „photochemische“ hinzukommt, wie dies Bimsen bei dem Gemische von Chlor und Wasserstoff (chemische und optische Extinction) und Marchand bei Eisenehlorid und Oxalsäure zeigten. In allen diesen Fällen richtet sich das Maximum der photochemisehen Zersetzung im Spectrum hauptsächlich nach der Lage des Absorptionsstreifens des farbigen Bestandteiles.
- Nach den angeführten Thatsachen glaube ich berechtigt zu sein, Nachstehendes als ein Gesetz für photochemisehe Zersetzungen zu formuliren:
- Die photochemische Extinction eines Gemisches wird in vielen Fällen durch die photothermische Extinction eines Bestandtheiles bestimmt.
- Wird das Gemisch (oder die Verbindung) eines farbigen Körpers von starkem electiven Absorptionsvermögen mit einem anderen im Lichte zersetzt, so treten bei der photochemischen Zersetzung hauptsächlich Lichtstrahlen von jener Wellenlänge in Wirkung, welche von ersterem mit photothermischer Extinction absorbirt werden; dadurch wird ein Maximum der photochemisehen Zersetzung im Spectrum durch den farbigen Körper bestimmt, Besitzt der Körper von geringerem electiven Absorptionsvermögen für sich selbst eine namhafte Lichtempfindlichkeit, so kommt diese Zersetzung im Lichte mehr oder weniger charakteristisch neben der durch den stark ahsorhirenden Farbstoff bedingten zum Vorschein.
- Durch Zusatz von Farbstoffen zu gewissen Si Ibersalzen (besonders Brom- und ChlursiJber) kann deren Empfindlichkeit für die weniger brechbaren Strahlen, entsprechend der Vogel’sehen Beobachtung, gesteigert werden, so dass das Gemisch fth diese Strahlen lichtempfindlicher ist, als jede der einzelnen Componenten, wobei S!‘-h das Maximum der Farbstoffwirkung nach dem oben erwähnten Gesetz richtet.
- 1) Nimmt man an, das Farben von Fasern IWolle etc.) geschieht durch chemische ^ei'hirnlung mit dem Farbstoff', so kann auch hier dasselbe vorausgesetzt werden; im entgegengesetzten Fal le: Molekular-Attraetin.
- -) Hierzu kommt noch in consequenter Weise die „photoelektrische Extinc-b"!)- pe[ gewissen durch das Lieht bewirkten elektrischen Processen. Obige Belehnung erscheint mir allgemeiner anwendbar und präeiser als die Bimsen’sehe Teilung in optische“ und „chemische Extinction“.
- 3) B eziehungsweise sich zu bromiren,
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- Dritter Theil. Dreizehntes Capitel.
- XI. Anwendung der gefärbten Bromsilber > Gelatineplatten lind orthochromatischen Platten.
- Bromsilber-Gelatineplatten, welche durch den Zusatz der oben erwähnten Farbstoffe für irgend einen Theil des Spectrums sensibilisirt sind, können mannigfache Anwendung finden. Nämlich zum Studium der Spectralerscheinungen selbst, welche bis jetzt nur vom ultravioletten bis zum grünen Theil e auf Bromsilber-Gelatine photographirt werden konnten, nunmehr aber mit Leichtigkeit bis über C im Roth (z, B. mit Cyanin oder Jodgrün), wobei mit unvergleichlich grösserer Sicherheit gearbeitet werden kann, als mit sogenannten „rothempfindlichen Collo-dion - Emulsionen “.
- Ferner sind Gemälde. Teppiche. Stickereien mit dem richtigen Eieliig-keitswert!) von Blau und Violett einerseits, Gelb und Both anderseits zu reproduciren, ohne dass die ersteren hell, die letzteren dunkel erscheinen, was der grösste Fehler der gewöhnlichen photographischen Präparate ist, Solches erzielte ich mit Bromsilber - G eiatm ep lat te n, welche mit Eosin, Cyanin, Bose bengal, A nilinviol ettsorten (s. o.), Naphthalin roth gefärbt waren, wobei allerdings ein gelbes Glas vor das Objectiv zum Abschwächen der blauen Strahlen angebracht wurde.
- lieber die praktische Darstellung und Behandlung orthochromatischer Platten s. Cap. XXX.
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- Zweiter Abschnitt.
- Die Praxis der Photographie mit Gelatine-Emulsionen.
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- VIERZEHNTES CAPITEL.
- DIE DUNKELKAMMER.
- Beim Arbeiten mit Emulsionen soll man drei Dunkelkammern zur Verfügung' haben, wenn in grösserem Massstabe gearbeitet wird: eine zur Herstellung der Emulsion, eine zweite zum Ueberziehen und Trocknen der Platten, und eine dritte zum Arbeiten mit den Platten (Entwickeln. Fixiren etc.).
- Der Amateur oder Photograph, welcher sich nicht auf grosse Einrichtungen einlassen will, wird mit zwei, ja selbst mit einem Locale sein Auslangen finden.
- 1. Dunkelkammer zur Herstellung > 011 Emulsion und von Platten.
- Namentlich in der Dunkelkammer, in welcher die Emulsion hergestellt wird, soll keine Spur von actinisehem Lichte Zutritt haben. Hehr gut ist ein absolut verfinstertes Zimmer; man bleibe V-i Stunde in demselben und überzeuge sich, ob nirgends ein Lichtschimmer bemerklieh ist. Zur Beleuchtung dient rothes Licht, da gelbes nicht sicher genug während der Präparation der Platten und Emulsion ist.
- Befindet sich in dem zur Herstellung der Emulsion dienenden Zimmer wn durch Tageslicht erhelltes Fenster, so soll es doppelte rothe Scheiben, ausserdem einen Vorhang von rothem Stoffe haben. Es muss auch die Möglichkeit vorhanden sein, das Zimmer durch eine vor das Fenster gehobene, gut an passende Wand, gänzlich verfinstern zu können, ^as während des Trocknens der Platten unumgänglich nothwendig ist.
- II. Verschiedene Dunkelkammer-Lampen.
- Sehr häufig benutzt man Lampen mit rothem Glase. Innerhalb derselben brennt entweder eine Kerze oder eine Oel- oder Petroleumlampe
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- DritteF.Theil. Vierzehntes Capitel.
- Solclie Lampen sind sehr leicht zu beschaffen. Eine gewöhnliche, dicht sehliessende Laterne mit rothen Gläsern und aufgesetztem mehrmals gebogenem Schornsteine stellt die einfachste Form dar.
- Fig. 17a zeigt eine Laterne mit Petroleumlampe. Drei Seifen sind mit rothem Glase verglast und die eine Scheibe ist verschiebbar. Der Docht-Trieb ist nach aussen verlängert, so dass man die Flammenhohe reguliren bann, ohne die Lampe öffnen zu müssen.
- Fig. 17. Dunkelkammer-Laterne. Fig. 17a. Dankelkammer-Laterne.
- Fig 18.
- Fig. jl9.
- Amerikanische Trockenplatten - Laterne.
- Fig. 18 und 19 zeigt, eine amerikanische Dunkelkammer-Laterne, welche sehr praetisch ist und auch vom Verfasser verwendet wird. Sie ist ungefähr 20 ccm breit, und 35 ccm hoch und enthält eine Lampe mit einem versilberten ßefleetor, welcher in jede Richtung gedreht werden kann; der letztere ist jedoch überflüssig. Man kann zwei Seiten dieser
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- Die Dunkelkammer.
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- Lampen mit einem dunkelrothen Glase und einer mattgeschliffenen Glasplatte verglasen und die dritte mit einem weissen Opal- oder Milchglas, welches durch ein undurchsichtiges Thürchen lichtdicht verschliessbar ist. Wünscht man diese Lampe zum Entwickeln zu gebrauchen, so be-urtheilt man nach beendigtem Fixiren die Negation bei weissem Opalglase I Fig. 18); auch zum Copiren von Diapositiven kann man im Copirrahmen durch das Opalglas exponiren, oder auf der anderen Seite das rothe Glastenstereben öffnen (Fig. 19),
- Eine ähnliche Construction zeigt die in Fig. 17 abgebildete Laterne; a ist gelb, b ist roth verglast. Bei andauernden Arbeiten empfiehlt sich die Anwendung von Gaslampen, und zwar Argand-Brenner, deren Helligkeit sich ähnlich wie dies bei Fig. 17 angedeutet ist, von aussen
- Fig. 20. Fig. 21. Fig. 22.
- Dunkelkammer - Laternen.
- reguliren lässt. Der Verfasser hat an der K. K. Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Beproduetionsverfahren Dunkelkammerlaternen mit Hartglas eingeführt, um das Springen der Gläser zu vermeiden; die bei a befindliche Fläche ist mit einem orangegelben und mattgeschliffenen Glase versehen. Die Verbrennungsgase entweichen durch ein Metallrohr direct in den Schornstein, wobei die Luft im Dunkelraume nicht verschlechtert, sondern sogar eine günstige Ventilation ein geleitet wird.
- Eine Lampe, welche an der Decke aufgehängt werden kann und das Licht nach unten wirft, zeigt Fig. 20.
- Die Laterne ist über dem Tische, auf dem entwickelt werden soll, auf geh äugt und besteht aus einem weiten Weissbleehtrichter A, in dessen
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- Dritter Theil, Vierzehntes Capitel.
- Schnabel ein kleiner Trichter B angebracht ist, welcher die Lichtstrahlen in die Glocke C leitet, über welcher sich wieder ein trichterförmio-pr Körper D befindet, durch den die abziehenden Gase in die Bäume EE abgeleitet werden, auch hier nunmehr durch seitliche Oeffnungen ab-ziehen können. Die kleine Lampe F wird auf die als Boden dienende Glasscheibe G gestellt. H ist die Handhabe.
- Sehr gut ist die Dunkelkammer-Lampe der Pizzighelli’sehen Construction (Fig. 21).
- Eine Kerze a ist durch eine Feder b in einer Metallhülse emporgedrückt und brennt immer in gleicher Höhe. A ist ein rother Glaskörper; B der Fuss der Lampe. Ein aufgesetzter Bleehschornstein hindert das Austreten von weissem lichte nach oben. Statt einer Stearinkerze kann man auch eine sog. Petroleum- oder Ligroinkerze benutzen, welche ähnlich wie erstere ohne Cjlinder brennt und länger an hält.
- Sehr praetiseh ist auch die von Sehippang ein geführte Lampe (Fig. 22 bis 24). Bei derselben ist ein rother Glascy linder (Fig;. 25) auf einfache Weise an einen Metallfuss (Fig. 23) befestigt und oben
- Fig. 23. Fig. 24. Fig 25.
- Dunkel kämm er-Lampe.
- mit einer übergreifenden Kappe (Fig. 25) versehen. Dieselbe dient zugleich als Schirm, um die Augen vor dem unangenehmen directen rothen Lichte zu schützen. Dieser Schutz ist bei längerem Arbeiten in rothem Lichte sehr empfehlenswerth.
- Es ist vortheilhaft, transparentens rothes Papier bereit zu halten, damit das rothe Licht auf der einen Seite der Lampe mehr gedümpü werden kann; das Abdämpfen des Lichtes ist beim Präpariren der Platten nützlich.
- Eine andere Beiselaterne (von Marion in London) ist in Big'- -h und 27 abgebildet. Der Fuss enthält eine Kerze (wie bei PizzighelL > Lampe). Der mittlere Theil bildet eine Laterne mit einer runden rothen Scheibe, welche sich rückwärts öffnen lässt. Dieser Theil sowie dei Schornstein lassen sich abnehmen. Die aufgestellte Lampe ist cn<*a 30 cm hoch. Das Kistehen. worin sie verpackt ist, hat 8 bis 10 <-in Höhe, 15 cm Tiefe und 10 bis 12 cm Breite,
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- Die Dunkelkammer.
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- In Fig. 28 ist Lieutenant Da viel7 s Keiselaterne r) abgebildet. Der Messingfuss A fasst den mit Luftkanälen DD durchzogenen Petroleumbehälter in sieb. B ist ein rother Glascylinder; C eine lichtdichte Kappe, pie Doßbtsehraube E dient zum Regnliren. Das Petroleum kann von aussen nach gefüllt werden. Diese Lampe lässt sich leicht auseinander-netmien und verpacken.
- Auf Reisen mag eine zusammenlegbare Lampe, nach Art der Garten-lampions. bequem erscheinen2) (Fig. 29). Die Kerze a brennt in einer Hülle von transparentem Papier c. Um dasselbe roth zu färben, kann man es mit Corallin oder Eosin und eventuell noch mit Del tränken.
- Fig. 27. Fig. 28. Fig. 29.
- Reise-Laternen. Lampion,
- Duden und Deckel c und d bestellen aus dünnem Bleche, welches so ^geordnet ist. dass die Luft circuliren. aber kein directes Kerzenlicht d1,streten kann. Selbstverständlich gewähren, solche Lampen niemals '^Ebe absolute Sicherheit, wie die Glasscheiben.
- ^ J- Gaedicke in Berlin gal» eine monochromatische Dunkel kämme r-j,ÜHn]e an. j„.j Wel<:-her die Flamme eines ßunsen'schen Gasbrenners ,lldlLLs Kochsalz gelb gefärbt wird und überdies einen gelben Glascylinder das Licht ist hellgelb und trotzdem wenig aetinisch (s. Eder's hiLueli für 1889. 8. 89). hat aber wenig Verbreitung gefunden.
- Üd
- L Phot. OoiTesp. 1888. S. .153.
- D Empfohlen von Hermann Fol (Yearbook of Phot. 1882. 8. 187),
- *’ Handbuch der Photographie. III. Theil. 4. Aufi, 13
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- Dritter Tkeif Vierzehntes Capitel.
- III. Dunkelkammer zur Entwickelung der Platten.
- Die Dunkelkammer, in welch er die Trocken platten in Cassetten eingelegt. dann entwickelt etc. werden, muss auch absolut frei von weissein Licht sein. Zur allgemeinen Erhellung des Arbeitsraumes kann man doppelte rothe Scheiben oder eine einfache rothe und mattirte weisse oder gelbe Scheibe benutzen. Auch hier sind Vorhänge von rotliem Zeuge oder ein Schiebefenster mit rot hem Glase, welches über das ge]]je geschoben wird, von Nutzen.
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- Tisch zum Entwickeln der Platten.
- Als provisorischer Nothbehelf kann auch das gellte Dunkelkanunri feilster mit braunem, in Gel getränktem Packpapier versehen werden.
- Gegenwärtig kommen von England ans ausgezeichnete transparent rothe und gelbe Leinwänden in den Handel, welche völlige Sicheiln'1 gewähren und namentlich auf Reisen sehr practisch sind, weil man jede beliebige Laterne damit umhüllen und eine Dunkelkammer-Lampe 1111 provisiren kann. Die gellte Leinwand ist gegenwärtig zu diesem %uet'f beliebter als die rothe.
- Baden-Pritchardr) zeigte zuerst im Jahre 1884. dass l0tle Gläser in der Dunkelkammer heim Entwickeln und anderen Aibeüei
- 1) Phot. News. 1884. S. 17.
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- l)ie Dunkelkamflaer.
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- mit Trockenplatten nickt nothwendig sind, sondern dass zerstreutes dunkelgelbes Lieht ebenso sicher ist wie rot-hes, und dass die Helligkeit in letzterem Falle für das Auge grösser erscheine. Er empfahl eine orangegelbe und eine weisse mattgeschliffene Scheibe an Stelle der rothen. Die Versuche des Verfassers, Prof. H. W. Vogel's u. A. bestätigten dies.
- Der Verfasser empfiehlt daher für das Arbeitszimmer des Photographen. worin die fertigen Platten in die Fassetten gelegt, entwickelt und fixirt werden, zur allgemeinen Beleuchtung matte rothe Scheiben, während eine übereinander gelegte orangefarbige und matte weisse Glastafel auch ein Orangeglas bedeckt mit Seidenpapier benutzt wird, wenn man beim Entwickeln genauer sehen will. Es soll aber aufmerksam gemacht werden, dass gelbes Glas ohne ein mattgeschliffenes zweites Glas nicht genug sicher ist.
- Geht die Dunkelkammer ins Freie und fällt Tageslicht durch die Fenster in den Entwickelungsraum, so ist wohl sicherer nur eine einzige Fensterscheibe orangegelb und mit matter Schicht zu verglasen, die anderen Scheiben aber dunkelroth mit mattem Glase; ferner soll
- Fig. 31.
- Dunkelkammerfenster mit Lichtschirm.
- über alle Scheiben ein rot-ber Vorhang gezogen werden können, welcher hei hellem sonnigen Wetter das Licht- stark dämpft. Wenigstens beim Einlegen der Platten in die Oa-ssetten und zu Beginn des Entwiekelns S°H man dann alle Vorhänge zuziehen und erst wenn das Bild auf der Platte grösstentheils erschienen ist, verfolge man den weiteren Verlauf heim zerstreuten orangen Licht,
- Da das Tageslicht- zu sehr in seiner Helligkeit schwankt, so ist
- entschieden das künstliche Licht im Entwicklern gsraum vorzuziehen, z. B. auf S. 191 beschriebenen Lampen.
- Geht das Fenster der Dunkelzimmer, worin man die Platten Zwickeln will, direct ins Freie, so ist ein undurchsichtiger Liekt-Ddi’m zum Schutze für die Augen sehr zu empfehlen. Eine solche Emriehtung versinnbildlicht, Figur 31. Das Fenster ist mit einer l0ffen und einer matten weissen Scheibe verglast. An demselben ist dn einem Brett D ein Carton oder ein dünnes Brett (A) so aufgehängt,
- D Phot. Mitth. Bd. 20. S. 267
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- Dritter Th eil. Vierzehntes Capitel.
- dass das Lieht nicht in die Äugen des Operateurs fallen kann, jedoch zur Entwiekelungstasse Zutritt hat% Der Tisch O hat bei E einen
- Ablauf für verschütteten Entwickler. Will man das Negativ in der Durchsicht beurtheilen, so hebt man den Schirm A in di«- Höhe. Selbstverständlich ist es möglich, das Fenster gänzlich zu öffnen, so dass das Tageslicht, zu treten kann. Eine Sitzleiste (ähnlich denen bei Velocipoden) gestattet dem Photographen während des Entwickelns sieh zu setzen.
- Fig. 30 zeigt die Anordnung eines Entwicklungstisches.
- VI. Ventilation (1er Dunkelkammer.
- Tn der Regel sind die Dunkelkammern und Arbeitsräume der Photographen schlecht, oder gar nicht, ventilirt. Beim Arbeiten im Atelier isl dies nicht vortheilhaft, jedoch nicht, sehr schädlich, weil der Operateur
- nur kurze Zeit in denn dunklen Ramm1 bleibt, und den Aufenthalt oft
- wechselt. Nicht, so günstig verhält, es sich mit den Arbeit räumen, worin die Emulsion borgest eilt, wird; daselbst bleiben die Arbeiten oft 4 bis
- 6 Stunden continuirlich.
- Ueber diese Verhältnisse sehrieb der Verfasser in der „Photographisehen Oorre-spondeuz (1883. S. .189) folgendennassen:
- „Die Photographen, welche Aufnahmen mit Troekenplatten machen nnd seihe entwickeln etc., arbeiten unter weitaus günstigeren sanitären Bedingungen, als zur Zeit des nasssen Oollodion-Verfahrens, wobei A etherdämpfe bmstsehwae.heti Personen die Photographie unmöglich machten. Dagegen haben jene Personen, welche Emulsion priipariron nnd Platten damit überziehen, mit er sehr ungünstigen Bedingungen zu arbeiten, welche die Gesundheit, untergraben können. Man hat von einer allmählichen Vergiftung gesprochen. welche durch Aufsaugen von alkalischer PyrogaUns-Lösung durch die lfaut in England beobachtet worden ist, was ich nicht bezweifle: jedoch ist mir kein ähnlicher Fall hierzulande bekannt geworden. Eine irritirende Wirkung des rothen Lichtes auf das Ctemüths- und Nervenleben mag wohl vorhanden sein. Del ernster aber ist die Verschlechterung der Atmosphäre durch das Athmen des Menschen und das Brennen einer Nerze in dem meistens gar nicht ventilirten Raume. Pt» wurde dadurch aufmerksam gemacht, dass ich an mir beobachtete, wie sich noch mehrstündigem Arbeiten in der Dunkelkammer manchmal Beklemmungen heim Atknien umstellten, obsobon meine Dunkelkammer eine (allerdings sehr mangelhafte) Ventilation bat. lfm zu erfahren, ob wirklich zuviel Kohlensäure sich angehäuft hatte, machte ich nach 11 äständigem Aufenthalt eine Kohlensäurebestimmnr.g der Luft (uiith'l> Bett e n k ofer" s Methode) und fand einen Gehalt von 1,4 Kohlensäure pro mille. D" denkt man. dass gute Luft nur 0,4°/oo Kohlensäure haben soll, t°.0o Schon als >ul gesund gilt, so ist der Gehalt von l,4-°/oo nach l1/2 Stunden ein erschreckender. MpllH Dunkelkammer fasst etwa 20 bis 30 cbm Luft; andere Kammern sind wohl zwei" (|i dreimal so gross, da für arbeiten aber auch oft. mehr Menschen darin. Bedeimt HO'1-dass in Jen Dunkel/,immer» häufig noch Ammoniak vorhanden ist, welches H Athmimgsorgane in hohem Grade belästigt, dass nicht selten der direct gütig«* 1,0‘^ rauch sieh zngvscllt, so wird, man zmreben, dass bei schlec hier Ventil^1"1' schwachen Personen das Arbeiten unter solcheu Umständen todtbringend sein ^aIiU
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- Die Dunkelkammer.
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- ßeinitzt man einen Schornstein (oder im gegebenen Fall einen Ofen, der vom Zimmer .,us geheizt wird) als Ventilator, s« wird der nothwendige Luftwechsel von wenigstens 21 ebm per Kopf und Stunde meistens vorhanden sein, wenn man der Luftöffnung 20 em Durchmesser gibt.1"
- Wenn man mit aiumoniakalischor Emulsion arbeitet, soll ein Lüften oder beständige Ventilation des Raumes möglich sein. Luft, welche l/io Ammoniakgas enthält, ist fast nicht mehr athembar. Ganz kleine Menge von Ammoniak in der Luft kann im Laufe der Zeit einen leichten Lungeucatarrh veranlassen, welcher zu einer chronischen Bronchitis sich steigert1). Das beste Mittel ist, das Ammoniak beim Entwickeln gehörig zu verdünnen (z. B, 1:4) und für gute Ventilation zu sorgen.
- Zur Ventilation der Dunkelkammer kann ein am Fenster angebrachter .Holzkasten mit Scheidewänden dienen, welcher die Dirculation der Luft in der Richtung- der Pfeile gestaltet aber das Licht abbält. Wenn der Kasten dem Wetter ausgosetzt, so kann aussen ein Sehutz-
- ^locij SS angebracht werden (Fig. 32). Der Kasten ist innen schwarz •uigestrichen. An der Thiire kann man einen ähnlichen Kasten an-kritigen. Sn dieser Weise hat der Verfasser seine Dunkelkammer ein--f'i'icb tet.
- Line andere Anordnung ist in Fig. do da egest eilt; die an einer Atolle durchbrochene Thiire ist durch zwei gebogene schwarze Klcch,* verdeck), zwischen denen die Luft in der Richtung der Rleile Reicht.
- Ala11c 11Fabriken haben Flügelventilatoren. welche dureh Wasser '^'r Dampfkrai’t betrieben wei’den. aulgestellt. Dr. Loren)2) zieht
- L II c rsc h c 11 . Lnt. -kumi. Phot. 1883. S. 5<1. Phot. Wochen'd. 1883 8. H42 Phot. Porres p. 188)}. S. 305,
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- allen diesen den D ob son’sehen Ventilator (Dobson, Glasgow 105, John Knox Street) vor, welcher an der freien Luft, am besten am Dache, angebracht ist. Fig. 34 zeigt denselben stark verkleinert. Er functionirt selbst bei ganz schwachem Luftzuge, gestattet weder ein Abwärtsströmen der Luft, noch Eindringen von Eegen. In einem an den Seiten offenen Gehäuse sind schräg geneigte Zinkplatten angebracht, welche die aufwärts steigende Luftströmung veranlassen. Da keine Bewegung des Ventilators stattfindet, so nützt er sich nicht ab.
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- FÜNFZEHNTES CAPITEF.
- WAHL DER GLASPLATTEN, REINIGEN UND YORPRÄPARIREN DERSELBEN.
- Betreffs der Wahl der Glasplatten für Trockenplatten gilt so ziemlich alles beim nassen Collodion-Verfahren Bekannte und es wurde schon im I. Theil dieses Werkes S. 526 darüber ausführlich berichtet. Für Gelatine-Emulsions-Trockenplatten kommen überdies noch einige andere Umstände in Betracht,
- I. Die gebräuchlichen Dimensionen der Glasplatten.
- Nicht nur für die Fabrikanten und Händler, sondern auch für die Photographen ist eine möglichst vollkommene Uebereinstimmung der Platten grossen von Wicht igkeit ; für die crsteren, weil es unmöglich ist, mehr als 10 bis 20 Plattensorten am Lager zu haben, für die letzteren, weil abnorme Formate erst auf Bestellung angefertigt werden können oder aus grösseren Formaten zugeschnitten werden müssen; dadurch wird nicht nur die Lieferung der gewünschten Platten verzögert, sondern es werden auch die Platten vortheuert. weil man für die kleine Platte soviel zahlen muss, als die grosse (aus der sie geschnitten wurde) kostete.
- In neuerer Zeit ist eine Einigung wenigstens der deutschen und österreichisch en Interessenten an gebahn t worden.
- Die Versammlung der deutschen Plattenfabrikanten und Händler beschloss einstimmig1)- folgende Masse für Trockenplatten als Normalmasse hinzustellen: 9X12: 12X16- 13X18, 13X21, 18X24, -1X30. 30X40, 40X50, 50X60 cm. und zwar als Normalmasse m folgendem Sinne: Jeder Fabrikant und Händler soll es sich zur Aufgabe machen, bei Verkauf von neuen Cameras und Einarbeitungen alter larauf hinzuwirken, dass die Käufer Cameras mit Einlagen zu obigen
- 1) Phot. Wochenbl. 1884. S. 377. Phot. Oorresp. 1885. S. 67.
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- Plattengrössen wählen. Bis dies Ideal erreicht, ist, wird es selbstverständlich nbillig sein, Platten für die bestellenden Cameras zu labri-ciren und bleibt es jedem Fabrikanten überlassen, so viele Grössen anzufertigen, als er mag. Damit aber auch hier möglichst Einigkeit erzielt wird, werden folgende Zwischen grossen bis auf Weiteres vereinbart • 10 >( 13, 16 X 21, 21 X 27. 26 X 31. 29 X 34. 34 X 39. 39 X 47 cm’
- Diesem Beschlüsse schlossen sich auch die meisten österreichischen Fabrikanten durch den Beschluss der Wiener photographischen Gesellschaft an r).
- Die in Frankreich, der Schweiz und Italien gebräuchlichen Plattenmasse ditferiren nicht stark von den hier angegebenen. Dagegen welchen die englischen und amerikanischen Plattenmasse, welche alle nach Zoll berechnet sind, von denen der Convention beträchtlich ab,
- II. Reinigen der Glasplatten.
- Gute Solingläser (prima Dualität) eignen sich aber vortrefflich zur Herstellung von Troekenplatten und. man präparirt in den Emulsionsfabriken bis zum Bormat 50 X 60 uh solche Platten. Die Gläser müssen allerdings wohl sortirt werden, indem auf unebenen, stark buckligen Gläsern niemals eine gleichmässige Schicht erzielt werden kann, weil die flüssige .Emulsion, bevor sie erstarrt, sich in den Mulden sammelt und au den erhabenen Stellen nichts übrig bleibt, und grosso unebene Platten beim Copiren leicht zerbrechen.
- Arle Trockenplalten-Fahriken arbeiten für gewöhnlich mit Solinglas und erzeugen nur auf Bestellung Platten auf Spiegelglas. Hierbei gibt der Kostenpunkt den Ausschlag: übrigens ballen die Schichten aut Soliuglas auch fester und werden reiner, wogegen beim Spiegelglase zurückgebIiebene Reste von Polirroth („Plouge") sehr schlimme w risse Flecken in der Emulsionssehicht bewirken, welche sich im Entwickler nicht schwärzen wollen1 2): auch helle Monde mit schwarzen Punkten m der Mitte werden dadurch veranlasst.
- Auch neue Glasplatten müssen vor ihrer Verwendung gereinigt werden, weil sie durch das Berühren mit den Ifänden fettic werdi'ii und dann die Emulsion nicht gleich massig arm eh men.
- Vmi den mechanischen Putzmitteln ist geschlämmte]' hiesel-guhr oder Tripel am besten3). Man rührt ihn mit Wasser zu einem
- 1) Phot. Corresp. 1885. S. 07 und 1)2.
- 2) Diese Flecken von Polirroth sind durch chemische Mittel schvrer zu ellt femen: von den Säuren hilft noch am meisten ziemlich eoneentrirte Salz-änre.
- ö) Zu beziehen als Grün es Platten putzpulver” bei Denekendortt m U1 Fnedriolistrasse Nr. 52!
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- Wahl dev Glasplatten, Reinigen und Vorpräpariren derselben.
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- dünnen Brei an. trägt mit einem Leinwandballen etwas auf die Glasplatte aut und reiht die Oberfläche ab. Hierauf spült man mit Wasser gut ab. reibt mit einem Leinwandlappen etwaige Beste von Kieselguhr von den Platten fnametitlieh den Kanten) weg und trocknet die Platte ab. Sie kann sofort zum Giessen verwendet werden: die .Emulsion Üiess! ganz gleiclitnässig darüber.
- Kiele Fabrikanten ziehen aber die Peinigung mit chemischen Mitteln vor. Am besten ist es. die Platten in starke Soda-Lösung zu legen, nach l/2 bis 3 Stunden berauszunehmen, uni er dem Wasserhahne abzureiben oder zu bürsten, zu I rock mm und mit Wasserglas oder Glaskraut-Absud abzureibeu, damit die Emulsion gut Hi esst.
- Während eine kalte Soda-Lösung bei neuen Platte]] genüg!, muss mau bei alten laokirten Platten entweder warme Soda-Lösung nehmen und sie 1 bis 2 Tage wirken lasset), oder man benutzt Aetznatroii-Laugo (1 : 5 bis 1 : 10f
- Andere verwenden Schwefelsäure (1 : 4) oder besser Salzsäure (1. : 4): andere wieder benutzen ('bromsäuro-Bäder 0>0 g K;ilIumbiehromat, HO ccm Sehwefelsäure und 1 Liter Wasser), worin Platten die gelegt, gewaschen und darnach gereinigt werden.
- Alte se.lion einmal benutzte Platten sind für den Gelatineprooess unsicher. Mitunter kommt das alte Hi!d auf schlecht geputzten Platten 1)0 einer neu aufgegossenen Schicht von Gelatine-Emulsion beim Entwickeln durch '). jedoch ist dieser Fall selten. Viel baldiger ist. es. dass durch zu rüekge b 1 ie bo n e Lack roste oder dergleichen am Bilde weisse Flecken verursacht werden. Im Spiegelglase finden sich oft Poren: aus diesen lassen sich die Beste des früheren BiJd.es schwer entfernen. Alle diese Lmsfäudo maelieu die Beinl.ieit der Platfen fraglich, und dies ist der Grund. warum grosse Trocken plat ten - Fa briken nur sehr ungern oder gar nicht alle Platten zum neuerlichen I 'eber/ioben mit .Emulsion wrwende.ü. es sei denn auf die Gefahr des Einsender-;.
- La jedoch diese Felder selten das Bild ruiniren. sondern durch ßetouche zu beseitigen sind, so ist es für den Photographen. der sich M-]Jie .Platten selbst priipaj'irt. jedeiiJälls ökonomiscli auch die alten Gläser üi verwt-mden.
- III. Vorpräpariren der Glasplatten.
- Vi ässerige Gelatine-Emulsion breitet sich ziemlich schlecht aut Glas-fdatten (ausser wenn sie mit Kieselguhr abgetrieben waren), namentlich rlllt schon gebrauchten, aus: sie Hiesst beim Giessen in freier lland im
- 5i Si- liumaiin (Phot. Woche» IjI. I8N2. S. 3*2). Headers»» Phot. News. 1883
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- Zick-Zack über die Platte und rinnt nicht selten, beim Versuche die Emulsion durch Neigen der Platte zu vertheilen, über den Rand derselben.
- Deshalb ist es nothwendig, Mittel, welche das gleich massige Fliessen der Emulsion erleichtern, anzuwenden.
- Ein gutes derartiges Mittel ist verdünntes Wasserglas; dieses wurde zuerst von Obern etter empfohlen und wird nunmehr häufig angewendet. Man tränkt einen Leinwandlappen mit verdünnter Wasserglas-Lösung (1: 200 bis 1: 300) und befeuchtet die ganze Glasfläche damit. Die Platte wischt man ganz oberflächlich mit einem trockenen Lappen ab, indem man darauf achtet, dass eine Spur Wasserglas haften bleibt. Auf so vorpräparirte Platten fliesst die Emulsion leicht und gleichmässig wie Oel. Ausserdem fördert das Wasserglas das Haften der Schicht am Glase. Bewahrt man die Platten lange auf, so geht die Eigenschaft des guten Fliessens verloren und sie müssen neuerdings abgerieben werden. Zu coneentrirtes Wasserglas bewirkt das Entstehen dunkler Schlieren auf den Platten. Durch oftes Putzen mit Wasserglas werden die Glastafeln angegriffen.
- Ein in jeder Beziehung sicheres Mittel zum Abreiben der Glasplatten ist ein Absud von „Glaskraut“, d. i. eine Pflanze, deren lateinischer Name Parietaria offieinalis ist (französisch percepierre, herbe des murailles). Dieses von Franck de Villecholle1) eingeführte Mittel wird in nachfolgender Weise verwendet: Man kocht 1 Theil des trockenen Glaskrautes2) mit 50 Theilen Wasser durch 1/2 Stunde oder giesst siedendes Wasser darauf (in der Art, wie man Thee bereitet) und filtrirt den Absud nach 2 Stunden ab. Er hält sich mehrere Tage, Die gewaschenen (eventuell in Soda gereinigten Platten) werden mit diesem Absud mittels Leinwand befeuchtet und oberflächlich trocken gerieben. Die Emulsion fliesst vortrefflich und die Glasplatten werden nicht angegriffen.
- Andere Mittel welche ähnlich wie Wasserglas, aber nach den Versuchen des Verfassers nicht so gut wie dieses oder Glaskraut wirken, sind: Zuckerwasser3) odei verdünntes Eiweiss4). Es fliesst aber die Emulsion nicht so gut, wie nach dem Putzen mit Wasserglas.
- 1) Phot. Corresp. 1885. S. 100.
- 2) Zu beziehen z. B. durch die Niederlage photogr. Utensillien von Kramer ui Wien (1 Am Graben).
- 3) Audra, Phot. Mitth. ßd. 17, S. 16. Bullet. Soc. Franc.
- 4) Empfohlen von Forrest, Brit. Journ. Phot. Almanae for 1881. S. 46. " Warnerke setzt der Albuminlösung etwas Wasserglas zu (2000 ccm Wasser, W-Wasserglas, das Weisse von einem Ei, 30 ccm Alkohol; Phot Woehenbl. 1882. S-1°' aus Phot, News. 1882. S. 48).
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- Wahl der Glasplatten, Reinigen und Yorpräpariren derselben.
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- Mitunter müssen auch. Ueberzüge, welche nicht das gute Fiiessen der Emulsion, sondern das feste Haften der Schicht am Glase zum Hauptzweck haben, verwendet werden (z. B. für VogePs Collodion-Gelatine-Emulsion). Gewöhnliche Gelatine-Emulsion soll immer fest am Glase haften und Vorkehrungen gegen das Ablösen der Schicht sollen (bei correcter Fabrication) niemals nöthig werden; im Sommer oder bei lange aufbewahrter wässeriger Gelatine-Emulsion, bei einer mit viel Soda versetzten Emulsion (s. S. 56) oder in einigen anderen Ansnahms-tällen leistete ein ünterguss von Chromgelatine gute .Dienste. Man löst 1 g Gelatine in 300 g 'warmem Wasser, filtrirt und setzt nach dem Erkalten 6 ccm filtrirte Chromalaunlösung 1 : 50 zu. Die Lösung hält sich 4 bis 6 Tage. Die Platten wunden gesäuert, sehr gut unter Abreiben gewaschen, dann in eine Schale mit destillirtem und tiltrirtem Wasser gelegt,
- Man nimmt dann die Platten einzeln heraus, giesst eine Portion Gelatinelösung auf, lässt ringsiimlaufen, dann ablaufen (der Ablauf wird nicht gesammelt). Der erste Aufguss verdrängt das Wasser; man gibt nach Ablauf desselben einen zweiten Aufguss und stellt dann die Platten zum Ablaufen und Trocknen senkrecht, Bei nicht zu kaltem Wetter sind sie binnen einer Stunde trocken. Im Winter verrichtet man das Gelatiniren in einem warmen Baume, da kalte Platten die Gelatine schwer annehmen.
- Wässerige Gelatine-Einulsion fliosst auf einem 0hrom-Gelatine-ünterguss schlecht; man muss mit einem Glasstabe, Pinsel, oder dem Finger die Verth ei Jung fördern.
- Diese Vorpräparation wird für Präparation der Giossmaschine in Fabriken sehr häufig verwendet, da hierbei die Emulsion ohne Schwierigkeit auf die Platten gebracht (gestrichen etc.) wird. Bei Handguss kann diese Vorpräparation' mit Chromgelaline für grossen1 Plattenformate und grösseren Betrieb nicht gut verwendet werden, weil das Ausbreiten der Emulsion viel zu langsam vor sich geht.
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- SECHZEHNTES CAPITEL.
- ÜBER DAS MISCHEN DER EMULSION,
- Die gewöhn liehe Art des Mischens der Emulsion besteht darin, dass man das Bromkalimn nebst der ganzen Gelatine. oder einem Theile derselben in Wasser löst und dann allmählich Silbornitrat hiuzuiugt,
- Soll eine feine Emulsion erhalten werden. so muss das Silbernitrat nur allmählich in kleinen Partien zug’eset/.t und jedesmal tüchtig geschüttelt werden. Im entgegengesetzten Palle scheidet sich viel Bnun-silber ( besonders während des Kochens) ab. Hoi Degen wart von Silber-oxvdammoniak kann man die Brom- und die Siiberlösung aut einmal mischen, ohne dass eine tioekige Bromsilheraussdioidung erfolgt; die Emulsion wird aber in diesem Palle nur dann fein, wenn man sowohl die Bromsalz- als auch die Silbersalz-Lösung Gelatine enthielt. Diese Modalität zu mischen empfahl Obern etter (s. Seife 57).
- Der Zusatz der Siiberlösung zu Bromkalium und Gelatine hat den Vorzug, dass während des ganzen Processes niemals freies Nj]hernitrat mit Gelatine in der Wärme zusammen kommt. welches sich häufig (besonders bei hoher Temperatur und alkalischer Keaction) zersetzt und dann Schleier verursacht.
- Nichtsdestoweniger kann auch der umgekehrte Weg eiugeschlagen werden , wie A bney D zeigte. Ja Abney tarn! sogar, dass das Brom-silber feiner wird, wenn man die Bromkaliumlösung in die mit Gelatine versetzte Siiberlösung gibt, als wenn man umgekehrt verfährt.1 2 31
- Stolze3) erhielt eine sehr feine Emulsion, indem er die zum Korben bestimmte Gelatine in drei Theile theilte. Dem einen setzte er bei BO Grad 0. das Bromkali lim. und dem andern das Silberniirat zu. Daun
- 1) Brit Joum. of Phot. 1881. 8. öl2. Phot. Wot-heubt. 1881. 8. o(>U.
- 2) Es entsteht bei 30 bis 40 Gracl C. eine feine EmuPion: bei 80 Grad 0. jedoih oft grobes Korn (Bnrton, Dix.»n, Phot. AJmanae for 1884. S. 85).
- 3) Phot. Woehenbl. 1881. 8. J46.
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- Ueloer das Miselien der Emulsion.
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- fügte er der übrig- gebliebenen Gelatinelösung nach und nach abwechselnd ßrumkalium. und Silberlösung zu. dazwischen kräftig rührend; das Bromsilber war ungemein fein.
- Es ist nothwendig. nach dem jedesmaligen Zusätze-, der Silber-7Aii' Bromsalzlösung (oder umgekehrt) tüchtig zu schütteln, damit eine feine Emulsion erhalten wird. Man nimmt das Mischen deshalb in einer geräumigen Flasche vor. welche ein starkes Schütteln erlaubt und giesst zur Bromsalz-Gelatinelösung in kleinen Partien die Silberlosung.
- Gut. für die Qualität, der Emulsion (jedoch umständlicher und nicht, unbedingt nöthig) erscheint das Einträgen der Silberlösung in dünnem Strahle und unter heftigem Schütteln in die warme Bromsalz-Gelatino-Lösung.
- I’ig. 35.
- Fig. 3G.
- Spritzflaschen.
- Misch-Vorrichtungen.
- Für kleine Quantitäten Silberlösung gibt man dieselbe in eine Spritz-^aadie lon der Form von Fig. Bö. für grössere Quantitäten in eine Flasche Wi Big. 0(3 JV[all blyst bei A hinein und es spritzt dann die Silber-
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- Dritter Theil. Sechzehntes Capiteh
- lüs'ung in dünnem Strahle bei B in die in einer Flasche befindliche bromirte Gelatine; inzwischen schüttelt man öfter heftig.
- Oder man bringt die Lösung von Bromsalz mit Gelatine in ein stark wan di ges Glas, oder besser in ein Porzoliangefäss, lässt die Silber-lösnng allmählich znfiiessen nnd quirlt heftig mit einem IIolz<|nirl. Man kann hierbei die Silberlösung langsam aus einem Glashahne znfiiessen lassen (Fig. 37).
- Recht praetlsch ist folgende Vorrichtung* zum heftigen Lurcheinandermischen der Flüssigkeit (Fig. 38). welche einem Butterfasse nachgebildet, ist1). Las Gefäss a ist mit der Lösung von Gelatine und Bromsalz gefüllt ; bei c wird das Silbernitrat allmählich zugefügt und nun die Rührvorrichtung b (sielte Fig. 38) in Thätigkeit gesetzt. Dieselbe kann aus reinem Silber oder Holze sein.
- Ein compendioser Misehapparat wurde von Braun, Mechaniker in Berlin, oonstruirt. An einer Hartgummispindol befinden pich Schaufelräder, welche durch einen einfachen Mechanismus in rasche Drehung versetzt werden können. Die ganze Vorrichtung wird auf einen irdenen Topf aufgesetzt, welcher die bromirte Gelatine enthält und durch einen Glastrichter die Silberlösung eingetragen. (füg. 30.)
- Man erhält sehr feine Emulsionen, wenn mau Silbernitrat (in nicht übermässig grossen Krystallen) in warmer Bromsalz -Gelatine-Lösimg einträgt; es löst sich das Silbernitrat sehr rasch auf und bei gutem Lurch-sehütteln der Mischflasche ist die Emulsificirimg in 1 bis 3 Minuten vollzogen. Dieser Vorgang wurde von Burton und Li von2 3), sowie Spering0) angegeben und dem Verfasser gelangen diese Versuche gut.
- Noch bessere Resultate scheinen sich zu ergehen, wenn man Silbernitrat und Gelatine in Wasser löst und dann erst krystallisirtes Bromkalium einträgt, wobei sich rasch eine ferne und empfindliche Emulsion bildet. Liesen Vorgang empfahl Wilson4 5) und Newberry6) und der Verfasser erzielte wiederholt, hiermit gute Resultate.
- Fig. 39.
- Misch -Vorrichtung.
- 1) Steh hing, Brit. Journ. Phot, Aimanae for 1880. S. 131.
- 2) Phot. Aimanae. for 1884. S. 05.
- 3) Spering (Phot. Woekenld. 1888. S. 150) empfahl das Silbernitrat (23 g) grossen Krvstallen in eine Flasche zu geben, Gelatine und Bromsalz (1 (Vf - Lw® kalium, 2 Jodkalium. 8 Nelsongelatine No. 1 in 240 g Wasser) bei GO — (16 Grad e. darüber zu giessen, durch 30 Min. zu kochen und dann 28 g Gelatine zuzusetzen .
- 32 Grad 0. wird dann G g Ammoniak zugesetzt.
- 4) Phot. Archiv. 1.887. S. 305.
- 5) Ed er’s Jahrbuch f. Phot, für 1888. Bd, 2., S. 469.
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- lieber das Mischet] der Emulsion.
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- Es ist für die Empfindlichkeit der resultirenden Emulsion nicht gleichgiltig, ob man bei Gegenwart, von viel oder wenig Gelatine mischt; im letzteren Falle wird die Emulsion empfindlicher.
- Ammoniakalisehe Emulsionen dürfen nicht zu heiss gemischt werden, sonst entsteht eine transparente, häufig scldeierige Emulsion. Selbst bei Gegenwart von viel Jodsilber soll die Temperatur nicht über 40 bis 55 Grad C. steigen. Meistens erwärmt, man nur die Brom-Gelatine auf 30 bis 40 Grad 0. und trägt die Silberoxydammoniak-Lösung von gewöhnlicher Temperatur ein.
- Saure Lösungen (für den Kochproeess) können bei 60 bis 70 Grad C. gemischt werden und sind dann empfindlicher als solche, welche bei niedriger Temperatur gemischt werden, wie der Verfasser schon in der 2. Auflage dieses Werkes (1883) angegeben hatte.
- Später fand Bark er1) dieselben Resultate wie der Verfasser. Er mischt saure Emulsion 1) bei 38 Grad C.. 2) bei 60 Grad C., 3) bei 100 Grad C. und kochte 1) und 2) je lV2 Stunden, 3) aber nur 1 Stunde. Er. 2 war am besten und empfindlicher als 1; Nr. 3 war am empfindlichsten, gab aber dünne Bilder.
- 1) Phot. Atmanac. for 1885. S. 59.
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- SIEBZEHNTES CAPITEL.
- HERSTELLUNG VON BROMSILBER-GELATINE-
- EMULSION.
- Zur Herstellung von Bromsilber-Gelatine sind in der Praxis hauptsächlich drei verschiedene Methoden in (dehrauch:
- 1. Die Methode mit Silbeimydammoniak. welche leicht und sicher auszuführen ist und für den An langer und auch für den praktischen Photographen sehr zu empfehlen ist.
- 2. Die saure Siede-Methode, welche sehr reine, schön zeichnende Platten lieiert, die allerdings nicht sehr empfindlich sind: hierzu sind schon mehr Apparate nölhig.
- 3. Die kalte Emnlsilieation. bei welcher ohne viel Apparate empfindliche Platten erzielt werden, jedoch ohne dass die Regelmässigkeit der Resultate so gross wie bei der vorhergehenden Methode wäre. Jede Methode hat ihre Anhänger gefunden, welche sieh von ihrem gewöhnten modus operandi nicht abbringen, lassen.
- I. Methode mit Silheroxydammoniak von gewöhnlicher Empfindlichkeit.
- Di eso vom Verfasser zuerst beschriebene Methode liefert kräftige-schöne blatten, welche sowohl mit Eisetmxalat als auch mit Pvro sich gut entwickeln lassen. Die Empfindlichkeit ist 17 —18 Drad \\ arnerhe. in der Praxis berechnet Jüan sie 3 — 4 mal empfindlicher als nasm Oollüdion platten.
- Man stellt zwei Lösungen her:
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- Herstellung von Bromsilber-Gelatine-Emulsion.
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- A) 24 g krystallisirtes Bromkalium,
- 3 ccm Jodkaliumlösung (1 Th. Jodkalium in 10 Th. Wasser1), 20 g harte Gelatine (der Verfasser benutzt solche von der Gelatinefabrik in Winterthur),
- 250 eem destillirt.es Wasser.
- Man gibt die Gelatine mit dem Wasser in eine mit Stöpsel versehene Glasflasche (welche ungefähr 1 Liter fasst), lässt sie durch lj2 bis 1 Stunde aufquellen und stellt sie dann in heisses Wasser, damit sich die Gelatine auflöst und misst dann mit einem Glasthermometer (das man in die Gelatine-Lösung selbst taucht) die Temperatur ab. Man bringt sie durch Tauchen in kälteres oder wärmeres Wasser auf 40 Grad C.
- B) 30 g Silbernitrat und
- 250 ccm destillirtes Wasser.
- Zu dieser Lösung fügt man allmählich so viel eoneentrirtes Ammoniak bis der anfänglich, entstehende braune Niederschlag sich beim weiteren Zusatz von Ammoniak wieder klar auflöst. Diese Lösung enthält ,,Silberoxydammoniak“ (s. S. 8); sie wird bei gewöhnlicher Temperatur verwendet und nicht künstlich erwärmt.
- 0) 15 bis 20 g harte Gelatine durch 1 bis 2 Stunden in Wasser gequollen und kurz vor der Verwendung im Wasserbad in einem Becherglase geschmolzen.
- Die Silberlösung’ wird nun in der Dunkelkammer (bei rothem Lieht S. 190} in die 40 Grad 0. warme Gelatine-Bromsalz- Lösung A in Leinen Partien eingetragen; zeitweilig sehliesst man die Flasche, sehüt-tell heftig und schüttet wieder im dünnen Strahl eine Portion Silberlösung e,n; man beeile sich mit dem Mischen, damit die Temperatur in der -Mischflasche nicht zu sehr sinkt, sondern der ganze Mischprocess in 'hngen Minuten beendigt ist,
- Hierauf stellt man die Flasche, welche nunmehr eine feine Emulsion entljäll. in einen grossen Blechtopf mit warmem Wasser (von 45 Grad 0. ), ''mbüllr. den Topf mit Tüchern, damit das Wasser nicht zu rasch ab-'Vhlt und kein Licht auf die Emulsion fällt und lässt je nach der gewünschten Empfindlichkeit 30 bis 45 Minuten2) stehen; während dieser
- D Durch Vermehrung des Jodgehaltes auf 8 ccm Jodkaliumlösung wird die ’ jusion etwas empfindlicher und ist der Bildung von Lichthöfen hei Landschafts-jüwhuie» weniger unterworfen. Fi'ir Porträte ziehen manche eine Emulsion ohne Ai Jodgehalt vor.
- -* Für Landschaft*-Emulsion von 17 bis 19 Grad Warnerke digerirt man meistens
- •>0 W-
- p ‘ llu'ten; für Porträt-Emulsion digerirt man 45 Minureu und darüber, weil die lifjji. j1"11 Wei°üer arbeitet und empfindlicher wird; nach 15 Minuten ist die Empfiud-
- “keit
- tennger. aber grosse Kraft und besondere Klarheit vorhanden.
- Handbuch der Photographie. III. Tbeil. 4. Aufl.
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- Dritter Theil. Siebzehntes Capitel.
- Digestion schüttelt man 1 oder 2mal, jedoch nur kurze Zeit, um die die Flasche nicht zu sehr abzukühlen.
- Während der Digestion der Emulsion im Warm-Wasserbade, schmilzt, man die in Wasser gequollene Gelatine (!) im Wasserbade, nachdem man zuvor das überschüssige Wasser abgegossen hat. Diese geschmolzene Gelatine 0) wird nach beendigter Digestion zur Emulsion hinzugefügt, gut gemischt (indem man nicht unnütz viel Schaum erzeugt), noch einige Minuten stehen gelassen, dass der Schaum grösstentlieils verschwindet. und der Inhalt der Flasche in eine flache Forzellanschale oder Porzellantasse ausgegossen, so dass die Emulsion darin 2 bis 4 cm hoch steht,
- In der kühlen Jahreszeit lässt man die Emulsion freiwillig erkalten, wobei beim langsamen Auskühlen noch ein Nachreifen stattfindet, ln der heissen Jahreszeit aber stellt man die Schale dann auf einige Stunden in kaltes Wasser (eventuell Eiswasser).
- Die Art dos Erstarrens der Emulsion ist von bedeutendem Einfluss aut das Resultat; die Wirkung ist. mindestens ebenso gross wie die Temperatur und Zeitdauer während der Digestion. Man vergleiche z. B. im Sommer zwei Emulsionen, welche unter völlig gleichen Verhältnissen digorirt wurden, wovon die eine in Eiswasser während des Erstarren« gekühlt wurde, während die andere in einer Schale auf einer Holzunterlage in einem Zimmer sich seihst, überlassen wird: erstere wird schleierlos. aber weniger empfindlich, letztere wird empfindlicher, aber oft auch schleierig sein. Emulsionen, welche man bei sehr niedriger Temperatur erstarren lässt, (/. B. Eiskasten), müssen ungefähr doppelt so lange Zeit im Wasserbade digerirt worden sein. Allzu rasches Abkühlen der Emulsionen (indem man sie nach der Digestion in kleinen dünnen Schalen sofort auf Eis oder in sehr kaltes Wasser bringt) bewirkt unter Umständen, dass die Emulsionen kraftlose Bilder geben. Wer Emulsionen im Grossen fabricirt, trage Sorge, dass das Erstarren der Emulsion stet? in gleichartiger Weise, in gleichen Gelassen und Massen erfolge, sonst treten grobe lTnregelmässigkeiten bei Anwendung des einmal erprobte)1 Keeeptes auf. Viele Fabrikanten benutzen Eiskasten , ohne die Eniulsn111 direct auf das Eis zu stellen. Es wurden auch noeh andere Mittel vor geschlagen, um die Nachwirkung des Ammoniaks zu massigen1)-
- 1) Am eingehendsten beschäftigte sich hiermit L. Beiitski (Eder’s Jabdnic^ f. Phot, für 1X89. S. 107). welcher das Ammoniak in der gereiften Emulsion mit wr düunter Schwefelsäure vornimmt, und dadurch die weitere Einwirkung des Ammonn -auf hält, sowie auch die Eestigkeit der Gelatine besser bewahrt. Gesetzt den Fall, zur Ueberführung \on 40 g Silbernitrat in Silberoxydammoniak, 32 g Ammoniak v01 der Dichte 0,91 (bei 15 Grad C.) erforderlich seien, so wird die doppelte MeD:
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- Herstellung von Bromsilber-Gelatine-Emulsion.
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- Nach 6 Stunden wird die Gallerte ganz fest sein. Langes Stehen der erstarrten ammoniakalischen Emulsion in der Kälte steigert die Empfindlichkeit, aber auch den Schleier; längere Zeit als 24 Stunden ist nicht gerathen. Meistens lässt man die Emulsion über Nacht erstarren mul verarbeitet sie am Morgen weiter.
- Man zerkleinert die Emulsisn dann (s. unten), wäscht sie (wie in den nachstehenden Capiteln beschrieben ist), worauf man sie in Alkohol zur weiteren Aufbewahrung legt, oder sofort schmilzt und (eventuell nach Zusatz von Chromalaun und löslichem Bromsalz, s. u.) zum Ueher-ziehen von Platten verwendet.
- Für diese Emulsion eignet sieh der Oxalat-Entwickler sowie der Soda-Pyro-lIyclrochinon-Entwiekler sehr gut. Für Porträte gibt sie sehr dichte Negative; sollte sie hart arbeiten , so vermische man diese Emulsion mit 1/-2 bis 1 Theil der sub IV beschriebenen kalten Emulsion.
- II. Methode mit Silberoxydainmoniak für rapide Platten.
- Um die Methode mit Silberoxydammoniak zu hoher Empfindlichkeit zu treiben hat man zwei Wege: Erhöhung der Temperatur der Lösungen beim Mischen der Emulsion, wobei man bis ungefähr 50 Grad C. gehen kann (s. S. 45) und bei einer Erwärmungsdauer von 3/4 Stunden die Reifung auf das Höchste getrieben haben wird, oder Verlängerung der Erwärmungsdauer bei niedriger Temperatur auf 1 bis mehrere Stunden, S(,wie langsames Erstarrenlassen. Im ersteren Falle kann man zur Verminderung der Schleierbildung ungefähr 3 bis 4 Proe, Jodsalz vom Gewichte des Bromsalzes zusetzen. Ferner bewirkt die Verminderung Er Menge der Gelatine während des Mischens und Reifens der Emul-uon günstig auf die Empfindlichkeit und Weichheit der Emulsion, ^inunt man z. B. bei der Vorschrift I nur 3 bis 5 g Gelatine (statt 20 g) beim Mischen, so wird die Emulsion weniger kräftig (weicher) und
- l(l- i. 64 g) von Schwefelsäure von der Dichte 0,91 erforderlich sein, um das Ammoniak Zu neutralisiren. Da aber stets etwas Ammoniak bei der Digestion verflüchtigt, so ri>Dimt man um x/20 Schwefelsäure weniger, als zur völligen Neutralisation des ungebildeten Ammoniak erforderlich wäre. Unter allen Umständen ist sorgfältig zu verluden, dass zu viel Schwefelsäure zugesetzt wird; die Emulsion darf keinesfalls sauer rea?iren, Man überzeuge sich durch einen genauen Vorversueh, wieviel Schwefelsäure
- Ammoniak zur völligen Neutralisation erforderlich sind. Belitski wendete die *vthode durch 5 Jahre mit gutem Erfolge an. — Ueber den Zusatz von Salcylsäure p!r ?ei’eiften Emulsion s. Burton, S. 71 des vorliegenden Werkes. — Auch kann die ^Wirkung des Ammoniaks plötzlich unterbrochen werden, wenn man die warme, Emulsion in Alkohol giesst und auf die Weise zur Ausscheidung bringt und --lchzeitig wäscht, welcher Vorgang bei Rapid-Emulsionen mitunter empfohen wurde. S' Seite 220 und 228).
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- Drittel Theil. Siebzehntes Capitel.
- empfindlicher; diese geringe Gelatinemenge bewirkt jedoch mitunter zu grosse Dünnheit der Emulsion und .Kraftlosigkeit, der Negative, weshalb man in der Praxis in der Pegel nicht weniger als 10 g Gelatine hei der oben sub lA angegebenen Vorschrift beim Mischen der Emulsion zusetzf. den liest, aber (sub 10) zulügt. Diesen .Modus schlagen manche 'Fabrikanten ein; um weichere Emulsionsplatten zu erhalten, d. h. sie arbeiten mit Silberoxydammoniak, tilgen beim Mischen nur 1j3 der Gesammtmengy von Gelatine hinzu, den Pest aber erst nach erfolgter Peilung vor dem Ausgiessen zum Erstarren.
- Oft genügt es schon die sub 1 beschriebene Emulsion durch 2 bis 3 Tage im Waschwasser stehen zu lassen, oder dieselbe nach dem Waschen zu schmelzen und nochmals erstarren zu lassen oder mit Alkalien reiten zu lassen (s. Seite 38, 39. 4M und 236). um grosse Empfindlichkeit zu erzielen. Jedoch kann man auch gleich von Anbeginn bei der Darstellung aut' die Entstehung empfindlichen Brom Silbers hinarbeiten.
- Emulsionen von grösserer Empfindlichkeit, kann man her-steilen. indem man die Vorschrift I beibehält und bloss hierin von derselben abweieht, dass man die .Bromsalz-Gelatino auf 50 Grad C.. ja sogar 60 Grad G. erhitzt ; trägt man die Silberlösung mit Euftfemperahii' (circa 20 Grad 0.) ein, so erhält man mich dem völligen Mischen beider Flüssigkeiten eine mittlere Misehungstemperatur von 35 Grad C. und man gelangt nach % ständiger Digestion von einem auf 40 Grad 0. erwärmten Wasserbade z. B. auf eine Empfindlichkeit von 23 Grad AVarnerke. Solche Emulsionen arbeiten auch ohne jeden Jodzusatz gut und os ist noch nirlit entschieden, oh derartige jodsilberhaltige oder reine Bromsi Iber - Emulsion für die Borträt-Aufnah men die besten sind.
- Bei zu langer Digestionsdauer oder falls zu geringe Mengen von Gelatine während dos Peilens zugegen sind, scheidet die Emulsion ein grobkörniges Sediment von grün liebem Bromsi Iber ab und die Emulsion gibt nur sehr dünne schleunige Bilder und. die Empfindlichkeit gelh
- wieder zurück.
- Es empfiehlt sich stets diese bei höherer Temperatur hergesteilhn Emulsionen durch einige Tage in starken Alkohol zu legen, dann ent zu waschen und zu verwenden, da dadurch die Schichte gehärtet winh Da die bei hoher Temperatur erzeugten ammoniakalischen .Eniwl sionen die Gelatine in stark angegriffenem Zustande enthalten, so kräuseln
- sie leicht im Kixirbado ab und man muss deshalb Chromalaun odm* die Glasplatten mit einem Eebergusse von Chrom-Gelatine f versehen. Da Papid-,Emulsionen häufig eine Neigung zu
- zusetzen
- s. S. 2Cb Schlein1'11
- zeigen, so .fügt man auch Brmnammonimri. zu.
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- Herstellung von Bromsilber-Gelatine-Emulsion.
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- Der Verfasser verwendet beispielsweise auf 1 Liter fertiger geschmolzener Bapidemulsion, welche bei der vorher gemachten Probe schwach schwierig sich entwickelt, und im Fixirbade Blasen zieht, einen Zusatz von 20 ccm Obromalaunlösung (1 : 50) und 15 bis 20 ccm Bromammo-niimilösung (1 : 100), welch)er unmittelbar vor dem Giessen der geschmolzenen Emulsion beigemischt wird.
- J'. Plcner in Wien ging bei der Herstellung empfindlicher Emulsion nach Eder’s Silberoxy dammoniakprocess folgendermassen vor:
- Es wurden 1. 50 g Silberuitrat in ‘250 ccm Wasser gelöst und Ammoniak bis zum Auflösen des Niederschlags hinzugefügt;
- II. 40 g Bromammonium und 1 bis P/2 g Jodkalium in 250 ccm Wasser;
- III. 40 g Winterthur-Gelatine, werden in Wasser 1 bis 2 Stunden lang gequollen, das überflüssige Wasser abgegosson und im Wasserbade geschmolzen;
- IY. 25 g Ooignet-Gelatine (Goldmedaille) in Wasser gequollen und dann mit 25 ecm Ammoniak unmittelbar vor dem Gebrauche vermischt.
- Zur Herstellung der Emulsion verwendet man eine hohe, schmale Flasche, damit beim Schütteln der Schaum hoch steigt. Zunächst fügt man zur kalten Lösung II den zehnten oder sechsten Theil der erwärmten Gelatiuelösung HI und schüttelt; es muss sich ein starker Schaum bilden, der die ganze Flasche füllen soll. Je kälter die Lösung desto weniger Gelatine ist zur starken Sehaumbildung erforderlich; jedoch darf die Lösung nicht zu kalt sein, dass die Gelatine gerinnt, was bei einiger Hebung an der Sehaumbildung kennbar ist. Hierauf wird die Silberlösuug I kalt mittels einer Spritzflasche in dünnem Strahl unter heftigem Um schütteln eingetragen. Man fühlt heim Schütteln, dass die Flüssigkeit in Folge der Abkühlung sehr dickflüssig wird. Lumittelbar nach dem Mischen der Silberlösung wird die Flasche für wenige Augenblicke in Wasser von 35 Grad 0. getaucht, dann sofort der Rest der Lösung III (auf 35 bis 4o Grad 0. erwärmt) hinzugefügt und in einem Wasserbade durch 1/2 Stunde 4> Grad C. (bis 45 Grad 0.) unter öfterem Schütteln digerirt. Hierauf wird die Lösung IV «•gesetzt und noch 1/4 Stunde digerirt dann in eine Glasehaie in einer 2 bis 3 cm hoben Schicht; gegossen und freiwillig erstarren gelassen. , Die Schale wird hierbei Papier bedeckt, um das Entweichen des Ammoniaks zu vermindern, ist die Emulsion erstarrt, so nimmt man die Papierdecke weg und lässt in der Dunkelkammer °'kt' in einem geräumigen Kasten einen oder mehrere 'Lage (bis 6 Tage) nach reifen, -'kn kann von Tag zu Tag kleine Proben (ohne die Probe-Platte zu trocknen) über kn Fortschritt des Reifens machen. Die günstigste Luftemperatnr ist 10 bis 15 Grad 0. Lese Emulsion zeichnet sich besonders dadurch aus, dass sie eine nicht uuheträeht-vhe Anfangs-Empfindlichkeit besitzt, und durch eine Art Crystallisation in der aP bedeutend naehreift und kräftiger wird.
- iBreh langes Stehen vor dem Waschen kann man enorme Empfindlichkeit erhalten, ‘"'l wird häufig die Gelatine so hornartig, dass nach dem Trocknen die Platte]), be-end geringere Empfindlichkeit zeigen, als im nassen Zustande.
- ; Charakteristisch für die Emulsion, welche man nach diesem Vorgänge darstellt, ^ ' ’k kälter die Flüssigkeiten während des Mischens sind, desto sehleierloser wird ^ Emulsion. Das nachfolgende Digerireu in der Wärme ist dann viel gefahrloser, 111611 111 c^er "kurne mischt. Ferner ist jenes Bromsilber besonders geeignet Li Nachreifen in der Kälte.
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- Einfluss verschiedener Aenderungen auf den Process mit Silberoxydammoniak.
- I. Mischt man die Silberoxydammoniak-Emulsion hei Gegenwart von Ißejlr Wasser und mehr Gelatine, so entsteht eine weniger empfindliche aber feine Emulsion (von 15 bis 17 Grad Warnerke); aber die Schichten sind sehr rein, frei von Flecken und von Schleier. Deshalb fand der Verfasser folgendes Mischungsverhältniss namentlich bei Amateuren und Landschaftsphotographen mit Vorliebe in Anwendung:
- A) 20 g Bromammonium, 3 ccm Jodkalium-Lösung (1 : 10), 45 g harte Gelatine und
- 300 ccm Wasser.
- B) 30 g Silbernitrat gelöst in 300 ccm Wasser und mit Ammoniak bis zum Ver-
- schwinden des Anfangs entstandenen braunen Niederschlags versetzt.
- Man trägt B) in die 35 Grad 0. warme Lösung A) ein, erwärmt 30 Minuten und lässt erstarren, worauf man wie gewöhnlich wäscht. Diese Emulsion hat ein feines Korn und gibt auch gute Diapositive.
- III. Methode mit eitronensaurem Silberoxydammoniak.
- Mischt man Lösungen von Silbernitrat mit Oitro neu säure und fügt Ammoniak hinzu, so entsteht ein weisser Niederschlag, welcher sich in überschüssigem Ammoniak wieder auflöst, indem citronensaures Silbor-oxydammoniak entsteht (s. S. 11). Diese Lösung kann zur Herstellung von Emulsionen (ähnlich wie ..Silberoxydammoniak“) dienen; sie bewirkt die Bildung schleierloser Emulsionen. wrelche allerdings (unter gleichen Temperaturverhältnissen) weniger empfindlich sind, als die ohne Citronen-säure hergestellten. Der allgemeine Charakter dieser Emulsion ist gut. die Negative sind kräftig und zeigen gute Abstufungen in den Lichtern, neigen jedoch zur Härte; der Verfasser verwendet diese Emulsion mit Vorliebe zur Aufnahme von Landschaften, von Gemälden (orthochromatisch), Mikrophotographien etc. Ferner sind diese Emulsionen gute Misch-Emulsionen für empfindliche, aber dünn arbeitende Emulsionen (sub 11 und sub V).
- Man löst1); A) 24 g Bromkalium.
- 6 ccm Jodkalium2),
- 25 g Winterthur-Gelatine und 230 ccm Wasser im Wasserbade;
- Andererseits löst man:
- B) 3 g Oitronensäure in 230 ccm Wasser und fügt 30 g Sil her nitrat
- hinzu: diese Lösung versetzt man so lange mit Ammoniak bis sieh anfangs entstehende weisse Niederschlag wieder auflöst.
- 1) Eder. Phot. Corresp. 1889. S. 169. Eder’s Jahrbuch für Phob.gr. für Ls^,
- 2) Auch ohne Jodkalium gibt die Emulsion gute Resultate; besonders -nähme von Gemälden oder zur Herstellung von orthochromatischer Emulsion.
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- Herstellung von Bromsilber-Gelatine-Emulsion.
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- Man bringt sowohl die Flüssigkeit A als B auf die Temperatur von 50 Grad 0. und giesst allmählich die Silberlösung in die Bromlösung, indem man heftig schüttelt. Die Temperatur darf hierbei nicht zu sehr sinken, sondern die Mischflasche wird rasch in ein Wasserbad von 40 Grad C. gebracht und durch % bis s/4 Stunden digerirt, wobei man inzwischen ein- oder zweimal durch kurze Zeit schüttelt.
- Hierauf fügt man 15 g Gelatine zu, welche man durch 1—2 Stunden in Wasser geweicht und nach dem Abgiessen des überflüssigen Wassers im Wasserbade geschmolzen hat, Hierauf giesst man das Ganze in eine flache Schale aus, welche auf einer kalten Steinplatte steht und lässt 12 bis 24 Stunden erstarren, zerkleinert und wäscht,
- Beim blossen Stehen der Emulsion im Wasser steigt die Empfindlichkeit von selbst nach 2—3 Tagen.
- Die Empfindlichkeit ist 16 bis 18 Grad Warnerke; mischt man bei höherer Temperatur als oben angegeben ist, oder digerirt man in einem stärker erwärmten Wasserbade, oder lässt man die Emulsion in einem warmen Zimmer auf einer Holzplatte erstarren, so steigt die Empfindlichkeit auf 20 bis 22 Grad Warnerke, jedoch auf Kosten dei Intensität in Klarheit; auch wird bei hohen Temperaturen das Korn leicht grob und die Gelatine wird allzusehr angegriffen.
- Es empfiehlt sich unter allen Umständen diese Emulsion durch einige Tage in starken Alkohol zu legen und nach dem neuerlichen Waschen und Schmelzen (s. S. 231) pro 1 Liter mit mindestens 10 ccm (bis 20 ccm) Chromalaunlösung (1 : 50) zu versetzen, nebst 5 ccm Bromammoniumlösung (1 : 100) oder wenn die Emulsion Schleier gibt: 15 bis 20 ccm der letzteren. Yergl. auch S. 236.
- Sollte man weniger empfindliche aber sehr klar arbeitende Emulsionen wünschen, so kann man die Lösungen A und B bei niedrigerer Temperatur z. B. 40 Grad C. mischen und in diesem Falle das Jodsalz ganz weglassen.
- IY. Saure Siedemethode.
- Zur Herstellung mässig empfindlicher, weich und brillant arbeitender Emulsion (von ungefähr 15 bis 17 Grad Warnerke) siedet man Brom-shber-Gelatine in coneentrirter Form durch eine halbe Stunde und setzt dann Gelatine und Wasser zu. Diese Emulsion ist entschieden weniger empfindlich als die mit Silbero xydammoniak hergestellte (I und 1.1), gib ledoeb für Landschaften und Aufnahmen von Gemälden für Liehtdruck-7A'ccke etc, schöne Kesultate, Für Porträte zieht man empfindlichere Emulsionen vor. Da die Siedeemulsion umständlicher herzustellen ist, a" W* weniger Anhänger gefunden.
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- Dritter Theil. Siebzehntes Capitel.
- Zu Emulsionen dienen folgende Substanzen, welche separat in drei Flaschen gemischt werden:
- A) Bromsalz-Gelatinelösung:
- 20 g Bromammonium,
- 20 g harte Gelatine,
- 6 ccm oder, wenn man noch grössere Klarheit und Dünnheit wünscht, 8 bis 10 ccm Jodkaliumlösung (1 Theil Jodkalium und 10 Theile Wasser),
- 200 ccm gewöhnliches Wasser und 1 bis 2 Tropfen verdünnte Salzsäure (1 : 3),
- B) Silbernitratlösung:
- 30 g krystallisirtes salpetersaures Silber.
- 125 ccm destillirtes Wasser,
- C) Gelatinelösung:
- 20 g harter Gelatine,
- 200 ccm gewöhnliches Wasser.
- Die Flaschen mit den drei Lösungen werden in einen Topf mit warmem Wasser gestellt und auf etwa 60 Grad G. erwärmt: dadurch wird die Auflösung der Gelatine und der anderen Bestandtheile bewerkstelligt.
- Nun wird die etwa 60 Grad C. warme ..eoneentrirte Bromsilbermischung“ aus No. A und No. B hergestellt, indem man in der Dunkelkammer die Silberlösung allmählich in die Bromsalz - Gelatinelösung einträgt und nach jedesmaligem Silberzusatz tüchtig schüttelt.
- Während des Mischens wird das Wasser im Blech topf durch eine Untergestellte Gas- oder Spirituslampe zum Sieden gebracht und zwar so rasch, dass nach dem beendigten Mischen das Wasser in vollem Sieden ist.
- Hierauf wird die „eoneentrirte Bromsilbermischung” in einen dünnwandigen Glaskolben nach Fig. 40 oder nach Fig. 41 (sogen. Erlen-mayer’sclie Kolben) gebracht, weil dickwandige Glastiasehen beim Eintauchen in das siedende Wasser allzuleieht springen würden. Die Erhitzung der Emulsion erfolgt rasch.
- Enthält der mit Emulsion gefüllte Kolben wenig Flüssigkeit, so steht er sehr unsicher im Wasserbad und kippt um. Um das zu vermeiden-beschwert man die Flasche. Man nimmt einen Streifen von Erweichen er. wie Fig. 42 zeigt, um die Flasche a legt. Der Bleistreiten ist durchbohrt c. um dem siedenden Wasser die Girculation zu gestatten•
- Das Sieden der Emulsion wird in einem Topf aus Weissbleeh odu verzinntem Stahlblech vorgenommen. Damit der Glaskolben w unmittelbar auf dem erhitzten Boden aufstelu, so ist ein durch lockertet
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- Herstellung von Bromsilber-Geiatine-Eruulsion.
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- Zwischeuhoden (Eig. 43) angebracht; oder wenn dieser fehlt, muss auf den Boden des Topfes ein Leinwandlappen gelegt werden. Ein iiber-o-reifender Deckel hindert den Zutritt des Lichtes des Bimsen’sehen Brenners oder der Spirituslampe.
- Ilooh - Flaschen.
- Die „concentrirte Bromsilbermisohung” pflegt Verfasser, wenn Emulsion von gewöhnlicher .Empfindlichkeit und grosser Klarheit gewünscht wird1), 30 Minuten zu sieden. Man ist dann, eine gute Gelatine und
- Fig. 48. Fig. 44.
- Sl>]‘gföltigo Behandlung vorausgesetzt, sicher vor Schleier. Die Mischung vertrügt \y0'hl auch 45 Minuten langes Sieden und zur Herstellung '•'bipfindüeher I’orlrät-Emulsionen isi längeres Sieden sogar zu empfehlen. ^Dn kann and) 60 Minuten lang sieden und erhält sehr empfindliche kiniiLion. aber häutig vennisst man dann die absolute Klarheit,
- D Wird die Hälfte des oben angegebenen Quantums gern acht und dünnwandige Maskotten benutzt, so genügt io Minuten langes Sieden, wenn man dickere Glas-eschen benutzt, kann 15 Minuten gekocht werden.
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- Drittel Theil Siebzehntes Capitel.
- Während des Siedens der ..eoneentrirten Bromsilbermischung“ lässt man die Gelatinelösung No. C freiwillig abkühlen. Sie soll dann etwa 30 bis 40 Grad C. haben; im Sommer, wo das Abkühlen langsamer vor sich geht, kann man die Flasche durch kaltes Wasser abkühlen.
- Die gekochte Bromsilbermischung wird nun (unmittelbar nach beendigtem Kochen) in die Gelatinelösung gegossen, indem man den Bodensatz aufschüttelt. Das Ganze wird nun durch andauerndes Sckiit-
- Fig. 48. Lichtdichter Kochtopf.
- fein innig vermengt und in eine Porzellan schale. -Tasse oder Becherglas zum Erstarren ausgegossen.
- Die ausgegossene Emulsion lässt man nun über Nacht erstarren-im Sommer kann man dies durch Kühlen der Schale mit kaltem Wa-ssei. eventuell Eis, beschleunigen. Je langsamer die Kmulsion erstarrt, desK empfindlicher wird sie: da bei einer neutralen oder schwach sauren Emulsion wenig daran liegt, ob sie vor dem W ascben 6 oder 24 Stunden
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- Herstellung von Bromsilber-Gelatine-Emulsion.
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- lang in Form von Gallerte steht, so brau eilt man sich nicht zu beeilen, das Erstarren herbeizutuhren (ausser man hat mit Schleier zu kämpfen).
- Zum Erhitzen dient entweder eine gewöhnliche Spirituslampe, wie sie sich in jedem Laboratorium vorfindet, oder eine in den chemischen Laboratorien gebräuchliche „Berzelius-Lampe“ Fig. 44, welche gleichfalls mit Spiritus geheizt wird und einen Hohldoeht mit Bauchfang hat. Sehr gut ist auch der Bapid-Spirituskocher, den Fig. 45 zeigt. Hat man Gas zur Verfügung, so bedient man sieh des Bungen’sehen Gasbrenners. Sind grosse Wasserbäder zu erwärmen, so sind grosse Brenner mit Mänteln Fig. 46 und 47 zu empfehlen. Auf den oberen zackigen Band in Fig. 46 kommt das Wasserbad zu stehen.
- In grösseren Fabriken findet man nicht selten das Warm-Wasserbad mit dem Gas- oder Spiritusbrenner lichtdicht verbunden, so dass die Flamme auch in der Dunkelkammer selbst das Wasserbad fortwährend erwärmt. Ein starker Kasten aus Eisenblech (Fig. 48) enthält einen Gasbrenner e. welchem durch die Oeffnungen ggg Luft zugeführt wird; bei f entweichen die Verbrennungsgase. Die Flammenhöhe kann von aussen regulirt und durch ein gelbes Glasfensterehen beobachtet werden. Der Wasserbehälter a wird in den Bing c eingesetzt und kann nirgends Licht eintreten. Ein Deckel mit übergreifendem Band sehliesst den Topf. Der letztere kann auch seitlich eine Oeffnung enthalten, in welche ein knieförmiges Thermometer eingesetzt ist. Fig. 49 zeigt ein solches Thermometer in grösserem Massstabe. Solche 'Wasserbäder mit Thermometer sind für die Siedemethode weniger nöthig als für die ammoniakalische Digestionsmethode, weil im ersteren Falle das Wallen und Geräusch während des Siedens zur Orientirung dient.
- Mittel, um die Empfindlichkeit, Kraft und Klarheit der Siede-Emulsion zu modiüciren.
- Anfängern ist zu rathen, nichts an der obigen Vorschrift zu ändern, wenn es nicht dringend geboten ist. sondern vielmehr den Entwickler abzustimmen. Erst wenn dies nicht nützt, kann man Aenderungen in der Emulsion machen.
- I. Die Emulsion arbeitet mit noch bedeutenderer Intensität und grösserer Empfindlichkeit, wenn man sie nach halbstündigem Kochen auf 35 Grad G. abkühlt und ohne zuvor die Gelatine G (welche auf S. 216 erwähnt ist) zuzusetzen, mit Aetzammoniak durch 1/2 Stunde bei 35 bis 40 Grad 0. nachdigerirt. Auf das oben angegebene Quantum können 3 ccm Ammoniak (d = 0,91) genommen werden. Man kann sogar 10 ccm Ammoniak zusetzen und erzielt dann hohe Empfindlichkeit, aber leicht stellt sich auch Schleier ein. Zur Erzielung einer massig grossen Empfindlichkeit genügt es schon, wenn man die sub IV erwähnte saure Siedeemulsion, nach beendigtem halbstündigen Kochen abkühlen lässt, und bei 30 bis 40 Grad 0. mit einigen wenigen Tropfen Ammoniak versetzt, so dass eben eine deutliche alkalische Beaction entsteht. Giesst man daun zum Erstarren aus und lässt bei Zimmertemperatur 24 bis 48 Stunden die Gallerte riehen, so arbeitet die Emulsion kräftiger und empfindlicher als bei Abwesenheit von freiem Ammoniak.
- II. Andere Autoren, namentlich Burtou, Abney u. A. empfehlen die Emulsion hei Gegenwart von weniger Gelatine zu sieden während 1/2. bis 1 Stunde. In der That erzielt man dadurch grössere Empfindlichkeit, aber es stellt sich bei bedeutender Verminderung der Gelatine Dünnheit der Negative ein. In der Vorschrift des Verfassers
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- kann man wohl bis auf 10 g Gelatine (statt 20 g bei A) henmtergehen. Abney1) nimmt während des Kochens auf 30 g Silbernitrat 41/2 g Gelatine und in Summa 220 ccm Wasser (nebst der nöthigen Menge Brom- und Jodsalz); Wilson2) auf 30 g Silbernitrat, 7 g Gelatine und 270 ccm Wasser; beide setzten den Best der Gelatine (gequollen und geschmolzen) erst nach dem Sieden zu und zwar beiläug 30 g Gelatine. Burton3) aber arbeitet in einer extremen Verdünnung, nämlich auf 30 g Silbernitrat, 2 bis 4 g Gelatine und in Summa 600 bis 700 ccm Wasser während des Kochens. Bei dieser enormen Verdünnung kann man bis 5 Stunden kochen, lässt dann das Bromsilber absetzen und emulsificirt es in frischer Gelatine. Der Verfasser erhielt bei Burton’s Methode sehr dünne, kraftlose Emulsionen; Graeter4) erhielt nach Burt on’s Vorschrift 15 Grad Warnerke nach einstündigem Sieden.
- Y. Kalte Emiilsificatloii.
- Am gebräuchlichsten von den kalten Emulsificationsproce-ssen ist der Henderson'sehe. Mit demselben lassen sich Platten von hoher Empfindlichkeit (17 bis 22 Grad Warnerke) erzielen. Diese Platten arbeiten in der Regel sehr weich, allein bei längerer Belichtung (z. ß. auch Porträtfach) lassen sie häufig die Plastik und hübschen Spilzliehter vermissen, welche die Photographen so sehr lieben.
- Dadurch, dass man die Emulsion bei gewöhnlicher Zimmertemperatur reifen lässt, treten Schwankungen im Resultat hervor, weil die Temperatur zu sehr sich ändert, so dass sich hiermit eine regelmässige Fabrikation schwer durchführen lässt.
- In einem Kochkolben löst man in 75 ccm destiliirtem Wasser 2 bis 3 g Gelatine bei 50 Grad C. und fügt nach erfolgter Lösung 3 g kohlensaures Ammoniak hinzu, worauf ein heftiges Auf brausen erfolgt; ferner 22 g Bromammonium und 3 ccm einer Jodkaliumlösung'1 ; 10. Schliesslich fügt man 200 ccm Alkohol (92 proc.) und 9 ccm Ammoniak ( d —0.91) hinzu, gibt das Gemisch zu der Bromirungsfiüssigkeit und lässt erkalten.
- Anderseits löst man 30 g Silbernitrat in 150 ccm Wasser; bis zu diesem Zeitpunkte kann am Tageslichte operirt werden; von jetzt ab begibt man sich in die Dunkelkammer und bringt die Silberlosung in kleineren Portionen unter öfterem Umschütteln in die alkoholische Bromidlösung, schüttle in den ersten 2 Stunden öfter um und verschliesse die Flasche mit einem Korkstöpsel, um das eventuelle Entweichen von Ammoniak während des.Reifens zu verhindern. Man lässt 10 Stunden (oder über Nacht) bei gewöhnlicher Temperatur stehen. Inzwischen
- 1) Abney’s Photography with Emulsions.
- 2) Phot. Archiv. 1881. S. 145.
- 3) Phot. News. 1883. S. 78. Phot. Archiv. 1882. S. 272. Phot. Jouru. 1882. S. 08.
- 4) Phot. Corresp. 1884. S. 14.
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- Herstellung von Bromsilber-Gelatine -Emulsion.
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- lässt man durch V2 Stunde 40 g Winterthur-Gelatine in einer dieselbe eben bedeckenden Wassermenge aufquellen, seihe das nicht aufgesaugte Wasser ab, bringe die gequollene Gelatine zum Schmelzen, giesse letztere dann zu der vorher schwach erwärmten (35 Grad 0.) dünnen Bromsilberemulsion und schütte schliesslich das Ganze in eine Porzellan-schale zum Erstarren. Die Masse erstarrt wegen des Alkoholzusatzes bei längerem Stehen leicht zu einem starken, zähen Klumpen, daher es sieh empfiehlt, die Erstarrung nicht länger als 1 bis 2 Stunden, je nach den Temperaturverhältnissen, anstehen zu lassen, da dann das Zerkleinern sehr erschwert wäre.
- Wie stark die ladt-Temperatur während der Darstellung der Henderson -Emulsion das Resultat beeinflusst, geht daraus hervor, dass der Verfasser bei 10 Grad C. nach lOstündigem Reifen nur eine glasige Emulsion von 15 Grad Warnerke erhielt; Dr. Stolze und Seolik1) erreichten unter 20 Grad 0. nach ungefähr 2()stündigem Reifen nur die Empfmdliehkeitsziffer von 17 bis 18 Grad Warnerke: im Sommer (bei 25 bis 28 Grad 0.) in dieser Zeit 20 bis 22 Grad Warnerke. Im Sommer ist die Emulsion sehr rapid, gibt aber dünne kraftlose Bilder; man lasse dann nur 8 bis 10 Stunden, ja. sogar nur 2 Stunden reifen. Im Hochsommer bei 30 bis 40 Grad 0. ist es kaum möglich, klare Henderson-Emulsion herzustellen. Bei Henderson's ursprünglicher Methode wird die fertige Emulsion nicht freiwillig erstarren gelassen, sondern mit Alkohol gefällt. Die flüssige fertige Emulsion wird in dünnem Strahl in 000 bis 700 ccm starken Alkohol gegossen und mit einem sehr dicken Glässtabc umgerührt. Sämmtliche Gelatine hängt sich an den Glasstab. Man zerreisst sie (eventuell schneidet sie mit einer Stahlscheere) und wäscht sie gut2) (vergl. S. 229). Alan kann jedoch die kostspielige Fällung mit Alkohol in der eben beschriebenen Weise umgehen, wie Seolik3) u. A. zeigten.
- 1) Phot. Corresp. 1883. S. 181.
- 2) S. Pizzighelli und Hübel, Phot. Corresp. 1882. S. 339. — Heber verschiedene Varianten von Ilenderson’s kalter Emulsion s. Eder’s Jahrbuch f. Phot.
- 1887 und 1888. — Bemerkenswerth ist die von Sresniewski in St. Petersburg angegebene Ansfuhrungsart von kalter H enderson- Emulsion: A) 8 g Bromkalhun, 20 ccm Wasser, 1 g Nelsongelatine (No. 1), 1 g kohlensaures Ammoniak, 0,2 g Jodkalium. — b) 10 g Silbernitrat, 40 cem Wasser, 2 Tropfen Salpetersäure (10proeentige). — Cj ÖO eeni starker Alkohol, 4 cem Ammoniak. Temperatur = 20 Grad 0. — Man Ggt zunächst B in Lösung A und mischt langsam unter Schütteln 0 hinzu. Die Emulsion bleibt bei gewöhnlicher Zimmertemperatur durch 8 bis 10 Stunden stehen Schliesslich setzt man eine warme Lösung von 18 g Gelatine und 120 cem Wasser hinzu und macht die Emulsion durch Fällen mit Alkohol oder Erstarrenlassen und Waschen mit Wasser fertig.
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- VI. Verschiedene andere Methoden zur Darstellung YOn Emulsion.
- T. Die ältere Monckhoven’sche Methode1) hat noch immer Anhänger. Sie liefert weniger kräftige und meistens weniger empfindliche Emulsionen als nach der Methode mit Silberoxydammoniak des Verfassers, allein die Bilder sind sehr rein.
- Die Methode sei hier mit einigen kleinen Aenderungen nach Scolik’s Modification mitgetheilt.
- Man löst 20 g Bromammonium, 0,3 Jodkalium und 40 g harte Gelatine in 300 ccm Wasser, erwärmt die Lösung auf 60 Grad C. und trägt in kleinen Partien eine Lösung von 30 g Silbernitrat in 250 ccm Wasser (welche auch auf 60 Grad C. erwärmt wurde) ein. Nach beendigtem Mischen, wenn die Temperatur auf 45 Grad C. gesunken ist, fügt man 6 ccm concentrirtes Ammoniak (wenn man grössere Empfindlichkeit wünscht 15 ccm Ammoniak), vermischt mit etwas Wasser, hinzu, stellt in ein Wasserbad von 30 bis 40 Grad C., digerirt lj2 Stunde und giesst dann zum Erstarren aus.
- II. Obernetter’s kalter Emulsionsprocess.
- Dieses Verfahren wurde unter Verpflichtung der Geheimhaltung im Jahre 1882 und 1883 verkauft, gelangte jedoch an die 0 Öffentlichkeit. Es besteht darin, dass man eine mit Soda, Citronensäure und Silbernitrat vermischte Gallerte in einer Lösung von Bromammonium und Soda in der Kälte badet, wobei sich allmählich Bromsilber bildet. Die Emulsion gibt in der Regel geringe Empfindlichkeit.
- III. Separates Fällen und Waschen des Bromsilbers vor dein Emu 1 sion iren.
- Die ersten Versuche das Bromsilber separat zu fällen, zu waschen und dann erst der Gelatinelösung einzuverleiben, rühren von Abney2) her.
- Die fortgesetzten Versuche ergaben, dass es besser sei, zu der Bromammoniumlösung Vöoo Gelatine zu geben; der Niederschlag wird feiner, wäscht sich allerdings schwerer aus, vertheilt sich aber besser mit der Gelatine zu einer Emulsion3). Abney modificirte seine Vorschrift, indem er die Fällung des Bromsilbers bei Gegenwart von Glycerin vornahm. Er selbst ging aber von dieser Methode ab und aceeptirte die Siedemethode (S. 219).
- Auch Dr. Szekely (Phot. Corresp. Bd. 17, S. 29), Lohse (Phot. Mitth. 1880. Bd. 17, S. 308), Vogel (Phot. Mitth. 1882. Bd. 19. S. 861, Stebbing (Phot. Wochenbl. 1882. S. 173 und 216; Brit. Journ. Phot. 1882. S. 256), Stolze (Phot. Wochenbl. 1882. S. 216) machten zahlreiche Versuche in dieser Richtung, welche in der 3. Aufl. dieses Werkes ausführlich beschrieben wurden.
- Im Jahre 1883 und 1884 beschrieb Burton in zahlreichen Abhandlungen im Brit-Journ. of Phot, und Photographie News wieder diese Methode. Er kochte das Brom-silber in sehr verdünnten, gelatinearmen Lösungen (s. S. 165), Hess durch mehreie Tage absetzen, deenntirte und emuisifieirte in frischer Gelatine. Obwohl diese Methode Emulsion von 22 bis 25 Grad W. liefern soll, reussirten doch Wenige damit; die Platten arbeiten meistens dünn und entsprechen durchaus nicht immer den Erwartungen betreffs der Empfindlichkeit, welche man an sie stellt.
- 1) Phot. Corresp. 1879. S. 200.
- 2) Phot. Mitth. 1879. Bd. 16. 8. 70: aus Brit. of Phot.
- 3) Phot. Mitth. 1879. Bd. 16, S. 149; aus Brit. Journ. of Phot.
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- Her beste Weg, um das Bromsilber von der Gelatine zu separiren wurde von j. Plener 1881 angegeben und bat sieb auch bei Versuchen im grossen Massstabe, denen der Verfasser wiederholt beiwohnte, bewährt.
- Plener’s Methode, das Bromsilber in der Gelatine zu separiren, besteht darin, dass das Bromsilber aus der photographischen Gelatine-Emulsion mittels einer Centri-fugalmaschine völlig separirt und von der ursprünglich zur Emulsification verwendeten (meistens zersetzten) Gelatine getrennt wird. Dadurch soll bezweckt werden:
- 1. dass das Bromsilber von der durch Sieden oder durch Ammoniak-Digestion veränderten Gelatine, welche häufig die Ursache von Schleier, Flauheit, Abkräuseln etc. ist. gesondert und in frischer Gelatine neu emulsifieirt wird; dadurch wird die Qualität der Emulsion verbessert;
- 2. dass ein grosser Vorrath von hochempfindlichem Bromsilber ohne Gelatine lange Zeit ohne Veränderung auf bewahrt werden und jeder Zeit zu einer Emulsion verarbeitet werden kann, welche stets eine gleiehbleibende Qualität besitzt;
- 3. dass man aus derselben Emulsion das grobkörnige Bromsilber von dem feinkörnigen trennen kann und dadurch alle Nachtheile, welche das erstere herbeiführt, beseitigt werden können;
- 4. dass man das Reifen der Emulsion bis zum Maximum treiben kann, ohne durch die Zersetzung der Gelatine gehemmt zu sein, welche daun Schleier gibt, wenn sie in der Emulsion bleibt;
- 5. dass man bei der Darstellung der ersten Emulsion nicht, nur Gelatine, sondern auch ganz andere, auf die Empfindlichkeit günstig wirkende Substanzen in jeder Quantität hinzufügen kann, welche nach dem Reifen wieder gänzlich eliminirt werden können, so dass sieh in den fertigen Platten nichts davon vorfindet. Zugleich wird das Waschen vollständiger als bei irgend einer Methode erzielt.
