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Lechner's Mittheilungen aus dem Gebiete der Literatur und Kunst, der Photograpie und Kartographie
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- 12. Mârz 1892.
- Lechner’s Mittheilungen
- aus dem Gebiete
- der Literatur und Kunst, der Photographie imd Kartographie.
- Jâhrlich 12 Nummern. — Preis incl. Versendung jiihrl. Einen Gulden.
- R, LECHNER’S K. UND K. HOF- UNdUNIVER-
- SIT ÂTS-BUCHHANDLUNG (WILH. MULLER)
- WIEN, GRABEN 31, „AZIENDAHOF“.
- R. LECHNER’S PHOTOGRAPH. MANUFACTUR U. PHOTOGRAPH. ATELIER (WILH. MÜLLER).
- P. T.
- In nachstehenden Zeilen beehren wir uns, den Herren Ingenieuren, Tech-nikern, Architekten undMilitàrs u. s. w. neben einem kurzen Abriss überZwecke und Ziele der Photogrammetrie auch ein
- Yerzeictmis über pMogrammetiMe Apparate und Utensilien
- vorzulegen. Wir bitten, diese Nummer einer gefâlligen Durchsicht zu wiirdigen, und sind überzeugt, dass viele Herren uns dankbar sein werden fur den Hin-weis, wie nützlich sich die Photographie fiir die Ingenieurwissenschaften er-weisen kann, wenn sie in rationeller Weise angewandt wird.
- In Rücksicht darauf, dass uns auf dem Gebiete der Photogrammetrie mehr-jahrige Erfahrungen und der Rath und die Unterstützung der hervorragendsten Fachmanner zur Seite stehen, kônnen wir aile Garantien fiir fachgemâsse solide Ausführung von photogrammetrischen Apparaten bieten, und wir hoffen, dass nunmehr, nachdem sich die technischen Hochschulen fast sàmmtlich schon mit Photogrammetrie beschàftigen, nachdem hohe Militàr- und Civilbehôrden, wie : die k. k. Generaldirection der osterr. Eisenbahnen, das k. und k. Militàr-Geographische Institut und das k. k. Ackerbauministerium dieser Disciplin thatkraftige Unterstützung entgegenbrachten und Apparate durch unsere An-stalt bezogen, auch in weiteren Kreisen die Photogrammetrie Eingang finden moge. Wenn diese Zeilen hiezu beitragen, so ist der Zweck derselben erreicht.
- Hochachtungsvoll
- R. Lechner’s
- Photographische Manufactur
- (Wilh. Müller)
- 31 Graben WIEN Graben 31.
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- Lechner’s Mitthejlung-en.
- Die Photogrammetrie.*)
- Die Photogrammetrie oder Lichtbildmesskunst lehrt, aus photographischen Bildern Grundriss und Aufriss eines aufgenommenen Objectes, also Plane fur Gebàude und kleinere und grôssere Terrainabschnitte, sowie Karten dar-zustellen.
- Schon kurz nach der Erfindung der Photographie hat man mit Erfolg versucht diese damais neue Kunst für Messzwecke anzuwenden, und zwar zuerst in Frankreich, wo der jetzige Oberst Laussedat, welcher aus zwei Aufnahmen, von verschiedenen Standpunkten aus, den Plan von einem Theile von Paris entwarf, der allen Anforderungen entsprach.
- In Deütschland, respective Preussen war es zuerst Meydenbauer, welcher die Photogrammetrie pflegte und dem nach unendlichen Schwierig-keiten die Schaffung eines eigenen unter dem Unterrichtsministerium stehenden Instituts für Photogrammetrie gelang. Dieses Institut pflegt fast ausschliesslich Architekturaufnahmen und hat in dieser Richtung mustergiltige Arbeiten geliefert.
- In Italien benützt man schon seit 1875 die Photographie als Hilfsmittel bei topographischen Arbeiten, und besonders den Bemühungen des bekannten Ingenieur-Topographen L. P. Paganini ist es zu danken, dass in diesem Lande die Phototopographie officiell anerkannt wurde, und dass bei der Landesaufnahme überall da, wo schwieriges Terrain das Arbeiten mit dem Messtisch so gut wie unmoglich machte, der Phototheodolit in Action tritt.
- In Oesterreich hatte man sich bis circa 1887 nur theoretisch mit der Photogrammetrie befasst, und erst in dem genannten Jahre begannen auch praktische Verwerthungen derselben durch die Herren Hafferl und Maurer, behufs Erbauung eines eigenen Apparates, wie er spater beschrieben wird. In hervorragendster Weise jedoch fand die Photogrammetrie Anwendung bei den Lawinenverbauungsarbeiten am Arlberg, wo Oberingenieur Y. Pollack grosse Arbeiten lieferte, die in Fachkreisen berechtigtes Aufsehen erregten, allgemeine Anerkennung fanden und regstes Interesse für die Photogrammetrie erweckten. Sodann war es, durch obige Arbeiten angeregt, besonders Pro-fessor Steiner, welcher im Sommer 1891 mit seinen Horern Aufnahmen bei Prag machte und theils durch Vortràge, theils durch literarische Arbeiten sich als eifriger Forderer der Photogrammetrie envies.
- Die Anwendung der Photographie in der Messkunst basirt auf der Méthode des Vorwarts- oder Seitwartseinschneidens, durch welche irgend ein Punkt durch den Schnitt zweier oder mehrerer Yisuren von bekannten Punktén aus festgelegt wird. Jede mit einer winkeltreu, also richtig zeichnenden Objectiv-linse aufgenommene Photographie ist nâmlich eine geometrisch richtige Perspective, eine centrale Projection des aufgenommenen Objectes, und sobald die Lage des Centrums der Perspective gegenüber der Bildebene bekannt ist, hat man ein ganzes Bündel von Yisirstrahlen, die vom Centrum zu den ein-zelnen Punkten gehen, gegeben. Bringt man nun diese Visirstrahlen eines
- *) Die nachstehenden Zeilen basiren auf der Broscliüre: „Die photographisclie Terrainaufnahme (Photogrammetrie oder Lichtbildmesskunst).“ Von Vincenz Pollack, Oberingenieur der k. k. General direction der ôsterreichischen Staatsbahnen.
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- Standpunktes mit den correspondirenden Strahlen eines zweiten Standpunktes zum Schnitte, so ist dadurch die Lage der gesuchten Punkte im Raume fixirt.