- Der Behälter, worin Plener die Separation ^ig. 50• Pienor’s Centrifugaiapparat. vorgenommen hat, besteht in einer Flasche von
- Kanonenbronee1) von der in Fig. 47 abgebildeten Form, welche innen zuerst stark versilbert und dann vergoldet und mit Chromgelatine ausgekleidet ist. Bei a wird der mit der flüssigen Emulsion beschickte und dann bei c verschlossene Behälter („Separator“) auf eine verticale Achse befestigt, welche mit einer Geschwindigkeit von 4000 bis 6000 Umdrehungen per Minute sieh dreht.2) Durch die Centrifugalkraft wird alles Bromsilber an die Wände ob des Separators geschleudert und bildet daselbst eine zusammenhängende Masse, so dass die verwendete Gelatinelösung etc. klar abgegossen uud das Bromsilber mit Wasser gewaschen werden kann. Das Bromsilber wird nun mittels eines Löffels entfernt und bildet eine breiige Masse. Dieselbe emulsionirt sieh 111 Wasser schlecht und sedimentirt bald; in Alkohol emulsionirt sie gar nicht. Da-Pgeu vertheilt sie sich in einer warmen Gelatinelösung (gleiehgiltig, ob sie sauer oder
- 1) Beim Experimentiren mit solchen rasch rotirenden Gefässen ist Vorsicht geboten. Einige zu dünne Kupfergefässe wurden bei Versuchen Plener' s in London ^‘rissen.
- -) Ist die Drehungsgeschwindigkeit zu gross, so backt das Bromsilber zu einer barten Kruste zusammen, emulsifieirt sieh schlecht und gibt kraftlose, sehleierige, scblecht fixirende Platten. Tritt dieser Fehler ein, so war der Apparat schlecht
- gebaudhabt.
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- ammoniakaliseh ist) augenblicklich zu einer vollständig feinkörnigen Emulsion, welche so fein wie die Original-Emulsion ist.
- Der erwähnte Brei trocknet an der Luft zu einer harten, gummiartigen, amorphen Masse ein, welche sieh nur schwer in einer Reibsehale puivorisiren lässt. Diese Masse enthält trotz guten Waschens noch Gelatine und Spuren von Wasser (s. S. 178).
- Das trockene Bromsilber zerfällt in Wasser rasch wieder zu einem Brei, welcher ebenso leicht wie vor dein Trocknen in Gelatine eumlsifieirt werden kann. (Ein hemerkens-werther Unterschied von getrocknetem, aus Wasser gefälltem, flockigem Bromsilber.)
- Die Separation war seihst aus sehr gelatinereichon Emulsionen in 5 bis Ci Minuten beendigt; das feinste unreife Bromsilber, welches ich zu Untersuchungen benöthigte, eentrifugirt. Am besten ist es, Silberoxydammoniak-Emulsion zu verwenden. Obsehon es auch gelingt die ungewaschene, ammoniakalische Emulsion sofort nach der Digestion
- zu centrifugiren, das Bromsilber auszuseheiden und in frischer Gelatine zu emulsioniren, so gibt dieser Weg dennoch Platten von minderer Qualität, als wenn man die Emulsion erstarren lässt, wäscht, schmilzt, mit Wasser verdünnt und dann erst a.uswmtrifugirt. Der Bromsilberbrei wird in einer Reib-sehale mit frischer Gelatine verrieben, die Emulsion durch Leder gepresst und verwendet. Derartige Platten fixiren schwierig und geben meistens sehr weiche, ja: sogar zu kraftlose Negative. Mischt man jedoch diese Emulsion mit ganz gewöhnlicher (Methode f), so erhält man vortreffliche Platten.
- Fig. 5i. Centrifugaiapparat. Legt man das separirte
- Bromsilber in den Entwickler, so schwärzt sich dasselbe auch auch im Einstern. Eine Schicht davon auf eine klebrige Unterlage gestreut und getrocknet, gibt nur ein sehleieriges, sehr dünnes Bild. Eine derartige trockene Schicht, mit einer Gelatinesehieht überzogen, gibt nur ein äusserst dünnes Bild, welches sich sehr schwer flxirt. Dasselbe Bromsilberpn 1 ver mit Gelatine gemischt und emulsionirt, gibt brillante, kräftige Negative, welche sieh rasch entwickeln und fixiren.
- Die Maschine, mit welcher P lener seit 1881 experimentirt, haf practisohe Erfolge anfzuweisen. Jedoch ist die Handhabung der Maschine schwer und diese gab anfangs nur in den Händen des Erfinders gute Resultate (s. Phot. Oorresp. 1,888. S. ’ Später beschäftigte sich am-h Henderson und Eastman damit. Dr. Stolze gab an (Phot. Wochen bl. 1888. S. 338), dass sich saure Emulsionen viel leichter centninghe11 und neuerdings emulsioniren lassen, als ammoniakalische; jedoch stimmt der 1 erfa^er mit Dr. Stolze nicht überein, dass sich annnoniakaiisebe Emulsionen schlecht ft*1' Centrifnge eignen sollen. Auch Pringle arbeitet mit Erfolg mit diesem Apparate (Phot. News. 1888. S. 171. Phot. Wochenbl. 1888. S. 111. Phot. Archiv. 1888. S. 178 mit!igi'G-
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- Der ursprungliehe PIener sehe Centrifugal-Separator wurde einige Jahre später von Henderson in andere Form gebracht und für Handbetrieb eingerichtet. Auch Pringle publicirte eine Variante der Maschine (Phot. Archiv. 1888.
- S. 176) und Eastman brachte seine patentirte Centrifugal-Maschine , sowohl für Hand- als Dampfbetrieb im Jahre 1887 in den Handel (Vertreter E. Talb ot in Berlin, Brüderstrasse).
- Fig. 51 bis 53 zeigen diese Apparate. Fig. 51 zeigt eine kleine Maschine mit Handbetrieb (Inhalt der Trommel 450 g);
- Fig. 52 mit Hand- und Dampfbetrieb (Inhalt 1800 g); Fig. 53 nur für Dampfbetrieb (Inhalt 7 Liter). Da diese Apparate derartig eingerichtet sind, dass während des Oentrifugirens die von Bromsilber befreite Gelatine abfliesst, während frische Bromsilberemulsion ZUStrÖmt, SO Fig. 52. Centrifugalapparat.
- kann man z. B. mit der Maschine
- (Fig. 52) stündlich ungefähr 200 Liter Emulsion verarbeiten.
- Zuerst war die Centrifugalmasehine von Plener und Eder in der Trockenplattenfabrik von J. Löwy in Wien im Jahre 1883 in der Fabrikation verwendet; seit
- Fig. 53. Centrifugalapparat,
- Jahre 1888 arbeitet man (zum mindesten versuchsweise) in England viel mit dem -eiltrifugalapparate.
- . Neben der Emulsionsbereitung ist diese Maschine auch vorzüglich zur Wieder-Innung von Silber aus verdorbenen Emulsionen geeignet.
- E d
- er 1 Handbuch der Photographie. III. Theil. 4. Aufl.
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- ACHTZEHNTES CAPITEL.
- DAS ZERKLEINERN UND WASCHEN DER GELATINE-
- EMULSION.
- Die gereifte und völlig erstarrte Emulsion (s. S. 210) muss gewaschen werden, um das überschüssige lösliche Bromid, sowie das durch Doppelzersetzung entstandene salpetersaure Kali etc. zu entfernen. Dieselben würden sonst beim Trocknen aus der Schicht auskrystallisiren und die Empfindlichkeit herabdrücken, oder die Negative zu glasig und hart machen.
- I. Das Zerkleinern der Emulsion.
- , Um die Emulsion gut waschen zu können muss sie zuvor zerkleinert werden. Gewöhnlich zerschneidet man die erstarrte Gallerte
- mittels eines Horn - oder Silbermessers oder auch mittels eines vollkommen gereinigten blanken Stahlmessers in schmale Streifen, welche man in kleine Stücke zer-theilt. Die Art der Zerkleinerung empfiehlt sich beim Arbeiten im Grossen. Bei Versuchen im kleinen
- Eig. 54. Netzstoff zum Durchpressen der Emulsion. IVIaSSStabe preSSt Ulan die Galle!
- durch ein Netz. Dies geschieht am einfachsten, indem man die völlig erstarrte Gallerte in einen Beutel von grossmaschigem Canevas oder besser Netzstoff (2 bis 4 mm Maschen weite, nicht zu eng!!) legt, wie ihn Fig. 54 in natürlicher Grösse zeigt-die Maschen können noch grösser (aber nicht kleiner) sein; zu klein*3 Emulsionsstücke saugen zu viel Wasser auf. Man presst durch Drehen und Drücken die Emulsion durch.
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- Das Zerkleinern und Waschen der Gelatine-Emulsion.
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- Auf diese Weise entstehen Gelatine-Prismen (sogenannte Gelatine-Nudeln), welche sich leicht auswaschen lassen. Am besten ist es, das purchquetschen unter Wasser vorzunehmen, weil die „Nudeln“ dadurch aUi Zusammen kl eben verhindert, werden.
- .Dieser Weg ist einfach und hat sich practisch vielfach bewährt; man vermeide hierbei zu engmaschige Stoffe, weil in diesem Palle zu viel Wasser mechanisch festgehalten wird.
- Ist die Emulsion beim Waschen nicht fest genug, sondern ist sie noch weich, so nimmt, sie beim Waschen viel Wasser auf; das ablaufende Wasser schäumt beim Schütteln und die Emulsion liefert dünne, haue Negative. Man stelle in diesem Palle im Sommer die Schale mit der Gallerte für V2 Stunde in kaltes Wasser oder auf Eis, bevor man sie zerkleinert.
- II. Waschen der Emulsion mit Wasser.
- Die einfachste Methode, die zerkleinerte Emulsion zu waschen, besteht darin, dass man sie in ein geräumiges irdenes Gebiss mit Wasser gibt, mit einem Holzlöffel oder mit, reinen Händen umrührt und */2 bis 2 Stunden stehen lässt. Man giesst, dann das Ganze durch ein in Holz gefasstes Haarsieb (ohne Meta!Ibestandtheil!) oder ein über einen Glastrichter gelegtes Stück gewaschenen Organtin. Nun bringt man die Bromsilbergelatine
- neuerdings ins Waschwasser und wiederholt diese Operation fünf- bis zehnmal. Das Waschen lässt, sieh huch offen Wasserwechsel so beschleunigen, dass man ini Nothfall in sechs Stunden fertig gewaschen hat.
- Besser ist es jedoch, durch 24 Stunden zu waschen.
- Oder man bringt, die Gelatinestückehen in einen geräumigen Organ tinbeuteh den man zuvor mit Wasser pig.65. Waschen von gewaschen hat. und hängt ihn an einem quer übergelegten Stabe in einen kleinen Bottich oder in ein geräumiges Glas *Big. 55). Bei kleineren Wasch gebissen genügt vier- bis zehnmaliger Wasserwechsel. Der Sicherheit, halber zieht jedoch Verfasser vor, 12 bis -4- Stunden zu waschen.
- Wer eine Wasserleitung zur Verfügung hat. sollte im fliessenden Nasser waschen, wobei man die in Pig. 55 abgebildete Anordnung '•^wenden kann. Sehr practisch ist der in Pig. 56 abgebildete Wasch-d'l'ärat. Ein Topf aus starkem Zinkblech ist durch einen übergreifen-fB'U Deckel c verschlossen, welcher in eine Rinne eingreift, so dass kein J,(dit ein treten kann. Bei d wird das Wasser zugeleitet, welches in das e und den Kautschukschlauch f zu dem Glasrohr g geleitet
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- Dritter Theil. Achtzehntes Capitel.
- wird. Die zerkleinerte Emulsion befindet sich in dem starkwandigen Glas h, dessen obere Oeffnung mit dünnem Organtin verbunden wird damit das Wasser nicht kleine Emülsionsstüeke wegreisst; das Wasser fliesst bei ii ab. Die Dimensionen sind für einen kleinen Apparat (für 1 Kilo Emulsion) in der Fig. 56 eingezeiehnet. Man wasche 6 oder besser 10 Stunden lang.
- Grössere Quantitäten von Emulsion müssen in geräumigen flachen Sieben gewaschen werden. A in Fig. 57 ist ein Gelass aus Steingut oder besser aus starkem Zinkblech, um dessen innere Wandung ein vorspringender Rand B läuft. Auf letzterem ruht ein feines in Holz gefasstes Haarsieb C dicht auf, so dass das Wasser nicht seitlich emporsteigen kann. Dasselbe enthält die zerkleinerte Emulsion und wird dann mit einem zweiten darüber gestürzten Haarsieb verschlossen. Bei E lässt man das Wasser eintreten; es geht durch das Sieb, wühlt die Emulsion auf und fliesst bei D ab. Der lichtdicht übergreifende
- Fig. 56. Fig. 57.
- Waschapparate für Emulsion.
- Deckel F versehliesst den Apparat, In Fabriken wäscht man grosse Massen Emulsion in der Hegel 24 Stunden lang.
- Fig. 58 zeigt einen in Fabriken gebräuchlichen Emulsions-Waschapparat, welcher ähnlich wie der vorige eingerichtet ist, Die Emulsion befindet sich in einem Doppelsieb A: der Deckel B schliesst dicht und dient zur Zufuhr von "Wasser. Die Emulsion soll während des Waschern stets vollkommen im Wasser sich befinden.
- Man kann auch die Emulsion auf grosse Glasplatten mehrere Millimeter aufgiessen und dann die Platten in Wasser legen. Auf diese Weise lassen Folien von gewaschener Emulsion hersteilen. Jedoch ist die früher beschriebene * vorzuziehen. 1 fl
- Einen lichtdichten Waschapparat mit continuirlichem Wasser-Zu- und Ah m welchen Tong1) angab, zeigt Fig. 59. Das Bleehgefäss a (Zinn und Zink) ist u
- 1) Brit, .Journ. Phot. Almauac for 1882. S. 198.
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- Das Zerkleinern und Waschen der Gelatine-Emulsion.
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- dicht durch den Deckel c geschlossen. Durch das Bleirohr f fliesst Wasser in die Brause d. Der Glas- oder Holzcylinder b nimmt die zerkleinerte Emulsion auf und darf keinen Metallbestandtheil enthalten; er ist an beiden Enden mit Mousselin verschlossen und wird in der Mitte des Bleehgefässes fixirt, damit die Emulsion nirgends mit dem Metall in Berührung kommt. Durch das schlangenförmig gebogene Abflussrohr aus Blei fliesst das Wasser ab.
- In neuerer Zeit ist namentlich durch Forrest1) und später durch Y. Schumann2) darauf aufmerksam gemacht worden, dass man die Gelatine-Emulsion durchaus nicht so lange zu waschen braucht, als bisher für nothwendig gehalten wurde, und dass bei einer in Nudeln gepressten Emulsion ein halbstündiges Waschen, bei viermal gewechseltem Wasser und öfterem Umrühren vollständig genügt. In der That genügt
- Fig, 58. Fig. 59.
- Waschapparate für Emulsion.
- das kurze Waschen unter günstigen Verhältnissen oft; trotzdem empfiehlt der Verfasser lieber 10 bis 12 Stunden zu waschen, um nicht durch Uebereilung das Resultat aufs Spiel zu setzen.
- III. Waschen der Emulsion mit Alkohol.
- Die Emulsion kann auch mit Alkohol gewaschen werden. Man Dgt die zerkleinerte Emulsion in starken Weingeist, welcher das Wasser die Salze auszieht (s. S. 28 u. 232). wenn auch langsam. Oder man giesst die geschmolzene Emulsion gleich nach der Digestion hinein (wie 1)ei Henderson's Methode S. 220). wobei dann der Beifimgsproeess unterbrochen wird; diese pünktliche Unterbrechung der Beifun g und ^urmeidung des nachträglichen, nicht immer genau controiirbaren Einflusses des Ammoniaks (heim ammoniakalischen Processe) kann unter Umständen von Nutzen sein. Das Waschen erfolgt unvollständiger als m Nasser, die Gelatine wird aber härter und haftet nach der Behand-
- D Year-book of Phot. 1881, 'auch Phot. Archiv, 188.1, Bd. 22. S. 38. 2) Phot. Archiv. 1881. Bd. 22, S. 66 und 68.
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- Dritter Theil. Achtzehntes Capitol.
- lung mit Alkohol fester am Glase, was hei verdorbener Emulsion von Yortheil sein kann.
- Jedenfalls muss man nach dem Waschen mit Alkohol noch in Wasser anquellen lassen, wenn man die Emulsion schmelzen und verarbeiten will. Die Fällung mit Alkohol ist auch kostspielig und wird wenig benutzt, ausser man arbeitet mit stark zersetzten Emulsionen.
- IY. Prüfung der Emulsion, oh sie genügend gewaschen ist.
- Es ist wohl selten nöthig, sich zu überzeugen, ob die Emulsion genügend gewaschen ist, falls man nach der obigen Anleitung vorgin£>•. Uebrigens soll hier der Weg angegeben werden. Die Methode zur Untersuchung auf lösliche Bromide gelingt nach Dr. Zettnow (Phot. Corresp. 1889. S. 317) am leichtesten mit Volliard's Methode, d. h. Titriren mit Bhodanammonium.
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- NEUNZEHNTES CA.PITEL.
- AUFBEWAHREN GALLERTIGER BROMSILBER-GELATINE UND HERSTELLUNG VON TROCKENER EMULSION.
- I. Conservirung gallertartiger Emulsion und Aufbewahrung derselben in Alkohol.
- Gallertige (wässerige) Bromsilber-Gelatine kann nicht lange aufbewahrt werden. In warmen Gegenden (beziehungsweise im Sommer) erleidet die Gallerte nicht selten schon in drei Tagen eine Zersetzung, indem dieselbe allmählich weicher wird und zuletzt sich von selbst verflüssigt. Es braucht aber nicht einmal zur Verflüssigung zu kommen, und trotzdem zeigen sich manniehfaltige Uebelstände; der schädlichste von allen ist das Ablösen (Abkräuseln) der damit überzogenen Platten nach dem Fixiren.
- Man verarbeite also die Emulsion möglichst rasch oder bewahre sie in einem Eiskasten , aber nicht unmittelbar im Eise selbst stehend und nicht über einige Wochen lang auf.
- Als beliebteste Aufbewahrungsart ist das Einlegen der gewaschenen hnnüsionsgallerte in eine mit Alkohol gefüllte Flasche zu empfehlen.
- Sowohl in Fabriken als auch von Photographen mit kleinerem Geschäftsbetrieb wird die Gallerte nicht sofort aufgearbeitet, sondern sie wird mindestens so lange als die Proben über das Verhalten der Emul-Si°n dauern unter Alkohol (gewöhnlichem Brennspirit-us) in verflossenen Befassen aufbewahrt, so dass der Alkohol die Emulsion Gedeckt. Die Emulsion hält sich auf diese Weise mehrere Monate lang. a sogar über ein Jahr. Man kann verschiedene Sorten von Emulsion '"rräthig halten und im Bedarfsfälle in Messendem Wasser 1—3 Tage |ang wässern und verarbeiten. Die Gelatine wird dadurch fester und 'Jd sieh nicht vom Glase ab (selbst wenn die ursprüngliche Emulsion esen Fehler zeigte). Mitunter wird aber die Gelatine (wenn sie zu
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- Dritter Theil. Neunzehntes Capitel.
- alaunhaltig war) nach sehr langem Liegen in Alkohol fast unlöslich in Wasser uncl lässt sich nicht mehr verarbeiten.
- Die Bromsilber-Gelatine erleidet durch Alkohol nicht nur eine Entziehung des Wassers, welches in den Alkohol übergeht und denselben verdünnt, sondern auch eine weitergreifende Veränderung, welche aber eine günstige ist.
- Der Alkohol entzieht nämlich der Emulsion gewisse Leimbestand-theile, welche Zersetzungsproduete der Gelatine zu sein scheinen (siehe S. 28). Die Gelatine gewinnt durch die Behandlung mit Alkohol an Festigkeit und arbeitet, wie schon oben erwähnt wurde, reiner und kräftiger, unter Umständen aber auch etwas härter. Namentlich weisse transparente Flecken verschwinden häutig nach dem Legen der Emulsion in Alkohol während 1 bis 3 Wochen; manches Mal bemerkt man eine Steigerung der Empfindlichkeit.
- Man kann die Haltbarkeit der Gallerte durch gewisse Zusätze erhöhen, welche fäulnisswidrig wirken, z. B. durch Alaun, Oarbolsäure, Salieri säure. Thymol, Resorcin, Glycerin etc. (s. S. 63 u. 72). Am wirksamsten ist ein Zusatz von 50 cc alkoholischer Carbolsäurelösung (1 : 20) auf 1 Liter geschmolzene Emulsion, bevor man sie erstarren lässt.
- Wünscht man die zerkleinerte Emulsion (so wie sie vom Waschen kommt) durch kürzere Zeit aufzubewahren, so kann man sie in einem verschliessbaren Glase oder Topfe mit Alkohol übergiessen und in den Eiskasten stellen. Es brauchen in ein Gefäss von 1 bis 2 Liter nicht mehr als 100 cc Alkohol gebracht zu werden, denn es soll sich beim Schütteln nur die Oberfläche der Stücke damit benetzen. Solche Emulsion erfährt keine Härtung, da nur geringe Mengen von Alkohol zugegen sind.
- Die meisten Fabrikanten ziehen vor, die Emulsion ohne Zusatz eines fäul-nisswidrigen Mittels herzustellen und rasch aufzuarbeiten.
- II. Herstellung von trockener Bröinsilbor-Gelatine.
- Das Trocknen der Emulsion geschieht mittels Alkohol. Schon Wortley schlug im Juni 1876 vor1), die Bromsilber-Gelatine zuerst mit Wasser zu waschen, dann mit Alkohol zu behandeln; Wratten und Wainwrigt2) wuschen die erstarrte Gallerte mit Alkohol statt mit Wasser.
- Man muss zunächst beachten, dass man entweder die Herstellung von trockener, völlig gewaschener oder von nicht oder nur unvollständig gewaschener Emulsion beabsichtigt.
- Zur Herstellung von trockener Bromsilber-Gelatine ist es am besten, die ge' waschene Bromsilber-Gelatine mit einer reichlichen Menge Alkohol zu übergiessen, 80 dass sie davon ganz bedeckt ist; um das Wasser völlig zu entziehen wechselt maI1 den Alkohol.
- Die mit Alkohol entwässerte Bromsilber-Gelatine wird ausgebreitet und an del Luft getrocknet; dies nimmt mehrere Tage in Anspruch. Die trockene Emulsion biUet feste Stückchen, welche sich in Wasser langsam (in 1 bis 3 Tagen) aufweichen.
- 1) Phot. News. 1876.
- 2) Phot. News. 1877. S. 390.
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- Auf bewahren gallertiger Bromsilber-Gelatine.
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- Es kann die trockene Emulsion auch in Form von Blättern hergestellt werden. Solche brachte schon Kennet 1874 in den Handel (s. S. 4). Man erzielt diese Form, wenn man die Bromsilber-Gelatine auf grosse Glastafeln oder Glastassen ausgiesst; nach dem Erstarren lassen sich die Folien leicht ablösen und auf Netzen trocknen.
- Die Emulsion kann auch in der Weise entwässert werden, dass man sie in flüssigem Zustande unmittelbar nach der Darstellung (ungewaschen) mit Alkohol mischt. Es fällt durch einen genügenden Uebersehuss von Alkohol die Bromsilber-Gelatine in grösseren oder kleineren Klumpen (je nach dem Schütteln) aus: Dawson nahm für jeden Cubikeentimeter Wasser in der Emulsion 2 cc Alkohol1). — Burton2) schüttelte die eben fertig gemachte Emulsion mit etwa dem gleichen Volumen Alkohol, goss den überstehenden Alkohol von der zu Boden gefallenen Emulsion ab, mischte nochmals mit Alkohol, um der Emulsion mehr Festigkeit zu geben. Bei Henderson’s Methode war ursprünglich auch dieser Weg eingeschlagen, wie auf S. 220 beschrieben wurde.
- Will man die trockene Emulsion zum Gebrauche wieder auf lösen, so wäge man 8 bis 10 g ab, übergiesse sie mit Wasser und lasse sie durch 2 bis 3 Tage weichen, worauf man sie schmilzt. Bei ungewaschenen Emulsionen muss das Wasser öfters erneuert werden.
- Von der Herstellung und Versendung vollkommen getrockneter Emulsion ist man abgekommen, da solche Emulsion keine Verwendung findet. Die Praetiker ziehen vor, fertige Trockenplatten zu kaufen.
- 1) Phot. Mitth. 1879. Bd. 16, S. 36.
- 2) Brit. Journ. of Phot. 1881. S. 457, 497 und 500. Phot. Wochenbl. 1881. S. 314 und 331.
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- ZWANZIGSTES CAPITEL.
- DIE HERSTELLUNG DER GUSSFERTIGEN EMULSION.
- I. Das Sammeln der Emulsion.
- Um die Emulsion zum Giessen fertig zu machen, wird die gewaschene Emulsion gesammelt, vom überschüssigen anhängenden Wasser befreit, geschmolzen, mit verschiedenen Zusätzen (welche die Gelatine härten, oder die Emulsion empfindlicher oder schleierlos machen sollen) versetzt und filtrirt. Hierauf ist sie „gussfertig“.
- Die mit Wasser gewaschene Emulsion () wird auf reinem Organtin oder auch auf Leinwand gesammelt und das Wasser entfernt. Die
- Fig. 60. Fig. 61.
- Apparate zum Sammeln und Abtropfen der Emulsion.
- Bromsilber-Gelatine soll möglichst wenig Wasser mechanisch zurückhalten . weil sie sonst beim Wiederschmelzen zu dünn werden würde.
- Man legt das Leinentuch in einen Glastrichter, oder besser in anien geriffelten, durchlöcherten Porcellentriehter (Fig. 60). bringt die
- 1) War die Emulsion unter Alkohol auf bewahrt worden, so muss sie vor ^el weiteren Verwendung nochmals gut mit Wasser gewaschen werden (s. S. 231).
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- Die Herstellung der gussfertigen Emulsion.
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- waschene Emulsion darauf, lässt das Wasser abfliessen. Man fasst dann die Enden des Tuches zu einem Beutel zusammen, dreht denselben zusammen und presst mit den Händen das anhaftende Wasser mit schwachem Druck aus.
- Verfügt man über ein sogenanntes Tenakel, so kann dieses zum Sammeln der gefällten Emulsion dienen. Fig. 61 zeigt das aus vier Stäben zusammengesetzte Tenakel, welches in den Ecken vier Metall-spitzen besitzt, Auf diese wird ein reines Leinentuch' gelegt, die Metallspitzen durchgestochen und das Ganze über ein Glas- oder Poreellan-o-efäss gelegt (Fig. 61). Man sammelt die Emulsion auf dem Tuch,
- Fig. 62. Fig. 63.
- Abpressen von gewaschenen Knaulsäonen.
- lässt abtropfen, streicht mittels eines Horniöffels die Emulsion zu einem Häutchen, fasst das Tuch zusammen (Fig. 62) und presst mit leichtem Druck das Wasser ab (Fig. 63).
- II. Das Schmelzen der Emulsion.
- Die Emulsion wird nun in ein starkwandiges Becherglas, am besten m Elches mit Ausguss (Fig. 64), gebracht und dann in warmes Wasser gestellt, In kurzer Zeit schmilzt die Emulsion.
- Man achte darauf, dass bei dieser Operation das Wasserbad nicht zu ^eDs sei (nicht über 60 Grad 0.) und dass die Emulsion nicht länger ^ ftöthig im Wasserbade stehen bleibt. Die Emulsion selbst kann H) bis 50 Grad 0. warm sein.
- Durch Ueberliitzen würde Verschleierung resultiren1), ebenso wenn man die Emulsion allzulange erwärmt erhält: allerdings kann sich mit-
- 1) Schmilzt man Emulsion hei 80 Grad C., so kann ein so starker Schleier ent-^hen, dass Eum]sion unbrauchbar wird. Manche hochempfindliche Emulsionen -'onunen schon beim Schmelzen bei 50 Grad C. Schleier.
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- Dritter Theil. Zwanzigstes Capitel.
- unter hierbei die Empfindlichkeit noch steigern, jedoch ist dies sehr unsicher. Wenn es durchführbar ist, soll die Emulsion nicht länger als 1—2 Stunden geschmolzen und ef wärmt bleiben, weil Emulsionen, welche nicht vollkommen schleierfrei sind, bei längerer Erwärmung leicht schleierig werden.
- Man kann zum Erwärmen dieselben Blechtöpfe, wie zur Digestion der Emulsion benutzen; solche waren auf S. 217 abgebildet. Häufig ist es bei grösserem Betriebe nothwendig in mehreren Gläsern Emulsion zu schmelzen oder eine während des Giessens zu stark abgekühlte Portion wieder mehr zu erwärmen. Hierzu ist ein Wasserbad von der in Pig. 65 abgebildeten Einrichtung zu empfehlen. Ein auf den eigent-
- Fig. 64. Beclierglaa zuin Schmulzen Fig. 65. Wasserbad zum Erwärmen der Emulsion,
- der Emulsion.
- liehen Topf gesetzter Aufsatz hat drei runde Ausschnitte, welche bestimmt sind drei Gläser mit Emulsion aufzunehmen. Eingesetzte durchbrochene Blechcylinder hindern die Gläser am Umfallen.
- III. Vermischen der geschmolzenen Emulsion mit verschiedenen Zusätzen und das „Nachreifen44 derselben, nachdem eine Probeplatte hergestellt war.
- Die lauwarme Emulsion wird nicht mehr geschüttelt, damit kein Schaum entsteht. Die etwa erforderlichen Zusätze werden mittels eines Glasstabes hineingerührt,
- Hat es sich durch Versuchen einer kleinen am vorhergegangenen Tage entnommenen Probe von Emulsion (mittels des Sensitometers) ergeben, dass dieselbe schleierlos arbeitet und während des Entwickelnd und Fixirens fest am Glase haftet , so kann die Emulsion sofort zum lieber-giessen der Platten verwendet werden. Jedoch ist dies nicht immer der Fall. Namentlich bei empfindlichen Emulsionen mit Silberoxyd' ammoniak (Methode I bis III) ist die Gelatine oft angegriffen und nicht genug widerstandsfähig, weshalb der Verfasser regelmässig den Zusatz von Chromalaun verwendet, nebst etwas Bromammonium, wie bereits auf Seite 64 und 215 angeführt wurde.
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- Die Herstellung der gussfertigen Emulsion.
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- Auf 1 Liter Emulsion fügt man in der Eegel tropfenweise und unter Umrühren 10 ccm Chromalaunlösung (1 : 50) nebst 10 ccm Bromammo-niumlösung (1:100).
- Die Menge dieser Zusätze ergiebt sich aus einer Yorprobe, welche man mit einer Meinen Menge der gewaschenen Emulsion macht; diese wird geschmolzen und damit einige Meine Glasplatten (für das Sensitometer) übergossen. Die Sensitometerprobe ergibt nicht nur die Empfindlichkeit, sondern zeigt auch, ob vielleicht Schleier vorhanden ist oder die Schichte nicht fest am Glase haftet.
- Ist kein merklicher Schleier vorhanden und sitzt die Schichte fest am Glase, so lässt man den Chromalaun- und Bromzusatz ganz weg, oder giebt aus Vorsicht einen geringen Zusatz von 3 ccm Chromalaunlösung (1 : 50) und 3 ccm Bromammoniumlösung.
- Haftet die Schichte nicht ganz fest am Glase, so nimmt man 10 bis sogar 20 ccm Chromalaunlösung und kann mit 10 ccm Bromammoniumlösung schon einen ziemlich starken Schleier zerstören, jedoch auch bis 20 ccm steigern (s. S. 215). Arbeiten die Emulsionsplatten aber bei einer Yorprobe glasig und bleiben sie beim Entwickeln in den Schatten ganz weiss, so muss man den Zusatz von Bromammonium weglassen.
- Durch den Zusatz der erwähnten kleinen Mengen von Bromsalz wird in der Mehrzahl der Fälle die Emulsion verbessert, indem sich die Platten nicht nur beim Entwickeln frei von Schleier erhalten, sondern auch die Platten beim langen Aufbewahren haltbarer werden, ohne dass die Lichtempfindlichkeit merklich herabgedrückt wird.
- (Ueber den Einfluss allzu grosser Mengen von Bromsalz, sowie Alaun s. S. 61 und 65).
- Ueber das Nachreifen der Emulsion während des Schmelzens sei Nachstehendes angeführt:
- Der Charakter einer „unreifen“ Emulsion besteht nicht nur in geringer Empfindlichkeit, sondern auch meistens in der kurzen Sensitometer-Skala, bei welcher nur eine geringe Anzahl von Uebergängen zwischen völliger Schwärze und zarten Halbtönen vorhanden ist. Solche Emulsionen geben glasige Bilder und können bei der mangelhaften Durchführung eines Emulsionsprocesses entstehen, jedoch kann auch eine §'ute Emulsion diese PYhler, durch Zusatz von Bromkalium oder übermässig viel Gelatine bekommen.
- Um solche unreife Emulsionen zu verbessern, genügt ein Meiner Zusatz von Soda. — Man stellt eine Lösung von 1 g caleinirter wasserfreier Soda (oder 2 g krystallisirter Soda) in 50 ccm Wasser her und %t davon 100 Tropfen (= 5 ccm) auf 1 Liter geschmolzener Emulsion
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- Dritter Th eil. Zwanzigstes Capitel.
- vor dem Giessen. Nach diesem Zusatz soll die Emulsion hei 40 Grad 0 eine Stunde lang stehen und dann erst auf die Platten gegossen werden.
- Die Wirkung des Soda-Zusatzes bestellt, in der Steigerung der Empfindlichkeit, Verlängerung der Sensitometer-Skala und Vermehrung der Details in den Schatten der Bilder. Diese Verbesserung nenne ich „Nachreifen einer Emulsion“.
- Ein anderer Fall des „Nachreifens“ der Emulsion, welcher oft grosse Vortheile bietet, ist der folgende: Wenn man zwei Emulsionen von verschiedener Qualität, z. B. eine harte und kräftige und eine, welche dünn und flau arbeitet, mischt, so geben sie eine gute Mischung. Allerdings ist es schwer, im Voraus zu bestimmen, in welchem Verhältnisse diese beiden Emulsionen gemischt werden sollen, um eine schöne Abstufung der Sehattirung zu geben. Ein 'Irrthum in der Bestimmung des richtigen Verhältnisses der beiden Emulsionen wird jedoch nicht merklich sein, wenn die Platten vor ihrer Verwendung ziemlich lange liegen bleiben.
- Die Veränderung beim Ablagern gleicht in diesem Falle in seiner Wirkung vollkommen dem Nachreifen; aber es ist- nicht immer möglich so lange zu warten, weshalb das Nachreifen der Emulsion vor dein Giessen vorzuziehen ist.
- Wenn beide oder nur eine von den gemischten Emulsionen schon reif genug sind, dann kann das Nachreifen mit Soda leicht einen oberflächlichen Schleier auf den Platten verursachen. Um diesen zu vermeiden, ist es rathsam, gleichzeitig mit 100 Tropfen Soda-Lösung noch 30 Tropfen Bromammonium-Lösung (1 : 100) auf einen Liter Emulsion zuzusetzen.
- Der Zusatz von Bromammonium wird besonders nothwendig, wenn man dauerhafte Platten zu erzielen wünscht. Der Verlust an Empfindlichkeit wird bei einem so geringen Zusatz nicht bemerklieh: andererseits kann man das Trocknen solcher Platten bei höheren Temperaturen ausführen, ohne dass Verschleierung eintrift. Gerade während des Trocknens bei hohen Temperaturen macht sieh das „Nachreifen“ sehr deutlich bemerkbar. Eine in 3 Stunden bei erhöhter Tempera!m getrocknete Platte wird oft zweimal so empfindlich als diejenige, welche 18 Stunden bei niedriger Temperatur zum Trocknen gebraucht hat.
- Manche Photographen fügen der Emulsion auch noch Alkohol za (50 ec pro 1 Liter), um das Fliessen über die Platte zu erleichtern (s. S. 72), andere Albumin (s. S. 63) etc., was schon auf S. 56 u-ih auseinandergesetzt wurde. Der Verfasser pflegt (ausser Ohromalaun wul Bromammonium) keinen anderen Zusatz zu machen.
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- Die Herstellung der gussfertigen Emulsion.
- IV. Filtriren der Emulsion.
- Die Gelatine enthält häufig Unreinigkeiten, wie Holzpartikelehen, Fasern, Klümpchen etc., welche die Reinheit der Platten beeinträchtigen. Ausserdem gelangt in manche Emulsion grobkörniges oder flockiges Bromsilber, welches zurückgehalten werden muss. Zugleich soll die Emulsion noch hinterher innig gemischt werden.
- Aus diesen Gründen soll jede Emulsion für photographische Aufnahmen filtrirt werden; höchstens für Versuchsplatten ist diese Manipulation überflüssig.
- 1. Filtration durch Flanell oder Leder zum Zurückhalten grober
- Partikelchen.
- In der Regel begnügt man sich damit, die Emulsion mittels eines Glastrichters durch Flanell zu filtriren.
- Diese Art des Filtrirens wird in einigen Fabriken ausschliesslich verwendet: die Emulsion wird auf das Flanellfilter gegossen, nachdem man zuvor einige Male reines heisses Wasser durchfiiessen liess, um sowohl den Trichter zu wärmen als Flanellfasern wegzunehmen.
- Eine sehr wirksame Filtration kann man erzielen, wenn man die Emulsion durch Waschleder filtrirt, welcher Vorgang um das .Jahr 1882 von England aus eingeführt1) und vom Verfasser sowie vielen Emulsionsmachern mit bestem Erfolge angewendet wurde. Während gewöhnliche Emulsionen in der Regel so feinkörnig sind, dass die Filtration durch Flanell genügt, so ist: bei Emulsionen, welche mittels centrifugirtem Bromsilber hergestellt sind (und noch grobe Partikeln enthalten) die Filtration durch Leder unerlässlich, desgleichen bei übermässig digerirten Rapid-Emulsionen. Die erwärmte Emulsion wird hierbei unter Druck durch eine Schicht Leder gepresst. Das Leder muss zuvor mit lauwarmem Wasser oder schwacher Sodalösung gut ausgewaschen werden, damit sich dessen Poren öffnen.
- Pig. 60 zeigt den ursprünglichen Henderson 'sehen Fi 1 tri rapparat2). G stellt ein (bei B) mit Leder verbundenes Glasgefäss vor, welches auf Gneni Träger ruht. Mittels der Kautschuk pumpe FG H wird die Emul-SUm 'U] das untergestellte Gefäss D gepresst,
- Vortreffliche Dienste leistet der G. Braun'sehe Filtrirapparat, den
- 67 zeigt.
- Bie untere OefFnung des Glasgefässes wird mit einfachem oder doppeltem Waschleder zugebunden. die Emulsion hineingegossen und durch einen einfachen und sicheren, in der Figur ersichtlichen
- L Phot. Corresp. 1882. S. 80.
- g) Br. Journ. Phot. Alnianac; Phot. Corresp. 1882. S. 79.
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- Verschluss eine Messingröhre luftdicht an der oberen Oeffnung befestigt. Dann wird auf diese Eöhre ein kleiner, als Druckpumpe functionirender
- Fig. 66. Henderson’s Filtrirapparat.
- Fig. 67. Braun’scher Filtrirapparat.
- Fig. 70. Zusammenstellung des Filtrirapparates.
- Kautschukballon aufgesteckt und die Emulsion durch das Leder gepresst-Das Filtriren mit dem Braun’schen Apparat geht äusserst schnell und
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- Die Herstellung der gussfertigen Emulsion.
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- qcber vor sich. In ungefähr ein bis zwei Minuten ist lj2 Liter Emulsion mit Leichtigkeit filtrirt, so dass man während des Filtrirens den Apparat frei in der Hand halten kann, ohne zu ermüden. Der Verschluss des Apparates bürgt dafür, dass während des Filtrirens nirgends Luft entweichen kann. Das Leder kann schliesslich wieder ausgewaschen und neuerdings benutzt werden.
- Einen ähnlichen Filtrirapparat kann man aus einer hohen mit einem Halse versehenen Glasglocke, wie man sie in Niederlagen chemischer Utensilien vorfindet, hersteilen. Man verbindet die Glocke bei A, Fig. 68,
- Fig. 71. Emulsions-Präparationszimmer.
- Imi Vaschleder, füllt die geschmolzene Emulsion und setzt den Stöpsel B 'ln- welcher ein Glasrohr trägt. An diesem Rohre befestigt man die m h ig. ßg abgebildete Kautschukpumpe. Durch wiederholtes Zusammen-^h'ken bei a presst man Luft ein; der mit einem Seidennetz umspannte jaHon b dient als Druckventilator.
- : *ig- 70 zeigt, wie sich Lieutenant David und Scolik einen ähn-
- en filtrirapparat zusammenstellen.
- : Einrichtung in einer englischen Trockenplattenfabrik zum Filtriren
- "beifIJSSen ^asssi'al)e zeigt Fig. 71, wobei dasselbe Princip wie bei den A - keschriebenen Apparaten vorherrscht und die Erwärmung mittels erdampfleiiung erfolgt.
- Handtuch der Photographie. III. Theil. 4. Aufl.
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- 2. Filtration zum Beseitigen von Luftblasen.
- Die Emulsion enthält nicht selten Luftblasen, selbst wenn man sb nach dem Wiederauflösen nicht im geringsten mehr schüttelt. Luftblasen müssen beseitigt werden, da sie sieh auf der Matrize als Flecken kennzeichnen. Auch beim Filtriren durch Leder bilden sich mitunter einzelne Luftblasen.
- Sie lassen sich leicht mittels Filtriren durch Baumwolle oder besser durch feinen Hanf, welcher sieh nicht so leicht verstopft, beseitigen.
- Am einfachsten gelingt dies, wenn man in den engen Theil eines Glastrichters ein Bäuscli-chen feinen Hanf oder völlig entfetteter Baumwolle *) drückt und die Emulsion durcb-giesst. Die Flüssigkeit muss am Bande des Becherglases oder Kolbens hinabfliesseii. damit sich nicht neuerdings Blasen bilden.
- Sehr gut eignen sich Glastrichter, deren Hals zu einer kleinen Kugel ausgeblasen ist. wie Fig. 72 zeigt. Man stopfe ein Bäuseli-chen feinen unversponnenen Hanf oder Wolle in die kugelförmige Erweiterung. Das Beeil er-Fig. 72 Fiitrir-Vorrichtung. glas ist mittels eines Brettchens schief gestellt, so
- dass die Flüssigkeit an der'Wandung hinabtliesst.
- Erfolgt die erste Filtration durch Flanell oder Leder hinreichend vorsichtig, so bilden sich keine Luftblasen und dann entfällt von selbst die zweite Filtration.
- 1) Dieselbe wird als Verbandbaumwolle zu ehirurgiselien Zwecken verwendet uni ist in Apotheken käuflich; eine sogen, carbolisirte Baumwolle ist in Erniangeka-anderer entfetteter Baumwolle für diese specielle Filtration von Grelatine-Emuki"u gleichfalls verwendbar, da die Carbolsäure (in geringerer Menge) der Emulsion nu schadet.
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- EINUNDZWANZIGSTES CAPITEL.
- ÜBERZIEHEN DER GLASPLATTEN MIT DER BROMSILBER- GELATINE.
- I. Giessen mit der Iland.
- Die flltrirte Emulsion wird am besten sofort verarbeitet und das ganze Quantum auf die gereinigten oder eventuell vorpräparirten Platten ('s. S. 200) gegossen. (Wiederholt geschmolzene und wiedererstarrte Emulsion ändert sich in der Qualität, wird empfindlicher, aber es ist hiermit einige Gefahr verbunden, weil es nicht selten geschieht, dass die Gelatine zersetzt wird, schleierig arbeitet (s. S. 51) und bei den nachfolgenden Operationen vom Glase abschwimmt.)
- Die Dunkelkammer zum Plattenpräpariren muss mit dunkelrothem Lichte erhellt sein und es muss sorgfältig darauf gesehen werden, dass keinerlei directes Licht durch längere Zeit die Emulsionsplatten trifft, da sonst Schleier entstehen würde. Das Giessen geschieht im rothen Lichte, die überzogenen Platten werden aber in geeigneter Weise zum Erstarren hei Seite gelegt und werden durch vorgestellte undurchsichtige Schirme vor auffallendem rothen Lichte geschützt, Gelbes Licht in der Präpa-rations-Dunkelkammer ist zu wenig sicher, als dass es empfohlen werden könnte.
- Das Ueberziehen der Platten kann auf verschiedene Weise geschehen.
- -^0 Aufgiessen der Emulsion aus einer Mensur auf die horizontal
- gelegte Platte.
- Für den Anfänger ist es am besten, wenn er eine annähernd ^enau abgemessene Menge der Emulsion auf die horizontal gelegte Glas-Hüte aufträgt, da auf diese Weise am sichersten eine richtige Menge ,t'1 Emulsion auf die Platte gebracht wird.
- Es muss so viel Bromsilber-Gelatine auf der Platte sein, dass nach Hoi Erstarren die Platte ganz undurchsichtig erscheint. Eine zu dünne
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- Dritter Theil. Einundzwanzigstes Capitel.
- Schicht verursacht auch dünne und flaue Negative; eine zu dicke Schicht ist Verschwendung und raubt viel Zeit beim Trocknen, auch arbeiten zu dick gegossene Platten hart und fixiren langsam.
- Man misst das nöthige Quantum flüssiger Emulsion in einer weiten Glasmensur ah und giesst es auf die horizontal gelegte Glasplatte, welche im Winter etwas vorgewärmt wird, damit die Emulsion nicht während des Vertheilens vorzeitig erstarrt.
- B) Nöthiges Quantum von Emulsion für eine gegebene Plattengrösse.
- Verfasser theilte schon 1881 eine empirisch ermittelte Tabelle mit1), welche die zum Ueberziehen der Platten erforderlichen Emulsionsmengen angibt:
- Auf 100 qcm Plattenfläche kommen ungefähr 4 ccm flüssige Emulsion, „ 1 Oabinetplatte (13X18 cm) 9 —10 „ „ „
- „ 1 Quartplatte (18X28 cm) 18 — 20 „ „ „
- Bei silberreicher Emulsion kann man noch unter diese Grenze herabgehen, bei silberarmer Emulsion giesst man auf 100 qcm Plattenfläche mehr Emulsion, z. B. 6 ccm Emulsion auf.
- (Vergl. die Dicke der Schicht bei Daguerreotypie, II. Theil, Heft 6, S. 7).
- Dem Gewichte nach befindet sich auf 1 qcm Glasfläche 0,0015 g bis 0,004 g trockene Gelatine - Emulsion.
- Dieses Quantum von Emulsion wird also auf die gehörig gereinigte oder vorpräparirte Platte (vergl. S. 200) gegossen und mittels eines Glasstabes vertheilt, Es kann in diesem Falle der Glasstab in der in Fig. Bl abgebildeten Weise gebogen sein. Auch ein weicher in Holz oder Federspul en (ohne Metall) gefasster Pinsel kann hierzu verwendet werden-Alan beachte, dass die Platten oder der Glasstab etc. nicht zu kalt ist. sonst bekommt die Schichte Schlieren, Wülste etc.
- Die Platte muss entweder während des Auseinanderbreitens dei Emulsion, oder unmittelbar nach beendigtem Ueberziehen auf eine horizontale Ebene gelegt werden, damit die Bromsilber-Gelatine gleichmässig erstarrt.
- Fig. 74 zeigt ein Nivellirgestell aus Eisen. Das Gestell ruht aut drei verstellbaren Schrauben. Vor dem Gebrauch legt man eine grosn Platte aus starkem Spiegelglas (oder Marmor. Zink etc., Holz^)st schlechter) auf das Gestell und untersucht mit einer Wasserwage (Fig- (° ' ob sie genau horizontal liegt. Die Stellschrauben gestatten die whip Nivellirung.
- 1) Dingler’s Polytechn. Journ. 1881. Pbot. Wochenbl. 1881. S. 360.
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- Ueberziehen der Glasplatten mit der Bromsilber-Gelatine.
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- In der Nähe steht auf einer verstellbaren Unterlage die rothe Punkelkammerlaterne (mit einer Stichflamme, wie oben erwähnt wurde). Fig. 77 zeigt die Anordnung des Verfassers beim Giessen. Zwischen
- Fig. 73.
- Glasstab zum Vertheilen der Emulsion.
- Fig. 74. Nivellirgestell.
- Fig. 76. Nirellirgestell mit Lampe.
- , Fig. 77. Nivellirgestelle. Fig. 78.
- Fig. 79. Horizontalstellen einer. Glasplatte mit Holzkellen.
- ‘r Lampe und den horizontal zum Erstarren liingelegten Platten be-^et sieh ein Schirm von dunkelrothcm Papier oder Stoff, damit das lrecte Lampenlicht den Platten nicht schadet.
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- Eine andere Form eines Nivellirgestelles zeigt Fig. 77, und in Fig. 78 ist eine solche mit Holzschrauben, Holzring und eingesetzten Metallschrauben abgebildet.
- In Ermangelung eines Nivellirgestelles kann man auch die Glasplatten mittels Holzkeilen horizontal stellen, wie Fig. 79 darstellt. pHS Spiegelglas A ruht auf den Holzkeilen C. Zh E auf; B ist eine Wasserwaffe
- Grosse Platten nivellirt man mit drei Stellschrauben auf der Tischplatte selbst.
- Die Platten, auf welcher die Platten während des Erstarrens liegen, sollen sich in möglichster Dunkelheit befinden. Man schiebe zwischen Lampe und der horizontalen Platte einen Schirm, wie schon auf der vorigen Seite erwähnt wurde, ein, damit nur gedämpftes, zerstreutes Licht darauf einfällt.
- C) Aufgiessen der Emulsion aus freier Hand.
- Sobald eine grössere Anzahl von Platten mit Emulsion zu übergiessen sind, oder grosse Plattenformate verarbeitet werden müssen, erweist sich
- das Aufträgen und Vertheilen der Emulsion mittels Glasstab als zu langsam; bei grossen Platten entstehen in Folge vorzeitigen Erstarrens der Emulsion hierbei leicht Wülste etc. Deshalb wird in Fabriken (falls keine Giessmasclii-nen eingeführt sind) in der Eegel die Emulsion.
- ähnlich wie Collodion auf die frei in der Hand gehaltene Platte ziemlich reichlich gegossen, wie Fig. 81 zeigt, herumfliessen lassen und der Ueberschuss abgegossen. Es darf hierbei die Platte nur wenig geneigt werden, damit ein genügendes Quantum Emulsion darauf bleibt. Fliest die Emulsion stellenweise schlecht, so war die Platte schlecht vor präparirt und man kann mit dem Finger nachhelfen.
- Ein geübter Giesser arbeitet selbst bei schwachem rotlien Licbn sehr sicher. Manche Emulsionsgiesser controlliren die Dicke der Schicht während des Uebergiessens und Abfliessens der Emulsion durch eim dahinter gestellte rothe Lampe (mit Stichflamme, ohne mattes GW-'
- Fig. 80. Aufgiessen der Emulsion in freier Hand.
- welche ziemlich tief (z. B. am Boden oder am Tische) steht. Giesser lässt von der schwach geneigten Platte so viel abfliessen,
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- Ueberziehen der Glasplatten mit der Bromsilber-Gelatine.
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- der oberen Ecke das Licht schwach durch znsehimmern beginnt, haini erhebt man die geneigte Abflussecke rasch, lässt unter schwacher Neigung und Drehen die Emulsion nach allen Seiten hin gleichmässig •uisbreiten und legt die Platte rasch zum Erstarren auf das horizontale Xivellirgestell.
- In der Eegel giessen die Fabrikanten grosse Platten und zerschneiden dieselben erst nach dem Trocknen der Emulsion in kleinere Plattenformate; auf diese Weise arbeitet man nicht nur rascher, sondern erhält auch gleichmässigere bis zum Bande gut mit Emulsion bedeckte kleinere Plattensorten.
- Grosse Platten balancirt man beim Uehergiessen frei auf der linken Hand oder stützt sie auf eine Unterlage, giesst reichlich Emulsion auf und lässt den Ueberschuss über einen geräumigen Glastrichter ab-liiessen, welcher in einer Flasche steht, Da hierbei Blason und Schaum in der Abflussflasche entstehen, so muss man deren Inhalt nochmals
- Fig. 81. Trog zum Ueberziehen grosser Platten.
- über Muslin oder Hanf filtriren. Whaite empfiehlt für grosse Platten einen V-förmigen Trog, dessen Schrägseite aus Holz, die andere aus doppeltem Muslin besteht, Der Muslinstreifen ist bis auf 5 mm vom Boden mit Schellackfirniss überzogen, lässt also, wenn der Trog mit Emulsion gefüllt ist, diese nur unten durch. Die Emulsion lässt sich damit ähnlich wie mit einem Pinsel auf die Glasplatte streichen, indem man den Trog darüber hinwegzieht. Der Verfasser hat keine Erfahrung über den Werth dieses Apparates. (Fig. 81.)
- D) Das Abkühlen und Erstarren der überzogenen Platten.
- Höchst wichtig ist das rasche Erstarren der überzogenen Platten, -"bald sie einmal auf die horizontale Platte gelegt wurden. Basch er-ViTte Emulsion gibt immer reinere fleckenlosere Schichten als langsam starrte1). Unter gewöhnlichen Umständen erstarrt die Gelatine in
- y B Enthält die Emulsion zu viel Wasser oder erstarrt sie zu langsam, weil die einperatur der Luft oder der Unterlage zu Loch ist, so sind die Platten glänzend. j,as Bromsilber lagert sich auf dem Glase ab und darüber steht fast nur Gelatine, ^ ^ 'ildet sieh deshalb nur ein dünnes Bild, es zeigt sieh ein Schleier, welcher häufig
- V0Q ^er Rückseite aus sichtbar ist, bevor genügende Kraft erreicht ist. Diese ‘»encumng tritt fast immer ein, wenn die Platten länger als 5 Minuten (bei schlechten ütnissen kann es sogar 1ji bis 1/2 Stunde dauern) zum Erstarren brauchen. —
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- Dritter Theil. Einundzwanzigstes Capitel.
- der kühlen Jahreszeit schon in wenigen Minuten, so dass man die erste Platte schon wegnehmen und senkrecht zum Trocknen stellen kann sobald man die sechste bis zwölfte gegossen hat.
- Viele Fabrikanten legen die Emulsionsplatten auf horizontale starke Marmorplatten; diese sind sehr gut. aber kostspielig. Man kann im Sommer für einen kleinen Plattenbedarf auch ausreiehen, wenn man eine Glasplatte mit Eisstücken bedeckt und abkühlt, und sie dann als Unterlage verwendet.
- Doppelwandige horizontale flache Metallbehälter, welche mit Eiswasser gefüllt sind, entsprechen diesem Zwecke besser.
- |Fig. 82. Eis-Behälter zum raschen Erstarren der Emulsion auf den Platten.
- Herr Plener in Wien benutzte starke, innen mit Eisen versteifte Zinkkästen von der in Fig. 82 abgebildeten Form. Eine seitliche Oeffnung erlaubt das Nachfüllen von Eisstüeken. Auf die obere ganz ebene Platte kommen die Emulsionsplatten zu liegen.
- II. Heb erziehen mit Giessm aschin eil.
- Die Präparation der Bromsilber-Gelatineplatten wird gegenwärtig mittels Maschinen vorgenommen, und zwar waren es zuerst um das Jahr 1880 englische und belgische Trockenplattenfabriken, welche durch den enorm grossen Consum bewogen waren, das Giessen mittels Maschinen einzuführen. Diese Art der Präparation eignet sich nur für Fabriken, welche in grossem Massstabe produciren und in der That arbeiten gegenwärtig zahlreiche Fabriken (auch in Deutschland und Oesterreich) mit Giessmaschinen. Da der Ankaufpreis von guten englischen Gießmaschinen ein sehr hoher ist (2000 bis 10000 Gulden) und selbst kleinere Maschinen, deren Wirkung garantirt ist. unter 1000 Gulden kaum zu haben sind, da ferner die Maschinen nur beim Verarbeiten ^°n grossen Massen von Emulsion rentabel sind, so ist die Einführung der'
- |j0
- Es kann auch Vorkommen, dass die Emulsion zu wenig Wasser enthält, wenn 1 Gallerte lange Zeit in Alkohol gelegen hat; sie nimmt seihst nach 48 ständigem WasAe nicht immer genügend Wasser auf, sondern bleibt nach dem Schmelzen dickflüssig in diesem Falle wird Wasser zugefügt.
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- Ueberziehen der Glasplatten mit der Bromsilber-Gelatine.
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- selben in kleinere Etablissements nicht thunlieb. Der Maschinenguss erfordert eine eigene Zurichtung der Emulsion, da die grossen Massen längere Zeit zum Schmelzen und Einbringung in die Giessmaschine brauchen, also ein längeres Warmhalten ohne Zersetzung ertragen müssen; allerdings erfordert das Uebergiessen von hunderten von Platten grössten Formates dann nur mehr wenige Stunden und die Production erreicht einen so hohen Grad, dass selbst grosse Fabriken nur einmal in der Woche das Plattengiessen vornehmen. Zumeist giesst man Platten von grossem Formate und zerschneidet dieselben in kleinere Platten, welche den Yortheil haben, dass sie bis an den Band gleich-massige Schichten zeigen. Man erkennt aus dieser Eigenschaft leicht die aus grossen Formaten zugeschnittenen. Platten.
- Die Construction der Giessmaschinen wird von den meisten Fabriken geheim gehalten. jedoch ist das Princip derselben hinlänglich bekannt und wird in Folgendem beschrieben werden.
- Einen unvollkommenen Versuch dieser Art zeigt Daniel's Apparat1) in Eig. 83.
- d ist ein irdener Trog, welcher die Emulsion enthält. Der Holzcylinder e wird mittels einer Spindel durch das Wasserbad b in Bewegung gesetzt. Ein Wasserrad f hält die Emulsion warm. Dadurch, dass man die Platten etwas geneigt über die sich drehende Polle führt, überziehen sie sich-mit der Emulsion.
- ... . Fig. 84.
- S\V clll IlGSS sicll SGiü6 Maschine, welche Maschinen zum Ueberziehen der Platten
- auf demselben Princip beruht, in England mlt Emulsl0n-
- patentiren. Dieselbe ist in Phot, Nsws. 1882. S. 777 genau beschrieben (englisches Patent Nr. 4607 vom 12. November 1879).
- Die Walze, welche die Emulsion vertheilt, soll ungefähr 20 bis 30 ccm im Durchmesser haben. Kleine Walzen geben Luftblasen, welche sie auf die Platte bringen. Diese Walzenmaschinen, welche die Emulsion auf die Platten aufstreichen, sind nur dann gut. wenn man die Platten mit einem Unterguss von Chromgelatine etc, vorpräparirt. worauf die Emulsion sich schlecht ausbreitet, Die aufgestrichene Schicht ist aber
- 1) Brit. Journ. Phot. Almanac. 1880. S. 55.
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- bald zu dick, bald zu dünn und man muss oft nochmals Emulsion aus einem separaten Glase nachgiessen.
- Einen ähnlichen Apparat liess sich* Eastman1) in England paten-tiren. In dem Troge aa (Fig. 84). welcher aus Silber. Porcellan oder Glas gefertigt ist, ruht eine Walze b aus Kautschuk oder hartem Holz, welche durch die Länge des ganzen Troges geht. Diese Walze taucht um den dritten Theil ihres Durchmessers in die im Troge enthaltene Emulsion. Der Mantel cc besteht aus Zink etc.; er wird bei g mit warmem Wasser gefüllt und kann durch eine darunter gestellte Spirituslampe gelinde erwärmt werden. Ein eingesetztes Thermometer gestattet die Ablesung der Temperatur. Die Walze wird in langsame Botation versetzt und die Platte in einer der Botation entgegengesetzten Richtung über die Walze geführt, so dass eine Schicht Emulsion aufgetragen wird.
- 1 f§ Ein anderes System von Giessmaschinen beruht darauf, dass ein Trog unten in eine schmale Spalte ausgeht, aus welcher allmählich eine
- Fig. 85. Platten - G ieasmaschme.
- dünne Schicht Emulsion ausfliesst, während die Glasplatte vorbeigezogen wird.
- Um biegsame Unterlagen, wie z. B. Papier, zu überziehen, gab Ashmann folgende Maschine an (Fig. 85). A ist ein nach unten verengtes Gefäss, welches die Emulsion enthält und sich in einem zweiten Gefliss mit warmem Wasser befindet. Bei E ist ein Thermometer angebracht. C ist eine mit Kautschuk überzogene Bolle, welche durch die Schraube G mehr angedrüekt werden kann. FF ist ein kleiner Holztrog. Auf der Bolle E wird das Papier aufgewickelt, welches man überziehen will. Bei EE geht dasselbe vorbei, kommt unter die Führung E und unter das Emulsionsgefäss und tritt bei EEE aus. Daselbst lasst man das nunmehr mit einer dünnen Emulsionsschicht bedeckte Pap101 mit der Hand und zieht es mit leichtem Zug über den Tisch. Die
- 1) Auch Deutsches Reiehspatent Kr. 11832 yoin 27. Januar 1880 (Phot. Archiv-1883. S. 202).
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- Emulsion erstarrt rasch; man schneidet das überzogene Papier in entsprechende Stücke.
- Um Papier mit Emulsion zu überziehen gab Woodbury1) hierzu nachstehendes Verfahren an, welches gestattet, die Bogen fehlerlos und mit ganz ebenen gleiehmässigen Schichten zu überziehen.
- Pie Bogen werden je zwei und zwei mit der zu überziehenden Fläche nach aussen aufeinander gelegt und an einem der Bänder mit Gummi auf circa 3 mm zusammengeklebt.
- Pie Emulsion befindet sich in einem Wasserbade A (s. Fig. 86), welches durch einen regulirbaren Gasbrenner auf gleichmässiger Temperatur erhalten wird.
- Mit dem Abstreifen der Oberfläche der Emulsion kann zur Präparation übergegangen werden. Hierzu wird ein Stück Silberdraht zwischen je zwei verbundene Bogen an der Seite, an welcher sie aneiander gummirt sind, durchgesteckt; hierdurch wird ein Einbiegen der Ecken beim Feuchtwerden verhindert. Mit der linken Hand werden die Bogen an dem durchgesteckten Braht in der Mitte des Bandes gefasst und durch die Emulsion gezogen, wobei die rechte Hand mittels
- „• r* i i. i t n Fie. 86. Apparat zum Ueberziehen von Papier.
- eines Glaslineals dieselben
- unter Flüssigkeit hält. Sie werden hierauf mittels Silberstifte PP an die drehbare Leiste C zum Abtropfen befestigt, Pie Höhe der Leiste C muss so bemessen sein, dass der untere Band der Bogen nicht höher als 2 cm über die Flüssigkeit zu hängen kommt, da sonst durch das Abtropfen Blasen erzeugt werden.
- Mittels des kleinen, in die Emulsion getauchten Fingers werden eventuelle Blasen auf einer Seite der Bogen abgetupft und dann nach Drehung der Leiste C auf der anderen Seite, Pie Bogen werden entfernt und zum Trocknen auf Trockenrahmen übertragen. Hach dem Herausziehen des Silberdrahtes kann zur Präparation der nächsten Bogen übergegangen werden. (Andere Vorrichtungen um Papier mit Emulsion zu überziehen s. Cap. XXXII.)
- 1) Yearbook of Phot. 1888, pag. 77.
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- B. J. Edwards hat einen Apparat zum Aufträgen der Emulsion auf Glasplatten, Papier etc. eonstruirt, welcher in der englischen Patentschrift folgen dermassen beschrieben Wird1).
- „Der Apparat besteht zunächst in einem Trog, in welchem sieh die Emulsion befindet, und einer Metallwalze, welche in dem Troge rotirt. Die Walze und der Trog sind etwas länger als die grösste zu überziehende Platte breit ist und befindet sieh quer über einem endlosen Band, welches die zu überziehenden Platten trägt. Seitwärts unter der Walze ist ein aus einer Metall- oder Ebonitplatte bestehender Schaber befestigt, der sich mit dem oberen Bande schräg gegen die Walze legt, und dessen unterer Rand die Oberfläche der darunter weglaufenden Platten berührt.
- Beim Rohren der Walze setzt sich die an derselben haftende Emulsion auf dem oberen Rande des Schabers ab und läuft über denselben herunter auf die Platten welche durch das endlose Band darunter wegtransportirt werden. Dieselben erhalten auf solche Weise einen gleichmässigen Emulsionsauftrag, und zwar einen dickeren oder dünneren, je nachdem die Umdrehung der Whilze und das Fortgleiten des endlosen Bandes langsamer oder schneller vor sich geht. Um Platten von verschiedener Dicke oder Breite überziehen zu können, wird der Schaber entsprechend beweglich angebracht, resp. durch einen breiteren ersetzt. Das Abkühlen oder Setzen der Emulsion, nachdem sie auf die Platten aufgetragen ist, wird dadurch beschleunigt, dass das endlose Band mit den Platten über eine Steinplatte gleitet, welche zum Theil in einem mit Eiswasser gefüllten Gefäss ruht und dadurch abgekühlt wird. Gleichzeitig ist diese Platte mit einem ebenfalls mit Eiswasser gefüllten Metalltrog überdeckt, so zwar, dass zwischen beiden ein Zwischenraum bleibt, durch welchen das endlose Band mit den Platten gleiten kann. Dieser Trog schützt die gegossenen Platten zugleich gegen Licht und Staub.
- Bei dem in Rede stehenden Apparat ist das endlose Band in zwei ungleich lange Stücke getheilt, von denen jedes über zwei besondere Rollen läuft, die sich aber nach derselben Richtung hin bewegen. Das eine kürzere Band führt die Platten nur unter dem Troge mit der Emulsion und unter dem Schaber weg, das andere transportirt sie über die abgekühlte Steinplatte durch den Kühlraum; das letztere läuft etwas schneller als ersteres, damit die Platten beim Passiven des Kühlraums von einander getrennt werden. Yon unten her läuft ein drittes, aus Kautschuk bestehendes endloses Band über zwei Rollen, von denen die untere in einem Troge mit warmem Wasser rotirt, die obere aber so angebracht ist, dass das Kautschukband eben die Unterfläche der auf dem zuerst beschriebenen endlosen Bande ruhenden gegossenen Platten berührt und dieselben auf solche Weise von unten her von allen Unreinheiten oder von etwa anhaftender Emulsion reinigt.
- Der Apparat kann gleichzeitig zum Ueberziehen von Papier mit Emulsion benutzt werden, nur wird dann an Stelle des Kautschukbandes eine Vorrichtung getroffen, durch welche das Papier, ehe es den Schaber passirt, befeuchtet wird, und eine zweite Walze oder Quetschvorrichtung angebracht, welche das Papier von dem Ueberschuss an Feuchtigkeit befreit, und es an dem Bande anhaften macht, ehe es unter dein Emulsionstrog und unter dem Schaber weggleitet. Nach dem Ueberziehen passirt das Papier den Kühlraum, wird dann in passende Stücke zerschnitten und zum Trocknen aufgehängt. Die Rollen, über welche die endlosen Bänder laufen, werden durch einen Gasmotor getrieben.
- 1) Phot. News. 1884. S. 541. Phot. Archiv. 1884. S. 304.
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- Die endlosen Bänder bestehen am besten aus geflochtenem Draht oder aus dünnem Metall, damit sich die darauf liegenden gegossenen Platten so schnell als möglich abkiihlen. Der Kühlungsraum muss jedenfalls genügend lang sein, damit die Platten, wenn sie denselben passirt haben, völlig erstarrt sind. Die Länge dieses Raumes richtet sieh nach der Geschwindigkeit, mit welcher der Apparat funetionirt, bei massiger Geschwindigkeit dürften vier Meter genügen. Beistehende Figur 87 ist eine Skizze des ganzen Apparates.
- A ist der Trog mit der Emulsion; B die Walze; 0 der Schaber; D der justir-bare Rahmen, an welchem der Schaber befestigt ist; E die Schleifwalze; F das endlose Band, welches die Platten unter dem Schaber wegführt; GGG sind Rollen, über welche die endlosen Bänder laufen; HH ähnliche Rollen, für das Kautschukband zum Reinigen der Platten; J das Kautschukband; K der Trog mit warmem Wasser; LL das endlose Band, welches die Platten durch den Kühlraum führt, M der Kühl-raum; N die in Eiswasser ruhende Steinplatte; PP sind die Platten vor und nach dem Ueberziehen; R ist der mit Eiswasser gefüllte Trog über dem Kühlraum; S die
- >3» > 3*
- Fig. 87. Giessmaschine.
- Feder, welche den Schaber gegen die Walze presst; X das Reservoir, aus welchem die Emulsion in den Trog fliesst.
- Bolton empfahl folgende Maschine: Einen im Durchschnitt V-förmigen Trog ans Metall oder Glas, welcher am Grunde offen ist. Durch diesen offenen Schlitz, welcher 3 bis 6 mm breit ist, würde die Bmulsion gleiehmässig auslaufen, wenn er nicht durch einen ihm genau angepassten gläsernen Stab verschlossen würde, den sein eigenes Gewicht hinab drückt. Da der letztere nun nach unten vorsteht, so öffnet sich her Schlitz, sobald man mit dem Instrument über eine Fläche streicht llnd sc-hliesst sieh nachher eontinuirlieh wieder1).
- Im Nachfolgenden geben wir die Beschreibung der Einrichtung Dner englischen Trockenplattenfabrik, in welcher die Platten mittels
- 1) Photographie Times. 1884. S. 4. Phot. Woehenbl. 1884. S. 125.
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- einer Giessmaschine mit Emulsion überzogen werden (nach Scientific Amerie. 1888. No. 647):
- Zur Herstellung von lichtempfindlichen Platten auf masehiniellem Wege werden sofort Glasscheiben in der gewünschten Grösse benutzt, da das sonst vielfach angewendete Verfahren, eine grosse Platte zuerst zu überziehen und dann erst in kleinere zu zerschneiden, dadurch Nachtheile mit sich bringt, dass feine Splitter des Glases auf dem lichtempfindlichen Ueberzuge haften und beim Verpacken Schrammen und ßisse auf den Platten hervorrufen, wodurch die letzteren für den Photographen unbrauchbar werden; ausserdem ist es zweifellos gerathener, mit Eücksicht auf etwaigen Bruch beim Zerschneiden, dies vor der Emulsion als nach derselben vorzunehmen.
- Zum Zerscheiden der Platten wird ein besonderer in Pig. 88 dargestellter Eahmen benutzt, welcher von Oowan erfunden ist und von den Photographen vielfach angewendet wird. Dieser Apparat ermög-
- Fig 88. Fig. 89.
- Vorrichtungen zum Zerschneiden der Glasplatten.
- licht- es, jede Platte, welche nicht zu gross ist-, um in denselben eingelegt zu werden, mit absoluter Genauigkeit, in zwei gleiche Theile zu zerschneiden. Besonders empfehlenswert.il ist die Benutzung dieses Bahmens in schwach beleuchteten Bäumen. Es besteht derselbe aus vier Stäben welche an den Enden durch Zapfen mit einander verbunden sind und sich so um zwei Funkte drehen, dass sie in ihrer ersten Lage ein Quadrat, bei jeder Verschiebung jedoch ein Bhombus bilden, in dem die beiden äusseren Stäbe sieh dadurch, stets einander parallel bleibend, nähern. Die Scharnier-Klappe kommt so auf die Platte nieder, dass ihr als Lineal dienender Stab von der Mitte derselben nur um die Dicke des den Diamant tragenden Diamanthammers entfernt- bleibt, Aut die^e W eise lässt sich eine Platte- in jeder beliebigen Bichtung zerschneiden.
- Einen ähnlichen Apparat stellt- Fig. 89 dar. Derselbe dient dazu-um eine grössere Platte in eine Anzahl sehr kleiner Platten zu zei
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- schneiden. Bei diesem Apparat hat die Scharnierklappe die Form eines Rostes, dessen Stäbe genau gleich weit von einander entfernt sind, je nach der Grösse der herzustellenden Platten, so dass z. B. eine Platte von 10 Zoll im Quadrat, über welche vier Schnitte in jeder Kanten-Richtung geführt werden, in 25 kleine gleiche quadratische Platten zerlegt werden kann. (Yergl. über Zerschneiden der Platten: dieses Capitel weiter unten.)
- Ehe die geschnittenen Platten gereinigt werden, werden die scharfen Kanten durch Reiben auf einem Stein entfernt. Mit dieser Arbeit werden
- Fig. 90. Einrichtung zum Vorwärmen der Platten.
- junge Mädchen in dem Etablissement betraut, Darauf erfolgt das Reinigen der Platten nach irgend einem der bei den Photographen üblichen Verfahren.
- Damit sind die Platten fertig, um überzogen zu werden. Sie Werden nun auf die Temperatur gebracht, welche die Emulsion hat, also auf 27 bis 38 Grad 0. Der Erfinder der zum Ueberziehen der Platten benutzten Maschine, Cadett, hat sieh nämlich durch seine ausgedehnten Beobachtungen überzeugt, dass, wenn die Platten nicht die gehörige Temperatur haben, der Ueberzug auf den verschiedenen Th eilen der Platte uneben absetzt.
- In Fig. 90 ist die zum Wärmen der Platten benutzte Einrichtung ähgebildet, welche von A. Cowan erdacht und von dem Sohne des-
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- selben, A. R. Cowan, ausgeführt ist. Sie besteht aus einem 7 Fuss langen und 3 Zoll tiefen Troge, durch welchen heisses Wasser mittels eines aus der Zeichnung ersichtlichen Cireulations-Systems geführt wird. Um die Verschiebung der Glasplatten ohne Reibung zu ermöglichen, liegt in dem Troge eine Glasplatte auf einem Sandbad. An dem einen Ende legt nun ein Gehülfe die Glasplatten nach einander auf diese warme Glasplatte und schiebt sie mittels eines beweglichen Schiebers einzeln unter den Deckel des Troges, welcher in der Zeichnung in die
- Höhe geklappt gezeich-
- net ist, um die innere Einrichtung des Apparates erkennen zu lassen. Wenn eine Glasplatte auf den Schieber gelegt ist, lässt sich eine neue erst dann hinzufügen, wenn der im Dunkelzimmer am anderen Ende des Troges befindliche Mann die von der Auflagestelle am weitesten entfernte angewärmte Platte weggenommen hat, indem der Schieber eine reei-proke Bewegung besitzt, Dieser Wärmapparat ist in dem Etablissement augenblicklich rechtwinklig zu der im nächsten Zimmer befindlichen Maschine, in welcher die Platten über-
- Fig. 91.
- Heisswassersystem zum Erwärmen der Emulsionsdunkelkammer.
- zogen werden, aufgestellt; später soll er jedoch mit der letzteren Maschine so in Verbindung gebracht werden, dass er mit derselben im gleichen Gang erhalten wird und so die auf dem einen Ende von dem Gehülfen aufgelegten kalten Platten bis zum Uebergang in das Dunkelzimmer richtig warm geworden sind und dann in der zum Ueberziehen der Platten gebrauchten Maschine ohne weitere menschliche Beihülfe fertig gestellt werden. Unter dem Wärmtisch ist ein kupferner Kessel mit einem Bunsen'sehen Brenner angebracht, wodurch eine rasche Steigerung
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- der Temperatur und die Erzielung eines bestimmten Wärmegrades für das unter der Wärmplatte hinfliessende Wasser ermöglicht wird.
- In Fig. 91 sieht man das Heisswasser-Heizsystem, welches ausserhalb der Räume angebracht ist. in welchen die Platten überzogen werden; dasselbe dient dazu, die Gelatine-Emulsionen in diesen schwach beleuchteten Zimmern auf einer bestimmten Temperatur zu erhalten, ohne dass die Yerbrennungsproducte da, wo die Emulsion ausgeführt wird, frei werden. Die Temperatur regelt sich automatisch.
- Fig. 92 zeigt dann die in jedem dieser Räume befindlichen, durch den eben beschriebenen Apparat geheizten Rupferkessel, in dem das die Emulsion enthaltende Gefäss von heissem Wasser umgeben ist.
- In Fig. 93 ist dann die zum Ueberziehen der Platten benutzte Maschine, eine Erfindung von Cadett in Ashtead (Surrey) dargestellt. Die erwärmten Platten werden von einem Rost aufgefangen, der an der rechten Seite der Zeichnung sichtbar ist, und dann von einem Gehülfen einzeln auf die am vorderen Ende der eigentlichen Maschine befindlichen Schienen gelegt, und gelangen darauf auf Schnüren ohne Ende unter den weiter unten beschriebenen Trog, in welchem sie überzogen werden. Wenn dies geschehen ist, werden sie auf vier breiten, aus Flüssigkeit aufsaugender Baumwolle bestehenden Bändern
- . Kig. 02. Wasserbad zum Erwärmen der Emulsion.
- Weiter geführt. Diese Bänder werden
- stets mit kaltem Wasser gesättigt gehalten, welches über genau horizontal gestellte Glasplatten unter ihnen sie befeuchtend hinläuft. Auf diese Weise Werden die Rückseiten der mit der Emulsion bedeckten Glasplatten ab-gekülilt und die Emulsion wird fest sein, wenn die Platten das Ende 'Fr vier vorhandenen Kühltische dieser Art erreicht haben. Dann gelangen sie auf einen anderen Tisch, über welchen trockene Bänder aufen, durch welche die an der Rückseite der Platte befindliche Wichtigkeit vollends entfernt wird; jedoch ist die den Platten anhaftende Fuchtigkeit überhaupt so gering, dass während eines Tages dies letzte Fnd nicht einmal noch besonders wieder getrocknet zu werden brauchte.
- Fm den sog. ganzen Platten von SW Zoll Länge und 6!/9 Zoll
- p o o.. tu c-- < u
- ^ laufen in einer Stunde 720 Stück durch die Maschine; bei den eueren Platten ist die Zahl um so grösser, je kleiner sie sind. Von ei1 letzteren laufen immer zwei parallele Reihen hindurch, so dass von
- t» ,
- er, Handbuch der Photographie, III. Theil. 4. Aufl, f /
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- Dritter Theil. Einundzwanzigstes Oapitel.
- den Yiertelplatten, 4V2 Zoll lang und 3^4 Zoll breit, stündlich 2800 fertig werden und zwei Gehülfen vollauf zu thun haben, um sie aufzufangen und so rasch als möglich in Gestellen unterzubringen. Die kleinen Platten berühren sich zwar beim Einlegen in die Maschine mit ihren inneren Kanten, jedoch werden sie, nachdem sie überzogen worden, durch die Maschine selbst ein wenig von einander entfernt. Das Wasser, welches über die Kühltische läuft, wird unter denselben aufgefangen
- und durch Abzugsrohren fortgeführt. Zwischen je zwei Tischen ist eine kleineWalze angebracht, durch welche es ermöglicht wird, dass kleine Platten ohne zu kippen die zwischen den Bandsystemen der einzelnen Kühltische befindlichen Lücken passiren können.
- Pig. 94 zeigt die Einrichtung der zum Ueberziehen der Platten von Cadett erfundenen Maschine. Die gereinigten Platten werden auf die Schnüre ohne Ende gelegt, welche auf der rechten Seite der der Zeichnung sichtbar sind, dabei zugleich unter einen Messing -Cylinder geschoben, dessen Gewicht hinreichende Reibung erzeugt, um die Platten vor dem Kippen zu bewahren. Dieselben gehen dann untei einer weichen Kamelhaarbürste hin, weh-ho auch die geringste Spul von Staub oder Glassplittern entfernt und gehen, nachdem sie darauf die Emulsion erhalten haben, auf einer Anzahl genau in gleicher Höhe au gebrachter sehmalrandiger Räder hin, welche in einem Wasserbassin, dessen Inhalt durch einen automatischen Regulator mittels eines kleinen Heisswasser-Circulationssystems auf einer zwischen 27 und 38 Grad t-liegenden Temperatur gehalten wird, auf "Wellen angeordnet sich drehen-
- Fig. 93. Maschine zum Ueberziehen der Platten.
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- Üeberziehen der Glasplatten mit Bromsilber-Gelatine. 259
- Die Wandung des Emulsionstroges ist mit heissem Wasser von eonstanter Temperatur gefüllt, Er ist inwendig silberplattirt, weil andere Metalle die Emulsion chemisch beeinflussen würden. Der Trog ist 16 Zoll lang, wird nach dem Boden zu etwas schmäler und enthält eine Reihe silberner Pumpen, welche sämmtlich mit einer langen adjustirbaren Kurbelstange in Verbindung gebracht werden, wenn Platten der grössten Nummer überzogen werden sollen; handelt es sieh um kleinere Platten, so werden dagegen einige Pumpen herausgenommen.
- Fig. 94. Maschine zum üeberziehen der Platten.
- Hauptsache für das gleiehmässige üeberziehen der Platten ist, dass aiJf jede eine sorgfältig bestimmte Menge der Emulsion gebracht wird, und zu diesem Zwecke sind eben die Pumpen angebracht, damit die ailf die Platten gelangende Emulsionsmenge nicht durch Verschiedenheit 111 der Höhe der in dem Troge vorhandenen Emulsion beeinflusst werde.
- diese Weise ist die auf die Platten fliessende Emulsionsmenge un-ahhängig von dem Drucke der Emulsion im Troge sowie von der Geschwindigkeit der Maschine.
- , _ Es ziehen dabei diese Pumpen die Emulsion aus einer solchen Einlage in dem Troge, dass die Gegenwart von Luftblasen ausgeschlossen ist, und ausserdem ist der Boden des Troges so geformt,
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- dass, wenn wirklich sedimentäre Stoffe vorhanden sein sollten, dieselben von dem unteren Ende der Pumpen weg sieh im Troge zu Boden senken müssen.
- Aus den Pumpen, welche stetig Emulsion aus dem Troge emporziehen. tliesst dieselbe zunächst; auf eine silberne Platt»' von genau derselben Breite, wie die zu überziehenden Platten sie aufweisen. Genau
- Fig. 95.
- vor dieser silbernen Platte ist ein silberner Oylinder an zwei feinen Hanfschnüren so aufgehängt, dass er die Platten nicht berühren und die Emulsion entfernen kann, wohl aber dazu dient, dieselbe gleich-massig auf der Platte zu vertheilen. Dadurch, dass die Emulsion äusserst flüssig ist, wird es verhindert, dass sich durch die Berührung der Sclmiire
- Fig. 90.
- mit der Platte zwei Streifen bilden, indem nämlich die Emulsion ü'iel dieselben hinläuft und sie füllt.
- Durch den Silbereylinder werden bis zu einem gewissen Dich sogar die Wirkungen von Fehlern der Glasplatten ausgeglichen, dub'111 derselbe nämlich aus zwei oder mehr Th ei len besteht welche dun 1 Kautschukstücke verbunden sind. Der Oylinder ist aus Blattsilber u’"
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- Ueberziehen der Glasplatten mit der Bromsilber-Gelatine.
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- papierstärke hergestellt, so dass sein Gewie t sehr gering ist. Wenn grosse Platten überzogen werden sollen, so benutzt inan einen Oylinder wie ihn Fig. 95 darstellt. Derselbe ist in der Mitte getheilt, damit er sich möglich der Unebenheit der Plättenoberfläche anpasst, und wird
- Fig. 96 a. Aussenansicht von Edwards’ Giessmaschine.
- nicht bloss von 2 Schnüren an den Enden, sondern noch von einer dritten, in der Mitte angebrachten Schnur getragen, da er sonst die Mitte der blatten berühren würde: die beiden Theile des Cylinders hält dann, wie oben schon erwähnt, ein Kautschukstück zusammen.
- ln Fig. 96 ist noch ein Längsschnitt durch he ganze Maschine gegeben. In derselben bezeichnet A die mit heissem Wasser gefüllte Windung des Emulsionsgefässes, B die Kurbel-üangw welche die Pumpen treibt, C eine Emul-honspumpe. D das Ausflussrohr dieser Pumpe,
- E die silberne Platte, über welche die Emulsion n>n der Pumpe auf die zu überziehende Platte F den Verth eilungscvlinder. Q die Schnüre,
- Nuttels deren die Entfernung dieses Cylinders von iag. 96b.
- 'ten Glasplatten regulirt wird. H die Kameelhaar-
- ,,Urüe. JK die Frietionswalze, LLL sind drei unter dem Emulsionstroge hinlaufende Platten, M die Bäder in dem Heisswasserhassin Ag die UbergangSWaize P hat ein eigenes Heisswasserbassin und läuft mit
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- etwas grösserer Geschwindigkeit als die anderen Walzen, Ii ist der Umfang der Kühlbänder, T bezeichnet die Treibschnüre und W das Niveau der Emulsion in dem Troge; bei Y endlich ist der Kolben einer Emulsionspumpe besonders dargestellt.
- Die Kurbelstange zur Bewegung der Pumpen ist so construirt. das? durch Adjustirung der Verbindungsstangen mehr oder weniger Emuls*011 auf die Platten gebracht werden kann, jedoch will Oowan demnächst die Pumpen ein für alle Mal adjustiren und die Emulsionsmenge, welche
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- Ueberziehen der Glasplatten mit der Bromsilber-Gelatine.
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- aU{ die Platten kommen soll, durch Triebräder von verschiedenem Durchmesser an der Kurhelstange reguliren.
- Schliesslich bringen wir in Fig. 96a eine perspectivische Ansicht von Edward's Giessmaschine, welche bereits auf Seite 253 ausführlich beschrieben wurde. Fig. 96 b zeigt das Ende der Giessmaschine, bei welchem die mit Emulsion überzogenen erstarrten Platten heraus-ü'eiioninien werden.
- Eine andere Fabrikseinrichtung, nämlich von Hutinet in Paris, zeigt Fig. 96c. In dieser Fabrik werden (nach Dr. Londe) grosse Platten, welche sich auf einem Bande ohne Ende unter dem Emulsions-Reservoir vorbeibewegen, mit Emulsion gleichmässig durch eine nicht näher beschriebene selbsttlnitige Vorrichtung überzogen. Die Platten bewegen sich vorwärts, werden gekühlt, dass die Gelatine erstarrt und werden dann getrocknet. Hierauf werden die grossen Platten in die gewöhnlichen kleineren Formate zerschnitten.
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- TROCKNEN DER PLATTEN.
- Sobald die Bromsilber-Gelatine .auf den damit überzogenen Platten erstarrt ist, werden dieselben in einem trockenen Locale getrocknet: Staubbildung, z. B. von wolligen Kleidern etc. ist sorgfältig zu vermeiden.
- Das Zimmer muss gänzlich zu verfinstern sein, weil selbst rubinrotlies Licht- durch die stundenlange Einwirkung die Platten zum Verschleiern bringt. Ferner soll das Local nicht feucht sein und womöglich eine (selbstverständlich lichtdichte) Ventilation haben, nicht nur damit der Aufenthalt daselbst angenehmer wird, sondern, auch damit die feuchte Luft abziehen kann.
- Im Winter muss der Trockenraum heizbar sein; es soll Vorsorge getroffen werden, dass weder Feuerschein, noch Kohlenstaub in den Baum gelangt und dass die Platten nicht vielleicht in allzu grosser Nähe des Ofens stehen, wodurch die Schicht- absclimelzen könnte. Am besten ist Luft-- oder Wasser-Heizung.
- Der Verfasser sah in Emulsions-Fabriken Maschinen in Betrieb, welche die Ventilation der Trockenräume besorgten; die Bäume waren mit Warmwasserheizung erwärmt, Hendorson beschreibt1) die Bäume der amerikanischen Plattenfa-brik von Inglis, wo die Platten niitmh einer 12pferdigen Dampfmaschine zum Erstarren auf mit Eis gekühlte Kühlkasten geschoben wurden, während dieselbe Maschine filtrirte Luk in den Trockenraum pumpte und das Etablissement wärmte.
- Lichtdichte Doppelthüren oder ein finsterer Vorraum sollen W Betreten des Trockenraumes zu jeder Tageszeit gestatten.
- Man trocknet die Platten entweder 1. freiwillig an der Luit odet 2. in Trockenschränken, 3. mittels Alkohol oder anderen wasseranzielien den Mitteln. Die erste Methode ist vorzuziehen , sobald man über eim
- 2) Phot. News. 1884, S. 638.
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- Trocknen der Platten,
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- entsprechende LocaJität verfügt, und wird in den Fabriken ausschliesslich verwendet.
- Das Trocknen der Gelatineplatten übt einen bedeutenden Einfluss auf den physikalischen Charakter der Gelatineschicht aus und dadurch wird das schliessliehe photographische Resultat beeinflusst.
- Die Art des Trocknens der Platten, die Temperatur und Schnelligkeit desselben bat einen bemerkenswerthen Einfluss auf die Empfindlichkeit der Platten und die Schnelligkeit, mit der sie sich entwickeln. Jedoch ist hei weniger empfindlichen Platten dieser Einfluss nicht bedeutend, dagegen um so grösser bei hochempfindlichen.
- Die Gelatineplatten sollen nicht zu langsam trocknen. .Durch allzu langes Trocknen steigt die Neigung zur Schleierbildung; es kommt öfters vor, dass bei Platten der zuerst getrocknete Rand klar arbeitet und fest am Glase sitzt, dagegen die länger feucht gebliebene Mitte Schleier gibt und Blasen bekommt. Man soll trachten, das Trocknen der Gelatineplatten in 12 bis 18 Stunden zu beendigen. damit mau nicht Gefahr läuft, Schleier zu bekommen.
- Rasches Trocknen bei zu stark erhöhter Temperatur (unter 8 Stunden) bewirkt, dass die Schicht in den Bädern Blasen zieht und kräuselt1). Rasches Trocknen bei niedriger Temperatur (z. B. durch starken Luftzug) bewirkt aber diesen Fehler nicht1) und das letztere ist am meisten zu empfehlen. Beschleunigt man jedoch das Trocknen durch ausserordentliche Mittel über eine gewisse Grenze, z. B. auf 1 Stunde, so sinkt die Empfindlichkeit.
- Trocknen bei gewöhnlicher Zimmertemperatur mittels eines reichlichen Luftstromes ist das beste. Anwendung von Wärme bei unzureichendem Luftstrom erzeugt nicht nur Grünschieier, sondern auch andere Fehler.
- Bei heissen), dunstigem Wetter trocknen die Platten in stark 'überfüllten Trocken-histen oder Zimmern sehr langsam und unregelmässig und zeigen Streifen, Ringe und harken verschiedener Art, welche oberflächlich theils matt, theils glänzend erscheinen; äiese Stellen treten auch an der entwickelten Platte als hellere und dunklere Redlichem auf.
- Zur Yentilation dienen die auf S. 197 beschriebenen Lenster- und 11*fu*-Einrichtungen oder Flügelräder, welche mit Maschinenkraft gediehen werden.
- Zum Trocknen stellt man die Platten vertical auf einen Ständer, 'Vlt- ilm Fig. 97 zeigt.
- Rer Rahmen A. welcher die Platten hb mittels der Stäbe a a trägt, -Stattet den Zutritt der Luft auch von unten. Diese Ständer fassen je
- 1) Debenhara, Phot. Journal. 1885. S. 98.
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- Dritter Theil. Zweirmdzwanzigstes Capitel
- 10 bis 20 Stück Platten und werden auf eine grosse aus Holzstäben gebaute luftige Stellage gebracht,
- Fig. 97 Fig. 98.
- Trocken - Stellagen.
- Weniger geeignet sind Wandstellagen, wie sie auch die Lichtdrucker gebrauchen, weil daselbst die Platten langsamer trocknen und das Auswechseln der Platten im Trockenraume weniger bequem ist, Fig. 98 stellt eine solche Wandstellage vor.
- Fig. 99. Trockenkammer für Emulsionsplatten.
- Der Holzrahmen AA (Fig. 98) trägt die Stäbe bb. auf welchen die bei aa durch eingeschnittene Holzleisten oder sorgfältig asphaltirte Blech streifen festgehaltenen Platten aufruhen.
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- Trocknen der Platten.
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- In Fig. 99 ist die Einrichtung’ einer Trockenstube für Emulsionsplatten, wie sie in englischen und belgischen Fabriken sich vorfindet, in einem der Praxis entnommenen Beispiele dargestellt.
- Fig. ICO.
- Trockenkasten.
- Kg. 101.
- Fig. 102.
- Trockenkasten.
- Pie Platten trocknen unter gewöhnlichen Verhältnissen bei trockener buh und einer Temperatur von 18 bis 20 Grad C. binnen 8—16 Stunden. Slllfi sie in 24 Stunden nicht trocken, so ist das Local feucht oder der Luftwechsel ungenügend; man muss dann Abhilfe (reffen, oder in broekenschrä-nken trocknen.
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- Dritter Theil. Zweiundzwanzigstes Capitel.
- Englische Fabrikanten sollen die während eines Tages. lufttrocken gewordenen Platten hei massig erwärmter Luft noch austroeknen. wodurch sie nicht nur haltbarer 'Werden, sondern auch brillanter arbeiten.
- Das Trocknen in Trockenschranken ist weniger zu empfehlen und eignet sich nur für Versuche im Kleinen.
- Der Trockenkasten hat eine sehr einfache Einrichtung, die durch beifolgende Zeichnung (Fig. 100) sogleich begreiflich sein wird. Er besteht aus einem Kasten aus starkem Holz, der am oberen Theile mit einem weiten Bohr aus Zink A versehen ist, welches in einen Kamin mündet. Am unteren Theile befindet sieh ein Knierohr B. um den Eintritt dos Lichtes zu verhindern.
- Von den Troekenkästen erzielte der Verfasser die besten Resultate mit dein in Fig. 101 abgebildeten. Der Kasten besteht aus einem Holzgerippe, welches von aussen mit Zinkblech luft- und lichtdicht verkleidet ist1).