- Zur Construction ist nebst der richtigen Lage (Orientirung) der Platten die Kenntnis dreier Grdssen: des Hauptpunktes, des Horizonts und der Bild-weite nôthig, wobei unter Hauptpunkt derjenige Punkt gemeint ist, welcher durch eine Senkrechte vom Brennpunkte der Objectivlinse auf der Bildebene markirt wird.
- Die fur die Photogrammetrie benützbaren Instrumente lassen sich in drei Kategorien theilen, u. zw. : 1. Gewôhnliche photographische Apparate. 2. Photo-grammeter. 3. Phototheodolite,
- I. a) Jeder mit richtig zeichnender Linse versehene photographische Apparat kann zu Aufnahmen verwendet werden (siehe Fig. 1, Seite 10).
- Ist das aufzunehmende Object so beschaffen, dass es moglich wird, aus der Photographie die nôthigen Stiicke, Hauptpunkt, Horizont und Bilddistanz herauszuconstruiren, so braucht man am Apparate keine Markirungen oder Bestimmungen vorzunehmen. Man benützt hiezu Gebaude oder fügt dem Object einen Gegenstand bei, z. B. ein horizontal liegendes Quadrat, welches die perspectivischen Elemente hinreichend bestimmt.
- Ist man in der Lage, die Platte parallel zum Objecte zu stellen, beispiels-weise verticale Platte parallel vor einer Gebaudefaçade oder horizontal liegende Platte über einen ebenen Terrainabschnitt, einer Kiistenlinie, einem Gebàude-grundrisse von erhohten Standpunkten oder vom Luftballon, so braucht man am Apparate nichts zu messen, nur am Objecte muss die Lange einer Strecke bekannt sein oder gesucht werden, das Yerjiingungsmass dieser Lange ist so-dann jenes des ganzen Planes.
- Wird von zwei Standpunkten aus gearbeitet, so bestimme man sich fur die Bildweite unter Zuhilfenahme von Langen- oder Winkelmessungen die Lage dreier beliebiger Punkte pro Platte von jedem Standpunkte aus, und sollen für die Bestimmung des Horizonts zwei dieser oder beliebig anderer Punkte im Niveau der Caméra liegen. Dazu ist die Yerwendung von Messinstrumenten nothwendig. Nach bekannten Gesetzen construirt sich sodann der Plan.
- b) Photographische Apparate mit speciellen Adaptirungen.
- Soll ohne Zuhilfenahme von anderen Behelfen, resp. Instrumenten, gearbeitet werden, so muss man specielle Vorbereitungen treffen, um Hauptpunkt und Bilddistanz am Apparat zu markiren. Dadurch wurde ein Uebergang zu den nachfolgenden Apparaten geschafïen (siehe Fig. 2 und 3, Seite 11).
- IL a) Eigentliche photogrammetrische Apparate (Photogram-meter), die eigens für Zwecke der Photogrammetrie gebaut sind.
- Einen solchen haben wir zuerst im Jahre 1887 nach Angaben der Herren Hafferl und Maurer nach dem Vorbilde Meydenbauer’s als Versuchsapparat construirt.
- MitdiesemInstrument, welches seinerzeitmitBenützung eines altenTheo-doliten hergestellt wurde, haben genannte Herren intéressante Vorversuche gemacht, die jedoch zu eigentlicher grôsserer praktischer Verwerthung nicht gelangten; dagegen hat Herr Oberingenieur V. Pollack mit demselben Apparat
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- am Arlberg grôssere Arbeiten durchgeführt. Fig. 4 auf Seite 13 zeigt einen vollstàndigen Photogrammeter, wie wir ihn für das k. k. Ackerbau-Ministerium, zur Verwendung bei Wildbach-Verbauungen, lieferten.
- b) Photogrammetrischer Messtisch (System Hübl). Patent angemeldet.
- Bei jeder photogrammetrischen Aufnahme müssen Winkelbestimmungen vorgenommen werden, um die Bildebenen gegen die gewàhlten Standpunkte orientiren zu kônnen.
- Zu diesem Zwecke benützt man entweder ein eigenes Winkelmessinstrument, oder man combinirt ein solches mit der photographischen Caméra.
- Die gegenwàrtig gebrâuchlichste Construction ist der Phototheodolit; er ist ein Apparat von allgemeinster Anwendbarkeit und liefert bei guter Ausführung und sachkundigem Gebrauche vollkommenverlassliche Re-sultate. — Das immerhin bedeutende Gewicht aber, sein hoher Preis und die sorgfaltige Behandlung, die er selbstverstàndlich erfordert, sowie der bedeutende Zeitaufwand, welchen das Messen der Winkel erfordert, lasst es in vielen Fàllen wünschenswerth erscheinen, den Apparat und die Méthode der Winkelbestimmung thunlichst zu vereinfachen.
- Da bei der Venverthung der photographischen Aufnahme die gemessenen Winkel mittelst eines Transporteurs oder einer Sinustafel auf die Zeichenflâche aufgetragen werden müssen, so liegt die Idee nahe, das Messen der Winkel ganz zu umgehen und sie durch Ziehen der Rayons auf einem Blatt Papier zu fixiren.
- Bei der Construction des Planes kônnen dann diese Winkel mit grôsster Leichtigkeit und Genauigkeit auf die Zeichenflâche übertragen werden.
- Nach diesen Gesichtspunkten hat Hauptmann Baron Hübl im k. u. k. militàr-geographischen Institut in Wien einen Apparat construirt, welcher nach-stehend beschrieben ist: Der Apparat Hübl’s, photogrammetrischer Messtisch genannt, besteht aus einer photographischen Caméra, deren obéré Flàche ein Zeichenbrettchen bildet, und einem Perspectivlineal, das, um einen Zapfen drehbar, das Ziehen der Rayons ermôglicht. Der Zapfen lasst sich entweder in der Mitte des Brettchens oder über dem Objectiv befestigen, so dass bei gewissen Operàtionen, die lange Rayons erfordern, z. B. bei Be-stimmung der Bildweite, ein Uebertragen der Winkel nicht erforderlich ist.
- Der in der Linealkante liegende Drehpunkt wird durch einen Nadelstich markirt.
- Das Messen der Hôhenwinkel wird durch einen kleinen am Fernrohr-stander angebrachten Verticalkreis ermôglicht.
- Um die Bildweite jederzeit constant zu erhalten und die sonst unvermeid-lichen Cassettenfehler zu eliminiren, wird die photographische Platte mittelst Spiralfedern gegen einen mit dem Objectiv starr verbundenen Metallrahmen, der die Horizontal- und Verticalmarken enthalt, gepresst.
- Bei Arbeiten, die keine besondere Pràcision erfordern, kann eine Roll-cassette mit Celluloidfilms verwendet werden, wobei die Bildung grôsserer Falten durch das Anpressen des erwahnten Rahmens verhindert wird. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Celluloidfolie in der Rollcassette eine elastische Streckung erleidet, daher die sich ergebenden Terrainbilder in horizontaler und verticaler Richtung scheinbar verschiedenen Bildweiten ent-
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- sprechen. Diese scheinbaren Bildweiten lassen sich aber durch Messen der Horizontal- und Verticalmarkenentfernungen leicht ermitteln, wenn man es nicht vorzieht, das Einpassen der Bildebene nach drei gezogenen Rayons vorzuriehmen.
- Der Apparat zeichnet sich durch seine Einfachheit und compendidse Form nus und ist in Yerbindung mit einer Rollcassette besonders als Reiseapparat fur flüchtige Aufnahmen grôsserer Terrainstrecken geeignet.
- Bei Arbeiten, welche thunlichste Genauigkeit erfordern, kann der Apparat selbstverstàndlich den Phototheodoliten nicht ersetzen; mindestens soll er in diesen Fallen nicht fur die Ermittlung von Standpunkten, die ausserhalb der gemessenen Basis liegen, venvendet werden.
- III. Phototheodolit (System Pollack). Patent angemeldet.
- Damit soll ein Instrument bezeichnet werden, welches ausser der Caméra noch Horizontal- und Verticalkreis nebst einer genauen Yisirvorrichtung (Fernrohr) besitzt, mithin ein vollkommenes Universalinstrument bildet.
- Solche sind auf Grund der Erfahrungen genannten Fachmannes in unserer Werkstàtte ausgeführt worden.
- Der erste von uns angefertigte Phototheodolit kam am IX. deutschen Geographentage seitens der k. k. Generaldirection der dsterreichischen Staats-bahnen zur Ausstellung. Es war überhaupt der erste Phototheodolit, der in Oesterreich gebaut wurde (siehe Fig. 5, Seite 15).
- Derselbe besteht aus einer photographischen Caméra C mit constanter Bildweite (fur Plattengrôssen von 18/24 cm) in Verbindung mit einem Theo-dolit, und ruht das Ganze auf einem Dreifussstativ. Die über einem Horizontal-kreise K montirte Blechcamera ist mit einem der Hôhe nach langs einer mit Nonius n versehenen Theilung t verschiebbaren Objectiv o, dessen Brenmveite 210 mm betrâgt (ein Anastigmat Weitwinkel 1:18 von Zeiss in Jena), sowie riickwârts an der Mattscheibe zur Darstellung eines Fadenkreuzes mit vier beweglichen Fâhnchenmarken — zwei Horizontal- und zwei Verticalmarken versehen, welche beim Gebrauch an die lichtempfindliche Schichte der Platten angedreht und mitphotographirt werden. Anstatt dieser waren auch in den Doppelcassetten genau in Centimeter getheilte Markenrahmen aus Blech ein-gesetzt, die rectificirbar eingerichtet sind. Seitlich der Caméra ist ein durch ein Gegengewicht G equilibrirtes Fernrohr F mit Aufsatzlibelle L an dem Fernrohrtràger T angebracht, welches umlegbar und dessen Fâdenkreuz auch zum Distanzmessen eingerichtet ist. Damit in Verbindung steht ein Vertical-bogen mit Nonius, so dass also mit dem Instrumente nicht bloss photo-grammetrische Aufnahmen, sondern auch Nivellements, Horizontalwinkel-, Verticalwinkel- und Distanzmessungen (tachymetrische Aufnahmen) durch-geführt werden konnen.*)
- Die Horizontalstellung des Instrumentes geschieht mittelst der drei Stell-schrauben S und der Kreuzlibellen /. Die Rahmen der Mattscheibe und der Cassetten sind durch einen Einschnitt und eine einschnappende Feder nach jedesmaligem Einschieben in gleicher Stellung festgeklemmt. Ein Ein- oder
- *) Nâheres siehe: Wochenschrift des dsterreichischen Ingénieur- und Architelvten-vereines, Jahrg. 1891.
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- Ausziehen der Mattscheibe oder Cassetten bei angelegten Marken, welches letztere beschàdigen konnte, ist durch einen an die Stellschraube der Marken befestigten Schieber verhindert.
- Zur ersten grosseren Verwendung gelangte der Phototheodolit bei der Aufnahme des Lawinengebietes am Reichenstein, südlich von Eisenerz in Steiermark, woriiber Naheres zu finden ist in der Broschüre: Die photo-graphische Terrainaufnahme von Yinc. Pollack, Wien 1891, R. Lechner’s k. und k. Hof- und Universitàts-Buchhandlung.
- Nachdem bei Terrainaufnahmen fur Strassen-, Wildbach- oder' Lawinen-vrerbauungen u. s. w. Instrumentenstandpunkte gewàhlt werden müssen, die weder in einer Operationslinie noch durch eine Trianguîirung festgelegt sind und die fortwâhrende Mitnahme eines zweiten Instrumentes gewohnlicher Construction (Theodolit) nicht nur làstig und das doppelte Aufstellen zeit-raubend und auch unokonomisch erscheint, so ist mit dem Phototheodolit die Môglichkeit gegeben, durch entsprechende Messungen die jeweilige Lage des Standpunktes sowôhl als auch die Lage der Platten sowie Hauptpunkt, Hori-zont und Bildweite wiederholt zu controliren, beziehungsweise zu bestimmen, sowie auch, wo passend, tachymetrische Aufnahmen an Stelle photogrammetri-scher zu substituiren.
- Ab und zu werden noch andere Formen von Apparaten für ganz specielle Zwecke auftreten, die hier nicht behandelt werden konnten.
- Die photogrammetrischen Instrumente müssen folgenden Bedingungen entsprechen :
- 1. Die Bildebene muss genau vertical stehen.
- 2. Das zur Festleguhg des Hauptpunktes im Bilde liegende Fadenkreuz muss so liegen, dass der Horizontalfaden den Schnitt einer Horizontalebene, der Verticalfaden den Schnitt einer Verticalebene durch den Brennpunkt des Objectivs darstellt.
- 3. Die Bilddistanz wird am besten unveranderlich angenommen, oder muss am Apparat eine Theilung zym Ablesen derselben angebracht sein, oder sie muss anderweitig gefunden werden konnen.
- 4. Das Objectiv muss bis an die Bildrànder perspectivisch richtig zeichnen.