- Im Innern ist der Kasten mit beweglichen Brettereinlagen versehen, auf welche die überzogenen Platten gelegt werden. Der Kasten ist mit einem weiten eisernen Bohr b (von 25 cm Durchmesser) mit einem gut ziehenden Schornstein verbunden; in diesem Bohre brennt bei c eine starke Gasflamme, welche durch das Thürehen d regulirt wird. Dadurch wird im Kasten ein starker Luftzug bewerkstelligt, welcher in der Richtung der Pfeile über die Platten streicht. Bei a tritt die Luft ein. A7or-springende Querbretter verhindern das Eintreten von Licht. Der Kasten des Verfassers ist im Innern 120 cm hoch, die Distanz der Brettereinlagen von einander ist 15 em; die Bretter selbst haben 50 cm Länge und 54 em Breite. Der Apparat (Fig. 102) functionirt sehr gut, namentlich wenn das Zimmer massig geheizt ist.
- Die Vorderseite ist offen und kann nach Bedarf durch einen in Falzen auf- und abschiebbaren, mit Zinkblech verkleideten Holzrahmen geöffnet und geschlossen werden.
- Trocknen der Platten mittels Alkohol oder anderer wasserziehender Mittel.
- Es wurde empfohlen, das Trocknen der Gelatineplatten dadurch zu beschleunigen, dass man sie nach dem Erstarren durch ungefähr fünf bis zehn Minuten in starken Weingeist legt, wodurch das Wasser verdrängt wird. Stellt man diese Platten senkrecht zum Trocknen hin, so sind sie nach ein bis drei Stunden vollkommen trocken.
- Diese Methode eignet sich nach Erfahrung des Verfassers wohl ganz gut zw11 Trocknen einzelner Probeplatten, aber nicht zu einer ausgedehnteren Anwendung. Pel Weingeist wird in kurzer Zeit so mit Wasser verdünnt, dass er unwirksam wiid. dadurch wird die Operation sehr vertheuert. Ueberdies treten beim Behandeln 1>on Gelatineplatten mit Weingeist Fehler auf. Die Platten zeigen nämlich nach chm1 Fixiren schwache rundliche Flecken mit dunklen Bändern, welche auf dem Kegatn als schwache Marmorirung erscheinen. Es scheint demnach das Trocknen der Gelatme platten mittels Alkohol nicht geeignet, um tadellose Platten zu erhalten.
- Dagegen ist dieses Mittel ganz vortrefflich, um rasch Probeplatten einer bereiteten, ungewaschenen Emulsion erhalten zu können2). Man trägt die Emulsion
- 1) Holzbretter werden leicht rissig.
- 2) Von Abney vorgeschlagen (Phot. Mitth. 1879. Bd. 15, S. 304).
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- Trocknen der Platten.
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- auf die Platten auf, legt dieselben nach dem Erstarren der Gelatine x/4 bis 1/2 Stunde jn mehrmals gewechseltes Wasser, um die löslichen Salze zu entfernen und badet sie dann in Weingeist.
- Das Trocknen bann man noch wesentlich beschleunigen, wenn man den Weingeist durch nachfolgendes Baden in Aether verdrängt; der Aether verflüchtigt sich in wenigen Minuten.
- Es wurde ferner vorgeschlagen, die Platten in geschlossenen Kästen über Schwefelsäure, Chlorealcium oder gebranntem Kalk zu trocknen, und namentlich zeigte ß. Baltin (Eder’s Jahrb. f. Photogr. für 1889, Bd. 1IT, S. 196), dass man über Schwefelsäure ein sicheres Trocknen der Platten erreichen kann. Jedoch ist diese Methode wohl nur zum Trocknen von Versuchs[datten, nicht aber für die eigentliche Praxis zu zu empfehlen1).
- 1) Phot. Wochenbl. 1881. S. 385.
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- DREIUNDZWANZIGSTES CAPITEL.
- SCHNEIDEN, VERPACKEN UND AUFBEWAHREN DER BROMSILBER - GELATINEPLATTEN
- I. Yerpackungs weise.
- Die trockenen Bromsilber-Gelatineplatten müssen gut geschützt vor Lieht und Feuchtigkeit aufbewahrt werden. Ferner soll die empfindliche Schicht während des Aufbewahrens frei und nicht in unmittelbarer Berührung mit Papierr) etc. sein; es würden sonst Flecken entstehen. Aus demselben Grunde sollen die Platten nicht in unmittelbarer Berührung liegen; ausserdem würde ein geringer Feuchtigkeitsgrad das Zusammenkleben verursachen können; oder sie könnten sich beim Transport verkratzen.
- Die Gelatineplatten pflegt man durch Papierstreifen etc. getrennt, welche man am Rande einschiebt, aufzubewahren.
- Dies geschieht z. B. in der in Fig. 103 angedeuteten Weise. Man legt zwei Platten mit der Glasseite aneinander, schiebt einen in der Mitte zusammenlegbaren schmalen Streifen von dünnem Carton oder starkem Papier darüber, lag rechts und links je eine Platte (mit der präparirten Seite nach innen) daneben, stürzt das Päckchen um und schiebt am anderen Ende gleichfalls einen solchen zusammengebogenen Streifen Papier ein.
- Der eben erwähnte Vorgang ist vortheilhafter und bequemer, als das Dazwischenlegen eines mehrfach zusammengefalteten Cartonstreifens, welchen Fig. 104 zeigt; derselbe kommt leicht in Unordnung.
- Fig- 103.
- Verpackung
- Ger platten-
- 1) Bedrucktes Papier affieirt die Platten derartig, dass beim Entwickeln 4e Schrift sichtbar wird. Der Verfasser sah aber auch Platten, auf denen dazwischen gelegtes weisses Papier unvertilgbare Male erzeugt hatte, welche sieh beim Entwickeln deutlich zeigten.
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- Schneiden, Verpacken und Aufbewahren der Bromsilber-G-elatinepiatten. 271
- Pappnuten wurden häufig als vorzüglich empfohlen. Eine solche Nute besteht aus zwei schmalen Streifen Holzcarton, welche auf Zeug geklebt sind, so dass sie sieh leicht zusammenklappen und so um einen Plattenrand legen lassen. Nach Priimm tritt aber dort, wo die Nuten die Plattenschielit berühren, Zersetzung ein; diese Stellen schwärzen sich nämlich im Entwickler, besonders dann, wenn die Platte nicht absolut trocken war, und wenn man zur Verbindung der Cartonstreifen Cattun wählte. Prümm hält es für besser, zum Kleben Kleister (und nicht Leim) zu wählen.
- Dr. Heid in Wien verpackt die Platten durch kleine „Schuhe“ von dickem Papier. Ein Stück dickes Papier wird in der Mitte gefaltet (a Eig. 105), dann einmal in die Länge (b Fig. 105), dann in die Quere (c Eig. 105) zusammengebogen und dann auf die Ecke der Platte ge-
- Fig. 104. Fig. 105 a. b. c. d.
- Verpackung der Platten.
- schoben (d Eig. 105). Damit diese Schuhe nicht so leicht auseinanderklaffen, lässt sie Dr. Heid aus gummirtem Papier an fertigen und drei Ecken zusammen kleben, so dass nur jener Tb eil, wohin die Glasplatte eingeschoben wird, offen bleibt.
- Andere legen nach dem Muster amerikanischer Fabrikanten schmale Bahnen aus Carton zwischen die Platten, welche nur die Ränder berühren und von einander trennen.
- Die Platten werden in der beschriebenen "Weise in Päckchen geschichtet und dann zu je 1U oder 12 Stück in undurchsichtiges schwarzes °der gelbes Papier eingeschlagen und in eine Pappschachtel (seltener m Holzkistchen) gelegt, Die Wahl des Papieres zum Verpacken ist sehr wichtig1). Vor der Versendung verklebt man die Schachtel
- 1.) Unreines schwarzes Papier oder schon die blosse Ausdünstung desselben be-)ukt die Zersetzung des Bromsilbers, beziehungsweise sog. „Randschleier“ (s. auch ^H'itel: r,Fehler beim Emulsionsverfahren“). Nach E. Vogel (Phot. Mitth. Bd. 26, 126J prüft man verschiedene Papiersorten am besten practiseh, indem man Aus-Ainitte davon auf die Emulsionsschicht im Copirrahmen presst und nach frühestens ' die Platten entwickelt. Schlechte Papiere geben dann eine kräftige Reduetion;
- eu>es Piltrirpapier, Seidenpapier und mit Paraffin getränktes Seidenpapier dagegen rniht. — Manche Fabrikanten verwenden Stanniol, der sehr zu empfehlen ist.
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- 272 Dritter Theil. Dreiundzwanzigstes Capitel.
- ringsum mit schwarzem Papier, so dass sie kein Unbefugter unbemerkt öffnen kann.
- Nicht selten legt man die Platten ufimittelbar in die Schachteln oder Kästchen ein, ohne sie zuvor in kleine Päckchen mit schwarzem Papier zu packen. Es sollen hier einige gute Beispiele mitgetheilt werden.
- Der Troekenplattenkasten von Inglis ist ein einfacher Plattenbasten von der Länge und Breite der betreffenden Platten. Innerhalb desselben sind am Boden zwei lange weiche Schnüre befestigt; dieselben werden parallel zu einander auf denselben Boden gelegt, so dass der grösste Theil zum Kasten heraushängt. Auf diese Schnüre leat man die unterste Platte, legt dann die Schnüre über die Platte, darauf die zweite Platte etc. Beistehende Pig. lOß, welche den Kasten im Durchschnitt zeigt, versinnlicht besser als Worte die Art der Verpackung. Um eine Platte herauszunehmen, zieht man nur an den Schnüren, worauf stets die oberste Platte in die Höhe klappt. Kilburn hat bereits tausende von Platten auf diese Weise transportirt, und er hat unter 1800 in der Art verpackter Platten nur eine einzige zerbrochene vorgefunden.
- |Fig. 108.
- Verpackung der Platten.
- Zum vollständigen Lichtabschluss wird der verpackte Kasten in einen zweiten grösseren, dieser in einen dritten gesetzt..
- Recht practisch ist auch die Art und Weise, wie Alb. Schwartz1) die Platten in die Schachteln verpac-kt. Fig. 107 stellt den Pappkasten kk von oben ohne Deckel dar. Man erkennt vier Holzklötzchen vvvv, die zwischen sich so viel Raum lassen, dass die Platte P eben Platz hat. Die Länge des Kastens entspricht der Länge der Platten. Diese werden einfach flach hineingelegt und durch Cartonstreifen von der Breite des Kastens getrennt. Die Klötze vvvv verhindern das Verschieben dieser Streifen.
- ln Fig. 108 wird ersichtlich, wie man die Glasplatten an der Seite erfasst und sie herausheben kann, ohne die Schicht zu berühren.
- Zur Aufbewahrung der Gelatine-Platten im Atelier zu sofortigem Gebrauch bedient man siel) der Plattenkästen, weil das wiederholte Ein packen in Papier lästig und zeitraubend ist. Diese haben Seiten' wände mit Pillen oder Nuten ff, Fig. 109. in welche die Platten gp stellt werden.
- Oft genug findet man Plattenkäste]) im Handel. die zwar breit mal hoch genug sind, aber so enge Pillen haben, dass dicke Platten 1)111
- lj Phot, Mitth. 1884. S. 220.
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- Schneiden,' (Verpacken und Aufbewahren der Bromsilber-G-elatineplatten. 273
- mit Mühe einzuschieben sind und dabei zerbrechen. Besser sind metallene Plattenkästen mit spitzwinkligen Rillen; diese haben denUebel-stand nicht (siehe Z Fig. 109). Selbstverständlich müssen die präpa-rirten Seiten nach der Richtung a zu liegen kommen.
- Fig. 109. Fig. 110.
- Platten-Kasten.
- Der Deckel der Plattenkästen soll weit übergreilend|sein, damit die Platten vor Lieht geschützt sind. Fig. 110 zeigt einen solchen Plattenkasten aus Zinkblech oder aus Holz mit Zinkblechnuthen.
- Zur völligen Sicherung der Platten gegen Licht ist bei manchen Plattenkästen (z. B. bei dem durch Schippang in Berlin eingeführten)
- Fig. 111. Fig, 112.
- Platten - Kasten.
- ausser dem zurücklegbaren Deckel noch ein Schieber angebracht fFig, 111) und der Kasten versperrbar.
- Für Reisende, welche den Unannehmlichkeiten der Zollrevision ent-when wollen, wird eine in Buchform gebrachte Platten-Büchse empfohlen. Ja>- Buch Fig. 112 birgt im Innern die in Papier verpackten Platten r).
- . ®ei Reisen verpackt man die Platten in Schachteln a 10 Stück. )wlie man nebst den anderen Utensilien in handliche Koffer verpackt.
- to
- L Solche Bücher" verkaufen Sands um St. 20).
- ~ ’ Handbuch der Photographie. III. Theil.
- und Hurter
- 4. Aufl.
- (London, W. <J
- 18
- Cran-
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- Dritter Theil. Dreiundzwanzigstes Capitel.
- Fig. 113 zeigt einen solchen Koffer mit den Entwickelungs- 1Ul(j Fixirungsfiaschen, Tassen und einem Kaum, in welchem die Negativ*, in Nuten vor dem Laekiren oder völligen Trocknen gestellt werden
- Fig. 113.
- Fig. 114.
- Fig. 114 zeigt einen anderen Koffer mit einer grösseren Auswahl von Flaschen, Mensuren, einer Wage etc.
- II. Zerschneiden von Glasplatten, welche mit Bromsilber-Gelatine überzogen sind.
- Oft sind präparirte Platten zu zerschneiden, weil sie nicht genau in die Cassctten passen; manche Fabrikanten giessen auch die Emulsion auf grosse Platten und zerschneiden diese in kleine, weil sie schneller zu Ende kommen, als wenn sie viele kleine Platten separat, übergicssni (siehe S. 249).
- Alan schneidet die Platten durch die Gelatineschicht hindurch, m".! dann die empfindliche Schicht überall bis knapp an den Rand festhatPi. Bis ist gut., durch einen leichten Schnitt, mit. dem Diamanten zuerst P Gelatineschicht bis zum (tlase zu durch sch neiden und dann erst P' Glas seihst zu schneiden. Schneidet man die nicht, präparirte KüekseP und bricht das Glas dann, so blättert sich stellenweise die Schicht wir Rande des Glases.
- Stolze empfiehlt zum Schneiden die sogenannten Stahl-Trim111-1' weil bei Benutzung von Diamanten die Gelatineschicht. nicht selten Fetzen losreisstr).
- Um im Dunkeln genau die gewünschte Platten grosse zu Unbefestigt man an ein Brett eine Leiste, gegen welche man später zu zerschneidende Platte stützt und schlägt zwei Eisen stifte, derartig
- 1) Phot. Wochen!)]. 1882. S. 187.
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- Schneiden, Verpacken und Auf bewahren der Bromsilber-Gelatineplatten. 275
- dass man ein Lineal in der richtigen Entfernung darauf stützen kann. £S ist dann leicht, auch im Finstern alle Platten gleich gross zu
- schneiden.
- Besser sind eigene Schneidetische mit entsprechend eingerichteten verstellbaren Bahmen. In Fig. 115 und 115a ist eine andere Schneide-Vorrichtung abgebildet. Fig. 115 enthält einen beweglichen hohl auf-lie°’enden Bahmen, unter welchem sich die Glasplatte befindet. Seitlich
- Fig. 115.
- Zerschneiden der Glasplatten.
- Fig. 115 a.
- ist eine mit Metallstab versehene Leiste, an welche die Glasplatte angelegt und durch eine zweite verschiebbare Leiste in einer solchen Lage gestützt wird, dass der Diamant das berechnete Glasstück weg-
- Fig. 116. Edward’s Plattenschneidemaschine.
- b('hneidet, Fig. 115a dient dazu, das Glas derartig einzustellen, dass es ?enau in der Mitte entzwei geschnitten wird1). Eine ähnliche Anord-nuno ist bereits auf S. 254 beschrieben.
- Fig. 116 zeigt Edward’s Plattenschneidemasehine. bei welcher die -Tfasplatte zwischen zwei Vorsprüngen festgehalten wird und sich auf Tische sammt den Unterlagen ruhig verschieben lässt. Der ldmant ist am oberen Arme befestigt und übt (durch ein Gegengewicht
- L Bei Marion, London W. 22, Sobo Square, vorrätbig.
- 18*
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- Dritter Theil. Dreiundzwanzigstes Gapitel.
- und ein federndes Belastungsgewieht) einen richtigen Druck auf äh Platte, welcher hinreicht, das Cflas zu zerschneiden. Da der Diamant an dem Hebelarme mit einer federnden Bewegung etwaigen Unebenheiten der Platte folgt, so ist dem Zerbrechen des Glases durch ungleichen Druck hierbei vorgebeugt.
- III. Dauer der Haltbarkeit der Platten.
- Trockene Bromsilber-Gelatineplatten, welche an einem trockenen kühlen Orte aufbewahrt werden, halten sich in der Begel sehr lange ohne Veränderung. Unbedingt schädlich für die Platten ist Feuchtigkeit; denn die Schicht büsst in stark feuchter Luft (kellerartigen Localen) bald ihre guten Eigenschaften ein und gibt schleierige und flockige Platten. An trockenen, nicht übermässig warmen Orten (z. B. Wohnzimmern) halten sich die Platten viele Monate lang.
- Davanne fand Platten von Wratten und Wainwright nach 10 Monaten so gut wie zuvor1 2). Nach Monekhoven halten sieh Platten an einem trockenen Ort durch mehrere Jahre, dagegen verderben sie an einem feuchten Ort rascher und geben verschleierte Bilder.
- Emulsionen, welche eine Spur lösliches Bromsalz enthalten, bleilmn beim Aufbewahren viel länger unverändert, als solche ohne dasselbe. Platten, welche genügende Haltbarkeit besitzen, bessern sich beim längeren Liegen bis zu einem gewissen Grade, Nach dem Liegen an einem trockenen Orte während 2 bis 4 Wochen arbeiten die Platten in der Regel reiner und geben brillantere Bilder, welche sich schöner entwickeln. Unmittelbar am nächsten Tage nach dem Trocknen arbeiten sie in Folge der noch in ihnen enthaltenen Feuchtigkeit häufig harD.
- Beim Aufbewahren markiren sich häufig die Cartonstreifen an den
- Rändern der Platten; bei manchem unreinen Papier tritt diese Erscheinung ziemlich stark auf, bei anderen aber selbst nach einigen Monaten nur sehr schwach. Sehr unangenehm ist der bei manchen Plattensorten mit der Zeit auftretende „ Randsehleier L Manche Platten halten siel jahrelang, während andere schon nach 5 bis 6 Monaten sich zersetzen, letztere geben am Rande einen Schleier, welcher sieh immer mehr gegen die Mitte verbreitet. Die mit Ammoniak bereiteten Platten scheinen diesem Fehler leichter zu unterliegen, als saure Koeh-Fmnlsi011611, Jedoch fand der Verfasser auch Platten nach der Methode mit Silbe i
- oxydammoniak sehr haltbar, wenn man vor dem Giessen Bromammonium zusetzte. (Vgl. über Randschleier ferner Cap.
- eine Spur
- \ \ v VI1U
- 1) Bull. Soe. frain;. 1881. S. 17. ^ ^
- 2) Dies gab schon Monekhoven an (Traite general de Phot, 1S80. und der Verfasser fand diese Angabe bestätigt,
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- Schneiden. Verpacken und Auf bewahren der Bromsilber-Gelatineplatten, 277
- iNaeh Brooks sollen Bromsilber-Platten und Bromjodsilber-Platten haltbarei’ sein als Bromjodchlor-Platten und am wenigsten Bromchlor-Platten, welche sich nicht über 2 Monate hielten1).
- Beim monatelangen Aufbewahren scheint die Gelatine schwerer löslich zu werden. Dadurch lässt es sich erklären, wenn Abney fand, dass Platten, welche ursprünglich sich vom Glase abgelöst und gekräuselt hatten, den Fehler ablegten, als sie zwei Jahre lang gelegen hatten2). Dieselbe Beobachtung machte Bolas3); auch Berkeley4) fand, dass die Gelatine mit der Zeit hornartig wird, so dass man heisses Wasser zum Aufweichen brauchte. Dies tritt besonders dann ein, wenn die Gelatine Alaun oder Chromalaun enthielt.
- Sobald Forschungreisende Gelatineplatten zu lange dauernder Verwendung mitnehmen, ist auf sorgsame Auswahl geeigneter Platten zu achten. Der Verfasser erzielte haltbare Platten für die Expedition von Prof. Dr. Simony nach den kanarischen Inseln, indem er zur Silberoxydammoniak-Emulsion eine reichliche Menge Bromammonium zusetzte; die Platten arbeiteten noch nach 3/4 Jahren schleierlos. Niemals nehme man Platten auf Reisen in heisse Gegenden, welche bereits von Anbeginn Neigung zu Schleierbildung’ haben; denn diese Neigung zur Verschleierung vergrössert sich und macht bald die Platten unbrauchbar. Es sollen stets völlig schleierlos arbeitende (wenn auch weniger empfindliche) Platten gewählt werden und die Fabrikanten sollten zu diesem. Zwecke der an und für sich schleierlos arbeitenden Emulsion noch Bromammonium (z. B. pro 1 Liter Emulsion 10 bis 20 ccm einer Lösung von Bromammonium 1 : 100) zusetzen. Der Reisende sollte sich zur Richtschnur nehmen, stets sehr reichlich zu exponiren, damit man das Bild mit langsam, arbeitendem Entwickler vollkommen herausbringen kann, ohne dass eine durch die Länge derZeit eventuell zum Vorschein kommende Neigung zur Verschleierung störend auftreten könnte.
- Für solche Gegenden, wo Hitze mit starker Feuchtigkeit wechselt, ,st ps empfehlenswert]!. die Plattenvorräthe in Blechkistchen luftdicht Onzulöthen.
- 1) Brit. Journ, Phot. 1883, S. 60.
- 2) Phot. Mitth. 1880. Bd. 17, S. 232. Phot. News. 1880, S- 567.
- 3) Phot. Journ, 1882. S. 135.
- D Ebendaselbst,
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- VIERUNDZWANZIGSTES CAPITEL.
- EXPOSITION DER BROMSILBER-GELATINEPLATTEN.
- Die Beleuchtung des Modells im Atelier geschieht nach den bekannten künstlerischen Principien. Man kann jedoch bei Gelatineplatten (in Folge ihrer Empfindlichkeit) mehr Vorhänge zuziehen und die Aufnahme bei schwächerer Beleuchtung durchführen als beim nassen Collodion-Process.
- Für Bombrandt-Beleuchtung eignen sich Gelatineplatten besser als nasse Collodionplatten, weil sie die dunklen Halbtöne leichter wiedergeben und nicht wie diese die Neigung haben, alles Silber auf die Lichter zu werfen: ausserdem gestalten sie kürzere Exposition.
- Man achte auf den Ausschluss von fremdem Licht, welches in die Camera oder das Objcctiv einfällt ; dieses erzeugt leicht Flauheit. Deshalb werden in den meisten Porträt-Ateliers kleine Kästen vor der Camera angebracht., welche hindern, dass seitliches Licht oder Oberlicht in die Linse dringt.
- Fig. 117 zeigt einen modernen Verschluss, wie er in Porträt-Ateliers gebräuchlich ist. Der Kasten K mit der Verschluss-Klappe ist an dem Objectiv und der Camera befestigt.
- Der Vorbau K (Fig. 117) bezweckt die Abhaltung alles seitlichen fremden Lichtes, welches nicht von dem zu photographirenden Gegen' stände kommt und die Brillanz des Bildes beinträchtigen könnte. Ferne! wird die Ausgleichung des Lichtes erreicht; denn die zu porträtirencü Figur ist an den Füssen immer schwächer als am Kopf beleucht^ (siehe Theil I. S. 275).
- LTm aus einiger Entfernung das Oeffnen und Schliessen des ObJet ihres ohne Erschütterung der Camera besorgen zu können. köiüV1 pneumatische oder elektrische Apparate dienen.
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- Exposition der Bromsilber-Gelatineplatten.
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- Sehr beliebt ist der Oadett’sche Verschluss1). Derselbe bestellt aus einer kleinen Holzbüchse, welche mittels eines Kautschukringes an das Objectiv angepasst ist. Daran ist die Klappe befestigt (Fig. 118 und 119); dieselbe wird durch einen Druck auf einen Kautschukball on
- geöffnet. Da der Kautschukschlauch, welcher den Ballon und den Ver-
- schluss verbindet, beliebig lang gewählt werden kann, so ist es möglich, in grosser Entfernung vom Objectiv dieses zu Offnen und zu schliessen und dabei sich ganz der zu porträtirenden Person zu widmen.
- Der Oadett’sche pneumatische V erschluss kommt in den Handel. Aeimlich wirkt der Grün einer’sehe Verschluss , welcher im Innern der Camera angebracht wird, ferner Liesegang’s pneumatische Verschlüsse mit einfacher oder doppelter klappe. Diese Objectiv-1 erscklüsse können auch m sehr kurzen Expositionen (bis etwa S Secunde) verwendet Werden.
- Bei Landschafts-
- Aufnahmen unter freiem Fig 117_^r^^haiten"8eitiio7en Lichtes. Himmel empfiehlt sich
- "m Bbjectivschirm. wie ihn England zuerst einführte, sehr. Es ist. 1111 besten, die als Schirm dienende Klappe am Objectivbrett mittels ^bssingbesehlägen zu befestigen (Fig. 120). welche das Heben und 'Ulken des Schirmes erlauben. Bedient man sieb eines solchen Schirmes,
- Scheint das Bild auf der Visirscheibe viel lebhafter als ohne den-
- 0 Phot, Mitth. 1878. Bd. 15, S. 159; Bd. 17, S. 290.
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- Dritter Theil. Vierundzwanzigstes Oapitel.
- selben; es werden dadurch grosse Mengen fremdes Lieht ausgeschlossen und dies trügt viel zum Entstellen eines brillanten Bildes bei.
- Fig. 119. Cadett’s pneumatischer Verschluss.
- Andere Licht-Schirme und-Licht- Blenden bei Aufnahmen im Freien wurden im ersten Theil dieses Werkes. S. 275 und 449, beschrieben und abgebildet,
- Landschafts-Photographen sollen sehr achtsam sein, dass das helle Himmels-licht nicht in irgend eine undichte Stelle der Camera einfällt. Die kleinste Memu fremdes lucht im Apparat macht hei dm hoben Empfindlichkeit der Oelatineplattm1 das Bild flau und sehleieriß'. Deshalb Ff es zweckmässig, den Apparat mit einem schwarzen Tuch einzuhüllen, bevor nian die Aufnahme vornimmt. Kleine Schnitte mit kleinen Ringen oder Häkchen (Fig. 121) erleichtern das Festbindet1 des Tuches, so dass die Camera von allen Seiten lichtdicht umhüll werden kann iTiß, 122).
- Fig. 120. Camera mit Lichtschirm.
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- Exposition der Bromsilber-(Matineplatten.
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- Die Empfindlichkeit gewöhnlicher Gelatineplatten ist ungefähr drei-bis sechsmal grösser, als die von nassen Oollodionplatten. Jedoch kommen auch Bromsilber-Gelatineplatten in den Handel, welche 10 bis 20 mal empfindlicher als nasses Collodion sind.
- Oben wurde der Weg angegeben, wie man gewöhnliche und besonders empfindliche Platten — oder wie man auch sagt „rapide“ und „extrarapide“ Gelatineplatten — herstellt.
- Die Expositionszeit wird also im Durchschnitte Vs bis Vö der von nassen Oollodionplatten sein.
- Bromsilber-Gelatineplatten geben die schönsten Matrizen, wenn sie reichlich exponirt sind. Gelatineplatten von gewöhnlicher Empfindlichkeit muss man deshalb nicht selten die Hälfte der Zeit, welche für nasse
- Fig, 121. Fig, 122.
- Umhüllung der Camera bei Aufnahmen im Freien,
- Oollodionplatten nöthig ist, exponiren. Bei trübem Wetter, gegen Abend etc, kommt die überwiegende Empfindlichkeit der Gelatineplatten gegenüber den Oollodionplatten noch mehr zur Geltung.
- Ueberexponirte Platten entwickeln sich grau und monoton; die Zeichnung in den hellen Lichtern verflacht sich und auch die tiefsten Schatten belegen sich.
- ITnterexponirte Platten geben harte Bilder, welche übermässig dicht in den Lichtern, dagegen leer und glasig in den Schatten sind.
- Es ist immer besser zu lang als zu kurz zu belichten, denn in ersterem Palle lässt sich durch die Aenderung des Entwicklers (Zusatz von Verzögerern) der Fehler corrigen, in letzterem Falle hingegen lässt sich trotz aller Mühe kein gutes Bild erzielen.
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- FUNFUNDZWAN ZIGSTES CAPITEL
- DAS ENTWICKELN DER BROM SILBER-GELATINE -
- PLATTEN.
- I. Allgemeine Bemerkungen iilber das Entwickeln der exponirten Platten.
- 1) Beleuchtung der Dunkelkammer.
- Die Platten werden gegenwärtig meistens bei zerstreutem dunkel orangefarbigen Lieht entwickelt, welches man erhält, wenn man die Laterne oder das Fenster mit je einem dunkel orangegelben und einem mattgeschliffenen Glase verschliesst.
- Häutig dienen Schiebefenster mit rothem matten Glase oder Vorhänge von rothem Stoffe, welche man im Anfänge (beim Einlegen der Platten in den Entwickler) zuzieht, zum Abdämpfen des Lichtes (vergl. S. 189). Ist einmal das Bild erschienen, so braucht man nicht mehr so ängstlich zu sein, sondern betrachte das Negativ beim zerstreuten Orangelicht. Andere Angaben über Dunkelkammerlaternen s. S. 189.
- 2) Entwickeln in Tassen.
- Der Entwickler wird in Tassen oder Otivetten gegeben. meistens werden jedoch die ersteren vorgezogen. Man giesse so viel Entwickler in die Tasse, dass er beim Bewegen die Platte überfluthet. Für eine Cabinetplatte sind nicht mehr als 50 ccm Entwickler nöthig.
- Die Tassen für die Entwickler sind entweder aus Papiermache, Porcellan, lackirtem Zink- oder emaillirtem Eisenblech. Für Amateure sind die leichteren Papiermachetassen vorzuziehen, während in den Ateliers zumeist die billigeren Tassen aus lackirtem Blech1) oder
- 1) Als Lack ziun Ausbessern von Eisen- oder Zinkblech-Tassen dient Asphalt-lack. Gut ist auch gewöhnlicher schwarzer Kutsehenlacb. welcher langsam trocknet (2 bis 3 Tage) aber sehr widerstandsfähig ist.
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- Das Entwickeln der Bromsilber-Gelatineplatten.
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- emaillirtem Eisen (wie sie als Bratpfannen benutzt werden) bevorzugt werden. Sie haben die Form von Fig. 123 und 124.
- Fig. 128 u. 124.
- Fig. 125. Entwickeln der Glasplatten.
- Damit, der Entwickler die Platte gleichmässig bedeckt, muss man, namentlich unmittelbar nach dem Einlegen, die Tasse stark bewegen. Auch während des Entwickelns ist es gut, den Entwickler in Bewegung
- zu erhalten und man schwenkt daher die Tasse während dieser Operation, wie Fig. 125 darstellt.
- Die Bilder entwickeln sieh rascher und kräftiger, wenn man die Entwickelungsflüssigkeit, in Bewegung über den Platten erhält, während das ruhige Liegen nicht nur langsamer entwickelt, sondern etwas dünnere Negative gibt, wozu noch die Gefahr kommt, dass jene Stellen der Platten, welche vom Entwickler nicht völlig bedeckt sind. Flecken bekommen.
- Um auf bequeme Weise die Tasse in wiegender Bewegung zu erbalten, verwendet Man hier und da, den in Fig. 127 abgebildeten Holzrahmen b, auf welchen die Ent-wiekelungstasse gestellt und mittels der Handhabe a bewegt wird.
- Marion in London eonstruirte eigene Tassen, welche das Schaukeln während des Entwickelns erleichtern (Fig. 127). Eine Papiermache-Tasse, hei welcher am Boden
- Fig. 127. Vrarion’s Entwickelungstasse.
- ein Glas wasserdicht eingekittet ist, dreht
- sich auf einem Gestell um zwei seitlich angebrachte Axen. Die untere Seitenwand der Tasse ist schalenartig ausgehöhlt, so dass sie das ganze FHissigkeitsquantum aufnehmen kann, welches sich in der Tasse befindet. Will man während der Entwickelung naehsehen, ob das Bild in der Durchsicht genügend stark erschienen ist, so stellt
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- man die Tasse aufrecht: hält man den Glasboden, auf dem das Negativ liegt, gegen die Dunkelkammerlaterne, so kann man das Bild beurtheilen.
- Eine andere ähnliche Einrichtung zeigt Fig. 128, wobei das Schaukeln durch Federkraft oder sogar durch ein Uhrwerk (!) bewerkstelligt werden kann.
- Einen sehr practischen Schaukelapparat const.ruirte Braun in Berlin (S.-W. Königgrästzerstrasse 31), welchen der Verfasser warm empfehlen kann. Der Apparat (Fig. 129) wird an einen Tisch angesehraubt. Auf einer eisernen Platte mit zwei polirten Einschnitten ruht mit einer keilförmigen Stahlsehneide der Schaukelapparat. Derselbe trägt oben eine Platte mit Eisenstäben, auf welche die Entwickelungstasse gestellt wird und durch
- Fig. 128.
- Entwickelungstasse mit Schaukelapparat.
- zwei verschiebbare Leisten festgeklemmt werden kann. Ein schweres, an einer Eisen-stange befestigtes Pendel bringt den ganzen Apparat in eine wiegende Bewegung, welche sehr lang anhält, weil das Gewicht schwer ist und die Stahlschneiden kein grosses Bewegungshinderniss bilden.
- 3) Plattenheber.
- Damit man die Platte während oder nach der Entwickelung leicht ans der Entwickelungsfliissigkeit herausnehmen kann, bedient man sich des ,,Plattenhebers“. Allerdings thut der blosse Finger dieselben Dienste.
- Fig. 130. Braun’s Plattenheber.
- allein mancher Amateur oder auch Geschäftsphotograph nimmt Anstand, sich die Finger mit Pyro dauernd braun zu färben.
- Sehr zu empfehlen ist der Plattenheber von Braun in Beihn. Derselbe besteht aus einer scharfen Klaue, welche an einen Fingerhut
- Fig. 129.
- Braun'seher Schaukelapparat zum Entwickeln.
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- angelöthet ist; das Ganze ist vernickelt, Fig, 130 zeigt das Anssehen und den Gebrauch dieser Vorrichtung.
- Allderige in New-York eombinirte einen Schaukelapparat mit einem Plattenheber (Fig. 131), indem er die Tasse auf die Schankeivorrichtung stellt. während die Hebevorrichtung b innerhalb der Tasse a gebracht wird, so dass man damit die Platten aus dem Entwickler heben kann.
- Tvlars in New-York bringt eine zusammen]egbare Tasse in den Handel (Fig. 132), in welche ein Blechrahmen passt, mittels welchem die Platte aus dem Entwickler herausgenommen werden kann, ohne mit den Fingern in das Bad greifen zu müssen.
- 4) Anwendung von Mensuren und Tropfgläsern.
- Die zur Entwickelung dienenden Lösungen müssen genau abgemessen werden, weil man sonst nicht auf die regelmässige Erzielung guter Kesultate hoffen darf.
- Man bedient sich hierzu gläserner Messcylinder von der Form von Füg. 133 oder Fig. 134.
- Manche Zusätze erfolgen nur tropfenweise, z- B. Bromkalium beim Eisenoxalat-Entwickler,
- Ammoniak beim Pyro-Entwickler etc.
- Zum sicheren Abzählen der Tropfen dienen
- -^Sei>- Fig. 133. Fig. 134.
- Pig. 135 zeigt das Tropfgläschen b. welches Tropfgiaser.
- bei a verseh liessbar ist; nach dem Oeffnen des Stöpsels kann die Lösung bei c abgetropft wurden.
- Fig. 132. Zusammenlegbare Entwicklertasse.
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- Füg. 136 zeigt eine andere Form, welche vorzuziehen ist, Das Gefäss b ist mit der Kugelröhre a verschlossen, welche bei c mit einem Kautschukblatt zugebunden ist. Durtdi Drücken und Nachlassen bei c füllt sich die Kugel mit Flüssigkeit, welche bei neuerlichem Drucke tropfenweise abfliesst.
- Eine neuere Form besteht aus einem cylindrisehen Fläschchen, dessen Hals einen Ausflusscanal besitzt, während auf der entgegengesetzten Seite ein Luftloch eingeschliffen ist (siebe Fig. 137 und 138). Der gut eingeriebene Glasstöpsel des Fläschchens ist mit zwei kleinen Rinnen eingekerbt. Dreht man den Stöpsel im Fläschchen so, dass die beiden Rinnen desselben mit dem Ausflusscanal und mit dem Loche des Flaschenhalses eorrespondiren, so rinnt bei entsprechender Neigung des Fläschchens die betreffende Flüssigkeit tropfenweise ab, während auf der entgegengesetzten Seite die Luft Zutritt findet (Fig. 139). Dieses Tropfglas functionirt ausserordentlich gleichmässig, indem immer nur genau je ein einziger Tropfen in regelmässigen Zwischenräumen abfliesst. so dass man die Tropfen leicht abzäh len und somit die erwünschte
- Fig. 139. Tropfglas. Fig. 140. Tropfen - Mensur.
- Genauigkeit ganz präcise einhalten kann. Eine kleine Drehung des eingeriebenen Stöpsels genügt, um das Tropfglas hermetisch zu schhessen-so dass dann weder ein Ausrinnen noch eine Verdunstung der Flüssig' keit mehr stattfinden kann, Eigenschaften, welche insbesondere bei ätzenden Substanzen, wie Ammoniak oder Säuren, von Werth sind.
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- Die Tropfen sind je nach der Ausflussöffnung und Qualität der Flüssigkeit verschieden gross, worauf schon im I. Theile dieses Werkes S. 542 hin gewiesen und eine Tabelle mitgetheilt wurde.
- Man kann 15 bis 16 Tropfen gleich 1 ccm setzen.
- Man erhält jedoch auch kleine Glas-Mensuren, worin die Tropfen abgemessen werden können. Für eine grössere Anzahl von Tropfen ist dies sehr bequem. In Fig. 140 ist eine „Tropfen-Mensur“ abgebildet,
- 5) Sanduhr.
- Die Zeitdauer der Entwickelung ist bei verschiedenen Platten und verschiedenen Entwicklern sehr variabel. In der Regel dauert die Entwickelung 2 bis 3 Minuten, jedoch ist man mitunter in der halben Zeit fertig, bei sehr kurzen Belichtungen aber dauert die Hervorrufung über eine Viertelstunde. Trotzdem dauert der Process ziemlich gleich lange, wenn man mit denselben Präparaten arbeitet, Dann gibt die Dauer der Entwickelung gute Anhaltspunkte, ob die Belichtung richtig oder schlecht gewählt war.
- Deshalb empfiehlt der Verfasser den Gebrauch einer Sanduhr, welche auf 3 Minuten läuft. Fig. 141 gibt- ein Bild dieses einfachen und bequemen kleinen Instrumentes.
- 6) Beurtheilung ob das Negativ genügend lange entwickelt ist.
- Nicht in allen Entwicklern erscheint das Bild gleich schnell. Meistens erscheinen die ersten Bildspuren nach 30 bis 40 Secunden. Dann kommen allmählich die Halbschatten und nach 3 bis 5 Minuten ist das ganze Bild erschienen. In der Daraufsicht ist dann in der Regel bei Porträten oder Landschaften keine rein weisse Stelle mehr sichtbar und das Bild erscheint zugedeckt; in der Durchsicht aber sieht man dasselbe ganz deutlich.
- Die Uebung lehrt, wie stark man das Negativ halten muss, dass es nach dem Fixiren die richtige Kraft hat,
- 7) Abspülen der entwickelten Platte und weitere Behandlung vor dem Fixiren.
- Die entwickelten Platten werden noch in der Dunkelkammer mit Aasser gut abgespült und dann in den Fixirer gelegt,
- Zum Abspülen dient eine Wasserbraiise. welche mit einem Wasserreservoir oder direct mit einer Wasserleitung in Verbindung steht. Der
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- Schlauch B (Fig. 142) der Wasserleitung geht durch die Klemme CC‘D. Dieselbe presst bei D den Schlauch zusammen. Ein Druck der Hand bei CC‘ öffnet den Schlauch.
- s
- Fig, 142. Waschvorrichtung.
- Noch besser functionirt die in Fig. 143 abgebildete Brause mit Metall-Ventil, dessen Construetion die Figur deutlich macht.
- Mitunter erscheint es empfehlens-werth, die entwickelte Platte vor dem Fixiren durch 1 bis 2 Minuten in ein Alaunbad zu legen; sei es, um die Schicht zu festigen oder um die gelbe Färbung der Pyro-Entwickelung zu beseitigen. Solche Alaunbäder sind beim Oxalat-Entwickler nicht nöthig;
- Fig. 143. Waschvorrichtung.
- beim Pyro-Entwickler aber in den meinsten Fällen von Vortheil, wie weiter unten angegeben wird.
- II. Entwickelung mit Eisenoxalat.
- Die Theorie dieses Entwicklers und die leitenden Gesichtspunkte bei seiner Zusammenstellung wurden schon auf S. 107 angegeben.
- 1) Der normale Eisenoxalat-Entwickler.
- Für die photographische Praxis stellt man folgende Lösungen dar:
- 1. Neutrales oxalsaures Kali . . . 100 g
- Destillirtes Wasser................... 300 g
- 2. Eisenvitriol ........ 100 g
- Destillirtes Wasser ..... 300 g
- Chemisch reine Schwefelsäure . 5 Tropfen*)
- 3. Bromkalium..............................10 g
- Destillirtes Wasser....................100 g
- Die Lösung No. 1 hält sich unbegrenzt lange, die Lösung No. 2 eine Woche lang und wird unbrauchbar, sobald sie gelb wird (vergl über die Mittel, Eisenvitriollösung lange aufzubewahren S. 110).
- Zum Entwickeln mischt man unmittelbar vor dem Gebrauche 3 Theile der Lösung von oxalsaurem Kali (No. 1) mit 1 Theil der Lösung von Eisenvitriol (No. 2), giesst selbes in eine Tasse und legt die Platte
- 1) Oder 1 g Weinsäure.
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- hinein. Unter fortgesetztem Schwenken wird man bei richtiger Ex-postition ein gut durchgearbeitetes Negativ in 3 bis 4 Minuten erhalten, welches keiner Verstärkung bedarf.
- Beim Abmessen der beiden Lösungen sind möglichst genau die oben angegebenen Verhältnisse einzuhalten, da der Zusatz von mehr Eisenvitriol-Lösung die Mischung trübt und deren Wirkung abschwäeht.
- Keinesfalls ist aber die Entwickelung zu unterbrechen, ehe nicht selbst in den Schattenpartien die Details in der Aufsicht erschienen sind.
- Der Entwickler kann entweder ohne jeden anderen Zusatz, oder mit etwas Bromkalium oder unterschwefligsaurem Natron vermischt, verwendet werden.
- Der Entwickler muss zu jeder Art von Emulsionen abgestimmt werden, wozu die nöthige Anleitung folgt.
- Absolut schleierlose Platten entwickeln sich mit dem Eisenoxalat-Entwickler ohne jeden Zusatz ganz vollkommen. Man bleibe dann bei dieser Mischung. Das Bild erscheint in 10 bis 30 Seeunden und ist in etwa lP/2 bis 3 Minuten ausentwickelt.
- Zeigt sich nach 2 bis 3 Minuten langer Entwickelung ein schwacher Schleier, so werden auf 100 ccm Entwickler 2 bis 10 Tropfen der Bromkaliumlösung No. 3 zugesetzt, Die Platten müssen sich jetzt ganz schleierlos entwickeln; im entgegengesetzten Falle sind sie für Porträt-aufnahmen schlecht1).
- Mit Bromkalium - Zusatz entwickelte Negative sind klarer, dichter nnd contrastreicher, als ohne denselben. Zugleich wird die Entwickelung verlangsamt, Die Benützung des Bromkaliums gestattet die Erreichung von grosser Kraft. Zuviel Bromkalium bewirkt Härte. Schon ein einziger Tropfen mehr oder weniger beeinflusst den Charakter des Bildes2)!
- Während Landschaften auf diese Weise meistens sich vortrefflich entwickeln lassen, sind die mit bromhaltigem Eisenoxalat hervorgerufenen Porträte häufig zu hart,
- Leber die Wirkung verschiedener Zusätze zum Oxalat-Entwickler Wurde schon auf S. 112 gesprochen.
- 2) Entwickelung über- und unterexponirter Platten mit Eisenoxalat.
- Stark überexponirte Bromsilber-Gelatineplatten kann man Urek viel Bromkalium im Oxalat-Entwickler retten. Erscheint z. B. eine Pandsehaftsaufnahme im gewöhnlichen Entwickler rasch, aber dünn mit
- ^ B Dies gilt nur für die in diesem Buche beschriebenen Emulsionen. Verfasser eant Emulsionen, welche mit 6 ccm Bromkalium (1:10) auf 100 ccm Entwickler 1,(h gute Matrizen gehen.
- ’-) Aus diesem Grunde benutzen Manche verdünntere Bromkaliumlösungen.
- ^er> Handbuch der Photographie. III. Theil. 4. Aufl. 19
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- allen Details und zeigt sich überexponirt, so spüle man rasch ab, setze dem Entwickler viel Bromkalium (1:10) zu, ja sogar 10 ccm davon pro 100 ccm Oxalat und entwickle weiter.
- Wenn man weiss, dass eine ganze Serie von Landschaftsaufnahmen überexponirt ist, so lege man sie zuerst in einen sehr bromreickeii oder besser in alten Entwickler* 1), bis sich die Lichter kräftig entwickelt haben; die Schatten bringt Eintauchen in frischen Entwickler hervor.
- Eine grosse Weichheit und Zartheit der Porträte erhält man, wenn man dem Oxalatentwickler etwas untersehwefiigsaures Natron (Natriumhyposulfit oder schlechtweg Hyposulfit) zusetzt; zugleich wird dadurch die Belichtung abgekürzt2). Als gute Vorschrift kann empfohlen werden :
- 25 ccm Eisenvitriollösung,
- 75 ccm oxalsaure Kalilösung,
- 4 Tropfen Bromkalium (1: 10),
- 12 Tropfen unterschwefligsaures Natron (1 : 200, nicht stärker!).
- Das Bild erscheint in diesem Entwickler zw-ei- bis dreimal rascher als in dem gewöhnlichen, zeigt reiche Nuancen und Tonabstufüngen und grosse Weichheit. Durch Vermehrung des Bromzusatzes (z. B. 100 ccm Entwickler, 12 Tropfen Bromkalium und 12 Tropfen unterschwefligsaures Natron) kann man die Contraste erhöhen. Oder bei Verminderung des unterschwefligsauren Natrons auf dem entgegengesetzten Wege (z. B. 100 ccm Entwickler, 5 Tropfen Bromkalium, 30 Tropfen unterschwefligsaures Natron) erreicht man grössere Weichheit, Nur schleierlös arbeitende Platten lassen sich auf diese Weise entwickeln.
- Häufig kann man sehr schöne Resultate erhalten, wenn man das Negativ im Oxalatentwickler halb fertig entwickelt und dann durch Zusatz von Hyposulfit die Details in den Schatten herausbringt.
- Man lasse sich dadurch, dass im Oxalatentwickler mit Hyposulfh das Bild rasch erscheint, nicht verleiten, die Platte zu bald aus dem Entwickler zu nehmen; sie würde sonst nach dem Fixiren zu dünn.
- Stark unterexponirte Platten und beispielsweise alle Moment-Aufnahmen kann man entwickeln, wenn man sie durch 1 Minute (höchstem
- D In Ermangelung von altem, schon gebrauchtem Entwickler lasse man ein® wie gewöhnlich gemischten Entwickler einige Stunden in Tassen an der Luft stehen.
- 1) Abney machte zuerst die Mittheilung über die beschleunigende Wirkung V-unterschwefligsauren Natrons (Phot. News. 1880. S. 567. Phot. Mitth. Bd. 17, S. MV Er kam durch Zufall darauf, indem er eine entwickelte Platte mit Fingern, welAe schlecht von Fixirbad gereinigt waren, berührte. Wilde benutzte zuerst diese ihm gleichzeitig aufgefundene Thatsache für die photographische Praxis aus (P^öt
- Corresp. 1881. S. 8).
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- Das Entwickeln der Bromsilber-Gelatineplatten.
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- 2 Minuten) in einer sehr verdünnten Lösung von Fixirnatron ]) badet (nämlich 1 Theil desselben in 3000 Theilen Wasser), abtropfen lässt und in gewöhnlichen Eisenoxalat-Entwickler legt. Das Bild erscheint sehr rasch mit allen Details und kräftigt sich beim längeren Entwickeln langsam.
- 3) Entwickelung von Platten, bei welchen es unbekannt ist, ob sie richtig oder zu lang exponirt sind.
- Bei Landschafts-Aufnahmen oder dergleichen ist man oft im Ungewissen, ob man richtig oder zu lange exponirt hat,
- Eine sehr practische Manier, Aufnahmen im Freien hervorzurufen, besteht darin, dass man die Platte zuerst in alten (schon ein- oder mehrmals gebrauchten) Entwickler legt; jedoch soll dieser Entwickler vom selben Tage sein. Erscheint das Bild in diesem alten Entwickler gut, so arbeite man mit derselben Flüssigkeitsmenge weiter, bis die Entwickelungskraft allzu sehr abnimmt. Dann setze man 1j3 oder lj2 frischen Entwickler zu.
- Jede nachfolgende Platte entwickle man mit dem Entwickler, in welchem man die vorhergehende fertig gemacht hat und füge, w’enn nöthig, gegen das Ende der Entwickelung etwas frischen Entwickler zu.
- Auf diese Weise erhält man sehr brillante Landschaft« - und Arehi-tecturbiIder und dieser Vorgang ist in der Praxis sehr beliebt.
- 4) Einfluss von Verdünnung und grösserer Concentration des Oxalat - Entwicklers.
- Verdünnter Oxalat-Entwickler wirkt langsamer auf die Platten ein. Das Bild erscheint langsamer und dünner. Es ist daher ein einfaches und probates Mittel, um mit einer etwas hart arbeitenden Emulsion weiche Negative zu erhalten, den Entwickler mit Wasser zu verdünnen. Man muss aber dann einen grösseren Ueberschuss von oxalsaurer Kali-*0Slmg anwenden, damit der Entwickler sich nicht trübt,
- 5) Wirkung von altem Oxalat-Entwickler.
- Der Eisenoxalat-Entwickler nimmt beim Stehen an der Luft bald Sauerstoff auf und das oxalsaure Eisenoxydulkali geht in oxalsaures Eisenoxydkali über, welches sich nach einiger Zeit in schönen smaragd-?rünen Krystallen ausscheidet (s. S. 112).
- D Dies gab zuerst Seolik und gleichzeitig Audi'a (Phot. Vochenbl. 1884. S. 109)
- Seolik badet die Platte vor dem Entwickeln 1/.2 bis 1 Minute in Fixirnatron bis 1:1000; die geweichte Platte lösst man abtropfen und legt sie sofort in
- Eisenoxalat - Entwickler.
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- Der alte Oxalat-Entwickler wirkt weniger energisch und gibt dünnere Negative als frischer. Schon nach fünf Minuten langem Stehen in offenen Tassen bemerkt- man, dass beim Entwickeln die Details in den Schatten langsamer kommen; nach mehrstündigem Stehen an der Luft lassen sich kaum mehr schöne Halbtonbilder erhalten, selbst wenn man lange exponirt.
- Alter Oxalat-Entwickler entwickelt glasig und absolut schleierlos. Zusatz von Vs bis V2 Volumen altem (einmal oder mehrmals gebrauchtem) Oxalat-Entwickler zu frischem, macht den Zusatz von Bromkalium überflüssig, selbst bei Platten, welche zu Schleier neigen. Alter Oxalat-Entwickler wirkt sogar kräftiger schleierwidrig als Bromkalium (!).
- Porträtphotographen benutzen den Oxalat-Entwickler nur einmal. Bei Landschaften oder insbesondere bei Reproductionen kann man fünf bis sechs Platten und mehr hinter einander im selben Entwickler her-vorrufen, muss aber die letzten etwas länger exponiren.
- Reines oxalsaures Eisenoxyd besitzt keine entwickelnde Kraft. ja Abney fand sogar, dass es das Lichtbild (vor dem Entwickeln) zerstört und selbst das Bild fixirter Negative angreift,
- III. Der Pyrogallol-Entwickler.
- Vom Pyro-Entwickler, über welchen schon auf S. 113 Mehreres erwähnt und zugleich die Herstellung haltbarer Pyro-Lösungen besprochen wurde, sind hauptsächlich drei Arten im Gebrauch:
- 1) Der Soda-Entwickler, wobei man Pyro, Soda (kohlensaures Natron) nebst Natriumsulfit mischt, Derselbe hält sieh ziemlich lange farblos und ist für Porträt- und Landschafts-Aufnahmen sehr beliebt. Er ertheilt den .Matrizen eine angenehme Earbe, welche bei geeigneten Mischungsverhältnissen grauschwarz und ähnlich nassen Collodion-platten ist,
- 2) Der Pottaschen-Entwickler, welcher dem vorigen analog hergestellt wird; nur tritt kohlensaures Kali (Pottasche) an Stelle der Soda.
- Die Pottasche ist im "Wasser leichter löslich und gibt deshalb concent-rirtere Vorrathslösungen, was für Reisende von Vortheil ist. Der Pottaschen-Entwickler erlaubt eine etwas kürzere Belichtung als der Soda-Entwickler Die Lösung färbt sieh aber rascher dunkel und die Farbe der Matrizen ist bräunlich.
- 3) Der Ammoniak- Entwickler. Derselbe wurde in den siebzig01 und zu Beginn dsr achtziger Jahre fast ausschliesslich verwendet uD( um das Jahr 1885 von dem Soda-Entwickler sowie Pottaschen-En^ Wickler verdrängt. Er gibt im Allgemeinen dieselbe Empfindlichkeit wie der Pottaschen-Entwickler: allein der erstere erzeugt leichter Di1111
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- schleier, das Ammoniak ändert durch Verdunstung seine Stärke und ist deshalb unsicherer als Soda oder Pottasche; ferner hat Ammoniak einen üblen Geruch.
- Man kann den Ammoniak-Entwickler so mischen, dass man nach Wunsch Matrizen von gelbbrauner bis grauschwarzer Farbe erhält; die erstgenannte Färbung eignet sich mehr für dünn arbeitende Emulsionen und Momentaufnahmen, die letztgenannte mehr für Porträte etc.
- 'Fig. 147.
- Auf bewahren von Pyro--Lösung in zugeschniolzenen Glasröhren«
- Es werden unten Vorschriften in beiden Bichtungen gegeben werden. Pie Aufbewahrung von Pyrogallol-Lösung soll in gut verkorkten '"Pr mit Glasstöpseln verschlossenen Flaschen erfolgen.
- Maedougald bewahrte gelöste Pyro- und andererseits gelöste hmnoniak- Lösung in dünnen Glasröhre-Ben auf. welche an beiden Enden ailsgezogen und vollständig zugeschmolzen sind (Fig. 144 bis 147).
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- Diese Bö h rohen sind in ein cylindrisch durchbohrtes Holz gesteckt Yor dem Gebrauch zerbricht man die Eöhrchen, mischt den Inhalt eines jeden mit etwa 1ji Liter Wasser und mischt beide Lösungen (welche sich getrennt mehrere Tage lang halten) zu gleichen Theilen. Diese „Entwickelungsröhrchen“ sind für Eeisende practisch 1).
- Besonders das Ammoniak soll immer wohlverschlossen aufbewahrt wTerden. In schlecht verschlossenen Flaschen verdunstet es zum Theil und wird schwächer; die damit etwbckelten Negative werden dann hart und mangelhaft, Die Stöpsel der Glasflaschen sollen sorgfältig einge-Fig i48 schliffen werden. Besser zur Aufbewahrung von Ammo-KaPAmmoniak für 111 find Flaschen, welche über dem mittels eingeriebenen Glasstöpssels verchlossenen Hals noch eine aufgeschliffene Glaskappe tragen. Fig. 148 zeigt eine solche „Kappenflasche“, wie sie der Verfasser seit langem verwendet und in jeder Handlung chemischer Utensilien erhältlich ist.
- 1) Der gewöhnliche Soda-Entwickler.
- Derselbe ist vortrefflich für Porträt- und Landschafts-Aufnahmen und liefert kräftige Matrizen von dunkler schwärzlich brauner bis grau-schwarzer Farbe. Diesen Entwickler verwendet der Verfasser für gewöhnlich.
- Folgende Vorschrift ist sehr zu empfehlen2):
- I. 100 g schwefligsaures Natron, krystallisirt, 500 g Wasser. 14 g Pyrogallol und 6 Tropfen Schwefelsäure, um die alkalische Beaction des Natriumsulfits theilweise zu neutralisiren (s. S. 114).
- II. 50 g kiystallisirtes kohlensaures Natron 3), (von ealcinirter. wasserfreier Soda nimmt man die Hälfte), 500 g Wasser.
- Das schwefligsaure Natron wird in kaltem destillirten Vasser mittels Umsehüttelns in circa 2 Minuten gelöst, dann Schwefelsäure und schliesslich das Pyrogallol zugesetzt, das sich fast momentan löst; ebenso löst sich das kohlensaure Natron bald in dem kalten destillirten V assei.
- Beide Lösungen müssen, reinstes Pyrogallol vorausgesetzt, willkommen farblos und geruchlos sein und halten sich gut verstöpselt
- 1) In London verkauft sie Marion (W. Soho Square N. 22).
- 2) Es wurden unzählige Eeeepte für den Soda-Entwickler gegeben besten ist die Cooper’scke Formel (aus Anthony’s Photographie Bulletin welche auch Perutz sehr empfahl (Deutsche Photographen-Zeitung. 18So. obige Vorschrift des Verfassers schliesst sieh an diese an.
- 3) Gereinigte krystallisirte Soda ist vollkommen zweckentsprechend. Das braucht nicht chemisch rein su sein, ja es ist sogar eine gute Sorte von Wasch-Soda biauc
- Eine der 1885). S. 77):
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- längere Zeit; eine schwach gelbliche oder bräunliche Färbung der Pyro-Lösung ist nicht schädlich. Jedoch kommt es vor, dass Pyro-Lösung, welche mehrere Wochen alt ist, langsamer entwickelt und kurz belichtete Platten nicht mehr so gut entwickelt, als die frische Lösung.
- Zum Entwickeln nehme man gleiche Theile von I, II und gewöhnliches Wasser, also für Cabinet z. B. 20 ccm Pyrogallol-Lösung, 20 ccm Soda-Lösung, 20 ccm gewöhnliches Wasser.
- Das Bild erscheint in bis 1j2 Minute und ist in 2 bis 4 Minuten fertig.
- Der Entwickler kann wiederholt gebraucht werden und macht die Matrizen härter und contrastreicher als frischer Entwickler. Wenn man bei reichlicher Exposition mit dem alten Entwickler erst die Spitzlichter herausholt und mit frischem Entwickler fertig macht, erhält man vortreffliche Resultate. — Auf diese Weise erhält man die glänzenden Spitzlichter und klare Schatten.
- Jedoch soll der „alte Entwickler“ nicht älter als höchstens einige Stunden sein, da er z. B. am anderen Tage schon stark gebräunt und sehr wenig wirksam ist.
- Im Allgemeinen gilt als Regel, dass man richtig belichtete Porträtoder Momentaufnahmen mit frisch gemischtem Entwickler hervorruft.
- Bei Landschaften, Reproductionen, oder zu lang belichteten Porträtoder Gruppenaufnahmen, arbeitet man mit altem (mehrmals gebrauchten) Entwickler, oder fügt als Verzögerer Bromkalium zu.
- Als Verzögerer bei zu langer Exposition verwendet der Verfasser am liebsten Bromkalium, da die Wirkung von frischem Entwickler mit einer genau abgemessenen Menge von Bromkalium sicherer zu berechnen ist, als partiell zersetzter alter Entwickler.
- Bromkalium wirkt als sehr energischer Verzögerer. Schon 3 bis I Tropfen Bromkalium-Lösung (1 : 10) auf 100 ccm Soda-Entwickler wirken deutlich; 20 Tropfen vermögen schon eine starke Ueberexposition zu compensiren und machen das Bild leicht hart. Wenn man um das öO bis 100 fache zu lang exponirt hat (z. B. durch Verwechseln der kleinsten Blende mit der grössten) kann man auf 100 ccm Entwickler 10 ccm Bromkalium-Lösung (1 : 10) zusetzen. Diese vom Verfasser in der zweiten Auflage dieses Werkes D angegebene Manier, ungebührlich durk überexponirte Platten zu retten, hat sich in der Praxis bewährt.
- Durch Verdünnung des Entwicklers mit gewöhnlichem 'msser wird bewirkt, dass sich die Negative langsam und weicher '^wickeln, d. h. die Negative schwärzen sich weniger intensiv in den Lichtern, so dass geringe Contraste zwischen Licht und Schatten ent-
- 0 Theorie und Praxis der Photographie mit Bromsilber-Gelatine. 1883. S. 247,
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- stehen. Hatt man hell beleuchtete Gegenstände mit grellen Contrasten zwischen Licht und Schatten zu photographiren. so verdünnt man den gewöhnlichen Soda-Entwickler mit. der gleichen Menge Wasser1) und und vermeidet dadurch die Entstehung von Härten. Dies kann man sowohl im Porträtfache, als bei Momentaufnahmen verwerthen, bei welchen z. B. weisse von der Sonne beschienene Gegenstände neben dunklem Laub Vorkommen. Die Entwickelung dauert aber dann 10 bis 30 Minuten.
- Landschaftsaufnahmen von reichlicher, jedoch nicht näher bekannter Belichtungszeit entwickelt der Verfasser im Falle nur Baumschlag und geringe Beleuchtungscontraste Vorkommen mit dem gewöhnlichen oben angegebenen Gemische, welchem pro 100 ccm Mischung 10—30 Tropfen Bromkalium-Lösung (1:10) zugesetzt sind. Entwickelt sich das Bild in diesem Gemische nicht fertig, so giesst man den Entwickler ab und frischen (ohne Bromsalz) auf. — Sind grelle Beleuchtungscontraste im Bilde gegeben (Häusergruppen, helle Felsen, von der Sonne beschienenes Wasser), so benutzt man:
- 20 ccm Soda-Lösung,
- 20 ccm Pjro- Lösung,
- 40 bis 50 ccm Wasser,
- 20 bis 30 Tropfen Bromkalium-Lösung (1 :10).
- Gelingt es nicht alle Details in den Schatten damit herauszubringen, so giesst man frischen gewöhnlichen Entwickler, wie er oben angegeben ist, auf und entwickelt fertig.
- Als Beschleuniger kann man eine ganz geringe Menge verdünntes Ammoniak zusetzen. Bemerkt man, dass im gewöhnlichen Soda-Entwickler die Schatten sich in Folge zu kurzer Exposition nicht entwickeln wollen und die Platte noch ganz sehleierfrei ist, so fügt man nach 1 bis 2 Minuten auf je 100 eem Entwickler 2 bis 3 Tropfen verdünntes Ammoniak (1 Theil mit 3 Theilen Wasser) zu. Das Bild kommt nun rascher und kräftiger heraus, aber manche Platten zeigen dann einen schwachen Grünschleier, weshalb das Mittel nur mit grosser Vorsicht anzuwenden ist.
- Die entwickelte Platte wird abgespült und in den Fixirer gelegt-Badet man die Platte vor dem Fixiren in concentrirter Alaunlösung (s. S. 298), so wird das Bild klarer und verliert einen vielleicht vorhandenen gelben Ton. Verwendet man das saure Fixirbad. so ist das Alaunbad überflüssig.
- 2) Der Pottaschen-Entwickler.
- Dieser Entwickler wirkt kräftiger als der Soda-Entwickler und eignet sich daher insbesondere für Momentaufnahmen. Er gibt den
- 1) Man bann sogar die 3fache Menge Wasser zusetzen, aber in diesem Falk resultiren zumeist flaue Matrizen.
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- Das Entwickeln der Bromsilber-Gelatineplatten.
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- Negativen grosse Kraft; dies ist namentlich bei hochempfindlichen Platten von Wichtigkeit, welche häufig an Mangel an Intensität leiden.
- Der Pottaschen-Entwickler ist auch für Porträte und Landschaften gut, allein die Farbe der Matrizen ist nicht so rein schwärzlich, wie bei den vorhin angegebenen Soda- Entwicklern. sondern geht mehr ins Gelblich - Bräunlich e.
- Die Einführung des kohlensauren Kali oder der Pottasche an Stelle anderer Alkalien im Pvro-Entwickler für Gelatineplatten verdanken wir Herrn Dr. Stolze.
- Nach längerer Beobachtungsdauer und zahlreichen Versuchen über die Haltbarkeit der Lösungen und den Charakter der Bilder gelangte der Verfasser zu einer endgiltigen Formel, welche in Nachfolgendem besteht,
- A. 100 ccm Wasser,
- 25 g neutrales schwefligsaures Natron (Natriumsulfit),
- 3 bis 4 Tropfen concentrirte Schwefelsäure D,
- 10 g Pyrogallol,
- werden aufgelöst (in der angegebenen Beihenfolge) und filtrirt. Die Lösung ist mehrere Monate haltbar.
- B. 200 ccm Wasser,
- 90 g gereinigtes kohlensaures Kali (Pottasche),
- 25 g neutrales schwefligsaures Natron werden aufgelöst und nach öfterem Schütteln die meistens trübe Lösung filtrirt,
- Vor dem Gebrauche mischt man 100 ccm Wasser,
- 3 ccm Pyro-Lösung (A).
- 3 ccm Pottaschen-Lösung (B).
- Das Bild ist in 2 bis 3 Minuten genügend kräftig. Man wäscht die Platte hierauf ab. legt durch ungefähr 2 Minuten in eine concentrirte Alaunlösung, welche die gelbe Färbung der Schicht zum grossen Theile wegnimmt, spült wieder mit Wasser ab und fuhrt,
- Die Farbe des Bildes ist dunkelbräunlich, deckt gut und ist deshalb namentlich für Momentaufnahmen geeignet.
- Als Verzögerer bei diesem Verfahren können bei geringer Ueber-exp°sition einige Cubikcentimeter einer Lösung von citronensaurem Kali
- D Die Schwefelsäure hat den Zweck, eine vielleicht vorhandene alkalische Reac-tion des Natriumsulfit zu neutralisiren, welche die Bräunung der Pvro-Lösung veran-assen würde. Man kann anstatt dieser Säure auch 1 bis llj2 g Oitronensäure nehmen, jGlöch wirkt diese als Verzögerer, hält die Platte wohl klar, aber macht mitunter die ßlHer etwas zu hart.
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- Dritter Theil. Fünfundzwanzigstes Capitel.
- (1:10) dienen, oder besser einige Tropfen Bromkalium (1:10), welches letztere in grosser Quantität ausserordentlich stark hemmt.
- Wünscht man weichere, dünnere Negative, so nimmt man doppelt soviel Wasser, in ähnlicher Weise wie beim Soda-Entwickler angegeben ist.
- Das käufliche kohlensaure Kali (Pottasche) enthält oft viel Ohlor-kalium; eine in destillirtem Wasser gelöste, mit Salpetersäure sauer gemachte und filtrirte Probe soll mit Silbernitrat-Lösung nur eine schwache Trübung geben. Gehalt an kieselsauren und schwefelsauren Salzen schadet nicht merklich. Dagegen sind manche Handelssorten mit Soda stark vermischt und hinterlassen beim Auflösen in obigem Quantum viel Wasser von einem salzartigen körnigen Rückstand. Chemisch reines kohlensaures Kali ist zu theuer; am besten wird sich sogenanntes Sal tartari, welches durch Glühen von Weinstein dargestellt wird, eignen.
- Die Negative werden nach dein Entwickeln mit Wasser gut abgespült, durch eine Minute in ein Alaunbad (gesättigte Lösung von Alaun in Wasser) gelegt, gut abgespült und fixirt. Die Farbe der Matrizen ist dann dunkelbräunlich.
- Lässt man das Alaunbad weg und fixirt die Negative sofort nach dem Entwickeln, so wird die Farbe der Negative mehr gelblich-braun bis olivengrün. Diese Farbe deckt viel stärker und gibt beim Copiren härtere Bilder.
- 3) Combinirter Soda-Pottaschen-Entwickler,
- Obsehon in der Mischung von Soda mit Pottasche kein besonderer Yortheil zu erblicken ist, so wird er dennoch mitunter (namentlich in Amerika) verwendet. Er wirkt etwas rascher als der Soda-Entwickler. Z. B. empfiehlt Gramer für seine Platten:
- A. 35 V2 g Natriumsulfit, 8 g krystall. Soda, 5 g Pottasche,
- B. 80 g Pyrogallol,
- 100 g Natriumsulfit,
- 2 g Schwefelsäure,
- 500 ff Wasser.
- 500 ccm Wasser.
- Man mischt im Winter 65 cc. der Lösung A mit 2—6 ccm von B: im Sommer mischt man 34 ccm von A, 34 ccm Wasser und 2—5 ccm
- von B. (Philad. Photogr. 1888. S. 108.)
- In der „New York Amateur Photographie Society“ wurde im Jahre 1887 ein Normal-Entwickler, welcher gelbes Blutlaugensalz enthält, besonders empfohlen: er gibt thatsäehlieh gute Resultate. A. Man löst in 32 Theile Wasser, 3 Theile gelbes Blutlaugensalz, 3 Theile Soda, 3 Theile Pottasche. Andererseits: B. 32 Theile Wass« und 3 Theile Natriumsulfit. Man mischt vor dem Gebrauche l3/4 Unzen von B 1U Unze A und fügt 4 Gran Pyrogallol hinzu. (Brit. Journ. Phot. Almanae for 1888-Seite 532.)
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- Das Entwickeln der Bromsilber-G-elatineplatten.
- 4) Ammoniakalischer Pyro-Sulfit-Entwickler.
- Dieser Entwickler lässt sieb sehr gut für verschiedene Emulsionen abstimmen. Er ertheilt den Negativen eine grauschwarze Farbe mit einem Stich ins Bräunliche und hat viele Freunde gefunden, welche sich durch den Geruch des Ammoniak nicht beirren lassen, ist aber von dem regelmässiger arbeitenden Soda-Entwickler verdrängt worden.
- Man stellt folgende Lösungen her:
- A. Dieselbe Pyro-Lösung, wie auf S. 294 sub I angegeben ist.
- B. 10 g Bromkalium,
- 100 ccm Wasser.
- G. 10 ccm Ammoniak (Dichte = 0,91),
- 40 ccm Wasser.
- Der Pyro-Entwickler muss für verschiedenartige Gelatineplatten neu abgestimmt werden, wenn er gute Resultate geben soll.
- Man verfährt dabei in folgender Weise: indem man zuerst das Wasser in die Tasse giesst und dann die anderen Bestandtheile in der angegebenen Reihenfolge zusetzt.
- Abstimmen des Ptvro-Entwicklers.
- Entwickler für normale Platten:
- Wasser (Brunnenwasser etc.).....................100 ccm,
- Pyrogallus-Lösung (A)...........................10 ccm,
- Bromkalium (1:10)............................... 2 ccm = 30 Tropfen,
- Verdünntes Ammoniak (4 Vol. Wasser, 1 Vol. Ammoniak, d = 0,91).................................5—6 ccm = 80—100 Tropfen.
- Bemerkungen hierzu: Man beginne mit dieser Mischung. Gibt dieser Entwickler noch zu wenig Kraft und Klarheit, so kann man 5 ccm, ja sogar 10 ccm Bromkalium nehmen; ist die Kraft nunmehr noch zu gering, so vermehrt man Pyro auf das Doppelte. Sollte der Entwickler glasig arbeiten und Details in den Schatten weglassen, so vermehre man das Ammoniak in der Vorschrift auf 6 bis 7 ccm oder vermindere den Bromzusatz auf 20 Tropfen bis 4 Tropfen.
- Es genügt auch, den Entwickler mit mehr Wasser zu verdünnen, um Weichheit zu erreichen.
- Um Platten, von denen man nicht weiss, ob sie richtig, zu kurz oder lang exponirt sind, mit Pyro zu entwickeln, muss man immer mit einem schwachen Entwickler beginnen und erst dann zu stärkerem übergehen.
- Man beginnt z. B. mit einer Mischung von 100 ccm Wasser,
- 2 bis 3 ccm Pyro-Lösung,
- 10 Tropfen Bromkalium (1 :10),
- 10 Tropfen verdünntes Ammoniak (1 :4).
- Eine überexponirte Platte erscheint selbst in diesem schwachen Entwickler rasch, bm dem Bilde Kraft zu geben muss man noch 20 bis 30 Tropfen Bromkalium und eken soviel Ammoniak zusetzen.
- Lt dieser Entwickler zu schwach, so benutzt man den oben angegebenen normalen.
- Sind die Platten überexponirt, so darf man sie nicht zuerst in Ammoniak legen, ändern behandle sie zuerst mit Wasser und Pyrogallol. Wo grosse Ueberexposition Vorhanden ist, setze man dem Pyrogallol sogar von vorneherein Bromkalium zu, lasse
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- Dritter Theil. Fünfundzwanzigstes Capitel.
- die Platte darin weichen und füge erst nach und nach tropfenweise Ammoniak zu Sobald die meisten Details heraus sind, ohne dass genügende Kraft erzielt war, setze man ein tüchtiges Quantum Bromkalium zuv um die Halbtöne zurückzuhalten und die höchsten Lichter herauszuholen. Ist die Kraft vollends da, so kann man die noch fehlenden Halbtöne stets durch neuen Entwickler mit mehr Ammoniak und wenig Bromkalium schnell herausholen1).
- Am schnellsten aber kommen die Platten, wie Brooks2) aufmerksam macht, wenn man sie zuerst durch etwa eine Minute in dem Gemisch von Ammoniak und Bromkalium weicht und dann erst Pyrogallol zusetzt. Das Bild erscheint rascher, kräftiger und brillanter, falls die Platte richtig oder etwas zu kurz belichtet war.
- Für den Anfänger soll noch eine Erörterung folgen, in welcher Weise die einzelnen Bestandteile des Pyro-Entwicklers wirken.
- Die Vermehrung des Ammoniaks bewirkt im Allgemeinen eine raschere Entwickelung und eine geringe Steigerung der Empfindlichkeit, führt aber leicht zu Schleier. Die Vermehrung des Bromides bewirkt Klarheit, Steigerung der Contraste zwischen Lieht und Schatten, die Verminderung dagegen Weichheit, ja sogar Flauheit. Die Aenderung des Pyrogallolgehaltes ist im Allgemeinen von geringerer Wirkung und man kann in obiger Vorschrift 1 oder 2 ccm davon mehr oder weniger nehmen, ohne sehr bedeutenden Effect; mehr Pyro steigert bis zu einer gewissen Grenze gleichfalls die Dichte.
- Blosse Verdünnung des Entwicklers mit Wasser bewirkt dünnere Negative. Je verdünnter der Entwickler, desto weicher und dünner wird das Negativ.
- 5) Pyro - Entwickler mit Ammoniak und G-lycerin.
- Der Edward;sehe Glycerin-Entwickler3) arbeitet gut und sicher; er ertheilt den Negativen eine gelbbraune Farbe, welche sehr stark deckt und viel weniger actiniscbes Licht durchlässt, als die Farbe, welche der Eisen- oder Soda-Entwickler den Bildern gibt; dieser Entwickler ist wegen der leichter eintretenden Gelbfärbung der Schicht wenig mehr in Gebrauch und wurde durch den Soda-Entwickler verdrängt.
- Man bereitet sich zwei concentrirteVorraths-Lösungen, welche sich wochenlang halten:
- A. 40 g Pyrogallol,
- 40 g Glycerin,
- 250 ecm Alkohol.
- B. 15 g Bromkalium4),
- 40 ccm Ammoniak5),
- 40 g Glycerin,
- 250 ccm Wasser.
- Zur Herstellung des Entwicklers wird 1 Theil der Lösung A zu lo Theilen Wasser gebracht und die Flasche mit D (developper, Entwickler) bezeichnet und m
- 1) Ootesworth, Brit. Journ. of Phot. 1881. S. 224; Phot. Wochenbl. 1881. S. DL-
- 2) Brit. Journ. of Phot. 1881. S. 168. Phot. Wochenbl. 1881. S. 128.
- 3) Phot. News. 1880. S. 88. Phot. Corresp. 1880. S. 88.
- 4) Arbeitet die Emulsion mit diesem Entwickler zu hart und glasig, so wi mindere man das Bromkalium in obiger Vorschrift auf 5 g.
- 5) Viele Emulsionen vertragen mehr Ammoniak, z. B. 50 ccm, und gelte« dann grössere Empfindlichkeit und mehr Zeichnung in den Schatten.
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- Bas Entwickeln der Brom silber-Gelatineplatten. 301
- eine zweite Flasche 1 Theil der Lösung B zu 15 Theilen Wasser gegossen und mit A (accderator, Beschleuniger) bezeichnet. Die verdünnten Lösungen halten sieh 2 bis 3 Tage und werden unmittelbar vor dem Gebrauche zu gleichen Theilen gemischt.
- Zur Entwickelung einer einzelnen Platte giesst man in eine Tasse 30 ccm Wasser und setzt 1 ccm Pyro und 1/2 bis 1 ccm Ammoniaklösung zu, beziehungsweise die entsprechende Anzahl von Tropfen (ungefähr je 20 Tropfen statt t ccm).
- Ist die Exposition richtig, so erscheint das Bild in einigen Secunden und die Entwickelung ist in einer Minute beendigt. Man überstürze die Entwickelung nicht, sondern lasse die Platte im Bade, bis alle Details sichtbar sind und die erforderliche Intensität erzielt ist. Bei unterexponirten Platten setzt man mehr von der Ammoniaklösung zu. Erscheint das Bild in Folge von Ueberexposition plötzlich, so giesst man den Entwickler rasch ab, übergiesst die Platte mit Wasser und setzt nur etwas Pyro-galluslösung hinzu, welche mit den Besten des zurückgebliebenen Ammoniaks die Platte genügend entwickelt.
- Dieser Entwickler steht gegenwärtig nicht mehr in Verwendung.
- 6) Fertig gemischter Pyro - Entwickler.
- Alle fertig gemischten Entwickler beruhen darauf, dass Pyrogallol bei Gegenwart von schwefligsaurem Natron sich sowohl mit Ammoniak als auch mit Soda oder Pottasche hält1), wenn die Lösungen con-centrirt sind; nacli dem Verdünnen mit Wasser verderben sie nach kurzer Zeit.
- Cramer in Amerika gab zuerst eine brauchbare Vorschrift eines gemischten Entwicklers, welcher aus Pyro, Natriumsulfit, Bromkalium und Ammoniak bestand, im Jahre 1883 an2).
- Am besten bewährte sich der folgende Entwickler, welcher als Eder's coneentrirter fertig gemischter Entwickler bezeichnet wird und von dem Verfasser in der Phot. Oorr. 1886. S. 259 publicirt ist:
- Man löst 20 g Natriumsulfit und 10 g krystallisirte Soda (kohlensaures Natron) in 50 ccm kochendem Wasser, hisst vollkommen abkühlen und lügt dann 3 g Pyrogallol hinzu. Das Gemisch füllt man rasch in kleine Fläschchen, welche man damit ganz füllt, gut verkorkt und eventuell mit Erdwachs verschliesst; es ist viele Wochen lang haltbar. W dem Gebrauche wird
- 1 Volum des concentrirten Entwicklers mit 5 Volum Wasser
- verdünnt und muss sofort verbraucht werden. Dieser Entwickler ist sowohl für Porträte als Landschaften verwendbar und bietet namentlich für Amateure grosse Becjuemlichkeit.
- D Im Jahre 1885 gab der Verfasser in der dritten Auflage der „Photographie “üt Bromsilber-Gelatine" ;S. 233) an. dass sieh eoneentrirte Lösungen von Pottaschen-uut Pyro-L ösung lange Zeit brauchbar halten, während sie' sieh in verdünntem Zu-sLnde nach einigen Minuten zersetzen. Soda verhält sieh noch günstiger als Pottasche.
- 2) Siehe Seolik und Zwickt (Phot. Corresp. 1884. S. 59).
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- Dritter Theil. Fünfundzwanzigstes Capitel.
- IV. Der Hydrochinon-Entwickler.
- Neben dem gegenwärtig noch mit besonderer Vorliebe verwendeten Pyro-Entwickler hat der Hydrochinon-Entwickler seit dem Jahre 1888 sich Eingang in die photographische Praxis verschafft; namentlich unter den Amateuren hat sich der Hydrochinon-Entwickler viele Freunde verschafft, weil derselbe sich während der Entwicklung nicht bräunt und auch die Hände des Operateurs nicht gelb oder bräunlich färbt, was beim häufigen und unvorsichtigen Arbeiten mit Pyro eintritt, Die Farbe der Negative ist grauschwarz, ähnlich wie beim Entwickeln mit Eisenoxalat,
- 1) Fertig gemischter Hydrochinon-Entwickler mit Soda.
- Von den vielen hierfür publieirten Vorschriften mit Hydrochinon und Soda (vergi. Seite 124) erscheint nach den Versuchen des Verfassers die von G. Balagny angegebene Formel als empfehlenswerte
- Man löst in einer Flasche:
- 900 ccm gewöhnliches Wasser,
- 75 g Natriumsulfit,
- erwärmt die Flasche im Wasserbade auf beiläufig 70 Grad 0. und fügt 10 g Hydrochinon, und nach erfolgter Auflösung 150 g Soda hinzu.
- Diese Flüssigkeit hält sich in gut verschlossenen Flaschen sehr lange unverändert, entwickelt, kräftig und gut (selbst Momentbilder). Benutzt man den Entwickler mehrmals, so entwickelt er noch gut, aber langsamer und ist weniger für kurze Belichtungen geeignet. Der alte, mehrmals gebrauchte Entwickler hält die Platten klar und kann als Verzögerer dienen. Für Porträte mischt Balagny gleiche Theile frischen und alten Entwickler, damit die Schatten klar und schleierlos bleiben. Landschaften werden überwiegend mit altem, mehrmals gebrauchtem Entwickler hervorgerufen.
- Verdünnt man den frischen Entwickler mit Wasser und fügt etwas Essigsäure hinzu (z. B. 100 ccm Entwickler, 100 ccm Wasser, 20 Tropfen Eisessig), so wirkt er wie alter, mehrmals gebrauchter Entwickler. Essigsäure ist ein guter Verzögerer. Schon 10 Tropfen Eisessig auf 100 ccm des normalen (nicht verdünnten) Entwicklers wirken kräftig verzögernd.
- Auch Bromkalium ist ein kräftiger Verzögerer und wird in ähnlicher Weise, wie beim Pyro-Soda-Entwickler angegeben ist, ange wendet.
- Manche Platten geben im Hydrochinon- Entwickler einen grauen Oberflächenschleim, welcher aber beim Fixiren grossentheils verschwindet und heim Copiren nicht stört, Zusatz von Essigsäure oder altem Ent
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- Das Entwickeln der Bromsilber-Grelatineplatten.
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- Wickler beugt dieser Erscheinung vor. Beim Hydrochinon-Entwickler erscheint die darauffolgende Verwendung eines sauren Fixirbades von Vortheil.
- 2) Hydrochinon-Entwickler mit Pottasche.
- Mischt man Hydrochinon mit Pottasche, so erhält man einen kräftiger und rascher wirkenden Hervorrufer als mit Soda. Der Verfasser erhielt mit der von ihm und H. Lenhard ermittelten Vorschrift (Eder und Lenhard, Phot. Corresp. 1888) sehr günstige Resultate.
- Man stellt folgende zwei Lösungen her:
- A. Hydrochinon-Lösung:
- Hydrochinon...........................10 g,
- hJatriumsulfit........................40 g,
- Wasser.............................. 400 ccm.
- B. Pottaschen-Lösung:
- Pottasche ............................20 g,
- Wasser.............................. 200 ccm.
- Man mischt 40 ccm Hydrochinon-Lösung mit 20 ccm Pottaschen-Lösung: die Entwickelung dauert länger als Pyro-Soda, ungefähr 4 bis 8 Minuten. Man kann auch 40 ccm Pottaschen-Lösung mit 20 ccm Hydrochinon-Lösung nehmen und bekommt dadurch mehr Kraft und kürzere Entwickelungsdauer; auch gleiche Theile Hydrochinon und Pottasche geben grosse Kraft, Manche Plattensorten zeigen während der Entwickelung einen grauen Schleier, welcher beim Fixiren grossentheils verschwindet und der Copirfähigkeit nicht schadet,
- Es erscheint auffallend, dass der Hydrochinon-Pottaschen-Entwickler ungefähr dieselben Resultate gibt, gleichgültig, ob man auf 1 Theil Hydrochinon-Lö-sung 2 Theile Pottasche oder umgekehrt gibt; es ist jedoch zu bemerken . dass mit Vermehrung des Pottaschenüberschusses die Entwickelung rascher verläuft: Vermehrung des Hydrochinon und Verminderung der Pottasche gab bei unseren Versuchen gleichfalls gute kraft, jedoch zartere Zeichnung in den Lichtern, und es ist in Folge des geringeren Pottaschengehaltes weniger das Ablösen der Gelatine-sohieht vom Glase zu befürchten. Feber den Zusatz von Essigsäure sowie von Bromkali etc. gilt dasselbe wie von Hydrochinon-Soda-Entwickler sub IV, 1.
- Dieselbe Hydrochinon-Lösung kann auch zum Soda-Entwickler benutzt werden x).
- 1) Z. B. gleiche Theile obiger Hydrochinon-Lösung und Soda-Lösung (1 Theil krystalli sirte Soda gelöst in 8 Theilen Wasser), oder 2 Theilen Hydrochinon-Lösung und 1 Theil Soda-Lösung.
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- Dritter Theil. Fünfundzwanzigstes Oapitel.
- Man kann auch Hydrochinon- und Pottaschen-Lösung im Vorrathe mischen und in verschlossenen Flaschen wochenlang aufbewahren (ähnlich wie Balagny’s Entwickler). Als haltbarer gemischter Entwickler für Reisen kann dienen: 10 g Hydrochinon,
- 40 g Natriumsulfit,
- 400 ccm Wasser,
- 80 g Pottasche
- werden gelöst, in kleinen Flaschen wohl verkorkt aufbewahrt und vor der Verwendung 1 Vol. mit 2 Vol. (bis 4 Vol.) Wasser verdünnt,
- V. Entwickler mit Eikonogen.
- Im Jahre 1889 wurde von Dr. Andresen in Berlin ein neuer organischer Entwickler entdeckt und unter dem Flamen „Eikonogen“ in den Handel gebracht,
- Das „Eikonogen“ ist das Natriumsalz der Amido-ß-naphtol-ß-mono-sulfosäure von der Formel:
- {S03 Na OH NH2
- Es bildet ein weisses Krystallpulver, dessen wässerige Lösung sieh an der Luft bei Gegenwart von Natriumsulfit nicht bräunt. Es besitzt eine grössere Entwickelungskraft als Hydrochinon oder Eisenoxalat und verhält sich ähnlich wie Pyrogallol. Es wird von der „Actiengesellschaft für Anilinfarben in Berlin“ hergestellt und kommt: zum Preise von 25 Mark pro Kilogramm in den Handel.
- Die Versuche des Verfassers lassen Eikonogen als sehr gutes Entwicklerpräparat erkennen und es verdient die vollste Beachtung.
- Als Vorzüge des Eikonogen’s werden von den Erzeugern dieses Präparates hervorgehoben: „Es braucht keine so lange Belichtung als Eisenoxalat und ertheilt den Negativen eine schöne bläulich-schwarze Farbe, verbunden mit einem sehr zarten Niederschlag.“
- „Der gelöste Entwickler kann mehreremale benutzt werden, da derselbe sich an der Luft nicht bräunt, Entwickelt man zunächst nah altem Entwickler bis alle Details erschienen sind, und alsdann fertig mit frischem, so erhält man die. bei Porträts so sehr gewünschten Spitzlichter. Hierzu kann man alten Entwickler 3—4mal benutzen.
- „Man kann eine zum Entwickeln fertig gemischte "Vorratlis lösung bereiten, welche sich wochenlang ungeschwächt hält, (?)_ „Das Eikonogen ist der billigste Entwickler, sowohl bezüglich des Preises als auch der Kraft, Derselbe hält sich in Büchsen umei. ändert, während Pyrogallussäure und Hydrochinon durch Alter leiden.
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- Das Entwickeln der Bromsilber-Gelatineplatten.
- „Mit Hilfe des Eikonogen lässt sich eine 50—100 fache Ueber-exposition ausgleichen, und zwar durch Verwendung von altem Entwickler mit Bromkali, oder durch Verdünnen von frischem mit der 2—3 fachen Menge Wasser und Bromkaliumzusatz.“
- „Das Eikonogen ist absolut ungiftig, während alle bekannten Entwickler zu den heftigsten Giften zählen.“
- Vorschriften zum Entwickeln mit Eikonogen.
- I. Für getrennte Lösungen:
- A. 200 g schwefligsaures Natron werden in 3 Liter destillirtem Wasser gelöst. Zu dieser Lösung fügt man 50 g Eikonogen, welches sich bald auflöst.
- B. 150 g krystallisirte Soda werden in 1 Liter destillirtem Wasser gelöst.
- Zum Gebrauch mischt man: 3 Theile Lösung A,
- 1 Th eil Lösung B.
- Es ist am besten für Porträtaufnahmen die Lösungen A und B jedesmal frisch zu mischen und im Bedarfsfälle einige Tropfen Bromkalilösung (1:10) als Verzögerer zuzusetzen.
- Vach E. Vogel (Phot, Mitth. Bd. 26, S. 95) kann man die Menge des Eikonogen im Entwickler herabsetzen. Es werden gelöst: A. 45 g Natriumsulfit, 5 g Eikonogen, 500 ccm Wasser. B. 60—75 g Kaliumoder Natriumearbonat (calcinirt). Alan mischt vor dem Gebrauche gleiche Volumen von A und B.
- II. Für gemischte Lösungen:
- 200 g schwefligsaures Natron und 150 g krystallisirte Soda werden in 4 Liter destillirtem Wasser kalt gelöst, und zuletzt 50 g Eiko-n°gen als trockenes Pulver in die Flasche gegeben. Diese Lösung verwendet- man direct zum Entwickeln, ohne Wasserzusatz. Sie ist jedoch Dleht so lange haltbar, als die sub I. A angegebene Lösung.
- Für noch kürzere Exposition wendet man die sub III angegebene Forschrift an.
- Für längere Expositionen muss mit ca. der Hälfte Wasser verdünnt, 'der Bromkali zugesetzt werden.
- Hie krystallisirte Soda braucht durchaus nicht chemisch reine, son-kann solche sein, wie sie als Wasch-Soda benutzt wird.
- de
- III. Für sehr kurze Alomentaufnakmen:
- ^lan löst 10 g schwefligsaures Natron und 5 g Pottasche in 150 ccm Wirtes Wasser und fügt alsdann 5 g Eikonogen hinzu.
- ^er Handbuch der Photographie. III. Theil. 4. Aufl. 20
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- Dritter Theil. Fünfundzwanzigstes Capitel.
- Hiermit lassen sich Momentbilder lieratisholen, welche mit keinem anderen Entwickler zu erzielen sind.
- Die Pottasche sollte für gewöhnlich nicht benutzt werden, da sie zu energisch wirkt. Ebenso vermeide man Ammoniak.
- Das destillirte Wasser kann ersetzt werden durch reines Eegen-oder weiches Brunnenwasser, oder durch Brunnenwasser, welches mit Soda gereinigt wurde, durch Zusatz von 2—3 g Soda auf je 1 Liter Wasser und Klärenlassen.
- Um die besten Resultate zu erlangen, ist es nothwendig, frisches unverdorbenes schwefligsaures Natron zu verwenden. Da aber dieses Salz leicht verdirbt, so wird dasselbe mit dem Eikonogen zusammen in gut verlötheten Blechbüchsen a 200 g Inhalt geliefert, ln diesen Büchsen hält sieh das schweflig-saure Natron jahrelang frisch, und lassen sich dieselben leicht durch Abrollen eines Blechstreifens öffnen.
- F i x i r e n.
- Nach dem Entwickeln wird die Platte abgespült und in ein Alatin-bad (50 g Alaun, 1 Liter Wasser) für eine Minute gelegt, alsdann kurz abgespült und fixirt.
- Das Alaunbad wird empfohlen, sobald man ein gewöhnliches Fixir-bad an wendet, um Färbung (Flecken bildung) der Gelatineschicht zu verhüten. Benutzt man das unten angegebene saure Fixirbad (Fixir-natron mit saurem sehwefligsaurem Natron), so erscheint die Einschaltung des Alaunbades zwischen Entwickelung und Fixirung nicht nothwendig.
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- SECHSUNDZWANZIGSTES CAPITEL.
- DAS FIXIREN.
- Die entwickelten Platten werden vor dem Fixiren mit Wasser abgespült. Diese Operation ist namentlich nach dem Eisenoxalat-Entwickler nöthig, weil sonst grössere Mengen des in das unterschwefligsaure Natron gelangenden Eisensalzes einen gelbbraunen Schlamm aus-scheiden; der letztere könnte die Negative gelb färben.