- 5. Bei Instrumenten mit Fernrohr soll die optische Achse desselben mit jener der Caméra parallel sein.
- Die Prilfung und Berichtigung der Instrumente erstreckt sich ausser auf die allen hieher gehdrigen Apparaten gemeinsamen eigenthümlichen Eigen-schaften zum Theil auch auf die jeweiligenbesonderen Einrichtungen derselben.
- An dieser Stelle kann auf die Einrichtung der verschiedenen photographi-schen Objective und die Anforderungen an dieselben nicht eingegangen werden, doch ist zu erwahnen, dass für Messzwecke die Objective bis moglichst an die Bildrànder winkeltreue Zeichnungen und durch Anwendung der kleinsten Blenden (welche die Randstrahlen abhalten) ein moglichst scharfes und tiefes Bild geben müssen.
- Die Prüfung und Berichtigung des in Fig. 5 abgebildeten Phototheodoliten muss seinen Eigenschaften als Tachymeter und den angeführten photogrammetrischen Bedingungen entsprechen und erfolgt daher bezüglich ersterer durch Prüfung und Rectification der Kreuzlibellen; der Aufsatzlibelle des
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- Lechner’s Mittheilungen.
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- Fernrohres, wobei nach der Berichtigung der Verticalbogen 0° zeigen, beziehungsweise der Nonius danach gestellt werden muss; des Fadenkreuzes im Fernrohr; der rechtwinkeligen Stellung der horizontalen Drehachse des Fernrohres zur verticalen Umdrehungsachse des Instrumentes und der Visur-linie des Fernrohres zu seiner horizontalen Drehachse, ebenso wie dieBestim-mung der Constanten der Distanzmessung nach bekannten Yorgàngen. Die Prüfung und Berichtigung der photogrammetrischen Einrichtung geschieht in folgender Weise :
- 1. Vor Allem ist zu untersuchen, ob das Ein- und Ausschieben der Cassetten sowohl als auçh der Cassettendeckel leicht und dabei doch licht-dicht vor sich geht, so dass bei festgeklemmter Alhidade Rückungen oder Verdrehungen weder an der Caméra noch am ganzen Apparate sich bemerk-lich machen. Durch vier Schrauben mit federnden Unterlagsplâttchen an der Rückseite der Caméra konnen zur Regelung der Führung die Faîze nach Bedarf etwas enger oder weiter gestellt werden. Verdrehungen an der Caméra (durch die Verschiebung der Bilder in der Mattscheibe leicht kenntlich) sind durch Anziehen der Befestigungsschrauben am Verticalzapfen oder durch den Mechaniker zu beheben.
- 2. Lothrechtstellung der Platten. Die Untersuchung erfolgt mit Hilfe eines mehrere Meter entfernt vom zu prüfenden horizontirten Apparat auf-gestellten Nivellirinstrumentes, wobei ersterer so lange gedreht wird, bis man das Spiegelbild einer aufgestellten Nivellirlatte mit sehr deutlicher lichter Theilung in einer an die Stelle der empfindlichen Platten angebrachten gut spiegelnden Scheibe (Mattscheibe) durch das wagrecht gestellte Fernrohr des Nivellirinstrumentes sieht. Sind die Ablesungen an der Latte und in der Scheibe gleich, so steht die Platte senkrecht auf der horizontalen Absehlinie des Nivellirinstrumentes, mithin vertical. Eine Abweichung in der Ablesung ist durch Neigung der Caméra auf der Grundplatte vermittelst der unter dem Objective befindlichen Stellschraube mit Gegenmutter zu beheben, wobei die Drehung um die Schrauben erfolgt. Ist das Spiegelbild etwa 5 bis 6 m, der Apparat also halb so weit vom Auge entfernt, wobei man auf 1 bis 2 mm genau ablesen kann, so làsst sich dadurch die Lothrechtstellung auf 1 bis 2 Minuten sicher bewerkstelligen, doch beeinflusst selbst eine fehlerhafte Neigung bis zu 5 Minuten nur die grossten Bildcoordinaten. Im Bilde selbst miissen aile lothrechten Linien parallel erscheinen.
- o. Hauptpunkt und Coordinatensystem.
- 7.) Horizontmarken. Um zu finden, ob eine durch den optischen Mittel-punkt des Objectivs gehende Horizontalebene die beiden Horizontalfahnchen-marken trifft, beschafft man sich mit dem Fernrohre des Instrumentes einen entfernten Punkt, welcher in gleicher Hohe mit dem Objectiv liegt. Das Bild dieses Punktes muss in der Mattscheibe bei Drehung der Caméra um ihre Ver’ticalachse in den Horizontalmarken liegen. Abweichungen sind mit den Correctionsschràubchen an den Fahnchenmarken zu beheben.
- Hebung oder Senkung des Objectivs verschieben den Horizont um das Mass derselben (im Maximum um -j- oder — 50 mm), und ist bei den Aufnahmen deren Grosse genau vorzumerken, um im Bilde eingetragen werden
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- zu kônnen. Nur bei nahen Punkten ist der Unterschied zwischen Fernrohr* visurhôhe und jener der Caméra zu beobachten.
- P) Verticalmarken (Hauptverticale) und
- 4. Bildweite.
- Die Prüfung der richtigen Lage der Verticalfàhnchen (und Kerben bei dem Markenrahmen) erfolgt mit Hilfe von Winkelmessungen und wird zugleich auch die Prüfung, beziehungsweise Bestimmung der Bildweite dadurch er-môglicht.
- Durch das Fernrohr des Instrumentes oder durch ein auf der Matt-scheibe im Augpunkte gezogenes Coordinatensystem kônnen bei den photo-grammetrischen Aufnahmen einzelne bekannte Punkte in der Natur, deren Bilder ins Fadenkreuz oder auf die Linien fallen, zur Contrôle dienen. Die Bildweite ist fur jede Platte der Cassetten zu bestimmen.
- 5. Die Untersuchung, ob das Objectiv perspectivisch richtig, also winkel-treu zeichnet, erfolgt, wenn man vorstehende Winkelmessungen auf eine grôssere Anzahl von Punkten bis an den Rand der Platten bei den extremsten Stellungen des Objectivs ausdehnt. Man kann fur je drei Punkte die Bildweite genau rechnen, und soll sodann, abgesehen von kleinen unvermeidlichen Be-obachtungsfehlern, nahezu dieselbe Bildweite fur die gleiche Platte resultirem
- 6. Parallelitat der optischen Achsen der Caméra und des Fernrohres.