- Auch nach dem Pyrogallol-Entwickler ist ein sorgsames Abspülen zu empfehlen.
- Ein Alaunbad zwischen dem Entwickeln und Fixiren ist von Vortheil, ist aber nicht unumgänglich nothwendig (s. S. 296). Eine Schicht, welche die Neigung zum Ablösen hat, wird dadurch fester; beim Pyro-Entwickler wird durch ein Alaunbad die gelbe Färbung beseitigt, und dies is z. B. beim Pottaschen-Entwickler von Werth.
- I. Fixirbäder.
- Man benutzt zum Fixiren unterschwefligsaures Natron, entweder allein oder mit schwefliger Säure oder Alaun versetzt. Gegenwärtig ist aiw meisten eine Auflösung von Fixirnatron in Wasser im Gebrauch, .jedoch verdient das mit saurer Sulfitlösung angesäuerte entschieden den I orzug.
- Das Fixirbad wird in der Pegel in flache Porcellan- oder Steinzeug-Pssen, seltener in stehende Glascuvetten gegeben und die aus dem Entwickler kommenden, gut mit Wasser abgespülten Platten 0 hineingelegt, Zink- oder Eisenblechtassen sind nicht zu empfehlen, da die silberhaltigen Fixirbäder Metalle angreifen und die Tassen bald löcherig Werden.
- ^ D Man kann die Platten fixiren, ohne den Pyro-Entwickler abzuspülen; die p'^en werden trotzdem brillant, aber der Fixirer wird sehr raseh braun und die a en bekommen mitunter Gtelbsehleier.
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- Dritter Theil. Sechsundzwanzigstes Capitel
- Am besten nimmt man das Fixiren in der Dunkelkammer vor, weil die Platten am Tageslichte sich gelb färben können, da sie häufig Beste von Entwickler eingeschlossen enthalten, welche unter dem Einflüsse des Tageslichtes das Bromsilber mehr oder weniger reduciren und dadurch zu Schleier Veranlassung geben. Jedoch schadet schwaches Tageslicht gegen Ende der Fixirung nicht mehr.
- Das Fixirbad soll reichlich angewendet werden und alle zwei bis drei Tage erneuert werden; alles Fixirnatron erscheint durch hinein-gebraehte Entwickter-Beste braun und färbt nicht selten die Gelatineschicht, ferner ist Gefahr vorhanden, dass die Fixirung nicht mehr vollständig erfolgt.
- Die Platten bleiben so lange im Fixirbade bis jede Spur von Bromsilber (von der Bückseite der Platte) verschwunden ist, Es soll die Platte sogar einige Minuten im Fixirbad liegen, wenn schon jede Spur von Bromsilber verschwunden ist. Die letzten Beste des Lösungsproductes von Bromsilber im Fixirnatron (unterschwefligsaures Silberoxydnatron) lösen sich schwer auf und würden auch nach dem Abspülen mit Wasser in der Schicht bleiben. Solche schlecht fixirte Platten gilben am Lichte nach; beim Verstärken mit Quecksilber geben sie immer gelbe Flecken.
- Ferner gilt als allgemeine Eegel, dass man die fixirten Platten mit Wasser unter einem Wasserhahne gut abspült und 15 bis 30 Minuten in eine Schale mit mehrmals gewechseltem Wasser legt, worauf inan sie nochmals sehr gut und dauernd unter einem tüchtigen Wasserstrahl abspült (s. S. 312).
- Lieber die Zusammensetzung der Fixirbäder sei folgendes bemerkt:
- 1) Das gewöhnliche Fixirbd.
- Man löst 1 Theil Fixirnatron in ungefähr 4 Th eilen Wasser
- oder bequemer: Man mischt 1 Theil einer kalt gesättigten wässerigen Fixirnatronlösung (welche man im Vorrathe für mehrere Tage herstellen kann) mit 2 Theilen Wasser.
- In diesem Bade fixiren gute Bromsilberplatten rasch und sicher Bei Anwendung von Pyro - Entwickler oder Eikonogen stellt sich mit' unter eine Gelbfärbung der Bildschicht ein, weshalb das saure Fixirbad vorzuziehen ist.
- 2) Das saure Fixirbad.
- Versetzt man das Fixirbad mit schwefliger Säure oder mit emei Lösung von saurem sehw'efligsauren Natron nebst freier schüe feliger Säure, so übt die saure Beaction eine sehr günstige Mirkung auf die Bromsilberschicht aus, indem die durch Pyrogallol etc. bewirk*0
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- Das Fixiren
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- Färbung der Gelatineseh ich t: entfernt und dadurch klare und brillante Matrizen von hübscher grauschwarzer Farbe des Silberniederschlages erhalten werden, welche rasch copiren, wie die an der k. k. Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Beprodueiionsverfahren in Wien durch A. Lainer angestellten Versuche zeigten.
- Per Verfasser setzt zum Fixirbade die gegenwärtig im Handel zu sehr billigem Preise vorkommende saure Natriumsulfit-Lauge an. Dieselbe wird in grossen Quantitäten durch Uebersättigen von Natronlauge oder Soda mit schwefliger Säure erzeugt und zu Zwecken der Bleicherei in den Handel gebracht z. B. von der Firma Nashold in Aussig (Böhmen1); die „saure Sulfitlauge“ enthält saures schwefligsaures Natron (Natriumbisulfit) nebst erheblichen Mengen freier schwefliger Säure, hat beiläufig eine Dichte von 38 Grad Baume und ist somit sehr stark concentrirt; sie hält sich, in verschlossenen Flaschen viele Monate lang.
- Man mischt vor dem Gebrauche
- 1 Liter Fixirnatronlösung (1 : 4),
- 50 ccm saure Sulfitlauge (bis 100 ccm) und legt die aus dem Entwickler kommenden gut gewaschenen Platten hinein. Das Bad ist so lange wirksam als es noch sauer reagirt. Nach mehrtägigem Gebrauche wird es erneuert oder neuerdings saures Sulfit zugesetzt, bis es durch Erschöpfung langsam fixirt.
- Steht keine saure Sulfitlauge zu Gebote, so kann man nach A. Lainer eine Mischung von 60 ccm neutraler Natriumsulfit-Lösung (1 : 4) und 20 ccm Weinsäure-Lösung (1 : 2) zusetzen.
- Etwas Citronensäure oder Weinsäure im Fixirbade bewirkt, dass die mit Pyro entwickelten Platten während des Fixirens die gelbe Farbe verlieren; die Bilder werden dünner, erscheinen grauschwarz und mit sehr klaren Schatten. Dies hatte der Verfasser bereits 1885 in der 3. Auflage des vorliegenden Werkes (Seite 237) erwähnt. Diese Zusätze bewirken eine Trübung von ausgesehiedenem Schwefel, welche störend lst. Reed2) benutzte Essigsäure und liess das trübe Fixirbad gut absetzen.
- A. Lainer fand3), dass Natriumsulfit-Lösung mit Citronensäure oder Weinsäure 'ersetzt, das Bad trotz der stark sauren Reaetion nicht trüben; man darf jedoch nur 80 viel Weinsäure zusetzen, dass schweflige Säure frei wird, ein Ueberschuss führt Trübung herbei. Eine gute Vorschrift für ein derartiges saures Fixirbad ohne Trübung erhält man, wenn per Liter Fixirnatron-Lösung (1:4) eine Mischung von 20 ccm ^ einsäure-Lösung (1: 2) und 60 ccm Natriumsulfit-Lösung (1; 4) zugesetzt wird; kräftiger, mtensiver und andauernder wird die Wirkung, wenn zu 1 Liter Fixirbad eine Mischung von Weinsäure-Lösung (1:2). . . . 30 ccm
- , Natriumsulfit-Lösung (1:4) . . . 70 ccm
- gesetzt wird.
- D Ferner bei A. Moll in Wien (I. Tuchlauben).
- 2) Phot. Mosaies for 1889. S. 108.
- 3) Mitth. der K, K. Versuchsanstalt f. Phot. 1889. (Phot. Corresp. 1889. S. 171.)
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- Eine starke Ansäuerung von 1 Liter Fixirbad erhält man auch mit einer Mischung, bestehend aus:
- Citron ensäure - Lösung (1:2). . . 40 ecm Natriumsulfit-Lösung (1:4) . . . 70 ccm Sollte beim Gebrauche von Natriumsulfit aus anderen Bezugsquellen im Fixirbad eine Trübung resultiren, so wäre der Zusatz der Säure zum Sulfit zu vermindern überhaupt können die Mischungsverhältnisse nach Gutdünken oder Bedarf verändert werden, nur dürfen die Säuren nicht in grösseren Mengen im Verhältnisse zum Sulfit genommen werden, als es die angegebenen Maximalwerte gestatten. Die Mischung ist vor dem Zusatze zum Fixirbade zu schütteln.
- Das saure Fixirbad lockert keineswegs die Gelatineschicht, sondern übt eher eine festigende Wirkung aus.
- Allgemeine Bemerkungen über gewöhnliche oder saure Fixirbäder.
- Zu eoneentrirte Lösungen von Fixirnatron greifen den Leim an und im Sommer entstehen dann leicht Blasen in der Schicht. Ausserdem fixiren ganz starke Lösungen das Bromsilber langsamer aus den Platten, wie Burgess1) und Monckhoven2) an gaben. Die beste Coneentration ist 1:4 bis 1 : 8.
- Jodbromsilber-Gelatineplatten fixiren viel langsamer als reine Bromsilberplatten, namentlich wenn der Fixirer sehr verdünnt ist. Debenham3) gibt folgende Tabelle über die Schnelligkeit des Fixirens:
- Dauer des Fixirens für Bromplatten Jodbromplatten (3 Proe. Jodid) Fixirnatronlösung 1:2 30 Secunden 50 Secunden
- „ 1:5 40 „ 3 Minuten
- „ 1:10 90 „ 8
- Jedoch hat nicht nur das Jodsilber einen Einfluss auf die Schnelligkeit des Fixirens, sondern auch die Darstellungsweise.
- So z. B. fixiren langsamer: Emulsionsplatten, welche mittels harter Gelatine hergestellt wurden oder viel Chromalaun enthalten; ferner ammoniakalische Emulsionen, welche in grosser Coneentration und mit wenig Gelatine dargestellt wurden; desgleichen solche, welche mit Ammoniak heiss digerirt wurden und transparente Schichten gaben.
- Das Fixiren mit untersehwefligsaurem Natron geht nicht so leicht vor sich, als bei dem Verfahren mit nassem Collodion. Die Fixirungsflüssigkeit färbt sich sehr leicht schmutzig gelb durch Beste vom Entwickler, welche mit den Platten in das Fixirbad gelangen. Ist das Fixirbad stark gelb oder schmutzig braun, so theilt sich diese Färbung der Gelatineschicht mit. Man muss demnach einen grossen Vorrath der Lösung von unterschwefligsaurem Natron in vorhinein zur Verfügung haben und selbe erneuern, sobald man eine Färbung bemerkt, oder besser: man verwendet ein saures Fixirbad.
- Kalte Fixirbäder fixiren langsam. Wenn man Fixirnatron in ^ a-ssei frisch auflöst, so kühlt sich die Flüssigkeit bedeutend ab: dann fixllt die Lösung langsam. Die beste Temperatur ist 10 bis 18 Grad C. Zu
- V, S. K-
- 1) Burgess, The Argentic Gelatino-Bromide Worker’s Guide. 1880.
- 2) Phot. News. 1881. S. 52. Moniteur de la Phot. 1881. S. 24.
- 3) Phot. News. 1885. S. 492.
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- Das Fixiren.
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- warme Fixirbäder bewirken leicht das Entstehen \Ton Blasen und Ablösen der Schicht,
- 3) Gemischte Alaun- und Fixirbäder.
- Mischt man die Lösungen von Alaun und Fixirnatron, so trübt eich die Mischung unter Ausscheidung von fein vertheiltein Schwefel und Thonerde, während die Flüssigkeit nach schwefliger Säure riecht1). Fixirt man Platten in der trüben, frischen Mischung, so werden die Gelatineschichten milchig trübe, was beim Copiren wohl wenig schadet, aber die Matrizen unsauber macht, Lässt man jedoch die Mischung über Nacht stehen, so klärt sie sich ab und gibt beim Fixiren ganz klare Matrizen. .Das gemischte Alaun- und Fixirbad wurde zuerst von De la Ferronay (Phot. News. 1883. S. 142; Phot. Archiv 1883. S. 183) vorgeschlagen und vom Verfasser wiederholt mit gutem Erfolge erprobt beim Fixiren von Gelatineplatten, welche leicht kräuseln und sich vom Glase ablösen; bei der Anwendung des gemischten Bades bleibt selbst bei unsicherem Haften der Schicht am Glase dieselbe festgehalten; jedoch fixirt dieses Fixirbad langsamer als das gewöhnliche.
- Es werden 1 Theil kalt' gesättigte wässerige Fixirnatron-Lösung mit' 1j2 bis 1 Theil gesättigter wässeriger Alaunlösung gemischt' und am anderen Tage verwendet. Die Mischung hält sich mehrere Tage Ibis eine Woche) verwendbar.
- Durch Versuche, welche an der K. K. Lehr- und Versuchsanstalt fiir Photographie in "Wien durch A. Lainer angestellt wurden, ergab deh, dass man ein klares gemischtes Alaun- und Fixirbad erhält (Phot. Corresp. 1889. 8. 311). wenn man 1 Liter gesättigte Alaunlösung
- 200 bis 300 ccm gesättigte Lösung von neutralem Natriumsulfit IJmt daun 1 Liter bis l1/^ Liter Fixirnatron- Lösung 'mscht. Dieses Gemisch ist sofort nach seiner Herstellung klar und "Glicht nicht erst über Nacht einer Klärung überlassen zu werden; es fann sofort verwendet werden.
- 4) Verschiedene andere Fixirmittel.
- Andere Fixirmittel, als unterschwefligsaures Natron, haben sich im '"-latineverfahren nicht bewährt, weil die Gelatine nicht so widersfands-talllg, als Collodion ist.
- D Der Zersetznngsprooess verläuft nach der Gleichung: J^2S203 -f AlHSOgg = Al 2 03 + Sg -P 3S0o
- JteV°k’Wefiigg. schwefelsaure Tlionerde Schwefel schwefelige 'atron Thonerde Säure
- 3Na2 SO4
- schwefeläaures
- Natron.
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- Scbwefelcyanammonium kann, wie Brooks aufmerksam machte1) als Fixirer dienen und auch Fahre empfiehlt es hierzu2). Zu eon-centrirte Lösungen bewirken aber das Ablösen (Kräuseln etc.) der Schicht Fs ist gefährlich Cyankalium zum Fixiren zu benutzen, weil es das Bild und die Schicht angreift, Kur ganz verdünnte Lösungen von reinem Cyankalium können als Fixirer angewendet werden, jedoch ist auch davon abzurathen.
- gewaschen werden.
- II. Waschen der fixirten Platten mit Wasser und Entfernung der letzten Spuren von Fixirnatron.
- Die Bromsilber-Gelatineplatten müssen nach dem Fixiren sehr gut Es ist eine längst bekannte Thatsache, dass Gelatineplatten viel länger
- als Collodionplatten gewaschen werden müssen. Blosses Abspülen mit der Brause genügt nicht: das Fixirnatron würde in der Gelatine bleiben und zu allerlei Fehlern Veranlassung geben (s. Cap. „Fehler“).
- Die Platten müssen nicht nur gut abgespült werden, sondern noch durch etwa 10 bis 30 Minuten oder besser noch länger in einer Tasse mit reinem Wasser gebadet und dann nochmals abgespült werden. Hierzu können gewöhnliche Porzellan-, Blech' fassen etc. mit Brunnenwasser dienen.
- Der Verfasser pflegt die Platten in gi'°-e Tassen zu legen 11IU^ bei fliessendem V asser
- 3?ig. 150. Glasplatten - Gestell von Hornby.
- 1) Brit. Journ. 1881.
- 2) Aide-Memoire de Phot, pour 1882. S. 63.
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- durch ungefähr eine halbe Stunde zu waschen. Hierauf wischt man die Oberfläche der Gelatineschichte mit einem zarten Schwamme oder feuchten, weichen Waschlederlederlappen ab, wodurch die adhärirenden Unreinigkeiten und Schlamm entfernt werden: schliesslich spült man mit einem reichlichen Wasserstrahle ab und stellt die Platten zum Trocknen auf einen Plattenständer von Fig. 149, 150 oder 158.
- Fig. 151. Wässerungsapparat.
- Apparate zum Auswässern der Emulsionsplatten.
- Ist eine grössere Anzahl Platten nach dem Fixiren zu waschen, so bieten Tassen, n welche die Platten horizontal gelegt werden, zu wenig Raum. Es erweisen sich dann verschiedene Waschapparate von Vorthei], welche ein vollkommnes Waschen bei geringem Bedarf an Wasser auch in kleinem Raume gestatten.
- Fig. 151 zeigt einen Wa schtrog mit Querstäben (AB), auf denen die Platten ruhen.
- A Querleisten von Blech, um die Platte mit der Rückseite daran zu lehnen. B kleine Leisten am Boden von 1j211 Höhe. C der übergreifende Deckel. D Hahn zum Ablassen und Wechseln des Wassers.
- Die Querleisten werden in einer solchen Höhe im Kasten befestigt, dass sie für Platten von drei verschiedenen Formaten passen.
- Im Folgenden sind mehrere solche Apparate abgebildet.
- Wenn man mit wenig verschiedenen Plattengri>sseu arbeitet, ist es gut. sieh Waseh-d'öge aus Zinkblech machen zu lassen, in welche die Platten 0 Ruthen (aus Zinkblech oder bleib] eeh) aufrecht gestellt Werden. In Fig. 152 sind zwei -Wtheilungen (für Cabinet- und ^isitplatten) berücksichtigt.
- Ein Abflusshahn an diesen Waschtrögen (Fig. 153) erleichtert das Ablassen des Fassers.
- Fon grossem Vorthei erweist sieh eine Wassserleitung, mittels welcher man einen c°ntinuirliehen Wasserstrom durch den Apparat leitet. Leitet man das Wasser von
- Kg, 152 Wässerungsapparat.
- Wässerungsapparat,
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- von unten zu und lässt es oben abfliessen, so erfolgt das Waschen rascher und die Flüssigkeit wird gut untereinander gemischt. Fig. 154 stellt einen solchen Waschapparat vor, jedoch findet man ihn selten in der Praxis.
- Bringt man am Boden der Gefässe einen Siebboden an (Fig. 154), so sammelt sich Schmutz und die schwerere Fixirnatronlösung unter den Platten. Der in Fig. 155
- Fig. 154. Wässenuigsappaiat,
- dargestellte Waschtrog besitzt einen Deckel und zwei Zu- und Abfluss - 0 Öffnungen, welche man für das Waschen in stehendem oder in ab- und zufliessendem Wasser zurichten kann.
- Fig. 155.
- \Y ässerungsapparate.
- Fig. 15G.
- Bei dem in Fig. 156 abgebildeten Apparat sind Handhaben EE angebracht. Zieht man diese in die Höhe, so heben sie auch die Bleehnuthen mit den Platten über das Waschwasser empor, wie die punktirten Linien 44 andeuten. Eine Schnappfeael hält die Handhaben in dieser Stellung fest. Man kann somit jede einzelne Matrize herausnehmen, ohne mit der Hand unter das Wasser tauchen zu müssen. Bei D fliesst das Wasser zu, bei C ab.
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- Das Fixiren.
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- Prümm’s Waschapparat bestellt ans einem Drahtgestell D (Fig. 157) mit Holz-nuthen für die Platten P. Dies Gestell passt in ;die beiden Abtheilimgen des bei-stebenden Kastens A von Blech. Das Wasser fliesst- zuerst in die hintere Abtheilung,
- Fig. 157. Wässerungsapparat.
- füllt diese, findet theilweise seinen Ausweg durch den Hahn h theilweise tritt es durch die Löcher in der Zwisehenwandung in die vordere Hälfte des Kastens über. In dieser Hälfte befinden sich die weniger gewaschenen Platten.
- Fig. 158. Zerlegbares Plattengestell. Fig. 159. Plattengestell (zusammengelegt).
- Fig. 158 und 159 zeigt Talbot’s (Berlin) zerlegbares Platten-, Trockenwind Auswässerungs-Gestell. Dasselbe ist aus weisslackiertem starken Blech
- gefertigt, zusammenlegbar, wenig Platz einnehmend, und daher besonders für die Eeise Zu empfehlen. Man kann es leicht in einen Eimer und dergl. zum Auswässern der Platten Hellen und später zum Plattentrocknen benutzen.
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- Fig. 160, 161 und 162 zeigen ähnliche Apparate englischer Provenienz von Houghton (London). Fig. 160 ist mit Abflussheber versehen; Fig. 161 dient zum Einstellen; Fig. 162 zum Einlegen der Platten und Tauchen der Vorrichtung in Wasserbehälter (Eder’s Jahrbuch f. Phot, für 1889. Bd. 3, S 381).
- Fig. 163 zeigt D. Barbieri’s zer-legbaren Wässerungsapparat, mittels welchem die Platten in einen Wasserbehälter gestellt werden (Phot. Corresp. 1887).
- Stebbing schlug den in Fig. 164 abgebildeten Wasehapparat vor1). Der Trog B ist aus Holz, Schiefer oder einem anderen Materiale verfertigt und durch Scheidewände (1 bis 5) in sechs Kammern (cc) getheilt. Das Wasser fliesst bei A zu, passirt die Kammern in der Bich-Fig. 163. tung der Pfeile und fliesst bei D ab.
- Werden nun die zu waschenden Platten eingesetzt, so wird bei 1 das Wasser fortwährend erneuert, während bei 5 dasselbe mit den gelösten Salzen abfliesst. Ist die Platte bei 1 gewaschen so nimmt man sie
- c / c
- Fig. 164. Wässerungsapparat.
- heraus, gibt an ihre Stelle die aus 2 und lässt so jede Platte um eine Kammer vorrücken; die unmittelbar aus dem Fixirbad kommenden Platten werden bei 5 eingesetzt.
- Fig. 165. Wässerungsapparat.
- Auf einem ähnlichen Prinzipe beruht der in die Länge gestreckte Waschtio-von Fig. 165. Die Scheidewände AAA, B B B trennen den Trog in kleinere Zelle11-welche um so frischeres Wasser enthalten, je näher sie dem Wasserhahn sind.
- 1) Brit. Journ. Phot. Almanac for 1882. S. 1879.
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- III. Zerstörung der letzten Spuren von Fixirnatron.
- Da es schwierig ist. die letzten Spuren von Fixirnatron aus den Gelatineplatten durch blosses Waschen mit Wasser zu entfernen, da diese Operation sehr viel Wasser erfordert, so pflegt man mitunter die Feste von Fixirnatron durch chemische Mittel zu zerstören.
- Sehr wirksam ist ein Alaunbad. Die fixirten Platten werden gut abgespült und durch 8 bis 10 Minuten in Wannen ausgewässert, dann in eine Lösung von 3 bis 5 Theilen Alaun in 100 Theilen Wasser (oder eine kalt gesättigte Lösung, d. i. 1:10) gesetzt und darin mindestens 5 bis 10 Minuten belassen. Schliesslich wird wieder sehr gut abgespült.
- Das Alaunbad wirkt nämlich in dreifacher Richtung: 1. Zerstörung des Fixirnatron; 2. Gerbung oder Härtung der Schicht; 3. Entfernung eines etwa vorhandenen Pyrogallus-Gelbschleiers, welcher von unvorsichtiger Pyro-Entwickelung herrührt1). Aus diesem Grunde zieht Verfasser das Alaunbad oder ein analog wirkendes Bad der leichter löslichen schwefelsauren Thonerde anderen ähnlichen Mitteln vor.
- Vidal empfahl Ohromalaun in 3procentiger Lösung2).
- Zur Zerstörung des Fixirnatrons kann auch Bau de Javelle (unterchlorigsaures Kali) dienen. Stolze3) badet das Negativ in ganz verdünnter Lösung von Bau de Javelle: nämlich 2000 Theile Wasser und 30 Theile Eau de Javelle. Man bemerkt am Geruch, ob noch eine ausreichende Menge dieser Substanz vorhanden ist: sobald er nachlässt, setzt man ein neuerliches Quantum von Eau de Javelle zu.
- Belitzki und Scolik verwenden unterchlorigsaures Zink. Man verreibt 20 g Chlorkalk in einer Beibsehale mit nach und nach zugesetztem Wasser zu einem dünnen Brei und bringt die Flüssigkeit mit Wasser auf 1 Liter; man setzt hinzu eine Lösung von 40 g Zinkvitriol in 100 ccm Wasser und lässt absetzen. Zum täglichen Gebrauch mischt man 1 Theil dieser Lösung mit 6 Theilen Wasser und badet hierin das Negativ 1 bis 2 Minuten.
- Das von mehreren Seiten empfohlene Salpetersäure Blei ist zur Zerstörung von Fixirnatron unwirksam; ebenso wenig wirkt salpetersaures Baryt und Wasserstoffsuperoxyd, wie Dr. Stolze nachwies4). Dagegen zerstört Bromwasser rasch das Fixirnatron; hotzdem empfiehlt es der Verfasser nicht, weil es von üblem und naehtheiligem Geruch ist und alle Metallgegenstände rasch angreift. Eine Lösung von Jod in Jodkalium zersetzt wohl unterschwefligsaures Natron, aber führt es in tetrathionsaures Natron über, welches selbst wieder unbeständig ist.
- 1) Eder, Phot. Corresp. 1881. S. 203.
- 2) Phot. News. 1881. S. 453.
- 3) Phot. Woehenbl. 1882. S. 132. — Im Brit. Journ. of Phot. (April 1881) ist eme concentrirte Lösung von Eau de Javelle (nämlich 1 :16) vorgeschrieben an Stelle Ton Eau de Javelle kann man eine filtrirte Mischung von 2 Theilen Chlorkalk, 4 Theilen Fottasehe und 40 Theilen Wasser benutzen.
- D Phot. Woehenbl. 1883. S. 348.
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- SIEBENUNDZWANZIGSTES CAPITEL.
- DAS VERSTÄRKEN DER GELATINE-NEGATIVE.
- I. Die Quecksilber-Verstärkung1.
- Von allen Verstärkungsmethoden für Bromsilber-Gelatineplatten haben sich die verschiedensten Varianten der Quecksilber-Verstärkung am meisten in der Praxis eingebürgert, — Als Grundregel mag hierbei gelten, dass für wenig ausgiebige und zartere Verstärkung am besten die Behandlung mit Quecksilberchlorid und schwefligsaurem Natron dient, Bedarf man einer sehr kräftigen Verstärkung, so greife man zur Jodquecksilber-Verstärkung — Ein sehr geübter Blick gehört dazu, um immer mit Sicherheit zu erkennen, ob die eine oder andere Verstärkungsmethode am Platze ist, Dagegen verschwindet diese Schwierigkeit, wenn man den nachfolgenden Weg einschlägt.
- Das gehörig lange ausfixirteQ und nach dein Fixiren bestens gewaschene Negativ wird getrocknet2) und hierauf in eine Tasse mit Quecksilberchlorid-Lösung gelegt und darin belassen, bis das Bild nach Wunsch undurchsichtig geworden ist. Die Quecksilberlösung wird her-gestellt durch Auflösen von
- 2 Th eilen Qecksilberchlorid,
- 2 ,, Bromkalium in
- 100 ,, Wasser.
- Negative, welche nur wenig verstärkt werden sollen, bleiben nn Quecksilberbade bis sie oberflächlich grau geworden sind. Ist eine aus-
- 1) Eine zu kurze Zeit oder in altem unterschwefligsauren Natron fixirte Plaüe gibt beim Verstärken mit Quecksilber sehr leicht eine gelbe Färbung; namentlich an der dicker gegossenen Schicht-Seite.
- 2) Man kann die Platte auch nass verstärken, und die Verstärkung ist in diesem Falle sogar ausgiebiger, aber die Verstärkung steht unter besserer Controle. 'velin man sie früher trocknen lässt, da manche Platten ihre Dichte während des Trocknen» auffallend ändern.
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- Das Verstärken der Gelatine-Negative.
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- giebige Verstärkung notliwendig; so behandelt man die Platte bis das Bild durch und durch weiss geworden ist; um Zeit zu ersparen nimmt man in diesem Falle die Quecksilberlösung doppelt so stark. Dann wird o’ut abgespült; sorgfältiges Äuswässern ist überflüssig, wenn man nachher mit schwefligsaurem Natron die Schwärzung durchführt. Die Dichte des Negativs hat nunmehr wesentlich zugenommen, aber die weisse Farbe muss in eine grauschwarze übergeführt werden.
- Das Schwärzen geschieht am besten mit schwefligsaurem Natron (Natrium sulfit); man löst 1 Th eil dieses Salzes in 6 bis 8 Th eilen Wasser, oder stellt eine kalt gesättigte wässerige Lösung her, welche man vor dem Gebrauche mit der gleichen Menge Wasser verdünnt, In dieses Bad legt man die Platte, welche darinnen sofort eine schöne grauschwarze Farbe an nimmt, welche lichtbeständig ist, Wenn die Schwärzung durch und durch erfolgt ist, wäscht man gut mit Wasser, legt die Platte für einige Zeit in eine Schale mit reinem Wasser, spült ab und stellt sie zum Trocknen hin.
- Sind die zu verstärkenden Platten schwach verschleiert, so ist es empfehlenswerth, dieselben zuvor mit rothem Blutlaugensalz oder einer Lösung von Eisenehlorid aufzuhellen: Man übergiesst das fixirte und gut gewaschene Negativ mit einer Lösung von 1j2 Th. Salzsäure, P4 Th. conc. Eisenchlorid-Lösung und 20 bis 30 Th. Wasser. Sobald der Schleier zu verschwinden beginnt, spült man rasch mit Wasser ab und verstärkt mit der oben angeführten Quecksilberverstärkung.
- Harte, in den Lichtern zu dichte Negative verstärkt man, indem man sie nur in Quecksilberchlorid badet, bis sie weiss geworden sind; ohne sie hinterher zu schwärzen. Sie drucken dann weich, sind aber nicht völlig beständig.
- Es gibt viele Varianten der Quecksilber-Verstärkung. Fast alle laufen darauf hinaus, dass man das Negativ in eine Quecksilberchlorid-Lösung legt, bis es dicht und weiss geworden ist, worauf man es schwärzt. Solche Varianten sind:
- 1) Verstärken mit Quecksilberchlorid und Ammoniak.
- Das Negativ wird mit einer Lösung von Quecksilberchlorid (1:50) behandelt, bestens gewaschen (!), dann mit verdünntem Ammoniak (1:4 bis 1:20) übergossen;
- wäscht dann mit Wasser. Die Farbe ist grau schwarz, aber nicht so lichtbeständig, wie die oben angegebene: auch muss man nach dem Behandeln mit Quecksilberchlorid Sehr gut waschen, sonst entstehen Flecken. Die Verstärkung war bis 1884 allgemein gebräuchlich, wurde aber durch die sub I angegebene Methode verdrängt.
- 2) Verstärken mit Quecksilberchlorid und darauffolgendes Behandeln mit Entwickler.
- Ausserordentlich ausgiebig werden die Negative verstärkt, wenn man die im Quecksilberchlorid (sub I auf S. 318) weiss gewordenen Platten gut wäscht oder %droehinon-Soda-Entwickler einwirken lässt (D. Mallmann). Oder man behandelt ^4 Queeksilberehloridlösung, spült gut ab, legt sie in eine Tasse mit Eisenoxalat-
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- Dritter Theil. Siebenundzwanzigstes Capitel.
- Entwickler, wobei Reduction der Bildstellen eintritt, worauf man neuerdings gut wäscht, mit Quecksilberchlorid neu verstärkt und wie sub I angegeben ist mit Natriumsulfit schwärzt.
- 3) Verstärkung mit Quecksilberbromid und Cyansilber-Cyankalium
- nach Monckhoven ] j-
- Das fixirte lind gewaschene Negativ (wenn trocken, muss es zuvor 1/2 Minute in Wasser getaucht werden) wird in eine Lösung von 20 g Quecksilberchlorid, 20 s; Bromkalium in 1 Liter Wasser, je nach der Intensität, die man erzielen will, längere oder kürzere Zeit getaucht. Die äusserste Grenze ist erreicht, -wenn das Negativ ganz weiss geworden ist. Dann wird abgewasehen und in eine Lösung von 20 g Silbernitrat in Q2 Liter Wasser gemischt mit 20 g krystallisirtem, reinem Cyankalium in 1/2 Liter Wasser getaucht, worin die Farbe des Negativs dunkel wird. Die Cyanlösung muss etwas ungelöstes Cyansilber flockig am Boden enthalten. Man darf die Matrize nicht zu lange in der Cyanlösung lassen, da sonst die schwachen Stellen des Bildes angegriffen und die Intensität zum Theile zerstört würde.
- Dieser Verstärker wirkt ganz gut, jedoch hat ihn Monekhoven selbst in seinem neuesten Werke über Bromsilber-Gelatine, wahrscheinlich des letztgenannten Uebel-standes wegen, aufgegeben, und die einfache Verstärkung mit Quecksilberchlorid und Ammoniak adoptirt. Einige Photographen beobachteten, dass die derartig verstärkten Platten sieh nach öfterem Copiren rosonroth färben (Folge von schlechtem Auswaschen'?).
- 4) Verstärken mit Quecksilberchlorid und Quecksilber-Cyan-Lösung.
- Das mit Quecksilberchlorid weiss gefärbte Negativ wird in nachfolgendes Bad gelegt: 5 Theile Cyankalium, 21/2 Theile Jodkalium, 21/2 Theile Quecksilberchlorid und 1000 Theile Wasser. In diesem Cyanbad wird das Negativ zuerst gelblich (erstes Stadium: Bildung von Quecksilberjodür) und erscheint weich. Das Negativ wird aber noch weiter im Bade belassen, worauf die Farbe allmählich dunkler braun wird2) und enorm an Kraft und Contrasten gewinnt. (Allmähliche Veränderung des Queeksilberjodürs durch secundäre Wirkung des Cyankaliums), ln diesem Stadium sind die Bilder sehr dicht; flaue Matrizen erscheinen brillant, normale Matrizen aber meistens zu kräftig und zu hart.
- Dieser Uebergang erfolgt aber sehr langsam und ist leicht zu controliren.
- Ist das Negativ in diesem zweiten Stadium zu hart und zu dicht, so belasse man es noch länger im Cyanbede. Die Intensität nimmt nun wieder allmählich ab3), die Farbe wird heller braun, das Bild wird wieder transparenter, ohne dass Details ausgefressen werden, nachdem man ungefähr ebenso lange gebadet hat, als nötlug war, um die höchste Intensität zu bekommen. Die Bilder besitzen nun ein sehr schönes, zartes, brillantes Aussehen. Für gewöhnlich dürfte es sich empfehlen. die Verstärkung bis zu diesem (dem dritten) Stadium fortzusetzen und sie nimmt dann 2 bis 3 Minuten in Anspruch. Diese Verstärkung passt für Negative verschiedener Qualität; sie ist allen anzupassen.
- 1) Bull, de l’Assoc. Beige. 1879, Bd. 6, S. 178. Phot. Corresp. 1879. Bd. 16-S. 208. Eine ganz ähnliche Methode (nur war Chlorammonium an Stelle des Brom kalium vorgeschrieben) gab Burton im Yearbook of Phot. 1873. S. 97 an.
- 2) Tritt die Bräunung nicht ein, so war das Cyankalium unrein oder die Lösung zu alt; man füge dann etwas Cyankalium zu.
- 3) Auch hier beschleunigt Cyankalium den Proeess (s. vorige Note).
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- Das Verstärken der Gelatine-Negative.
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- Ueberdies schliesst die Quecksilber-Cyanlösung ausser ihren verstärkenden Eigen-ichaften auch schwächende in sich. Uebermässig kräftige Negative werden nach dem Fixiren gut gewaschen und (ohne vorausgehende Behandlung mit Quecksilberchlorid) in das Cyanbad gelegt (s. unten S. 225).
- Leider gibt diese Verstärkungsmethode bei ungleiehmässig gegossenen Platten eine verschiedene (gelbfleckige) Färbung.
- 5) Verstärkung mit Quecksilberjodid und unterschwefligsaurem Natron nach B, J. Edwards1).
- Dieselbe beruht auf der Anwendung eines Gemenges von Quecksilberchlorid, .Jodkalium und unterschwefligsaurem Natron; sie wurde von mehreren Seiten warm
- empfohlen2).
- Man mischt 4 g Quecksilberchlorid gelöst in 200 ccm Wasser mit 6 g Jodkalium, gelöst in 65 ccm Wasser, wodurch ein rother Niederschlag von Quecksilberjodid entsteht, welcher sieh durch das folgende Hinzufügen einer Lösung von 8 g unter-sehwefligsaurem Natron in 65 ccm Wasser zu einer klaren Flüssigkeit auflöst. Besser ist es nach Vogel3) und später auch Edwards4) die Menge des Jodkalium zu vermehren, so dass der gelbe Niederschlag schon vor dem Zusatz des Hyposulfites sich auf löst, wozu bei obigen Quantitäten eine Vermehrung des Jodkaliums auf 8 bis 12 g genügt. Man erreicht dadurch den Vortheil, dass die Flüssigkeit nach dem Zusatz von Fixirnatron völlig klar bleibt, während sie sich nach Edward’s Originalvorschrift bald trübt.
- Dieser Verstärker wird nach dem Fixiren angewendet, ohne dass man das Fixirnatron sorgfältig auszuwaschen braucht; diesen Vortheil hat Edward’s Verstärker wr allen anderen voraus. Jedoch ist es gut, den Fixirer wenigstens oberflächlich abzuspiilen. Die Mischung wirkt rasch und sicher, und färbt die Negative braunschwarz. Durch Hinzufügung von mehr Fixirnatron wirkt sie langsamer und gibt eine bessere Farbe. Eine coneentrirte Lösung von unterschwefligsaurem Natron schwächt aber das verstärkte Bild derartig, dass es so dünn wie vor dem Verstärken wird.
- Der Verstärker trübt sieh beim längeren Aufbewahren und lässt einen dunklen Niederschlag fallen, behält aber trotzdem seine Wirksamkeit noch lange Zeit. Er >4 nicht nur für Gelatine- sondern auch für trockene und nasse Collodionplatten
- geeignet.
- Die mit dem Edward’schen Verstärker behandelten Negative sind leider nicht ‘'-‘ktbeständig. Die dunkle Schicht wird nach Priimm5) und Debenham6) im Dichte heller und zugleich gelblich, bleicht also im Lichte aus. Diese Veränderung ^mindert die Deckkraft des Negativs, was beim Oopiren bemerklich ist. Dr. Szekely '^tätigte dem Verfasser in einer Privatmittheilung diese Angabe.
- 1) Phot. News. 1879. Bd. 23, S. 514. Phot. Almanac for 1880. S. 57.
- -) Beim Lösen von Quecksilberjodid in unterschwefligsaurem Natron bildet sieh ,)n Doppelsalz HgJ2 • (Na2 S2 03)2 und ist als solches in der Lösung enthalten. Alkohol ,tWlrkt nur eine Zersetzung, ohne die näheren Bestandtheile auszuscheiden. (Sitzungs-drohte der Akademie der Wissenschaften zu Wien 1882.) Auszug: Phot. Corresp. ls& S. 63.
- 3) Phot. Mitth. Bd. 16, S. 240.
- Brit. Journ. of Phot. 1879. Bd. 26, S. 561.
- 5) Phot. Mitth. 1880. Bd. 17, S. 7,
- Phot. Woehenbl. 1881. S. 372; aus Phot. News. 1882.
- Handbuch der Photographie, III. TUeil. 4. Aufl.
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- Dritter Theil. Siebenundzwanzigstes Capitel.
- II. Silberverstärkung.
- Die Silberverstärkung wurde beim Collodionverfahron so sehr beliebt, weil sje jeden Grad der Dichte zu geben erlahbt, in jedem beliebigen Stadium unterbrochen werden kann und der Zartheit der Halbtöne nicht nachtheilig ist.
- Diese Vorzüge lassen es recht wünschenswert!! erscheinen, dass die Silber-Verstärkung auch im Gelatine-Verfahren Eingang findet.
- Leider stellen sieh Schwierigkeiten in den Weg, weil sich nicht selten unregelmässige Reduetionen einfinden und das Bild mit einem rothen Schleier bedeckt wird, welcher es rettungslos zu Grunde richtet. Deshalb sind die meisten Photographen bei der Quecksilber-Verstärkung geblieben.
- Gegenwärtig sind aber Wege bekannt, um die Silberverstärkung mit ziemlicher Sicherheit auszuführen, sind aber trotzdem in der Praxis wegen der geringeren Verlässlichkeit nicht im Gebrauche. Jedenfalls soll man sie aber nicht zu weit treiben, sondern nur anwenden, wenn eine geringe Nachhilfe erforderlich ist.
- Vor Allem ist es nothwendig, jede Spur Fixirnatron zu zerstören, sonst ist ein Gelbsehleier unvermeidlich.
- Die Silberverstärkung wirkt nur auf nasse (noch nicht getrocknete) Gelatineplatten ziemlich rasch ein.
- Geeignet ist 1. der rascher wirkende Pyro-Silberverstärk er und 2. der langsamere Gallus - Silberverstärker.
- 1) Pyrogallus - Silberverstärkung.
- Zur Pyro-Siiberverstärkung kann genommen werden:
- a) 1 g Pyrogallussäure,
- 1 bis 2 g Citronensäure,
- 300 ccm Wasser und
- b) 2 g Silbernitrat,
- 100 ccm Wasser.
- Die Platte wird zunächst mit der Pyrolösung a übergossen, einige Male hin- und herbewegt und dann auf je 50 ccm der Pyrolösung etwa 30 bis 40 Tropfen der Silberlösung b zugesetzt.
- Sowie sieh der Verstärker trübt, giesst man ihn ab und ersetzt ihn durch einen neuen.
- Aehnliehe Vorschriften gaben Abney1) und Jarmann2).
- Die Eiseil - Silberverstärkung fand Verfasser weniger sicher, als die beiden vorigen.
- ö •" -.V«
- Um gewiss zu sein, dass das in der Gelatineschicht trotz guten Waschens zuhh
- gehaltene Silbernitrat3) nicht hinterher nachdunkelt, legt man zur Vorsicht das rer stärkte Negativ schliesslich noch in den Fixirer von unterschwefiigsaurem Natron-
- 2) Gallus-Silberverstärkung.
- Dieser von Ja strz em ski4) für Gelatineplatten zuerst angegebene Verstäikel u wegen seiner langsamen und sicheren Wirkung zu erwähnen.
- 1) Abney, Photography with Emulsions. 1882. S. 238.
- 2) Moniteur de la Phot. 1879. Bull. Assoc. Beige. 1879. Bd. 6, S. 150.
- 3) Belitski. Deutsche Phot. Zeitung. 1882. S. 127.
- 4) Phot. Corresp. 1881. S. 202.
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- Das Verstärken der Gelatine-Negative.
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- Der Verstärker ist sehr einfach, wie folgt:
- a) Gallussäure..................1 Theil,
- Alkohol......................10 Theile,
- b) Silbernitrat ................1 Theil,
- Wasser.......................16 Theile,
- Essigsäure..............1/4—x/3 Theil.
- Beide Lösungen sind haltbar.
- Vor dem Gebrauche mischt man 1 Theil der Lösung a mit ungefähr 4 Theilen destillirtem Wasser und setzt einige Tropfen der Lösung b dazu. Der Verstärker bleibt klar und färbt sich weder, noch lässt er einen Niederschlag von Silber fallen. Er wird nach dem Fixiren und bei Tageslicht angewendet.
- Bevor man selben auf die Platte giesst, ist es jedoch unumgänglich nothwendig, die letztere nach dem Fixiren gut zu waschen und dann die Reste von untersehweflig-saurem Natron zu zerstören.
- Da die Gallusverstärkung ihres Alkoholgehaltes wegen auf den Platten nur schlecht fliesst, so ist es zu empfehlen , entweder das Negativ nach dem Fixiren in eine Mischung von 1 Theil Alkohol und 4 Theilen Wasser zu legen (Stolze), oder — weil es mehrere Minuten dauert bis die Schicht davon durchdrungen ist — man lässt den Alkohol aus obiger Vorschrift weg. Belitski löst 1 Theil Gallussäure in 100 Theilen heissem Wasser, filtrirt und setzt nach dem Erkalten zum Behufe der Verstärkung gleich viel Silberlösung (1 Theil Silbernitrat, 1 Theil Eisessig und 50 Theile Wasser) zu. Die Verstärkung geht in der wässerigen Lösung schnell und ohne jeden Uebelstand vor sich und der Verstärker fliesst sehr gut über die Platte1).
- III. Uranverstärkimg und Bleiyerstärkniig’.
- Es gibt neben der Bleiverstärkung kaum eine ausgiebigere Verstärkung als Seile’s Uranverstärkung, welche für das Collodionverfahren seit 1865 bekannt ist. Auch bei Gelatineplaften leistet sie unter Umständen vortreffliche Dienste. — Am besten ist die Wirkung, wenn man dem Verstärker Eisessig zusetzt, da das im Verstärker enthaltene Blutlaugensalz die Gelatine gerbt und das Eindringen der Lösung bindert. Nach E. Vogel (Eder’s Jahrbuch f. Phot, für 1889. S. 397; Phot. Mitth.
- ^5, S. 34) ist zu empfehlen:
- 50 ccm rothes Blutlaugensalz (1:100),
- 50 ccm. Urannitrat (1:100),
- 10 bis 12 ccm Eisessig.
- Die Platten verstärken sieh mit rothbrauner Färbung. Auch die Bleiverstär-^Ung (s. Bd. II, S. 173) wird durch Zusatz von Essigsäure verwendbar für Gelatineplatten.
- IY. Andere Yerstärknngsmethoden.
- Durch Behandlung des fixirten Gelatine-Negatives mit einer Lösung von Jod in ^ Abspülen und Uebergiessen mit verdünntem Sehwefelainmonium wird das
- ‘egativ mit dauerhafter schwarzer Farbe verstärkt. Die Verstärkung ist aber weniger au^giel ig5 a]g mtt Quecksilberchlorid und Schwefelammonium. f. i Die Verstärkung mit Goldchlorid, Palatin- oder Palladiumchlorid wirkt bei j^3tine-Negativen wenig. W7ird das Goldchlorid nicht sorgfältig ausgewaschen, so J^sicb^die Platte am Lichte roth.
- x) Deutsche Phot. Zeitung. 1882. S. 125.
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- Dritter Theil. Siebenundzwanzigstes Capitel.
- Eine andere verlässliche — übrigens nicht mehr neue — Methode, um mit Eisen-oxalat entwickelte Negative zu verstärken, besteht darin, dass man das Silberbild in Chlorsilber verwandelt. Verfasser benutzt hierzu eine Lösung von 1 Theil doppelt-chromsaurem Kali, 3 Theilen Salzsäure und 100 bis 150 Theilen Wasser, worin die Platten bleiben bis das Bild ganz weiss oder hellgrau geworden ist. Es ist anscheinend ganz dünn und wird nun bestens mit Wasser gewaschen (mehrere Stunden)-hierauf wird es mit alkalischem Pyro-Entwickler übergossen. Die Negative haben nun ihre grauschwarze Farbe in ein gut deckendes Braun umgewandelt und eopiren sehr kräftig.
- V. Xaclivcrstärkiing von Gelatine - Negati ven, welche schon nach irgend einer der Yorbcscliriebenen Methoden verstärkt wurden.
- Der geübte Praetiker wird schon am fixirten Negativ erkennen, ob er eine sehr ausgiebige oder eine massige Verstärkung anzuwenden hat und darnach die Methode wählen, wie S. 318 beschrieben wurde.
- Dennoch kommt es aber vor, dass die Negative fertig verstärkt sind und mau nun erst bemerkt, dass die Verstärkung zu wenig kräftig war. Man muss dann zur Nachverstärkung greifen.
- Man legt die bestens gewaschenen Matrizen neuerdings in die Lösung von Quecksilberchlorid in Wasser (s. S. 318), worin die Dichte zunimmt, aber eine wenig deckende weisse oder graue Farbe zum Vorschein kommt. Nun wäscht man und behandelt (für eine massige Naehverstärkung) mit Natriumsulfit, wie S. 318 beschrieben wurde, oder (für eine bedeutende Naehverstärkung) mit Eisenoxalat oder alkalischem Pyro-Entwickler, worauf man den Process wiederholen kann.
- Die gewaschenen Negative vertragen eine nochmalige Wiederholung der Nachverstärkung, bekommen aber leicht Cfelbsehleier.
- TI. Wiedervcrstärkiuig verblichener, mit Quecksilber verstärkter Xegati ve.
- Manche mit Quecksilber und Ammoniak verstärkte Platten bleichen im Lichte aus: sie verlieren dann an Deckkraft (besonders die nach Edwards’ Methode verstärkten Negative). Zur Wiederverstärkung wurde von Debenham und nach ihm von Cotes-wortli1 2) eine Lösung von Schlippe’sehem Salz (Sehwefelantiinon-Sehwefelnatriu®1 empfohlen und zwar 2 bis 3 Theile in 100 Theilen Wasser. Durch dieselbe wird die Farbe der Negative gelbroth und die erzielte Dichte ist bedeutender als mit Schwefel-ammonium, welches die verblichenen Negative braunschwarz färbt. In dieser Richtung ist das Sch lip pe’sehe Salz vortheilhafter; nur ist es störend, dass die Lösung desselben sieh an der Luft in kurzer Zeit trübt. Deshalb empfiehlt Verfasser die von Ilauptmnn Töth und ihm 1878 gelegentlich der Bloiverstärkung angegebene-) Lösung von 10 Theilen Schlippe'schem Salz. 5 Theilen Ammoniak in 200 bis 300 oder seih-400 Theilen Wasser, weiche zuvor filtrirt, sich während des Operirens klar hält, &P-nach einigen Tagen sich gleichfalls trübt.
- Man achte beim Kaufe des Sehlippe'sehen Salzes darauf, dass es nicht vei dorben sei. was oft vorkommt. Es muss sieb im Wasser ganz oder zum grossen TW-lösen und soll in wohlverschlossenen (befassen aufbewahrt werden.
- 1) Phot. News. 1881. S. 599.
- 2) Phot. Corresp. 1876. S. 13.
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- Das Verstärken der Gelatine-Negative.
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- Die mit Schlippe’sc'hem Salz verstärkten Negative sind ganz beständig. Auch kann man zur Verstärkung von frischen Negativen die fixirten Platten mit Quecksilberchlorid und dann (statt mit Ammoniak) mit Schlippe’schem Salz behandeln. Ob (jiege Methode praetisehen Vortheil gewährt, will Verfasser nicht behaupten; jedenfalls gibt sie eine beständige Verstärkung.
- YII. Locales Verstärken.
- Eckert1) verstärkt Gelatine-Negative nach dein Lixiren partiell, indem er sie vollkommen trocknen lässt und dann die genügend kräftigen Partien bei möglichster Einhaltung der Oonturen mit Asphaltlack deckt. Die Schicht ist an einem warmen Orte in 2 Stunden trocken. Man verstärkt dann in der bekannten Weise mit. Quecksilber. Schliesslich trocknet man abermals und entfernt dann den Asphaltlack mittels eines in Benzin getauchten Baumwoll - Läppchens. Auf diese Weise lassen sich z. B, Landschaften mit hellen Häusern und dunklem Laubwerk sehr gut hersteilen.
- Da sich bei dieser Methode die Oonturen der Asphaltdecke scharf abgrenzen, so ist es in manchen Fällen besser anders vorzugehen: Man legt das fertige (früher getrocknete Negativ) auf einige Minuten in reines Wasser, presst mit Lliesspapier die Feuchtigkeit ab und bepinselt mit einem in Quecksilber - Sublimat getauchten Pinsel die zu verstärkende Stelle, bis sie kräftig genug ist. Hierauf spült man mit Wasser ab und schwärzt die verstärkte Stelle mit schwefligsaurem Natron.
- Alle diese Operationen bewirken bei unvorsichtiger Behandlung die Entstehung von mehr weniger deutlich begrenzten Flecken, welche die Platte verderben. Deshalb ist entschieden anzurathen, eine partiell zu dünne Matrize mittels Betouche (Oarmin, Mattlack, rothem Oollodion) zu verbessern.
- D Phot. Oorresp. 1883. S. 310.
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- ACHTUNDZWANZIGSTES CAPITEL.
- ABSCHWÄCHEN ZU KRÄFTIGER NEGATIVE UND FARBENÄNDERUNG VON NEGATIVEN, WELCHE BEIM HERVORRUFEN GELB GEFÄRBT WURDEN.
- Erscheinen die Negative nach dem Fixiren allzu kräftig und dicht, so können sie abgeschwäeht werden. Diese Operation ist aber mit grosser Vorsicht und nur wenn unumgänglich nöthig, auszuführen, und Aussicht auf guten Erfolg ist, nur vorhanden, wenn das Negativ detaillirt und gleichmässig dicht ist. Ein Negativ mit zarten Halbschatten und überkräftigen Lichtern ist schwerer zu retten.
- Bevor man ans Abschwächen geht, beachte inan wohl, unter welche Gattung überkräftiger Negative das vorliegende einzureihen ist, Zunächst unterscheide man, ob die Negative bloss entwickelt (und fixirt.) oder auch verstärkt sind, ob sie mit Pyro- und Eisenoxalat entwickelt sind, ferner ob die zu grosse Dichte sich gleichmässig über das Negativ erstreckt, oder ob bloss die Lichter zu kräftig sind.
- I. Die zu grosse Dichte erstreckt sieh über das ganze Negativ* weil der Entwickler zu lange eingewirkt hatte.
- Abschwächen. von zu dichten Negativen.
- Erscheinen die Negative in Folge zu langer Entwickelung zu dicht-so kann man sie abschwächen, indem man vom Silberbilde auf chemischem oder mechanischem Wege ein wenig wegnimmt,
- 1) Abschwächen mit rothem Blutlaugensalz.
- 1 £83
- Am bequemsten und sehr sicher ist die von Farmer im Jahre i 1 angegebene1) Abschwächung mit rothem Bhitlaugensalz (Ferridcyankam und Fixirnatron.
- 1) Yearbook of Photogr. for 1884. S. 59,
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- Absehwächen zu kräftiger Negative etc.
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- Man stellt eine Lösung von rofhem Blutlaugensalz (ungefähr 1:10) ker und fügt auf beiläufig 100 ccm Fixirnatronlösung (1: 8) je nach der Heftigkeit, womit die Lösung wirken soll, 5 bis 10 ccm jener Lösung hinzu. Je mehr Blutlaugensalz man zusetzt, desto rascher wirkt die Abschwächungsflüssigkeit; die Stärke der Fixirnatronlösung ist nebensächlich. Da die Mischung auf ganz Irisch fertig gemachte, noch nasse Gelatinematrizen heftig wirkt und mitunter Details in den Schatten verloren gehen können, so pflegt man die Matrizen früher zu trocknen, mit Wasser zu befeuchten und dann erst abzuschwächen.
- Enthält die Mischung wenig Blutlaugensalz, so erfolgt langsame Abschwächung, ohne dass die Matrizen hart oder glasig würden; bei reichlichem Blutlaugensalzgehalt und energischer, kurz andauernder Ab-schwächung werden die Contraste vermehrt und die Scliatfenpartien mehr angegriffen.
- Man nimmt die Platte etwas früher aus dem Bade, als bis das ^'wünschte Resultat erhalten ist, da die Absehwächung während des Abspülens noch etwas fortschreitet,
- Der Process bei der Absehwäehung ist: Bildung von Ferroeyan-silber. welches sieb in Fixirnatron löst,
- 2) Abschwächern mit oxalsaurem Eisenoxyd.
- Das von Beiitzki angegebene (Deutsche Photogr.-Zeitung 1883) Absehwäehungsbad von oxalsaurem Eisenoxydkali und Fixirnatron wird dargestellt durch Auflösen von
- 5—10 g oxalsaurem Eisenoxydkali und 100 ccm Fixirnatronlösung (1:5).
- Oie gelbliche Lösung ist sofort zu verwenden1) und wirkt rasch lln(i gleiehmässig. ohne dass die Details der Zeichnung verloren gingen, kt die Lösung zu stark, so verschwinden zarte Bildstellen, jedoch ist das Absehwächen bei einiger Sorgfalt ganz gefahrlos.
- Wer sich grössere Mengen der grünen Krystalle von oxalsaurem kisenoxydkali selbst lierst eilen will, kann folgen dermassen verfahren: Man giesse alten, nicht mehr zum Entwickeln verwendeten .Eisenoxalat-Entwickler in flache Schalen und lasse ihn freiwillig eintrocknen. Die ^ erhaltene bräunliche, von grünen Krystallen durchsetzte bröckelige ;asse wird mit 3/10 oder 1ju Oxalsäure versetzt, mit der ungefähr Wachen Menge Wasser in. einer Porcellanschale zum Sieden erhitzt, i(i schmutzig trübe Flüssigkeit heiss durch Fiitrirpapier filtrirt und
- k Naeb einigen Stunden trübt sieb die Mischung und scheidet einen schlammigen -Schlag von basischem Eisensalz und Schwefel ab.
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- Dritter Theil. Achtundzwanzigstes Capitel.
- einer Porcellanschale über Nacht zur Erystallisation überlassen, scheiden sich smaragdgrüne Kry stalle des genannten Salzes aus, welche vor Licht geschützt aufbewahrt werden.
- 3) Absc.hwäehen mit Cyankalium.
- Ein anderer vortrefflicher Abschwächer, welcher rascher wirkt. Ist’ 21j2 Th eile Quecksilberchlorid. 21j2 Th eile Soda, 5 Theile reines Cyankaliwn und 1000 Theile Wasser; oder: 5 g reines Cyankalium, 2!/2 g Jodkalium. 21/2 g Quecksilberchlorid in 1000 ccm Wasser. Die trockenen Negative werden in diese Lösung gelegt. Häufig ist schon nach einer Minute die Abschwäehung genügend: wünscht man eine ausgiebigere Abschwächung, so lässt man 5 bis 15 Minuten in diesem Bade liegen.
- Cyankalium für sich allein wirkt in starker Lösung rasch abschwächend auf das Bild. Es ist gerathen, das Negativ zuvor zu trocknen, um die Wirkung zu massigen. Cyankalium vermehrt die Contraste, indem es die Schatten auf hellt und dadurch die Bilder contra Streicher macht. Wünscht man diesen Effect, so ist Cyankelium zu empfehlen. Manche Photographen giessen Cyankaliumlösung auf die fixirte, noch nasse Platte stellenweise auf und machen so z. B. nur das Gesicht eines Porträtes transparenter, nicht aber die Kleider.
- Will man mit Cyankalium absehwächen, ohne die Contraste zu vermehren, so kann man zuvor mit Goldchlorid behandeln.
- Burgess empfiehlt deshalb1), das fixirte und gewaschene Negativ mit einer ziemlich starken Goldchloridlösung (1 : 60) zu übergiessen. Dann wäscht man ab und übergiesst mit einer Cyankaliumlösung, wodurch das entstandene Chlorsilber entfernt und das Negativ harmonisch abgeschwächt wird.
- Cooper2) empfiehlt zum Absehwächen eine schwache Lösung von Jod in Cvan-kalium.
- Nach Henderson3) werden befeuchtete Gelatinenegative, welche man über eine Cyankalium enthaltende Tasse legt, durch die sieh entwickelnden Blausäuredänifte abgeschwäeht; jedoch muss auch die Luft etwas Zutritt haben.
- 4) Absefiwäclien mit Eisenchlorid und Kupferehlorid etc.
- Behandelt man ein Silberbad mit Eisenchlorid oder Kupferchlorid, so wild es allmählch transparenter, indem sich Chlorsilber bildet.
- Man nimmt Eisenchloridlösung (1:30 bis 1:100), badet das Negativ bis e. genug abgeschwäeht ist und fixirt dann nochmals. . .
- Aehnlich wie Eisenchlorid wirkt Jodtinetur (Jod in Jodkalium4 5), Kupferehlorid! oder Javelle’sche Lauge6), welche Abney sehr warm empfiehlt. Schliesslich niu-nach allen diesen Mitteln fixirt werden.
- 1) Burgess, The argentie Gelatino-Bromide Worker’s Guide. 1882. S. oi.
- 2) Phot. News. 1879. S. 393.
- 3) Phot. News. 1883. S. 655.
- 4) Audra, Bull. Soc. Franc. 1881.
- 5) Mitschell, Br. Journ of Phot. Almanac. 1881. S. 77. ^ ?I,
- 6) Abney, Photography with Emulsions. 1882. S. 230. Javelle’sche Lau-^ diesem Zweck wird hergestellt: 1 Theil Chlorkalk wird mit 20 Theilen ^assel
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- Abschwächer! zu kräftiger Negative etc.
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- Ein gutes Reeept für Kupferchlorid-Schwächung ist das von John Spiller angegebene1). Man braucht zwei Lösungen:
- i Wasser................... 1200 Theile
- ^ J Alaun...................... 120 „
- j Kupfervitriol..............120 ,,
- ' Kochsalz.................. 240 „
- wird aufgelöst und filtrirt.
- B. Kaltgesättigte wässerige Kochsalzlösung.
- Vor dem Gebrauche mische man gleiche Theile A und B und tauche das Negativ ein. In hartnäckigen Fällen nehme man mehr Kupferlösung oder diese allein.
- Ist der gewünschte Grad der Durchsichtigkeit erreicht, so wasche man gut.
- Bekanntlich bilden Kupfervitriol und Kochsalz Kupferchlorid, welches das Silber angreift. Kochsalz löst das gebildete Kupferchlorür auf.
- II. Das Negativ hat sehr zarte Halbschatten lind übermässig
- dichte Lichter lind copirt somit hart.
- Dieses kann leicht Vorkommen, wenn man unterexponirt und lange entwickelt, oder zu viel Bromkalium dem Entwickler zusetzt.
- Folgendes, wenig bekannte Mittel des Verfassers2) hilft in diesem, anscheinend sehr schwierigen Fall.
- Man badet das fixirte und gewaschene Negativ in einer Lösung von 3 Theilen Salzsäure, 1 Theil doppeltchromsaurem Kali und 100 bis 150 Theilen Wasser (nebst 5 g Alaun, um das Ablösen der Schicht zu hindern), bis es ganz weiss geworden ist (auch von der Bückseite aus gesehen). Es ist das Bild nunmehr sehr dünn und ganz in Chlorsilber übergeführt. Nun wird es bestens gewaschen, bis die Schicht nirgends mehr gelb erscheint; hierzu ist ein längeres Baden in mehrmals gewechseltem Wasser nöthig. Die Platte wird jetzt in Hydrochinon-Entwickler gelegt, welcher nur allmählich eindringt und auf diese Weise ein weiches Bild entwickelt, wenn der Entwickler nicht zu lange gewirkt hat. Langsamer wirkt der Eisencitrat-Entwickler (s. unten).
- III. Im Negativ sind die Details in den Schatten etwas ver-
- schleiert, dasselbe copirt somit flau.
- In diesem Falle schwächt man das Negativ mit rothem Blutlaugensalz und Fixirnatron in geringem Grade ab, so dass der Schleier verschwindet; hierauf wäscht man bestens (V4 Stunde in fliessendem Wasser) und verstärkt mit Quecksilberchlorid nach Seite 318).
- rieben, 2 Theile Pottasche und 20 Theile Wasser zugesetzt, das Gemisch gekocht luid filtrirt.
- 1) Yearbook of Photography. 1884. S. 67.
- 2) Aus der 2. Auflage dieses Werkes. 1883. S. 180.
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- Dritter Theil. Aehtundzwanzigstes Oapitel.
- Oder man behandelt mit Quecksilberchlorid bis die Matrize eine massige Bleichung zeigt, übergiesst mit schwacher Cyankalium-Lösung, wobei eine Aufhellung und Zerstörung des Schleiers erfolgt; hierauf wäscht man gut, und verstärkt wie gewöhnlich mit Quecksilberchlorid und Natriumsulfit.
- Oder man badet- das fixirte und bestens gewaschene Negativ in folgendem Bhodangoldbad: 10 bis 20 g Bhodanammonium. 100 ccm Wasser und 3 bis 4 ccm Ohlorgoldlösung (1 : 50). Dadurch werden die zarten Details, sowie der Schleier bläulich, die dichteren Stellen bleiben braun und dadurch werden die Contrast-e erhöht. Schliesslich wird in frischer Lösung von Fixirnatron fixirt. (Besonders wirksam z. B. bei Landschaften, welche mit Pyro-Sulfit entwickelt wurden.)
- IV. Stellenweises Absehwächen zu dichter Stellen im Negativ.
- Oft kommt es vor, dass bei Aufnahme von Interieurs, Porträten etc, gewisse Stellen viel zu dicht sind, während andere gerade die nöthige Kraft besitzen und durchaus nicht abgeschwächt werden dürfen. In diesem Falle schwäche man nicht durch chemische Mittel (Bäder etc.) ab, sondern durch Abreiben mit einem in starken Alkohol getauchten Leinwandlappen.
- Diese von Lenhard1) in Wien und Brooks2) in London beschriebene Methode ist ganz sicher. Ein feiner Leinwandlappen wird in Alkohol getaucht und damit mit den Fingern auf der getrockneten Platte so lange unter mässig starkem Druck gerieben, bis die zu dunkle Partie sich allmählich aufhellt. Die Leinwand wird dabei schwarz und die zu dichte Stelle wird dünner ohne Detail-Zeichnung zu verlieren. Man erhält hierbei immer den Lappen mit Alkohol befeuchtet, — Kleinere Stellen kann man mit einem feinen Hölzchen aus biegsamem Holz, welches man in Alkohol taucht, aufhellen oder eine Papierschablone zum Schutz der benachbarten Stellen auflegen.
- V. Absehwächen von zu bedeutender Quecksilber-Verstärkung.
- Trotz aller Vorsicht kommt es vor, dass man Negative zu sehr mit Quecksilber verstärkt hat, so dass eine hinterherige geringe Abschwächung erwünscht scheint.
- Dies erreicht man durch Behandeln der (sowohl nach dem Verfahren a als b) verstärkten Platten mit einer 1/2 bis 2 proeentigen Lösung von untersehwefligsaurem Natron; das Abschwächen geht gefahrlos und sicher vor sieh, ohne dass Flecken entstehen würden oder Gefahr des gänzlichen Ausfressens vorhanden wäre. Man kann auch eine schwache Cyankaliumlösung versuchen, welcher energischer wirkt. Die Ab Schwächung geht in beiden Fällen nur bis zu einem gewissen Punkt.
- 1) Phot. Mitarbeiter. 1885. S. 25.
- 2) Brit. Journ of Phot. 1885. S. 343. Phot. Woehenbl. 1885. S. 229.
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- Abschwächer) zu kräftiger Negative ete.
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- Die bei den beschriebenen Processen vor sieh gehenden Reactionen sind in Kürze:
- Durch Behandeln des Negativs mit Quecksilberchlorid bildet sich ein aus weissem Silberchlorid und Quecksilberehlorür bestehendes Bild. Bei Behandeln mit Natriumsulfit nach der Gleichung: Ag HgCl2 = AgOl -f- HgCl bildet sich ein schwarzes feinzertheiltes Quecksilber.
- Unterschwefligsaures Natron löst das im Bilde vorhandene Silber auf und wirkt auf die Quecksilberverbindung nur schwach auflösend. Cyankalium löst ebenfalls das Silber auf, zersetzt den Quecksilberniederschlag unter partieller Auflösung und bildet wenig deckendes metallisches Quecksilber.
- VI. Umwandlung- der gelblichen Färbung der mit Pyro entwickelten Platten in eine dunkle bräunliche oder grauschw arze
- Färbung.
- Man kennt jetzt gute Vorschriften von Pyro-Entwickler, welche den Negativen ohne weitere Manipulationen eine dunkle braune oder grauschwarze Färbung gehen, z. B. den Soda-Entwickler auf S. 294.
- Manche Entwickler, z. B. der Edward’sche Glycerin- oder der Pottaschen-Entwickler färben die Schicht und auch den Silberniederschlag gelbbraun. Man kann diese Färbung durch verschiedene Mittel beseitigen, je nachdem man eine stärkere oder schwächere Abschwächung damit verbinden will; denn die graubraunen Matrizen eopiren rascher als die gelbbraunen.
- 1) Aenderung der Farbe durch Behandlung mit Eisensalzen.
- Der Verfasser machte im Juni 1883 zuerst auf die Eigenschaften der gemischten Alaun- und Eisenvitriol-Bäder aufmerksam, welche Pyro-Platten von Gelbbraun in eine dunkle Färbung verwandeln. Edward s1) empfahl dieselbe Combination mit Zusatz von Citronensäure. Man spült die fixirte Platte oberflächlich ab und übergiesst sie mit einer Lösung von 1 Theil Alaun, 1 Th eil Citronensäure, 3 Theilen Eisenvitriol und 20 Theilen Wasser. Tn einigen Secunden ändert sich die Farbe in ein dunkles Braun ohne Verlust der Dichte und die Matrizen eopiren besser.
- Auch mit Eisenalaun (schwefelsaures Eisenoxyd-Ammoniak) und citronensaurem Eisenammoniak erhielt der Verfasser gute Resultate.
- 2) Farbenänderung der mit Pyro entwickelten Platten mit gleichzeitiger Abschwächung der Negative.
- Sind die Negative durch die Pyro-Entwickelung dicht und stark gelb gefärbt und eopiren sie demzufolge zu langsam, so behandle man sie fiht sauren Alaunbädern, welche einiges von der Deckkraft binwegnebmen.
- 1) Brit. .Journ. Phot. Almanac for 1884. S. 60.
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- Dritter Theil. Achtundzwanzigstes Capitel.
- Von den vielen Mitteln, welche zu diesem Zwecke empfohlen wurden, sind erprobt:
- Baden des fmrten und gewaschenen Negatives in einer Mischung von 3 Theilen Salzsäure und 100 Theilen kaltgesättigter wässeriger Alaunlösung1), welches Gemisch sehr gut und schnell nachwirkt, oder 5 bis 10 Theilen Citronensäure und 100 Theilen gesättigter Alaunlösung2) (wirkt langsam, oft erst nach einigen Stunden).
- Gewöhnliche gesättigte Alaunlösung entfernt wohl auch die gelbbraune Farbe, wie Blanchard3) zuerst angab, wirkt aber langsam, oft erst nach mehreren Stunden. Rascher wirkt eine Lösung von Chloraluminium4) oder schwefelsaurer Thonerde. (Verfasser.)
- Für die Verwendung der zuerst vom Verfasser in der dritten Auflage dieses Werkes (1885. S. 252) empfohlenen schwefelsauren Thonerde sprach sich besonders Dr. Lohse günstig aus (Phot. Archiv. 1888. S. 68), weil dieses Salz leichter löslich ist als Alaun, nicht aus der Schicht krystallisirt und viel kräftiger gerbt.
- Viel rascher aber wirken saure Bäder, wie die vorher erwähnten, oder Jarman’s Lösung. Nach Jarman5) wird das Negativ in einer Lösung von 1 Theil Kochsalz in 8 Theilen Wasser gebadet, dann herausgenommen und zur Kochsalzlösung 1/2 Theil verdünnte Schwefelsäure (1:8) gegeben; in dieser Mischung wird das Negativ durch mehrere Minuten gebadet.
- Auch wässerige schweflige Säure oder ein Gemisch von sehwefligsaurem Natron und verdünnter Schwefelsäure wirken im selben Sinne.
- 1) Von Berkeley (Brit. Journ. Phot. Almanac. 1881. S. 59) empfohlen; seitdem vielfach erprobt.
- 2) Robinson, Bull. Assoc. Beige de Phot. 1881. S. 228. Cowell, Phot. News. 1881. No. 1181.
- 3) Phot. News. 1880. S. 604; 1881. S. 20.
- 4) Hanson, Phot. News. März 1881.
- 5) Yearbook of Phot. 1881. S. 151.
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- N’EUNUWDZWANZIGSTES CAPITEL.
- FIRNISSEN UND RETOUOHIREN DER FERTIGEN GELATINE-NEGATIVE UND DAS ABLACKEN DERSELBEN.
- I. Das Lackiren oder Firnissen.
- Obgleich die trockenen Gelatine-Negative sehr hart sind und im Nothfall auch ohne Firniss auf Albuminpapier gedruckt werden können, soll man dieselben doch unbedingt firnissen, weil es leicht Vorkommen kann, dass sie feucht werden oder dass sie aus nicht ganz trockenem gesicherten Papier beim Copiren Silbernitrat aufnehmen und dann fleckig werden. Nach mehrmaligem Copiren färben sich die Matrizen dann stellenweise gelbbraun und sind verdorben.
- Deshalb soll man nicht einmal Probecopien von nicht lackirten Gelatine-Matrizen machen oder wenigstens genau darauf sehen, dass die Platte und das Papier völlig trocken sind; keinesfalls drucke man mehr als eine Copie von unlackirten Platten1).
- Wenn die Gelatine-Matrizen lackirt werden, dürfen sie nicht im Geringsten feucht sein, sondern sollen mehrere Stunden lang nach dem scheinbaren Trocknen an der Luft freistehen.
- Dann schreitet man zum Lackiren. Es kann für Gelatineplatten .jeder Negativlack, welcher sich im Collodionverfahren bewährt hat, dienen. Man darf ungeseheut einen sogenannten Warmlack anwenden und wärme die Gelatineplatten herzhaft an; einmal trocken, leiden sie durch die Wärme nicht.
- 1) Man kann hierbei ein Glimmerblatt (England, Phot. News. 1880. S. 100). 0(Lr eine Gelatinefolie zwischen Negativ und Albuminpapier legen, die Drucke werden aljßr dann etwas unscharf.
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- Dritter Theil. Neunundzwanzigstes Capitel.
- Als Negativlack für Gelatineplatten kann jeder im nassen Collodion-Verfahren erprobte Lack dienen (s. Theil II dieses Werkes, Heft 7, S. 177. worin sehr ausführlich über die Herstellung der Firnisse gesprochen wird), z. B.:
- 150 Theile Schellack,
- 18 Theile Sandarak,
- 1 Theil Bicinusöl,
- 1000 Theile starker Alkohol.
- Dieser Lack gibt eine harte, gute Lackschicht, Es ist besser ungebleichten Schellack zu verwenden, da der Lack widerstandsfähiger ist und die bräunliche Farbe der Lösung in der dünnen Schicht auf der der Matrize nicht merklich ist, Sollte jedoch die Färbung unerwünscht sein, so kann ohne wesentlichen Nacht-heil auch gebleichter Schellack verwendet werden. Selbstverständlich wird vor dem Gebrauche filtrirt,
- J. F. Schmid empfiehlt: 400 g weissen oder hellgelben Schellack, 100 g Sandarak, 10 g Mastix, 10 g Dama.rharz, 5 Tropfen Bicinusöl und 2 Liter hochgradigen Alkohol aufzulösen (das Photographiren. S. 156).
- Der Negativlack wird vor seiner Verwendung durch Filtrirpapier filtrirt.
- Jedpch muss man die gewöhnlichen (für Collodionnegative bestimmten) Firnisse mit gleichen Theilen starkem Alkohol verdünnen. Der weingeistige Lack dringt in die Gelatineschicht nicht ein, sondern fliesst- nur darüber und trocknet, wenn er zu dick ist, langsam. Das lackirte Negativ lässt man an der Luft trocknen oder besser man unterstützt das Trocknen durch gelindes Erwärmen.
- Das Firnissen der Gelatine-Matrizen mit gewöhnlichem Negativlack gilt allgemein als genügend und wird thatsächlieh allseitig mit Erfolg ausgeübt, dennoch tauchte die Ansicht auf, dieser Schutz gewähre nicht die volle Sicherheit gegen Silberflecke. Man empfahl, zuerst die Platte mit 2 procentigem Boheollodion zu übergiessen und dann erst den Negativlack aufzutragen.
- Eine blosse Oollodionschicht (ohne nachträglichen Lacküberzug) schützt die Platten wohl auch ziemlich lange gegen Silberflecke; allem nach längerem Copiren zeigt es sich, dass sieh Silbernitra-t viel eher m die Oollodionschicht als in die Lackschicht zieht, der Schutz ist m diesem Falle nicht so sicher.
- Zum Firnissen von Gelatine-Negativen ist auch wässerige Boiax Schellack-Lösung verwendbar, wie zuerst Wilkinson (Phot, Mochenbl. 1883. S. 164; Eder's Jahrbuch f. Phot, für 1888. II, S. 473) empfahl-da sich dieser Lack fester mit Gelatine vereinigt als alkoholische Lacke,
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- Firnissen und Retoueliiren der fertigen G elatine - Negative ete.
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- man löst 100 g gebleichten Schellack, 25 g Borax und 6 g Soda, 3 bis 4 g Glycerin in 500 ccm Wasser unter Erhitzen und verdünnt schliesslich mit Wasser auf 1000 ccm.
- II. Das Retoueliiren.
- Gute Gelatineplatten erfordern im Allgemeinen weniger ßetouche als Collodionplatten.
- Es ist am besten die Matrizen mit Negativlack zu firnissen und dann mit Bleistift (unter Mithilfe von Mattolein rj zu retoueliiren.
- Man kann direct mit Bleistift auf der Bildschicht (vor dem Laekiren) retouchiren. Manchmal stosst, man dabei auf Schwierigkeiten. Durch Einreiben mit ein wenig fein gepulvertem Colophonium oder Mattolein oder einer dünnen Lösung von Canadabalsam oder Damarharz in Terpentinöl, welches mittels des Fingers aufgerieben werden kann, wird die Gelatineplatte sehr geeignet, die Betouche anzunehmen. In allen Fällen muss sie vollkommen trocken sein.
- Auf das trockene, ungefirnisste Negativ können durch Anhauchen und Einreiben mit einem in Graphitpulver eingetauchten trockenen Pinsel Wolken etc. einretouehirt werden; auch für Porträte eignet sich diese Manier gut1 2).
- Zum Abdecken auf Emulsionsplatten kann man Carmin, Engelroth (eventuell mit Zusatz von dicker Gummilösung), chinesische Tusche etc., wie bei Collodionplatten verwenden.
- Um einzelne zu dichte Stellen zu mildern, reibt man dieselben mit fein gepulverter Ossa sepiae (oder zartem Bimssteinpulver) ab; auch Radirgummi oder ein Radirmesser, oder Messer in der Form von Impf-laneetten können verwendet werden. Auch Abreiben der Stelle mit einem in Weingeist getauchten Leinwandlappen wirkt aufhellend, wie nian schon oben3) angegeben fand und macht die betreffende Stelle immer durchsichtiger ohne die Zeichnung oder Schicht zu verletzen.
- 1) Hergestellt aus 1 Theil Damarharz und 5 Theilen ordinärem Terpentinöl. — Oder 10 g Damar, 75 g i’eetifie- Terpentinöl und 75 g Benzin nebst 50 Tropfen La-xendelöl.
- 2) Zum Einreiben mit der Estompe ist nach Ashmann nichts besser als fein Gepulverter Graphit; um ihn gut haften zu machen, überziehe man die Platte mit einem Gemisch von gleichen Theilen Terpentin und Goldgrund, lasse trocknen und estompire. Auch auf einer Schicht von Mattlack oder Pauspapier, hinter das Negativ geklebt, lässt sieh tretflieh mit Blei, resp. Graphit arbeiten.
- 3) Siehe dieses Werk S. 330.
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- Dritter Theil. Neunundzwanzigstes Oapitel.
- III. Bas Auf bewahren der Gelatine-Negative.
- Gelatine-Matrizen bewahrt man in Papier eingesehlagen an einem trockenen Baume auf. Sie sind gegen Temperaturwechsel viel widerstandsfähiger als Collodionplatten und wurmförmige Bisse der Schicht (bei alten Collodion-Matrizen nicht selten) kommen hier nicht vor.
- Trotz der Firnissschicht sind die Gelatineplatten noch immer nicht unzulänglich für die Feuchtigkeit. Kommt direct Wasser darauf, so hebt sich der Lack allmählich in die Höhe, wobei Bisse und Sprünge entstehen, ln diesem Falle soll man mit starkem Alkohol ablackiren, die Platte in Wasser weichen, trocknen und frisch lackiren.
- IT. Ablackiren von Gelatine-Platten zum Zwecke der Verstärkung oder Abschwäcliung.
- Es kommt häufig vor, dass laekirte Gelatine-Matrizen von der Lackschicht befreit werden sollen; entweder weil sich eine nachträgliche Verstärkung oder Abschwächung als nothwendig erweist oder weil die Lackschicht während des Oopirens fleckig geworden ist.
- Das Ablackiren geschieht ohne die geringste Gefahr für das Bild, wenn man die Platte in eine Tasse mit stärkstem Alkohol legt und nach 10 bis 15 Minuten mit einem weichen Lappen gut abreibt. Hierauf spült man mit Alkohol ab und legt nochmals für V2 Stunde in frischen Alkohol. Die Lackschicht ist nunmehr gänzlich entfernt,
- Will man nunmehr die Platte verstärken, so lässt man sie trocknen, spült mit Wasser gut ab und legt sie so lange in eine Schale mit reinem Wasser, bis dasselbe gleiehmässig angenommen wird. Hierauf verstärkt man oder schwächt man ab, wie oben angegeben ist,
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- DREISSIGSTES CAPITEL.
- DARSTELLUNG ORTHOCHROMATISCHER PLATTEN.
- I. Darstellung orthochromatischer Platten.
- Orthochromatische Platten (mitunter auch isochromatische genannt) oder färben empfindliche Platten sind nicht nur für Blau und Violett, auch für die sogenannten Jnacti irischen“ Farben empfindlich, besonders für Grün, Gelb und mehr oder weniger für Orange und Roth. Durch die Anwendung orthochromatischer Platten werden farbige Gegenstände in ihrem richtigen Helligkeitswerthe wiedergegeben, d. h. Gelb erscheint in der Photographie heller als Dunkelblau, während die gewöhnliche Photographie bekanntlich den entgegengesetzten Effect bewirkt, Deshalb sind orthochromatische Aufnahmen von hohem Werthe bei der Reproduetion von Gemälden und anderen farbigen Objecten, bei 'kr Photographie vergilbter Documente, unter Umständen bei der Land-riiaftsphotographie, sobald viel Grün und Gelb (bei Getreidefeldern) wrhanden ist, oder in Gebirgen mit einer weiten Perspective von bläulich ^'scheinenden Bergen, welche sich vom Himmel schwer abheben, sowie Zllr Aufnahme von Wolken etc. Zu gewöhnlichen Landschaftsaufnahmen ^rwendet man jedoch meistentheils gewöhnliche Platten.
- Wiehe Platten hatte zuerst Attout aus Clavton in Frankreich in An Handel gebracht : es waren dies Eosinplatten. Prof. Yogel in Berlin Uzougte Anfangs 1884 Azalin platten, welche die Farben Wirkung sehr 'Jireet Wiedergaben. Der Verfasser stellte solche orthochromatische “dographien Ende August 1884 dar und erzeugte in Oesterreich zuerst Achromatische Platten ohne von der Darstellungsweise von Prof.
- . 'Uri s Azalinplatten Kenntniss zu haben und führte die Darstellung i ^ei Trockenplattenfabrik von Löwy und Plenen in Wien im Grossen Eine ganze Collection von sehr schwierig zu reprodueirenden
- I^aiellen, Stickereien, namentlich aber von alten vergilbten Oelgemälden.
- : Handbuch der Photographie. III. Tlieil. 4. Aull. 22
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- Dritter Theil. Dreissigstes Capitel.
- welche bis dahin dem Photographen fast unüberwindliche Schwierigkeiten boten, legte er beim Stiftungsfeste des Vereins zur Pflege der Photographie in Frankfurt a. M. am 11. September 1884 vor.
- Für den practisehen Photographen dürfte sich der Bezug käuflicher orthochromatischer Platten empfehlen, weil in den Fabriken ..das Ge-heimniss“ in der richtigen Anpassung der Farbstoffe an die Emulsion und der präcisen Ausführung bei unwirksamem Licht besteht, ohne welches ein Gelingen nicht möglich ist.
- Die meisten Fabriken bewahren die Natur des Farbstoffes als Ge-heimniss, jedoch steht fest, dass die überwiegende Mehrzahl von orthochromatischen Platten mit dem vom Verfasser zuerst in die Photographie eingeführten Erythrosin hergestellt werden. Daneben eignet sich noch Eosin, Pose Bengal, sowie Chinolinroth, welche sämmtlich die Platten für Grün und Gelb sensibilisiren (s. S. 361), sowie Cyanin als Sensibilisator für Both, Orange und Gelb, oder Mischungen eines Farbstoffes der ersten Gruppe mit Cyanin z. B. im Verhältnisse 1:1 bis 10 : 1.
- Man kann, wie bereits auf Seite 155 ausgeführt wurde, die Platten in zweifacher Weise hersteilen.
- 1) Färbung der flüssigen Emulsion durch directen Zusatz des Sensibilisators in die Masse.
- Hierzu eignet sich eine Emulsion ohne oder mit geringem Jodsilbergehalte am besten. Dieselbe soll vollkommen schleierfrei und kräftig arbeiten und braucht keine hohe Empfindlichkeit zu besitzen. Es eignet sich die Emulsion I und III auf Seite 208 bis 214.
- Zur Herstellung von Erythrosinplatten wird folgendennassen vorgegangen:
- Man fügt auf 1 Liter geschmolzener Emulsion 15 ccm einer hp' throsinlösung (1 : 500) zu, mischt gut und filtrirt. Erythrosin kann w11 Dr. Schuchard in Görlitz bezogen werden und es wird 1 Theil w 500 Th eilen Wasser im Vorrath e gelöst und gut filtrirt.
- Mit dieser Emulsion werden bei dunkelrothem Lichte (odei An bringung von braunem Seidenpapier vor die Laterne) die Platten üL1 zogen und wie gewöhnlich getrocknet und verarbeitet.
- Durch Zusatz einer minimalen Alenge von Ammoniak zur Eiüio-h vor dem Giessen erhält man grosse Gelbempfindlichkeit und gleichzeitig Steigerung der Gesammtempfindlichkeit. z. B.: 1 Tropfen Ammoniak 1 Liter gefärbter Emulsion.
- Leber Färbung der Emulsion mit anderen Farbstoffen s. 8. 1*A-
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- Darstellung orthochromatischer Platten.
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- Derartige Platten entsprechen den besten Handelssorten von orthochromatischen Platten und zeichnen sieh durch die Reinheit und Gleich-miissig’keit der Schicht aus, was bei Bade-Platten nicht immer der Fall ist.
- Zur Herstellung von Erythrosin silberplatten wäscht man die Emulsionsgallerte zunächst mit destillirtem Wasser, schmilzt sie und fügt auf 1 Liter 10 bis 20 ccm der auf Seite 164 beschriebenen ammo-makalischen Erythrosinsilber-Lösung hinzu; mit Vermehrung der Farblösung steigt bis zu einem gewissen Grade die Farbempfindlichkeit, Die Platten sind jedoch nicht, so haltbar, wie die vorhin beschriebenen Ery-tkrosinplatten.
- 2) Färbung fertiger Bromsilbergelatine-Trockenplatten durch Baden in Farbstoff - Lösungen.
- Während die vorhin erwähnte Methode der Färbung der flüssigen Emulsion in der ganzen Masse der empfehlenswert!)ere Weg für Fabrikanten oder solche Personen ist, welche die Emulsion selbst darstellen, so erscheint es dagegen für einen kleinen Geschäftsbetrieb bequemer, fertige Trockenplatten zu kaufen und diese selbst durch Baden in Farbstoff-Lösungen farbenempfindlich zu machen, sobald man über die nöthigen Localitäten verfügt,
- Erythrosin platten. Sehr hohe Empfindlichkeit für Gelb und Brün erhält man unter Anwendung ammoniakalischer Erythrosinlusungen, besonders dann, wenn man die Platte zuvor in verdünntem Ammoniak aufweicht und dann erst ein ammoniakalisches Farbstoffbad Eigen hisst. Man legt gute, schieierlos arbeitende Trockenplatten bei huibelrotbem luchte in ein Vorbad von
- 1 bis 2 ccm Ammoniak und 100 ccm destillirtes Wasser
- ffureh 2 Minuten, indem man Sorge trägt, dass ein undurchsichtiger Sf'hirm die Platte vor dem Auffallen des directen rothen Lichtes schützt, Hieraut lässt man die Platten abtropfen und legt sie sofort in ein Bad 'on 6 ccm Erythrosinlösung (1 : 500 ),
- 100 ccm destillirtem Wasser,
- 2 ccm Ammoniak.
- ''urm die Platten unter leichtem Bewegen der Tasse nur eine Minute ;allc bleiben, worauf man sie aufrichtet, in völlig finsterem Baume (frei "m Sinnier) trocknet und am nächsten Tage verwendet. Am besten j Jeitfcn sulche Platten 2 bis 3 Tage nach ihrer Herstellung: ungefähr fqp1 e*ner °Her mehreren Wochen beginnen sie sehleierig zu arbeiten, 15 die Emulsion nicht eine sehr klar arbeitende war.
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- Dritter Theil. Dreissigstes Capitei.
- Badet man Gelatineplatten durch 2 bis 3 Minuten in reiner wässeriger Erytkrosin-lösnng [2 cein Erythrosinlösung (1:5001 und 100 eent Wasser], so erhält man adeieh-falls orthochromatische Platten, jedoch »von geringerer Empfindlichkeit aber grösserer Haltbarkeit, welche sich auf einige Monate erstreckt und der Haltbarkeit der in <lf,r Masse gefärbten Emulsion (sub 1 Seite 338) gleiehkommt.
- Eine einfache und gute Sensihilisirung besteht in der Anwendung eines Bades von 1UO ecm Wasser, 1 l.is 2 c-cm Erythrosintösmig (1:500) urid 1 bis 2 ecm Ammoniak: Badezeit 2 bis 3 Minuten (ohne ammoniakabsehes Vorbad).
- Es sei bemerkt, dass die Zeitdauer des Badens von grossem Einfluss auf das Resultat ist. Zu kurz gebadete Platten färben sieh ungleic-hinässig; zu lange gebadete Platten nehmen so grosse Massen von Farbstoff auf. dass sie sich dunkelroth färben und dadurch am Empfindlichkeit einb'ussen: gut gefärbte Platten sind bloss rosenroth,
- Ueber Färben mit Chinolinruth, Cyanin, Eosin, Azalin eie. siche Seite 160.
- In neuerer Zeit kommen die Übernetter-VogeUsehon haltbaren Eosinsilber platten (oder Erythrosinsilberplatten) in den Handel, welche eine hohe Farbempfindlichkeit aufweisen und unter Umständen (z. ß. bei Landschaften und farbigen Gegenständen, wo Blau nicht dominirtl ohne Gelbselieibe verwendbar sind. Allerdings dürften ihnen die sub 2 Seite 338 angeführten Ervtbrosinplatten, sowie die auf Seite 163 angegebene Emulsion an Farbenemnfindiichkeit nahezu gleich kommen.
- 25 ecm Erythrosinlösung (1 : 1000),
- 1 ccm Silbernilrat {1 : 80},
- 1l-2 ccm = 8 Tropfen Ammoniak.
- 75 ccm Wasser.
- worin die Platten durch 1 bis 2 Minuten bleiben (unter stetigen Bewegen der Tasse).
- Man kann derartige Eosinsilberp]atten nach Prof. Vogel s "Vorschrift auch durch Baden selbst herstellen. Der Verfasser verwendet insbesondere zur Mikrophotographie unter Anwendung grüner Lielit-fiiter solche Platten, eventuell analog bereitete Eosinsilberpiatten. für mälde-Beproductionen etc. benutzt der Verfasser lieber Erythrosinpiatteii.
- II, Herstellung photographischer Aufnahmen mit orthochroina*
- tischen Platten.
- Die orthochromatischen Gelatine-Emulsionsplatte-n geben die Färb'“ nach ihrem Heiligkeitswerllie viel richtiger, als gewöhnliche Platten. Gelb und Grün wirken kräftig ein. jedoch wirken Blau und I ioiett fUeu noch immer stärker und erscheinen auf dem Bilde heller als- es dm111 Heliigkeitswertbe (vaieurj entspricht: man bringt deshalb während du Aufnahme vor dem Objeetive eine Geibseheibe an. weiche das ein fad ende Blau und Violett dämpft. . ,
- Allerdings sind unter giinsiigen Verhältnissen orthoehroinati^- • Platten bei der Photographie farbiger Gegenstände und von Vnn
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- Darstellung orthochromatischer Platten.
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- schaffen ohne Gelbscheibe gut verwendbar; sowie sich jedoch in einem Bilde viel Blau und Violett neben Gelb und Grün findet, muss man eine Gelbscheibe einschalten. damit die Wirkung der letzteren Farben o-eirenüber den ersteren überwiegt.
- Die Gelbscheibe ist deshalb ein nothwendiges Requisit bei orthochromatischen Gemäldereproductionen. ja sogar auch bei Landscliafts-aufnahmen, bei welchen die fernen Gebirge in Nebel getaucht erscheinen, und dergleichen Aufnahmen mit Erythrosinplatten oder ähnlichen orthochromatischen Platten.
- Die Gelbseheiben sind planparallele Spiegelgläser, welche entweder in der Glasmasse gelb gefärbt- sind oder aus dünnen weissen Spiegelgläsern durch TJeberziehen mit orangegelbem Collodion hergestellt sind und entweder vor dem Objective befestigt oder an Stelle der Blenden eingeschoben werden.