- Wird das Fadenkreuz des horizontal gestellten Fernrohres auf einen
- weit entfernten Punkt gerichtet, so muss das Bild in dèn Kreuzungspunkt der Verbindungslinien der Marken auf den Mattscheiben der Caméra fallen. Die Be-richtigung am Phototheodolit Fig. 5 findet durch entsprechende Hebung oder Senkung der Theilung und des Objectivs bis in die gleiche Hôhe des Fernrohres unter Vormerkung oder Einreissung einer Marke an der Vertical-theilung des verschiebbaren Objectivs sowie durch entsprechende Verstellung' des Fernrohrtràgers mittelst der vorhandenen Rectificirschrauben zunachst des Yerticalzapfens des Instrumentes statt.
- Da das Einstellen des auf der Mattscheibe gezogenen Faden- oder Linienkreuzes auf einen Punkt einer gewissen Unsicherheit (gegenüber einer Fernrohrvisur) nicht entbehrt, so prüft man noch mit Zuhilfenahme eines in nachster Nàhe aufgestellten Nivellirinstrumentes, dessen wagrecht gestelltes Fernrohr durch einige Yersuche genau in die gleiche Hôhe des Fernrohres des Phototheodoliten gebracht wird, die Lage der optischen Achsen von Fernrohr und Objectiv in einer gemeinsamen Horizontalebene.
- Unter der Annahme, dass der Aufnahmeapparat vollstândig berichtigt ist und die Copien genau die Maasse des Negativs (aus welchen sich direct nur schwer eine grôssere Anzahl Maasse entnehmen làsst) geben, hàngt die zu erzielende Genauigkeit der ganzen Arbeit hauptsàchlich von dem richtigen Abgreifen der Maasse im Bilde (mitunter auch auf der Mattscheibe) ab. Sollen die Fehler nicht vergrôssert werden, so wàren im Grundrisse nur Punkte zu construiren, die zwischen der in natürlicher Grosse aufgetragenen Entfernung von Standpunkt und Platte fallen.
- Mit dem in kurzen Grundzügen vorgeführten photogrammetrischen Ver-fahren ist ein neues, sehr willkommenes Mittel fur Horizontal- und Vertical-aufnahmen in die Reihe der Messoperationen eingetreten, dessen Wichtigkeit
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- fiir schwer zugàngliche oder hohe Gebâude, Kirchen, Intérieurs und schwer gangbares oder gar unzugàngliches Terrain sowie auch Richtigkeit, Raschheit, Billigkeit und Bequemlichkeit — da die anstrengende und theure Arbeit im Freien auf ein Minimum reducirt wird — nicht genug hervorgehoben werden kann. Besonders dort, wo màchtige Yerticalerhebungen dominiren, beherrscht sie unumschrànkt aile anderen Methoden.
- Fragt man sich nun, wie es kommt, dass die Photogrammetrie trotz ihrer vielen Vorziige bisher verhâltnismâssig so wenig Anwendung findet, so dürften es wohl zwei Punkte sein, welche bisher die Fachkreise davon ab-hielten, und zwar erstens der Mangel an geeigneten Instrumenten und zweitens die mangelnde Kenntnis der photographischen Technik seitens eines Theiles der hiezu Berufenen. .
- Was nun die Frage der Instrumente anlangt, so glauben wir durch Er-richtung einer eigenen
- Constructionswerkstâtte für Photogrammetrie
- éinem wirklichen Bedürfnis abgeholfen und durch die bisher an hohe k. k. Mini-sterien, Unterrichtsanstalten (technische und forstliche Hochschulen) und andere Behorden gelieferten Instrumente den Beweis erbracht zu haben, dass wir
- Phototheodolite, die in jeder Beziehung den hôchsten Anspriichen auf Pracision und solide Ausführu.ng ent-sprechen, zu liefern imstande sind.
- Die andere Frage, die Erlernung der Photographie betrefifend, ist gegenwârtig ebenfalls leicht gelôst, denn die neuen Errungenschaften der Photographie erleichtern die Ausiibung dieser Kunst ganz wesentlich, und wàhrend in früheren Jahren, als die Bromsilbertrockenplatten noch nicht vor-handen waren, die Erlernung geraume Zeit beanspruchte, nicht unwesentliche Kenntnisse in der Chemie, ebenso auch manuelle Fertigkeiten und vor Allem eine sehr grosse Geduld erforderten, so ist dies jetzt ganz anders geworden, und die wenigen Handgriffe kbnnen in kürzester Zeit, unter Umstanden in einigen Stunden erlernt sein.
- Da nun ausserdem in letztvergangenen Jahren eine reiche Fachliteratur entstanden ist, und zwar sowohl eigene Werke vom kleinsten bis zum grossten Ümfang als auch die verschiedensten Artikel in Zeitschriften, so ist es sehr leicht geworden, sich auf dem Gebiete der Photogrammetrie zu orientiren, und es ist zu wünschen, dass diese Wissenschaft, nachdem die Schwierigkeiten, welche ihr früher hinderlich ware'n, beseitigt sind, berechtigte Yerbreitung finden moge.
- Indem wir nachstehend ein Preisverzeichnis über photogrammetrische Âpparate überreichen, bitten wir, dasselbe einer gefalligen Prüfung zu unter-ziehen und uns eventuell mit werthen Auftragen zu beehren. Für sachgemasse Arbeit und grôsste Pracision konnen wir voile Garantie leisten.
- R. Leclmer’p Photograpliische Manufactur (ïïilh. Millier)
- 31 Graben WIEN Graben 31.
- G eneralvertretung der Dr. Meydenbauer’sclien photogramm. Apparate fiir Oesterreich-Ungarn.
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- PREISVERZEICHNIS.
- Die Preise verstehen sich in ôsterr. Wahrung. Auslândische Werthe werden zum jeweiligen Wiener-
- cours berechnet.
- I. a) Werner’s photographischer Salon- und Reiseapparat fur Bilder im Format 18 : 24 cm. Preis der Caméra nebst fünf Mahagoni-Doppel-cassetten, Stativ (in Futteral), Einstelltuch, Tornister und Objectiv (Zeiss’
- Anastigmat, Sérié 5, Nr. 5).......................ô. W. fl. 238.50
- Dtto. fur Bilder im Format 13:18 cm. Preis der Caméra nebst fünf Mahagoni-Doppelcassetten, Stativ (in Futteral), Einstelltuch, Objectiv (Zeiss’ Anastigmat, Sérié 5, Nr. 4)...............................b. W. fl, 195.75
- Nebenstehender Apparat eignet sich in Folge seiner soliden Ausführung und prak-tischen Construction besonders für photo-grammetrisch'e Arbeiten. Ausführliche, reich illustrirte Beschreibung des Apparates befindet sich in unserem Katalog, welcher auf Wunsch un-berechnet und portofrei versendet wird, ebenso auch in den Handbüchern von Eder, Pizzighelli, David und Scolik u. a.