- Die Gläser sind zuvor durch Einstellen der damit combinirten auf eine Druckschrift genau auf den eorrecten Schliff zu prüfen: es kommt häutig vor, dass die eingeschalteten Gelbscheiben die Schärfe des optischen Bildes so sehr schädigen, dass das scharfe Einstellen überhaupt unmöglich wird. Es empfiehlt sich ferner, auch mit guten Gelbseheiben das Bild erst nach der Einschaltung des gelben Glases vorzunehmen, da- die Vereinigungsweife der Strahlen dadurch eine kleine (allerdings oft un-merklich e) Yerän dem ng erleidet.
- Solche Spiegelscheiben samrnt Fassung sind in den Niederlagen photographischer Utensilien zu erhalten, jedoch ist es besser, sich orangefarbiges Collodion mit Methylorange oder dem dunkleren Dimethvl-orange U. oder Aurantia (Vogel) herzusfellen und damit weisses Spiegelglas in der gewünschten Intensität zu überziehen.
- Man löst 0.3 g Aurantia in 25 ccm warmem Alkohol, filtrirt und W't die Lösung zu 75 ccm 2 proeen tigern Roh collodion. Dies gibt eine Mhicln. welche gleich einer dunkelgelben Scheibe wirkt. Eine Schicht gleich einer hellgelben Scheibe erzielt man mit 0.22 g Aurantia in lOO ecm der Mischung (Vogel2).
- Dieses Collodion trägt man auf feines Spiegelglas auf und schiebt 'htees vor das Objectiv. Man schaltet (nach Jaffe) solche Gläser am Steile 'h‘r Blenden in einem eigenen Schieber zwischen die Linsen ein und erzielt grössere Schärfe. Man kann auch die Rückseite der Objectivlinse üb erzieh en (0 b e r nett e r).
- L ^ om Verfasser zuerst empfohlen: käuflich hei Rohrheek. Niederlage physi-*‘^'dier Apparate. Wien I. Kärnthnerstrasse.
- 2J Phot. Mitth. Bd. 22, S. 52.
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- Drittel Theil. Dreissigstes Capitel.
- Für Gemäldereproductionen stellt man sich drei verschieden intensiv gelb gefärbte Glastafeln her, um für jedes Bild die richtige Farbe wählen zu können. Für Porträte und Landschaften genügen hell gefärbte Gelbscheiben.
- Man exponirt dann 3 bis 4mal länger, als man ohne gelbes Glas exponiren würde, jedoch ändert sich die Belichtungszeit sehr stark, je nach der Natur des aufzunehmenden Gegenstandes und nach der mehr oder weniger dunklen Farbe des gelben Glases, und kann unter Umständen auch das Zehnfache betragen.
- Man kann die Anwendung einer Gelbscheibe umgehen, wenn man bei künstlichem Lichte die Aufnahme vornimmt, in welchem die Helligkeit der gelben Strahlen bedeutend die der blauen Strahlen tiberwiegt. Bei der Anwendung von elektrischem Lichte ist es am einfachsten, wenn man die Gelbscheibe knapp vor die elektrische Lampe stellt, so dass das zu reproducirende Gemälde gelb beleuchtet wird: dadurch wird die photographische Wirksamkeit der blauen Pigmente zurückgedräng und man erhält correete orthochromatische Aufnahmen, unter gleichzeitiger Erleichterung des Scharf-Einstellens.
- Dass Eosinplatten und andere orthochromatische Platten bei Lampenlicht verhältnissmässig viel empfindlicher sind als die ungefärbten Platten, wies zunächst der Verfasser durch photometrische Versuche mu-li (Eder, Sitzber. d. kais. Akad. d. Wissen sch. Abth. II. Wien, April 1885). V. Schnmann und kurz darauf II. W. Vogel theilten im November 1885 mit, dass man bei Lampenlicht in Folge seiner gelblichen Färbung auf orthochromatischen Platten Gemälde in richtigem FarbemvcrtU' hersteilen kann, ohne eine gelbe Scheibe vor dem Objective an Zubringer-D. Mallman und Scolik stellten im Februar 1886 Porträtaufnahmcn bei Petroleumlicht auf Erythrosin platten her. Audi in der Mikm-Photographie und überall dort, wo bei gelblichem Lichte zu plmto-graphiren ist-, beweist die orthochromatische Platte ihre Ueberlegenheit.
- ITT. Entwickelung orthochromatischer Platten.
- Die Platte legt man bei möglichst schwachem, dmikelrothein hliijt in den Entwickler. Der Entwickler muss langsam und schleieiü(i entwickeln.
- Meistens benutzt- der Verfasser den Pyro-Soda-Entwickler und fügt einige Tropfen Bromkaliumlösung zu. Werden die BilHei^ hart, so arbeitet man mit verdünntem bromhaltigen Pyro-Entwicklet Seite 296) und holt die letzten Details in den Schatten durch fih^K normalen Pyro - Soda - Entwickler b eraus.
- Auch mit Eisenoxalat-Entwickler erhält man gute Besultate.
- S. 29U
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- Darstellung orthochromatischer Platten.
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- Man beginnt mit altern (schon einmal gebrauchten) Eisenoxalat-Entwickler, deckt die Tasse vollständig zu und sieht nach einigen Minuten nach. Bei richtiger Exposition beginnt das Bild langsam zu erscheinen; nach 5 bis 10 Minuten sind ziemlich alle Details erschienen, aber das Bild ist häutig noch zu schwach. In diesem Falle fügt man die Hälfte oder gleich viel frischen Entwickler hinzu und entwickelt noch 10 Minuten lang.
- Erst nachdem die Entwickelung schon fast zu Ende ist, kann man orthochromatische Platten kurze Zeit bei dunkel orangefarbigem Lichte betrachten; führt man aber hiernach nicht rasch zu Ende, so kann (nach mehreren Minuten langem weiteren Entwickeln) ein unangenehmer Schleier zum Vorschein kommen, welcher durch die ziemlich bedeutende Wirkung von orangefarbigem Lichte auf derartige Platten verursacht ist. Erst nach dem Abspülen des Entwickelns hat man durch das Besichtigen bei dem letzgenannten Lichte keine üblen Folgen zu befürchten.
- Bei schwierigen Objecten dauert die Entwickelung bis 30 Minuten. Derartige langsam entwickelte Bilder sind immer schöner als rasch entwickelte, Das Negativ erscheint nach beendigter Entwickelung in der Aufsicht ganz zugedeckt, in der Durchsicht aber ist es gut kenntlich. Vach dem Fixiren kommt das Negativ schön gezeichnet und klar zum Vorschein.
- Man wasche und fixire wie gewöhnlich. Es ist besser die Negative zu kräftig zu entwickeln und dann abzuschwächen, als umgekehrt zu verfahren und zu verstärken.
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- EINUNDDREISSIGSTES CAPITEL.
- DAS ABZIEHEN DER NEGATIVE VOM GLASE UND DIE HERSTELLUNG VON NEGATIVFOLIEN OHNE GLAS SOWIE VON NEGATIVPAPIER.
- I. Das Abziehen der Negative vom Glase.
- Die Gelatineschicht lässt sich sammt dem Bilde unter gewissen Umständen von der Glasplatte abziehen. Dies ist besonders für Lichtdrucke von Wichtigkeit.
- Yon den bis jetzt bekannten Methoden, die Gelatineschicht vom Glase abzulösen, bieten jene die grösste Sicherheit, bei welchen die Glasplatte vor dem Aufträgen der Emulsion vorbereitet wurde.
- Man putzt die Platte gut mit einer Lösung von Wachs in Benzin ab, bestreicht die Ränder der Platte mit einer Lösung von Kautschuk in Benzin, übergiesst mit 2proc. Rohcollodion, lässt trocknen, übergiesst mit Emulsion (welche schlecht fliesst und mit dem Jünger ausgebreitet werden muss1), trocknet, exponirt und macht das Negativ fertig. Ah* ziebare Platten springen mitunter freiwillig vom G lasse ab und zwar in einzelnen Fällen schon vor der Belichtung, in anderen lullen nach der Fertigstellung der Matrizen. Dies kann selbst bei gut präparirten Platten geschehen, wenn sie an einem sehr warmen und trockenen Orte mehrere Tage stehen; ferner lösen sich die Schichten an frischen Schnittflächen ab, falls der Schnitt durch den Unterguss an einer Seiw geht, wo die bindende untere Kautselmkschichte fehlt. Beim nach' träglichen Schneiden abziehbarer Platten muss man den Rand ruit Schellacklösung bestreichen.
- 1) Auf Collodion fliesst die Emulsion schlecht. Mau kann die Schicht mit Ma$se‘ glas abreiben, gerade so, als ob eine gewöhnliche Glasplatte Vorlage. Oder man das Collodion nur erstarren, tauche in verdünntes Wasserglas (1:50) bis die streifen verschwunden sind und trockne. Die Emulsion fliesst jetzt gut.
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- Dem Abspringen der Schicht von fertig entwickelten und fixirten Platten bei zu grosser Wärme und Trockenheit kann man nach J. F. Schmid Vorbeugen, wenn man das ausgewässerte Negativ mit einer lOproeentigen Glycerinlösung übergiesst, ehe man es zum Trocknen hinstellt1).
- Die trockenen Matrizen werden in nachfolgender Weise weiter behandelt: Die Platte wird nicht lackirt, sondern mit einem mittelmässig starken Boh-Collodion übergossen. Nach dem Trocknen wird die Platte auf einem Nivellir-Gestelle vollkommen horizontal gelegt und von der Mitte aus ungefähr 2 Millimeter hoch mit folgender, nur schwach lauwarmen Gelatine-Lösung begossen: 75 g Gelatine, 500 ccm Wasser, vermischt mit 10 g Glycerin; das Gemisch wird durch Flanell filtrirt.
- Etwa entstandene Blasen sind mit einem steifen Papierstreifen an den Band zu schieben. Wenn die Schichte erstarrt ist, werden die Platten stehend an der Luft getrocknet und hierauf mit einem Negativfirniss oder sehr verdünntem Bohcollodion überzogen. Wenn die Platten abermals trocken sind, wird die Schichte mit einem scharfen Messer rund herum ein geschnitten und abgezogen.
- Die abgezogenen Negativ-Folien bewahrt man am besten zwischen Papier und weisser Pappe auf.
- Durch gewisse Kunstgriffe kann man jede Gelatineschicht (auch von nicht besonders vorpräparirten Glasplatten) ablösen.
- Ein Mittel, um eine Gelatineschicht von nicht vorpräparirtem Glase abzulösen, ist verdünnte Flusssäure, z. B. 1:20. worauf J. Plener2) zuerst 1882 aufmerksam machte.
- Das Bromsilber-Gelatinebild löst sich von der Glasplatte in wässeriger Flusssäiire in einigen Minuten ab. aber die Gelatineschicht dehnt sieh dabei stark aus3). Der Verfasser benutzte diese Ausdehnung zu einer massigen Vergrösserung von Bildern. Fig. 166 zeigt die Oopie des Original-Negatives. Fig. 167 die Copie nach dem Ablösen der Schicht in Flusssäure, Die Vergrösserung ist eine namhafte und keinerlei Verzerrung eingetreten. Man fängt die abgelöste und ausgedehnte Gelatine-haut. unter Wasser auf einer Glasplatte auf. spült mit Wasser ab und lasst sie freiwillig trocknen: schliesslich lackirt man.
- Auch Zerrbilder kann man auf diese Weise berstellen, wenn man die feuchte Gelatinehaut in die Länge oder Breite zerrt.
- 1) Man kann zur Vorsicht auch die Ränder der Platten mit Leimpapierstreifen wnsäumen, um einem Abspringen der Schicht noch mehr vorzubeugen.
- 2) Phot. Mitth. Bd. 19. S. 50 und G2.
- o) Mit Quecksilber bedeutend verstärkte Negative dehnen sieh wenig aus. (Anm. des Verf.)
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- Unter geeigneten Umständen kann man auch die Schicht ahziehen. ohne eine Aenderung der Grosse herboizuführeii nnd auf die Weise verkehrte Negative für Lichtdruck herste!len, ohne dass man besonders vorpniparirte „abziehbare" Platten verwendet.
- Der Verfasser geht folgendermassen vor: Eine gewöhnliche fertige, nicht lackirte (trockene) Gelatine-Emulsionsmatrize wird auf ein Nivellir-gestell horizontal gelegt und dann ziemlich reichlich Eohcollodion auf-gegossen, welches man bis zum Kande fliessen lässt, ohne etwas ab-
- Fig. 166. Fig. 167.
- Vergrösserung des Bildes durch Ablösen und Ausdelineu der Gelatiueschicht.
- zugiessen. Nach mehreren Minuten ist die Schicht genügend erstarrt, dass sie beim Aufheben der Platte nicht mehr abthesst. In diesem Zustande legt man die Platte in eine Schale mit reinem Wasser. W die Collodionschicht dasselbe gleiebmässig annimmt (ungefähr 1ji Stundet Dann wird diese Platte in ein Gemisch von ungefähr gleichen Theilen Alkohol und Wasser, welchem man beiläufig 1/20 oder l/1o seine" Volumens wässerige Flusssäure beigemengt hat1), gelegt. Die Mischung
- 1) In dem Gemische von Alkohol, Wasser und Flusssäure dehnt sieh die SehicM nicht aus, während in bloss wässeriger Flusssäure eine mehr oder weniger stMe Dehnung erfolgt.
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- darf nur in Papiermache- oder Guttapercha-Tassen verwendet werden. Die Bildschicht beginnt sich nach kurzer Zeit vom Bande weg abzulösen und kann mit einer Stahlpincette (nicht mit den Fingern in die Flusssäure greifen ! !) leicht vom Glase abgehoben werden. Man hebt dann die Glasplatte mit der Negativliaut heraus, spült beides in einer Tasse mit reinem Wasser ab und fügt in diese Tasse einige Tropfen Ammoniak (zur Neutralisation der Büure); schlieslich spült man nochmals in reinem Wasser ab und unterfängt die Haut mit einer Spiegelglasplatte. welche zuvor mit einer dünnen Gelatinesehicht1) überzogen war. hebt die Platte mit der darauf liegenden Folie heraus, lässt das Wasser abtropfen, legt ein schwach gefeuchtetes Schreibpapier und dann eine Kautschuk - Leinwand darauf und quetscht (mittels K au tsch ukq uetscher vom Pigment-Yerfahren) leicht die Folie darauf und trocknet. Auf der Spiegelplatte haftet, nunmehr fest das richtig oder für Lichtdruck verkehrt gelegte Bild (über das Festkleben von Folien mit Gummistreifen s. S. 349).
- Zum Zwecke des Abziehens in Form einer biegsamen Folie empfiehlt ßnrton nachfolgende Methode des Abziehens von nicht lackirten Gelatinenegativen. Man legt die Platte auf ein Nivellirgestell, giesst dickes (4procentiges) Collodion auf, lässt bis an die Ecken tliessen, aber nicht ablaufen. Nachdem das Collodion vollständig erstarrt ist (was 10 bis 15 Minuten dauert), wird die Platte in Wasser gelegt, um den Alkoholäther zu entfernen. Die Platte wird dann in verdünnte Flusssäure (1: 8) gelegt bis die Gelatinesehicht anfängt sich an den Ecken zu lösen, man nimmt das Negativ heraus, spült mit viel Wasser ah, lege durchfeuchtetes Schreibpapier darauf und quetscht es an. Dann zieht man das Papier an einer Ecke vorsichtig ab, wobei die Gelatine-Schicht an demselben hängen bleibt.
- Die nächste Operation geht darauf hinaus, die Negativhaut von ihrer provisorischen Papierunterlage auf eine Schicht von Gelatine und Collodion zu übertragen. Man verfährt hierzu folgendennassen: Eine Glasplatte wird mit Talkum abgerieben, collodionirt, gewaschen und noch feucht auf einem Nivellirgestell mit einer 20pro-eentigen Lösung von Gelatine begossen und getrocknet. Eine dieser so zubereiteten Platten taucht man in eine Schale mit reinem Wasser, ebenso die Negativhaut, quetscht selbe im Contact, zieht das Papier ab und lässt trocknen. Nachdem man die Schicht an den Seiten eingeschnitten hat, kann dieselbe leicht vom Glase abgezogen werden
- (Pliut. Mitth. 1888. Bd. 25. S. 43).
- H. Herstellung empfindlicher Bromsilher-Gelatinehäutchen ohne Glasunterlage.
- Die- Gebrechlichkeit und das Gewicht der zur Herstellung von Matrizen erforderlichen Glastafeln stört namentlich reisende Photographen.
- Deshalb versuchte man schon seit Langem Gelatine-Emulsions-häntchen mit biegsamen Unterlagen zu erzeugen.
- 1) Aufgiessen von 5 procentiger Gelatinelösung, Abfliessen und Trocknen der Platte.
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- 1) Bromsilber-Gelatinefolien mit durchsichtiger Unterlage.
- Solche Häute oder Folien werden entweder auf durchsichtigen Collodion-Unterlagen oder Schichten* von gegerbter unlöslicher Gelatine oder Oombination der beiden vorigen hergestellt. Auf diese durchsichtigen Folien wird die Gelatine-Emulsion aufgetragen. Die Schwierigkeit der Darstellung besteht darin, dass die Unterlage genügend indifferent gegen Wasser und die Entwickelungsbäder gemacht wird, damit sie sich nicht verzieht und gegen das lästige Aufrollen der Folie zufolge der stärkeren Ausdehnung der Gelatineschicht als der Unterlage genügend Widerstand leistet.
- Solche Folien erzeugte bereits 1879 Ferner (s. u.) später Balagnv sowie Stebbing (Paris) und in Deutschland insbesondere Fr. Wilde in Görlitz, in England Froedman (sog. „Yergara filnU).
- Solche Folien besitzen ein sehr geringes Gewicht und werden bei der Belichtung in der Cassette zwischen Spiegelscheiben fest geklemmt, oder auf die unten beschriebenen klebrigen Zinkplatten befestigt.
- Ferrier beschrieb1) im Jahre 1879 die Darstellungsweise:
- Man nimmt eine Glastafel entsprechend der Dimension, welche man der Gelatine-folie geben will, überzieht sie mit einer Schiebt von 1 bis 2 procentigem Roheollodion, lässt trocknen, giesst dann auf die Oollodionschicht eine Gelatinelösuiig von 15 g Gelatine auf 100 ccm Wasser, lässt auch die zweite Schicht trocknen nnd bedeckt sie wieder mit einer Schicht des früher erwähnten Collodions: nach dem Trocknen der letzteren reibt man mit Wasserglas (1 : 200) ab und giesst nun die empfindliche Bromgelatine auf. Nachdem auch diese letzte Schicht getrocknet ist, schneidet man an den Rändern ein, die Folie wird sich nun sehr leicht ablösen und beinahe unbegrenzt aufbewahren lassen. Für die Exposition legt man die Folie zwischen zwei dünne Spiegelplatten und bringt selbe in die Casette der Camera. Die Entwickelung erfolgt wie bei Giasmatrizen, nur muss man selbstverständlich die Gelatinefolie etwas behutsamer behandeln.
- Das ganze Verfahren ist praktisch, nur sollte man der Sicherheit halber die Zwischenschichten von Gelatine mit Chromalaun gerben oder durch Alaunzusatz unlöslich machen; aber auch dann sind sie noch für Wasser empfindlich.
- Nach Balagny2) ist es am besten, das Glas mit dickem „Ledereollodiou za überziehen. Er löst 10 g Collodionwolle, SO eem Aether, 120 ccm Alkohol und o c-iun Rieinusöl. Zu diesem coneentrirten Collodion gibt man vor dem Gebrauche aut je 100 ccm eine Lösung von 2 g Rieinusöl in 60 eem Alkohol. Das Collodion wird daduu-li gelatinös Man überzieht damit die Platten, bestreicht nach dem Trocknen mit M es^’i glas, giesst Bromgelatine auf und trocknet.
- Die Folien werden zur Exposition entweder auf Flächen, welche mit einei klebrigen Masse bestrichen sind (s. u.) geklebt oder man heftet sie mit Oblaten aut
- 1) Bull Soc. Franc 1879. S. 125. Phot, Corresp. 1879. S. 113.
- 2) Bull. Soc. Franc, 1885. Phot. Corresp 1885. S. 98; siehe auch seine spödeie Mittheilung in Phot. Corresp. 1886. S. 361, ferner ibicl, S. 412.
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- schwarzen Carton und legt sie nun in die Cassette, in welcher sie gegen eine davorliegende Glasplatte gepresst werden (Kays er1)-
- Auf fieisen trocknet man die fertigen Negativfolien zwischen Saugpapier. Wenn sie sich rollen, legt man sie eine Viertelstunde in ein Gemisch von 10 Theilen Glycerin, 25 Theilen Alkohol und 50 Theilen Wasser. Ulan trocknet sie aufs neue zwischen Saugpapier und nun bleibt das Negativ eben und Hach.
- Stebbing in Paris und Andere bringen solche Gelatinehäutchen („Plauques sensibles pelliculaires") in den Handel, welche sehr zweckentsprechend sind. Exponirt wird zwischen zwei Glasplatten oder durch Aufkleben auf eine Platte (s. weiter unten). Um sie zu entwickeln, legt man die Häutchen in destillirtes Wasser (2 Minuten lang) und entwickelt wie gewöhnlich. Dann wäscht man mit Wasser, fixirt, wäscht neuerdings und behandelt mit einer Chromalaim-Lösung (3 : 1.00), um die Schicht zu festigen.
- Das fixirte Häutchen wird auf eine reine, mit Talk abgoriebene Glasplatte gelegta), welche etwas grösser als das Häutchen ist. Man klebt das Häutchen durch einen 1 cm breiten Gummi-Papierstreifen fest, den man halb auf den Rand des Häutchens, halb auf das Pias legt. Das Trocknen erfolgt in diesem Falle ohne Verzerrung oder Schrumpfung des Häutchens. Nachher kann mail die Schicht zum Schutz nochmals collodioniron; die trockene Folie wird an den Rändern eingeschnitten und abgezogen.
- lieber die Vergara film.
- M an Isaf später noch viele Versuche au gestellt, um das Glas als Unterlage für G eiatine - Emulsion durch einen anderen Stoff zu ersetzen. Ein jedwedes System hat seine Mängel; hauptsächlich beruht es in den Manipulationen, durch welche das Negativ durchsichtig gemacht werden soll. Fröedmann in Dublin hat. nuu eine transparente Gelatineschicht erfunden, die unter dem Namen Yergara film-Patent verwendet wird. Man bedient sich dabei einer guten Gelatine, gleichviel ob hart oder weich, legt sie zum Aufqueilen eine gewisse Zeit lang in kaltes Wasser, giesst ah, lässt sie im Wasserbade schmelzen und fügt noch ein wenig Wasser bis zur vollkommenen Auflösung, nachher eine Auflösung vonrothem chrom-sauren Kali, endlich Alkohol und Glycerin hinzu, um die Auflösung etwas flüssiger und die Schicht elastischer zu machen. Die Formel lautet:
- I. Harte Gelatine...............................................3 Theile,
- II. Wasser.....................................................24 „
- Hl. Auflösung von rotliem eh romsauren Kali (6 proeent.) 4 „
- D . Alkohol......................................................4
- Glycerin....................................................Vi »
- liltrirt durch Flanell und die Auflösung ist für den Gebrauch fertig. AJan reibt dann eine Glasplatte mit Talk ab, übergiesst mit üornialcm Collodium. wäscht, trocknet, erwärmt bis 16 Grad 0., nachher Musst man die Geiatinelüsung auf. nachdem die Platte auf einem jVIarmor-
- D Phot. Mittheil. 1884. S. 306. Phot. Woehenbh 1884. S. 118.
- -) Am besten unter Wasser, um Luftblasen zu vermeiden. (Verfasser.)
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- tische nivelJirt ist. Ist die Gelatineplatte nun trocken, so setzt man sie dem Lichte aus, bis sie vollkommen braun geworden ist. Man wäscht sie dann sorgfältig zur Entfernung dös Biehromats ab und taucht sie dann in verdünnte Schwefelsäure, um die Haut zu bleichen und transparent zu machen. Sobald dieses letzte Bad hinreichend gewirkt hat, wäscht man vorsichtig, bis jede Spur von Säure entfernt ist, Nachdem die Haut gänzlich getrocknet ist, giesst, man die Emulsion auf und löst nach dem Trocknen das Ganze vom Glase ab. indem man die Ecken der Haut durch schneidet, Solche Häute können in jeder beliebigen Breite und Länge gemacht werden für die Cassetto oder aufgerollt, Vor der Entwickelung muss die Haut in Wasser von 15 Grad eingetaucht werden. Nach der Entwickelung lässt man eine Glasplatte darunter gleiten, ablaufen und waschen. Im fiebrigen wird sie wie eine gewöhnliche Platte behandelt, Beim Trocknen rollt sieh die Haut leicht auf; um sie aber fest zu machen, taucht man sie in Alkohol ein: nachher wird sie mit einer Kautschukrolle aufgequetscht, ln ganz kurzer Zeit ist sie sodann vollkommen eben. (Phot, News. 1888. No. 1539. Deutsches Patent-Blatt 37. No. 41390 vom 30. April 1887 ab.)
- 2) Emulsionsschichten auf Celluloid.
- Fourtier tlieilte in der Sitzung der Pariser Photographischen Gesellschaft vom 4. März 1881 mit. dass sich dünne, glatte durchsichtige Blätter von Celluloid1) besonders als Ersatz für das Glas eignen und alle Operationen analog, wie beim Glas, vor sieh gehen2). Cbardon hat auch Collodion-Emulsion auf solche Blätter aufgetragen und mit Benzin - Copallaek transparent gemach t3).
- Später wurde insbesondere von Car butt in Amerika die Fabrikation von „Celluloid films“ weiter verfolgt., indem er sich mit. der „American Celluloid Company“ ins Einvernehmen setzte, um durchsichtige stme-turlose Celluloidfoiieu zu erhalten, was bekanntlich eine sehr schwierige Aufgabe der Celluloidfabrikation ist. Die Blätter sind ungefähr Vöo en1 dick und werden nicht im geringsten von der Feuchtigkeit aflicirt, da sie bekanntlich aus Pyroxylin und Campher bestehen. Die Celluloidblätter sind sehr glatt und werden auf einer Seite matt geschliffen, damit
- D Durch Pressen zwischen hydraulischen Pressen bei einem Druck von feO M mosphären (David) oder besser durch warmes Pressen (Portier) wurden die LeiluDn häutchen verbessert, (Moniteur de la Phot. 1881. S. 58. Phot. W ochenbl. 1^ -Seite 147.)
- 2) Bull. Soe. Franc. 1881. S. 74.
- 8) Ebendas. S, 74 und 210.
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- die Adhäsion zwischen Emulsion und Blatt eine grössere wird. Die Verwendung dieser Blätter erscheint sicherer und besser als die von anderen Folien (Stieglitz. Phot, Bundschau 1889. Seite 208). Es macht das gleichmässige Ueberziehen von Celluloidplatten mit Emulsion Schwierigkeiten, wenn die Schicht uneben ist, was oft vorkommt. Nach Warnerke presst man die Celluloidplatte auf eine Glasplatte, welche zuvor mit einer Schicht von Kautschuk und Elend klebrig gemacht ist (Phot, News. 1889. S. 365).
- Da die Blätter die Neigung zeigen, beim Entwickeln im Bade herum-zuschwimmen« so presst man dieselben an den Ecken sanft an den Boden der Schale. Nach dem Fixiren wäscht man mit Wasser, badet in Alaun, fixirt und legt zum Trocknen auf Fliesspapier oder hängt sie mit zwei Klammern auf (Stieglitz).
- Bei schwachem Drucke der Cassettenfedern, kann man die Folien unmittelbar einlegen.
- Da ganz dünne ();5 mm und darunter) Celluloid-Blättchen sieh in der Cassete schwer befestigen lassen, so legt man sie auf ein mit einem Klebestoff bedecktes Brettchen oder Stück Carton, Blech etc. Ais solche klebrige Masse kann entweder Londe/s1) oder David’s-) Masse dienen, deren Zusammensetzung die folgende ist:
- Londe David
- Gelatine .... . . 50 50
- Zucker . . 50 —
- Traubenzucker . . . . — 250
- Glycerin .... . . 300 500
- Wasser .... . . 199 200
- Die Celluloidbliittcr haften an dieser Masse fest. Nach der Exposition kann man sie leicht ab lösen.
- III. Negativpapier mit nicht abziehbarer Schiebt von Broinsilber - Gelatine.
- Papier erwies sich für Xegativaufnahmen als ein zuverlässigerer Körper als jene Folien, welche uns Gelatine- und Collodionschichten eombinirt sind. Das geringe Korn guter Negativpapiere ist namentlich bei Landschaftsaufnahmen nicht störend, wenn auch nicht zu läugnen Kt. dass die strueturlosen Unterlagen wie Glas oder Celluloid feinere Bilder geben. Trotzdem ist das Negativpapier wegen seiner Leichtigkeit und der Fähigkeit sich anfrollon zu lassen hei Beisenden (besonders 111 England) in häutigem Gebrauche.
- Seit Anfang der 1880er Jahre wurde in England Negativpapier erzeugt, wobei man bedacht war. ein möglichst kornloses Papier von
- 1) Bull. Soe. Franc. Phot. 1881. S. 121.
- b Bull. Soe. Franc. Phot. 1881. S. 122.
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- gleichmässiger Structur als Unterlage zu verwenden, damit es beim Copiren nicht störend wirkt. Zu den ersten Erzeugern, gehören Morgan und Kidd1) und Warn er ke in Lodden2), Wilde in Görlitz und insbesondere Eastman (Amerika), von welcher letzteren Firma nicht nur gutes Negativpapier, sondern auch Eolleassetten zur praetischen .Verarbeitung dieses Papieres bei Eeisen hergestellt wurden.
- Das Negativpapier zeichnet sich besonders durch seine Leichtigkeit, aus: 250 Papiernegative bilden ein Packet von 1 Zoll Dicke und wiegen weniger als 12 Glasnegative.
- Man exponirt- das Papier zwischen zwei Spiegelplatt.en oder besser, man rollt es in Eolleassetten auf (s. unten; ferner vergl. Bd. II, 8. 274 dieses Werkes).
- David gab (Phot. Corresp. 1887. S, 210; mit Figur) einen Spannrahmen für Negativpapier an, welcher aus vier mit Metallspitzen versehenen Metallleisten besteht, welche durch einen elastischen Eing von Kupferdraht zu einem rechteckigen Lahmen verbunden sind; man presst den Ealimen vor dem. Befestigen des Papieres zusammen, drückt die Papiere auf die Spitzen, lässt den Eahmen frei, wodurch sieh das Papier spannt. Perron eonstruirte eine eigene Camera für die Verwendung' von Emulsionshäuten (Phot. Corresp. 1887. S. 317; mit Figur. Aus „La nature“ 1887. S. 311).
- Nach dem Fxponiren entwickelt mau wie gewöhnlich und macht nach dem Fixiren und Trocknen die Papierseite mit Vaseline3) transparent oder man reibt, wie Dr. Stolze empfiehlt (Phot. Woehenbl. 1885. Seite 66), vor der Exposition die Papierseite mit Vaseline ein (Vorsicht, dass die Gelatineschicht nicht fett wird!). Dadurch wird das Papier indifferent gegen die Einwirkung von Pyro und Ammoniak etc. welche sonst leicht eine Gelbfärbung des Papiers herbei führen.
- 1) Morgan, und Kidd Hessen in England folgendes Verfahren zur Herstellung kornlosen Papiers patentiren: Feines Papier wird mit einer Säure behandelt, um Mineralstoffe zu entfernen, ausgewaschen, dann mit einer Lösung von Gelatine, Gummi und Alaun, in welcher Asbest, Talk oder Caolin suspendirt ist, bestriehen, zwischen polirfen Platten gepresst, bestrichen wie vorhin, geglättet mit Wachs und schliesslich mit Bromsilber-Gelatine überzogen. (Engl. Patent No. 2781 vom 3. Juni 1882. Ber. d« deutsch, ehern. Gesellseh. 1883. S 451.)
- 2) Warnerke liess ein Negativpapier patentiren, welches auf beiden Seiten nut Emulsion überzogen war-, dadurch soll auch auf der Rückseite des Papieres eine ähnliche Spannung, wie auf der Vorderseite entstehen und das Aufrollen des Papieie» vermieden werden.
- 3) Debenham nimmt ein Gemisch von Ricinus öl, Canadabalsam und TerpentiW (Phot. News. 1883. S. 158).
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- Die Firma Eastman bringt für ihre Eollcassetten das Negativpapier in Bollen in den Handel, kann aber auch einzeln beliebtet werden.
- Zur Aufnahme der Folien während der Belichtung dienen Folien-Cassetten, kleine Metallrahmen mit Holzunterlage, welch’ letztere aus
- Fig. 168. Bastman’s Caasette.
- mehreren Stücken zusammengesetzt ist, um ein Werfen derselben zu verhüten. Dieselben können in jede gewöhnliche Cassette eingelassen werden und nehmen nicht mehr Raum ein, als eine Glasplatte. Man legt das Metallrähmchen auf eine reine Unterlage mit den Bändern nach oben, legt die Folie
- mit der empfindlichen Schicht nach unten hinein und schliesst, wie in Fig. 166, den Rahmen mit dem Holzbrettehen.
- Ein schwacher Druck auf die vier Ecken genügt, um ein festes An-
- 1, n n Fig. 169. Bastman’s Bollcassette.
- haften der Folie zu bewirken. Die Folien dürften sich für Aufnahmen im Atelier und für Photographen empfehlen, welche ihre bisherigen Cassetten beibehalten wollen.
- Für Aussenaufnahmen im Allgemeinen, besonders aber für Touristen dürfte sich hingegen die Anwendung des Papieres in Bollenform empfehlen. Zur Belichtung desselben Mrd eine Bollencassete geliefertr). Die Yor-dige dieser Roll en cassette ^'-stehen hauptsächlich fW)in. dass dieselbe ge-
- ^llt nicht mehr WieSft Fig. 170. Eastman’s Rollcassette.
- etwa drei Doppel cassetten mit den dazu gehörigen sechs^ Platten, s sie aber gleichzeitig 24 bis 30 Belichtungen zuiässt; ferner dass di)ei nicht eher ein Dunkelzimmer oder Wechselkasten nöthig ist, als
- da
- ,v -0 Eastman’s Rolleneasette, sowie das hierzu gehörende !Segativpapier kann ^eia Vertreter der Eastman Dry Plate & Film Company, Herrn A. Moll in Q (t. Tuehlauben) bezogen werden. eri Handbuch der Photographie. III. Theil. 4. Aafi. 23
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- bis die sämmtlichen Belichtungen vorgenommen worden sind. Die Bollen-casette lässt sich aber fast an jeder vorhandenen Camera anbringen, ohne dass dadurch die Anwendung der gewöhnlichen Bassetten Störung erleidet.
- Fig. 169 stellt die Rollencassette vor. Dieselbe bestellt in der Hauptsache aus zwei von einem Metallrahmen umschlossenen Walzen, auf
- Fig. 171. Bastman’s Bollcasette.
- deren eine das empfindliche Papier, auf deren andere das belichtete Papier autgerollt wird. Der Metallrahmen hängt in Charnieren an den beiden in quadratische Felder eingetheilten Holzplatten, welche die EftcD
- Big. 172. Aufbewahren von Negativpapier.
- seiten der Rollencassette bilden. Fig. 170 zeigt die Rollencassette nach dom der Metallrahmen weggenommen ist. Wenn die Oassette geh1, werden soll, wird dieselbe wie in Fig. 171 aulgeklappt und aus da lichtdichten Kapsel (Fig. 172) eine Papierrolle genommen. Das Ih'11' in diesen Kapseln ist mit der lichtempfindlichen Schicht mich 111111 j dicht um eine Ilolzrollo gewickelt, welch’ letztere an beiden Huden 1111' Stiften, die in die Rollencassette passen, verseilen ist. Ein Schutzstreifen Papier ist um das aulgerollte Regativpapier gelegt, danut sich nicht abwiekidn kann und derselbe darf erst dann abgerissen 11111 nachdem, die Rolle richtig eingesetzt ist.
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- Man klappt hernach die Cassette wieder zu. bringt den Metallrahmen darüber und dreht dann den an der zweiten Walze befindlichen Schlüssel in der Richtung des Anlegers um. bis die Cassette das erste Signal gibt; das Papier ist jetzt zur Belichtung fertig. Nach der ersten Belichtung dreht man den Schlüssel, bis sich das Signal viermal (bei Oassetten von 5X4 Zoll dreimal) hören lässt. An einem Ende der Walze befindet sich eine kurze aber starke Feder, die bei jeder Walzendrehung hart gegen den Metallrahmen schlägt und das Signal gibt, welches anzeigt, dass die Walze eine Umdrehung gemacht hat. Gleichzeitig befindet sich an jedem Ende der ersten Walze eine Perforirnadel, welche jedesmal, wenn das Signal ertönt, die betreffende Stelle im Rand des Papieres durchsticht und so ein Merkmal liefert, wo das Papier vor dem. Entwickeln zu durchschneiden ist.
- Nachdem man sämmtliehe Belichtungen vorgenommen hat, bringt man die Cassette in das Dunkelzimmer und nimmt den Metallrahmen ab. Will man behufs Entwickelung einen Theil des belichteten Negativpapiers abschneiden, so braucht man nur die Cassette zu öffnen und die' Spitze des Federmessers entlang dieses Einschnittes zu führen. Das Ende des noch nicht belichteten Streifens muss dann natürlich wieder über die zweite Walze gespannt werden.
- Als Entwickler dient der Pvro- Soda -Entwickler (s. S. 295).
- Als Fixirer ist mit Nutzen das saure Fixirbad zu verwenden. Verwendet man gewöhnliches Fixirbad, so legt man die Papiernegative nach dem Fixiren und Waschen durch einige Secunden in ein Bad von gesättigter Alaunlösung mit Salzsäure (s. S. 332) und wäscht dann mit viel Wasser.
- Trocknen. Man legt das Bild nass, wie es aus dem Wasser kommt, auf eine Ebonitplatte oder schwach mit Vaseline oder Benzin-haehs-Lösung eingeriebene Glasplatte, legt ein Stück Fliesspapier auf und (pietscht die Flüssigkeit aus. Dann lässt man trocknen (6 bis ^ Stunden), worauf man es leicht abtrocknen kann.
- Copiren. Es ist nicht unbedingt nöthig, das Papiernegativ mit Vaselin transparent ui machen, da auch das nicht gefettete Eastman’sehe Papier schnell genug eopirt; man kann auch im direeten Sonnenlichte copiren.
- Gelatinepapiere, welche im Pyro-Entwickler gelbfleebig geworden sind, werden O) einem Bade von Alaun- und Salzsäure (s. S. 332) oder 1 Citronensäure, 3 Eisen-vitiiol und 10 gesättigter Alaunlösung geklärt.
- Friese Greene (London, 20. Brook St.. Hannover Scp) bringt seit 1889 patentirte „Opal cards" in den Handel, welche eine Bromsilber-elatineschicht. auf Ca rton besitzen und deshalb bei künstlichem Lichte ‘Xell Copien direct auf Carton liefern, ohne dass ein Aufkleben etc. Uthig wäre.
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- Dritter Theil. Einunddreissigstes Capitel.
- Es handelt sich hei der Herstellung von Negativpapier darum, die Gelatine in einer sehr gleichförmigen Weise auf einer zeitweiligen Unterlage von grosser Leichtigkeit auszubreiten. Man muss demnach ein geglättetes Papier auswählen, in das die Gelatine nicht eindringen hann; z. B. Papier, welches mit einer dünnen Lösung von Gelatine und Chromalaun überzogen ist, wie man es als einfaches Uebertragungspapier im Pigmentdruek anwendet und käuflich erhält (s. S. 362).
- Man überzieht daher gewöhnliches, möglichst kornloses Papier zuerst mit Chromgelatine (s. S. 362), dann mit Emulsion und macht dann dasselbe auf der Rückseite (entweder vor der Entwickelung oder nach beendigtem Eixiren) mit Yaselin transparent.
- Das Transparentmachen des Papiers mit Fett vor dem Ueberziehen mit Gelatine-Emulsion ist unmöglich, weil dieselbe nicht darüberfliesst; eine Zwischenschicht von Collodion reisst bald, weil das Collodion nur lose am festen Papier haften würde.
- Man trägt deshalb die Emulsion auf das nicht eingefettete Papier auf.
- Die Emulsion fliesst auf trocknem Papier schlecht. Man taucht deshalb dasselbe zuerst in kaltes Wasser, lässt abtropfen und legt es flach auf eine Spiegelscheibe.
- Man giesst die Gelatine-Emulsion auf, als ob man eine reine Glasplatte überziehen würde.
- Um dickere Schichten zu erhalten, lässt man sich dünne Holzrahmen machen, welche etwas kleiner sind als das Papier. Legt man diese zuerst auf die Spiegelscheibe und dann darauf das Papier, so werden die Ränder schalenartig an den Rahmen emporgehoben. Man giesst nun das abgemessene Quantum Emulsion hinein.
- Fig. 173.
- Sehr practisch ist das Uebergiessen des Papiers in nachfolgender kleiner Vorrichtung, welche wir schon beim Chlorsilber-Collodionpapier (II. Theil dieses Werkes S. 301) beschrieben haben.
- Zum Begiessen des Papiers mit Emulsion legt man die Glasplatte mit dem Papier auf den Träger Pig. 173, welcher in folgender Weise hergestellt wird: Ein viereckiges Stück starker Carton wird an einer Ecke abgesehnitten, wie die Figur zeigt, bei a a und b b eine schmale Holzleiste und bei c ein viereckiger Kork von 2 cm Höhe mit einem Drahtstift angeleimt. An der Rückseite ist eine Holzhandhabe angeleimt. Die gelatinirten Papiere werden in einer Presse flach gepresst, dann die Ränder eines Bogens schaleuartig aufgebogen, an die Leisten gelegt: der Drahtstift drückt das Papiei
- etwas nieder und hindert das Herabfallen während des Begiessens. Man giesst mm die Gelatine-Emulsion auf, lässt den Uebersehuss bei d ablaufen und legt die begossenen Platten sammt dem Papier auf eine horizontale kalte Platte zum Erstarren, Man kann das Papier auf Glas trocknen lassen, nur muss mau daianf achten, dass keine Gelatine zwischen Papier und Glas unterläuft und letzteres ted klebt. (Man kann auch das Papier noch nass vom Glase abheben und zum Trocknen aufhängen).
- Ueber Maschinen znm lieb erziehen von Papier mit Emulsion siolu S. 251; ferner ist in Phot, News. 1887. S. 683 die Patentbesehreibut1-der Eastman’schen Maschinen zur Papierüberziehung gegeben. Du-' Maschinen lehnen sieh an die bekannten Tapetenfärbemasehinen 111 Bezug auf den Mechanismus des Aufhängens und Trocknens an.
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- Das Abziehen der Negative vom Glase ete.
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- IV. Negativpapier und Cartons mit abzielbaren Schichten yoh Bromsilber - Gelatine.
- Das Papier hat immer etwas Korn, welches wohl bei Landschaften etc. nicht oder wenig stört. Um alles Korn zu vermeiden, war man bestrebt, Negativpapiere zu erzeugen, bei denen die Bildschicht sich ab-lösen und auf Glas übertragen lässt. Jedoch sind die Manipulationen nicht so sicher, wie bei gewöhnlichem Negativpapier.
- Die ersten Versuche in dieser Bichtung machte Milmson bereits im Jahre 1877, ferner Ferran und Pauli (1880); später besonders Lumiere in Lyon, sowie Eastman, welche sämmtlich auch Papier mit abziehbaren Schichten erzeugten. Thiebaut in Paris (1886) sowie Milde in Görlitz (1887) brachten Cartons mit abziehbaren Emulsionsschichten in den Handel.
- Bei dem von der Eastman-Company (London) in den Handel gebrachten abziehbaren Papiere ist das letztere zuerst mit einer Schicht, von leicht löslicher Gelatine und dann mit einer Schicht von schwer löslicher
- Gelatineemulsion überzogen. „Um ein belichtetes und hervorgerufenes Bild abzuziehen, reinigt man sorgfältig eine Glasplatte (die auf allen Seiten 2 cm grösser als das Negativ ist) mit französischer Kreide, übergiesst sie mit der Gummilösung und lässt sie trocknen (in 5—6 Minuten ungefähr). Dann übergiesst man sie mit Collodion. Sobald der letzte Ablauftropfen erstarrt ist, taucht man sie in kaltes, reines Wasser und belässt sie so lange in demselben, bis jede Spur von Fettstreifen von •ler Platte verschwunden ist. Ist nach wenigen Minuten geschehen. Wechsele hierbei 2—3mal das AVasser. Hierauf lege die Glasplatte auf
- Gnen Tisch, auf die collodionirte Seite der Glasplatte die Bildseite des
- 1 nassen) Negativs, auf dieses ein Stück Gummituch und entferne das überschüssige Wasser mit einem Quetscher. Ersetze das Gummituch durch einige Blatt dickes, reines, glattes Löschpapier und lege auf dieses ein Gewicht von 2—--3 Kilo. Nicht zu schwer: einige Pfund ge-Ilng'en. Hat man mehrere Platten zum Abziehen, so schichte man sie ,tuf ein ander, lege zwischen je zwei Platten Löschpapier und beschwere
- -ndlieh das Ganze.“
- vNacli 20—25 Minuten kann man die erste Platte abziehen. Fülle diesem Zwecke eine Schale mit lauwarmem AVasser (28—36 Grad B. laben wir als ganz genügend gefunden) und tauche in dieselbe die Tdusjdafte niit dem Negativ, Papierseite nach oben. Nach einigen Minuten ^U|d sich das Papier an den Ecken abzuheben anfangen und sich leicht '“nz erbfernen lassen. Man entferne mit dem Finger vorsichtig alle njch losliehe Gelatine, und wasche die Platte in kaltem AVasser aus.“
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- Dritter Theil. Einunddreissigstes Capitel.
- Nach M'Glasbau stellt sich bei diesen Papieren der PebeLstand ein, dass die anfangs lösliche Schicht unlöslich wird (nach lx/2 Jahre) sobald das Papier lange Zeit liegt; weil wahrscheinlich der Chromalaun der Emulsionsseliicht auf die untere Leimschicht wirkt (Phot. Wochenbl. 1888 S. 198; Eder's Jahrbuch f. Phot, für 1889. 3. Jahrgang, S. 383).
- Wilde’s Emulsions-Oartons werden wie Glasplatten in die Cassetten eingelegt, welche indessen keine zu starken Federn haben dürfen. Man entwickelt, da man das Negativ nicht in der Durchsicht betrachten kann, so lange bis die Schatten sich zu belegen anfangen. Nach dem Fixiren und Waschen wird der Carton auf der Bückseite mit Kleister bestrichen und auf eine Glasplatte geklebt und getrocknet. Hierauf giesst man Ledercollodion auf (oder Gelatinelösung), lässt abermals trocknen, schneidet den Band ringsum ein und zieht die Gelatinehaut herunter (Wilde, Eder's Jahrbuch f. Phot, für 1889. 3. Jahrgang. S. 178). Gegen das Bollen und Fettigwerden der Häute empfiehlt E. Vogel ein Bad von 80 ccm Alkohol und 20 ccm Glycerin, in welchem man sie durch 10 Minuten badet und dann zwischen Lösehpapier trocknet. Wünscht man sich ähnliche Cartons selbst herzustellen, so reibe man Kreide-Cartons mittels eines Wattebäuschcheos mit Lack ein und begiesse sie mit einer möglichst klar arbeitenden Emulsion. Bei Emulsionen, welche nicht völlig klar arbeiten, ist das Entwickeln nacli der Aufsicht schwierig (E. Vogel. Eder's Jahrbuch f. Phot, für 1889. 3. Jahrgang, S. 172).
- Milmson1) beschreibt die Herstellung abziehbarer Negativpapiere in folgender Weise. Man nehme gelatinirtes, alaunirt.es Papier (wie selbes bei Marion fils et Gery und anderen Erzeugern von Papieren für den Pigment druck hergestellt wird), schneide dasselbe in Blätter, die um 1 bis 1,5 eem nach allen Richtungen grösser sind als die Glasplatte, die als Träger dienen soll, schneide an den vier Ecken ein (s. Fig. 174c) und tauche das Papier durch 5 Minuten in Wasser. (Zweifelt man an der vollkommenen Alaunirung der Gelatine, so kann man statt des Wassers eine gründliche Lösung von 1 bis 2 Theilen Ohromalaun in 100 Theilen Wasser verwenden,! Nach diesem Bade, während das Papierblatt noch feucht ist, klebt man es mit den Rändern auf die Spiegeltafel (s. Fig. 1745), welche vorübergehend als Träger dient» soll. Zu diesem Zwecke legt man das feuchte Papier mit der gelatinirten Seite au feuchtes Lösehpapier, das vollkommen rein und auf dem Tische ausgebreitet ist (s. Lg- (L gibt die Glastafel darauf lind dann ein Blatt gewöhnliches Papier (s. Fig. a), das eben-gross geschnitten ist als die Glastafel und im feuchten Zustande gut gespannt tum <-• Nunmehr hebt man die überstehenden Streifen des gelatinirten Papieres c und klebt n auf dem Rücken des Papieres a gut an, so dass die Glasplatte vollkommen in PaPun <- ^ gehüllt ist, das beim Trocknen sieh vollkommen gleiehmässig spannt. Man lässt nonum das Papier auf einigen Blättern Saugpapier unter einer geringen Belastung Ist das Papier gut getrocknet, so legt man die Spiegelplatte auf eine erwärmte -
- 1) Brit. Journ. of. Phot. 1877. S. 244. Phot. Corresp. 1877. S. 225.
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- Das Anziehen der Negative vom Glase etc.
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- platte, die z. B. auf einem Ofen sieh befindet, der mit einigen Blättern von grauem Plusspapier belegt ist und reibt die gelatinirte Seite des Papieres mit einem Stück Wachs; das Papier wird bald durchscheinend und das Wachs sickert zwischen das Papier und die Glasplatte.
- Mau wende Wachs in Uebersehuss an, so dass die ganze Fläche gut damit getränkt ist und dass keine Luftblase zwischen dem Glase und dem Papiere sieh befindet; hierauf nehme man die Spiegeltafol von der warmen Tafel weg, reibe sie mit einem reinen Flanellbansehen so lange, bis die Waehsschieht vollkommen gleich geworden jh. Nachdem von der Oberfläche alles überschüssige Wachs entfernt ist, bringe man die so präparirte Glastafel mit der wachsgetränkten Seite auf eine vollkommen ebene Spiegeltafel oder besser auf die gewachste Seite einer gleich präparirten Glastafel; man kann die Platten aufstapeln, die mit den gleichartigen Seiten gegeneinander gekehrt sind, und den Stoss massig beschweren, damit beim Erhärten das Papier durch das Wachs der Glasplatte gleichförmig anhaftet. Entdeckt man Luftblasen, so muss das Wachsen neuerlich vorgenommen werden. Dies scheint sehr complicirt, doch erscheint die Beschreibung eben länger als die Ausführung. Es soll noch andere Mittel geben, um ein gewachstes Papierblatt auf eine Glastafel zu befestigen, z. B. durch Eintauchen des Blattes in heisses Wachs oder Paraffin und Ausbreiten im triefenden Zustande auf einer Glasplatte mittels eines Kautschukreibers; doch hat Milmson eine andere Methode als die beschriebene nicht versucht, da letztere ein befriedigendes Resultat gab.
- Nachdem eine grössere Zahl von Blättern in dieser Weise präparirt ist, bringt man sie in das Laboratorium und behandelt sie vollkommen wie gewöhnliche Glasplatten, indem inan auf die gewachste Fläche heisse Bromgelatine aufgiesst, selbe mittels eines Glasstabes gut ausbreitet, den Uebersehuss abgiesst, dann den Tropfen nach der Mitte zuriiekführt und schliesslich die Platte auf einem Gestell in vollkommen horizontale Lage bringt. Nach dem Trocknen, welches rasch und vollkommen Pi'lolgt sein muss, löst man das gewachste Papier, welches mit der empfindlichen Schicht iiberzogen ist, von der Glasplatte ab; hierfür muss an den Rändern der Platte ein-geschnitteu und ein dünnes Papiermesser zwischen das Papierblatt und die Glastafel geschoben werden. Man bat auf diese Weise ein Papierblatt erhalten, welches mit dev empfindlichen Schicht überzogen ist. das zur Moment-Aufnahme einer Landschaft verwendet werden kann. Um diese Blätter in der gewöhnlichen Cassette zu verwenden, "niss man sie an den vier Ecken auf einen Carton anheften, welcher sie gespannt er-hält. und die Stelle der Glasplatte in der Cassete vertritt. Es erscheint überflüssig zu bemerken, dass die Feder in der Mitte des Cassettendeckels entfernt weiden muss, da '^er Carton diesen Druck nicht aushalten dürfte.
- Man bann auch, wie Warnerbe, 12 in dieser Weise präparirte Blätter mit /-"isehongelagerten gelben Papieren über einander lenen und selbe unter einem starken fhuek auf einem Carton oder einer Zinkplatte befestigen, indem man sie an allen vier -Wen beschneidet und auf den Schnitt einen schmalen Papierstreifen aufklebt. Alan -hält in dieser Weise einen Block, der nicht stärker ist als eine gewöhnliche Spiegel-^e] den man in die Cassette bringt, wobei man nach jeder Exposition das oberste entfernt; die exponirten Blätter können auf die Rückseite des Blockes gelegt
- Fig. 174.
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- und so auf bewahrt werden, bis man Zeit bat, die übrigen Operationen auszuführen wobei man sie nur vor Lieht und Feuchtigkeit bewahren muss. Mit vier Doppel-eassetten, von welchen jede Abtheilung mit einem solchen Block versehen wurde hat man einen Yorrath, welcher die Aufnahme von 48 Landschaften zulässt. Man kann wohl die Photographie nicht leichter ausführbar und bequemer gestalten. Um die die exponirten Papiere zu entwickeln, muss man sie durch 4 bis 5 Minuten in ein mit kaltem Wasser gefülltes Becken tauchen, sie auf eine Glastafel ausbreiten und das Bild mit Hilfe des alkalischen Entwicklers hervorrufen, wie bei den gewöhnlichen Brom-Gelatineplatten. Man fixirt mit unterschwefligsaurem Natron, wäscht reichlich mit Wasser, lässt trocknen, nachdem man das Blatt auf einem Brettchen an den vier Ecken mit Nadeln anheftet. Man muss nunmehr die Gelatineschicht, in welcher das Bild sieh befindet, verstärken und sie hierauf von dem Waschpapier abziehen, das ihr bisher als Unterlage gedient hat. Hierzu bereitet man eine Lösung von weisser Gelatine oder Hausenblase in folgender Weise: Für ein Blatt in der Grösse einer halben Platte nimmt man 0,5 g Gelatine, bedeckt sie mit kaltem Wasser durch 1 2li Stunde, lässt das überschüssige Wasser abtropfen, fügt 4 Tropfen Glycerin hinzu und lässt im Wasserbade die Masse zerfliessen, hierauf werden 10 bis 15 Tropfen der grünlichen Lösung von 2 Theilen Chromalaun in 100 Theilen Wasser zugesetzt, die Flüssigkeit durch Musselin in eine Flasche filtrirt, die in heissem Wasser sich befindet. Man nimmt nun das vollkommen trockene Blatt, hebt die Bänder, wie zu einer Schachtel, in die Höhe, legt es auf eine vollkommen horizontal gestellte Glasplatte, giesst die präparirte Gelatine heiss darauf1), breitet sie mit einem Pinsel bis an die Bänder aus, befestigt das Blatt mit Nadeln auf einem Brettchen und stellt letzteres, vor Staub geschützt, in einen Strom trockener Luft. Wenn die Masse vollkommen trocken ist, schneidet man die aufgebogenen Bänder weg und reibt die Büekseite mit einem Bäusehchen, das mit Terpentinöl befeuchtet ist. Die Gelatinesehicht löst sieh bald an den Bändern von der Unterlage ab und nunmehr ist es leicht, mit einem dünnen Papiermesser, das vorsichtig gehaudhabt wird, allmählich die Gelatineschicht von der ganzen Unterlage abzuheben. Man erhält in dieser Weise vollkommen durchsichtige, häutchenartige Negative, die man zwisch den Blätern eines Buches aufbewahren kann und hinreichend widerstandfähig sind, um die Manipulationen des gewöhnlichen Copirprocesses aus-zuhalten.
- Nach Ferran und Pauli“) verfährt man zur Herstellung von Negativpapier auf folgende Weise: Gutes, gleichmässig starkes Papier wird angefeuehtet und aufgespannt. Es trocknet dann vollkommen glatt und eben, was unumgänglich noth-wendig ist. Um das Papier undurchdringlich zu machen, firnisst man es mit einer Lösung von 2 g Asphalt in 100 ccm wasserfreiem Benzin und legt es durch eine Stunde in die Sonne um den Asphalt unlöslich zu machen. Dann wird folgende Lösung aufgetragen: 50 ccm Aether, 100 ccm Alkohol von 42 Grad, 1 bis 2 g Wachs (oder Stearin oder Paraffin), 50 ccm Aether, 2 g Wachs und 20 g Yaseline. Nach dem Verdunsten des Aether-Alkohols wird die Gelatine-Emulsion aufgetragen. Um zu verhindern, dass die Emulsion nach dem Trocknen spröde wird, setzt man ihr etwas Glycerin zu. -entwickelte und fixirte Bild wird mit einer Lösung von 12 Procent Gelatine und 3 Piocent Glycerin übergossen. Die getrocknete Schicht hebt sieh leicht von der Unterlage
- 1) Ein vorhergehender Ueberzug von Boheollodion dürfte sehr zu empfehlen sc intim -das Zerfliessen der Bildschicht völlig zu vermeiden.
- 2) Phot. News. 1880. Bd. 24, S. 305.
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- ZWEIUNDDREISSIGSTES C4PITEL.
- BROMSILBER-GELATINEPAPTER ZUM COPIREN VON POSITIVEN BILDERN UND ZU VERGRÖSSERUNGEN.
- Das Bromsilber-Gelatinepapier ist sehr empfindlich und gibt von allen bekannten Positiv-Papieren mit der kürzesten Belichtung Copien, weil sich schon das schwächste Lichtbild darauf entwickeln lässt.
- Die Farbe der auf Bromsilber-Gelatinepapier entwickelten Bilder ist grauschwarz und kalt; ferner sind die Bilder matt, erinnern aber bei guter Ausführung an Platinotypien oder Kupferdrucke. Wenn auch in der Pegel sich auf Bromsilberpapier nur schwer die Kraft von Platinotypien erreichen lässt, so ist dennoch namentlich für grössere Bilder (grosse Köpfe, Landschaften in verschiedenen Vergrösserungen) dieser Ton beliebt geworden.
- In einzelnen Porträt-Ateliers (namentlich England's) haben bereits uni das Jahr 1887 reine schwarze Farbentöne und matte Flächen bei Papierbildern bei grösseren Formaten die bis dahin bevorzugten braunen Töne und glänzenden Oberflächen verdrängt,
- Ferner wird das Copirverfahren mit Bromsilber-Gelatine benutzt, 11111 in sehr kurzer Zeit von den fixirten Negativen in noch nassem Zustande eine Copie bei Gaslicht herzustellen (indem man das nasse Copirpapier unter 'Wasser auf das Negativ presst), wobei das Entwickeln und Waschen der Copie (eventuell Trocknen in Alkohol) kaum eine halbe Stunde in Anspruch nimmt. Die Anwendung dieses Papieres im fonir-Automaten dürfte auch namentlich im Dienste der Polizei von Egender Bedeutung werden. Ferner kann man es benutzen zu Re-Pioductionen von Kupferstichen im Copirrahmen (Dr. Stolze, Phot, ^ochenbl. 1888. S. 195), sowie zum Copire-n von Strichzeichnungen ari Stelle von Platinotypien.
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- Drittel Theil Zweiunddreissigstes Gapitel.
- Die weitaus grösste Verwendung findet jedoch gegenwärtig qas Bromsilber-Gelatinepapier zur Herstellung von Vergrösserungen bei Lampenlicht, wozu es ebenso oft von Amateuren als Fachphotograplien verwendet wird. In der That ist das Bromsilber-Emulsionsverfahren das sicherste und leichteste, um mit geringen Vorrichtungen vergrösserle positive Bilder direct nach den Originalnegativen herzustellen.
- Gutes Bromsilber-Gelatinepapier für positive Bilder stellen mehrere Fabriken in guter Qualität her. Zuerst wurde es von Mawsdley (1873) erwähnt1) und wurde für positive Copien von Swan in London (1880) ein geführt2). Später stellte es namentlich Lamy (Paris) her und der Eastman-Oompanv (London) ist es zuzuschreiben, dass gute Sorten von Emulsionspapier in ausgedehntestem Masse erzeugt und auf den Markt gebracht wurden. Um das Jahr 1887 hatte das Eastman-Papier bereits; ziemliche Verbreitung erlangt und es wurde in der Folge auch sehr gutes Bromsilber-Gelatinepapier von Dr. E. Just (Wien), Dr. Stolze (Berlin), der Britannia Works Co. (Ilford, London) und Anderen erzeugt.
- Das Bromsilber-Papier kommt in verschiedenen Sorten in den Handel, wobei die Papiersorte theils fein -, theils grobkörnig (nach Art der Zeichen- oder Aquarellpapiere) ist.
- Z. B. erzeugt die Eastman-Company drei Sorten Papier: Das dünne glatte Papier A dient für kleine Porträte, Linien- und Strichzeichnungen: das stärkere glatte Papier B dient für kleine Bilder und Vergrösserungen. die später mit Aquarellfarben übermalt werden sollen; das starke rauhe Papier C ist für grössere Bilder und Vergrösserungen, die in Graphit und Kreide ausgeführt werden sollen.
- Für gewöhnliche positive Bilder mit Entwickelung eignet sich Chlorsilber-Gelatine oder Chlorbrom-Emulsion besser und wird vorgezogen wegen des angenehmen Tones. Zu Vergrösserungen verwendet man jedoch das empfindlichere Bromsilber-Gelatinepapier.
- I. Darstellung von Bromsilber-Gelatinepapier.
- Das Papier für positive Bromsilber-Gelatiuecopion muss gut uusgewaldt K'in. Saxe- oder Bivespapier ist gut; es muss aber mit einem passenden Ueberzug versehen werden, damit die Bromsilber-Emulsion nickt in die Fasern dringt; das Bild soll an der Oberfläche bleiben. Brauchbar ist einfaches Transportpapier, wie es für Pigment druck in Anwendung steht.
- Man kann sich jedoch das Papier selbst präpariren. Z. B. 30 g Gelatine in 300 bis 600 Theilen Wasser gelöst, filtrirt und 2 bis 3 ccm Okromalaunlösung G zugesetzt; ist die Lösung zu dickflüssig, so kann man einige Tropfen Essigsauie -setzen. Auch eine Abkochung von 1 Theil Stärke in 24 Theilen Wasser kann die- u
- 1) Yearbook of Phot, for 1874. S. 116.
- 2) Phot. News. 1880. S. 318.
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- Bromsilber-Gelatinepapier zum Copiren von positiven Bildern ete.
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- Zwecke dienen; wobei man zuerst die Stärke mit kaltem Wasser abreibt, dann in siedendes Wasser einträgt.
- Das Papier wird zuvor in feuchter Luft flach gepresst, auf eine Glasplatte gelegt lind mit der obigen warmen Gelatinelösung übergossen oder mit der Stärkeabkochung bepinselt. Dann trocknet man durch Aufhängen an der Luft.
- Die Emulsion für positive Copien soll langsam arbeiten, geringe Empfindlichkeit, völlige Sehleierfreiheit haben und zarte Zeichnung geben.
- Man erreicht dies am besten durch eine Emulsion, welche viel Jodsilber enthält, nicht stark gereift ist und viel Gelatine enthält.
- Eine gute Vorschrift ist:
- Bromammonium.............................. 18 Theile.
- ^ Jodkalium..................................2—4 „
- Gelatine........................... 50—80 „
- W asser.................................. 400 „
- ( Silbernitrat............................ 30 Theile.
- R \ Wasser.................................. 400 „
- Man mischt beide Lösungen bei 50 bis GO Grad C., lässt sie in der Flasche an der Luft 1/4 bis 1 Stunde stehen und giesst dann zum Erstarren in eine flache Schale aus. Das Waschen ete. geschieht wie bei allen anderen Emulsionen.
- Fig. 175. TTeberziehen von Papier mit Emulsion.
- Diese Emulsion gibt mit Eisenoxalat einen dunkelbraunen Farbenton; setzt man in obigem Reeept noch 20 g Citroncnsäure zur Bromgelatine - Lösung, so wird die Farbe viel heller bräunlich; lässt man die Citronensäure weg und fügt man aber nach dem Mischen noch 4 ccm Ammoniak zu, so wird die Farbe mehr dunkelbraun. Reine Brom-Emulsion gibt schwarze Töne; zu diesem Zwecke lässt man das Jodkalium weg und vermehrt dafür die Menge des Bromammoniums auf 20 g.
- Eine empfindlichere Emulsion erhält man, wenn man eine Silberoxydammoniak-Enmlsion (welche aber nur kurz digerirt sein darf) oder Silbereitrat-Emulsion (S. 214), welche bei niedrigeren Temperaturen hergestellt ist, anwendet.
- Auch die weiter unten für Glasdiapositive angegebenen Emulsionen können mit Lrfolg für Papderpositiou verwendet werden.
- Das IIeberziehen von Emulsionspapier für positive Copien geschieht in ähnlicher Deise, wie es beim Negativpapier geschildert wurde, nur kann die Emulsionsschicht dünner sein und wird in der Regel mit 3—5 Proe. Weingeist vor dem Giessen versetzt.
- Um Bronisilber-Gelatinepapier zu bereiten, feuchtet man einen Bogen gut geleimtes Papier an, quetscht es auf eine Spiegelplatte und übergiesst es mit Emulsion, "le °ben (S. 356) angegeben wurde. Dies ist der gewöhnliche Weg, den wir auch fül f^e ersten Versuche empfehlen.
- Cowan lässt ein angefeuchtetes Blatt Papier auf der Emulsion in einer Tasse (A) s,'fiwiinmen (Fig. 175), zieht es rasch und gleiehmässig mit dem einen Ende über die ^Uswalze oder den Glasstab C, welche an der Tasse befestigt ist und legt es über De neben der Walze befindliche Glasplatte B; auf dieser erstarrt die Emulsion und ^as Papier kann dann zum Trocknen aufgehängt werden1)' Die Emulsion muss hei
- 1) Phot. Journ. 1885. S. 66.
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- Dritter Theil. Zweiunddreissigstes Capitel.
- diesem Verfahren dicker sein, als wenn man sie aufgiesst, denn sonst bleibt beim Darüberziehen über die Flüssigkeit zu wenig Emulsion daran hängen; es steht aber nichts im Wege, die Emulsion durch Zusatz von Gelatine dicker zu machen.
- Man hat empfohlen, die Emulsions-Gallerte auf Papier zu streichen und über einem Heisswasserkasten flüssig zu machen, jedoch trocknen die Partikeln häufig bevor sie sich vertheilen und schmelzen.
- Whaite1) empfiehlt diese Methode (mit welcher übrigens der Verfasser keine sonderlich guten Resultate erhalten hat) und beschreibt sie folgendermassen:
- „Eine grosse Oberfläche von Papier mit einer Gelatine-Emulsion in flüssigem Zustande zufriedenstellend zu überziehen, ist für die Meisten eine sehr schwierige Operation. Die unregelmässige Ausdehnung und das Werfen des Papieres, wenn die Emulsion angewandt wird, und das schnelle Erstarren derselben in Klumpen und Wellen machen es fast, wenn nicht gänzlich, unmöglich, eine genügend gleieh-
- mässige und glatte Oberfläche zum Drucken mittels Berührung zu erlangen — besonders wenn die kleinste Stelle am Rande nicht bedeckt wäre, welches sehr leicht geschehen bann, da man bei so schwachem Lichte und mit einem so schlecht fliessen-
- Fig. 176. Ueberziehen von Papier mit Emulsion. den Stoffe, wie Gelatine-Emulsion, arbeiten muss.
- Nachdem Whaite zahlreiche Methoden mit wechselndem Erfolg probirt hatte, kam er darauf, zu versuchen, das Papier mit kalter und „erstarrter“ Lösung zu überziehen, und fand dieses vollständig zweckentsprechend, da es nichts zu wünschen übrig lässt und der dazu nöthige Apparat höchst einfach und billig ist. Er besteht aus einem Reservoir von Zink für heisses Wasser, wie beifolgende Zeichnung (Fig. 176) veranschaulicht.
- Er ist oben bei den hervorstehenden Stücken offen und hier wird das heisse Wasser hineingegossen, so dass diese nicht nur als Cisternen dienen und das Reservoir beständig gefüllt erhalten, sondern auch als Anhaltepunkte dienen, um das Papier beim
- Fig. 177. Ueberziehen von Papier mit Emulsion.
- Uebergang in die erhitzte Oberfläche zwischen sieh zu erhalten. Der Rücken, die Seiten und der Boden des Gefässes sollen mit Filz überzogen sein. Hierdurch wild es unnöthig, ein Lieht darunter brennend zu erhalten, da das einmalige Füllen not heissem Wasser genügt, um 300 bis 400 Fuss Papier zu präpariren. An den Rücke*11 und das obere Ende dieses Apparates wird eine Bank horizontal gestellt, welche etwa zwei Fuss breit und acht bis zehn Fuss lang ist, und ebenso kommt eine gleiche IL"!' vor denselben, die untere zum Bestreichen und die obere zum Glätten und Erstauen der Emulsion auf dem Papiere, wie Fig. 177 zeigt.
- Nehmen wir an, das Papier für Kohledruek soll verwandt werden, 22 Zoll bieü und in Längen von 8 bis 10 Fuss (eine recht convenirende Grösse), so lege man ou>en
- 1) Deutsche Phot. Zeitung. 1882, S. 120; aus Phot. News.
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- Bromsilber-G-elatinepapier zum Copiren von positiven Bildern ete.
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- dieser Bogen auf die untere Bank, trage die Emulsion, entweder in Klumpen oder durch Sackleinen (Stramin) gepresst, mittels eines steifen Borstenpinsels (etwa 8 Zoll Vjreit, ähnlich dem, welcher von Buchbindern benutzt wird) auf und bearbeite die Masse in der Weise, wie ein Tapezierer den Kleister; bei einer tüchtigen Bearbeitung mit dem Pinsel sieht es jetzt schon ganz hübsch glatt und frei von Klumpen aus. Kun nehme man ein Ende und ziehe es stetig und ziemlich rasch zwischen den hervorragenden Ansätzen des Apparates (welcher vorher mit heissem Wasser gefüllt war) durch. Pie geringste Berührung mit dem erwärmten Zink ist genügend, die Emulsion flüssig zu machen und sie erstarrt beinahe so schnell, bis das Papier die obere Bank erreicht, wo es liegen bleiben kann, bis der nächste Bogen auf der unteren Bank bestrichen ist; es kann dann in einem massigen Luftzuge zum Trocknen aufgehangen werden. Wenn wünschenswerth, kann eine zweite Schicht aufgetragen werden, allein Whaite hat dies nicht für nöthig gefunden. Wird eine sehr dicke und glänzende Oberfläche verlangt, so wird es nöthig sein, die Proportion der Gelatine im Verhältniss zu Chlor- oder Bromsilber zu vermindern; eine viel grössere Proportion des sensitiven Salzes kann dann angewendet werden.
- Whaite fügt noch hinzu: Man lasse nie den Bogen während des Ueberstreifens auch nur einen Augenblick auf dem erwärmten Zinke liegen, ein stetiges Ueber-streifen ist vollständig genügend, die fein vertheilte Emulsion so weit zu schmelzen, dass sie glatt läuft und die geringste Zögerung oder längere Berührung mit dem warmen Zink entfernt die Lösung stellenweise vom Papier und bringt wellenartige Erscheinungen hervor, wie man sie auf schlecht präparirtem Albuminpapier findet.
- II. Copiren und Entwickeln von Iironisilber-Grelatinepapier.
- Bei der Verarbeitung des Bromsilber-Papieres ordnet man zunächst die Negative in 4 Classen; 1. die schwachen, 2. die mittelkräftigen, 3. die kräftigen, 4. die sehr dichten.
- Man exponirt dann in- einem verfinsterten Zimmer, in welchem nur eine Gas- oder Petroleumlampe brennt, in einem Abstand von 50 cm vom Lichte im Copir-rahmen. Für die dünnen Negative braucht man 2 bis 4 Sccimden, dp die kräftigen 8 bis 2()Secunden, dir die sehr dichten 30 bis 60 Sekunden oder mehr.
- Üm die Bahnten mit dem Negativ und dem empfindlichen fronisilber-Gelatin epapier in der richtigen Entfernung von der Gas-°der Petroleumflamme zu halten nnd die Expositionszeit sicherer ^stimmen zu können,
- Ban befestige einen
- Fig. 178. Vorrichtung zum Copiren bei künstlichem Lichte.
- ist folgende Anordnung zu empfehlen (s. Fig. 178). Ständer, welcher in einem Schieherahmen den
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- Dritter Theil. Zweiunddreissigstes Capitel.
- Copirrahmen trägt, durch eine feste Metallstange mit der Gaslampe: hinter der Lampe kann ein Spiegel angebracht werden. Jedoch ist ein Eefiector nur dann zu empfehlen.* wenn man mit Chlorsilber-Gelatine arbeitet, welche nicht sehr empfindlich ist; bei Bromsilber-Gelatine ist ein solcher ganz überflüssig. — Eine andere Einrichtung ist in Pig. 179 abgebildet (nach Acworth); a ist ein Gasbrenner, b eine weisse Be-fleetorwand, bei c wird der Copirrahmen mit einer Feder angedrückt: die ganze Vorrichtung lässt sich um Scharniere Zusammenlegen.
- Zur Entwickelung bedient man sich des gewöhnlichen im Negativ-process gebräuchlichen Oxalat.-Entwicklers oder eines Oxalat-Entwicklers mit Oitronensäure nach Lamy1) oder Eastman (1888).
- c
- Fig. 179. Vorrichtung zum Copiren bei künstlichem Lichte.
- Das Eastmanpapier wird entwickelt mit folgenden Lösungen: A. Oxalsaures Kali ..... 330 g.
- Wasser . .
- B. Eisenvitriol .
- 1 Liter.
- Wasser . .
- Schwefelsäure
- 6—10 Tropfen.
- 0. Bromkalium Wasser .
- 10 g. 100 ccm.
- Zuin Entwickeln mischt man 120 ccm von Lösung A,
- 20
- 1
- B.
- C.
- Das Bild erscheint langsam und klar. Nimmt man weniger ti^en lösuno' so wird das Bild weicher. Sobald es genügende Kraft hat
- 1) Moniteur de la Phot. 1883. S. 85. Phot. Woehenbl. 1883. S. 1 A.
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- Bromsilber-Grelatinepapier zum Oopiren von positiven Bildern ete.
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- taucht man es (ohne abzuspülen) dreimal je eine Minute lang in eine
- (jedesmal frische) Lösung von
- Wasser............................1 Liter.
- Essigsäure........................5 ccm.
- gesättigter Alaunlösung . . . 1/4 Liter.
- Die Bilder werden hierin geklärt und vor dem Gelb werden bewahrt, Man spült dann ab und fixirt in Fixirnatronlösung (1 : 5). Nach 10 Minuten nimmt man heraus, wäscht 1 bis 2 Stunden lang und trocknet an freier Luft.
- Bei der Entwickelung von Bromsilber-Gelatinepapieren kann man nach Dr. Stolze den Schleier beseitigen, wenn man den Entwickler mit organischen Säuren versetzt; z. B. mischt man 150 Theile gesättigter Eisenvitriollösung mit 1 Theil Eisessig und etwas Weinsäure, so entwickelt folgende Mischung ganz gut:
- 1 Theil dieser Eisenlösung.
- 5 Theile gesättigte Kaliumoxalatlösung und einige Tropfen Bromkaliumlösung.
- Am besten wirkt ein Entwickler, wTeich er vor der Verwendung gemischt gestanden hat oder bereits einmal gebraucht war. (Phot, Wochen bl.' 1889. S. 115.)
- Fixirt wird in gewöhnlichem Fixirnatron oder in einem alaunhaltigen Fixirer.
- Dr. .Tust empfiehlt folgende Entwickelung.
- Für schwarze Bilder: Man löse (A) in 300 Theilen destillirtem Wasser 100 Theile neutrales oxalsaures Kali; andererseits (B) in 100 Th. destillirtem "Wasser, 30 Theile Eisenvitriol, 2 Theile (Zitronensäure; endlich (0) in 100 Theilen destillirtem Wasser 2 Theile Bromkalium.
- Die Mischung dieser Lösung soll unmittelbar vor der Entwickelung in der Weise erfolgen, dass man zu 3 Theilen A zunächst nur sehr wenig, etwa 1j3 Theil von B fügt und erst später, wenn das Bild nicht genügend detaillirt kommen sollte, noch so viel von B zugiesst, dass in Lumina auf drei Theile A ein Theil B kommt.
- Von der Lösung 0 füge man zu 100 Theilen der Mischung A mul 1jB B ein bis zwvei Theile noch vor Beginn der Entwickelung.
- Weiterer Zusatz kann erfolgen, wenn die Entwickelung sich zu msels vollzieht und in Folge dessen das Bild zu wunig Kraft erwarten lässt.
- Gas Bild soll sich langsam entwickeln und erst zuletzt, wenn es genügend kräftig erschienen ist. können etwa fehlende Details durch Anken Entwickler (3A und 1 B) ohne 0 noch herausgebracht werden..
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- Dritter Theil. Zweiunddreissigstes Capitel.
- Braune Bilder kann man dadurch erhalten, dass man die Belichtung auf das 6 —10 fache verlängert und. den Entwickler schwächer nimmt. Doch sind diese braunen Bilder nicht von jener Tiefe, welche Chlorsilber ergibt.
- Waschen im Säurebad: Die entwickelten Bilder werden sofort in ein Säurebad von 1 Theil Salzsäure auf 1000 Theile Wasser oder 1 Theil Essigsäure auf 500 Theile Wasser gebracht und dieses gewechselt. Dann wird mit Wasser gewaschen, in Fixirnatronlösung fixirt (1 Minute lang), dann bestens gewaschen.
- Auch der Pyrogallol-, sowie der Hydrochinon-Entwickler eignen sich für Bromsilberpapier. — Man kann den Pyro - Soda-Entwickler wie er auf S. 294 angegeben ist oder mit Citronensäure-Zusatz1) benutzen; jedoch soll dann das saure Fixirbad verwendet werden. Auch der Metasulfit-Entwickler (S. 117) ist geeignet.
- Benutzt man Hydrochinon-Entwickler, so eignet sich die auf S. 303 angegebene Vorschrift, Alter, mehrfach gebrauchter Entwickler, oder mit Essigsäure versetzter, ist besser als frischer.
- Nach Dr. Just eignet sich für sein Bromsilberpapier folgender Entwickler: A. 240 ccm Wasser, 60 ccm Natriumsulfit, 10 g Hydrochinon — B. 480 ccm 'Wasser, 120 g Pottasche, 15 g Eisessig. Beide Lösungen werden gemischt. Es empfiehlt sich, die Bilder zunächst in altem Entwickler zu entwickeln und erst dann frischen Entwickler zuzugeben.
- Folgender Hydroxylamin-Entwickler gibt nach Dr. Just mit seinem Bromsilberpapier gute Besultate: A. 15 g Aetznatron, 1000 ccm destill. Wasser. ----- B. 40 ccm Alkohol, 2 g salzsaures Hydroxylamin, 80 ccm Wasser. — Man mischt 100 ccm von Lösung A miit 5 ccm von Lösung B und setzt 5 Tropfen Bromkalium-Lösung (1 : 50) hinzu.
- Auch Eikonogen kann zum Entwickeln von Bromsilberpapier (Positive) benutzt werden und empfiehlt Dr. Just: 60 ccm destill. Wasser. 20 g Natriumsulfit, 15 g krystall. Soda und schliesslich (nach erfolgter Lösung) 5 g Eikonogen. Nach Bedarf: Bromkalium als Verzögerer. Als Fixirer dient das klare gemischte Alaun-Fixirbad (mit Natriumsulfit) wie es auf S. 311 angegeben ist.
- Quetscht man die Gelatinebilder in feuchten Zustande auf mit Talk oder etwas Vaselin abgeriebenes Glas oder Ebonit, so trocknen sie mit
- 1) Z. B.: A. 64 Theile heisses Wasser, 12 Theile Natriumsulfit, 1 Theil Citronensäure und 2 Theile Pyrogallol. — B. 64 Theile Wasser und 2 g Soda. Vor dem Gebrauche mischt man gleiche Theile von A und B und bringt mit Wasser auf das doppelte Volumen (Eastman’s Vorschrift für Negativpapier. Phot. News. 1887. S. o4.o, auch für positive Bilder verwendbar).
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- Glanz; um solche Bilder aufkleben zu können, soll man sie, bevor sie ganz trocken sind, auf der Rückseite mit Gelatinelösung bestreichen, um sie später durch einfaches Anfeuchten und Anpressen auf den Carton ankleben zu können. Man kann auch die Bilder collodioniren, oder schwach mit Glanzwachs einreiben.
- Wünscht man den Bildern einen wärmeren Ton zu verleihen, so macht dies einige Schwierigkeiten, da die Bilder in den Goldbädern schlecht oder gar nicht tonen. Man kann ein Goldbad von 1000 ccm Wasser, 30 g Alaun und 3V2 g Chlorgold, oder das unten (bei Chlorsilbergelatine) angegebene Rhodanbad versuchen.
- Besser wirkt Prof. H. W. YogeTs Uran-Tonbad, bestehend aus gleichen Theilen einer Urannitrat-Lösung (1:100) und Ferrideyankalium-Lösung (1:100), welches filtrirt wird; die bestens gewaschenen Bilder werden hineingelegt und nehmen einen warmbraunen, schliesslich roth-braunen Ton an (Eder’s Jahrbuch für 1888. S. 385). H. M. Eider machte ähnliche Mittheilungen1). Die Bilder werden in diesem Bade leicht fleckig.
- Man kann Bromsilber-Bilder in Platinbilder durch Chlorplatin-Lösungen überführen, wie zuerst Vidal (1887) unter Anwendung von Platinchlorid und Salzsäure ausführte, während E. Vogel (Phot. Mittli. 1887. S. 5; Eder’s Jahrbuch für 1888. S. 386) nachwies, dass ein Bad von
- Kaliumplatinchlorür....................... lg
- Wasser .............................. 1000 ccm
- Salzsäure................................. 10 ccm
- günstiger wirkt; man lässt es durch 15 bis 20 Minuten wirken. Um sich von der Wirkung des Platinbades zu überzeugen, schneidet man einen Theil des Bildrandes ab und taucht ihn in eine 15 procent. Kupfer-
- 1) H. M. Eider färbt Bromsilber-Bilder mit Uran dadurch, dass er dieselben m 1 bis 2procent. Schwefelsäure legt, gut wäscht und als Tonbad 1 Theil Urannitratlösung (1 : 10),
- 1 Theil Ferrideyankalium (1 : 10),
- 20 Theile Wasser
- benutzt. Sobald die Wirkung genügend erscheint, wird gewaschen. Man kann nun
- das Bild verschieden weiter behandeln. wenn der erzielte Ton nicht genügt oder die W • ' °
- ' eissen gelitten haben. Bringt man das Ganze in ein mit Schwefelsäure angesäuertes
- Alaunbad, so erhält es ein reiches an Purpur streifendes Braun und die Lichter werden
- jwiss. Das letztere geschieht auch, wenn man vor dem Alaunbade ein frisches Fixir-
- jad und reichliche Waschungen einschaltet; der Ton wird dann viel rother, fast wie
- ^brannte Terra Sienna. (Phot. Wochenbl. 1889. S. 23, aus Brit. Journ. Phot. 1888. Seite 775.
- Eier, Handbuch der Photographie. III. Theil. 4. Aufl.
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- Dritter TheiL Zweiunddreissigstes Capitel,
- chloridlösung: Ist das Bild völlig in Platin tibergefülirt, so Weiht es unverändert, verschwindet es dagegen, so ist noch Silber vorhanden. — Schliesslich werden die im Platinbade getonten Bilder nochmals fixirt.
- Bromsilber-Bilder, welche zu kräftig entwickelt sind und keine reinen Weissen zeigen, können mit den in Cap. XXVIII beschriebenen Abschwächungsmitteln (insbesondere rothem Blutlaugensalz, sowie dem sehr gut wirkenden oxalsauren Eisenoxyd-Abschwächer) aufgehellt werden.
- Zu dünne, monoton-graue Copien können (sobald sie reine Weissen zeigen) mit dem auf Seite 318 angegebenen Quecksilberchlorid-Bromkalium-Verstärker und daraulfolgender Schwärzung mit Natriumsulfit (genau so, wie man Glasnegative verstärkt) sehr schön gekräftigt werden. Schleierigo Copien schwächt man zuvor mit rothem Blutlaugensalz ab und verstärkt sie dann (nach bestem Waschen) mit Quecksilber. Für die Haltbarkeit derartiger Bilder kann keine Garantie geleistet werden.
- Einige Tropfen Aurin etc-, dem letzten Waschwasser beigesetzt, soll den Bildern einen angenehmen fleischfarbigen Ton geben (Phot. Mitth, Bd. 17, S. 292 und 294), jedoch ist diese Färbung nicht echt.
- Feber die Herstellung von Gelatinebildern mit Glanz siehe bei Chlorsilbergelatine.
- III. Die schnelle Herstellung von Copien im Exponir-Automaten.
- Seit man sich im Copirverfahren des sehr empfindlichen Bromsilber-Papieres bedient, ist man darauf bedacht gewesen, das umständliche Ein- und Auslegen der Papiere in den Copirrahmen abzukürzen.
- Cb. Fontayne in Cincinnati hat eine Maschine construirt, durch die ein Bromsilber-Papier unter einem Negativ fortbewegt ward, aut welches das durch eine siebenzöllige Sammellinse concentrirte Sonnenlicht fällt; so ist es möglich, in einer Minute 200 Abdrücke und m einer Stunde 12000 zu machen1).
- Schlotterhoss2) construirte 1883 einen Exponir - Automaten und l)r. Just in Wien brachte ihn in den Handel, bei welchem das I orbci-schieben des empfindlichen Papieres und die Exposition mittels eine? Uhrwerkes erfolgt.
- Mit empfindlichem Bromsilberpapier kann man mit diesem Apparat' hei Gaslicht ungefähr 500 Copien in der Stunde belichten. \w‘MR gemeinsehaftlich in grossen Tassen entwickelt und fixirt werden.
- 1) Brit. Journ. Phot. 1883. S. 139. Phot. Wochenbl. 1883. S. 108. ^ ^
- 2) Phot. Corresp. 1883. S. 332; 1884 S. 330. — Deutsches Reichspatent No. vom 15. April 1883.
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- Bromsilber-Gelatinepapier zum Copiren von positiven Bildern etc.
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- Arbeitet man mit dem weniger empfindlichen Chlorsilberpapier, so kann man im zerstreuten Tageslicht und bei elektrischem Lieht 400 bis 500 Copien in der Stunde, bei Gaslicht- 60 Copien in der Stunde, für Cvanotypie und Platinotypie 30 Copien im direct-en Sonnenlicht in der Stunde anfertigen.
- Für geringeren Bedarf und gewöhnlichen Atelierbetrieb eignet sich der Ex-ponir-Automat mit Handbetrieb (Fig. 180), bei welchem mit der Hand Hei dem an der Figur ersichtlichen Knopfe die Yersch hissklappe sich öffnen und schliesscn lässt, während gleichzeitig das im Innern des Apparates aufgerollte B romsi 1 b er-L\a j der selbstthätig vorwärts geschoben wird.
- Weitaus rascher und auch noch regelmässiger functionirt der grosse Schlotterhoss’sche Exponir-Automat (Fig. 181), bei welchem das Oeffnen und Sehhessen der Klappe, sowie das Vorwärtsschieben des Papieres durch ein Uhrwerk besorgt wird.
- Der Apparat besteht der Hauptsache nach aus zwei Theilen, dem eigentlichen Exponirkasten A und dem Laufwerk B mit den zur elektrischen Regulirung nöthigen Neben-Apparaten wie: der Uhr L, der Doppelbatterie EH, dem Unterbrecher M 'nid dem elektrischen Arretirungswerk N im Laufwerk.
- Der Exponirkasten A ist ein lichtdicht hergestellter, mit einem abhebbareu Deckel versehener Kasten, in welchem sieh bei C eine lose eingesetzte Büchse zur Aufnahme Fs zu verarbeitenden endlosen (bandförmigen) Papieres, bei D ein Haspel befindet, an welchem das Papier mit dem einen seiner Enden festgemaeht ist. In der Mitte (ks Kastens, unter der Exponiröffnung, liegt die gepolsterte Pressplatte EE, welche durch eine Spiralfeder in die Höhe gegen das Papier und mit diesem an das photographische Negativ gedrückt wird. Das letztere liegt auf einem an die Presspiatten E inliegenden, auswechselbaren Einsatzrahmen, ähnlich einer photographischen Cassette ’ind wird, wenn der Deckel F auf den Kasten mittels der Schrauben s s aufgesetzt 'md festgemaeht ist, von demselben in seiner Lage festgehalten. Die Liehtöffnung im U'ckel ist mit einer Klappe G bedeckt, welche sich automatisch, durch die Untersuchung eines elektrischen Stromes regulirt, öffnet und schliesst. Dreht man die 'raterhalb der Pressplatte E gelagerte Welle W. so wird durch Vermittlung zweier ej°l n. o, die Klappe G aufgeworfen und die Exposition beginnt. Ist dieselbe ^raudet und wird die Welle W weiter gedreht, so schliesst sieh die Klappe wieder. f‘e bt'cssplatte geht nach abwärts, das Panier wird frei. Durch eine gezähnte Curve c,
- \\y-J -1 ' 1
- ‘ ''ue zwei gegen einander verstellbaren Theilen bestellt, wird die Drehung der
- 24*
- Fig. 180.
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- Dritter Theil. Zweiunddreissigstes Capitel.
- Welle durch eine mit Kautschukband umgebene Scheibe r und Zahnrad r, rx, an dessen Achse im Innern des Exponirkastens der Haspel sitzt, dieser letztere gedreht und das Papier um eine Bildlänge vorgezogen, am Haspel aufgewickelt. Hierauf wird die Pressplatte wieder frei, die eomprimirte Spiralfeder wirkt gegen oben, drückt von Neuem das Copirpapier gegen das Negativ und im selben Momente öffnet sieh auch schon wieder die Klappe G zur nächsten Exposition.
- Der jetzt beschriebene Exponirkasten lässt sich auch, aus dem elektrischen Regulator ausgesehaltet, für sieh allein mit der Hand in Thätigkeit setzen und gebrauchen, indem man das Oeffnen und Sehliessen der Klappe nach einer guten Secundenuhr mit der Hand besorgt. Der endlose Papierstreifen wird immer in der Dunkelkammer eingesetzt und kann von beliebiger Länge sein; man erhält auf solche Weise bei ein-
- maligem Beschicken des Apparates mit Papier eine Reihe von nebeneinander stehenden Bildern, wodurch Zeit und Arbeit naturgemäss beim Copiren erspart ist.
- Der Bewegungsmechanismus für die automatische Drehung mit elektrischem Regulator besteht aus dem Laufwerk B1 der Doppelbatterie H (vier Elemente), H1 (zwei Elemente), der Uhr L mit elektrischem Contact, dem Unterbrecher M und dem am Laufwerk angebrachten elektrischen Arretirungswerk N. Das Laufwerk wird durch ein Gewacht P getrieben und mit einer Kurbel Q, wenn dasselbe abgelaufen ist, wieder aufgezogen.
- Die Welle W des Exponirkastens ist durch ein auf ihr angebrachtes Zahnrad mittels Kettentransmission mit dem Laufwerk B durch das Rad R in Verbindung. Die Antriebswelle des Laufwerks wird aber in zwei Stellungen durch zwrni an ihr befindliche Nasen arretirt, welche der Klappe G im geöffneten und geschlossenen Zu-
- stande entsprechen. Die Drehung des Laufwerks in den Rädern Rx Il2 IR . .. . geschieht, sobald es nicht arretirt, sondern frei geworden, durch den Zug des Gewichtes P, welches mit Schnur auf der Trommel t, t in Verbindung steht und dadurch in Gang kommt.
- Die Auslösung der Arretirung erfolgt, indem der Strom der Batterie R (vier Elemente) durch den Elektromagneten TT des Arretirungswerkes N über je eine Con-tactsehraube xx1 des Unterbrechers M und dessen Anker zzx sieh zur Batterie sehliesst. Wenn der Unterbrechungsanker zzx von einer Contactschraube x zur anderen X\ sich bewTegt, so wird auf diesem Wege der Strom der Batterie jedesmal für ehren Moment unterbrochen und der Anker Lrj U der Arretirung in Folge dessen momentan losgelassen , kurz darauf wieder angezogen. Im selben Moment, als der Anker losliess, wird der Bewegungsmechanismus (Laufwerk) frei, das Gewicht P setzt sieh in Thätigkeit und die Welle mit der Trommel dreht sich aus der eben innegehabten Stellung in die, welche durch die zweite Nase gegeben ist, worauf das Räderwerk B1R1P2R3 " arretirt, stehen bleibt, bis der Unterbrechungsanker zzl die entgegengesetzte Bewegung macht.