- b) Adaptirung gewôhnlicher photographischer Caméras für photo-grammetrische Zwecke.
- Allgemeines für Adaptirung von W erner-Apparaten.
- Der Apparat muss vor Allem eine solide Basis erhalten, was erreicht wird, indem man ihn auf einen mit Verticalachse undBüchse versehenen Dreifuss mit Stellschrauben anbringt, um den Apparat horizontiren, beziehungsweise die Verticalachse senkrecht stellen zu kônnen. Das Befestigen auf dem Unterbau muss schnell und solid zu ermog-lichen sein, zu welchem Zweck drei Schrau-ben mit hinreichend grossen Kôpfen an einer mit der Verticalachse fest verbundenen drei-fltigeligen Platte hangen, die in jeder der drei môglichen Lagen in die correspon-direnden drei Muttern des Apparatgrund-brettes passen. So festgeschraubt lâsst sich der Apparat mit Hilfe von Kreuzlibellen oder feinen Dosenlibellen horizontiren, in hori-zontaler Ebene leicht drehen, festklemmen und mittelst Schraube bewegen. Die aufgestellte Visirscheibe muss senkrecht stehen, wenn die Libellen einspielen ; das ist durch die schràgen Metallstützen, welche Cassettentheil und Grundbrett verbinden, dadurch schnell und sicher zu bewerkstelligen, du am Ende der Lângsschlitze dieser Stützen tiefe Ein-
- Fig. 1. Werner’s photogr. Reiseapparat.
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- feilungen angebracht sind, welche von dem Schlitze rechtwinkelig abweichen und die Klemmschrauben aufnehmen, so dass nun ein Neigen der Visirscheibe nach vor- oder rückwârts ausgeschlossen ist. Zur Einstellung einer bleibenden festen Brennweite (Bildweite) des gewàhlten Objectivs sind auf dem Grund-brette deutliche Marken angebracht, eventuell auf Wunsch auch Millimeter-theilung und Nonius. Ist der Objectivtheilauf diese Marken, die der Brennweite des Objectivs ent-sprechen, eingestellt, so passen zwei Metallspan-gen oder Bügel mit den daransitzenden Kopf-schrauben an den ent-sprechenden Stellen des Cassetten- und Objectiv-theiles und geben ange-schraubt dem Apparat die nothige Stabilitat. Die Auf- und Abbewegung des Objectivs geschieht einfach mit der Hand, jedoch kann auf Wunsch Massstab und Nonius angebracht werden, um den 2. Werner-Apparat, adaptirt.
- jeweiligen Stand des Objectivs notiren zu kdnnen. Die Bewegung des Objectivbrettes mit Zahnstange und Trieb ist bei diesem Apparat schwieriger, weil diese das Zusammenlegen
- der Caméra behindern. Zwei oder vier Horizontal- und Vertical-marken, Spitzen oder Fâhnchen geben das nothige Fadenkreuz. Die Marken stehen genau rechtwinkelig zu einander und symme-trisch im Cassettentheil, so dass die Verbindungslinien der vier Spitzen bei horizontaler Auf-stellung des Apparates die Horizontale und Verticale reprasen-tiren. Bei Anwendung von Kreuz-libellen ist auf dem Grundbrette ein Schwalbenschwanzschlitten be-
- Fig. 3. Marken fur Fad.nkreuz.
- festigt, in welchen das auf emer
- Metallplatte montirte Libellen- .
- System eingeschoben wird. Dosenlibelle kann auf dem Grundbrett corrigirbar
- befestigt werden.
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- PREISE.
- (Die mit * bezeichneten Gtegenstande sind einzeln zu beziehen oder konnen nacbbestellt werden.)
- 1. Werner-Apparat, Format 18 : 24 (nàheres im Prospect und
- Preisverzeichnis photographischer Apparate, Seite 10) incl.
- Tornister...........................................d. W.
- *5 Doppelcassetten incl. Tornister ...........................
- Dreifuss mit drei Stellschrauben zum Horizontiren, mit daran-hângenden Fussplatten. Verticalachse undBüchse sowieKlemme mit feiner Bewegung, dreiflügelige Platte mit Verticalachse, verbunden mit drei Kopfschrauben zur VerbindungdesUnterbaues mit dem Apparate. Zwei Spangen mit Kopfschrauben fur constante Bildweite. Markenrahmen im Cassettentheil. Kreuzlibellen-
- system mit Schlitten, am Grundbrett zu befestigen........
- ^Anastigmat C. Zeiss, Jena, 1 : 18, Sérié 5, Nr. 5............
- Verpackkasten fur den Unterbau................................
- Stative ausHolz, massiv oder zerlegbar, sind zur Auswahl vorrathig
- à fl. 15.—- bis
- Federstange zur Verbindung von Apparat mit Stativ..........
- 2. Werner-Apparat, Format 13: 18 (Preisverzeichnis über photo-
- graphische Apparate, Seite 19, Tabelle), incl. Tornister.
- *5 Doppelcassetten incl. Tornister............................
- Bestandtheile fur Photogrammetrie genau wie oben...........
- *Anastigmat C. Zeiss, Jena, 1 : 18, Sérié 5, Nr. 4............
- Verpackkasten für den Unterbau.............................
- Stative aus Holz, massiv oder zerlegbar, sind zur Auswahl
- vorrathig................ ................. à fl. 15.—bis
- Federstange zur Verbindung von Apparat mit Stativ.............
- fl. 85, „ 69,
- „ 75.-72.— 3.50
- 35
- 5
- 80
- 58
- 75
- 60
- 3J
- 35
- 5
- II. Photogrammeter.
- Allgemeines.