- Der Unterbreehungsanker liegt vor einem Elektromagneten V V±, welcher seinen Strom von der zweielementigen Batterie Hx empfängt, welche letztere zur Uhr L deiad geschaltet ist, dass der Strom zum Zeiger l einer Sehleiffeder führt und von den. isolirt aufgesetzten Zifferblatte durch den Elektromagneten V Tg zum zweiten Pol del Batterie sieh sehliesst.
- Auf das Zifferblatt der Uhr L wird heim Gebrauche des Apparates für el!ie11 eoncreten Fall ein Papierseheibchen aufgeklemmt, in dessen Peripherie man Am schnitte gemacht hat, deren Entfernungen von einander, der Dauer der Expose11 angepasst, gemacht wurden und welche durch einen Vorversueh ermittelt i'01 waren.
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- Bromsilber-Gelatinepapier zum Copiren von positiven Bildern etc. 373
- Ist der Apparat im Gange und der Zeiger der Uhr in Bewegung, so wird er während dieser Bewegung abwechselnd bald von dem Papierscheibehen auf das Zifferblatt und umgekehrt übergehen, somit in Folge dessen der Strom der Batterie li) (zwei Elemente) bald geschlossen, bald geöffnet, d. h. bei jedem solchen Uebergang den
- Fig, 181 aj Obere Ansicht,
- j-'nterbreehungsanker z zx von seinem Elektromagneten V Y1 anziehen und abstossen ' somit jedesmal eine Unterbrechung des Stromes der Batterie II (vier Elemente) ei jeiführen, welche die Arretirung des Laufwerkes besorgt.
- Steht der Uhrzeiger l mit dem Zifferblatte in Contact, so ist die Klappe G ge-°ssen, der Zutritt des Lichtes in den Kasten zum Negativ abgesperrt. Tritt der
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- Dritter Theil. Zweiunddreissigstes Capitel.
- Zeiger l aber auf das Papierseheibchen über, so setzt sieb das Laufwerk dureb den Zug des Gewichtes P in Bewegung, bis die Klappe G geöffnet ist, was sehr rasch geschieht. Der Apparat bleibt nun in der Ruhe, bis der Zeiger l wieder vom Papierscheibchen auf das Zifferblatt übergeht,' dann bewegt sich das Laufwerk von Neuem, und zwar so lange, bis, nachdem sofort die Lichtklappe G geschlossen wurde. der Apparat zu einer neuen Exposition fortgeschaitet wurde. So geht nun die automatische Bewegung des Oeffnens und Schliessens der Klappe G des Exponirkastens A ununterbrochen fort.
- Man ist in Folge dieser Einrichtung des Uhrwerks im Stande, jede beliebige Expositionszeit zu nehmen, dieselbe aber auch absolut genau einzuhalten, je nachdem man die Eintheilung der Ausschnitte des Papierscheibchens anordnet, welche natur-gemäss von der Dichte und Beschaffenheit des Negativs, der Empfindlichkeit des Papieres und der Intensität der zum Copiren angewendeten Lichtquelle entspricht.
- Um die richtige Expositionsdauer für einen gegebenen Fall durch einen Vorversuch zu bestimmen, macht man auf dem Papierscheibehen verschieden weit von einander entfernte Ausschnitte, welche einer verschiedenen Dauer der Exposition entsprochen , exponirt dann, entwickelt die Bilder und beurtheilt nach der Güte der erhaltenen Copien, welche Expositionszeit die entsprechende war, nach welcher dann das Papierseheibchen für die eigentlich zu beginnende Thätigkeit des Apparates geschnitten und angefertigt wird. Nach Beendigung der Copirarboit kann man dieses definitiv verwendet gewesene Papierseheibchen mit darauf etwa angesetzten Notizen über Lichtstärke etc. versehen, sammt dem Negative auf bewahren, um bei seinerzeitigem Wiedergebrauch Anhaltspunkte für die Arbeit zu besitzen.
- Man entnimmt also der vorhergehend gegebenen Darstellung der Einrichtung und Wirkung des Exponir-Automaten, dass bei diesem 0opirapparate clor Impuls zur automatischen Bewegung durch den Contact des Zeigers einer Uhr mit dem Zifferblatte derselben gegeben ist und durch den elektrischen Strom mittels eines Unterbrechers auf ein Laufwerk (Triebwerk) mit elektrischer Arretirung übertragen wird.
- Ausser der obigen, von Major Yolkmer gegebenen Beschreibung liegt noch eine detaillirte Beschreibung des Automaten nach der Patentbesehreibung vor, bezüglich welcher wir auf die 3. Auflage dieses Werkes, sowie die Fachzeitschriften, worin die Beschreibung enthalten ist, verweisen.
- Andere Schnell-Oopirapparate beruhen darauf, dass man. Babmeii in ein Fenster einsetzt, an dessen Aussenseite sieh eine Flappe befindet, während innerhalb die Matrize mit dem Copirrahinen angebracht- ist; das Oeffnen und Sehliessen der Flappe bewirkt die Exposition. Einen solchen Apparat bringt Hans Brand in Bayreuth (1889) in den Handei und ist derselbe, sowie eine ähnliche von Dr. Just angegebene Einrichtung in Eder's Jahrbuch f. Phot, für 1889 beschrieben.
- IY. Yergrö sserimgen auf Bronisilber-Gtelatiiiepapier.
- Die Yergrösserringen auf Bromsilber-Gelatinepapier sind wegen de) Schnelligkeit und Leichtigkeit, womit sie herziistellen sind, sehr beliebt.
- Zur Herstellung von Yergrösserungen auf Bromsilber-Gelatinepapa'1 ist für kleinere Dimensionen eine Petroleumlampe genügend, für grosseie Dimensionen verwendet man Magnesium- oder Tageslicht,
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- Bromsilbor-GeMnopapier zum Copiron von positiv»» Bilden, »to.
- • f „wpri und mit geringen Kosten kann man, falls man ein Am emfectaten und m, ^ ^ ^ Vel.gr8sserungea
- Seioptieon ra ^ Copirrahmen mit fehlerloser Spiegelplatte
- mackem i an . » , m denselben in einer Staffelei umei-
- '™g«sserte Bild «***> *"*
- dickbar auf, dara ^ scliarf erscheinen muss. Hierauf
- Sciopticons, weWtee a»^ B‘ ft.omsnberpapier. bringt den Eahmen
- -Bi,dern mitt:1:.!:s:::!tieons'
- «e. lB. Herstellung v.» V.«».»«™.*» « W“®1“”
- T T.,,n o-nrioren Yergrösserungs-
- Die Einrichtung, und Verwendung _ nachstehende die-
- apparaten für Bromsilber-Gelatmepapiei ^ erläutert.
- Schreibung (nach Beach, Phot. News. » • ^ ' Leuclii-
- Eine sehr kniffige Petroleumlampe (von^-8 br.^ hraft) wird in einen Blechkasten mi - , (Tjo-. 182 und 183).
- dass aus keiner Spalte Lieht hervoicim^ '- Tg.fleetor. Nach dev Hinter der Lampe befindet sich “^1«-^' ^ m ^ Camt.Ta. einen Seite ist der Kasten orten unc
- mittels eines Kähmens an. N-mtiv befestigt. Zwischen
- An der Camera.ist das zu sei * ^ cing(,.cWtet (Fi?. 183).
- Lampe und Negativ ist em malt t-il. , . lnnS5silT;d,u zerstreuen. Am
- welches dazu dient, das Lampenlicht c c
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- Dritter Theil. Zweiunddreissigstes Oapitel.
- anderen Ende der Camera befindet sich ein photographisches Objectiv von kurzer Brennweite (z. B. ein Porträt-Objectiv oder ein Gruppen-antiplanet). Dadurch wird ein vergrössertes Bild auf den Schirm (Pig. 182) geworfen. Das Bild am Papier ist aber sehr lichtschwach und das Scharf-Einstellen verursacht einige Schwierigkeiten. Leichter wird die Sache, wenn man das Bild auf einer matten Visirscheibe in der Durchsicht scharf einstellt. Dies wird durch folgende "Vorrichtung erzielt,
- Auf einem Gestelle (Pig. 184) lässt sich ein Balimen senkrecht aufklappen, wie in Pig. 182 an gedeutet ist. Auf demselben befindet sieh
- ein Brett, an dessen einer Seite das Papier an geheftet werden kann, während die andere Seite ausgeschnitten ist und ein mattes Glas (Visirscheibe) trägt, Man klappt es senkrecht auf, wirft das Bild auf die Visirscheibe und stellt durch Auseinanderziehen oder Zusammenschieben der Camera scharl ein; die Vorgrösserung des Bildes wird um so bedeutender, je weiter man die Visirscheibe vom Objectiv entfernt. Hat man scharf eingestellt, so kehrt man den Bah men um; es kommt nunmehr die Visirscheibe nach oben und die zur Aufnahme des empfindlichen Papieres bestimmte Seite nach unten. Man schliesst den Deckel des Objectivs, heftet bei rothem Licht das Bromsilberpapier
- Fig. 183.
- Fig. 184. Herstellung von Vergrösserungen bei künstlichem Licht.
- auf und exponirt je nacb der Vergrösserung ungefähr 10 bis 20 Minuten. Durch vorgeschobene Vignettir-Balimen kann man oval abgetönte Bilder erhalten.
- Fig. 185 zeigt Antliony’s Vergrösserungs-Oamera, auf welche ei im Januar 1884 ein englisches Patent (Mo. 297 851) erhielt1). Die Einschnitte in den Kasten, welcher nebst der Lampe auch die Conden-sationslinse (a) und die zn vergrössernde Matrize (b) enthalten . haben
- 1) Phot. News. 1884. S. 314.
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- Bromsilber-Gelatinepapier zum Copiren von positiven Bildern etc.
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- den Zweck, die beiden letzteren nach Bedarf in wechselnde Entfernungen zu bringen.
- Man kann auch die Lampe in ein anderes Zimmer, als das empfindliche Papier stellen (Fig. 186). In die Holzscheidewand wird eine viereckige Oeffnung geschnitten, worin sich das zu vergrössernde Negativ befindet. Auch hier ist zwischen diesem und der Lampe ein mattes Glas eingeschoben. An der anderen Seite der Wand ist die Camera sammt dem Objectiv angebracht, Fig. 186 zeigt, wie der Operateur eben im finsteren Baume das Bild in der richtigen Grösse aut der Y isir-seheibe emsteilt, indem er diese auf dem Gestelle verschiebt.
- Fig. 185. Herstellung von Vergrösserungen bei künstlichem Licht.
- Das Bild wird in einem völlig finsteren Baume auf einen vertiealen Schirm geworfen, auf welchem das Bromsilberpapier befestigt ist.
- Die Yergrösserungen auf Bromsilber-Gelatinepapier werden nie gewöhnliche Copien auf Bromsilber-Gelatinepapier entwickelt, fixirt und fertig gemacht, Am besten eignet sich der Oxalat-Entwickler.
- Ein Mittel, um Bromsilber-Yergrösserungen haltbar zu. machen, gab ID'ooks *) an.
- Guter weisser Schellack wird in Alkohol gelöst, dazu die gleiche ^olinnmenge einer gesättigten Lösung von Borax in Wasser in kleinen
- D Yearbook of Phot. 1885. S. 123.
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- Dritter Tlieil. Zweinnddreissigstes Ca])itel.
- Partien zugesetzt und geschüttelt. Diese Flüssigkeit muss vollkommen klar bleiben, bildet eine Yorrathlösung und wird zum Gebrauche mit 5 bis 10 Tkeilen Wasser verdünnt, ohne dass hierdurch der Schellack gefällt wird. Die Yergrösserung wird auf einen Tisch gelegt und obige verdünnte Flüssigkeit mit einem Sprühapparat, gleichviel ob mit dem Mund oder mit einem Gummiballen, gleichmässig über die ganze Oberfläche gestäubt. Das Blatt wird damit befeuchtet, ohne dass das Bild, sei es nun eine Zeichnung oder ein anderes Werk, irgendwie eine Veränderung im Ansehen erleidet, da der Lack nach dem Trocknen voll-
- Fig. 186. Herstellung von Vergrösserungen bei künstlichem Licht.
- ständig matt erscheint. Je stärker die Flüssigkeit verwendet wird, desto mehr schützt sie das Bild vor äusseren Einflüssen, und die geringe Mühe, die das Verfahren verursacht, kommt gar nicht in Betracht.
- Y. Yergrösserimgen auf Bromsilberpapier nach Eastman.
- Für Vergrösserungen bei Tageslicht kann das Negativ einfach gegen den Himmel gerichtet werden, wozu jedoch ein Tisch oder ein Brett in oft sehr sehi’W1 * Stellung aufgestellt werden muss. was nicht immer leicht ausführbar ist. In Vu meisten Fällen wird es daher einfacher sein, sich alle Behelfe zur Yergrösserung V" lieh wie in der nachstehenden Zeichnung (Fig. 187) auf einem horizontal stellendei-Tisehe anzuordnen1). Das Himmelslieht wird hier, wie man sieht, mittels eines S{W*S'
- 1) Wir verdanken diese Figuren und Mittheilungen Herrn Schierer, RedaPel“
- der „Photogr. Notizen“ in Wien. (S. Photogr. Notizen 1887. S, 21.)
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- der im richtigen Winkel anzubringen ist, aufgefangen und durch eine kleine Fensteröffnung auf das Negativ dirigirt. Tn geeigneter Entfernung von letzterem wird eine Camera, aus welcher Visirscheibo und Cassette herausgenommen sind, aufgestellt, und erhalt man auf diesem Wege auf einem Blatt weissen Papieres, welches, wie in der Figur ersichtlich, auf einem
- Bahmen glatt aufgespannt ist, das vergrösserte Bild des Negativs. Hauptsache ist es, darauf zu sehen, dass keine Spur fremden Lichtes in den Baum, wo die Yergrösserung gemacht wird, eindringe. Deshalb muss auch der Baum zwischen Negativ und Object sorgfältigst mit einem schwarzen Sacke verhüllt sein, damit ja nur ausschliesslich die durch das Objeetiv kommenden Lichtstrahlen auf den Bildrahm eil fallen.
- Fig. 187. Yergrösserungen auf Bromsilberpapi°r.
- Benutzt man zum Vergrösseru für die Camera eine einfache Linse, so brauchen weitere Anordnungen nicht getroffen zu werden; wird aber ein eombinirtes Porträt-objectiv verwendet, so müssen die Linsencombinationen derart vertauscht werden, dass
- Fig. 188. Yergrösserungen auf Bromsilberpapier.
- ‘^e Hintorlinse dem zu vergrössernden Negativ zugekehrt ist. Hat man das auf das U(asse Blatt Papier vergrössert projicirte Bild scharf eingestellt, so bedeckt man das 'Jec'tiv mit einem orangefarbigen Papier oder Glas, und befestigt ein Blatt empfind-'ll-hen Bromsilberpapieres auf dem Bahmen genau an die Stelle des weissen Papieres. «eii Entfernung des orangefarbigen Papieres (oder Glases) vom Objective wird nun e Exposition vorgenommen, deren Dauer sieh natürlich nach der Dichte des Negativs,
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- Dritter Theil. Zweiunddreissigstes Capitel.
- der Stärke und Beschaffenheit der Schicht, der Gattung des Objectives, sowie naeh dem Grade der Vergrösserung richtet.
- Bei Vergrösserung eines Negatives, von 8 X 10 Centimeter zur Grösse von 26 X 31 Centimeter ist z. B. eine Exposition von 5 bis 10 Seeunden (und zwar bei schwachem Tageslichte und nicht sehr lichtstarkem Objective) erforderlich. Wichtig ist es, sieh zu bemerken, dass, wenn man eine bestimmte Zeit als die richtige Expositionszeit für eine gewisse Bildgrösse erkannt hat, ein Bild der doppelten Grösse nicht auch der doppelten Expositionsdauer, sondern der vierfachen bedarf. — Fig. 188 illustrirt die Herstellung von Vergrösserungen bei Tageslicht unter Anwendung einer Vergrösserungscamera. Man sieht, dass es hier keiner Condensationslinse bedarf, sondern es genügt, das Himmelslieht mittels eines Spiegels, ja selbst mittels eines weissen Cartons aufzufangen, und auf das Negativ zu dirigiren. —
- Bei Anfertigung von Ver-grösserungen mittels künstlichen Lichtes, müssen die einzelnen Hilfsgeräthe anders angeordnet sein. Wenn es auch im Nothfalle genügt, im Ver-grösserungsapparate zwischen das Negativ und die künstliche Lichtquelle (Lampe) zwei matte Scheiben einzufiigen, um eine gleichmässigere Erleuchtung des Negativs zu bewirken, so wird es doch hei weitem empfehlens-werther sein, sich eines Systeme? von Condensatoren zu bedienen. Vorstehende Figur (Fig. 189) veranschaulicht die Anordnung der einzelnen Theile eines derartigen ebenfalls sehr einfachen Apparates.
- Eine gewöhnliche Petroleum- (Bundbrenner-) Lampe A mit einem Metallrefiector repriisentirt die Lichtquelle. Das Licht passirt bei D zwei planconvexe Condensations-linsen, wodurch eine ganz gleichmässige Erleuchtung des Negativs bei E bewirkt wird; das Objeetiv G entwirft bei m das vergrösserte Bild. Mit dieser Vorrichtung bedarf ein mitteldiehtes Negativ von ca. 8 X H Centimeter für eine wohlgelungene 1 ei-grösserung in Formate von 26 X 31 Centimeter, 3 Minuten Expositionszeit. Bei Leiwen düng von Magnesium- oder Kalklieht würde eine Exposition von ebenso vielen Seeunden genügen.
- Weitere eingehende Beschreibungen derartiger Vergrösserungsapparate mittels künstlichen Lichtes (Seioptieon) finden sich in dem Artikel von Herrn Ganz übei das Pinakoskop in Eder’s „Jahrbuch für Photographie f. 1888“.
- APPARATUS FOR ENLARGING WITH EASTMAN’S PERMANENT BROMIDE PAPER.
- Fig. 189.
- YI. Die Betouclie von Bromsilber-GrelatineMlderii.
- Hierüber schreibt Herr Coughton, Chef der Betouchir-Abtheihing der Eastman Co., kurz folgendes:
- Solche Bilder lassen sich ebenso gut und in derselben Y eise ^u gewöhnliche Salzpapierbilder retouehiren. Nur im Material iG Lll‘ Unterschied.
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- Mit Kreide und Bleistift, Anstatt Graphit allein zu nehmen, empfiehlt sich eine Mischung von halb Graphit und halb geschabter Conte-Kreide Ko 1, um damit unter Benutzung der Estompe zu arbeiten. Man gebrauche keine Lederestompe. sondern einen kleinen, recht weichen Baumwollenballen; zum Wischen können auch die Finger mit Erfolg benutzt werden. Zum Bearbeiten der Haare, der Schatten in den Kleidern u. s. w. nehme man eine Papierestompe; im fiebrigen behandle man diesen Theil genau wie bei Salzpapierbildern, mit dem Unterschiede, dass Eastman-Bilder die halbe Arbeit als jene erfordern, da sie von vornherein „brillanter“ und reicher in der Abstufung und den Halbtönen sind. Die tiefsten Schatten bearbeite man mit Conte-Kreide No. 2 und 3.
- Das Einsetzen der höchsten Lichter,
- Aufhellen bei Spitzen und hellen Kleidern u. s. w. geschieht durch Auskratzen mit einem scharfen Messer (Kadirmesser oder Schaber). Grössere Flächen kann man durch Ueberreiben mit geschlemmtem Schmirgel aufhellen. Dies ist bei Eastman-Bildern um so leichter, als das Bild nicht in den Fasern, sondern auf dem Papier liegt.
- Das Ketouchiren des Gesichtes geschieht mit einer härteren Kreide, z. B. Conte No. 0 superfein und No. 1. Im Allgemeinen ist das Ketouchiren des G esichtes bei Eastman - Bildern mehr ein Ausflecken, Egalisiren und Verbinden der Halbtöne.
- Mit P asteil. Dies ist leicht, da das Bromsilberpapier leicht Pastell an nimmt (vergl. Kitseher, die Pastellmalerei).
- Mit Aquarell. Zu diesem Zwecke wasche man die Oberfläche fler Eastman - Bilder mit einer sehr schwachen Lösung Ammoniak, bis sfi‘h jede Fettigkeit verloren hat,
- Man gebe Obacht erst dann zu übermalen, wenn die Farbe (aber nicht nur die Oberfläche, sondern auch die Gelatine) ganz trocken geworden ist, sonst erhält man leicht Blasen.
- Fig. 190.
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- DREIUNDDREISSIGSTES CAPITEL.
- DARSTELLUNG VON DIAPOSITIVEN SOWIE VON VERKEHRTEN NEGATIVEN FÜR LICHTDRUCK.
- Diapositive lassen sich auf Bromsilber-Gelatine mit grosser Vollendung hersteilen. Die Farbe ist meistens grauschwarz und mehr oder weniger kalt. Man kann ganz gut Fensterbilder etc. damit hersteilen. Für hübsch warm bräunlich etc. gefärbte Diapositive eignen sich Chlorsilberplatten§[besser als Bromsilberplatten und geben auch häufig mehr Feinheit,
- w, k '
- Fig. 191. Copirrahmen.
- Für den Laboratoriumsgebrauch (z. B. zur Reproduction von W gativen oder für vergrösserte Diapositive) benutzt man häufig die weitab empfindlicheren Bromsilberplatten, welche in jedem Atelier vorrätlng sind und keine eigenen Vorbereitungen zum Entwickeln brauchen.
- Exponirt man eine Bromsilber-Gelatineplatte unter einem Negatn im Copirrahmen durch einige Secunden bis eine Minute dem Lichü einer Gas- oder Kerzenflamme (Distanz 30 bis 50 cm), so erhält B*“11 beim Entwickeln ein schön detaillirtes Positiv (vergl. S. 365 und 3ohj-
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- Darstellung von Diapositiven im Copirrahmen und in der Camera.
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- Grössere Matrizen erhalten heim Lieht einer Flamme zuweilen eine nngleiehinässige Beleuchtung; Aufstellen des Copirrahmens in grösserer Distanz oder eine vor das Lieht gehaltene Tafel aus mattegeschliffenem Glase hilft ab.
- Häufig ist der Druck der Stahlfedern an der Eüekwand der gewöhnlichen Copirrahmen zu stark, sobald man dicke Glasplatten einlegt; diese werden dann bei der geringsten Unebenheit zerbrochen. Man nimmt deshalb die Stahlfedern weg und legt Holzkeile oder Leinwandballen ein. Copirrahmen mit Schrauben statt Stahlfedern sind sicherer, wie z. B. bei Prof. Pohl’s Anordnung (Fig. 191). Der Holzrahmen cibcd enthält vorne eine Glasplatte und an der Eüekwand das Brett eff. Zwei Leisten ghilc enthalten die Holzschrauben; sie werden niedergedrückt, durch eiserne Vorreiber festgehalten und durch die Holz-
- schrauben massig angedrückt.
- Fig. 192.
- Anordnung der Camera zur Herstellung von Diapositiven.
- Die Herstellung von Diapositiven kann auch in der Camera erfolgen. Hierbei ist nicht nur eine Vergrosserung, sondern auch eine Verkleinerung des Bildes möglich; ferner geniren hierbei etwa vorhandene Buckeln in den Gläsern nicht. Zu diesem Zwecke com-binirt man zwei Cameras. An
- her einen (1 in Fig. 192) befindet sich bei c das Objectiv, bei b die Cassette mit der empfindlichen Platte. Vor das Objectiv ist eine zweite Camera dicht angeschlossen, an welcher bei a (an Stelle der ursprünglich daselbst befindlichen Visirseheibe) das Negativ sich befindet. Man richtet den Apparat gegen ein Blatt weisses (gespanntes) Papier, stellt das Bild ein und exponirt dann. Man kann auch den Apparat gegen den Himmel richten, allein das direct einfallende Tageslicht wirkt meistens zu heftig.
- Als Emulsion kann jede Bromsilber-Emulsion dienen; soll eine Emulsion speciell zu diesem Zwecke hergestellt werden, so bediene man der auf S. 214 angeführten Vorschrift.
- Holton (JBrit. Journ. 1887. S. 626; Phot, Wo dien bl. 1887. S. 348 llrid 362) verwendet für Projeetionsbilder eine Jodbromemulsion, welche lelene klare Bilder gibt: Er mischt A) 6 g Bromammonium, 2 g Jod-anunonium, 18 g harte Gelatine, 150 ccm W asser und 2 Tropfen Salpeter--^ure, welche in der Wärme gelöst werden mit B) 12 g Silbernitrat und 150 ecru Wasser und lässt in der Wärme (50 bis 60 Grad C.) einige
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- Dritter Th eil. Dreiunddreissigstes Oapitel.
- Stunden stehen, lässt erkalten und wäscht. — Die schönsten Resultate liefert Pyro-Entwickler mit Ammoniak. (Sulfit und Bromsalz (s. S. 299); dies gibt schwärzliche Töne. Entschieden braune Töne erhält man mit einem Entwickler ohne Sulfit aber mit reichlichem Bromsalz (z. B. S. 300). Zusatz von essigsaurem, phosphorsaurem oder wolframsaurem Natron bewirkt das Entstehen purpurschwarzer oder brauner Töne.
- Als guter Entwickler dient für gewöhnlich, wie im Negativprocess. der Pyro-Soda- oder Eisenoxalat-Entwickler1); wenn man den letzteren verdünnt und mit Oitronensäure versetzt, so erhält man grössere Zartheit, welche man sonst häufig vermisst, z. B.: A. 50 g Eisenvitriol, 500 ccm Wasser und 7 Tropfen Schwefelsäure. B. 120 g oxalsaures Kali, 500 ccm Wasser, 2 g Oitronensäure und 6 g Bromkalium. Man entwickelt die bei Kerzenlicht exponirten Platten mit einem (femiseli gleicher Th eile von A und B. Sehr gut wirkt ferner:
- oxalsaure Kalilösung (1:3). . . . . . . 30 ccm,
- Eisenvitriollösung (1:3; nebst einigen Tropfen
- Schwefelsäure)..............................10 ccm,
- Bromkaliumlösung (1 : 10) ....... 2—3 ccm,
- Eixirnatronlösung (1 : 200).................... 1—2 Tropfen.
- Fixirt wird mit Fixirnatron und schliesslich in ein Bad von 3 Th eilen Alaun, 1 Th eil Salzsäure und 40 Theilen Wasser zur Klärung gelegt.
- Nach dem „Photographie News“ erhält man sehr schöne Trans-parante, wenn man von Emulsionsschichten auf Opalglas oder Milchglas Gebrauch macht. Man kann selbe ohne Schwierigkeit mit dem Pinsel oder Bleistift retouchiren.
- Die leichten, opaiisirenden Schleier, die sieh auf den Platten bilden, verschwinden, indem man sie mit Leinöl oder einer Mischung von 1 Th eil Canadabalsam mit 3 Theilen Terpentin poiirt; man reibt rlabe! mit einem reinen Lappen, bis die Politur fast, trocken ist. Die klaren Theile der Platte werden dadurch wie blosses Glas.
- 1) Nach Cotesworth ist am besten der sehr langsam wirkende Entwickler w» Pyrogallol, Ammoniumearbonat und Bromkalium. Er legt die reichlich (im Oopn-rahmen) belichtete Platte in eine Lösung von 1 Theii Pyro in 500 Theilen Aasm' und beiläufig 2 Theilen kohlensaurem Ammoniak und höchstens 0,3 Theilen bro® kalium. Man erhält ein ganz dünnes, kaum sichtbares Bild. Sobald die Details er schienen sind, spült man ab und bringt es in einen Entwickler mit derselben Meim kohlensaurem Ammoniak und der mindestens Stachen Menge Pyrogallol und ^el doppelten Menge Bromkalium als zu Beginn. Die Platte verstärkt sich schup^ sehleierfrei. Nach Cotesworth ist dies der einzige Weg, um gute Transparente * Bromsilber-Gelatine zu erzielen (Brit. Journ. Phot. 1888. S. 821; Phot. Wochenbett 1888. S. 71).
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- Pyro-Entwickler geben unter gewissen Umständen sehr gute Resultate* 1), ebenso Hydrochinon-Entwickler.
- Das Färben von Diapositiven bei Bromsilber-Gelatine und Eisenoxalat-Entwickelung gelingt mit Goldbädern nicht besonders gut. Dagegen kann man wärmere Töne erzielen, wenn man mit Quecksilberchlorid-Lösung und Natriumsulfit (s. S. 318) verstärkt. Für Laternenbilder sollen die Matrizen aber in diesem Falle sehr dünn und klar gehalten sein.
- Zum Färben von Gelatine-Transparenten kann auch der oben angegebene Uran-Verstärker in gehöriger Verdünnung dienen. Man erhält rötkliek braune Nuancen. Wood erhielt auf diese Weise gute Resultate 2).
- I. Erzeugung von Duplicat-Negativen.
- Zur Erzeugung von Duplicat-Negativen stellt man zuerst ein Diapositiv her, fixirt und trocknet es und copirt es nochmals bei Gaslicht im Oopirrahmen auf Bromsilber-Gelatine.
- Zum Entwickeln dient der gewöhnliche Pyro-Soda-Entwickler; jedoch kann man auch von den vorhin erwähnten Entwicklern für Glasdiapositive Gebrauch machen.
- Diese Methode ist auch empfehlenswerth, wenn man nach dichten und langsam copirenden Matrizen dünne und geeignete Negative herzustellen hat.
- D Der Soda-Entwickler (S. 294) gibt ganz gute Töne sobald man ihn etwas mit Wasser verdünnt und Bromkalram zusetzt und mit dem sauren Fixirbad fixirt. Auch Pyro-Sulfit-Ammoniak-Entwiekler (S. 299) gibt hübsche bräunliche Farbentöne. — Das fertige fixirte Bild kann aber noch schwärzlich gefärbt werden, wTenn man es mit oxalsaurem Eisenoxyd übergiesst bis es olivenfarbig ist, worauf man es mit gewöhnlichem Eisen-"Xalat-Entwickler behandelt; es wird zuerst braun, dann schwarz (Williamson, Brit. 'W Phot. 1883. S. 9. Phot. Wochenbl. 1883. S. 39). — Hadley fand folgenden Entwickler für transparente Laternenbilder sehr geeignet:
- I. Pyro-Lösung: 60 Theile Pyro, 45 Tkeile Citronensäure, 60 Theile Bromammonium, 1000 Theile Wasser.
- h- Ammoniak-Lösung: 1 Theil stärkstes Ammonik (d = 0,88) und 4 Theile Wasser, j... Tlan mischt: 80 Theile Wasser, 10 Theile Pyro-Lösung und 10 Theile Ammoniak-^nsung. Man entwickelt in dieser Flüssigkeit 1 bis 2 Minuten und misst dann noeh-jjj1 \ ^ Theile Ammoniak ab, welche man tropfenweise von Zeit zu Zeit zusetzt. ?.'a"1SC'^eü ^obachtet man das Bild in der Durchsicht und hört mit dem Ammoniak-j auf wenn alle Details erschienen sind. Man wäscht, fixirt in frischer Fixirnatron-£, lln(i taucht für einige Minuten in das bekannte Alaun- und Citronensäure-Bad. -,y" ^esukat ist ein hübsch gefärbtes brillantes Transparentbild; nur darf man nicht rexponiren (Brit. Journ. Phot. Almanac for 1885. S. 81).
- 2) Phot. News. 1883. S. 220.
- r> Handbuch der Photographie. III. Theil. 4. Aufl.
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- Dritter TheiL Dreiundclreissigstes Capitel.
- Man beachte die Gefahr des Brechens beim Pressen von unebenen Solingläsern aneinander und verwende schwache Spannung im Copirrahmen (s. S. 365 und 366).
- II. Herstellung von umgekehrten Negativen, sowie Duplicat-negativen für den Lichtdruck.
- 1) Herstellung von verkehrten Negativen für den Lichtdruck.
- Verkehrte Negative für Lichtdruck stellt man entweder auf abziehbaren Platten her (dies ist der gewöhnliche Weg), oder auf gewöhnlichen Platten mittels des Umkehrungsprismas, oder man belichtet die Platte von rückwärts, d. i. von der Glasseite aus, wobei mau Sorge tragen muss, dass die Platte in die eingestellte Bildebene zu liegen kommt. Man muss hierbei die Bückwand der Camera um die Dicke der Glasplatte vorwärts schieben. Beim Entwickeln muss man darauf achten, dass der Entwickler klar arbeitet, sonst verschleiert sich die Oberfläche, bevor das innen an der Glasseite befindliche Bild genügend entwickelt ist. Bei dieser Belichtung der Platten von der Glasseite werden die Negative leicht flau weshalb in der Praxis abziehbare Platten vorgezogen werden.
- 2) Umgekehrte Duplicatnegative.
- Es kommt sehr oft in der photographischen Praxis vor, dass nach gewöhliehen Aufnahmen Lichtdrucke herzustellen sind. In der ßegel gestattet der Besitzer der Originalmatrizen nicht, dass Versuche zum Abziehen der Schicht mit Flusssäure gemacht werden und verlangt aber andererseits in richtiger Lage gedruckte Lichtdrucke, wozu man aber umgekehrter Negative bedarf.
- Hierzu dienen zwei Methoden, wovon die erste Melder auszuführen ist:
- 1. Nach Eder und Pizzighelli (Phot. Corresp. 1881. S. 45) verfährt man folgendermassen: Eine gewöhnliche Bromsilber-Gelatineplade wird in einer Pprocentigen Lösung von Kaliumbiehromat durch 2 bu 3 Minuten gebadet, abtropfen gelassen und mit der Ablauf kante aut Fliesspapier einige Minuten gestellt und im Finstern getrocknet. 4Ian exponirt nun unter dem zu reproducirenden Negativ so lange, als noth wendig ist, um die mit dem Chromsalz getränkte Gelatine an den v«'111 Licht getroffenen Stellen unlöslich zu machen, was man erkennt, indem nach dieser Zeit ein schwach bräunliches Bild von der Rückseite siebtbai wird (in der Sonne ungefähr 2 bis 4 Minuten, im zerstreuten Tagt-lichte 10 bis 15 Minuten). Man mischt dann bestens mit Massel unentwickelt gleich darauf mit Eisenoxalat oder Pvro-Soda. Der
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- Wickler wird an den belichteten (mehr oder weniger unlöslichen) Stellen abgestossen und dringt nur an den wenig oder nicht belichteten Stellen ein und es entwickelt sich ein Negativ. Man fixirt hierauf wie gewöhnlich.
- F. Hawlicek macht darauf aufmerksam (Phot. Corresp. 1889. Seite 478), dass bei vielen Platten nach dem Führen Blasen auftreten. Wer sieh die Emulsion selbst bereitet, kann die Glasplatten mit 10 Theilen Bier, 1 Th eil Natron Wasserglas und 20 Theilen Wasser übergiessen, trocknen, abspülen und dann mit der Emulsion überziehen. — In den fixirten Duplieatnegativen ist in den Schatten noch etwas Chromsalz enthalten; wird dieses nicht entfernt, so copirt das Negativ weicher und flauer; wird es aber entfernt — was mit der auf S. 332) beschriebenen Alaun-Salzsäure bald gelingt —• so copirt es kräftiger. — Sind die Lichter in den Lichtern zu dicht, so kann die auf S. 329 angegebene Methode (mit Kaliumchromat und Salzsäure) mit Erfolg angewendet werden.
- 2. Werden entwickelte (nicht lixirte) Negative mit Chromsäure übergossen, so löst sich nur das metallische Silber nicht aber das Bromsilber; dadurch entsteht ein transparentes Bild in dem Bromsilber, welches mit Oxalat-Entwickler geschwärzt werden kann, wobei ein verkehrtes Duplicat-Negativ resultirt.
- Eine ausgezeichnete Methode hierfür ist von Biny1) zuerst angegeben und von Ob er nett er2) weiter ausgearbeitet worden:
- Die Platte wird nahezu noch einmal so lange exponirt, wie gewöhnlich, dann mit Oxalatentwickler hervorgerufen, so lange, bis sie auch von der Rückseite vollkommen schwarz ist. Die Platte wird auf beiden Seiten vollständig schwarz. Die Hauptbedingung ist, dass beim Entwickeln das Bild sofort erscheint und sich in Folge der Ueber-exposition stark verschleiert und zwar soweit, dass auf der Rückseite der Platte das ganze Bild schwarz sichtbar wird. Es soll dies in 5 bis 10 Minuten fertig sein. Dann giesst man eine Lösung von 1 g doppeltchromsauren Kali, 5 g Salpetersäure, 100 g Wasser3) so lange über die nich.t fixirte Platte, bis sie die schwarze Farbe verliert und ein helles Ehd aus reinem chromsauren Silber erscheint,
- D Moniteur de la Phot. 1881. S. 84. Phot. Woehenbl. 1881. S. 202.
- 2) Phot. Mitth. 1882. Bd. 19, S. 172 und 177. Eder’s .Jahrbuch f. Phot, für 1887. g. 172.
- 3) Später schreibt Obernetter vor: 500 Wasser, 100 Kaliumbichromat und
- Salpetersäure (ehern, rein). Vor dem Gebrauche verdünnt man die Lösung um das
- ofaehe mit Wasser (Eder’s Jahrbuch f. Phot, für 1887. S. 172).
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- Nach dieser Operation folgt gründliches Waschen der Platte, hauptsächlich an den Kanten (auch der Rückseite). Dann wird zur 'Entfernung der Ohromsäure folgende Lösung mehrmals (von verschiedenen Seiten aus) über die Platte gegossen: 100 Th eile Wasser, 2 Theil e Ammoniak, 2 Theile Bromammonium. Von jetzt ab wird wieder sorg-fäitigst gewaschen und die Schicht neuerdings belichtet. Es wird zu diesem Behufe eine schwarze Tafel in einer Distanz von 2 — 3 Meter vom Dunkelkammerfenster aufgestelif, daran die Platte angelehnt und das Fenster rasch geöffnet und geschlossen: die Belichtung bei zerstreutem Tageslichte schwankt zwischen 2 bis 6 Secunden, bei Gaslicht zwischen 30 bis 60 Secunden. Nach dieser Belichtung wird die Platte wieder in die vorher gereinigte Entwiekelungsscbale gelegt und mittels des schon einmal benutzten Oxalat-Entwicklers hervorgerufen. Nach circa 1J/-2 Minute soll das schwach positive Bild anfangen in den Lichtern schwarz zu färben und in den Schatten weiss zu bleiben, d. h. es wandelt sich um. Hat man das zweite Mal zu kurz exponirt, so dass sich das Bild nicht kräftig schwärzen will, so kann man entweder nach gutem Waschen naehbeliehten oder man öffnet das Fenster und entwickelt einige Zeit am Tageslichte. Ist die gewünschte Kraft erreicht, so wird wie gewöhnlich fixirt,
- Man kann auf diesem Wege in der Camera (wie sie S. 382 bebeschrieben wurde) nicht nur verkehrte Duplicat-Negative für Lichtdruck in gleicher Grösse erhalten, sondern auch das Bild nach Bedarf ver-grössern (bis auf das Vierfache und darüber) oder verkleinern.
- Eine andere gute Methode zur Herstellung von direeten Positiven in der Camera hat Brooks1) und später nochmals Caroll2) angegeben. Man entwickelt Bromsilberoder Chiorbromsilberplatten so vollständig als möglich, bis das Bild auch von der Glasseite aus sichtbar ist. Dann taucht man sie in eine ein- bis zweiproeentige Lösung von Jod in Alkohol (bei Gelatineplatten hält Verfasser für besser eine Lösung von 1 bis 2 Theiien Jod, 10 Theilen Brornkalium und 100 Theilen Wasser3) zu verwenden). In dieser Lösung verschwindet das Bild gänzlich; es entsteht ein Bild von Jodsilbei auf Bromsilber. Mau wäscht dann und behandelt mit Pyro- oder Eisenoxalat-Lnt-wickler, welcher nur das Bromsilber zu Metall redueirt, dagegen das Jodsilber un^ verändert lässt. Bei Fixiren mit Fixirnatron löst sieh nun das Jodsilber, wodurch am der Platte ein positives Bild entsteht. Die Behandlung mit Jod und die folgenden Operationen können am Tageslichte vorgenommen werden.
- Eisenchlorid, Kupfereklorid etc, können in diesem Falle die Jodtinetur nicht ersetzen.
- 1) Brit. Jotirn. 1880. No. 1054. Bull. Soc. Franc;. 1880. Bd. 25, S. 177-
- 2) Brit. Journ. Phot. 1883. S. 741. Phot, Woehenhl. 1884. S. 47.
- 3) Jod in Jodkalium ist nicht verwendbar, weil das Jodkalium auch das silber in Jodsilber überführt, während bloss das metallische Silber angegriffen ^ soll; das Gewünschte erreicht man nur durch freies Jod bei Abwesenheit eine* liehen -Jodids.
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- Darstellung von Diapositiven im Copirralmien und in der Camera,
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- HI. Yergrösserung toh Negativen.
- 'Will man das Negativ vergrössem, so erzeugt man zuerst ein Diapositiv und stellt darnach in der auf S. 382 (Fig. 191) beschriebenen Camera ein vergrössertes Negativ her.
- Die zulässige Yergrösserung schwankt mit der Feinheit des Kornes der Schicht. Rapidplatten erlauben in der Regel nicht so starke Ver-oTösserung, als langsam arbeitende; weil letztere feinkörniger sind. Mit Pyro entwickelte Platten erscheinen heim Vergrössern oft zarter, als solche mit Eisenoxalat.
- Die Yergrösserung kann ungefähr das Zweifache betragen, nötigenfalls das Vierfache bis Achtfache und bei gewissen gröberen Zeichnungen sogar das 20 bis 30 fache.
- Meistens nimmt man Landschaften oder Porträte bis 18 X 24 cm direct in der Camera auf. Yergrösserungen sind für grössere Bilder gebräuchlich oder auch für Aufnahmen in einer kleinen Touristen- oder Detectiv- Camera am Platz. Momentaufnahmen werden öfter in kleinerem Formate hergestellt, weil dann die Tiefe der Bilder grösser und bei Objeetiven mit kurzer Brennweite die scheinbare Bewegung der sieh bewegenden Objecte geringer ist, z. B. stellten Obernettor in München, Anschütz in Lissa vortreffliche vergrösserte Momentbilder her.
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- VIERUNDDREISSIGSTES CAPITEL.
- ALKOHOLISCHE LÖSUNG VON GELATINE - EMULSION.
- Im Mai 1880 machte Verfasser zuerst aufmerksam, dass mit Salpetersäure erwärmte Gelatine nach dem Abdampfen in starkem Alkohol zum grossen Theil löslich geworden ist1); sie ist jedoch auch in kaltem Wasser löslich geworden und daher auch zum Präpariren von Platten für sich allein unbrauchbar.
- Nach Herschell2) löst Alkohol, dem man 2 Vol. Procent Königswasser zugesetzt hat, fast jede Quantität von Gelatine, wenn man ihn schwach erwärmt.
- Nach Professor Vogel3), welchem wir die ersten gelungenen Versuche in dieser Kichtung verdanken, lassen sich Lösungen von Gelatine in organischen Säuren mit Weingeist verdünnen, ohne dass sich Gelatine niederschlägt4)- Unter den Säuren sind, wie Obern etter weiter auseinandersetzte5), die geeignetsten: Borsäure, Essigsäure, Ameisensäure. Citronensäure, Aepfelsäure. Milchsäure, Oxalsäure, Bernsteinsäure, Benzoesäure etc. Eine lOprocentige wässerige Lösung von Oxalsäure oder Bernsteinsäure löst beim Erwärmen leicht die Hälfte ihres Gewichtes an Gelatine auf und lässt sich mit dem dreifachen Volumen absoluten Alkohols verdünnen. Man erhält dann eine Lösung, die über 19 Grad C. eine Flüssigkeit von Collodion-Oonsistenz bildet, unter 19 Grad C. erstarrt
- 1) Phot. Corresp. 1880. Bd. 17, S. 100.
- 2) Phot. Archiv. 1880. S. 117 und 172.
- 3) Phot. Mitth. 1880. Bd. 17, S. 50.
- 4) Versetzt man gewöhnliche Gelatine-Emulsion mit etwas Essigsäure, so erstarrt sie schwieriger und schmilzt leichter. Mitunter lassen sich durch den Zusatz ^ einigen Tropfen Essigsäure zur Emulsion jene Fehler beseitigen, welche wn raschem Erstarren der Gelatine herrühren (z B. kleine Grübchen in der Schicht).
- 5) Zeitschr. für praet. Phot. 1880. Bd. 2, S. 54.
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- Alkoholische Lösung von Gelatine-Emulsion.
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- und sich'noch weiter mit 80 procentigem Weingeist-, der 1 bis 2 Procent Säure enthält, verdünnen lässt.
- H. W. Vogel ging von der Beobachtung aus, dass sich Gelatine fin Gemischen von Essigsäure und Alkohol etc. löst, ohne ihr Erstarrungsvermögen einzubüssen; da in diesen Gemischen auch Collodionwolle löslich ist, so konnte er gemischte Collodion- Gelatine -Emulsion hersteilen.
- Am häufigsten wurde versucht, nach Vogel’s Methode trockene Gelatine-Emulsion in Alkohol-Eisessig zu lösen. Laoureux1), Fahre2) und Andere setzten der Lösung kein Pyroxylin zu.
- Arn besten gelingt Vogel’s Methode, wenn man 30 g trockene Bromsilber-Gelatine in 30 ccm Eisessig und 30 ccm Alkohol löst, dann 60 g Collodionwolle gelöst in 30 ccm Eisessig und 50 ccm Alkohol zusetzt (Husnik).
- Die Glasplatten bedürfen behufs festeren Haft-ens der Emulsion eines Ueberzuges und als solcher dient Ohromgelatine (s. S. 203).
- Man giesst wie Collodion auf und lässt den Ueberschuss abfliessen; man trocknet in senkrechter Lage.
- Bromsilber-Collodion in Essigsäure-Alkohol gelöst und mit Gelatine vermischt ist bei weitem nicht so empfindlich.
- Die Collodion -Gelatineschieht trocknet in einer Stunde.
- Zur Entwickelung empfiehlt Professor Vogel besonders den Soda-Entwickler.
- 1) Laoureux lässt die trockene Gelatine-Emulsion in Wasser durch mehrere Stunden ganz aufquellen, giesst dann das Wasser ah, übergiesst mit einem Gemisch von 100 Theilen Alkohol und 1 Theil Eisessig und erwärmt auf 40 bis 50 Grad C. Dadurch wird die Lösung bewirkt. Die Schicht lässt man in horizontaler Lage erstarren. Dauer des Trocknens 3 Stunden bei 16 bis 18 Grad C. (Bull, de l’Assoc. Beige de Phot. 1880. Bd. 7, S. 298 und Bd. 8, S. 1).
- 2) Fahre fand, dass ein Zusatz von 12 Procent Eisessig genügt, um die Lösung 'Lr Gelatine zu bewirken. Jedoch ist die nöthige Menge Eisessig verschieden, je nach 'Er Qualität der Gelatine. Z. B. braucht man nur 3 g Eisessig pro 100 ccm Alkohol, damit 10 g niit Nelson-Gelatine I. hergestellte Bromsilber-Gelatine gelöst werden. Hausenblase und harter Leim erfordern 12 Proeent Eisessig.
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- Dritter Abschnitt.
- Die Photographie mit Chlorsilber Gelatine.
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- FUNFOTDDBEISSIGSTES CAPITEL.
- DIE PHOTOGRAPHIE MIT CHLORSILBER-GELATINE.
- Die Photographie mit Oh lorsilb er -Gelatine war, vom Eder und Pizzighelli im Jahre 1881 erfunden, in einer Broschüre „Die Photographie mit Chlorsilber-Gelatine“ beschrieben worden und deren, prac-tisehe Besultate in einer Beihe von Diapositiven etc. in der Photographischen Ausstellung in Wien 1881 vorgeführt. Von Dr. Just erschien 1885 „Der Positivprocess auf Gelatine-Emulsionspapier“, worin besonders die Ohlorsilber-Gelatine berücksichtigt ist. Ter gl. ferner Capitel I, „Geschichtliches“, dieses Bandes S. 6.
- Die Photographie mit Ohlorsilber-Gelatine ist besonders für die Herstellung von Glas-Diapositiven, Fenster- und Laternen-Bildern, sowie von Bapid-Positivpapier von Wichtigkeit, Die Ohlorsilber-Gelatine ist bei Tageslicht unempfindlicher als Bromsilber-Gelatine (3 bis 6mal, in ungünstigen Fällen sogar 10mal) und daher nicht so gut zu raschen Aufnahmen geeignet als letztere. Durch Kochen kann die Chlorsilber-Gelatine gleich empfindlich wie gewöhnliche Bromsilber-Gelatine gemacht werden, findet aber auch dann keine Verwendung zu Negativ-Aufnahmen in der Camera.
- Man unterscheidet zwei Arten von Ohlorsilber-Emulsionen: 1. die saure Emulsion, welche hellere Töne gibt und beliebter ist, 2. die am-moniakalische Emulsion, welche dunklere Töne gibt,
- I. Saure Clilorsilber-Gelatine-Emulsion.
- Ohlorsilber scheidet sieh leichter als Bromsilber flockig aus und Dlai1 thut deshalb gut, sowohl zur Chlorsalz- als auch Silbernitrat-Lösung Schlich Gelatine hinzuzufügen.
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- Dritter Theil. Funfunddreissigstes Capitei.
- Man löst in einer Flasche:
- A. 14- g Chlornatrium (oder 13 g Chlorammonium1),
- 25 g Gelatine,
- 200 ccm Wasser.
- B. 30 g Silbernitrat und 50 ccm Wasser.
- C. 25 g Gelatine und 250 ccm Wasser.
- Man löst zunächst die Gelatine durch Tauchen der Flasche A und 0 in warmes Wasser auf, dann giesst man die Gelatinelösung 0 in die Silberlösung B, schüttelt und fügt (bei gelbem Licht) die Chlorsalzlösung A hinzu. Die Temperatur der Flüssigkeiten kann 40 bis 50 Grad C. betragen. Die Emulsion lässt man einige wenige Minuten stehen, damit der Schaum etwas verschwindet, giesst in eine Schale zum Erstarren aus und zerkleinert und wäscht die Gallerte, wie wir es bei Bromsilber-Gelatine auf S. 266 beschrieben haben.
- Diese Vorschrift bann modifieirt werden, indem man zur Silberlösung keine Gelatine gibt. Dies war die erste Vorschrift in Eder und Pizzighelli’s ..Photographie mit Chlorsilbergelatine“. Man mischt dann A. 40 bis 50 g Gelatine, 14 g Chlornatrium und 400 ccm Wasser mit B. 30 g Silbernitrat und 200 ccm Wasser. Der Verfasser zog in der Folge aber die oben gegebene Mischungsart vor.
- Die Ohlorsilber- Emulsion wird meistens ohne weiteres Beiten verwendet, weil sie dann heller (röthlichbraun) gefärbte Bilder gibt.
- Die Emulsion erscheint in dünner Schicht in durehfallendem Licht rothgelb und sehr transparent; trotzdem gibt sie kräftige Bilder.
- Nach 1/2 ständigem Kochen oder längerem Digeriren bei 40 Grad. 0. wird die Farbe in der Durchsicht grau, die Empfindlichkeit steigt uni das Zwei- bis Vierfache. Die auf solcher Emulsion hergestellten Diapositive oder Papierbilder haben jedoch einen kälteren, mehr neutralen dunklen (braunen bis grauschwarzen) Ton, als auf ungekochter2).
- 1) Es ist ziemlich gleichgültig, oh das eine oder das andere Chlorid verwendet wird. Das Chlorammonium gibt etwas weichere Bilder, als das Chlornatrium. Bei in Form von Krystallpulver in den Handel kommende Salmiak (Chlorammonium) enthält meistens ziemlich viel Feuchtigkeit, und muss deshalb vor seiner Verwendung f|6i 100 Grad G. getrocknet werden. Der in massiven Stücken verkommende sublimnle Salmiak dagegen ist selten feucht und kann in lufttrockenem Zustande verwendet werden. Bezüglich des Chlornatriums empfehlen wir reines Chlornatrium, das sogenannte Edel salz (Sal gemmae) des Handels, welches ohne vorhergegangene Trocknung abge^ogen werden kann.
- 2) Deshalb empfahl der Verfasser schon ursprünglich ungekochte Ernulsi011^ Diapositive. Später machte Bedford dieselbe Beobachtung (Phot. News. 18S3. S. 1 ‘
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- Dis Photographie mit Chlorsilber-Gelatine.
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- Zusatz von 1 Tropfen Salzsäure in die Emulsion hält die Bilder klar. C-itronen säure bewirkt die- Entstehung von sehr hellgefärbten (gelblichen oder röthliehbraunen) Bildern, z. B. 10 bis 20 g Citronensäure in obiger Vorschrift.
- II. Ammoniakalische Chlorsil ber - Grcl atme - Emulsion.
- Die . Oh lorsilber - Emulsion mit Ammoniak gibt im Entwickler sehr kräftige schwärzliche bis violettschwarze Bilder von warmem Ton !). Um solche Emulsion herzustellen. vermischt man die Siiberlösung B in obiger Vorschrift (S. 396) mit soviel Ammoniak, bis der entstandene Niederschlag sich im überschüssigen Ammoniak wieder auflöst und verfährt wie oben. Schleierbildung ist bei der Ammoniak - Chlorsilber - Emulsion durchaus nicht zu befürchten, wohl aber Ablösen (Kräuseln) der Schicht von der Glasplatte beim Fixiren. was bei der gewöhnlichen Emulsion nicht vorkommt.
- III. Ucbcrzichcn den Platten mit Chlorsilbcr-Gelatine.
- Das TJeberziehen der Platten mit Chlorsilber-Gelatine geschieht in derselben Weise, wie wir es oben für Bromsilber-Gelatine beschrieben haben.
- Die Platten werden gut geputzt. Ein Ue-berzug ist bei gewöhnlicher Chlorsilber-Emulsion überflüssig. Die ammoniakalisch dargestellte Emulsion aber löst sich so leicht vom Glase ab, dass man die Platten zuvor mit Chromalaun-Gelatine überziehen muss (s. S. 203) und die auf diesem Unterguss schlecht fliessende Emulsion mit einem Haarpinsel verth eilt.
- Nach dem Trocknen sind die gewöhnlichen Chlorsilber-Emulsions-platten sehr dünn, fast durchscheinend und in der Durchsicht rothgelb; fhe mit Silberoxydammoniak bereiteten Platten hingegen fast durch-sielitig* und in der Durchsicht von graublauer Farbe. Bezüglich des Verbrauches an Emulsion kann als Bege-1 gelten, dass 1 qcm Platten-"herfläche 0.036 ccm Emulsion bedarf.
- Es ist bemerkenswert!!, dass selbst dick gegossene Chlorsilberplatten unrner dünner aus sehen als Bromsilberplatten. Trotzdem ist das auf an-^ eis einend viel zu dünnen Chlorsilberplatten entwickelte Bild kräftig, da
- D Wird die Chlorsilber - Emu] sion ohne Ammoniak bei gelinder Wärme (35 bis W Orad C.) digerirt, so werden die entwickelten Bilder in dem Masse schwärzlicher V) 'fl6 Modifieation des Chlorsilbers sieh ändert. So z. B. gibt eine nicht digerirte Worsiiber- Emulsion mit Ferrocitrat - Entwickler gelbliebbraune, nach 24 ständiger Westion violettschwarze Bilder und in den Zwischenzeiten werden entsprechende Ueber-cUigs -Xuancen erhalten.
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- Dritter Theil Fünfnnddreissigstes CapiteL
- das reducirte Silber unvergleichlich besser deckt, als das ursprünglich vorhandene Chlorsilber. Die bei Bromsilberplatten übliche Undurchsichtigkeit ist demzufolge für Chlorsilberplatten überflüssig.
- IY. Copiren der Clilorsilber - Grelatinepl atten.
- Man legt das Negativ sammt der Chlorsilberplatte in einen Copirrahmen unter den schon oben (Cap. XXXIII) angegebenen Vorsiehtsmass-regeln zur Vermeidung von Bruch durch starken Druck.
- Das Copiren selbst dauert in zerstreutem Tageslichte nur wenige Secunden und hängt ab nicht nur von den gerade herrschenden Lichtverhältnissen, von der Beschaffenheit des Negativs, von der beabsichtigten Härte oder Weichheit der Copien, sondern auch von der Entwickelungs-manier, welche man anzuwenden beschlossen hat; beispielsweise wird die Expositionszeit bei dem am meisten anzuwendenden Ferrocitrat-Ent-wickler und bei gutem zerstreuten Tageslicht 1 bis 3 Secunden, bei sehr hellem Lieht sogar Bruehth eile einer Secunde dauern; beim Hydrochinon -Entwickler hingegen ist wohl circa die dreifache Copirzeit nothwendig. Bei Gaslicht (Schmetterlingsbrenner, Distanz 30 cm) wird man in circa 5 Minuten ein brauchbares Positiv erhalten. Man kann sieh dabei des in Cap. XXXII, Eig. 178 und 179 abgebildeten Gestelles bedienen.
- Sehr sicher und rasch wirkt Magnesiumlieht; man brenne ungefähr 5 cm Magnesiumband in einer Entfernung von 30 cm. vom Copirrahmen ab.
- Bei sehr dünnen Negativen lege man über den Copirrahmen ein Blatt weisses Seidenpapier oder eine feine mattirte Glasplatte und belichtet dementsprechend länger, um den hierdurch bewirkten Lichtverlust aufzuheben.
- Die Farbe des Druckes hängt meist von der Exposition ab — je länger diese ist, um so wärmeren Ton hat der fertige Druck; auch von der Dichtigkeit und der Farbe des Negativs hängt das Besultat ab. Die brillantesten und wärmsten Farbentöne erhält man durch lange Belichtung und langsame Hervorrufung mit schwachen Entwicklern. Ferner ist es für die Farbe nicht gleichgültig, ob man bei Tages- oder Kerzenlicht exponirt.
- Y. Das Entwickeln.
- 1) Eisencitrat-Entwickler für warme bräunliche Töne.
- Ein sehr beliebter Entwickler, welcher sich namentlich für Glas diapositive, aber auch für Papierbilder eignet, ist der Eisencitrat-Lid Wickler.
- Man stellt ihn durch Mischen von saurer Ammoninmcitrat-Lösuiw mit Eisenvitriol her.
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- Die Photographie mit Chlorsilber-Gelatine.
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- A. Bereitung der Ammoniumcitrat-Lösung nach. Eder.
- Man übergiesst 150 g Citronensäure mit 700 ccm destillirtem Wasser, fügt 160 ccm Ammoniak (d = 0,91) hinzu und schüttelt. In kurzer Zeit löst sieh die Citronensäure in der Flüssigkeit auf, welche sich hierbei freiwillig erwärmt. Man versucht dann mit rothem Lakmuspapier, ob die Flüssigkeit neutral oder schwach alkalisch reagirt; wenn sie noch stark sauer ist, so setzt man noch etwas Ammoniak zu; ist sie stark alkalisch, so wirft man einige Krystalle Citronensäure hinein.
- Zeigt sich diese Lösung neutral oder schwach alkalisch, so gibt man noch 100 g krystallisirte Citronensäure hinzu; sobald auch diese gelöst ist, filtrirt man die Flüssigkeit.
- B. Darstellung der Eisenvitriollösung.
- Es werden 100 g Eisenvitriol in 300 ccm Wasser gelöst und um die Ausscheidung von basischem Ferrisulfat zu vermeiden, vorsichtshalber 3 bis 4 Tropfen Schwefelsäure hinzugefügt. Diese Lösung muss in gut verschlossenen Flaschen aufbewahrt werden, wenn sie nicht durch Oxydation verderben soll.
- Kurz vor dem Gebrauche werden die Lösungen, deren Darstellung oben angegeben wurde, in folgendem Verhältniss gemischt und zwar: 90 ccm Ammoniumcitrat,
- 30 „ Eisenvitriol und 6 „ Chlornatriumlösung (1 : 30).
- Das Gemisch erscheint vollständig klar und setzt; unter keinen Umständen irgend einen Miederschlag ab. Dies geschieht auch dann nicht, wenn unrichtige Mischungsverhältnisse eingehalten werden, in welch letzterem Falle bei dem für Bromsilber besimmten Eisenoxalat-Entwickler eine Trübung oder ein bedeutender Eisensalz-Niederschlag entstehen würde. Die Farbe des Citrat-Entwicklers ist in frischem Zustande hellgrün und wird bei Luftzutritt mit der Zeit dunkler.
- Chlornatrium dient als Verzögerer; je mehr davon, desto klarer uad contrastreicher entwickeln sich die Bilder; bei langsam entwickelten bildern wird die Farbe zugleich dunkler. Man kann ein und denselben Citrat-Entwickler mehrmals hintereinander und sogar am anderen Tage 7:11111 Hervorrufen benutzen, wenn man nur zeitweilig frischen Entwickler zusetzt und den Entwickler sofort in eine versehliessbare Flasche giesst, ^enn man ihn nicht mehr benutzt.
- Blatten. welche mit Rücksicht; auf den vermehrten Chlornatrium-Zusatz länger belichtet wurden, erhalten dagegen einen mehr gelbrothen Ton. welcher besonders auch dann hervortritt, wenn der Entwickler mit (^'m gleichen Volum Wasser verdünnt wurde.
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- Dritter Theih Fünfunddreissigstes Oapitel.
- Bromkalium ist für den Ferroeitrat-Entwickler ein zu starker Verzögerer.
- Jodkalium statt Kochsalz in dem Entwickler des Verfassers für Chlorsilbergelatine beschleunigt die Entwickelung bedeutend l).
- Citronensaures Natron an Stelle des citronensauren Ammoniak gibt viel dünnere monotonere Bilder. Citronensaure Magnesia hatte Cowan2) mit Erfolg versucht (Lösung A: 7,5 Citronensäure, 4,7 kohlensaure Magnesia, 30 Wasser. Lösung B: 9 Eisenvitriol, 30 Wasser, etwas Schwefelsäure. Man mischt 3 Yol. A mit 1 Vol. B.)
- 2) Oxalat-Entwickler für schwärzlichbraune Farbentöne.
- Keiner gewöhnlicher Oxalat-Entwickler gibt mit Ghlorsilber-Gelatme kalte grauschwarz gefärbte Diapositive, wenn man ihn nicht mit starken Verzögerern, wie Chlorammonium und Citronensäure versetzt, In letzterem Falle wird die Farbe wärmer.
- Eine gute Vorschrift gab hierfür Edwards an:
- A. Oxalsaures Kali .... 60 Theile
- Chlorammonium ... 21/2 „
- Bromkalium.............. 1
- Destillirtes Wasser . . . 500 „
- (KB. Das Bromkalium kann eventuell wegbleiben.)
- B. Eisenvitriol...........16 Theile
- Citronensäure .... 8 „
- Alaun................... 8 „
- Destillirtes Wasser. . . 500
- Vor dem Gebrauch mischt man gleiche Theile A und B und erhält bei richtiger Exposition Diapositive von reichem Purpurschwarz in der Durchsicht.
- Zum Entwickeln lege man die Platte in eine passende Schale. Schicht nach oben, und übergiesse sie mit dem Entwickler. Das Bild erscheint schnell, und sobald es in der Durchsicht dicht genug erscheint, spüle man ab und fixire in 1000 g Wasser und 200 g unterschwefligsaurem Natron während 10 Minuten, wasche die Platte in reinem Wasser gut aus, tauche sie kurze Zeit in ein Klärbad, bestehend aus 500 g ge" sättigter Alaunlösung und 15 g Schwefelsäure. Das Bild gewinnt hiei sehr an Klarheit, Kraft und Tiefe und wird ein wTenig heller.
- Die Bilder zeigen jetzt einen kräftigen bräunlichen oder schwarzen Ton, welchen man durch Tonen in einen purpurnen bis bläulichbraunen verwandeln kann.
- 1) Haddon, Phot. News. 1884. S. 45.
- 2) Brit. Journ. Phot. Almanae for 1884. S. 214. Deutsche Photographeu-Zeituiv-1884. S. 125.
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- Die Photographie mit Chlorst!her-Gelatine.
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- Je länger man belichtet und den Entwickler mit gleichen Th eilen Wasser verdünnt, eine um so wärmere Farbe erhält man; mit kurzer Exposition und starkem Entwickler ist die Farbe mehr schwarz. Gute Resultate erhält man, wenn inan reichlich belichtet, mit verdünntem Entwickler hervorzurufen beginnt und mit starkem endigt.
- 3) Der gemischte Oxalat- und Citrat-Entwickler.
- Sohr geeignet sind Gemische von Oxalat- und Citrat-Entwicklern für dunkelbraun e Farbento n e,
- Z. B. mischt man 3 Th eile des Citrat-Eidwicklers mit 1 Th eil des gewöhnlichen Oxalat-Entwicklersl) und setzt auf 100 ccm noch 1 Tropfen Bromkalium 1 ösirng (1 : 20) zu. so gibt dieser Entwickler den Transparenten reiche Purpurlöne; sollen sie schwarz werden, so muss die Exposition kürzer sein, und der Entwickler aus gleichen TI sei len Oxalat- und Citrat-Entwickler gemischt worden. Für wärmere Töne vermehre man die Menge des Citrats und exponire um so länger, je mehr Citrat man zu fügt
- Die Vorschriften für gemischten Oxalat- und Citrat-Entwickler oder sog. „(dtrooxalaf-Entwickler1' wurden mehrfach modificirt. Eine solche Vurschrilt wurde schon auf S. 112 angegeben.
- Oowacn empfiehlt folgende Reeopte, um auf CSi! orsi Iber - G ela tj nop latten verschiedene Farhentöno zu erzielen2):
- Nr. I. filr kalte Tone; 15 Th eile oxalsaures Kali, 45 TI i eile eitroner,sauros Kali, 120 Theile Wasser.
- Nr. II. für warme Töne: 40 Theile Oitrononsäuro, 30 Theile koblonsanros Ammoniak, 120 Theile Wasser.
- Nr. UL für extra warme Töne: 00 Theile Citreneusäure, 20 Theile koldensnures Ammoniak, 120 eem Wasser.
- Auf je 3 Theile einer dieser Losungen kommt 1 Th eil einer Eisenvitriollüsung EC g Eisenvitriol, 340 er m Wasser, 10 'Tropfen Schwefelsäure).
- Nr. 1. entwickelt am raschesten (1 Minute); Nr. Hl. am langsamsten (bis ln Minuten).
- Dun-li Mischen von 1. und HI. erhöh mau verschiedenartige Töne, auch durch i:il|geres oder kürzt re. Belichte». Wenn man auf je 30 e.em Entwickler 5 bis 10 Tropfen toi-hsnIzlosung p, -. lü) zusetzt, so kann man viel länger belichten und erhält sehr ^Utive warme Töne.
- 4) Eisencitrat-Entwickler mit Gallussäure für sepiabraune biß olivenbraune Diapositive.
- lEiveh den Ziisniz vou Gallussäure. und zwar von 10 Volumen '''Eubnut' <Mmg in A ikolud (1 : 10) zu 120 Volumen Eni Wickler, so dass '!!l Ali1 Aor ihrifr für den Gallus- Eisen- Eni Wickler wie folgt gestaltet: 'Eejiejisauros Ammonium 90 Abu.. EisenviU'mliüsung 30 loh. CliJor-)'Eiiiiii (\ ; 3()t B VoS.. Gailussäure 11 : 10) 10 \ <>'. Es wii'd die f ärbe
- Bildes st'piabrmm bis dunkel oii von bra :rn. (Auch hier gib! die
- bl N;hnhi.-h 3 Yol. gesättigte oxalsaure Kniilösung mii 2) l’hot. Archiv idSi. S. 187.
- 'J,!r eamitmdj ,irr Pl,otograp},ie. UT. Theii. 1. Aafl.
- Tel. Eisenvitriol'lösung.
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- Dritter Thcil. Fünfunddreissigstes Capitel.
- Ammoniak-Chlorsilber-Emulsion die dunkleren Nuancen, während die gewöhnliche Chlorsilber-Emulsion die helleren liefert).
- Bei der Anwendung der Gallussäure im Entwickler hat man darauf zu sehen, dass die Mischung vollständig erfolgt und sich nicht Gallussäure, in Folge ihrer geringen Löslichkeit im Wasser, als krystallinischer Niederschlag ausscheidet, welcher sieh auf die Platte legt und dort zu Flecken "Veranlassung gibt.
- Mit diesem Entwickler hervorgerufene Gelatineplatten nehmen etwas Gallussäure auf, indem sich die Gelatine etwas gerbt.
- Die aufgenommene Gallussäure gibt dann später zu secundären Re-actionen Veranlassung. Dies ist besonders beim Tonen im Goldbade der Fall, indem die Gallussäure Gold reducirt und dadurch zu einem beträchtlichen Nachdunkeln Veranlassung gibt.
- Der Gallus-Eisen-Entwickler wirkt rascher, als der normale; die Expositionszeit kann bei demselben auf zwei Drittel der für letzteren nöthigen Zeit reducirt werden. Diese Eigenschaften, besonders aber die schön wurmen olivenbraunen Töne, welche mitunter sehr effectvoll sind, veranlassen uns, diesen Entwickler wärmstens zu empfehlen. Die Gallussäure kann bei diesem Entwickler nicht durch Tannin ersetzt wurden, denn dieses gibt nicht nur die erwähnten Farben nicht, sondern erschwert auch im Allgemeinen die Entwickelung, indem es die Leimschicht in solchem Grade lederartig macht, dass die Entwickelung sehr verzögert wird.
- 5) Hydrochinon-Entwickler für hellröthliche sowie dunklere Töne.
- Für gelblich-rothe Farbentöne eignet sich am besten der Hydrochinon-Entwickler und zwar ist die Farbe bei der Emulsion ohne Ammoniak brillant und schön hellroth, bei der Emulsion mit Ammoniak hingegen von unbestimmt graurothem und unschönem Ton; daher für diesen Entwickler die Verwendung letzterer Emulsion nicht empfehlens-werth erscheint.
- Für den Hydrochinon-Entwickler kann folgende Vorschrift mit Tor-theil verwendet werden:
- Wasser....................................100 Volum
- Alkoholische Hydrochinon-Lösung (1:2).. 4 „
- Chlornatriumlösung (1 : 30)................12 „
- Lösung von kohlensaurem Ammoniak (1 : 30) 20 „
- Dieser Entwickler entwickelt viel langsamer als der vorige, dabei die Belichtungszeit erheblich und zwTar drei - bis viermal länger genomim» wurden muss. Die Phänomene hei der Entwickelung sind analog JellL‘
- C • i ^11
- beim Ferro eitrat-Entwickler; es muss jedoch die Entwicklung Dls
- einer relativ grösseren Intensität fortgesetzt werden, da die Bilder b
- ach
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- Die Photographie mit Chlorsilber-Gelatine.
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- dem Fixiren ziemlich zurüekgehen!). Die Farbe der mit diesem Entwickler hervorgerufenen Bilder zeigt immer einen gelblichrothen Ton.
- Die rotlien Hydrochinon-Positive erscheinen besonders zur Verwendung ffiit Vergrösserungs-Apparaten (Sciopticon) geeignet, indem die Projeetions-bilder einen sehr angenehmen Farbenton besitzen. Nach dem Tonen mit Gold dürften sie wegen ihrer violetten Farbe Manchem erwünscht sein.
- Wird dieser Entwickler mit Wasser verdünnt, z. B. mit dem gleichen Yolum, so giebt er auch bei längerer Exposition keine kräftigen Bilder; desgleichen, wenn man zu wenig Hydrochinon nimmt. Zu viel Chlor-natrium führt zu harten Bildern und tief rubinrothen Schatten.
- Der auf S. 303 und 308 angegebene Hydrochinon-Entwickler (mit Hydrochinon, Natriumsulfit und Soda) gibt dunkle Nuancen. Man kann ihn jedoch nur dann ohne Gefahr der Verschleierung anwenden, wenn man als Verzögerer Ohlorsalze, oder besser etwas Bromkalium zusetzt, z. B.: 5 bis 10 Tropfen Bromkaliumlösung (1 : 10) auf 100 ccm Hydrochinon-Soda-Entwickler von S. 411. Die Belichtungszeit mit dem letztgenannten Entwickler ist viel kürzer als mit dem Hydrochinon-Soda-Entwickler.
- Auch die Vorschrift des Verfassers und Hauptmann Pizzighelli’s wurde modi-ficirt und z. B. kohlensaures Kali statt kohlensaurem Ammoniak verwendet. Dadurch werden andere Farbennnaneen erhalten. Eine solche Vorschrift Warnerke’s ist:
- A. Hydrochinon 1 Theil B. Kohlensaures Kali 4 Theile
- Alkohol 20 „ Wasser 20 „
- C. Kochsalz...............1 Theil
- Wasser.................20 „
- Man mische 10 Tropfen von A, 5 bis 10 Tropfen von B, 1 bis 3 Tropfen von C und setze dazu 30 g Wasser.
- Kurze Zeit, nachdem man das exponirte Papier in den Entwickler gebracht hat, !ängt das Bild an zu erscheinen. Bei kurzer Exposition ist die Farbe des Bildes ^•hwarz; je länger jedoch die Exposition, um so röther erscheint das Bild, Man setzt üe Entwickelung fort, bis alle Details erschienen sind.
- 6) Ueber Hydroxylamin-Entwickler
- hurde schon S. 130 berichtet.
- VI. Fixiren der Bilder.
- hie entwickelten Diapositive werden mit Wasser gut abgespült und )"nn ki Fixirnatron (1 : 10) fixirt. Man spült dann sehr gut ab, legt mehrere Stunden in reines Wasser und vergoldet dann oder l j,-knet die Bilder ohne weiteres.
- mder
- 1) Es
- ist eine eigenthümliehe Erscheinung, dass die mit Hydrochinon entwickelten
- Vor dem Fixiren übermässig kräftig erscheinen, nach dem Fixiren aber erstaunlich Vd"&° ^aSS man s*e ^ir ^brauchbar halten würde. Nach dem Trocknen aber dunkeln sie err>aek uod haben nunmehr sehr wenig Ähnlichkeit mit den Platten in nassem Zustande.
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- 404 Dritter Theil. Fünfunddreissigstes Oapitel.
- YII. Färsen der Bilder im Goldbade.
- 1) Färben im Goldbade nach dem Fixiren.
- Die entwickelten und fhüften Bilder werden im Wasser gut o-P-waschen und können dann in ein Goldbad gelegt werden. Sie nehmen in neutralem Goldbade, sowie im Goldbade mit essigsaurem Natron nach dem Fixiren nur sehr schwer eine andere Färbung an. Am besten wirken Goldbäder mit Rhodanammonium.
- Ein langsam wirkendes und leicht zu coiitrolirendes Goldbad wird nach Eder und Pizzighelü in folgender Weise hergestelit:
- Man bereite folgende Lösungen:
- a) Wasser 500 ccm, Ehodanammoinuin 20 g, Fixirnatron 1.5 g;
- b) Wasser 500 ccm und Goldchloridkalium-Lösung (1 : 50) 30 bis 40 ccm1).
- Beide Lösungen werden vor dem Gebrauche zusammengegossen. Das Bad ist mindestens eine Woche lang haltbar und kann vor dem nochmaligen Gebrauche durch Zusatz von etwas Goldlösung verstärkt werde]].
- Tn diesem Goldbad färben sich die Bilder regelmässig. Die Operation muss jedoch sorgfältig überwacht und, wenn der richtige Ton erhalten ist, allsogloicb unterbrochen werden, da sonst die zarten Bildstellen den oben erwähnten rein blauen Ton annehmen.
- Hierbei ist zu bemerken, dass der Ton nach dem Trocknen sieh immer etwas verändert und dunkler wird; bei längerem Tonen stellen sich nach dem Trocknen blaue Nuancen ein, welche, so lange die Plane nass ist, nicht bemerkbar sind; nach dem Trocknen aber erscheinen dann die Bilder in den Lichtern und Schatten verschieden gefärbt,
- Edwards setzt das Tonbad wie folgt an: Flasche 1. 3 g braunes Chlorgold, 750 g destillirt.es oder Regenwasser; Flasche 11. 45 g chemisch reines Schwefelc3ranammonium, 750 g destiliirtes oder Regenwasser.
- Man giesse den Inhalt der Flasche I. zu II.; der sich bildend' flockigbraun e Niederschlag muss bleiben. — Das Bad ist in diesem Zustande jahrelang haltbar. Je älter das Bad wird, desto schöner unu gleichmässiger werden die Töne und um so sparsamer arbeitet das 0"l'k
- Zum Tonen werden 3 Tb eile dieser gesättigten Lösung und 20 Th eh Wasser in eine reine Schale geschüttet und die Platte darin gebadU-Nach dem Tonen wasche man die Platte sehr gut aus und südlo w zum freiwilligen Trocknen hin.
- Chlorsilberplatten ohne Ammoniak z. I>. werden mit Eiseneitrat-Entwidodun- > letztgenannten Falle in den Lichtern bläulich, in den Schatten aber diinkelhvautn durch Hie ein unschönes Aussehen bekommen; AninKudak-Chlorsilber-Bilder mit
- 1) Wurde die Goldlösung nicht zuvor verdünnt, so zersetzt sie sich lf,n Einträgen in das Rhodan - Hyposulfitgerniseb.
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- Die Photographie mit Chlorsilber-Gelatine.
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- eitrat dagegen erhalten violette Schwärzen neben bläulichen Lichtern, was einen harmonischen Effect hervorbringt. Bei kurzer Tonung erfahren die Platten, jo nach ihrer ßereitungs- oder Entwiekelungsart folgende einheitliche Farbenveränderungen: Am-moniak-Chlorsilber-Emulsion, welche mit Ferrocitrat entwickelt wurde, wird schön dunkel, mit einem Stich ins Violette.; dieselbe ohne Ammoniak tont sieh schlechter; mit Hydrochinon entwickelt, färbt sie sich schön violett.
- Wurde die Chlorsilber-Emulsion mit einem gallussäurehaltigen Entwickler behandelt, <o zeigt sich beim Vergolden eine eigenthümliehe Erscheinung, welche darauf zurück-zuführen ist, dass die Gallussäure trotz Waschen hartnäckig von der Gelatine zurück-gehalten wird. Es dunkelt das Bild stark nach und ändert hierdurch seinen ganzen Charakter; wahrscheinlich redueirt die zurückgehaltene Gallussäure Gold aus dem Tonbade.
- 2) Färben im Goldbade vor dem Fixiren.
- Die Pikier auf Chlorsilber-Gelatine nehmen vor dem Fixiren das Goldbad besser an, als nach demselben. Es lässt sich eine grössere Mannigfaltigkeit der Töne erzielen, als wenn man nach dem Fixiren vergoldet.
- Das entwickelte Bild wird bestens gewaschen, dann 15 Minuten in Alaunlösung (1 : 10) gelegt, um jede Spur Eisensalz zu entfernen und wieder mit Wasser gewaschen.
- Hierauf wird es in einer hinreichenden Menge folgenden Tonbades getont;
- I. Destillirtes Wasser ...... 3000 Theile
- Geschmolzenes essigsaures Natron . 30 „
- II. Destillirtes Wasser ...... 1000 „
- Chlorgold.......................... 1 „
- Nach vollständiger Lösung wird das Bad 11 in das Bad I gegossen und vierundzwanzig Stunden vor dein Gebrauch ruhig stehen gelassen, bas Bild nimmt: allmählich einen warmen sepiahraunen, dann braunen i'osentarben, graulich rosenfarben, schwarzen, schwärzlich violetten, lieht-violetten, lichtblauen. dann blauen Ton an. Um den gewünschten Ton zu '‘rzielen. muss man etwas über denselben hinausgehen, indem man die Blatte oi der Durchsicht bei seilwachem Tageslicht befrachtet, dann unter dem onl einer Brause versehenen Hahn waschen und in folgendem Bad fixiren; '-wohnliches Wasser 1000, Untersehwefeligsaures Natron 150, Alaun 50 Th.
- Nach fünf Minuten soll die Platte wieder roth erscheinen wie vor 'kr Färbung. Ahn diesem Augenblicke an werden sich die während 'kt Färbung erhaltenen Töne wiederholen. Man wasche dann in kosendem Wasser fünf bis zehn Minuten, in einer Tasse bei wiederholt -Wechselten! AVasser bis zu zwölf Minuten.
- 3) Gemischtes Ton- und Fixirbad.
- Dieses von Dr. Stolze angegebene A'erfahren1) bewirkt das gleich-Bhge Fixiren und Tonen der Bilder.
- D Pliot. Woehenbl. 1887. S. 54.
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- Dritter Theil. Fiinfunddreissigstes Capitel.
- Man löst 35 Theile Fixirnatron, 9 Theile Kochsalz, 4 Theile Alaun 2 Theile Bhodanammonium in 150—200 Theile Wasser und benutzt das Bad nach 4—8 Tagen. Man*giesst vom Bodensatz2) ab und fügt y„r dem Gebrauche Ohlorgoldlösung (z. B.: 5 bis 10 ccm Chlorgoldlösurm (1 : 50) auf 1 Liter Flüssigkeit) hinzu. Die Bilder bleiben darin, bis sie die gewünschte Farbe angenommen haben. Fängt das Bad an träo-e zu arbeiten, so fügt man etwas concentrirte Alaunlösung hinzu. ])er Vorgang des Tonens vollzieht- sich in der Weise, dass das Tonen hauptsächlich erst nach dem Fixiren erfolgt. Das benützte Goldbad giesst man in eine Flasche, an welcher man sich den ursprünglichen Stand desselben markirt hat und bringt es durch Zugiessen aus der Vorrath.s-flasche wieder auf das vorige Quantum. In dieser Form wird es unter regelmässigem Zusatze des nöthigen Goldquantums so lange weiter verbraucht, bis sich am Boden nach 24 Stunden ein schwärzlicher Niederschlag von Schwefelsilber bildet. Dann gibt man es zu den Silberrückständen und benutzt es nicht weiter.
- Wirkt das Bad zu langsam, so suche man das Tonen nicht- durch übermässigen Goldzusatz zu erzwingen, sondern setze zunächst pro Liter 5 bis 15 ccm gesättigte Alaunlösung zu; man kann das Bad dann sogleich benutzen, besser aber erst nach 24 Stunden, nachdem man es gut filtrirt tmi.
- VIII. Herstellung ron Diapositiven, Fensterbildern, Sciopticoii-nnd Laternen-Bildern auf Clilor Silber-Gelatine.
- Zur Herstellung von Diapositiven eignet sieh Chlorsilber-Gelatine besser als Bromsilber-Gelatine, weil 1. der Farben ton wärmer und angenehmer, 2. die Bilder zart-er und transparenter, 3. da-s Korn der Bilder weitaus feiner ist.
- Um die Platte unverletzt- zu erhalten, übergiesst- man sie mit einer Collodionschicht.
- IX. Vollendung der Glasdiapositive"zu Fensterbildern, Stereoscop - und Sciopticonbildern.
- Es wurde schon oben erwähnt-, dass die Diapositive auf Glas GGi wegen ihrer Brillanz und der Wärme der Farbentöne vorzüglich zl! Fensterbildern etc. eignen. Hierzu verwenden wir meistens saure Chloi silber-Emulsion mit- Ferrocitrat-Entwickler, mit oder ohne darauffolgeni'1' Goldtonung, eventuell Ferrocitrat-Entwickler mit Gallussäure. ^ern 1 so erzielten hellen Fa-rbent-öne nicht behagen, mag sich der animonr ^
- 2) Es bildet sieb Sebwefel- und Thonerde-Ausscheidung (s. S. 311), wekhe absetzen lassen muss, bevor man das Bad verwendet.
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- Die Photographie mit Chlorsilber-Gelatine.
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- liselien Emulsion mit gemischtem Oxalat-Citrat-Entwickler bedienen, wie oben des Weiteren auseinandergesetzt wurde (siebe S. 401).
- So wie bei allen Diapositiven, die auf durchsichtigem Glas erzeugt sind, müssen jene mit Ohlorsilb er -Gelatine mit einer matten, durchscheinenden Schicht unterlegt sein, welche je nach dem Effecte, den man erzielen will, entweder mattes Glas oder Opalglas (Kryolithglas) sein kann. Für Opalglas müssen die Bilder viel dünner, als für mattes Glas gehalten werden; selbstverständlich können die Bilder unmittelbar auf dem Opalglas erzeugt werden.
- Als Ersatz für Milch- oder Opalglas kann mit Erfolg die durchsichtige Glasplatte (Rückseite des Diapositives) mit einer milchig trüben Schicht von Gelatine etc. überzogen werden. Zu diesem. Zwecke kann z. B. eine der folgenden, schon länger bekannten Vorschriften dienen.
- Man stellt folgende Flüssigkeiten her:
- a) Wasser 100 Th eile, Gelatine 5 Theile, Chlorbaryum 6 Theile;
- b) Wasser 100 Theile, schwefelsaures Natron 15 Theile, Gelatine 5 Theile.
- Diese Lösungen werden hierauf gemischt. Es bildet sich hierbeieine weisse Emulsion von Schwefel saurem Baryt und das als Neben-product entstehende Chlornatrium kann durch Waschen x) entfernt werden Die gewaschene Emulsion wird in der Wärme geschmolzen und in bekannter Weise auf horizontal gestellte Platten aufgetragen.
- Man kann denselben Effect aber auch erzielen, indem man eine Lösung von Gelatine in abgerahmter Milch in der Wärme herstellt und zwar:
- Gelatine 30 Theile und abgerahmte Milch 180 bis 200 Theile.
- Die Gelatine lässt man in der Milch aufquellen, löst erstere hierauf durch Erwärmen der letzteren und übergiesst mit der Lösung die Glasplatten. Nach dem Erstarren lässt man die Platten trocknen.
- Bei diesem Präparat entfällt das Waschen und dasselbe kann sogleich auf die Platte aufgegossen werden. Man benöthigt im Mittel auf eine Fläche von 100 qcm ungefähr 7.7 ccm dieser Mischung.
- Zum Schlüsse wollen wir noch erwähnen, dass die Ohlorsilber-Emulsion das Vermischen mit Baryt-Emulsion verträgt und so das Bild gleich in einer opaken Schicht erzeugt werden kann.
- lieber die Ausschmückung von Fenstern mit Diapositiven aus Chlorsilber-Gelatine
- bemerkt: Nach Auswahl der Diapositive und nachdem man diese Gruppirung dUf ein Blatt Papier von der Grösse der Fensterscheibe gezeichnet hat, werden an der
- 0 Das Waschen der Baryt-Emulsion geschieht genau so wie bei Bromsilber-mulsion in der oben (S. 234) beschriebenen Weise.
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- Dritter Theil. Fliiifuuddreissigstcs Capitol.
- Hand der Zeichnung die Bilder auf der Scheibe an die ihnen zukommende Stelle mittels etwas Canadabalsani dadurch befestigt, dass man deren Stellen damit bestreicht und dann die Bilder an die Fensterscheibe drückt. Hierauf werden die Bilder mit passend zugesehnittenon Streifen farbigen Glases, welche auf analoge Weise befestigt werden, eingerahmt. Zum Schlüsse wird mittelst einer Messerspitze ein wenig des Firnisses in alle Fugen gebracht und das Ganze schliesslich 24 Stunden zum Trocknen des Firnisses bei Seite gestellt. Hierauf werden alle Fugen mit 4—5 mm breiten Stanniolstreifen mittelst Kleister verklebt; dasselbe geschieht auf der anderen Seite der Fensterscheiben, um die Fugen auch von dieser Seite zu verbergen. Statt der farbigen Glasstreifen kann inan zum Einfasson der Bilder auch Gläser mit matten Zeichnungen oder Zeichnungen auf farbigem Grunde versehen.
- X. Positive Copien auf Chlorsilfocr-Gclatinepapier.
- Die Herstellung positiver Papierbilder mit Ilervornifung auf Ohlor-siiber-Gelatine (an Stelle der Albuminbiider) wurde zuerst vom Verfasser und Pizzighelii in der Broschüre ...Die .Photographie mit (hlm-silber-Gelatine und chemischer Entwickelung“ 1881 beschrieben, im Jahre 1883 stellte es Edwards in England. Pr. Just in Wien und etwas später Warnerke in London im grossen JVI assstabe her. Wegen der Schönheit der erzielbaren Resultate und der Kürze der Belieb tun gs-zeit nannten es Warnerke und Andere „das Oopirveriahron der Zukunft".
- Im Jahre 1883 erfuhr das Uhlorsiiberpapier die erste Anwendung in der Oriminal-Photographie in Wien, indem die Agnoseirung eines verhafteten Anarchisten (Stellmacher) auf Grund solcher während der Nacht an gefertigter Ohlorsilberbilder erfolg! o.
- Allerdings ist es nicht so leicht, Bilder von hübschen Ea-rbentönen regelmässig zu erzielen, wie mit dem gewöhnlichen Albuminpapier; jedoch lassen sieh bei einiger Hebung sehr hübsche Resultate erzielen.
- Darstellung der Chlorsüber-Gelatme und Präparation des Papieres.
- Zur IIerste!hing von Emulsion für Papierbiidor dient die aut 8. 39b angegebene Vorschrift für Ohlorsilber-Gelaiine: man kann auch \\ ei-iington’s 01)lorbrom-Emujsion (8. 415) verwenden. Alan kann zur fertigen Emulsion 5 bis 10 Proc. Glycerin zusetzen, um es geschmeidig zu machen.
- Pas Papier wird in derselben Weise mit Emulsion -überzogen. ^1(‘ wir es schon bei Bromsilberpapier beschrieben haben; für Aniängei im es am besten, das Papier1) auf eine Glasplatte zu legen und zu begiessen (s. S. 356).
- 2) Belichtung im Copirrahmen.
- Um einen .Abzug lierzustellen, exponirt man das Papier im t 'b11 rahmen unter einem Negativ dem Lichte, wie man dies mit Awunm^ papier macht, nur dass die Exposition eine viel kürzere ist. Pil ^ 51'
- P Nach Warnerke eignet sieh 10 kg Saxe-Papier gut.
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- Die Photographie mit Chlorsilher-Gelatine.
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- auf dein Papier unsichtbar ist und erst durch Entwickelung sichtbar gemacht werden muss, so ist man in Betreff der Expositionszeit rein auf Erfahrung angewiesen. Selbstredend kommt es hierbei viel auf die Beschaffenheit des Negativs an. Man kann zur Belichtung sowohl Tages-wie auch künstliches Lieht verwenden. Bei einem guten, klaren Negative gebraucht man einige Secunden Tageslicht oder circa 30 Secunden Gaslicht, d. h. den Copirrahmon in kurzer Entfernung von einem guten Gasbrenner. Ist das Negativ dagegen gelblich, wie es nicht selten bei solchen vorkommt, welche mit Pyrogallus entwickelt sind, dann muss man die Exposition ganz bedeutend verlängern, und zwar verhältnissmässig noch weit mehr, als dies beim Arbeiten mit Albuminpapier der Fall sein würde.
- Man kann den Bildern die verschiedonartigsten Töne geben, doch neigt- sich der allgemeine Geschmack besonders den warmen photographischen Tönen zu. Um dieselben hervorzubringon, ist eine lange Kxposition durchaus nothwendig. Man nehme also 30 Secunden Tageslicht oder 3 Minuten Gaslicht, — was auch sehr bequem ist — man verbrenne vor dem Negativ, in einer Entfernung von circa 30 cm, 2 bis 4 cm Magn esiumdraht in Bandtbrm.
- Die Quantität der erzeugten Oopien auf Ohlorsilber-Gelatinepapier in einem Tag ist eine sehr grosse; man kann (inclusive dem Wechseln des Papi eres in der Oassette) in der Minute zwei Oopien herstellen, wenn mau 3 bis 5 Secunden im Tageslichte exponirt; d. i. 120 Oopien pro Stunde.
- 3) Das Entwickeln.
- Nun folgt das Entwickeln. Alle Manipulationen mit diesem Papiere können in einem gelb oder orange erleuchteten Baum vor sieh gehen; es verträgt weit mehr lucht als eine Brom - Gelatineplatte.
- Nachdem man das exponirte Papier aus dein Bah men genommen, lässt, man es in kaltem Wasser aufweichen. Manche t-hun dies nicht, mul bringen das Papier in den Entwickler, ohne es vorher nass zu machen; Warnerke zieht jedoch das Einlegen in Wasser vor. Die Entwickelung kann geschehen mittels Eisenoxalat. citronensaurem Eisen 1,11 d mit Hydrochinon: jedes gibt einen anderen Ton.
- A. Eisonoxa 1 at-En t wickl er.
- Nach Warnerke. Nach Dr. Just.
- 1. Oxalsaures Kali. . 25 Theile 90 Theile
- Bromammonium 1 „ —
- Wasser . . . . 100 „ 1500
- 2. Eisenvitriol . . • 10 „ 25 „
- Wasser . . . . 150 , 500 ,,
- Citroncnsäure kleiner Krystall 2 „
- Bromkalium . . . — 0,2 „
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- Dritter Theil. Fiinfunddreissigstes Oapitel.
- Man mische gleiche Theile von 1 und 2. Für warme Töne, sowie auch bei besonders dichten Negativen kann man den Entwickler mit Wasser verdünnen und belichtet' länger. Eine ähnliche Vorschrift benützen Dr. Hesekiel und Jacobi für ihr Chlor Silberpapier „Victoria“; nach dem Entwickeln folgt sofort ein Essigsäurebad (s. S. 368), worauf man vergoldet (s. S. 405) und mit Fixirnatron fixirt.