- Diese von uns hergestellten Apparate bieten gegen die vorige Gattung grossere Zuverlàssigkeit im Gebrauch. Die photographische Caméra aus Metall ist moglichst direct mit der Alhidade des mit Horizontalkreis ausgestat-teten Unterbaues verbunden. Der kràftige Dreifuss mit drei Horizontir-schrauben und daran befindlichen Fussplatten tràgt die Büchse und Achse für Kreis und Alhidade, unter dem Kreise Centralklemme mit feiner Bewegung. Der verdeckte Kreis mit 16 cm Durchmesser ist in halbe Grade getheilt und durch zwei diamétrale, mit Loupen versehene Nonien, für welche die Kreis-decke (Alhidade) durchbrochen ist, auf eine Minute ablesbar. Ueber den Nonienfenstern sind Illuminateure zur besseren Beleuchtung der Theilflache angebracht. Theilung auf Silber. Die Caméra ist durch vier kràftige Schrauben, und zwar zwei in der Richtung der optischen Achse der Caméra zur gleich-zeitigen Senkrechtstellung der Visirscheibe und zwei rechtwinkelig dazu, zur Correctur des Achsenkreuzes auf der Visirscheibe, mit der-Alhidade des Unterbaues fest verbunden. Das photographische Objectiv ist ein Anastigmat C. Zeiss, Jena. 1: 18, Sérié V, Nr. 4. Es làsst sich an einer aufrecht ange-
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- Lechner’s Mittheieungen.
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- ordneten Caméra 50 mm nach oben und 50 mvi nach unten (d. h. über und unter Null der horizontalen Visur des Apparates) bewegen, was durch Massstab und Nonius bis auf 1j-l 0 mm markirt werden kann. Bei quer u
- angeordneter Caméra ist diese Verstellung des Objectivs nur bis auf 30 mm zulàssig. Für Fest-klemmung des verschobenen Objectivs ist gesorgt. Die Bewegung geschieht mittelst Zahnstangen und Trieb. Rechts und links unter der Vorderflache der Caméra sind rechtwinkelig zu einander und symmetrisch zur Caméra jus-tirbare Kreuzlibellen auf der Al-hidadeangebracht. Der Cassetten-theil der Caméra enthàlt je nach Wunsch für die Markirung der Horizontalen und Verticalen ein System von vier Fahnchen, welche gleichzeitig gegen die Bildebene bewegt werden kbnnen und jedes einzeln corrigirbar ist; oder es wird der unter „Phototheodolite“ besprochene Centimeterrahmen angebracht, Dem Apparat ist ent-weder eine Mattscheibe mit Centi-meterquadratnetz, Mittelachsen, in Millimeter getheilt, beigegeben oder eine Mattscheibe mit einem einfachen Kreuz, oder beide. Sie kbnnen ausgewechselt werden, und ist letztere in ihrem Rahmen corrigirbar untergebracht.Erstere dient zu annaherungsweisen Dis-tanz- und Grbssenbestimmungen im Freien, letztere zum Einvisiren der zu bestimmenden Winkel und Panoramengrenzen etc.
- PREISE.
- 1. Photogrammeter im Format 18 : 24 cm. Dreifuss mit drei Horizontirschrau-
- ben und daranhangenden Fussplatten. Büchse mit Verticalachse uud Centralklemmung mit feiner Bewegung. Verdeckter Horizontalkreis, l&cm Durchmesser, in halbe Grade getheilt, zwei diamétrale Nomengeben unter den drehbaren centralen Loupen eine Minute. Theilung auf Silber
- Fig. i. Photogrammeter.
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- Lkchxer’s Mitthfilungen.
- (auf Wunsch in Messing, dauerhaft versilbert). Auf der Alhidade Kreuz-libeilen 20—30 secundenwerthig, bequem corrigirbar. Caméra ganz aus Metall. Die Wànde innen versteift. Objectiv Anastigmat C. Zeiss, Jena, 1: 18, Sérié Y, Nr, 5, ist an der Yorderflàche mittelst Zahnstangen und Trieb in senkrechter Richtung verstellbar und festklemmbar. Die Verstellung betràgt über und uuter der horizontalen Visur, welche an einem mit Nonius versehenen Massstab durch Null erkennbar ist, 50 mm. Cassettentheil enthàlt Fàhnchensystem mit gemeinsamer Bewegung, jedes Fàhnchen einzeln rectificirbar. Complet im Tragkasten mit Tragbàndern
- und Handhabe........................................ fl. 350.—
- *5 Doppelcassetten inclusive Tornister .. ............... ,, 69.—
- *Stative nach Wahl............................fl. 15.— bis „ 35.—
- 2. Photogrammeter im Format 13 :18cm. Ailes wieoben con-
- struit, jedoch Horizontalkreis 16 an................ „ 300.—
- *5 Doppelcassetten inclusive Tornister................... „ 58.—
- Stative nach Wahl..........................fl. 15.— bis „ 35.—
- 3. Photogrammetrischer Messtisch, System Hiibl. In Vorbereitung.
- NB. Hoch- oder quergestellte Caméra àndert den Preis nicht, muss aber bei Bestellung extra gewünscht werden, und richtet sich darnach die Môg-lichkeit einer grossen oder geringeren Stellbarkeit des Objectivs, und zwar bei Apparaten im Format 18 : 24 an ist die môgliche Verstellung :
- bei hochgestellter Caméra = 75 mm auf und ab, bei quergestellter „ = 50 mm „ „ „
- bei Apparaten im Format 13:18 an ist die môgliche Verstellung :
- bei hochgestellter Caméra = 50 mm auf und ab, bei quergestellter „ = 30 mm „ „ „
- III. Phototheodolite, System Pollack, Oberingenieur der k. k. Staats-bahnen, Wien. (II. Modell.)
- Allgemeines.
- Der Phototheodolit im Sinne des Wortes muss, die photographische Caméra weggedacht, einem Theodoliten mit excentrischer Visirvorrichtung in allen seinen Functionen vollkommen entsprechen. Um das ganze Instrument môglichst leicht zu machen, sind mehrere Theile aus Aluminium hergestellt, was besonders vom Fernrohrtràger gilt, der durch das Gegengewicht ausbalancirt werden muss. Der Horizontalkreis wird nach Wunsch in halbe und Drittelgrade getheilt und gestattet mit zwei diametralen Nonien 1 Minute bis 20 Secunden Ablesung. Das Fernrohr ist nach Art der Kippregel am Trager befestigt und die Correctur der Horizontaldrehachse des Fernrohres durch eine Rôhren-libelle ermôglicht. Drehung und Klemmung sowie mikrometrische Einstellung vorhanden. Das Fernrohr mit 27 an Brennweite und 31 mm Oeffnung hat 9- bis lSfache Vergrôsserung und ist für tachymetrische Arbeiten mit Distanz-fâden für die Constante 100 ausgestattet. Mit dem Fernrohr ist eine Re-versionslibelle 10—20 secundenwerthig verbunden oder kann auf zwei
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- Lechner’s MiTTHEILUNGEiV.