- Warn er ke entwickelte versuchsweise Papier derselben Präparation mit dem gewöhnlichen und dem dreifach und zehnfach mit Wasser verdünnten Eisen-Entwickler. Alle drei entwickelten gut, aber gaben verschiedene Töne: der concentrirte Entwickler einen blauen, der verdünnte einen warmen Ton, der erste ein intensiveres, der zweite ein weicheres Bild.
- Mit einem harten Negativ ist deshalb der verdünnte Entwickler zu empfehlen. Mit dem concentrirten Entwickler kommt das Bild rasch und nimmt rasch Kraft in den dunklen Theilen an, er ist für dünne Negative zu empfehlen, mit dem verdünnten Entwickler geschieht das natürlich viel langsamer.
- Nach Geldmaeher kann man rothe Töne, welche sieh viel besser zum Vergolden eignen, auf zweierlei Art erzielen: erstens durch lange Exposition und zweitens durch verdünnten Entwickler. Wenn für schwarzen Ton eine Expositionszeit von 5 Secunden hinreichend ist, kann man dieselbe auf 50 und noch mehr Secunden verlängern, um den gewünschten rothen Ton zu gewinnen. Je nach Verdünnung kann man eine ganze Reihe von Tönen erhalten, von Neutralschwarz bis zum Rothstift und Terra di Siena. Man hat es in der Hand, während der Entwickelung auf den Ton einzuwirken, kommt derselbe zu kalt, dann verdünne man mit Wasser, kommt er zu roth, dann verstärke man. Für rothe Töne verdünnt man den concentrirten Entwickler (d. i. 4 Vol. gesättigte oxalsaure Kali-Lösung und 1 Vol. gesättigte Eisenvitriol-Lösung nebst etwas Bromkalium) um das Fünf- bis Zehnfache. Weichere Abdrücke erhält man durch grösseres Verhältniss von Oxalat; härtere durch mehr Eisen. Das Bild soll erst nach ea. zwei Minuten beginnen, sichtbar zu werden und die Entwickelung ca. zehn Minuten dauern. Da die Drucke untergetaueht werden, so kann man viele zugleich entwickeln.
- B. Eisencitrat -Entwickler.
- Der Eisencitrat-Entwickler gibt wärmere (belle bis rötlilielikraune) Töne, als der Eisenoxalat-Entwickler.
- Man bedient sieb der auf S. 399 angegebenen Vorschrift (Citronen-säure und Aetzammoniak).
- Nach M. Helff (Phot. Corresp. 1887, S. 3) erhält man die besten Resultate, wTenn man die Chlorsilberpapiere zuerst mit Citrat-Entwicklet entwickelt, bis die Schatten roth kommen, die feinen Lichtdetails ahei noch nicht; dann giesst man das Citrat aus der Schale und entwickelt mit Oxalat-Entwickler (wie für Negative, nur mit gleichviel Wasser 'verdünnt) weiter. Wenn der richtige Farbenton und die genügende Kwh
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- Die Photographie mit Ohlorsilber-Gelatine.
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- erzielt ist, bringt man das Papier schnell in viel Wasser, welches mit Salzsäure schwach an gesäuert ist.
- Der Citrat-Entwickler gibt oft einen warmen Ton. wo es der Oxalat-Entwickler nicht timt,
- C. Hydrochinon-Entwickler.
- Am besten sind Entwickler mit Hydrochinon und Sulfit,
- Dr. Just in Wien empfiehlt für Chlorsilber-Gelatinepapier folgenden
- Hydrochinon - En twiekler:
- a) für schwarze Töne, bei 1 bis 2 Seeunden Beliehtum (zerstr. Tageslicht).
- 300 ccm destillirtes Wasser,
- 6 g Natriumsulfit,
- 0,33 g Kahummetabisulfit,
- 1 g Hydrochinon,
- 11 g Pottasche.
- b) für rothe Töne, bei 5 bis 8 Seeunden Belichtung.
- 450 ccm destillirtes Wasser,
- 7,5 g Natriumsulfit,
- 1 g Hydrochinon,
- 15 g Pottasche,
- 6 g Eisessigsäure.
- Nach kurzer Belichtung gehen die Töne mehr ins Braune bis Sepiafarbene über; nach langer Belichtung bleiben sie rothbraun.
- Nach E. Vogel ist der Hydrochinon-Entwickler von Dr. E. Albert für Brom-silbercollodion (welcher einen Zusatz von Bromammonium enthält) sehr gut geeignet für Chlorsilber-Gelatinepapier; die Bilder entwickeln und vergolden sich gut (Phot. Mitth. 1889. Bd. 2(5, S. 5). Dieser Entwickler wird folgendermassen hergestelit.
- Man mischt 3 Lösungen:
- A. Wasser 500 ccm, j B. Hydrochinon 25 g,
- Alkohol
- 100 ccm.
- Natrium sulfit 250 g,
- kohlensaures Kali 250 g.
- C. Bromammonium.................... . 25 g,
- Wasser...........................100 ccm.
- Zunächst wird eine coneentrirte Mischung von 100 ccm Lösung A, 5 ccm B und 5 ccm C hergestelit, welche sich mehrere Tage Jang hält. Die eigentliche Entwickelungsflüssigkeit wird hergestellt, indem man 10 ccm der eoncentrirten Mischung mit 90 ccm destill. Wasser mischt.
- Dieser Entwickler hält sieh lange Zeit klar und kann mehrmals hintereinander benutzt werden (während Warnerke’s Entwickler rasch braun wird) und wirkt, wenn er älter ist, langsamer und gibt den Bildern stärkere Contraste.
- Dr. Hesekiel und Jaeoby (Berlin) empfehlen für ihr Ohlorsilberpapier (ausser dem oben angegebenen Eisenoxalat-Entwiekler):
- Hydrochinon .................. lg,
- schwefligsaures Natron . . . 25 g,
- Pottasche........................ 50 g.
- Wasser.......................... 1000 ccm,
- Bromkali.......................... 20 Tropfen zu 40 ccm Entwickler.
- barauf folgt ein Essigsäurebad, dann ein Tonbad von 500 ccm Wasser, 2 Theilen Chlorealcium und 8 ccm Goldchlorid (1:100), worauf man fixirt.
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- Dritter Theil. Fünfunddreissigstes Capitel.
- D. Der Hydroxylamin-Entwickler (ohne Pocken bi Id un gj ft\r Chlorsilber-Gelatinepapier nach Dr. Just.
- A. 10 g Aetznatron in 100 ccm Wasser.
- B. 5 g salzsaures Hydroxylamin in 100 ccm Alkohol (90 Grad) und
- 200 ccm destillirtes Wasser.
- C. lg Bromkalium in 50 ccm Wasser.
- Für braunschwarze Töne (Belichtung ca. 7a Secunde, zerstr. Tageslicht) 100 ccm A, 17 ccm B. 25 Tropfen C.
- Für Sepiatöne (Belichtung 7-2 bis 1 Secunde)
- 100 ccm A, 12V2 ccm B, 15 Tropfen 0.
- Für rothe bis rothbraune Töne (Belichtung 2 bis 4 Seeunden)
- 100 ccm A, 8 72 ccm B, 25 Tropfen C.
- Dieser Entwickler kann auch mit Hydrochinon gemischt: verwendet werden.
- E. Eikonogen - En twi ekler für C hlorsil ber-G elatin epapier. Mit Natriumbicarbonat (nach Dr. Just und Dr. Krügener): gewöhn!, starkes Eikonogenbad nämlich:
- A. 80 ccm destill. Wasser, B. 200 ccm destill. Wasser,
- 4 g Natriumsulfit, 10 g Natriumbicarbonat.
- 3 g Soda,
- 1 g Eikonogen,
- 10 Tropfen Bromkalium.
- Mischung von 100 B mit 20 A ergibt intensiv rothe Bilder nach 3 Seeunden Exposition, zerstr. Tageslicht: im Zimmer.
- Mischung von 100 B mit 40 A ergibt bei 2 Seeunden Belichtung rothbraune, bei 1 Secunde Belichtung sepialarbene Bilder.
- Auch Mischungen des Eikonogenbad es mit Hydrochinon sind verwendbar.
- F. Der Pyrollol-Entwiekler für Chlorsilber-Gelatinepapier.
- A. 110 ccm destill. Wasser, B. 110 ccm destill. Wasser,
- 4 g Natriumsulfit, 2,5 g Pottasche,
- 0,2 g Kaliummetabisulfit,
- 0,5 g Pyrogallol,
- 0.4 g (etwa 7 Tropfen) Eisessigsäure.
- Mischung zu gleichen Theilen. Der Entwickler arbeitet klarer, wenn er schon ein paar Mal gebraucht ist, oder wenn man per 500 ccm Entwickler 5 Tropfen Bromkaliumlösung (1 : 50) zusetzt.
- Nach etwa 5 Seeunden Belichtung (zerstreutes Tageslicht im Zinnnei 1 erhält man schön sepialarbene bis braune Töne, nach längerer Belichtung bleiben sie mehr rothbraun.
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- Die Photographie mit Chlorsilber-Gelatine.
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- Essigsäurebad nach der Entwickelung oder das anf Seite 309 angegebene saure Fixirbad ist nothwendig.
- Dieser Entwickler lässt sich auch mit Hydrochinon mischen, wodurch der Entwickler sehr klar wird.
- Gr. Das Färben und Fixiren des Bildes.
- Der Ton des Bildes lässt sich noch durch Goldtonung modificiren; ist jedoch das Bild von Hause aus blau oder sebieierfarbig, so wird man schwerlich im Stande sein, demselben einen warmen Ton zu geben. Für ein röthliches Bild kann durch Goldbäder in ein violettes übergeführt werden (Geld m a c h e r),
- Nachdem das Bild entwickelt ist, wäscht man es in Wasser, welches man 4 bis 5 mal wechselt: um die Entwicklerreste unschädlich zu machen, lässt man es sofort nach dem Entwickeln in Wasser und in verdünnter Salzsäure oder Essigsäure (s. S. 368.) oder 15 Minuten lang in einer Lösung von Alaun, 1:10, und wäscht es dann wiederum, mit vier bis fünfmal erneutem Wasser. Das Bild lange im Waschwasser liegen zu lassen, ist nicht an-zurathen.
- Es darf beim 'Fönen keine Spur Eisen (vom Entwickeln her) mehr im Bilde sein, da die Eisensalze das Gold roduciren, wodurch Flecke oder ein allgemeiner grauer Ton entsteht. Warn erke persönlich gebrauchte meistens das folgende Bad, welches zugleich fixirt und tont: A. Unterscliwefligs. Natron 900 g, j B. Chlorgold 1 g,
- Wasser ..... 900 g. ! Wasser 600 g.
- Zur Lösung A setze man langsam und unter lebhaftem Ümrühren 120 g von B, worauf das Bad zum Gebrauche fertig ist. Es verbessert sich durch den Gebrauch. Wenn es nöthig ist, so setzt man sowohl von A. als auch von B zu. Das Bild bleibt in diesem Bade etwa 10 Minuten; dann ist es zugleich getont und fixirt,
- Ein anderesTon-Fixirbad ist das von Dr. Stolze angegebene (s. S.406).
- Will man getrennt tonen und fixiren, so verfährt man genau wie hei den Albuminbildern; man tont in dem weiter oben angegebenen ßade und fixirt nachher in einer Natronlösung, 1 : 5. Nachher muss es genau so gewässert werden wie ein Albuminbild.
- Es ist sorgfältig darauf zu achten, dass vor dem Fixiren jede Spur '°n Natron von dem Papiere fern gehalten wird, da sonst bei der Entnickelung Flecke entstehen.
- Nach dem Trocknen hat das Bild das Aussehen eines Albuminbildes; doch kann man ihm auch leicht in sehr einfacher Weise einen Emaille-glanz geben und retouehiren, wie dies genau gelegentlich der Herstellung v°n Aristobildern kl. i. Chlorsilber-Gelatinepapier ohne Entwickelung) Leiter unten beschrieben ist,
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- SECHSUNDDREISSIGSTES CAPITEL.
- CHLOBBROM- GELATINE.
- Man kann Chlorbrom-Gelatine sehr geeignet für positive Entwickelungs-Papiere h erstellen.
- Ohlorbrom-Papier gibt wärmere Töne als reines Bromsilber-Papier. Der Verfasser empfahl es zuerst in den „Photographie News“ 1883. S. 981).
- Mischt man zu einer Chlorsilber-Emulsion mehr oder weniger Bromsilber-Emulsion, so steigt die Licbtempfindlichkeit der ersteren, und die Parbentöne der entwickelten Bilder sind noch immer warme. Während für reine Chlorsilber-Gelatine der Entwickler ein sehr langsam wirkender, schwacher sein muss, kann er bei Chlor-Bromsilber viel energischer sein, ohne Schleier zu geben.
- Erzeugt man Bromchlor-Emulsion mit geringem Säuregehalt und steigert die Empfindlichkeit derselben durch halbstündiges Kochen, so gibt eine solche Emulsion nicht, nur ein gröberes Korn, sondern kalte, graue oder schwärzliche Töne. Wird dagegen reichlich Citronensäure zugesetzt und die Emulsion nicht gekocht, so erzielt man mit Eisenoxalat-Entwickler röthliche Bilder, welche im Tonbad (Chlorgold) das Gold gut annehmen und warme bräunliche bis violette Töne geben.
- Chlorbromsilber-Gelatine ward mit Erfolg zum Präpariren von Papier für positive Bilder benutzt, indem solche Bilder rascher als reine Chlorsilber-Gelatine copiren und mit Eisenoxalat (in passender Zusammensetzung) hübsche Copien geben, welche im gemischten Ton-Fixirbade oder den bei Chlorsilber-Gelatine angegebenen Goldbädern gut tonen.
- Das Chlorbrompapier gibt häufig die zarten Halbtöne besser wieder, als Bromsilberpapier.
- So z. B. scheint das seit mehreren Jahren in England erzeugte und beliebte „Alpha-Papier'1 ein Ohl orbrompräparat zu sein.
- 1) Auch Photographische Mittheilungen. Bd. 19, S. 313,
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- Chlorbrom - Gelatine.
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- Wellington1) gab 1885 eine gute Formel für diesen Proeess an, welche sieb für Präparation von Papier und Platten (für Diapositive) eignet. Hiernach lassen sich bei geeigneter Entwickelung röthliehe Bilder erhalten, welche sich sehr gut vergolden lassen.
- Man stellt zwei Lösungen her:
- A. Silbernitrat .
- Citronensäure Wasser . .
- B. Ohlornatrium
- Bromkalium . Citronensäure Gelatine . .
- Wasser . .
- Man erwärmt beide Lösungen auf
- 10 Theile.
- 10 „
- 144 „
- 2 Theile.
- 4 „
- 10 „
- 4 „
- 144 „
- >6 Grad C., giesst A in B, schüttelt, fügt dann 20 Theile Gelatine (gequollen und geschmolzen) hinzu, giesst in eine Schale zum Erstarren aus und wäscht am andern Tage.
- A. F ü r P a p i e r.
- Man schmilzt die Emulsion und giesst sie auf das befeuchtete, auf Glas gelegte Pagier (s. Seite 356).
- Die Exposition beträgt 12 bis 15 Minuten bei Gaslicht (9 Zoll Distanz), vergl. hierüber ferner bei Chlorsilber-Gelatine S. 398, welche eine ähnliche aber etwas längere ßelichtungszeit braucht.
- B. Diapositive und Laternenbilder.
- Für Diapositive kann man die Menge der Gelatine in Wellington^ Becept herabsetzen und erhält mehr Kraft in den Lichtern und mehr Details in den Schatten, z. B.: 10 Silbernitrat, 10 Citronensäure,
- 100 Wasser, gemischt mit 2 Ohlornatrium, 4 Bromkalium, 10 Citronensäure, 12 bis 14 Gelatine und 100 Wasser. Man giesst die Silberlösung iu die auf 70 Grad 0. erwärmte Gelatinelösung, lässt unter gutem Schütteln durch 10 Minuten stehen, giesst in eine Schale aus, zerkleinert und wäscht.
- Hach Bolton (Brit. Journ. Phot. 1887. S. 595; Phot. Wochenbl. 1887. S, 348) mischt man A. 372 g Bromammonium, 3 g Chlorammonium. 18 g Gelatine, 130 bis 150 ccm Wasser (alles warm gelöst) und ~ Tropfen Salpetersäure mit B. 12 g Silbernitrat gelöst in 130 bis 150 ccm Hasser, lässt in der Wärme (50 bis 60 Grad 0.) einige Stunden stehen, 'ftesst zum Erstarren aus, wäscht und überzieht Glasplatten.
- D Phot. News. 1885. S, 36.
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- Dritter Th eil. Seehsunddreissigstes Capitel.
- Wellington, empfiehlt den Oxalat-Entwickler in folgender Form:
- A. Oxalsaures Kali . . . 24 Theile.
- Chlorammonium * . . 1 v>
- Wasser .... . 240 „
- B. Eisenvitriol . . . . 2 ,e
- Citronensäure . 1.
- Wasser .... . 80
- C. Bromkalium . 1
- Wasser .... . 3
- Man mischt 4 Theile A, 4 Theile R nnd 1 Th eil C. Der Zusatz von Brom (0) ist. bei kurz exponirten Bildern überflüssig. Das Bild erscheint in einer halben Minute und ist in circa 5 Minuten vollendet. Die Farbe ist röthlich. Für kurze Expositionen vermindert man die Menge von C.
- Hierauf wiisebt man, legt für 10 Minuten in Alaunlösung, wäscht und vergoldet, in 1 Th eil Clilorgold, 3 Theilen Chlorkalk, 30 Theilen essigsaurem Natron und 2880 Theilen siedendem Wasser; das Ba.d wird erst nach dem Erkalten verwendet.
- Als Fixirer dient unterschwefligsaures Natron. Die andere. Behandlung ist. gleich jener von Chlorsilber-Bildern.
- Man kann auch mit dem gemischten Ton-Fixirbad ('s. H. 406 und S. 413) vergolden.
- Chlorbrom-Emulsion für Tran sparen tbi! d er entwickelt, man nach W. B. Bolton (Brit. Journ. Ritol. 1888. S. 116; Phot. Woehenhl. 1888. S. 104) am besten mit dem Citro - Oxalat - En twiek 1 er. Nämlich: A. 60 Theile ci fronen saures Kali, 18 Theile oxalsaures Kali, 150 Theile Wasser. B. 30 Theile Eisenvitriol. 1 Theil Citronensäure und 150 Theile Wasser; Man mischt gleiche Theile der Lösungen. Kommt das Bild zu schnell, so setzt man etwas Bromkalium zu oder mischt den Entwickler mit weniger Eisenlösung. - - Je mehr die 0hIorbrom-Emidsi<»n an Bromsilber beigemischt, enthält, desto höher kann der Behalf des Entwicklers an Oxalat sein. Die so erzielten wannen Töne können durch jedes schwache Ooldbad dem beliebten Photographie-Ton an gepasst werden.
- Nach Br. Stolze bewirkt ein starker Citro-Oxalat- Entwickler die Entstehung von grünlichen Tönen; Man bringt eine Lösung von eitronen-saurem Kali in Wasser (1 : 1) zum Sieden und trägt so lange oxalsauiw Eisenoxydul ein, als es sich noch löst: dieser Entwickler ist energBOH'i als der obige (Phot.. Wocbenbl. 1888. S. 104).
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- Ohlorbrom - Ge]a tine.
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- Sein’ gut geeignet für Diapositive auf Bromchlor-Emulsion ist auch (jer Hvdroel 1 ition-Soda-EnIWickler (s. Seite 415), welchen man jedoch mit Wasser verdünnt und einige Tropfen Bromtaliimilösung zusetzt. \laii kann nach dem Vergolden mit dem Bhodan -Goldbade vergolden.
- Für Gel etine-Emul sions papier (sog. A Ipba-Papier des Handels) wird im Brit. .Tourn. of Phot. (1889, No. 1495) folgender Entwickler empfohlen:
- A. Hydrochinon...................... lg,
- Kaliummotabisulfit................ lg,
- Wasser............... . . 480 g.
- B. Aetzkali . .................. 5 g,
- Wasser ........... 900 g.
- 0. Bromammonium............... 3 g,
- Wasser........................ . 240 g.
- Man mischt 8 Vol. A, 8 VoL B und 1 Vol. 0. Boi kurzer Belichtung erhält man schwarze Farben töne, bei längerer röthliehe. —
- Oder man benutzt für das Alpha-Papier gleiche Theile einer Lösung von
- A. 120 Th eilen Kaliumoxalat, 7 Theilon Bromammonium, 040 Theilen Wasser, mit
- B. 45 Theilen Eisenvitriol, 5 Theilen Citroiiensäiire, 800 Theilen Wasser. Nach dem Entwickeln wäscht man, taucht in eine Alaunlösung, wäscht und vergoldet mit einem essigsanren Natron - Chlorkalk- Goldbado. (Rder’s Jahrhucb f. Phot, für 1888. S. 470.)
- K.I
- r-, UamlinnOi <ier Uhoi'.graiihu». III. TImUj 4. Anfl.
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- SIEBENUNDDREISSIGSTES CAPITEL.
- HERSTELLUNG- VON OOPIEN UND DIAPOSITIVEN AUF CHLORSILBER - GELATINE ODER OHLOROOITRAT-GrELATINE ETO. OHNE HERVORRUFUNG.
- Man kann Ohlorsilber- oder andere Silbersalze mit Gelatine vermischt auf Papier, Glas und dergl. auftragen und bei genügend langer Belichtung darauf Bilder ohne Ilervorrufimg herstellen.
- Solche Oopie/n auf Papier sind dann den Albuminbildern ähnlich und beim Oopirverfahreu auf Albuminpapior wird im nachfolgenden Hefte auch das Oopirverfahreu auf Gelatinepapier beschrieben werden.
- Hier soll nur die Herstellung von Opalglasbildern und Glasdiaposi-tiven ohne Hervorrufung beschrieben werden.
- Dieses Verfahren wird wenig angewendet, weil man meislens den rascheren Process mit Ohlorsilber-Gelatine und Hervorrufung verzieh!. Trotzdem verdient auch das Oopirverfahren ohne Hervorrufung (namentlich das mit Chlorcitrat-Emulsion) alle Beachtung.
- Für diesen Zweck strebt man gutes, kräftiges Copiren an, während die Schnelligkeit des Oopirens ausser Acht gelassen wird.
- Von den vielen mit Gelatine versuchten Silbersalzen1) eignet sich besonders Ohlorsilber, eitrononsaures, wein saures und ovalsaures Silber Ohlorsilber für sich allein ohne Silbernifraf -Heber,schliss hält sich Vn gut. copirt aber langsam und dünn. Viel besser ist das Gemisch von Ohl"1 silber mit eitronensaurem Silber (Ahney), oder mit weinsaurem oder saurem Silber (Asbman und Offord); das erstere gibt jedoch mehr Hnd1-Das Ohlorsilber wird entweder mittels Ohlornatrium oder Old"1 ammonium dargestellt. Auch Ohlorlilhium liefert gute Resultate. dagOO1
- t • -lif'
- 1) A sh man mul Offorrl hatten folgende Gelatine-Emulsionen versm-i
- Chlumlher, eitrononsaures, oxalsnures, essigsaures. koh(ensanres, weinsaures. ^
- saures und milehsaures SilUernxyd (T’liot. News. 1885. S. 14!)). — Vergl. feuai
- Corresp. 1885. S. 243.
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- Herstellung von Oopien und Diapositiven auf Clilorsilb er -Gelatine ete. 419
- ertlieilt Chlorcaleium den Bildern eine weniger schöne Farbe (Ashman und Offord). Ueberschuss von Oitronensäure in Chlorsilber-Emulsion isj günstig und soll besser als Weinsäure sein.
- Eine gute pract.ische Vorschrift von „Chloreitrat.-Emulsion“ *) gab Ybney2), welcher zuerst im Jahre 1882 diesen Copir-Process veröffentlichte:
- A. Chlornatrium .... 4 Theile.
- (Jitroncnsaures Kali • 4 „
- Wasser . . . . . • 48 „
- B, Gelatine , . • 16
- Wasser . . . . . . 160 „
- 0, Bi Ibernitrat. . . . . . 15 „
- Wasser . . . . . • 48 „
- Man mischt B unrl C und fügt A. dazu; nach dem Erstarren presst man durch Netzstoff, wäscht die Nudeln 30 Minuten lang in kaltem fliessenden Wasser, schmilzt, fügt 180 Theile Alkohol und eine Lösung von 2 Th ei len Ohromalaun in 120 Theilen Wasser dazu. Man trägt auf blas (welches mit Ohromalaun-Gelatine vorpräparirt sein muss, sonst geht die Schicht herab; s. 8. 203) oder Papier auf und eopirt bis der Druck sehr kräftig erschienen ist. Die Empfindlichkeit ist zweimal so gross als von gesilbertein Albuminpapier. Die Bilder erscheinen violett im auffallenden und. chokoladenbraun im. durch fallenden Licht. Fixirt man sie (ohne vorher zu vergolden), so ist die Farbe siennabraun, besser ist es aber, die Oopien vorher im Borax-0oldbad zu vergolden "nd dann zu fixiren.
- In der Ohioreitrat-Emulsion ist viel weniger Ohlornatrium vor-baiulon, als zur Umsetzung des Silbernitrats dient. Es ist von Wichtigkeit, dass freies eitronensanres Bi Iber vorhanden ist, sonst werden die Kopien kraftlos.
- Kocht, man Oblorcitrat.-Emulsion kurze Zeit, so steigt die Empfind-b'-likeif. und etwa, vorhanden cs grobes Korn zerthoilt sich.
- Die Piaffen oder Papiere mit (Tilorcitraf-Emulsion halten sieh nicht l;inge (mehrere Wochen).
- Zur Herstellung von Glasdiaposiiiven, welche sich durch ihr sehr cirti.s Korn nT1(] (ion liülischen, warmen Farbenion auszoiclmen, eopirt uun lim zerstreuten Eichte) sehr stark und bringt trocken in das (»oldbad.
- Als Ci oldbad kann auch mit Vorth eil verwendet werden: 100 ccm 100 ccm Bbodanammonium 1 ösung (1 : 50) und. o ccm (Jhlorgold-
- P Auch „ChlorooifnW- oder Oitnmbhmd-Emulsion“ genannt.
- -) Ahney’s Instmetion in Pbotography. 1881. S. 225. Phot. News. 1882. S. 300.
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- Dritter Tiieil. Siobonunddreissigstes Oapitel.
- lösung (1: 50); im Goldbade bleiben die Platten bis sie blau werden und werden sofort (ohne zu waschen) in ein Fixirbad von 1 Th eil Fixirmitron in lOTheilen Wasser gebracht, worin man sie 10 Minuten belässt. Schliesslich wäscht man 1 Stunde, gerbt in Alaunlösung, wäscht und laeldrt.
- Nach Phipson ist ein Goldbad von 120 g Fixirnatron, 4 g Chlorgold. 500 ccm Wasser zu empfehlen (Wilson’s Phot, Magazin 1889 aus Moniteur de la Photogr.), da das Rhodanbad in der Wärme die Gelatineschicht leicht an greift. Nach „Photogr. News“ (Eder's Jahrbuch f. Photogr. für 1889. S. 481) wirkt am besten bei Ohloroei tratpapi er: 1 Th eil Chlorgokl. lOTheile Rhodankalium und V2 Th eil Fixirnatron. Vermehrung des Rhodan-kaliums ist schädlich; Zusatz von Soda unnütz. Während das Rhodan-goldbad purpurne Töne gibt, erhält man mit einem Bade von 1 Tbeil Ohlorgold, 240 Theilen Fixirnatron und 960 Theilen Wasser rotho Töne.
- Aehnliche Forschriften wie Abney gaben Henderson 0, Liese-gang1 2 3), und insbesondere machten Ashman und Offord eingehende Versuche in dieser Richtung.
- Gemischte Chlorsilber- und Silbernitrat-Emulsion für positive Drucke stellen Ashman und Offord nach vielen Versuchen in nachfolgender Weise her8):
- A. Gelatine.................................. 3 g.
- Ammoniumchlorid . 0,04 g,
- Destiilirtes Wasser ....... 33 g.
- B. Silbernitrat ......................... 2 g,
- Wasser...................................10 g.
- A wird in der Wärme gelöst, B zugesetzt und dann eine kleine Probe mittels chromsaurem Kali probirt, ob nicht Silbernitrat überschüssig ist4 *); ist Silbernitrat im Ueberschuss vorhanden, so entferne man ihn durch einige Tropfen Chlorammoniuui-
- Lösung.
- Nun stellt man die Citrat-Emulsion dar:
- 0. Gelatine .......... 3 g,
- Wasser ............................ 30 g.
- D. (Zitronensäure ......... 2 g,
- Wasser........................10 g,
- Ammoniak bis zur Neutralisation.
- E. Silbernitrat.................2g,
- Wasser............................5 ccm.
- Man löst 0 in der Wärme, fügt D (dessen Neutralität man mit Lackniuspnpio erprobt hat) und dann E hinzu. Es soll etwas Silbernitrat, im Ueberschuss sein.
- Man mischt dann 1 Theil Citrat-Emulsion mit 4 Theilen Chlor-Emulsion lin'^ lässt rasch erstarren. Je mehr Citrat-Emulsion, desto röther oder brauner wiG
- 1) Phot. Wochenbl. 1884. S. 312.
- 2) Phot. Archiv. 1885. S. 97. ^ i
- 3) Phot. News. 1885. S. 245, 280 und 295. — Ferner vergleiche Phot, (oimi
- 1885. S. 243. jj.
- 4) Ein Tropfen der Emulsion wird mit einem Tropfen neutraler chromsauiei ‘ _
- Lösung vermischt, Entsteht eine tiefrothe Färbung, so war Silbernitrat im LcbexsJi
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- Herstellung von Copion und Diapositiven auf Chlorsilber-Gelatine etc. 421
- Farbe der Drucke: je weniger, desto mehr nähert sich die Farbe dem Purpur. Bei i. Citrat wird die Farbe reich violett.
- Die erstarrte Chlor-Citrat-Emulsion wird zu Nudeln gequetscht (s. S. 226), 5 Minuten lang in kaltem Wasser unter Umrühren gewaschen, das Wasser erneuert und nochmals 5 Minuten gewaschen Längeres Waschen bewirkt grössere Haltbarkeit, aber die Kraft der Drucke geht mehr verloren.
- Damit werden Glasplatten oder Papier überzogen, jedoch ist die Haltbarkeit nicht sehr gross.
- Ammoniak-Räuchern ist ohne besondere]] Effect; die Farbe der Copien wird etwas blauer.
- Die fixirten Bilder sind nicht von angenehmer Farbe. Sie müssen zuvor vergoldet werden. Hierzu eignet sich das Borax- oder Schwefelcyanammonium-Goldbad, wie man sie im Albumin-Copirproeess benutzt. Der Ton wird verbessert, wenn man die Copien vor dem Vergolden zuvor mit Wasser, dann mit einer Lösung von Natrium-
- biearbonat in Wasser (1: 100) durch 5 Minuten wäscht.
- Später gab Ashman folgende Vorschrift: 20 Theile Citronensäure, 0.
- 100 Theile Wasser und soviel Ammoniak bis blaues Lackmuspapier nur mehr schwach roth wird. j)_
- 45 Theile Silbernitrat,
- 480 Theile Wasser.
- 45 Theile Gelatine,
- OV2 Theile Ammoniumchlorid, 480 Theile Wasser,
- 40 Theile Silbernitrat,
- ISO Theile Wasser.
- Man mischt C und D dann das Uebrigc in der Dunkelkammer bei niedriger Temperatur, dass oben die Gelatine schmilzt. Diese Emulsion hat einen geringen Uebersehuss von löslichem Silbersalz. Man wäscht die zerkleinerte Emulsion in 2 bis 3 mal gewechseltem Wasser, schmilzt und bedeckt damit Papier (Phot. Times. 1889. Seite 320).
- Weinsaures Silber (Silbertartrat) gibt als Gelatine-Emulsion kräftige Drucke. Es ist aber schwierig zu emulsificiren, weil sieh aus der Emulsion noch vor dem Erstarren das ganze Silbersalz präcipitirt. Ashman und Offord1) beseitigten die Schwierigkeit: Sie lösten 0,8 g Weinsäure in 40 ccm Wasser, neutralisirten mit 0,6 g Matriumbicarbonat, trugen 14 g Gelatine ein, lösten bei gelinder Wärme und rührte]] 1 g Silbernitrat unter starker Bewegung hinein; das Gefäss wird in kaltes Wasser bestellt und unter beständigem Rühren erkalten lassen. Man kann diese Emulsion imt 4 bis 5 Thoilon Chlorsilber-Gelatine mischen; die damit überzogenen Gläser haben anie rauhe Fläche. Gemische von Chlorsilber und Silbercitrat sollen besser sein Ushman und Offord). Auch Barker gab eine Vorschrift für eine Emulsion mit
- 'veiusaurem Silber an2),
- Ei Phot, News. 1885. S. 294.
- 2) Nämlich: Gelatine.................................175 g,
- Chlorammonium........................... 18 g,
- Seignettesalz............................50 g,
- Silbernitrat............................ 75 g,
- Alkohol.................................120 g,
- Wasser..................................2,5 1.
- Salze werden in Wasser gelöst, dann die Gelatine zugesetzt; nachdem die-au%equollen ist. erwärmt man bis zum Schmelzen, erhöht dann die Temperatur " auf 100 Grad F. und setzt dann das Silber zu. Nun hält man die Emulsion durch
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- Dritter Theil. Siebenuudcüeissigstos Capitel.
- Oxalsaures Silber (Silberoxalat) in Form von Gelatine-Emulsion giht dirocte Copien, besonders in Mischung mit Chlorsilber-Gelatine. Diese vergolden sieh zwar in den gewöhnlichen Borax- Gtddbädern etc. schlechter als Cilrat-Emulsionen halten sich aber lange Zeit. Zur Darstellung von Oxalat-Emulsion mischt umn A) 2 g Gelatine in 30 g Wasser; B) 1 g Kalinmoxalat in (5 eem Wasser; 0) 2 g Silher-nitrat in 10 ccm Wasser. Man mischt diese Emulsion mit Ohlor-Emulsion. Nach deie Erstarren wäscht man wie die Citrat-Emulsion; nach dem Schmelzen fügt man 1/tJ Oitronensäure gelöst in wenig Wasser dazu.
- Diese Emulsion ist nicht sehr empfindlich, gibt aber gute Latcrnonbilder, Diapositive für Yergrösseruugen etc. Die Farbe ist warm braun bis schwarz (As hin au und Offord).
- I. Arist-opapier.
- Seil einigen Jahren kommen (t!elatiue- iGmuJsioiispapiere in den Handel, welche- zum directen Copiren im Oopirrahmen (fthniieli wie Albuminpapier) geeignet sind und sich im Lichte- rasch und kräftig schwärzen. Die Empfindlichkeit- ist 2 bis 3mal grösser als vom ge-silberten Albuminpapier und zugleich copiren diese Papiere sehr zart und mit feinen Details, so dass sie in dieser Eichtling dem Albuminpapier überlegen und nur vom Ohlorsilbereoilodionpapier erreicht oder übertroffen werden.
- Leider ist das Tonen (Yergolden) der Aristopapiere schwieriger als der Albuminpapiere und bei einiger Unachtsamkeit wird die Färbung zu roth oder cbocoladefarbig, sowie es auch schwierig ist, eine Auflage von Aristodrucken gleichmässig zu färben. Dies, sowie die Empfindlichkeit- der Gelatinepapiere gegen Nässe sind die Nachtheile, welche der Verbreitung dieses Verfahrens entgegen standen, obschon auch dieser Fehler sich beseitigen lässt (s. S. 430); trotzdem ist das Aristopapier. namentlich bei Amateurphotographen, häufig* in Verwendung, weil <> lange Zeit in unverändertem Zustande vorrätbig gehalten und sofort zum Copiren verwendet worden kann.
- Zuerst brachte Obern etter in München1) um das Jahr J 880. späb') Dr. Stolze (Berlin) und Dr. Liesegang (Düsseldorf) das Aristopapai in den Handel.
- Näheres über die Darstellung wurde nicht publicirf; jedoch 1h-1 zweifellos eine Mischung von Ohlorsilber - G eiatme - Emulsion mit Sill"'1 eitraf oder einem anderen organischen Silbersalze (wie vorhin bi schrieben wurde), eventuell mit- freien organischen Säuren, zu Grundi-
- 10 Minuten bei dieser Temperatur, fügt dann den Alkohol hinzu und lässt pis1,11^_ Man braucht nur ganz wenig zu waschen oder kann die Emulsion auch unge"ilsl verwenden. (Photographie News. 1885. S. 174.) ( ^
- 1) Die Fabrikation des Obernetterpapieres ist jetzt an Emil Buhler in 3DJhu (Baden) übertragen.
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- Herstellung von Copien und Diapositiven auf Chlorsilber-Gelatine etc.
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- Das Emulsionspapier wird in langen Bändern geliefert und es wird iiaeli Id’- Stolze (Phot, Woehenbl. 1887. S. 41) in diesem Falle das Peberzieiien endlosen Papieres als Prineip der Fabrikation zu Grunde gelegt, während beim Albumin])apiere einzelne Bogen präparirt 'werden; dies ist durch, das verschiedene Verhalten der Gelatine einerseits und des Albumins andererseits bedingt. Dr. Stolze überzog 225 Meter laufendes Papier, welches durch ein Walzen paar zugeführt ward. (Heber nähere Details s. Phot. Woehenbl. 1887. S. 42 und ff.)
- Das fertige Emulsionspapier conservirt sich nach Dr. Stolze (a. a. 0.) am besten, wenn man Stanniol oder braunes in Paraffin getränktes Papier fest um die Polle herumsehlägt und die Bänder fest aneinanderstreicht oder auch festklebt, Frisches Nadelholz, über welches man Emulsion spapier rollt, färbt, das Papier braun; gefahrlos ist Laubholz, oder altes geruchloses Nadelholz. Sobald man verpackte Rollen angerissen hat, bewahre man den Rest des Papieres unter Pressung zwischen Sclmtzblüttern oder Spiegelplatten auf.
- Folgende Gebrauchsanweisung zu Dr. Liesegang’s Aristopapier sowie zum Obernetterpapier, welche sehr gute Druckproben liefert, gibt eine deutliche Anleitung, wie derartige Gelatine-Emulsions-Copirpapiere behandelt werden:
- Wenn man ein Negativ in der Duehsieht betrachtet und es bezüglich der Einzelheiten mit Abdrücken verschiedener Art vergleicht, wird man wahrnehmen, dass beim Eiweissbilde manches verloren geht, während beim Kohledruck, sowie beim Chlorsilber-collodion alle Details, die das Negativ aufweist, sich wiedergeben. Die Unbequemlichkeit in der Anwendung der beiden letzteren Verfahren hat zu der Anfertigung eines mit Chlorsilber-Gelatine überzogenen Druckpapieres geführt, das sich unter dem Namen von Aristopapier seit einigen Jahren in der photographischen Praxis eingebürgert hat.
- Ausser dem oben gemeldeten Vorzüge, alle Feinheiten die im Negative enthalten sind, getreu wiederzugeben, besitzt Liesegang’s Aristopapier die Eigenschaft, selbst nach flauen Negativen brillante Abzüge zu liefern, die nach Belieben matt oder, ohne Gelatiniren oder Satiniren, höchstglänzend hergestellt werden können.
- Auf bewahrt wird das Papier am besten in Blechbüchsen; vor Licht, Luft und Feuchtigkeit geschützt bleibt das Papier lange haltbar; eine mit der Zeit eintretende gelbliche Färbung des Papiers verliert sieh beim Tonen und Fixiren.
- Das Drucken im Copirrahmen geschieht wie mit Eiweisspapier, und zwar etwas dunkler als das Bild fertig aussohen soll. Die Abzüge brauchen nicht gleich getont U1>d fixirt zu werden, mau kann sie vor Licht geschützt, mehrere Tage, selbst nionate-'ailg. aufbewahren.
- Abdrücke, welche man tiefsehwarz zu tonen beabsichtigt, müssen ziemlich dunkel gedruckt werden.
- Das Vergolden der Abdrücke kann in ähnlicher Weise, wie das der Eiweissbilder '"^genommen werden. Vielfach werden Khodangoldbilder verwendet. Auch das com-Enirte Bad aus Fixirnatron, Bhodanammonium und Chlorgold, welches gleichzeitig tont Ulld fixirt, hat manche Anhänger.
- Die Bilder, welche man nach der ersten Methode, d. h. in getrennten Ton- und 'Wadern zu behandeln gedenkt, werden vor dem Vergolden gut ausgewaschen.
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- Dritter Tlieii. Siebenunddreissigstes Capitel.
- Man legt die Abzüge, einen nach dein andern, mit der Bildseite abwärts in rein^ Wasser, welches man so oft, fünf- bis sechsmal, erneuert, bis es nicht mehr milc-hio' wird1). In kalkhaltigem Wasser entstellt ein weisslieher Niederschlag, der sieh auf den Bildern absetzen und das Tonen tingdeich machen würde, wenn man sie mit der Bildseite nach oben legte. Wegen der grossen Empfindlichkeit des Papiers nehme mau das Waschen nicht in hellem Lichte vor.
- Von höchster Wichtigkeit ist es, nur durchaus reine Schalen und G-efasse zu verwenden. Jede Verunreinigung, namentlich mit Fixirnatron, erzeugt Flecken oder verhindert den Tonprocess gänzlich.
- 1) Das Tonen dei’ Abdrücke.
- Jedes für den Druck mit Eiweisspapier gebräuchliche Goldbad liefert auch mit Aristopapier gute Resultate. Um gleiehiriässige Töne zu erhalten, darf man nicht mehr als zwei Abdrücke gleichzeitig tonen; es ist sonst zu schwierig, jeden Druck unter der gehörigen Aufsicht zu halten.
- Ein beliebtes Tonbad ist das mit phosphorsaurem Natron:
- Wasser..................... 1 Liter,
- Phosphorsaures Natron . . . . 20 g,
- Chlorgold............. lg.
- sowie das mit essigsaurem Natron:
- Wasser .......... 1 Liter,
- Essigsaures Natron.........30 g,
- Chlorgold................. lg.
- Letzteres .Bad ist einen Tag vor dein Gebrauche anzusetzen.
- Man legt zwei Abdrücke hinein und hält sie in stetiger Bewegung (die Finger dürfen nicht mit Fixirnatronlösung in Berührung gewesen sein!). Der Ton der Bilder gebt aus dem röthlichen allmählich in braun, purpur und blau über. Die Farbe, welche im Tonbade der Abdruck in der Durchsicht zeigt, ist diejenige, die er nach dem Fertigste!]eil wieder erlangen wird.
- Nachdem der gewünschte Farbton erzielt ist, legt man den Abdruck in gesättigte Alaunlösung (etwa 8 g Alaun auf 100 ccm Wasser) oder das auf S. 480 beschriebene Chrom-Gorbebad. Nach fünf Minuten wäscht man ihn in Wasser gut aus, dann fixirt man.
- Vor jedesmaligem Wiedergebraueh des Goldbades setzt man eine kleine Menge Chlorgoldlösung von 1 : 100 hinzu.
- Es seien hier noch einige andere Goldbäder angegeben, die sieh, in den Händen von Praetikern bewährt haben.
- Cronenberg verwendet folgendes Goldbad:
- a) 1800 ccm destillirtes Wasser, 1 g Goldehloridkalium.
- b) Gesättigte Auf lösung von doppeltgeselnnolzenem essigsaurcu Natron. \ or deüi Gebrauche giesst er für 100 CabinetbiJder 30 starke Tropfen b in eine Flasche, mnl giesst hierauf' 200 eem a. Dies muss eine Stunde vor dein Gebrauche geschehen- De Lösungen a und b aber müssen wenigstens 24 Stunden alt sein. Das Bad will *,u einmal gebraucht. Es werden stets nur zwei Bilder (vorher gewaschen) in das >< -gelegt. Hundert Bilder tonen innerhalb einer Stunde.
- 1) Das silberhaltige Waschwasser sollte nicht weggegossen, sondern in Steinguttroge auf bewahrt werden; das Silber wird mittels Koebsalzauflösung m ^ von Chlorsilber daraus abgeschieden. Raffinir- Anstalten kaufen derartige Rückstand*
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- Herstellung von Copien und Diapositiven auf öhlorsilber-Gelatine etc.
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- Nach dem Tonen werden die Bilder in mehrmals gewechseltem Wasser gewaschen, fünf Minuten in Alaunlosung von 5 Proe. gelegt, nochmals gewaschen und fixirt, wie weiter unten angegeben.
- 2) Rhodangoldbädein
- Das Rhodangoldbad hat die Eigenschaft, die hiiieingelegten Abdrücke erst ganz jrelb, dann über braun bis zu tielviolett oder purpur und rein schwarz zu färben.
- Die einfachste Form dieses Bades ist die folgende:
- Man bereite zwei Vorathslösungen, die sich unverändert halten. Vor dem Gebrauche mischt man gleiche Th eile von beiden, indem man a in b giesst, nicht um-
- gekehrt, weil sonst das Gold zu Boden fallen würde.
- a) Wasser . 1500 ccm,
- Braunes Chlorgold .... 2 g.
- b) Wasser....................... 1500 ccm,
- Rhodanammonium1) .... 30 g.
- Mau lege nicht zu viel Bilder zugleich in das Bad, und halte sie darin in Bewegung und unter Aufsicht. Sie werden anfangs gelb, dann braun und purpurbräunlich; wenn dieser letzte Ton erzielt ist, nimmt man sie heraus, wäscht sie gut aus und bringt sie ins Fixirbad. Wenn das Tonbad zu viel Gold enthält, sodass die Bilder gleich blau werden, verdünne man es mit Wasser.
- Wenn die Bilder am Rande früher blau werden, als in der Mitte, so zeigt dies an, dass das Goldbad zu kräftig ist, doch kommt dies, wie überhaupt ungleiches Tonen auch daher, dass zu viel Bilder zugleich im Goldbade liegen. Viele Operateure legen nie mehr als zwei Bilder gleichzeitig hinein, diese bleiben daun unter guter Controle und das Resultat muss viel besser sein, als wenn sie gleich dutzendweise hineingelegt werden, wobei es nicht möglich ist, alle gut zu beaufsichtigen.
- Das Bad kann wiederholt gebraucht werden, nur muss man jedesmal etwas Chlorgoldlösung 1 :100 hinzusetzen (auf 100 Cahinetbildor etwa 5 ccm).
- Wünscht man mehr ins bläuliche gehende Töne, so setzt man dem obigen Bade 1 g Fiximati'on in wenig Wasser gelöst zu. Dann muss man es aber im frischen Zustande verwenden, weil es sieh nicht hält.
- Blauschwarze Töne liefert auch folgendes Bad:
- Wasser........................... 250 ccm,
- Rhodanammonium.....................10 g,
- Phosphorsauros Natron .... 12 g,
- Auf je 100 ccm dieser Lösung gibt man 10 ccm Clilorgoldlösung von 1 ; 100. Aor dem Tonen muss das Bad ganz farblos sein. Wenn das Bad erschöpft ist, setzt wm ihm etwas Clilorgoldlösung zu.
- Für tiefsehwarze Töne wird folgende Vorschrift empfohlen:
- a) Wasser....................................... 1500 ccm,
- Rhodanammonium 30 g,
- Alaun ..................................... . 30 g.
- Gesättigte Lösung von kohlensaurem Ammonium . 1;> Tropfen.
- h) Wasser....................................... 1800 cem,
- Chlorgold................................... lg.
- Man giesse 75 ccm b in 100 ccm a. Nach einer Stunde, wenn die Mischung hire rothe Farbe verloren, kann man damit die vorher in kaltem Wasser gewaschenen
- 1) Auch Schwefeleyan- Ammonium genannt.
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- Dritter Theil. Siebenunddreissigstes Oapitel.
- Abdrücke tonen. Das Bad tont innerhalb 3 bis 4 Minuten. Die Bilder werden heraus-genommen bevor sie blau werden. Nach dem Tonen wird gewaschen und fixirt ia gewöhnlicher Weise.
- 3) Platinbäder.
- Nach A. Stieglitz tonen Aristobilder (Gelatine-Ein ulsionspapicr) im Platinbad vortrefflich, sobald man Kaliumplatinchlorür (statt Platinchlorür) benutzt. Er mischt-
- A. Oxalsaures Kali................111 g,
- Phosphorsaures Kali ... 55 g,
- Wasser....................... 1000 ccm,
- B. Kaliumplatinchlorür (1 : 20).
- und zwar ß Yol. von A mit 1 Yol. von B. Die Bilder werden vor dem Tonen gewaschen und erhalten braune bis schwarze Töne (Phot. Kundschau. 1889. S. 193).
- 4) Das Fixiren.
- Ein Theil Eixiruatron in acht Theilen Wasser gelöst. Beim Durchsehen durch das Papier lässt sich erkennen, ob die Fixiruug beendet, wenn nämlich das maserige, trübe Aussehen verschwunden; hierzu sind 5 bis 10 Minuten erforderlich.
- im Eixirbade müssen die Abdrücke in Bewegung gehalten werden.
- Das Waschen wird in oftmals gewechseltem Wasser wenigstens zwei Stunden lang vorgenommon. Die Bilder müssen dabei nicht aneinander hängen, sondern öfters bewegt werden.
- Längeres Liegenlassen in demselben Wasser ist unbedingt zu vermeiden, indem dadurch die Abdrücke an Schönheit verlieren. Ein guter Plan ist, zum Waschen zwei geräumige Wasserschalen zu benutzen. Die Abdrücke werden einzeln in die erste Schale gebracht und nach einigen Minuten wiederum einzeln in die zweite. Die erste Schale wird dann geleert und mit frischem Wasser gefüllt, die Abdrücke aus der zweiten Schale werden einzeln in die erste Schale gelegt, die zweite Schale wird mit frischem Wasser gefüllt. Diese Procedur wird noch mehrmals wiederholt. Es handelt sich darum, die Fixirnatronlösung rasch aus den Bildern zu entfernen.
- 5) Combinirtes Tonfixirbad.
- Dieses Bad vereinfacht das Verfahren ungemein.
- Die Abdrücke werden ungewaschen, wie sie aus dem Copirrahnieu kommen, m dies Bad gelegt, mehrmals umgewendet, und nachdem sie in der Durchsicht den gewünschten Ton zeigen, gut ausgewaschen dann getrocknet. Sie müssen ziemlich dunkel copirt sein. Das Bad wird auf folgende Weise bereitet:
- Man löst in 800 ccm Wasser: 200 g Fixirnatron, 25 g Khodanammonium und 15 g essigsaures Natron, hierzu gibt man eine Auflösung und 4 g Alaun in 50 ccm Wasei.
- Man gibt Abschnitte von unfixirtem Silberpapier oder ein Gemisch von 10 ccm Wasser, 2 g salpetersaurem Silber und 2 g Kochsalz (gut schütteln) hinein und lässt einen Tag stehen. Darauf filtrirt man und gibt folgende Lösung hinzu:
- 200 ccm Wasser, 1 g Chlorgold und 2 g Chlorammonium.
- Das Bad hält sieh unverändert und liefert schöne braune bis bläulich schwaize
- Töne. Es fixirt und tont zu gleicher Zeit. Das Tonen dauert mit diesem Bade anfeff--über eine Stunde, nach öfteren Gebrauche weniger. Die Bilder werden anfangs g dann sepia, violett bis schwarz. Das Bad soll nicht zu häufig angewendet uei<Fy Sobald es anfängt, die Bilder grünlichblau zu färben, muss es verworfen werden dies ein Zeichen ist, dass es kein Gold mehr enthält.
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- Herstellung von Copieu mul Diapositiven auf Chlorsilber-Gelatine etc. 427
- Das gebrauchte Bad ist stark silberhaltig. Es kann mit Yortheil beim Bereiten von neuem Toufixirbad benutzt werden. Man unterlässt in diesem Falle das Einlegen von Silberpapier, resp. den Zusatz von saipetersaurem Silber und Kochsalz (Chlorsilber), und mischt vier Thoile des frischen Bades mit einem Thcile des alten Bades; jedenfalls muss dies einen Tag (oder länger) vor dem Gebrauche geschehen. Heber Dr. Stolze’s Toufixirbad s. S. 406.
- Das Bad lässt bald einen missfarbigen Niederschlag fallen; dieser kann abfiltrirt werden, ist nicht zu vermeiden und schadet nicht.
- Zum Trocknen hängt man Bilder an Klammern auf oder legt sie über halbrunde Hölzer, worauf Saugpapier liegt. Zwischen Fliesspapier auspressen geht nicht an.
- Das Ausschneiden und Aufkleben geschieht in gewöhnlicher Weise. Ein gutes Klebeniittnl ist Gummi, wie auch Kleister. Das Klebemittel wird warm mit einem steifen Pinsel aufgetragen. Am besten eignet sich zum Aufkleben mit Weingeist versetzte Heimlösung; diese ist vor dem Gebrauche durch Eintauchen der Flasche in warmes Wasser flüssig zu machen. Um sie zu bereiten legt man 100 g guten Leim in kaltes Wasser, nach mehrstündiger Einwirkung wird er durch und durch weich geworden sein. Man giesst das überstellende Wasser ab, und erwärmt den gequollenen Leim in einem Blechgefäss, das in heissem Wasser steht, so lange, bis er geschmolzen ist. Darauf giesst man noch etwa 75 ccm warmes Wasser, gemischt mit 200 ccm Alkohol unter heftigem Um rühren mit einem Roiserbesen zu, ferner 40 bis 50 ccm Glycerin und 20 Tropfen Carbo-saure. Die Verhältnisse werden je nach der Beschaffenheit- der Leimsorte einer kleinen Abänderung bedürfen. Man trägt die Masse in ziemlich flüssigem Zustande dünn auf.
- I)a das Aristopapier beim Trocknen sich etwas rollt, empfiehlt es sieh, die trockenen Bilder, nach dem Beschneiden der Ränder, in kaltem Wasser zu feuchten, auf Saugpapier zu legen, und nachdem man etwa zehn Bilder gefeuchtet hat, das erste aut Carton zu kleben u. s. f.
- Vor dem Heisssatiniren müssen die Abdrücke durchaus trocken sein, sie werden mit einer Auflösung von Seife in Spiritus abgerieben. Auch kann man sie vorher mit Roheollodion übergiessen, letzteres Mittel ist namentlich dann von Werth, wenn sie viel Retoucho bekommen haben.
- SpiegeJähu 1 ichor Glanz lässt sich dadurch, erzielen, dass man die Abdrücke feucht auf Glas- oder Ebonittafeln (pietscht um] trocknen lässt. Ihre Oberfläche nimmt den Glanz der betreffenden Unterlage an.
- Wenn man polirte Ebonittafeln anwendet, ist eine Vorpräparation derselben nicht nöthig. ln allen Fällen müssen die Abdrücke nach dem Waschen gut getrocknet, nnd denn neu gefeuchtet werden, weil sie sonst leicht an der Unterlage fcstkleben können.
- Man reinigt die Ebonittafe! mit einem nassen Schwamm, legt das gefeuchtete Iflld mit der Bildseite abwärts. unter Vermeidung von Luftblasen, darauf, bedeckt es mit glattem Saugpapier oder' Gummituch, und geht mit einem Kautsehukquetscher mich verschiedenen Richtungen fest darüber, um das Wasser möglichst zu entfernen. Latin stellt man die Tafel zum Trocknen an einen luftigen Ort. Starkes Erwärmen b zu vermeiden. Nach dem vollständigen Trocknen hissen sich die Abdrücke leicht 'on der Tafel entfernen. Dieses ist die einfachste Manier des Glänzendmaehens.
- Einen höheren Glanz erhält man, wenn man die Ebonittafel mit einer Auflösung v°n einem Theil gelbem Wachs oder Ceresin in drei Theilen warmem Terpentinöl bereicht und darin mit einem Lappen gut abreibt.
- Glasplatten bedürfen stets einer Yorpräparation, welche das Ankleben des Bildes verbiet. Die oben angegebene Wachs- oder Ceresiulösuiig ist hierfür sehr gut zu verwenden.
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- Dritter Theil. Siobemmddreissigstes Capitel.
- Manche Operateure verwenden getalkte Spiegelglasplatten zum Aufquetschern Die Platten werden mit schwarzer Seife und Wasser gut gereinigt, abgespült, und mit Josephpapier trocken geriehen. Sie werden dann mit feinstem Talkpulver (Federweiss) eingestiiubt und mit einem trockenen Lappen oder Baumwollbauseh sorgfältig abgerieben und abgestäubt. Bei unvorsichtiger Behandlung, wenn nicht die ganze Fläche mit Talk bedeckt ist, kommt es vor, dass die Abdrücke ankleben und nach dem Trocknen sich nicht entfernen lassen. Sicherer geht man, wenn man vor dem Taiken die gut gereinigte Glasplatte erst mit einer Auflösung von 1 g gelbem Wachs in 250 ccm Benzin abreibt.
- Auch Ferrofypplatten lassen sich zum Glänzendmachen verwenden, doch gehen sie nicht so grossen Glanz wie Glas. Sie müssen vor dem Gebrauche mit Wachs-lösung abgerieben werden, da sie anderenfalls durch die Feuchtigkeit sehr bald verderben.
- Das Aufkleben der hochglänzenden Abdrücke geschieht mit der früher erwähnten Leimlösung. Es geht dabei etwas von der Glätte der Oberfläche verloren. Aus dem Grunde kleben Manche die Bilder mir am Rande oder an den Ecken auf. Der Glanz lässt sich dadurch bewahren, dass man, während der Abdruck noch im halbfeuehteu Zustand an der Unterlage von Glas oder Ebonit hängt, ein Blatt starkes weisses, glattes Papier mit dickem Kleister oder anderem Klebmittel darauf klebt. Statt dessen kann man ein Blatt des zum Kohledrnek verwendeten Doppeltransportpapiers, das man vorher in warmem Wasser geweicht hat, darauf legen und mittels des Quetschers an drücken. Nach dem Trocknen löst man das Bild von der Unterlage ab, beschneidet die Ränder und klebt es auf Carton.
- Matte Oberfläche erzielt man durch Trocknen lassen auf mattem Glas; dieses wird vor dem Auf (pietschen mit einer Auflösung von 1 Theil gelbem Wachs in 50 Theilen Benzin polirt, dann mit Talkpulver gut abgerieben. Auch kann man festen Carton mit der Wachsterpentinlösung gut einreiben, und die Bilder darauf quetschen.
- 6) Fehler beim Aristodruck.
- Flecken aller Art entstehen, wenn man das Aristopapier nicht sorgfältig von jeglicher Verunreinigung fern hält. Deshalb sehr reine Schalen (Porzellan oder Glas), reine Finger, reiner Tisch.
- Der Rand tont rascher als die Mitte des Bildes, wenn das Goldbad zu kräftig ist, und wenn die Bilder nicht in fortwährender Bewegung gehalten werden, namentlich, wenn zu viel Bilder auf einmal in das Bad gelegt wurden.
- Theile des Bildes bleiben beim Tonen zurück, wenn das Waschwasser nicht rein war, oder die Abdrücke mit der Bildseite nach oben darin gelegen haben, wodurch ein weisslicher Niederschlag auf der Schicht entsteht, der den Angriff des Tonbades verhindert. Dieser kann durch Ah wischen mit einem weichen Pinsel entfernt werden.
- Rosaton der Halbliehter entsteht, wenn die Bilder zu lange in schwachem Goldbade gelegen haben.
- Im Fixirbade erhält das Bild einen bläulichen Schieferton, wenn es zu la«ge getont ist.
- Das Bild verliert beim Fixiren seinen blauen Ton und wird gelbbraun, wenn es zu schwach eopirt war, oder nach dem Tonen nicht genügend gewaschen wurde.
- Im Tonfixirbade wird das Bild grünlich, wenn das Bad zu oft gebraucht ist um deshalb kein Gold mehr enthält. Alte Tonfixirbäder sind sehr nützlich zum ^61 mischen mit frischen Bädern.
- Das Bild geht stark zurück, wenn es zu schwach eopirt war.
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- Herstellung von Copien und Diapositiven auf Chlorsilber-Gelatine ete. 429
- Das Bild tont nicht, behält braune Farbe, wenn das Tonfixirbad kein oder nicht o-enug Chlorsilber enthält.
- Matte runde Flecken bei Glanzbildern, wenn das Bild nicht gut in Contaet mit der Glasplatte gepresst wurde (Luftblasen).
- Das Bild löst sich vom Glase nicht ab, wenn die Platte zu wenig Waehslösung oder Talk bekommen hat.
- II. ObernetteFs Chlorsilber-Gtelatiiiepapkr.
- Der Fabrikant; des Obernetter'selten Chlorsilber-Gelatinepapiers empfiehlt für dasselbe folgendes neue Tonbad:
- 1 Liter desfill. "Wasser, 7 g Schlämmkreide (Champagner-Kreide fein geschabt und verrieben), 6 Tropfen einer concentrirten Chlorcalcium-lösung, 250 g Rhodanlösung (20:1000), 50 g Chlorgoldlösung (1:100). 2 bis 3 Tage vor dem Gebrauche anzusetzen.
- Bei der ersten Vergoldung sind die feinen Töne noch nicht zu erreichen wie man solche an den folgenden Tagen erhält;. Man vergolde nur nach der Durchsicht bis der röthliehe Ton eine Niiance dunkler wird, am sichersten sieht; man dies, wenn man bei reflectirtem Gaslicht arbeitet,
- Fixirbad. 100 g Natron zu 1000 Wasser. --- 3 bis 5 Minuten genügen. Alsdann 1 Stunde waschen und Verweilen der Bilder im
- Alaunbad. 50 g Alaun (Ammoniakalaun), 1000 g Wasser. — 2 bis 5 Minuten (oder das auf S. 430 beschriebene Chrom-Gerbebad).
- Verstärkung. Verstärkt wird das Bad mit 50 g Rhodanlösung (20:1000), 30 g Chlorgoldlösung (1:100) pro Liter Goldbad.
- Nach zwei- bis dreimaligem Gebrauche setzt man 1 bis 2 Messerspitzen voll Kreide und 1 Tropfen concentrirte Chlorcalciumlösung hinzu. Dies auf solche Art nach dem Gebrauche verstärkte Bad reicht für 40 bis 45 Cabinetbilder auf Dunkelgrund. Die abschattirten Bilder müssen immer zuerst vergoldet werden um etwaige Ränder zu vermeiden.
- Mehr soll das Bad, welches sich lange erhält nicht ausgenützt werden, will man schöne gleichmässige Arbeit liefern. Ganz absolut gleichartige Töne erreicht man wie folgt: Je nach dem täglichen Bedarf bereitet man sich das doppelte oder mehrfache Quantum Goldbad, theilt dies in zwei Th eile, wovon jeder Theil für den täglichen Bedarf ausreicht, verstärkt jeden Theil für sich in oben angegebenem Ver-Dältniss und verwendet die beiden Bäder abwechselnd ein über den aüdern Tag.
- Das BetoucTiiren ist ganz wie beim Albuminpapier, ein Eiweiss-Zll?atz zu den Farben erleichtert das Festhalten der Farben bei dem ^Gsssatiniren.
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- Dritter Tlieil, Siebenundreissigstes Capitel.
- Zum Heisssatdniren macht man sich eine Lösung von: 20 bis 30 g gewöhnliche Kernseife, womöglich recht trockene und 10 bis 15 g Yenetianische Seife oder Glycerin sejfe, welche in heissem Wasser gelöst werden. Am besten schabt, man die Seife mit dem Messer ab, um schneller zu lösen und gibt nur soviel heisses Wasser hinzu als nötlrig ist. Die Seifenlösung schüttet man dann zu einem Liter Alkohol und filtrirt sieh vor dem Gebrauch etwas ab. Alan tränkt damit ein Baum-wollbäuschchen und bestreicht rasch die ganze Bildfläche, sobald der Alkohol verdunstet ist, kann heiss satinirt werden.
- Um Hochglanz zu erzielen, retouchirt man die Copie wenn nöthig so viel als thunlieb mit Bleistift und bringt das Bild in eine flache Schale mit gut filtrirtem Wasser, dem man l/a Alkohol zugibt; dieses Bad ist, immer wieder filtrirt zu gebrauchen.
- Eine vorher gut geputzte Spiegelpiaffe, weiche mit Fcderweiss abgerieben wurde, schiebt man dann unter das Bild, drückt dasselbe ein wenig an und bebt, das Bild mit dem Glase langsam heraus um alle Luftblasen zu vermeiden und stellt das Bild senkrecht zum Abtrocknen auf
- Hat man eine Anzahl behandelt, dann längt man an das .Erste mit einfachem Papier zu bekleben und lässt es freiwillig trocknen ohne Anwendung von Wärme, bis das Bild von selbst sich löst.
- III. Das Gerben von Eli 1 orsi 1 bei* - Gelafine- Bi 1 d ern.
- Nach Dr. Stolze (Phot, Wochenbl. 1889. S. 260) geschieht- das Gerben derartiger Bilder am besten mit Ohromalaunlösung. welcher jede saure Reaction durch Zusatz von Ammoniak benommen ist, da eine Säuregehalt des Gerbebades den Oopien beim Auftrocknen einen gelblichen Stich ertheilt.
- Man löst 1 Th. Chromalaun in 100 Th. Wasser auf und setzt so lange tropfenweise Ammoniak zu, als der entstehende Niederschlag beim Schaukeln wieder verschwindet. Bleibt, eine dauernde Trübung, so filfrin man die Flüssigkeit, Die fortig gewaschenen (Imrton) Bilder werden
- darin 3-..4 Minuten gebadet, und daun nochmals mit reichlichem Wasser
- abgespült. Sie können nun ganz wie AJbumi nbi Ider behandelt, feucht aufgezogen etc. werden. I)ic gegerbten Bilder widerstehen der Feuchtigkeit und dem Befassen mit dem Fingern viel besser und bewahren nach dem Gerben und Auf pietschen den Glanz gut. Man soll jedoch die gegerbten Bilder nicht erst, trocknen lassen, bevor man sie aufquetscht, sondern diese Arbeit sogleich nach dem letzten Auswascnen vornehmen, um einen möglichst Indien Glanz zu erzielen. Auch die Retouchen lassen sich auf einer gegerbten Schicht gut anbring’en.
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- Vierter Abschnitt.
- Fehler im Emulsions-Verfahren. Wiedergewinnung des Silbers aus den Rückständen.
- Anhang.
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- ACHTUNDDREISSIGSTES CAPITEL.
- FEHLER BEIM BROMSILBER- GELATINE-YERFAHREN.
- Beim Arbeiten mit Gelatine-Emulsion stosst man auf allerlei Schwierigkeiten, welche theils in der mangelhaften Darstellungsmethode, th.ei.ls in der unrichtigen Behandlung der Platten bei deren Präparation, Exposition, Entwickelung u. s. w. liegen. Bei der Bearbeitung der nachfolgenden Uebersicht, welche 1880 als erste vollständige Aufzählung der Fehler des Emu!sions-Verfahrens vom Verfasser publieirt wurde, ist auf diese beiden Hauptquellen der beim Gelatineverfahren auftretenden Fehler Rücksicht genommen, obsehon der Practiker, welcher meistens eine fertige Emulsion oder gar schon präparirte Platten kauft, nur mit der letztgenannten Kategorie zu thun hat.
- Die auftretenden Fehler und Schwierigkeiten sind, soweit es möglich war, nach der Reihenfolge der Operationen geordnet, welche man vom beginne des Ueberziehens der Glasplatte mit der Emulsion bis zum Eackiren des fertigen Negativs vornimmt. Eine strenge Gruppirung der Ldder nach den Hauptoperationen erschien nicht gut durchführbar, weil (he Behandlung der einzelnen Fälle zersplittert worden wäre.
- 1. Die Emulsion ist zu dünnflüssig, ist zu wasserreich und £ibt deshalb keine dichten Schichten. Eis wurde in diesem Falle entweder zu viel Wasser zugesetzt, oder das Waschwasser von der zerkleinerten Elmulsion nicht genügend abgetropft oder ausgedrückt. — Bringt, man zerkleinerte Emulsion, bevor sie völlig erstart ist, in das Waschwasser, so nimmt sie immer zu viel Wasser auf. — Abhilfe: ''Öliges Erstarren der Emulsion (wenn nöthig mit Eis) bevor man sie Verkleinert und wäscht; gutes Abpressen der Gelatinestüeke von Wasser; Hrminderung des Wassergehaltes bei der Darstellung der Elmulsion; ,llan kann auch etwas feste Gelatine zur geschmolzenen Elmulsion geben ^ Lbö, b). Legen der Gallerte in Alkohol (s. 8. 429).
- Uier, Handbuch der Photographie. II], Tlieil 4 Aull 28
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- Dritter Theil. Achtuuddreissigstes Capitel.
- 2. Die Emulsion wird in der Flasche von selbst flüssio-oder breiartig, so dass sie beim Umkehren der Flasche an den Wänden derselben herabfliesst. Diese Erscheinung (eine Folge der Fäulniss des Leimes) zeigt sich häufig, wenn die Emulsion im Sommer längere Zeit (z. B. eine oder mehrere Wochen) aufbewahrt wurde. Weniger leicht tritt die Fäulniss ein, wenn man der Emulsion ein Antisepticom (Salievl-säure, Garboisäure, Thymol) zusetzt, oder sie unter einer Alkoholsehicht aufbewahrt (s. S. 231). Dieser Fehler kommt auch dadurch) zum Ausdruck, dass der Ueberguss der Platten nicht erstarrt; er ist deshalb bei den ..Fehlern beim Präpariron der Platte“ (s. auch unter 3. und 8.) weiter behandelt. Eine gefaulte Gelatine-Emulsion arbeitet häufig schleierig und löst sieh von der Glasplatte nach dem Fixiren ab und ist zu verwerfen.
- 3. Die Emulsion entmischt sich und lässt einen Theil des Bromsilbers zu Boden fallen. Dieser Fehler kommt nur vor, wenn das Bromsilber grobkörnig war; z. B. wenn es mit wenig Gelatine bei hoher Temperatur digerirt war. Bildet sich das Sediment, weil das Bromsilber zu grobkörnig ist, so wird man in den fixirten Negativen ein grobes Korn bemerken (s. unten).
- 4. Die Emulsion färbt sich braun oder grauviolett. Wenn eine Emulsion durch längere Zeit von weissem Lichte getroffen war. wird sie grauviolett, Ohne Lichtzutritt färbt sich nur eine mit nennens-werthen Mengen von überschüssigem Silbernitrat hergestellte GeJathw-Eraulsien nach langem Aufbewahren oder beim Kochen; sie nimmt dann eine gelbbraune Farbe an und ist rettungslos verdorben.
- 5. Die Emulsion Giesst schlecht und unregelmässig über die Glasplatte. Die Ursache liegt in einem mangelhaften Vorputzen der Platte. Man reibt die Platte mit einem Lappen, welcher vorher mit verdünntem Wasserglas (1 : 200) befeuchtet ist oder mit Glaskraut-Absud (s. S. 202) ein. eventuell hilft mit dem Glasstabe oder dem Finger nach. Auf einem Unterguss von (Jollodion oder Chrom-Gelatine, fliesst jede Emulsion schlecht (s. S. 203).
- 6. Gussstreifon, Wellen, Wülste entstehen meistens, wenn die Glasplatten allzu kalt sind und die Emulsion nicht, genügend erwämt ist, ferner wenn die Emulsion zu wenig Wasser enthält oder ihr zu w Alaun zugesetzt worden war: in Folge dessen stockt sie während dts Giessens (besonders im Winter). Man wärme im Winter die Glasplatte11 vor; und erwärme die Eimilsionstlasche in heisserem Wasser oder ^el dünne die Emulsion mit Wasser. Die Wellen und Wülste pfie-el] meistens am fixirten Negativ nicht mehr bemerklich zu sein.
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- Fehler heim Bromsilber-Gelatine-Verfahren.
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- Putzstreifen rühren davon her, dass das zum Putzen der Glasplatten verwendete Wasserglas zu stark war, oder zu viel davon auf der platte belassen wurde.
- 7. Luftblasen sind leicht zu vermeiden, wenn man die fertige Emulsion vor dem Giessen nicht schüttelt und die überschüssige von der Platte abgegossene Gelatine-Emulsion in eine separate Flasche giesst, Sind in einer Emulsion durch Unachtsamkeit Luftblasen entstanden, so filtrire man sie durch Baumwolle (s. S. 242). Einzelne Blasen kann man mit dem Finger von der noch nicht erstarrten Platte wegtupfen.
- 8. Die Emulsion will auf der Platte nicht erstarren. Dieser Felder tritt im Sommer oft ein, namentlich in Laboratorien, in welchen eine 20 Grad G. übersteigende Temperatur herrscht, Die Ursachen liegen entweder:
- a) bloss in der zu hohen Lufttemperatur. Man muss dann die Platten auf eine horizontale kalte Metall- oder Steinplatte von höchstens 10 Grad C. legen, wo die Schicht in einigen Minuten vollständig erstarrt, und nun ohne Gefahr aufrecht getrocknet werden kann (s. S. 247).
- Oder die Ursache liegt in einer fehlerhaft dargestellten Gelatine-Emulsion, und zwar:
- b) an einem zu geringen Gelatinegehalt der Emulsion. Man setze iln etwas feste Gelatine (ungefähr 2 bis 3 g pro 100 ccm Emulsion) zu, welche man zuvor in Wasser aufquellen lässt und nach dem Abgiessen von allen überschüssigem Wasser schmilzt.
- c) Meistens aber liegt die Ursache des mangelhaften Erstarrens in der Zersetzung der in der Emulsion enthaltenen Gelatine. Diese Fehler Gammen noch von der Erzeugung der Emulsion her. Entweder vom andauernden Erhitzen bei hoher Temperatur (s. S. 27 und 28), oder vom übertrieben langen Digeriren mit grossen Mengen Ammoniak, oder von wnem mehr oder weniger vorgeschrittenen Fäulnissproeesse (s. S. 27), °der in Folge eines zu oft wiederholten Schmelzens oder Erstarren-Essens, was besonders dann schadet, wenn die Qualität der Gelatine schlecht war.
- In diesen Fällen tritt meistens auch die Erscheinung der Blasen-llnd Faltenbildung nach dem Fixiren auf. Es ist deshalb gerathener, flas Erstarren durch einen weiteren Zusatz von Gelatine und ausserdem Vun etwas Chromalaun (s. S. 64) zu beheben, weil dadurch beide Uebel ^gleich beseitigt werden.
- 9. Zonen und Binge, welche schon beim Betrachten der Schicht 1111 refleetirten Lichte bemerklich sind und im Negativ häufig störend a,1fheten. erscheinen beim ungleiehmässigen Trocknen der Platten. Sie
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- Dritter Theil. Aehtunddreissigstes Oapitel.
- treten beim allzu langsamen Trocknen der Platten, bei mangelhaftem Luftwechsel, selbst bei gewöhnlicher Temperatur auf und bilden sieh noch leichter, wenn man die * Gelatineplatten bei erhöhter Temperatur trocknet und dabei oftmals die Thür des Trockenkastens öffnet, wobei eine ungleich massige Trocknung, resp. Abkühlung erfolgt.
- 10. Mattglänzende Flecken. Sucht man das Trocknen der erstarrten Gelatineschichten durch Eintauchen in Alkohol zu beschleunigen, so treten mancherlei üebelstände auf. Manchmal weisen die Platten nach dem völligen Trocknen mattglänzende Flecken auf, welche auch im Negativ zum Vorschein kommen. Oft sind glänzende neben matten Flecken vorhanden, welche sich auch beim Entwickeln kennzeichnen. Auch wenn im Sommer Platten langsam erstarren und liori-
- Fig. 193. Fig. 194.
- Flecken durch Trocknen der Gelatineplatten mit Alkohol oder durch unregelmässiges Trocknen.
- zontal theilweise trocknen, bevor sie völlig erstarrt sind, entstehen ähnliche Flecken. Oft ändern alle diese Flecken auch die Form nacli Fig 193 und 194.
- 11. Die Platten werden schimmelig. Dies kommt nur beim Aufbewahren der Platten an feuchten Orten vor und auch in diesem Falle selten, wenn der Emulsion ein Antiseptieum zugesetzt worden war.
- 12. Die Platten nehmen den Entwickler nicht an. Diese' Uebelstand tritt in folgenden Fällen auf.
- a) Waren die Gelatineplatten lange Zeit an einem sehr trockene1' Orte aufbewahrt, so nehmen sie mitunter den Entwickler schwie'O und ungleichmässig an, was zu Flecken Veranlassung gibt. Gegen mittel: Vor dem Entwickeln längere Zeit in Wasser ein weichen: rasche Bewegen einer grossen Menge Entwickler über die Platte.
- b) Der Emulsion war zu viel Alaun oder Ühromala"" 211 gesetzt worden, so dass sie zu stark gegerbt erscheint. Durch
- von mehreren Tropfen Glycerin zur Emulsion lässt sich das Wu^1 Absorptionsvermögen meistens hinlänglich vermehren. Bei der Pu
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- Wickelung mit Pyrogallus ist es in diesem Falle von Vortheil, zuerst die verdünnte Ammoniak- oder Sodalösung durch längere Zeit einwirken zu lassen, wodurch die Schicht gelockert wird, und dann die Pyrogallus-lösung hinzuzufügen. Stark ledrige Platten lege man vor dem Entwickeln durch einige Minuten in warum«. Wasser von circa 30 Grad C.
- 13. Das Bild erscheint Schleiorig, und zwar zeigt der Schleier nach dem Fixiren ungefähr dieselbe Farbe wie das Negativ, d. h. die mit Eisenoxalat entwickelten Platten zeigen einen grauen, die mit Pyro entwickelten einen mehr oder weniger braunen Schleier. Vor allem muss festgestellt werden, ob der Schleier von einer Feberexposition, oder einem schlechten Entwickler, oder einer verdorbenen Emulsion herrührt, oder ob fremdes Licht zutrat. Man beobachte deshalb, ob die Kan der der Platte während der Entwickelung weiss bleiben oder nicht,
- a) Wird die ganze Platte schleiorig, mit Ausnahme der Bänder oder Ecken, so ist dies der sicherste Beweis, dass Ueberexposition stattgefunden hat, oder dass Licht während der Exposition in die Camera drang.
- b) "Wird aber die ganze Platte während des Entwickelns verschleiert, so kann der Schleier durch Zutritt von fremdem Lichte verursacht worden sein. Der lichtdichte Verschluss der Oassetten etc., sowie die Wald rother Glasscheiben in der Dunkelkammer muss zunächst besorgt sein; das Objectiv soll gut an das Brett angeschraubt sein. Hinter beide Fehlerquellen kommt man. wenn man eine Gelatine])!alte zur Hälfte sorgfältig bedeckt, dann durch 3 bis 5 Minuten gegen das rothe Fenster der Dunkelkammer exponirt und mit. einem frischen Entwickler behandelt, Fnter gänzlich normalen Umständen sollen beide Hälften klar bleiben; ivenn nicht, sind weitere Schlüsse leicht zu ziehen.
- e) Ferner tritt gleiehmüssiger Schleier auf, wenn das Brom-hlber schon während der Erzeugung der Emulsion partiell zersetzt, wurde. Nämlich: durch zu langes Digeriren bei zu hoher Tem-l'Watur (s. S. 41), durch Zusatz von zu viel Aetzammoniak (s. S. 44 u. 52), durch Anwendung alkalisch reagirender Bromide oder Gelatine bei einigen Methoden der Darstellung der Emulsion (s. S. 53), durch beginnendes Paulen der Gelatine (s. S. 28) oder es trat zu viel Lieht während des
- 1 eher;
- Hessens der Platten mit Emulsion zu.
- Die Gegenmittel wurden schon S. 55 u. 61 beschrieben. Es sei wieder-d'dt. dass man zunächst versuche dem Entwickler etwas Bromkalium äzusetzen (>. S. 112 u. 120) oder dass man die Entwickelung mit altem ickler beginne.
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- Dritter Theil. Achtunddreissigstes Capitel.
- Die Platten selbst verbessern zu wollen ist meistens ein undankbares Unternehmen, weil die schleierwidrigen Mittel (s. S. 55) oft die Empfindlichkeit schädigen oder,die Negative hart machen.
- Die schleierige Emulsion kann man durch Zusatz von Bromkalium oder (wenn dieses nicht genug wirkt) mit Bromwasser verbessern.
- Platten, bei denen der Schleier mehr auf der Rückseite liegt, wo wahrscheinlich das Bromsilber grobkörnig und verändert ist (s. S. 48) werden durch Behandlung mit Bromtinctur, Kaliumbiehromat etc. nicht vom Schleier befreit, sondern werden nur unempfindlicher.
- d) Ferner, wenn die mit Gelatine-Emulsion überzogenen Platten zu langsam trocknen. Dies tritt häufig ein, wenn die Platten zum Trocknen länger als 3 bis 6 Tage brauchen. In diesem Falle arbeitet häufig der äussere Theil der Schicht klar, während ein grosser runder Fleck im Innern (welcher am spätesten trocknete) stark schieiert.
- e) Ferner nach dem Trocknen bei zu hoher Temperatur. Werden die Platten im Trockenkasten überhitzt, so verschleiern sie sich meistens beim Entwickeln. (Weiteres s. S. 265.)
- f) Platten, die längere Zeit an feuchten Orten aufbewahrt waren, neigen zur Verschleierung und werden unempfindlicher. Auch unreine Atmosphäre (besonders Schwefelwasserstoff) ist schädlich.
- g) Durch das Einwickeln der Platten in unreines Papier, als: Druckpapier, manche Sorten von schwarzem oder farbigem Papier, ferner in Stanniol etc. treten theils Schleier, theils Flecken auf, welche von einer oberflächlichen Reduction des Bromsilbers herrühren. — Der Rand der Platten, welcher durch die Carton-Zwischenlago der Verpackung berührt wurde, kennzeichnet sieh meistens im Negativ.
- h) Durch Aufbewahren der Platten in Holz-Cassetten, welche aus frischem Fichtenholz hergestellt sind (s. S. 423 und 439).
- i) Orthochromatische Platten geben unter gewissen Umständen nach 8 bis 14 Tage langem Aufbewahren freiwillig Schleier. Es hängt dies von der Präparation ab (s. S. 339). Platten, welche durch Baden in ammoniakalischen Farbstofflösungen sensibilisirt wurden, sowie Ery throsinsilberplatten, geben leichter Schleier als solche, welche in der Emulsion selbst mit Erythrosin gefärbt sind (s. S. 338).
- 14) Randschleier. Unter Randschleier versteht man das Auftreten eines Schleiers, welcher von den Rändern der Glasplatte ausgeht und sieh immer weiter in das Innere der Platte erstreckt: anfangs iS der Randschleier nur einige Millimeter breit, erstreckt sich aber tu schlimmen Fällen mehrere Centimeter weit ins Innere und lässt unter Umständen sogar nur einen kleinen, inneren Theil als brauchbar übrig-
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- Fehler beim Bromsilber-Gelatine-Verfahren.
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- per Fehler kann ans verschiedenen Ursachen entstehen und ist nicht immer aufgeklärt,
- a) Der Bandschieier tritt leichter an den dünner gegossenen Platten-rändern, an welchen die Emulsion aufgetragen wird, auf, als an jenen Rändern, welche durch nachträgliches Zerschneiden aus dem Innern einer grossen, bereits mit Emulsion überzogenen Blatte entstehen. Man sucht den Grund in der meistens mangelhaft vorgenommen Peinigung der Plattenränder; jedoch scheint die Thatsache, dass an den Bändern die Emulsion dünner gegossen ist und dünne Schichten leichter der Schleierbildung zugänglich sind, eine Bolle zu spielen.
- b) Man kann aber auch sehr oft beobachten, dass die Platten sowohl an den natürlichen Bändern als auch an den Schnitträndern der fertigen Emulsionsplatte gleichmässig dem allmählich fortschreitende]! Randschleier unterworfen sind. Dann ist die Verpackung, oder atmosphärischer Einfluss am Bandschleier Schuld; man kann sich überzeugen, dass gewisse unreine schwarze Papiersorten einen Bandschleier rascher gehen als andere Sorten und es werden z. B. von Schleicher und Schüll ungefährliche schwarze Papiere erzeugt. Mitunter geht auch der Bandschleier von schlechtem, feuchtem Carton der Schachteln aus, oder von frischen Holzkästen aus harzigem Holz, lim den Bandschleier, welcher durch atmosphärische Einflüsse mitunter zu entstehen scheint, länger hintanzuhalten, verpacken manche Fabrikanten die Platten durch zwischengelegte Carton streifen (s. S. 271) oder in Stanniol.
- c) Ohne Zweifel ist auch die Qualität der Emulsion Schuld an der Entstehung des Bandschleiers. Saure Siedeemulsion neigt weniger zu diesem Fehler, als Silberoxydammoniak-Emulsion und auch bei dieser neigt eine mit viel Ammoniak oder bei hoher Temperatur hergestollte Emulsion leichter dazu, als eine weniger gereifte Emulsion. Als Gegenmittel sind zu empfohlen: Zusatz von Bromammonium zur "Emulsion (s. S. 237) oder von Bromwasser (s. S. 67) oder Brom-Alkohol (s. 68). 5ach Dr. Wilde (Eder's Jahrbuch f. Photographie für 1890) ist auch die Qualität der Gelatine von Einfluss auf den Bandsehleier; ferner sollen Emulsionen, welche verhiiltnissmässig arm an Gelatine sind, früher Band-sch leier geben als solche, welche gelatinereich sind.
- 15. Bother oder bräunlich-gelber Schleier beim Entwickeln mit Pyro tritt auf, wenn die Gelatine-Emulsion mit überschüssigem 3ilbernitrat hergestellt war, was übrigens bei den gegenwärtig in den Handel kommenden Emulsionen kaum mehr vorkommt.
- Am leichtesten bildet solche Emulsion Both- oder Gelbschleier, bei Welcher das Bromsilber mit wenig Gelatine und in Gegenwart von
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- Ammoniak erzeugt wurde. Saure Emulsionen oder solche, welche mit viel Gelatine erzeugt wurden, zeigen diesen Fehler selten. —- Jedoch spielt auch die Art der Entwickelung mit. Der Fehler kommt:
- a) Yon einer fehlerhaften Pyro-Ammoniak-Entwickelung. ])er Schleier bedeckt die Platten gieichmässig, wenn zu viel Ammoniak im Entwickler und wenn die Pyrogalluslösung zu stark war, ferner wenn allzu lange entwickelt wurde; durch Verminderung des Alkali und Vermehrung des Bromides im Entwickler wird dieser Fehler vermieden. Entwickler mit Soda bringt diesen Fehler fast nie mit sich.
- b) Bei der Benutzung alter, braun gewordener Pyrogalluslösung bekommen die Negative leicht einen ähnlichen Schleier.
- c) Wenn das zur Herstellung der Pyrogallo!-Lösung verwendete schwefligsaure Natron zersetzt war, d. h. durch längeres liegen in unverschlossenen Gebissen an der Luft sich oxydirtc und in schwofeisaures Natron überging. Man prüfe das fragliche Sulfit oder stelle eine neue Pyrolösung mit zweifellos frischem Sulfit (schwefligsaures Natron) an.
- Behandelt man derartige Negative nach dem Fixiren mit einem Gemisch von 3 Theilen Salzsäure und 100 Th ei len gesättigter wässeriger Alaunlösung, so verschwindet der Schleier sofort. Aehnlich wirken die anderen, S. 332, angegebenen Mittel.
- Hartnäckigen Gelbschleier entfernt man dadurch, das man die Platte in ein Bad von saurem schwefligsaurem Natron (4 bis 5 ccm), Salzsäure (2 bis 3 ccm) und gesättigte Alaun lösung (100 ccm) legt, oder die Platte in ein Bad von Kaliumbichromat und Salzsäure legt, wäscht und mit Eisenoxalat behandelt (s. S. 329).
- d) Ungleiehmässiger Both- oder Gelbschleier entsteht, wenn die Platte vom Entwickler nicht gieichmässig bedeckt wurde und die Luft ungieichmässig hinzutrat, (Gegenmittel wie im vorigen Fall).
- 16. Grüner Schleier mit Pyro-Entwickelung. Diese Art von Schleier scheint von gelöstem Bromsilber in der Emulsion herzurühren. Der Grünschleier kommt am leichtesten mit Pyro und Ammoniak, seltener mit dem Soda- oder Poltaschen-Entwickler, nie mit Eisenoxalat-Entwickler zum Vorschein. Ammoniakalische Bapid-Emulsionen, besonders solche, welche durch lange Digestion des Bromsilbers mit wenig Gelatine und viel Ammoniak hergestellt wurden. neigen am
- meisten dazu. Er entsteht häufig, wenn man den Pyro-Soda-Entwickle!
- mit altem (oxydirtem) Natriumsulfit herstellt, niemals aber mit frischem Natriumsulfit.
- Meistens ist dieser Schleier dadurch charakterisirt, dass er dichroitisch ist, nämlich die fixirten Negative erscheinen gewöhnlich bei reflectirtc-111
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- Liebte grün, und schwach röthlieh bei durchfallendem Lichte. Er lässt sieb durch Oyxdationsmittel entfernen, z. B. durch Wasserstoffsuperoxyd oder auch mit Alaun und Salzsäure (s. S. 332).
- Haddon hält den Griinselileier für eine gefärbte Silberverbindung-. Behandelt man solche Platten mit Chlor- oder Bromwasser, so verschwindet die Grünfärbung-, das Silber wird in Chlorsilber (resp. Bromsilber) umgewandelt und im Eixirnatron löst sich alles auf.1).
- Ein sehr sicheres Mittel dagegen ist das von Abney empfohlene. Die fixirten und gewaschenen Negative werden in einer Lösung von
- Eisen chlorid................1 Th eil
- Bromkalium...................1 „
- Wasser............. 20—50 Th eile
- gebadet. Der Grünschleier verseil windet, und das Bild geht in weisses ßromsilber über. Man wäscht gut und behandelt mit dem gewöhnlichen Eisenoxalat-Entwickler, welcher ein grauschwarzes Bild (ohne Grünschleier) redueirt.
- Nach Prof. Vogel wird jeder Grünschleier sicher entfernt, wenn man die fixirte und gewaschene Platte in eine verdünnte Jodlösung legt (1 g Jod, 4 g Jodkalium, 1000 ccm Wasser), bis der Grünschleier gelb erscheint, Dann legt man in Eixirnatron und wäscht.
- 17. Gelber oder rother Schleier beim Eisenoxalat-Ent-wi ekler.
- a) War der Eisenoxalat-Entwickler schlecht ausgewaschen, so färbt sich das Eixirnatron gelb und theilt diese Earbe dem Negativ mit, Desgleichen firbt sich das Negativ gelb, wenn die Eisenvitriollösung alt und nicht angesäuert war (Gegenmittel: einige Tropfen Schwefelsäure zur Eisenvitriollösung). Aehnliche Färbungen treten leicht auf, wenn man in dasselbe Fixirbad hintereinander mit Pyro und mit Eisen entwickelte Platten bringt. Die gelbe Farbe kann hinterher oft durch Anfressen von frischem Eixirnatron entfernt werden. Auch in diesem Palle Ulft oft ein verdünntes Salzsäurebad.
- b) .Rother Schleier mit Oxalat kann auftreten, wenn man demselben zu viel Hyposulfit als Beschleuniger zusetzt.; besonders bei Emulsionen, welche lang mit Ammoniak digerirt waren. Dieser Schleier tritt am stärksten in den Schatten, dagegen schwächer in den Bildstellen auf.
- 18. Grauer Schleier mit Hydrochinon-Entwickler kommt oft 'or bei Verwendung von ganz frischem Hydrochinon-Entwickler und Platten, welche nicht absolut sehleierlos arbeiten. Meistens erweist sieh ^er Schleier als unschädlicher Oberfächenschleier. welcher beim Fixiren
- D Phot. News. 1883. S, 7.
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- grösstentheils verschwindet. Gegenmittel: Verwendung von altem Entwickler, oder Zusatz von Essigsäure (s. S. 302).
- 19. Weisser milchiger Sc'hleier heim Entwickeln mit Eisenoxalat kann oft bemerkt werden. Es ist dies jener Schleier, den Verfasser als „Kalksehl ei eru bezeichnet^ ’) und welcher dann auftritt, wenn die Platten vor und nach dem Behandeln mit dem Eisenoxalat-Entwickler mit hartem, viele Kalksalze enthaltendem Brunnenwasser gewaschen werden. Es schlägt sich unlöslicher, weisser oxalsaurer Kalk nieder. Der weisse Schleier ist nicht schädlich, da er beim Copiren das Lieht vollständig durchlässt und überdies beim späteren Lackiren völlig verschwindet. Er kann auch durch ganz verdünnte Salzsäure entfernt werden. Beim Pyro-gallus-Entwickler tritt dieser Schleier nur sehr selten auf.
- 20. Die Platte bedeckt sich während des Entwickelns mit einem sandigen gelben Pulver. Dies kommt beim Eisenoxalat-Entwickler vor, wenn er in unrichtigem Verhältniss gemischt wird. Wird nämlich beim Mischen von Eisenvitriol- mit Kaliumoxalatlösung kein genügender Uebersehuss der letzteren zugesetzt, so scheidet sich pulveriges oxalsaures Eisenoxydul ab. Elinfaches Gegenmittel: Vermehrung der Kaliumoxalat-Lösung. Den in der Tasse befindlichen Entwickler giesst man weg und ersetzt ihn durch einen frischen, besser zusammengesetzten. Mitunter wird irrfhümlieh statt des neutralen oxalsauren Kali das saure Salz (Kleesalz) genommen; in diesem FVdle erfolgt die Ausscheidung des gelben Niederschlages in grossen Massen. Hatte man die Lösung des neutralen Oxalates mit zu viel Säure an gesäuert, so tritt derselbe Uebelstand auf (s. S. 110).
- 21. Weisse oder transparente Pünktchen oder Flecken, welche auf dem Negativ zum Th eil schon während der Entwickelung.
- insbesondere aber nach dem Fixiren in der Durchsicht bemerkbar werden, könn en verschi edene U rsach en h aber. Sie unterscheiden sicli auch bei genauerer Betrachtung.
- a) Die Flecken sind verschieden gross, im Durchschnitt von dei Grösse eines Stecknadelknoples und haben ein dunkles Centrum. GfP
- Fig. 195. Transparente Flecken. . , ATittt'
- mals haben sie dann m der im“ einen schwarzen Punkt (z. B. einige Flecken in Fig. 195) und sind dann auf schlechte Gläser zurüekzufübren; z. B. haben Spiegelgläser nicbf
- 2) Phot. Corresp. 1879. S. 231.
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- selten Poren (Löcher), welche mit Polirroth (Bonge) erfüllt sind. Dagelbst entsteht ein schwarzer Punkt, um welchen sich ringsum ein halber greis bildet. Namentlich alte Glasplatten zeigen diesen Fehler. Gegenmittel: Baden der Platten in Salzsäure, oder besser, man benutzt neue Solingläser.
- Oftmals aber sind Fasern in der Mitte der hellen Flecken sichtbar (z. B. einige Flecken in Fig. 195), welche hei der Präparation auf die noch nicht erstarrte Schicht fielen; ist die Emulsion dünn und erstarrt schlecht, so prägt sich dieser Fehler stärker aus, als wenn sie rasch erstarrt (Legen der Platte auf Eis, 'Fermehrung der Gelatine in der Emulsion, Beobachtung von Reinlichkeit).
- b) Die weissen Flecken sind ohne dunkles Ocntrum, sehen aber sonst wie die vorigen aus, Dies ist ein Felder der Emulsion, welcher schwierig zu corrigiren ist. Er zeigt sich am leichtesten bei Emulsionen, welche vor dem'Waschen nicht gehörig erstarrt waren und deshalb viel Wasser aufnehmen und weich werden; ferner geben manche Sorten von Gelatine den Fehler in stärkerem (trade als andere. Die weissen Flecken finden sich schon auf der erstarrten Platte (vor dem Trocknen) vor. Man kann den Felder vermindern oder zum Verschwinden bringen, wenn man auf 100 g geschmolzene Emulsion 3 g Gelatine und eventuell etwas Chromalaun zusetzt, tüchtig schüttelt und durch Leder filtrirt, Legen der zerkleinerten Emulsion durch zwei Wochen in Alkohol hilft mitunter, in anderen Fällen aber werden die Flecken bloss kleiner. Je mehr sich weissfleckige Emulsion durch Aller der Zersetzung nähert, desto grösser und zahlreicher werden die weissen Flecken.
- e) Kleine transparente Nadelstiche. Dieselben sind sehr klein und °fi über die ganze Platte verbreitet. Die Nadelstiche sind nicht zu verwechseln mit dem weissen grösseren Flecke sub b. Sie verschwinden häufig, wenn man die Emulsion vor dem Giessen ziemlich stark erwärmt (auf 50 bis 60 Grad C.) und dann die Emulsion bei gelinder Wärme 1 Stunde lang ruhig stehen lässt; giesst man die Emulsion vorsichtig ah, so findet man oft am Boden einen körnigen Bodensatz und die Emulsion arbeitet rein.
- Die Nadelstiche verschwinden ferner häufig, wenn man die geraschene zerkleinerte Emulsion in Alkohol legt (s. S. 229): ferner wenn man die gewaschene Emulsion schmilzt, erstarren lässt und mit alko-
- Fig. 196
- Nadelstiche in der Gelatine-Emulsion,
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- holischer Carbolsäure-Lösung bedeckt einige Wochen im Eiskasten steilen lässt. Audi längeres Stehen der gewaschenen zerkleinerten Emulsion bringt die Nadelstiche zum Verschwinden.
- Tritt dieser Fehler in einer Fabrik auf, so ist es am besten, eine andere Nummer von Gelatine zu nehmen oder die Sorte ganz zu wechseln und neue Kmulsionen zu machen, da die Hestaurirung solcher fehlerhafter Emulsionen zu zeitraubend und unsicher ist.
- d) Weisse, meistens scharf begrenzte Funkte oder runde Flecken, welche schon während des Entwickeln^ sichtbar sind und sich glasblank ausfixiren, rühren von Luftblasen her, welche während des Entwiekelns an der Platte hafteten und den Zutritt des Entwicklers hemmten. Die Luftblasen lassen sich, durch ausgiebiges Bewegen der Tasse oder Betupfen mit dem Finger während des Entwiekelns beseitigen.
- Fig. 197. Luftblasen in der Schicht. Fig. 198. Schwarze Flecken in der Schicht.
- Luftblasen in der Emulsionssehiehl selbst verathen sieb meistens dadurch, dass im transparenten• weissen Fleck ein Kreis (von der em-gesehlossenen Luft hemihrend) sichtbar wird (Fig, 197). Kleine Luftblasen im Innern der Schicht können mit .Nadelstichen suh c. verwechselt werden. Der Fehler verschwindet immer, wenn man sieli
- hütet, die fertige Emulsion zu schütteln, wenn man sie gut liitrirl odei die fehlerhafte Emulsion schmelzt, bei Seite stell! und erstarren lasst
- und erst nach mehreren Tagen verarbeitet.
- 22. Bunde matte Funkte, welche auf der Platte beim Ansehen schon vor dem. Entwickeln sichtbar sind, meistens kleine Grübchen bilden, und in dem entwickelten und fixirten Negativ als dunklen Stellen erscheinen (Fig. 186), kommen leider nicht selten vor.
- In den meisten Fällen sind sie das Resultat eines unrichtig111 Mischungsverhältnisses von Bromsilber, Gelatine und Wasser, de nie^ Gelatine im Verhältniss zum Bromsilber, desto seltener treten sie aut-dagegen erscheinen sie leichter, wenn die Emulsion sehr wasserreich fe
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- Treten diese Punkte auf, so sind sie leicht wegzubringen. Am besten ist es, zur Emulsion frische Gelatine (s. S. 435) zuzusetzen. Fügt man ausserdem noch etwas Chromalaun zu (s. S. 64 und 236), damit das Erstarren rasch erfolgt und legt man ferner die übergossenen Platten auf eine kalte Platte oder einen Eiskasten, so wird man Herr dieses XJebelstandes.
- 23. Schwarze Flecken, von Fingerabdrücken herrührend, entstehen, wenn man die Platten vor oder während der Entwickelung mit Händen anfasst, an welchen noch geringe Mengen Fixirnatron haften. Namentlich im Eisenentwickler treten sie stark hervor.
- 24. Schlieren, unregelmässige, wölken artige Gebilde oder Streifen (Fig. 199 und 200) sind eine Geissei für den Emulsions-Erzeuger. Sie können aus verschiedenen Ursachen auftreten. Wenn man mit einem kalten Glasstabe oder einem Pinsel, welcher mit halberstarrter Emulsion getränkt ist, die Emulsion auf den Platten ausbreitet (weniger leicht
- Fig. 199. Fig. 200.
- Schlieren in der Emulsion.
- beim Giessen in freier Hand); ferner, wenn Emulsionsreste schlecht gemischt und aufgetragen werden.
- Fast immer aber ist ein schlechtes Mi sehnngsverhiiltniss von Bromsilber, Gelatine und Wasser schuld daran, wenn der Fehler auch bei f-orrectem Aufträgen der Emulsion ein tritt. Enthält eine Emulsion gleiche Theile Bromsilber und Gelatine und wenig Wasser, so treten Schlieren fast immer auf; bei dem 1V2 fachen Gewicht Gelatine und einem genügenden Wasserquantum tritt der Fehler fast nie auf. namentlich, wenn man den harten Leim mit etwas weichem mischt.
- Sie entstehen leichter bei Verwendung von rasch erstarrender, harter Gelatine; weniger leicht bei weicher. Manche Methoden, welche grob-köriiiw's Bromsilber geben (z. B. die mit Silberoxyd - Ammoniak). neigen mehr, andere weniger (z. B. die Siede-Methode) dazu.
- Erstarrt eine zu dicke Emulsion, während man die Platte beim Messen noch bewegt, so entstellen gleichfalls Wolken, ln diesem Falle W’dünne man die Emulsion mit Wasser.
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- 25. Bienenzellenartige Structur oder landkartenartige, wolkige Zeichnungen und moosartige Flecken treten mitunter auf und können verschiedene Ursachen haben:
- a) Landkartenartige, wolkige Zeichnungen [eine Art Dendriten (Fig. 201)|, welche matt auf der stärker glänzenden Fläche (vor
- Fig 201. Dendriten auf Gelatineplatten. Fig. 202. Bienenzellenartige Flecken.
- dem Entwickeln) sichtbar sind. — Sie rühren von ausgeschiedenen Salzen in Folge schlechten Waschen« der Emulsion her. Erscheinen sie nach dem Fixiren, so ist schlechtes Auswaschen des Fixirnatrons schuld.
- b) .Bienenzellenartige Structur, welche auf der Platte schon vor dem Entwickeln sichtbar ist (von der Form Fig. 194 oder auch von Fig. 202), rührt davon her, dass die Emulsion zu viel Alkohol enthält (s. S. 72). Sie ist entweder die Folge eines zu reichlichen Zusatzes von Alkohol oder von langem Aufbewahren der Ballerte unter demselben
- (s. S. 231).
- e) Flecken von der in Fig. 203 abgebildeten Form treten dann aut. wenn zwischen dem Quecksilberchlorid- Rad und dem darauffolgenden
- Fig. 203. Flecken in Folge schlechter Verstärkung.
- Behandeln mit Ammoniak oder Cyanquecksilber-Eösung nicht genügend gewaschen wurde.
- d) Auswitterung von weissen Sternchen und A es toben aus der fixirton Platte beim Trocknen ist die Folge von mangelhahe111 Auswaschen von Fixirnalron. Oft haben diese Auswitterungen die F"inl von Fig. 204, in andern Fällen von Fig. 201.
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- e) Flecken von Fig. 202 oder 203 können auch entstehen, wenn man die Platten, welche aus dem Hydrochinon-, Eikonogen-, oder auch Pyro-Soda-Entwickler kommen, schlecht abspült und dann in ein Alaunbad vor dem Fixiren legt, um die Schicht zu härten oder zu klären. Es scheidet das in der Schicht enthaltene kohlensaure Kali oder Natron mit dem Alaun einen schleimig-flockigen Niederschlag von Aluminium-livdroxyd ab, welcher sieh an die Plattenoberfläche unregelmässig ansetzt, das Fixiren stellenweise erschwert und dadurch häutig auch nach dem vollständigen Fixiren bleibende Marken erzeugt, welche auch als schwaches Belief sichtbar sind. Gegenmilfel: Abspülen der Platte nach dem Entwickeln oder Abreiben des Sehlammniederschlages während des Fixirens oder Weglassen des Alaunbades.
- 26. Unregelmässige zackige Linien und scharf begrenzte Flecken treten auf, wenn zu wenig Entwickler in der Tasse ist und derselbe nicht in kurzer Zeit die ganze Fläche überfluthet. Benetzt man die Platten zuvor mit Wasser, so langt man auch mit wenig Entwickler aus.
- 27. Das Bild erscheint flau. Diese Erscheinung ist gewöhnlich die Folge von Ueberexposition. Foreirt man die Entwickelung durch Vermehrung des Ammoniaks oder setzt man die Menge des Bromkaliums im Entwickler zu sehr herab, so erscheint das Bild äusserst rasch, wird aber niemals kräftig und kontrastreich, sondern flau. Bestes Gegenmittel: Vermehrung des Bromkaliums im Entwickler oder Beginnen der Entwickelung mit altem Hervorrufer (s. S. 290 und 295), hochempfindliche Bromsilber-Emulsionen neigen (jedoch nur bei unpassender Entwickelung) mehr zur Flauheit, als unempfindliche.
- Leberexponirte flaue Negative lassen sich in folgender Weise sehr verbessern. Man schwäche sie mit rofhem Blutlaugensalz und Fixir-flatron (s. S. 326) bis zur Beseitigung des Schleiers ab und verstärke sie. "der: Die fixirten Negative werden gewaschen, mit einer Lösung von Quecksilberchlorid (s. S. 326) gebadet, wieder gewaschen und dann in äusserst verdünnte Cyankaliumlösung gelegt. Alan bewache das Bild sorgfältig und lege es, noch ehe die Schatten genügend klar sind, aus dem Bade 'n eine Schale mit reinem Wasser, in der die noch in der Schicht betulichen Reste des Cyankaliums die Aufklärung der Tiefen vollenden, findet man dann, dass es dem Bilde noch an Kraft mangelt, was Meistens nicht der Fall sein wird, so verstärke man nochmals in ge-Nlinlieher Weise1) (mit Quecksilberchlorid).
- Ein anderes Mittel wurde S. 329 angegeben.
- 1) Stolze, Phot. Woehenbl. 1882. S. 6.
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- 28. D as Bild erscheint harmonisch, aber zu dünn. Dieser Fehler ist meistens
- a) die Folge einer zu kurzen Einwirkung des Entwicklers oder eines zu schwachen Entwicklers. Längere Entwickelung oder Vermehrung der Concentration desselben (beziehungsweise des Alkali im Pyro-Entwickler) hilft immer ab, auch wenn die Emulsion fehlerhaft war. Enthält die Gelatine-Emulsion Jodsilber (s. S. 76) oder war sie bei hoher Temperatur oder bei Gegenwart von wenig Gelatine gereift (s. S. 42). so tritt diese Erscheinung häufiger auf. Gegenmittel: Modifieation des Entwicklers (s. S. Cap. XXV) oder Vermischen der Emulsion mit kurz digorirter Silberoxydammoniak-Emulsion.
- b) In hohem Grade und unverbesserlich erscheint der Fehler, wenn die Emulsion auf die Platten zu dünn aufgegossen war, so dass die Schicht nicht undurchsichtig ist,
- c) In geringem Masse tritt der Fehler auf, wenn die, Emulsion viel Gelatine und wenig Bromsilber enthält,
- 29. Das Bild ist hart, glasig, eventuell fehlen die tiefen Schatten. Diese Erscheinung tritt auf
- a) bei zu kurzer Exposition und mangelhafter Correetur des Entwicklers für die Unterexposition. Bei der Entwickelung mit Pyrogalhis muss man dann den Aetzkalizusatz steigern und mit Wasser verdünnen. Bei der Entwickelung mit Eisenoxalat ist der Fehler schwerer zu verbessern. Am besten ist es, das Bromkalium wegzulassen oder etwas unterschwefligsaures Natron (1 : 200) dem Eisenentwickler zuzusetzen (s. S. 200). Man belichte lieber etwas zu lang, als zu kurz.
- b) Sehr oft wird dem Entwickler (in dem Bestreben, ja gewiss keinen Schleier zu erhalten) zu viel Bromkalium zugesetzt, Es wollen dann die Details in den Schatten nicht erscheinen und der Entwickler arbeitet hart, Man giesse den .'Entwickler ab und einen frischen mit wenig oder keinem Bromkalium auf.
- c) Der Grund kann auch in der Emulsion selbst liegen: Sie war vielleicht schlecht ausgewaschen und enthält noch viel lösliches Bromid (kommt nicht selten vor, s. S. 61 und 226), oder sie war nicht genügend digerirt und enthält die unempfindliche Modifieation des Broin-silbers. Solche Emulsionen brauchen kräftige alkalische Entwickler und sind für die Eisenoxalat-Entwickelung weniger geeignet,
- 30. Das Negativ ist detaillirt, aber allzu kräftig und dicht. Dies kann leicht verkommen. wenn der Entwickler zu lange Zeit ein wirkte.
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- Man entwickle die Platten kürzer. Beim Pyro -Entwickler kann zu o-rosse Dichte auch wm einem zu grossen Pyro - Zusatz stammen; man vermindere die Pyrogallussäure oder verdünne den ganzen Entwickler (s. S. 295 und 300).
- Eisenoxalat arbeitet weniger kräftig, wenn man. Wasser zusetzt oder das Bromkalium vermindert oder einen Zusatz von unterschwefligsaurem Patron macht (s. S. 290).
- Ueber Absehwächen zu kräftiger Negative (s. S. 43, 143, 161 und 212).
- Ueber Verbesserung der Emulsion (s. S. 236).
- Zusatz von Jodsilber bewirkt grössere Dünnheit; am besten ist es, die Emulsion mit dünn arbeitender Henderson-Emulsion (s. S. 220) oder jodsilberreicher Silberoxydammoniak-Emulsion (s. S. 77) abzumischen.
- 31. Die Negative zeigen ein grobes Korn, welches schon mit freiem Auge, sowohl vor als nach dem Fixiren, sichtbar ist. Der Grund liegt meistens in zu langer Erwärmung der Emulsion beim Keifen oder in der Anwendung zu coneentrirter Silbernitratlösungen bei der Dar-stellunn der Emulsion, zu langer Digestion in der Hitze, in der Anwendung von zu viel Aetzammoniak, oder im Zusatz von zu wenig Gelatine bei Darstellung der Emulsion, wodurch das Bromsilber grobkörnig wird. Desgleichen wird die Emulsion gröber, wenn man den heim Kochen abgesetzten Bodensatz aufschüttelt und in der Emulsion vertheilt (s. S. 216). Eine solche Emulsion ist nicht mehr zu corrigiren.
- 32. Die hellen Lichter der Negative sind mit einem Lieht-hof umgeben. Dieser Fehler stammt (abgesehen von einer fehlerhaften Linsenconstruction des Objectives) hauptsächlich von Kefiexen, welche das durch die Emulsionsschicht dringende Licht von der Glasplatte (hauptsächlich der Küekseite derselben) erleidet. Die Liehthöfe treten deshalb bei dünnen Emulsionsschiehten bei weitem am stärksten auf. Stark undurchsichtige Emulsionen zeigen diesen Fehler selten; oft aber transparente (z. B. mit viel Ammoniak hochempfindlich gemachte Emulsionen). Am besten hat sich aber ein Zusatz von etwas Jodsilber (z. B. 0 Procent) zur Bromsilber-Emulsion bewährt; es wirkt nämlich die gelbe unaetinisehe Farbe des ersteren günstig und verhindert das Entstehen der Lichthöfe. Ueber Verminderung der Liehthöfe durch Hinterkleiden der Platte s. Bd. 2, S. 58.
- 33. Das Negativ kehrt sich während der Entwickelung um Und wird zum Positiv. Diese Erscheinung, die sogenannte Solari-Sation (s. S. 88), tritt meistens durch starke Ueberexposition auf. Häufig solarisiren bei Landschaften nur der Himmel oder grell beleuchtete Ob-
- ®der, Handbuch der Photographie. III. Theil. 4. Aufl. 29
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- jede. Natürlich muss man bei weiteren Aufnahmen kürzer exponiren Nicht selten lassen sich notorisch überexponirte Platten, welche bei normaler Entwickelung starke Sölarisationserscheinungen zeigen würden, retten, wenn man sie mit einem sehr schwachen Entwickler hervorruft und den Entwickler nur kurze Zeit einwirken lässt. Z. B. lassen sieh mit dem Soda-Entwickler mit viel Bromkaliumzusatz (s. S. 295) stark überexponirte Platten retten, welche mit dem gewöhnlichen Oxalat-Entwickler verloren gehen würden.
- Oefters solarisiren Emulsionsplatten auch nach verhältnissmässd kurzer Exposition. Diese Erscheinung ist darauf zurückzuführen, dass auf die Platten schon vor der Exposition zerstreutes actinisches Licht gefallen ist.
- Wird zu einem Eisenoxalat-Entwickler übermässig viel unterschwellig-saures Natron gegeben, so tritt gleichfalls Umkehrung ein. Putzen der Glasplatten mit einem Lappen, welcher mit Fixirnatron verunreinigt war. ist schädlich.
- -lodbromsiiber-Platten neigen weniger zur Polarisation, als reine Bromsilber - PI atten.
- 34. Ablösen der Schicht vom Glase, Entstehung von Blasen und Kräuseln, Hinaustreten der Gelatineschicht über den Band der Glasplatte, Faltenbildung, Verziehen und Verzerren des negativen Bildes. Dieser Fehler trat früher häufig auf, kommt gegenwärtig, dank der Herstellung der Specialsorten von harter Gelatine, selten vor. Er hat seinen Grund
- a) in der Emulsion selbst und zwar in der Anwendung einer zu weichen Gelatine, die keine feste Gallerte gibt und zu viel Wasser aufsaugt; bei der Benutzung von harten Gelatinen tritt dieser Fehler me auf. Ferner zeigt sich diese Erscheinung nach zu langer Digestion m der Wärme, bei beginnendem Faulen und tritt im Sommer häufiger aui als im Winter. Man merkt es einer noch vollkommen festen Bromsilber-Gallerte oft gar nicht an, dass sie schon in Zersetzung begriffen ist mul wird es erst gewahr, wenn die Schicht nach dem Fixiren vom Glase abschwimmt (vergl. S. 311). Auch durch ungleichmässiges Trocknen cmei in Zersetzung begriffenen Bromsilber-Gelatine wird dieser Fehler ^e1' ursacht, Um jene Stellen, die sehr spät trockneten, entstehen zuemt Falten (s. S. 265).
- Die Bildung der Blasen und Kräuseln erfolgt meistens erst beim Abwaschen des Fixirers, wenn auch die früheren Operationen £allZ ordnungsmässig waren. Nur sehr stark zersetzte Gelatine löst su schon während des Entwickelns ab.
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- Alle auf Glas getrockneten Gelatinesorten dehnen sich mehr oder weniger aus, wenn sie vom Glase abgelöst und in Wasser oder Auflösungen von Ammoniak, Kali- oder Natronsalzen gelegt werden. Weiche Gelatine dehnt sich am meisten aus; in kohlensaurem Kali dehnen sie sich weniger als in kohlen saurem. Natron aus (Abney).
- Seltener liegt die Schuld des Kräuselns
- b) im Entwickler selbst. Besonders wenn der Entwickler zu viel Soda oder Pottasche enthielt (also beim Pyrogallus-Entwickler) kann man ihn beobachten.
- c) Wenn der Fixirer oder das Waschwasser zu warm sind.
- d) Durch die Anwendung eitles sehr coneentrirten Fixirnatronbades wird häufig die Blasen- und Kräuselbildung hervorgerufen.
- Platten, deren Schicht sich vom Glase ablöst, sollen niemals in den Handel gesetzt werden; der Photograph, welcher sich seine Platten selbst bereitet, thut besser, er beseitigt sie, sobald er diesen Fehler an ihnen bemerkt. Dagegen lässt eine solche Emulsion, bevor man sie auf die Platten giesst, sich durch Zusatz von 2 bis 3 g Gelatine pro 100 ccm Emulsion nebst Ghromalaun (S. 236) verbessern.
- Es sind Gegenmittel gegen das Ablösen ferner bekannt, und zwar:
- Yorpräpariren der Glasplatten mit, Ghromalaun-Gelatine (s. S. 201).
- Es ist dies daS ladicalste Gegen- mg. 205. Runzeln in der Schicht.
- mittel und wird von Fabrikanten,
- welche mit Giessmaschinen arbeiten, stets verwendet (s. S. 203 und 248).
- Fertige Platten, welche diese Fehler zeigen, tixirt man im gemischten .Alaun- und Fixirbade (s. 8. 311), oder schaltet nach dem Entwickeln ein Tanninbad, bestehend aus
- Tannin........................... 2 Theile
- Natriumsulfit................... 10 „
- Wasser.......................... 500 „
- Salzsäure......................... 5 ,,
- ein, worein man die vom Entwickler abgespülten Platten legt, und hierauf nach neuerlichem Abspülen in den Fixirer bringt. Ein Alaunbad zwischen Entwickeln und Fixiren ist weniger wirksam. (E. Vogel, ^ot. Mitth. Bd. 26, S. 96.)
- Zeigt sich der Fehler des Ablösens nur in geringem Grade, so bildet die Schicht nur am Bande Blasen und es lösen sich in der Folge
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- grössere Flächen ab. In solchen Fällen hilft das Bestreichen der Ränder mit Kautschuklösung oder Negativlack.
- Durch ein Alkoholbad werden ganz grosse Blasen und Falten zum Zurückgehen gebracht, jedoch entstehen durch zu rasches Zusammenziehen der Blasen kleine Falten, welche sich als dunkle Linien mar-kiren (Fig. 204) Sollen dadurch keine Flecken verursacht werden, so muss man darauf sehen, dass die Schicht wenigstens oberflächlich von Salzen, die in Alkohol unlöslich sind (z. B.: Fixirnatron, Eisenoxalat), ausgewaschen ist.
- Ist die Neigung der Schicht zum Ablösen sehr gross, so helfen alle vorhin erwähnten Bäder nur wenig. Als radicales Mittel ist das von Ab ne y1) zuerst emplohlene Ueberzieben mit Roheollodion zu nennen.
- Unmittelbar vor dem Entwickeln übergiesst man die Platte mit etwa 1 proc. Roh-eollodion und wäscht die erstarrte Schicht so lange mit Wasser, bis die Fettstreifen verschwunden sind (die Schicht darf nicht eintrocknen, weil sonst der Entwickler nicht mehr einwirkt). Unter der Collodionsehicht gehen alle Operationen, wie Entwickeln, Fixiren, Waschen, ohne Schwierigkeit und Gefahr vor sich. Wird die Schicht gegen die Schlusswaschungen etwas faltig, su legt sie sich nach dem Trocknen wieder glatt. Die Collodionhaut bildet dann einen glänzenden Firniss. Sollen coilodionirte Platten verstärkt werden, so muss zuvor die Schicht mit Alkoholäther aufgeweicht und gewaschen werden.
- Diese Methode, welche von Lorent2) u. A. erprobt wurde, kann Verfasser aus eigener Erfahrung empfehlen.
- 35. Das Negativ fixirt sich sehr schwer und langsam oder unregelmässig aus.
- Der Grund liegt meistens in zu schwachem oder zn kaltem Fixir-bade (s. S. 310), kann aber auch in der molecularen Struetur des Bromsilbers liegen. War letzteres z. B. mit Silberox}rd-Ammoniak bei hoher Temperatur und mit viel Jodsilber hergestellt (s. S. 310) oder in con-centrirtem Zustande mit wenig Gelatine emulsificirt, so fixirt es langsamer, als wenn es mit reichlichem Gelatinegehalte ein massig empfind" liebes feinzertheiltes Bromsilber erzeugt. Emulsionen mit 10 Proceifl Jodsilber oder darüber fixiren langsam.
- Auch Zusatz von allzuviel Chromalaun in der Emulsion kann die Schuld sein.
- Ueber einen Fehler in Folge schlechter Anwendung des Alaun' bades (s. S. 446).
- 1) Phot. News. 1880. S. 328. Phot. Corresp. 1880. S. 184. Abney’s Photo-graphy with Emulsions. 1882. S. 226.
- 2) Phot. Corresp. 1880. S. 184.
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- Fehler heim Bromsilber-Gelatine-Verfahren.
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- 36. Fehler während des Verstärkens mit Queeksilber-salzen. Bei allen derartigen Methoden, mit Ausnahme der Edwards-stden (s. S. 321), sind die Ursachen von Fehlern
- a) anhaftende Spuren von unterschwefligsaurem Natron, weil die Quecksilbersalze sich dadurch bräunen (Ausscheidung von Schwefelquecksilber) und die Platte stark verschleiern. Gegenmittel: Genügend langes Liegen im Fixirnatron (s. S. 308), völliges Entfernen des Fixir-natrons durch Waschen vor und nach dem Behandeln mit der Quecksilberlösung (s. S. 317 und 318). Fleckige Negative sind schwer zu restauriren. Nach Kuntzmüller gelingt es am besten mit der Chlorgoldlösung (Privatmittheilung).
- b) Graue Schleier entstehen meistens nur, wenn schon das Negativ nach dem Entwickeln schleierig war.
- c) üeber Flecken von der in Fig. 203 auf Seite 446 abgebildeten Form s. S. 446.
- 37. Nachdunkeln der fixirten Platten während des öfteren Copirens ist fast immer einem Fehler
- a) beim Verstärken zususchreiben. Manche Verstärkungsmethoden zeigen den Fehler principielL z. B. die Methode mit Quecksilberjodid (s. S. 320). Andere, z. B. die Silberverstärkung, nur dann, wenn man unterliess, die verstärkte Platte nochmals in das Fixirbad zu tauchen (s. S. 322). Man kann versuchen, die Platten abzulackiren und aufzuhellen mit Cyankalium (s. S. 328 und 336).
- b) Einen gelbbraunen Ton nehmen die Gelatineplatten an, wenn sie unlackirt zum Copiren verwendet werden, weil sich das Silbernitrat des Albuminpapieres in die Gelatineschicht zieht und sich daselbst allmählich bräunt.
- Silberflecken von unlackirten Platten sind schwer ohne Nachtheil für das Negativ zu entfernen. Man versuche zunächst Baden der mit Wasser gut befeuchteten Negative in einer Jodkaliumlösung oder in einer Oyankaliumlösung oder zuerst mit einer Lösung von Jod in Jodkalium, dann Cyankalium.
- Auch Negative, welche statt mit Lack nur mit einer Collodion-schicht geschützt sind, bekommen nicht selten Silberflecke. Letztere sitzen in diesem Falle in der Collodionsehicht und können mittels Aether-alkohol abgewaschen werden; man lackire dann mit Negativlack.
- 38. Die Platten erscheinen nach dem Lackiren milchig, fliese Erscheinung zeigt sich, wenn man die Gelatineplatten vor dem
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- Dritter Theil. Auhtunddreissigstes Capitel.
- Lackiren nicht gehörig trocknen oder schlecht gewaschen liess. Man entferne den Lack (s. S. 336) wasche und lackire neuerdings.
- 39. Ausbleiclien der laekirten Platten rührt von einer nicht lichtbeständigen Verstärkung her. Dieser Veränderung sind z. B. die mit Edwards Verstärker behandelten Negative mehr oder weniger unterworfen (s. S. 321).
- Man lackire die Negative ab und verstärke neuerdings, wozu sieh die auf S. 318 angegebenen Methoden eignen.
- 40) Die laekirten Platten bekommen Blasen und netzartige Erhebungen, wenn Wasser oder Feuchtigkeit dazu trat, Gegenmittel: Ablackiren (s. S. 336) und neuerliches Firnissen.
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- NEUNUNDDREISSIGSTES CAPITEL.
- ANHAN G.
- 1. Heber die Zusammensetzung der Bromsilber- Rückstände aus alten Gelatine-Emulsionen.
- Bei der Wiedergewinnung des Silbers aus alten Gelatine-Emulsionen zersetzt man zumeist die Gelatine durcli starke Säuren oder Laugen, wonach das Bromsilber sieh absetzt und auf Filtern gesammelt werden kann.
- Diese Silberniederschläge sind reich an Silber (Brom-, Jod- oder (Jhlorsilber) und enthalten ferner mehr oder weniger Gelatine, sowie Feuchtigkeit, Nachstehende Tabelle zeigt die Resultate der quanti-
- tiven Analyse D. 1 II III
- Wasser 1.25 0.58 —
- Organische Substanzen (Gelatine) . . 4.89 10,37 —
- Bromsilber 92,04 — —
- Metallisches Silber, durch Salpetersäure extrahirbar 0.57
- Gesammtgehalt an metallischem Silber, durch Soda und Cyankalium re-ducirt 52,09 44.82 35,07
- I)ie Probe Nr. 1 war ein Bromsilber-Niedersehlag, welcher aus der Emulsion mit Schwefelsäure abgeschieden und gut gewaschen worden war, so dass der Rückstand sich leicht zu Pulver zerdrücken liess; das bromsilber war am Lichte grau geworden.
- Nr. II war eine andere, schlechter gewaschene Probe, welche durch Gelatine in ziemlich festen Stücken als bröckelige Masse zusammen gehalten wurde. Sie enthielt doppelt soviel Gelatine als Nr. I.
- 1) Vom Verfasser Phot. Corresp. 1885. S. 58 mitgetheilt.
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- Drittel Theil. Neununddreissigstes Capitel,
- Nr. III endlich wurde bloss auf den Silbergehalt untersucht. waren dies Bückstände, welche an Emulsionen und alten entwickelten Gelatineplatten durch Abwaschen und Zersetzen mit Schwefelsäure erhalten waren. Dieser Büekstand enthielt oxalsaures Eisen und Lackreste-daher stammt der geringe Silbergehalt.
- Wird die Emulsion mit Aetzlaugen (z. B. Natron) zersetzt, so ist der ausgeschiedene silberhaltige Niederschlag dunkel gefärbt, weil er neben Bromsilber noch metallisches Silber enthält.
- Im Allgemeinen kann man annehmen, dass sauer oder alkalisch gefällte Emulsionsrückstände annähernd ein Drittel oder die Hälfte ihres Gewichtes an metallischem Silber enthalten.
- II. Gewinnung des Silbers aus verdorbenen Emulsionen und aus den Fixirbädern.
- 1. Gewinnung des Silbers aus verdorbener Emulsion.
- Als beste Methode zur Ausscheidung von Silber aus alten verdorbenen Bromsilber-Gelatine-Emulsionen im grossen Massstabe empfiehlt Verfasser folgenden Weg: Man fügt zu 100 Theilen Emulsion ungefähr 10 Theile eoneentrirter Schwefelsäure, welche zuvor mit ungefähr 100 Theilen Wasser verdünnt ist. Das Gemisch wird in einer Por-zeliansehale zum Sieden gebracht und 10 bis 20 Minuten fortwährend erhitzt. Das Bromsilber scheidet sich körnig aus und setzt sich nach dem Verdünnen der Flüssigkeit mit ungefähr dem gleichen Volumen Wasser durch ruhiges Stehen am Boden des Gefässes vollkommen ab. Durch Aufgiessen von Wasser, Decantiren und Sammeln auf einem Filter kann man es ohne jedweden Verlust gewinnen. Da diese Operation ohne jedwede übelriechende Dampfbildung vor sieb geht, so ist sie vorteilhafter, als die Verwendung von Salzsäure oder Salpetersäure, welche Dampf entwickeln.
- Statt durch Kochen mit Säuren den Leim zu zerstören, kann man Aetzkali oder Aetznatron nebst Traubenzucker (nach der älteren Methode des Verfassers1 2) nehmen, oder, wie Ahne}" angab, Aetznatron alleinA Es resultirt unreines metallisches Silber.
- Das nach der einen oder anderen Methode erhaltene unreine Bromsilber oder metallische Silber wird nach Art der Chlorsilber-Bückstände mit Soda eingeschmolzen.
- Jarman schlug vor, das Silber aus alter Emulsion galvanisch zu fällen. Ei brachte die Emulsion zum Kochen, setzte etwas Aetzkali zu, damit die Gelatine nicht
- 1) Phot. Notizen. 1880. S. 41.
- 2) Bull, de l’Assoe. Beige de Phot. 1880. S. 456.
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- Anhang.
- erstarrt und fügte starke Oyankaliumlösung hinzu. Dann tauchte er einen Kohlenstab und eine Kupferplatte hinein, verband den erstereu mit dem Zink einer Chromsäurebatterie (Kohle-Zink) aus zwei Elementen und die letztere mit der Kohle derselben. Die Kupferplatte bedeckte sich sofort mit einer Silberschicht; er liess das Ganze eine Woche stehen. Das Verfahren soll billiger sein als das Einschmelzen. Wenn das Silber sich dick genug abgelagert hat, schlägt man es mit dem Hammer herunter.
- 2. Gewinnung des Silbers aus dünnen Emulsions-Waschwässern.
- Wenn man verdorbene Gelatineplatten abwäscht oder Emulsions-Gefässe reinigt, so erhält man verdünnte Waschwässer, welche nicht mehr erstarren, aber ziemlich dickflüssig sind und das Bromsilber nicht absetzen lassen.
- Am bequemsten ist es, solche Wässer mit Salpetersäure stark sauer zu machen und wochenlang absetzen zu lassen.
- Beim Arbeiten im grossen Massstabe ist dies schwer thunlich. Man erwärme in diesem Falle die Waschwässer mit Säure in grossen Kesseln.
- Will man die Fällung in Tonnen bewirken, so setzt man eine con-centrirte Gerbstofflösung zu, welche die Gelatine in Flocken fällt und das Bromsilber mit zu Boden reisst.
- Ben Niederschlag glüht und schmilzt man mit Soda (eventuell mit Zusatz von Salpeter).
- Scolik legt die Stücke von verdorbener Emulsion in altes Fixir-natron, bis alles Bromsilber ausfixirt ist und behandelt die silberhaltige Fixirnatronlösung wie sub 3 angegeben ist.
- 3. Gewinnung des Silbers aus den Fixirbädern.
- Die Fixirbäder beim Gelatine-Verfahren enthalten den grössten Th ei 1 des zu den Platten verwendeten Silbers (nämlich 74 bis 80 Procent des Gesammtsilbers), während nur 16 bis 20 Proeent des Silbers zur Bilderzeugung verwendet werden und die Entwickler, sowie die Waschwässer gar kein Silber enthalten (Gegensatz zum nassen Verfahren).
- Das Sammeln der Fixirbäder erscheint demnach lohnend.
- Zum Wiedergewinnen des Silbers aus diesen Bädern gibt es verschiedene Methoden:
- a) Man sammelt die Fixirbäder in eine Tonne, versetzt sie (sobald ein genügendes Quantum sich an gesammelt hat) mit einer Lösung von Schwefelleber oder Schwefelammonium, wodurch ein schwarzer Niederschlag (Schwefelsilber) entsteht. Diesen lässt man absetzen, sammelt ihn und wäscht den Niederschlag, sobald die Bäder eisenhaltig Waren, mit verdünnter Salzsäure (1 : 10). Hierauf wird er mit Wasser gewaschen und kann eingeschmolzen werden. Diese Methode gibt die grösste Ausbeute.
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- b) Man stellt in die Töpfe oder Tonnen blank gescheuerte Kupfer-platten. Nach 48 Stunden ist auf denselben das Silber abgesetzt; man reibt es von Zeit zu Zeit mit einer,Bürste ab. Das am Boden abgelagerte Silber wird gesammelt- Diese Methode gestattet nicht so vollständig die Abscheidung des Silbers als die vorige.
- c) Man erwärmt die Fixirbäder mit Eisenoxalat-Entwickler; in kurzer Zeit scheidet sich recht reines metallisches Silber aus, welches gewaschen und sofort in Salpetersäure gelöst werden kann (Lagrange's Methode). Dieselbe ist recht bequem, aber die theuerste von allen.
- d) Man mischt die Fixirbäder mit salzsaurem Hydroxylamin oder „Beducirsalz" der Badischen Anilin- und Sodafabrik und setzt Aetznatron zu (s. Deiner, in Eder’s Jahrbuch f. Phot- für 1889. S. 27).
- III. Regeneration des alten, unbrauchbar gewordenen Eisenoxal at - Eilt Wicklers.
- Ein mehrmals gebrauchter Eisenoxalat-Entwickler verliert seine ursprüngliche Kraft und Wirksamkeit insbesondere dadurch, dass er Sauerstoff aufnimmt (oxaksaures Eisenoxyd-Kali bildet) und sein (fehalt an Bromkalium etwas steigt (von reducirtem Bromsilber herrührend).
- Lagrange gab eine Methode an, nach welcher geschwächter Eisenoxalat-Entwickler wieder wirksam gemacht werden kann. Er mischt 500 ccm alten Eisenoxalat-Entwickler, 15 g Oxalsäure, 15 g doppeltkohlensaures Kali und 5 g Eisenpulver und lässt unter öfterem Aufschütteln mehrere Stunden stehen1). Der Entwickler ist daun sofort wieder verwendbar, allein eine kleine Differenz zwischen solchem und ganz Irischem ist allerdings merklich. Der regenerirte Oxalat-Entwickler arbeitet etwas glasiger in den Schatten, was dem allmählich sich anhäufenden Bromsalz (vom zersetzten Bromsilber herrührend) zuzuschreiben ist-
- Nach der älteren Methode des Verfassers sucht man nicht den ganzen Entwickler, sondern nur dessen werthvollsten Bestandteil wieder zu gewinnen, das oxalsaure Kali2)-
- Nach derselben wird der alte Entwickler sammt dem grünen Krystallbodensatz in einer geräumigen Porzellanschale erwärmt und so lange mit reinem kohlensauren Kali (Pottasche) versetzt, bis die Flüssigkeit stark alkalisch reagirt. Dann setzt man einige Stücke Aetzkali zu, kocht und versucht, ob schon eine Probe ein klares Filtrat gibt. Wenn nicht, wird noch mehr Aetzkali zugesetzt3)- Das Filtrat von dem Eisen-niedersehlag enthält keine berüeksichtigenswerthen Mengen Eisen und besteht aus einer
- 1) Phot. Wochenbl. 1882. S. 49.
- 2) D in gl er’s Polytechn. Journ. Januar 1880. Bd. 235, S. 376. Phot. Corresp. 1880. S. 27.
- 3) Die Fällung des Eisenoxydes wird dadurch erschwert, dass immer etwas Leimsubstanz im Entwickler sieh löst. Eisenoxalat-Entwickler, der mit Zucker oder Citronen-säure versetzt wurde, lässt sieh nach dieser Methode nicht regeneriren.
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- hinlänglich reinen Lösung von oxalsaurem Kali, welche überschüssiges kohlensaures ICali enthält. Man neutrnlisirt die Lösung mit Oxalsäure und verwendet sie entweder sofort, oder trägt, wenn sie zu verdünnt ist, festes oxalsaures Kali bis zur Sättigung ein.
- Hat sich in der regenerirten oxalsauren Kalilösung Bromkalium an gehäuft, so kann dasselbe (nach der Ausscheidung des Eisens) durch Zusatz von 2 bis 3 ccm eines alten Silberbades (1 ; 10) auf 100 ccm 'Flüssigkeit und Filtration entfernt werden.
- Die regenerirte Oxalatlösung wird wie eine frische verwendet oder das oxalsaure Kali durch Krystallisation abgeschieden.
- Dem Vorschlag Köhnke’s die Fällung des Eisens mittels Soda statt Pottasche vorzunehmen1), kann Verfasser nicht beipflichten. Verfasser und Valenta haben nämlich festgestellt, dass das oxalsaure Natron ein viel geringeres Lösungsvermögen für oxalsaures Eisenoxydul besitzt, als das Kali- oder Ammoniabsalz. Eine oxalsaure Kali-Natronlösung ist demnach viel schlechter, als eine reine Oxalsäure Kalilösung.
- Das oxalsaure Eisenoxyd, sowie dessen Doppelsalze gehen im Lichte in Oxydulsalze über, was schon 1831 durch Döbereiner und 1838 durch Bussy bekannt gemach! wurde2). Das Sonnenlicht wirkt also dem Verderben des Eisenoxalat-Entwicklers entgegen, indem es dessen Oxydation hemmt, resp. das gebildete Oxyd wieder reducirt. Setzt man alten (oxydirten) Eisenoxalat-Entwickler in verschlossenen Flaschen oder unter Oel dem kräftigen Sonnenlichte aus, so bildet sich Eisenoxydul zurück, wobei Kohlensäuregas entweicht3). Zusatz von ()xalsäure ist günstig.
- Tm Jahre 1882 wurde Eisenoxalat.-Entwickler nebst etwas Oxalsäure als Geheimmittel („Aeternat“ und „Benovator“) verkauft, Der gebrauchte Entwickler sollte permanent am Eichte stehen; um zu regen eriren4).
- Audra empfiehlt, dem alten Oxalat-Entwickler vor dem Aussetzen an’s Licht pro 1 Liter 3 bis 5 ccm einer Weinsäure-Lösung (3 : 100) zuzusetzen. Dadurch wird die Wiederherstellung der Lösung am Licht sehr begünstigt, Die Weinsäure ertheilt den Negativen eine gewisse Härte und man benutzt derartigen regenerirten Entwickler nur für Landschaften etc. mit Vortheil.
- Alle diese Methoden sind nur bei sehr hellem Licht durchführbar und sind deshalb nicht allgemein anwendbar.
- Die Wiener Porträt-Photographen pflegen ihren Oxalat-Entwickler nicht zu regeneriren, sondern ziehen vor. jedesmal frischen zu nehmen und den einmal gebrauchten wegzuschütteii: in Deutschland steht Lagrange’s Methode häutig in Anwendung.
- 1) Phot. Archiv. 1880. S. 115.
- 2) S. Theil I, Heft 1, S. 22 dieses Werkes.
- 3) Diese Thatsaehe war schon 1879 durch den Verfasser (Phot. Corresp. Bd. 18, S. 233) erwähnt.
- 4) Nähere Details über dieses Geheimmittel hat Verfasser in der Phot. Corresp. 4882. S. 203 veröffentlicht.
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- IT. Herstellung von Copien Ton Gelatine-Matrizen.
- Man hört oft die Klage, dass von Emulsions-Negativen brillante Abdrücke schwer zu erhalten seien und dass die zarten im Negativ vorhandenen Halbtöne im Abdruck verschwinden. Dies ist indessen nur der Fall, wenn man jene schwachen Silberbäder verwendet, die für manche Papiersorten empfohlen werden und mit denen von einem Collodionnegativ allenfalls noch brauchbare Bilder erhalten werden. Man probire, sobald man an jenem Fehler leidet, ein stärkeres Silberbad.
- Y. Uehertragung von Schrift auf Gelatine-Negative.
- Um Schrift auf Gelatine-Negative zu übertragen, schreibt man die betreffenden Worte mit Copirtinte auf ein Stück Papier, legt dasselbe, nachdem die Schrift getrocknet ist, auf die betreffende Stelle des noch feuchten Negativs, drückt es glatt an und zieht es dann ab. Druckt die Schrift noch nicht kräftig genug, so überziehe man das Negativ mit Eetouchirfirniss und gehe mit einem weichen Bleistift über die Schrift, bis dieselbe kräftig genug erscheint.
- TI. Einulsions - Fcrrot.ypplatten.
- Man versteht unter „Ferrotypen“ photographische Aufnahmen auf schwarz lackirtem Eisenblech, bei welchen das Bild in weisser Farbe hergestellt ist. Dadurch erscheint die in der Camera hergestellte Aufnahme als ein positives Bild. In der Kegel werden die „Ferrotypen" mittels des nassen Collodion-Verfahrens hergestellt1).
- Emulsions-Ferrotypplatten wurden zuerst von der „Phönix-Plat-Company“ (1889) in den Handel gebracht und kurze Zeit darauf auch von Dr. Schleussner in Frankfurt a. M.
- Dieselben werden mit Eisenoxalat entwickelt, mit Cyankalium fixirt-und nach dem Fixiren mit einer schwachen Quecksilberchlorid-Lösung gebleicht und mit Wasser gut gewaschen. Nach dem hierauf folgenden Trocknen ist das Bild zum Abgeben bereit.
- D S. Eder,s Ausführliches Handbuch der Photographie. II. Band. S. 132.
- Ausführliche Angaben über die Art der Herstellung von Momentphotographien nach der Natur (Strassenscenen, Thierbildern, See- und Wolken-Studien etc.) sind in dem separat in 2. AuÜ. erschienenen Werke des Verfassers.
- „Die Momentphotographie“
- enthalten und demselben 34 Lichtdruck-Tafeln beigegeben.
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- NACHTRAG.
- Hel) er zieh eil yoh Platten mit Griessmaschinen.
- Als Ergänzung der auf Seite 248 beschriebenen Vorrichtungen zum Ueberziehen von Glasplatten mit Giessmaschinen, sei noch die in neuerer Zeit von M. Kattentidt in Hameln a. W. erfundene Giessmaschine erwähnt, da dieselbe bei einigen deutschen Emulsionsfabriken eingeführt ist und mit Erfolg funetioniren soll. Die Maschine wurde in Deutschland vW 25. November 1888 an (No. 48252, Klasse 57) patentirt. Im Nachfolgenden geben wir die Patentbeschreibung:
- „Die vorliegende Maschine dient dazu, um im fortlaufenden Betriebe auf Glasplatten eine lichtempfindliche Gelatineschicht zu giessen, zur Herstellung der Trockenplatten für die Photographie“.
- „Tn umstehender Zeichnung ist die Maschine in Fig. 1 in Seitenansicht, in Fig. 2 im Grundriss und in Fig. 3 im Schnitt A-B gezeigt. Fig. 4 stellt das Wärmgefäss d mit darauf ruhendem Giesser e im Schnitt E-F dar. Fig. 5 zeigt die vordere Ansicht derselben Theile und Fig. 6 den am Giessgefäss befindlichen Lufthahn im Schnitt C-l) '.
- „Die beiderseitig geputzten Glasplatten oder Metallplatten werden bei a aufgelegt, von den beiden runden Transportgurten b mitgenommen und zunächst unter einer sich drehenden Bürstenwalze c hindurch geführt, Dann gelangen die Platten unter den Giesser e, werden hier mit Gelatine überzogen, passiren die Abkrat,zwTalzen f. die Kühlgefässe l und gelangen fertig bei m an, wro sie abgenommen werden.“
- „Der Giesser e ruht auf einem Wärmgefäss d, mit welchem er mittels der beiden um die Charnirstange e‘ drehbaren Lappen f] verbunden ist, so dass der Giesser e, am Hals x angefasst, auf dem Wärm-gefässe hochkant gestellt werden kann, ohne umzufallen. In dieser Lage kann der Lufthahn abgeschraubt werden, um das Gefäss mit frischer Gelatinelösung zu füllen. Wird der Giesser um 90 Grad gedreht, so schleift der Leinwandstreifet q auf den hinter einander liegenden
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- Nachtrag.
- Glasplatten w, welche auf den Gurten b ruhen und im Sinne der Pfeilrichtung an diesen vorübergeführt werden. Beim Oeffnen des Lufthahnes durch Drehen des Kükens z tritt Luft in den (Besser e ein und
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- Nachtrag.
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- lässt Gelatine aus dem Spalt r über den Leinwandstreifen q auf die Platten ausfliessen. Der Leinwandstreifen q wird durch eine gespannte Schnur, am besten Gummischnur p. auf die Glasplatten n gedrückt, so dass er überall anliegt und die Gelatine gieichmässig überträgt. Zur Einstellung der Höhenlage des Giessers e sind Schraubenfüsse w an dem Wärmgefässe d. Der am Halse x. Fig. 4. mittels Dichtungsringes d‘ angeschraubte Lufthahn besteht aus dem Gehäuse y und dem Küken z. Im Gehäuse y befindet sich der Schlitz //, im Küken z ein seitlich anfangendes und der Länge nach durch das Küken durch tretendes Loch a\ von welchem aus mehrere Eillen c von verschiedener Länge oder von Anfang bis zu Endo von verschiedenem Querschnitte herumlaufen. Bei einer Drehung des Kükens z im Gehäuse y verbinden die Killen c‘ der Keihe nach das Loch a‘ im Küken mit dem Loch b‘ im Gehäuse und lassen so, je nach der Anzahl der verbindenden Killen, einen kleineren oder grösseren Querschnitt für den Eintritt der Luft in den Giesser e frei.“
- „Das Wärmgefäss d wird am besten an dem Stutzen v mit einer Warmwasserheizung verbunden, so dass Gelatine im Giesser e immer gieichmässig flüssig bleibt.“
- „Da zwischen zwei auf einander folgenden Platten immer etwas Gelatine herunter läuft, so werden die Platten hier nicht auf breiten Gurten befördert, sondern auf zwei Schnüren, so dass die durchsickernde Masse von den sieh drehenden Walzen f aufgenommen werden kann, wodurch ein Verschmieren der Rückseiten der Platten verhindert wird. Durch Abkratzer h werden die Walzen f immer rein gehalten.“
- „Nachdem die Platten bei den Walzen f vorbei sind, werden sie von den Transportschnüren zwischen einer unteren Marmorplatte und einer oberen Kühlvorrichtung hindurch geführt, um vollständig trocken bei m anzukommen, wo sie abgenommen werden. Damit der sich gegen die Kühlvorrichtung niederschlagen.de Dampf nicht auf die Platten zurückfallen kann, sind die Böden der Kühlgefässe nach einer oder nach beiden Seiten geneigt angebracht, dann werden die entstehenden Wassertropfen seitwärts über die Platten abgeführt. Die Kühlvorrichtung besteht hier aus einer Anzahl von Kühlgefässen l, die fortlaufend von frischem Wasser durch strömt werden; es kann auch jede andere Vorrichtung angewendet werden. “
- Paten t-Ansprüche:
- An Giessmaschinen für nhotographische Trockenplatten, bei welchen die zu bearbeitenden Platten auf endlosen Gurten in ununterbrochener Reihenfolge bei den sie bearbeitenden Vorrichtungen vorübergeführt Werden:
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- Nachtrag.
- 1. ein Giessgefäss e, welches derartig charnirartig mit dem Wärmgefasse verbunden ist, dass es durch eine Drehung um 90 Grad ausser Betrieb gesetzt wird, ohne von dein Wärmgefasse entfernt zu werden,
- 2. eine nachgiebige Schnur p. welche so eingespannt ist, dass sie das um sie herumgelegte Führungsmaterial q der Gelatine gleiehmässig dicht über die Glasplatten gleiten lässt;
- 3. ein Lufthahn, welcher die Menge der zuströmenden Luft dadurch regelt, dass der Kanal af des Kükens durch eine Anzahl Killen c von verschiedener Länge oder von verschiedenem Querschnitte von Anfang bis zu Ende mehr oder weniger mit dem Schlitze V des Gehäuses in Verbindung steht;
- 4. Transportschnüre für die Platten in Verbindung mit den Walzen f, um das zwischen zwei Platten durchlaufende Material aufzufangen, so dass ein Beschmutzen der Platten auf der Büekseite vermieden wird
- 5. Kühlgefässe l, deren untere Böden nach einer oder nach zwei Seiten geneigt sind, um die condensirten Dämpfe über die Platten hinwegzuführen .
- Druckfehler.
- Auf Seite 128, Zeile 18 von oben soll es heissen: 0GH4(0H)2 statt CgHAOIL). ,, 130, „ 4 „ „ ,, „ „ 0BIL (XI hg statt C,;H4(NH)2-
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- Abney 5. 19. 22. 31. 38. 61. 63. 69. 70. 74. 78. 80. 91. 93. 94. 96. 112. 123. 124. 141. 144. 147. 184. 205. 219. 222. 268. 290. 322. 418. 456. Aewortk 366.
- Alexandre 109.
- Allderige 285.
- Allison 122.
- Amory 163.
- Andreseti 129. 304.
- Ansekütz 390.
- Anthony 376.
- Arnold 128 129.
- Ashman 57. 335. 418.
- Attout 5. 155. 337.
- Audra 60. 202. 291. 328. 459.
- Baekraeh 116.
- Balagny 125. 302. 348. Baltin 126. 269.
- Bannow 129.
- Barbieri 316.
- Barett 124.
- Barker 75. 83. 88. 119.
- 127. 207.
- Barlett 58.
- Baseher 124.
- Becquerel 154.
- Bedfort 396.
- Belitski 120. 210. 317. 322. 327.
- kennet 2. 31. 40. 53. 89.
- Eder, Handbuch der Photoj
- Autoren-Register.
- Berkely 35. 114 223. 124. 277.
- Berthelot. 15.
- Berwick 88.
- Biering 67. 127. 131.
- Bing 90. 387.
- Blanchard 332.
- Boelte 116.
- Bolas 89. 277.
- Bolton 65. 81. 353. 383. 415.
- Borlinetto 133.
- Bothamley 161.
- Bottone 113.
- Brand 374.
- Braun 206. 239. 284. Brooks 19. 90. 113. 123.
- 277. 300. 330. 377. 388. Brown 60. 62. 88.
- Burgess 2. 114. 310. 328. Burton 28. 31. 38. 43. 57. 59. 60. 66. 75. 77. 92. 146. 206. 219. 2:2. 233.
- Byk 125.
- j Cadett 255. 258. 278. j Barbutt 350. j (kroll 388.
- \ Caxsebaum 131.
- | Cha-rdon 118.
- ; OlayOn 5. 155.
- ! Coopex 294.
- I Cotesworth 300. 324. 352. | Coughtoi. 380.
- fraphie. III. Theil. 4. Aufi.
- Cowan 6. 38. 59. 65. 69. 117. 121. 144. 146. 254. 255. 400.
- Cowell 332.
- Cramer 116. 298. 301. Cros 154.
- Daniel 113. 249.
- Darker 131.
- Davanne 119. 123. 276. David 132. 193. 241. 350. 351. 352.
- Davis 67. 81. 123.
- Dawson 233.
- Debenham 59. 78. 265.
- 310. 321. 324. 452. Derharn 117.
- Dike 78.
- Dixon 206.
- Bueos du Hauron 36. 154.
- Eastman 224. 225. 250. 252. 353. 357. 362. 366. 378.
- Eckert 325.
- Eder 5. 6. 18. 27. 30. 36. 40. 44. 69. 89. 91. 98. 107. 114 124. 127. 129.
- 133. 150. 154. 165. 209.
- 225. 301. 303. 337. 346.
- ! 387. 395. 408. 456.
- : Edwards 11. 60. 252. 263. j 275. 321. 331. 408.
- i Egli 130.
- I Eider 369.
- 30
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-
-
-
- 466
- Elsden 75. 80. 82.
- Evans 126.
- Fahre 33. 90. 312. 391. Earell 84.
- Farmer 58. 326.
- Ferran 357. 360.
- Ferrier 348.
- Ferronay 311.
- Fleck 71.
- Fontaine 370.
- Forrest 45. 202. 229. Fortier 350.
- Fourtier 350.
- Foxlee 64. 72.
- Franek de Villecholle 202. Froedman 398.
- Fry 113.
- Gaedicke 92. 193.
- Gandin 1.
- Geldmaeker 411. 412, Golding 83.
- Gotliard 94.
- Goudoever 26.
- Graeter 36. 41. 220.
- Grond 64.
- Groene 355.
- Grodian 116.
- Haack 71. 89.
- Haarstiek 24.
- Haddon 122. 400. 441. iladley 385.
- Hadow 1.
- Hardwich 32.
- Hawlieek 387.
- Hasselberg 98.
- Heckt 32.
- Hefner-Alteneck 141.
- Heid 71. 75. 88. 271.
- Helf 411.
- Henderson 3. 10. 24. 25. 38. 46. 57. 59. 63. 71. 72. 83. 88. 114. 120. 122. 201. 221. 224 229. 233. 239. 264.
- Hersehel 197. 390. Hesekiel 410. 412.
- • Autoren-Kegister.
- Hickel 123.
- Himly 126.
- Hofmeister 26.
- Holland 10.
- Hood 107.
- Houlgrave 72.
- Hübl 221.
- Husnik 19. 191.
- Hutinet 263.
- Jacobsen 133.
- Jacoby 412.
- Jarman 67. 322. Jastrzembski 62.
- Tngli 264. 272.
- Jubert 19.
- Just 362. 367. 368.
- Kattentidt 461.
- Kennet 2. 123. 233.
- Kidd 352.
- King 2.
- Knop 85.
- Kohlrausch 16. 153.
- | Köhnke 459.
- | K'onkoly 131.
- | Lagrange 71. 133. 458. Lainer 114. 122. 309.
- 458.
- Lair de Ja Motte 118. 123. | Lamy 362. 366.
- Langer 88.
- Laourenx 391.
- Lea 94. 111. 122. 133. 134.
- Lenard 94,
- Lenkard 127. 303. 330. Levy 125.
- Liebermann 134.
- Liesegang 422.
- Lloyd 58.
- Löhr 125.
- Löwy 337.
- ! Lokse 25. 28.118. 166.222.
- ! Londe 109. 263. 351. j Lorent 197. 452.
- | Lumiere 134. j Lunge 79.
- Macdonald 293.
- Maddox 1. 70.
- Mallmann 6. 155. 160. 163.
- 319. 342.
- Mansfield 41.
- Marion 283.
- | Mattket 128.
- Mawsdley 57. 362. Mawson 117.
- Meydenbauer 66. M’Glaskan 358.
- Milmson 359.
- Mitschel 58. 328.
- M’Kean 120.
- Monekkoven 2. 9. 35. 38 42. 44. 49. 84. 222. 276. 316. 320.
- Morgan 352.
- Müller 71.
- Newbury 31. 206.
- Newton 116. 122.
- Nicol 28.
- Noel 87.
- Obernetter 11. 57. 63. 163. 204. 222. 340. 387. 390. 422. 428.
- Offord 418.
- Ottenkeim 128.
- Palmer 72.
- Pari- 35.
- Pauli 58. 357.
- Penny 74.
- Perutz 294.
- Pickering 141.
- Piffard 127.
- Pizzighelli 6. 46. 69. 89.
- 103. 124. 386. 396. 408. Plener 25. 28 48. 54.
- 62. 213. 222. 224. 338. 345.
- Poeklington 113. 125. 128. Poire 120 Poitevin 1.
- Preseott 9.
- Prestwieh 121.
- Pringle 156. 224.
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-
-
-
- Pritchard 194.
- Priimm 271. 315. 321.
- Rammeisberg 45.
- Reimann 121.
- Reisinger 130.
- Ritchie 57.
- Robinson 332.
- Rodwell 16.
- Roux 69.
- Samann 117. 124.
- Sawyer 78.
- Schleussner 460. Schlotterhoss 370. 371. Schmid 334.
- Sehreiner 99.
- Schumann 5. 34. 74. 75. 76. 81. 92. 100. 123. 141. 147. 152. 155. 156. 159. 161. 163. 201. 229. 241. 291. 342.
- Sehwartz 272.
- Scolik 6. 63. 69. 77. 83. 113. 130. 132. 155. 160. 221. 317. 342.
- Seola 25.
- Seligmann 87.
- Sherman 55.
- Simony 88. 277.
- Sothern 125.
- Spering 206.
- Autoren-Register.
- Spiller 69. 120. 130. Spink 63 Sresniewski 221.
- Srna 129.
- Stas 2.
- Stebbing 222. 316. 348. Stieglitz 351. 426.
- Stosch. 36.
- Stolze 58. 66. 92. 117. 119. 139. 204. 222. 224. 274. 297. 317. 362. 367. 406. 416. 423. 430. Sutton 90.
- Svvau 117. 124. 249. 362. Szekely 10. 33. 71. 112. 222.
- Taylor 72. 122. ’
- Terreil 17.
- Tompkins 58.
- Tong 228.
- Toth 30. 33. 36. 72 91. 128.
- Tuney 87.
- Tylar 285.
- Valenta 107.
- Yarenne 17.
- Verres 113.
- Vidal 102. 317. 369. Vogel, E., 271. 305. 323.
- 358. 415.
- Vogel, H. C., 99.
- 467
- Vogel, H. W., 5. 24. 36. 61. 66. 75. 85. 122. 147. 154. 155. 163. 340. 342. 369. 390. 441.
- Wainwright 2. 232. 276. Wallaee 17.
- Warnerke 72. 94. 100. 137. 144. 203. 352. 408. 411. 413.
- Weissenberger 160. Wellington 61. 81. 122.
- 156. 409. 415. 416. Weyl 85.
- Whaite 364.
- Wight 87.
- Wilde 64. 83. 113. 290.
- 352. 358.
- Williamson 385.
- Willis 111.
- Wilkinson 121.
- Wilson 31. 60. 64. 206. Wolf 94.
- Wolfram 50.
- Wollheim 159.
- Worthley 41. 122. Woodbury. 251.
- Wratten 2. 232. 276.
- Young. 120.
- Zettnow. 161. 164. 230. Zwickl. 301.
- 30*
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-
-
-
- Sach-Register.
- Abdeeken der Negative 335.
- Ablackiren der Negative 336.
- Ablösen der Bildschicht 344. 357.
- — der Sebiebte während der Entwickelung 450.
- Abschwächen der Negative 326.
- — — mit Blutlaugensalz 326.
- — — — oxalsaurem Eisenoxyd 327.
- — — — Cyarikalium 328.
- — — — Eisenchlorid und anderen
- Mitteln 328.
- — von Papierbildern 370.
- Absorption von Earbstoffen und Sensibili-
- sirung 178.
- Abziehbare Schichten von Papier 357. Abziehen der Negative von Glas 344. Aetzkali in der Emulsion 62.
- Aetznatron zum PIatten-Eeinigen 201
- — im Hydrochinon Entwickler 127.
- —- im Pyro-Entwiekler 199.
- Agar-Agar in der Emulsion 50.
- Alaun in der Emulsion 60. 64.
- — im Waschwasser 66.
- — im Fixirbade 311.
- — bäder, saure, zum Klären der Matrizen 332.
- — Wirkung von zu viel, in der Emulsion 436.
- Albumin in der Emulsion 58. 63.
- — im Entwickler 123.
- Alkohol in der Emulsion 56. 72.
- — zum Waschen und Trocknen der Emulsion 229.
- Alkoholische Lösung von Gelatineemulsion 396.
- Alpha-Papier 417.
- Aluminiumchlorid zum Klären der Negative 332.
- Aluminimumsulfat als Klärungsbad 332. Ameisensäure im Pyro-Entwiekler 116. Amidonaphtholmonosulfosäure 304. Ammoniak in der Emulsion 4.
- — Dichte-Tabelle 19.
- — Einfluss auf das Reifen 43. 49.
- — gasförmiges, Wirkung auf Platten 47.
- — Neutralisation in der Emulsion 211.
- — im Pyro-Entwiekler 119. 296. 299. 385.
- — in anderen Entwicklern 125. 132. — Aufbewahrung 294.
- — zum Verstärken 319.
- — essigsaures in der Emulsion 36.
- — kohlensaures, Einfluss auf das Reifen 46; — in der gewaschenen Emulsion 47; — im Pyro-Eutwick-ler 118. 384; — im Hydrochinon-Entwickler 402.
- — salpetersaures, in der Emulsion 61. Anilinfarben ii: der orthochromatischen
- Emulsioa 158.
- Anormale Disversion 178.
- Anthrarobin 134.
- Anthracenfaiöen s. orthochromatische Emulsion 158.
- Aristopaphr 423.
- Arsenige Säure in der Emulsion 70. Ausdehnung der Gelatine 96. 346. Aufbevahren der Matrizen 336. Aura.itia-Collodion für Gelbscheiben 341. Ausvässern der Platten s. "Waschen. Azdin 160.
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-
-
-
- Sach-Register.
- 469
- Baryt-Emulsion als Ersatz für Milchglas 407. Belichtung s. Exposition.
- Benzoesäure 71.
- Benzoesaures Eisenoxydul 133. Bernsteinsaures Eisenoxydul 133.
- Bichromat s. Chrom.
- Bier irx der Emulsion 72.
- — im Entwickler 123. 127.
- Bisulfit, s. schwefligsaures Natron, saures. Bleinitrat zum Zerstören von Fixirnatron 317.
- Bleiverstärker 323.
- Blutlaugensalz, gelbes, im Entwickler
- 122. 127.
- — s. auch Ferrooyankalium.
- — rothes, in der Emulsion 70.
- — — zum Abschwächen 326.
- — — im Uran Verstärker s. Uran. Borsäure im Pyro-Entwiekler 116. 127. Brenzcatechin 128.
- Brom in der Emulsion 67.
- — -wasser 67.
- — -alkohol. 68.
- Bromammonium in der Emulsion 61. 236. — Unreinigkeiten im 19.
- — Allgemeine Eigenschaften 17.
- — s. auch Bromsalze. Bromchlor-Emulsion 81. 414.
- Bromkalium, allgemeine Eigenschaften 17.
- — in der Emulsion 61.
- Bromsalze, lösliche, Einfluss in der Emulsion 31. 61. 2117.
- — als Verzögerer im Entwickler 112. 120. 289. 295. 302. 305. 366.
- — als Mittel gegen Schleier 55. Bromsilber, verschiedene Modificationen
- (flockiges , pulve.'iges , körniges) 11. 32.
- — Emulsion, Herstellung und Mischung 204.
- — Verhalten gegen Speerum 150.
- — gelöstes in den Emulsion 31.
- — verschiedene Reifestadhn in der Emulsion 48.
- — Reifen von, s. Reifen. Bromsilbergeiatine, Geschichte 3.
- — mittels Silberoxydammoniak 208.
- — mittels citronensaurem Silbeioxyd-ammoniak 214.
- Bromsilbergeiatine m. d Siedemethode 215.
- — kalte 221.
- — saure 42. 67. 215.
- — -Papier 362.
- Bromwasser 67.
- Brozmink 362.
- Camera für Emulsionsplatten 280.
- Cartons mit Emulsion 355. 357.
- Casein 58.
- Centrifulgalapparat 48. 223.
- Celluloid, als Ersatz für Glas 350.
- Chinin, salzsaures 71.
- Chinolinroth 160.
- Chlorbrom-Emulsion 80. 414. Ohloreitrat-Emulsion 418. Ohlorjod-Emulsion 81.
- Ohlorbrom-Emulsion 81.
- Chlorophyll in der Emulsion 159. Ohlorsalze 19.
- Chlorsäure 59.
- Chlorsaures Kali 59.
- Chlorsilber, verschiedene Modificationen 16. — Reifen desselben 395.
- — -Gelatine, Geschichte 6. 395.
- — — Darstellung 395.
- — — allgemeine Eigenschaften 34.
- — — für orthochromaf. Platten 175.
- — — für Diapositive 395.
- — — für Copirpapier 408. Chromalaun in der Emulsion 65. 237.
- — Wirkung von zuviel, in der Emulsion 4’6.
- — -bad, zum Härten der Gelatinebilder 430.
- — im Unterguss 202.
- Chromgelatine als Unterguss für Platten
- ^202.
- Chrom säure bei der Herstellung von Duplicatnegativen 387.
- Chromsaures Kali als Nittel gegen Schleier 55. 60. 69.
- — in der Emulsion 69. 89.
- — als gelbes Lichtfilhr 161.
- — für Umkehrung von Negativen 89. 387.
- — s. Vergara film.
- Citrate s. citronensaure Salze. Citrat-Entwickler 399. 401.
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-
-
-
- 470
- Sach-Register.
- Citroehlorid 418.
- Citronensäure im Pyro-Entwickler 114.
- — im Eisen-Entwickler 110. 401. 416.
- — in der Emulsion 61. 214. 397. 415.
- — im Hydrochinon-Entwickler 126. Citronensäure Salze in der Emulsion 61.
- 214.
- — — im Pyro-Entwickler 121. Citronensäure Silberoxydammoniak-Emulsion 214.
- Citrooxalat-Entwiekler s. Oxalat-Citrat. Collodioniren der Platten 344.
- Collodion zum Abziehen der Platten 344. Collodiongelatine-Emulsion 391. Copirapparate 370.
- Copiren auf Bromsilberpapier 361.
- — — Ohlorsilbergelatine 398.
- — auf Bromsilbergelatine ohne Entwickelung 84.
- Cyanin 155. 159.
- Cyankalium in der Emulsion 70.
- — im Entwickler 124.
- Dauer der Gelatineplatten 276.
- — orthoehromatischer-PJatten 340. Dextrin in der Emulsion 63.
- Diapositive auf Chlorsilber 407.
- — auf Bromsilber 382.
- — auf Chlorbrom silber 415.
- — auf Chlorcitrat 418.
- — zu Fensterbildern 407.
- Druck, Einfluss auf die Platten 95.
- — Entstehung von Schleier durch 51. Druckschleier 51.
- Dunkelkammer für Emulsiorsbereitung 189.
- — für Entwickelung 194.
- — -Ventilation 196.
- — -Lampen 190.
- — für orthochromatischen Platten 338. 341.
- Duplieat-Negative 385.
- Eastmann-Cassettm 353.
- — -Negativpipier 410.
- — -Positivpapier 362.
- Eau de Javelb 317.
- Ebonit-Tafelr 427.
- Edelsalz 19 Eikonogen 309. 368.
- Eisenchlorid in der Emulsion 60. 70.
- — zum Absehwäehen 328.
- — im Entwickler 113.
- Eiseneitrat-Entwickler 398. 411. Eisenoxalat-Doppelsalze 108.
- — -Entwickler 107. 288.
- — — für Bromsilber 107.
- — — für Positivpapier 366,
- — — Bromchlorsilber 416.
- — — Diapositive auf Bromsiiber 389.
- — — für Chlorsilber 400. 410.
- — — Regenerinmg 458.
- Eisenoxyd, oxalsaures in der Emulsion 70.
- — — zum Abschwächen 327.
- — — im Entwickler 113. Eisenoxydul, oxalsaures 107.
- — — Doppelsalz 107.
- — s auch Eisenoxalat-Entwickler. Eisenoxydulsalz, (citronensaures, bernsteinsaures, benzoesaures etc.) im Entwickler 133.
- Eisensalze im Pyro-Entwickler 122.
- — zur Farbenänderung der Matrizen 331. Eisenvitriol, Aufbewahrung 110.
- Eiweiss s. Albumin.
- Electrieität, Leitungsvennögen der Silbersalze 16.
- — bei der Entstehung des Lichtbildes 92. Empfindlichkeitssteigerung s. Reifen. Empfindlichkeit der Platten, Prüfung auf 137. Emulsionsbereitung für Bromsilbcrplatten
- 208.
- — für orthochromatische Platten 338.
- — für Papier 363.
- — für Chlorsilber 395.
- — für Aristopapier 419.
- Entmischen der Emulsion 48.
- — s. auch Fehler.
- Entwickelung vm Bromsilber, allgemeine Prineipien 106.
- — mit Ebenoxalat 107. 288.
- — mit Oxalat-Citrat 112.
- — mit Hydrochinon 124. 302.
- — mit Pyrocatechin 129.
- — mit Paraphenyleadiamin 129.
- — mit Hydroxylamin 131.
- — mit verschiedenen Substanzen 132.
- — mit saurer Pyro- und Silberlö-sung 135.
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-
-
-
- Sach-Register.
- 471
- Entwickelung mit Soda-Pyro 294.
- — mit Pottasche-Pyro 296.
- — mit Ammoniak-Pyro 299. 300.
- — mit fertiggemischtem Entwickler301.
- — mit Eikonogen 304.
- — von Chlorsilbergelatine 398. 410.
- — von Chlorbrom-Emulsion 415.
- — von Diapositiven 384. 398.
- — von Negativpapier 355.
- — von Bromsilberpositivpapier 365.
- — von orthochromatischen Platten 342. Entwickler-Tassen 282.
- Eosinplatten 155. 337.
- Eosinsilber 163. 340.
- Erstarren der Emulsion 247. Erstarrungsvermögen der Gelatine 25. Erythrosinplatten 155. 161. 338. Erythrosinsilber 36. 164. 339. Erytrosinsilberplatton 164. 339. 340. Essigsäure in der Emulsion 67. 390.
- — im Pyrogallol-Entwickler 116. 123.
- — im Hydrochinon-Entwickler 126.
- — im Cyaninbade 160.
- Essigsaures Silber 10.
- — Natron im Goldbade 405. 413. 416. 424.
- — Ammoniak 36.
- Exponirautomat 370.
- Expouiren von Bromsilberpapier im Copirrahmen 365.
- — für Diapositive 382.
- — von Ohlorsilbcrplatten 398.
- Färbung von Diapositiven und Papierbilder, s. Tonen.
- Farbenänderung beim Reifen 49.
- Farbstoffe in der Emulsion 73. 157. 237.
- — s. auch orthochromatische farbenempfindliche Platter 157.
- Fäulniss der Gelatine 26.
- — der Emulsion 28 Fäulnisswidrige Mittel 71.
- Fehler beim Emulsionsverfahien 431. Fensterbilder s. Diapositive.
- Ferrocitrat-Entwickler 112. 40l Ferrideyankalium s. Blutlaugensaa, rothes. Ferroeyankalium s. Blutlaugensalz, gelbes. Ferrotypplatten mit Emulsion 460.
- Fett in der Gelatine 23.
- Filtriren der Emulsion 239.
- Firnissen der Negative 332.
- Fixirbäder, Gewinnung des Silbers aus 458. Fixiren mit Fixirnatron 307.
- — saurem Fixirbade 308.
- — im Alaun-Fixirbade 311.
- — Fehler beim 452.
- Fixirnatron im Pyro-Entwickler 123.
- — im Eisenoxalat-Entwickler 290.
- — Zerstörung der chemischen Mittel 317. Flecken in der Emulsion 442.
- Fluoreseein 165.
- Fluorsalze in der Emulsion 11.
- Flusssäure zum Abziehen der Negative 345. Folien von Bromsilbergelatine 347. Formate der Glasplatten 199.
- Gallussäure in der Emulsion 67.
- — im Verstärker 322.
- — im Entwickler 112. 322. 401. Gelatine, Einfluss auf die Emulsion 20.
- — Wahl der Sorten 21.
- — harte, weiche 21.
- — allgemeine Eigenschaften 23.
- — Reinigung 24.
- — Veränderung in der Emulsion 25. — Schmelz- unn Erstarrungspunkt 25. — Veränderung durch Ammoniak 27. — Verhalten gegen Alkohol 28.
- — Einfluss auf die Empfindlichkeit der Emulsion 28.
- — als Sensibilisator 85.
- — im Entwickler 113.
- Gelatine-Emulsion, Bildungsweise 30. Gelbe Schirme für aebromat. Aufnahmen
- 161. 340.
- Gelbseheiben s. gelbe Schirme.
- Gelbe Gläser für Dunkelkammern 194. Geschichte der Gektineemulsion 3. Giessen der Emulsion mit der Hand 243.
- — mit Maschinen 248. 461.
- Glaskraut 202.
- Glasplatten, gebräuchliche Grösse 199.
- — Reinigung 200.
- — Vorpräparation 20i.
- Glycerin, Bromsilberemulsbn mit 54.
- — in der Emulsion 57. 63.
- — im Entwickler 113. 120.
- — gegen Aufrollen der Folien 349.
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- 472
- Sach-Register.
- Goldbäder für Bromsilberbilder 369.
- — für Chlorsilber-Diapositive 404.
- — für Chlorsilberpapier 413.
- — für Chloreitrat 420.
- — für Aristopapier 424. 429. Gradation von Platten 143.
- Grünsehleier s. Fehler.
- Gummi arabicum in der Emulsion 54. 57.63.
- Hämatoxylin als Entwickler 133.
- — als Sensibilisator 167.
- Haltbarkeit der Plattten 276.
- Harz in der Emulsion 64.
- Häute mit Emulsion statt Glasplatten 347. Hemieollin 26.
- Hervorrufung s. Entwickelung. Hydrochinon in der Emulsion 67.
- — allgemeine Eigenschaften 124.
- — als Entwickler 124. 302.
- — verschiedene Entwickler mit Soda, Pottasche, Aetzkali etc. 126.
- — Vorschriften für Entwickelung von Bromsilber 136. 302.
- — Vorschriften für Chlorsilber-Diapositive 402.
- — Vorschriften f. Chlorsilberpapier411.
- — für Bromchlorsilber 417.
- — gemischt mit Pyrogallol 128. Hydroschwefligsaures Natron 124. Hydroxylamin, allgem. Eigenschaften 130
- — - Entwickler f. Bromsilber 130. 368.
- — — für Chlorsilber 132. 410. Hydrozin 133. 134.
- Javelle’sehe Lauge s. Eau de Javelle.
- Jod in der Emulsion 53. 65.
- — s. Jodsilber.
- Jodbrom-Emulsion 74. 175.
- — — f. orthochromatische Platten 175.
- Jodbromehlor-Emulsion 81.
- Jodchlor-Emulsion 81.
- Jodkalium in der Emulsion 19. 70. 78.
- — im Oxalat-Entwickler 112.
- — beim Entwickeln von Chlorsilber 400. Jodquecksilberverstärker 321.
- Jodsalzein der Emulsion 19. 70. 78.211.449.
- — im Entwickler 112. 400.
- Josilber, allgemeine Eigenschaften 17.
- — -Gelttine 39. 74.
- Jodsilber in Rapidemulsionen 211.
- — inBromsilberemulsionen74.211.449. Jodtinctur in der Emulsion 53. 55.
- — im Entwickler 113.
- — gegen Schleier 53. 55.
- Kali, chromsaures s. Chromsäure. Kalilauge s. Aetzkali.
- Kaliummetabisulfit 117.
- — s. Entwickler f. Chlorsilbergelatine. Kalkschleier 442.
- Kalkwasser im Pyrogallol-Entwickler 118.
- — im Hydrochinon-Entwickler 128. Kalte Emulsification 38. 220.
- Kieselguhr 200.
- Kleesalz 109.
- Kochen der Emulsion 41. 215.
- Kochsalz als Klärungnmittel für Platten 332. Korn der Emulsion s. mikroskopische Messungen.
- Kräuseln der Platten 450.
- Kautschuk für abziehbare Platten 444.
- — zum Bestreichen der Plattenränder 444. 452.
- Kupferchlorid in der Emulsion 60. 71.
- — als Abschwächer 329. Kupferehloriir, ammoniakalisches als Entwickler 134.
- Laekiren der Negative 362.
- Lampen für Dunkelkammern 189.
- — für Diapositive 365.
- — für Vergrössemngen 377. Lampenlicht für orthochromatische Aufnahmen 342
- j Latentes Lichtbild 87.
- — —- Zurüclgehen 87.
- i — — Zerstörung 87.
- j Laternenbildor s. Diapositive.
- ! Leder zum Filtnren 240.
- | Liebt, Wirkung auf Gelatine-Emulsion 100.
- S — gelbes und rothes. 199.
- i ö
- ! Lichtdruck von Bromsilberplatten 103. j — Negative, verkehrt für denselben 386. Lichtquellen, Einfluss verschiedener auf die Empfindlichkeit 140.
- — s. auch Lampen.
- Lichthöfa 449.
- Ligroin zum Waschen der Gelatine 24. Lösliclkeit von Bromsilber 12. 15.
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-
-
- Sach-Register.
- 473
- Löslichkeit von Chlorsilber 17.
- — von Bromsalzen 18.
- — von Gelatine 24.
- Luftblasen 242.
- Magnesiumlieht zum Copiren auf Chlorsilber 398.
- Maschinen zum Giessen 248. 461.
- — zum Schneiden 254.
- Mattolein 335.
- Mensuren 285.
- Methyl erythrin 161.
- Methyl orange 341.
- Microskopische Messungen auf Emulsions-plattten 95.
- Milch für Opalgläser 407.
- Milchglas-Ersatz mit Baryt-Emulsion 407. Mischen der Emulsion 204.
- — mit Spritzflasche 205.
- — Emulsion verschiedener Empfindlichkeit 144.
- Mischungsverhältnisse von Gelatine, Brom und Silbernitrat 30.
- Modifieationen des Bromsilbers etc. s. Bromsilber.
- Natriumlieht 193.
- Natron, kohlensaures in der Emulsion 62.
- — — im Entwickler 118. 125.
- — oxalsaures 108. 121.
- — schwefligsaures 114 120.
- — phosphorsaures 123.
- — doppelt kohlensaures 119.
- Negativ-Lack 334.
- — -Papier 351.
- — -Folien 347.
- Oehsengalle in der Emulsion 64, Opalglasbilder 389. 407. *18.
- — s. auch Diapositive. Orthochromatische Platten 5. 154. 337. Oxalat - Entwickler für Bronsilberplatten
- 107. 288. 384.
- — — für Brom Silberpapier 366
- — — für Chlorsilber und Chlorbrom-silber 398. 418.
- Oxalsäure im Pyro-Entwickler 11t. 121. Oxalsaures Ammoniak 107.
- — Eisenoxyd 113. 327.
- ~~ Eisenoxydkali 327.
- Oxalsaures Eisenoxydulkali 107.
- — Kali, Löslichkeit- und Dichte-Ta-tabelle 109.
- — Natron 107. 108. 121.
- — Silber in der Emulsion 422.
- Papier mit Bromsilbergelatine 362.
- — mit Chlorsilbergelatine 408.
- — mit Chlorbromgelatine 415.
- — für positive Bilder 301.
- — -Negative 351.
- — zum Verpacken der Platten 271.
- — Einfluss auf Schleier 271.
- Laraphenylendiamin etc. 129.
- Pelliceln s. Folien.
- Permanent - Hydrochinon 125.
- Phenylhydraz i n 133.
- Phloroglucin 133.
- Phosphoresceuz und Photographie 94, Phosphorsäure im Pyro-Entwickler 116. Phosphorsaures Natron 123. 134.
- — Eisenoxydul 134.
- Pigmentdruck mittel s Bromsilbergelatine 100.
- Platintonung 369. 426.
- Plattenformate 199.
- — -Kasten 273.
- — -Schneidemaschine 275.
- — -Heber 284.
- Positive Papierbilder 361. 408. 415. 419. Pottasche im Entwickler 119.
- Prüfung von Gelatine 21.
- — von Bromsilberplatten 136. Pyroeateehin 128.
- Pyrogallol in der Emulsion 66.
- — Herstellung haltbarer Lösungen 113.
- — mit verschiedenen Zusätzen 114.120.
- -- - Entwickler ihr Bromsilber 113.292.
- — — mit Ammoniumearbonat 119.
- — — mit Ammoniak 119.
- — — mit Soda 519.
- — — mit Pottasche 119.
- — — mit Natriumcarbonat 119.
- — — mit Natriumsiffit 119. 120. 292.
- — — für Papierposit've 368.
- — — für Diapositive 385. Pyrosehwefligsaures Kali 11".
- Ouecksilberbromid 320.
- Quecksilberchlorid in der Emulsion 72.
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-
- 474
- Sach-Register.
- Quecksilberchlorid im Entwickler 123. |
- — zum Färben der Diapositive und *| Bromsilberpapiorbilder 37U. 385.
- QuecksiJber-Yerstärker 318.
- Randsehleier der Platten 271. 438. Bapid-Emulsion 211.
- Regeneration von altem Oxalat-Entwiekler 458.
- Reifen der Bromsilber-Emulsion 37. 210. 236.
- — — — in der Kälte 37. 220.
- — — — in der Wärme 39.
- — — — der gewaschenen Emulsion
- 42.
- — — — Einfluss der Coucentration
- 42.
- — — — Einfluss von Ammoniak
- 43. 210.
- — von Chlorsilberemulsion 315. Reinigen der Glasplatten 200.
- Relief auf Bromsilbergelatine 105. Resorcin 71.
- Retouche von Negativen 335.
- — — Papierbildern 380. Retouchirflrniss 335.
- Rhodangoldbad 330. 404. 425. Rollcassetten 353.
- Rothes Licht in der Dunkelkammer 192. Rückstand von Bromsilber 455.
- — Verarbeitung auf Silber 456.
- Sal gemmae 19.
- Salieylsäure im Pyro-Entwickler 117.
- — in der Emulsion 71. 211. Salpetersäure in der Emulsion ;>9. Salpetersaures Ammoniak s. Ammoniak.
- — Silberoxyd s. Srlbernitrat. Silberoxydamnioniak 8. 209. Salpetrigsaures Kali in der Emulsion 70 84.
- — — im Entwickler 122.
- Salzsäure in der Emulsion 59.
- Sauren in der Emulsion 53. 59. 67.
- — im Pyrcgallol-Entwickler 114.
- — — Hrdrochinon-Entwickler 126.
- — — L'isenoxalat-Entwickler 110. 366 400. 416.
- Schellack in der Emulsion 64. Schaukelapparat zum Entwickeln 284.
- — im Negativlack 334.
- — für Papierbilder 377.
- Schleier in der Gelatine-Emulsion 51. 437.
- — grüner 51. 440.
- — rother 51. 439.
- — chemischer durch starkes Erhitzen zu viel Ammoniak etc. 53.
- — infolge der Aufbewahrung 276.
- — Gegenmittel 53. 55. 237.
- — durch Druck s. Druekschleier. Schlieren s Fehler.
- Schlippe’s Salz 324.
- Schmelzen der Emulsion 39. 235 Schmelzpunkt der Gallerte 25.
- Schneiden der Platten 254.
- Schrift, Uebertragung auf Gelatineplatten 460.
- — durch Druck sichtbar machen 51. 94.
- Schwefelcyan s. Rhodan,
- Schwefelsäure in der Emulsion 211.
- — zum Trocknen 269.
- — zur Ausscheidung von Bromsilber 256.
- Sehwefligsaures Ammoniak 115,
- — Natron in der Emulsion 61.
- — — im Entwickler 115. 125.
- — __ — — (s, auch Natron)
- — — saures im Fixirer 308. Sehwcfelige Säure 308.
- Seicpticon 375.
- Seife in der Emulsion 64.
- Semiglutiu 26.
- Sensibilisatoren, optische 154.
- — s. auch Farbstoffe.
- Sensitometer 138.
- Siede-Emulsion 215.
- Silber, Gewinnung aus Rückständen 456. Silbercarbonat 1.0.
- Silberacetat 10. 36.
- Silbereitrat iO. 36. 418.
- Silberehropiat 11,
- Silbertartmt (s. weinsaures).
- Silberoxalat 421,
- Sil beim Wat, allgemeine Eigenschaften 8-
- — überschüssiges in der Emulsion 3o.
- 84.
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-
-
- Saeh-Register.
- 475
- Silbenutrat als Verstärker 322.
- — Verhältniss zum Bromsalz 30.
- Sil b eroxy da m moniak 8.
- — Emulsion 208.
- Silberoxyd, salpetersaures s. Silberuitrat.
- — kohlensaures ete. s. Siberearbouat ete. Silbersubbromid 84.
- Soda s. kohlens. Natron.
- Soda-Entwickler im Pyro 114. 294.
- — — — Hydrochinon 126.
- — — — Eikonogen 304.
- Soda in der Emulsion 62.
- Solarisation 88.
- Spectrum, Wirkung auf Bromsilber 148.
- — — — Chlorsilber 148. 153.
- — — — Jodsilber 152.
- Stärke in der Emulsion 51.
- Sulfit s. schwefligsaures Salz.
- Tannin in der Emulsion 67.
- — im Entwickler 122.
- — im Gerbebad 451.
- Temperatur, Einfluss auf latentes Bild 90.
- 92.
- — — — Entwicklung 90.
- — beim Mischen der Emulsion 207.
- — beim Trocknen der Platten 265. Thonerde, Schwefelsäure 332.
- Thymol, in der Emulsion 71.
- Tonen der Bilder 369.
- Transparente Bilder s Diapositiv.
- Trocknen der Gelatineplatten 264.
- — mit Alkohol 268.
- mit Schwefelsäure etc. 269.
- — der Gelatine-Emulsion 232. Tropfgläser 285.
- T ebergiessen der Platten mit Emulsion 243. Umgekehrte Negative für Lichtdruck 449. Umkehrung des Bildes während der Entwicklung 449.
- Unlöslichwerden der Gelatine-Emulsion durch Licht 100.
- Unsichtbares Lichtbild s. Latent Unterehlorigsaures Zink 307.
- — Kali s. Eau de Javelle.
- Unterguss der Platten s. Vorpräpantion. Unterphosphorigsaure Salze 123. 131.
- Unterschwefligsaures Natron s. Fixirnatron. Urannitrat in der Emulsion 70. Urantonbad 369 Uranverstärker 323.
- Ventilation der Dunkelkammer 196.
- — — Trockenräume 264.
- Verbleichen verstärkter Negative 324. Vergara film. 349.
- Vergolden der Bromsilberbilder 369.
- — von Chlorsilberbildern 404. 413.
- — von Ohlorbrombiidern 416.
- \ — von Aristobildern 424.
- | — von Obernetterpapier 429.
- j Vergrösserung auf Bromsilberpapier 374.
- | — von Negativen 389.
- | Verkehrte Negative 344, 386.
- Verpacken der'Platten 270.
- Verstärken mit Quecksilber 319.
- — — Quecksilber und Hydrochinon 319.
- — — Queksilber und Cyan 320.
- — nach Edward’s 321.
- — mit Silber 322.
- — mit Uran und Blei 323.
- — verblichener Negative mit Sehlippe’s Salz 324.
- -- Fehler dabei 452.
- Verzerrung der Gelatinenegative 96.
- — s. auch mikroskopische Messung. Verzögerer im Entwickeln 112. 117. 120.
- 126. 195. 302. 325.
- Vorbelichtung 95.
- Vorpräparatioa der Glasplatten 201. 344.
- Wachs für Negativpapier 355.
- Waschapperate 227 312
- Waschen der Emulsion mit Wasser 227.
- — __ _ mit Alkohol 229.
- — — fixirten Platten 312. Wässeriger Schellaekfimiss 334. Wassergehalt. Einfluss auf die Emulsion 86. Wasserglas zum Putzen der Platten 200. Wasserstoffsuperoxyd 59. 317.
- Weinsäure im Oxalat-Entviekler 109. 110.
- — — im Pyro-Entwickler 114. Weinsäure Salze im Entwickler 134.
- — — in der Emulsion 421.
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- 476
- Sach-Register.
- Zerkleinern der Emulsion 226 Zerschneiden der Platten 274 Zersetzen von Halogenen 6.
- Zerstörung des latenten Bildes s. Latentes Bild.
- Zerstörung von Sehleier s. Schleier •Zucker im Oxalat-Entwickler 143.
- — — - Pyro-Entwickler 120.
- — in der Emulsion 63. Zurückgehen des latenten Bildes <S7.
- Druckfehler.
- Seite 305, Zeile 22 von oben soll es heissen: B. 60 — 75 g Kalium- oder Natrium-carbonat (calcinirt) gelöst, in 500 ccm Wasser.
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