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- gleich starken cylindrischen Ringen am Fernrohr eine Aufsatzlibelle auf- und umgesetzt werden, DerHôhenkreis ist in Drittelgrade getheilt und gibt mit zwei Nonien 20 Secunden Ablesung. Die Festklemmung und Feinstellung am Horizontalkreis mittelst equilibrirter Centralklemme isolirt vom Kreise ange-bracht. Ablesung der Kreise mit central drehbaren diametralen Loupen. Die photographische Caméra, ganz aus Metall, hat ein anastigmatisches Objectiv von C. Zeiss, Jena. Es làsst sich nach Bedarf 30—50 mm an der Caméra auf-und abbewegen, welcher jeweilige Stand an einem Millimetermassstabe mittelst Nonius bestimmt werden kann. Die Bewegung geschieht durch Zahnstangen und Trieb. Der Cassettentheil der Caméra enthàlt einen dem Plattenformat entsprechenden Centimeterrahmen (auch mit Halbcentimetertheilung), welcher sich durch eine eigene mechanische V orrichtung gegen die lichtempfind-liche Schicht bewegt und diese noch bis in die dem Objectiv eigeneBildebene so zurückdrangt, dass letztere bei jeder Platte mathematisch gleich genau eingehalten wird.
- S omit ist man von etwai-gen geringen Cassetten-fehlern undbesonders von etwaiger Unzuverlàssig-keit der Holzcassetten unabhàngig. Die Einker-bungen im besprochenen Rahmen sind auf der Theilmaschine hergestellt und bieten auf der Photographie einen genauen Masstab sowie eine Contrôle fiir die Verande-rungen, die im Bilde durch die nassen Proceduren beim Entwickeln und besonders bei der nassen Behandlung und Verànderlichkeit der Papierbilder entstehen.
- PREISE.
- 1. Phototheodolit im Format 18 : 24 cm. Dreifuss mit feingângigen Stell-schrauben und daranhângenden Fussplatten. Biichse und Yerticalachse. An der Büchse, isolirt vom Kreise angeordnet, die equilibrirte Klemme mit feiner Bewegung. Klemmung centrisch. Horizontalkreis 20 cm. Durch-messer in Drittelgrade getheilt, gestattet mit zwei Nonien und Loupen 20 Secunden abzulesen. Loupen central drehbar. Theilung in Silber, an der Ablesestelle mit Illuminateuren versehen. Auf der Decke Kreuzlibellen 20—25 secundenwerthig, leicht corrigirbar, aus Aluminium hergestellt. Fernrohrtrager aus Aluminium, Fernrohrachse und Büchse corrigirbar darauf angebracht, auf der Büchse Aluminiumlibehe zur Contrôle der
- Fig. 5. Vollstândiger Phototheodolit. System Pollack.
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- Lechner’s Mittheilungen.
- optischen Fernrohrachse. Hohenkreis mit Speichen fest mit der Büchse verbunden, Nonientrâger und Loupenarm mit Fernrohrachse verbunden. Loupen extra, central drehbar. Hohenkreis in Drittelgrade getheilt; die zwei Nonien gehen 20 Secunden. Bezifferüng des Kreises durchgehend. Ab-lesung Null entspricht der horizontalen Yisur des Fernrohrs bei ein-spielender Aufsatzlibelle oder Reversionslibelle am F ernrohr. F estklemmung und Einstellung des Fernrohrs von der Achse aus mittelst grober und feiner Bewegung. Fernrohr 9- bis 18fache Vergrosserung. Distanzmesser mit der Constante 100. Caméra ganz aus Metall. Objectiv Anastigmat C. Zeiss, Jena, Sérié V, Nr. 5, verstellbar und festklemmbar, am Massstab und Nonius auf 1/10 mm zu bestimmen. Die Nullstellung entspricht der horizontalen Visur des Fernrohrs. Markirungsrahmen im Cassettentheile. Complet im Tragkasten mit Tragbândern und Handhabe. Gewicht
- 8% kg..................................i.......... o. W. fl. 450.—
- *5 Doppelcassetten inclusive Tornister....................... „ 69.—
- 2. Phototheodolit im Format 13:18 cm. Constructionwiebeim vorigen. Horizontalkreis nur 18 cm. Halbe Grade mit zwei
- Nonien eine Minute angebend............................. „ 400.—
- 5 Doppelcassetten inclusive Tomister...................... „ 58.—-
- Weitere Behelfe fur photogrammetrische Apparate (je nachArt und Grad der Méthode erwünscht).
- * Wechselsack, mit welchem man im Freien Platten wechseln kann fl. 15.—-
- *Kreuzlibellensystem, auf Metallplatte montirt................. „ 13.—
- " Dosenlibelle, circa eine Minute angebend, in Aluminium oder
- Messing ................................................... „ 4.—
- * Massstab und Nonius am Objectivbrett ........................ . ,. 2.—-
- * „ „ „ „ Grundbrett........................... „ 1.-—
- * Stativfesthalter für zerlegbare Stative..................... „ 5.—
- *^pussole mit arretirbarer, 50 mm langer Nadel; Theilung in halbe
- Grade...........................................fl. 9.— bis „ 15.—
- * Visirscheibe (Mattscheibe) mit Centimeterquadratnetz, das Achsen-
- kreuz in Millimeter getheilt, für Format 18:24............ „ 5.—
- Dieselbe „ „ 13:18.............. „ 3.50
- * Senkrechtsteîler für Visirscheibe, Rohrenlibelle circa 30 Secunden
- angebend,-der ganze Apparat aus Aluminium oder aus Messing „ 8.—-
- * Senkrechtsteîler für Visirscheibe, Dosenlibelle circa 1 bis 2 Minuten
- angebend, der ganze Apparat aus Aluminium oder aus Messing „ 8.—
- *Pollack’sche Centimeterrahmen zur Bestimmung der Papierver-anderungen der hergestellten Bilder (lassen sich in jeder unserer Doppelcassetten für beide Platten anbringen) mit vollkommener
- Correcturvorrichtung.......................................à „ 6.—
- *Einstelltuch licht- und wasserdicht........................... „ 3.50
- *Einfaches Loth aus Messing mit oder ohne Stahlspitze.......... „ 2.50
- Preisverzeichnis der Dr. Meydenbauer’schen Apparate befindet
- sich im Druck.
- Verlag : R. Lechner, Graben 3X. — Kedaeteur : E. Wàhner. — Druckerei : Ch. Reisser & M. Werthner.
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